Eine Alternative (Arbeitstitel)

GeschichteAllgemein / P16 Slash
Itona Horibe Ryoma Terasaka
02.04.2020
30.05.2020
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02.04.2020 2.179
 
Huhu, ich will gar nicht viel vorweg sagen nur das ich euch viel Spaß beim Lesen wünsche. Ach ja ist nicht Beta gelesen Fehler dürfen gern behalten werden.


Itona Pov


Es regnete in Strömen, trotzdem saß er auf einer Bank im Park und starrt vor sich hin ins nichts. Er war die Tentakeln gerade mal einen Tag los und obwohl das etwas Gutes war, fühlte er sich nackt und allein. Sein Vormund hatte ihn im Stich gelassen, genau wie es sein Vater getan hatte.
Er hatte absolut niemanden auf dieser Welt. Dieser Umstand machte ihn unendlich traurig. Hinzu kam noch die Tatsache, dass er bis auf die Kleidung die er am Leib trug nichts mehr hatte. Er war Koro-Sensei und seinen Klassenkameraden zwar wirklich dankbar, was sie für ihn getan hatten, aber gerade im Moment wünschte er sich, das alles noch beim alten wäre.


Fröstelnd zog er die Beine an seinen Körper und schlang die Arme darum, einfach nur das ihm nicht mehr so kalt wäre. Eigentlich sollte er sich freuen, mit den Tentakeln war es ihm ja nicht mehr möglich gewesen draußen im Regen zu sitzen oder schwimmen zu gehen, aber er wäre jetzt lieber eingekuschelt unter irgendeiner Decke. Seufzend schloss er die Augen. Musste er die Nacht wirklich auf einer Parkbank verbringen? Er kam sich vor wie ein Penner. Ob er bei Muramatsus Ramenstand vorbei schauen sollte? Da könnte er eventuell etwas zu essen bekommen. Sein Magen knurrte und erinnerte ihn daran, das er seit dem letzten Mal essen, mit Ryoma und den Anderen nichts mehr zu sich genommen hatte. Das Ganze war jetzt aber auch schon zwei Tage her.


Er könnte natürlich auch hoch zur Schule laufen, ziemlich sicher würde Koro-Sensei ihn aufnehmen und er könnte bestimmt irgendwo im Klassenzimmer schlafen. Aber auf Dauer wäre das ja auch keine Lösung. Die einzige Möglichkeit die er für sich selbst komplett ausschloss, war zurück ins Waisenhaus zu gehen. Als sein Vater damals gegangen war und er das erste Mal auf der Straße gelandet war, hatten sie ihn in so ein Heim gebracht und diese Zeit war die Hölle gewesen. Er schluckte die Tränen herunter, die ihm bei der Erinnerung kamen und sagte sich selbst, dass er nicht mehr so schwach war wie damals. Shiro hatte ihm echt den Arsch gerettet damals und alle Kosten die für ihn angefallen waren übernommen.


Wenn er nicht langsam aufstand und sich einen Unterstand suchen würde, wäre er morgen mit Sicherheit krank. Aber obwohl sein Kopf ihm sagte was er tun sollte, war sein Körper offenbar noch nicht bereit, etwas für die Nacht zu suchen. Er murrte und fluchte leise. Er steckte wirklich in der Scheiße. So komplett ohne Plan war er sein ganzes Leben noch nicht gewesen. Quälend langsam stand er auf und zwang sich dazu los zu laufen, irgendwo würde er schon etwas finden und wenn es unter einer Brücke wäre. Hauptsache raus aus dem Regen. Wie hatte er das damals vor Shiro und vor dem Heim eigentlich gemacht? Damals war er sogar noch jünger gewesen. Ok er hatte da auch nur eine Woche draußen verbracht.


Er schüttelte sich und verzog das Gesicht, ganz sicher würde er nicht wieder in irgendwelchen Mülltonnen nach Essen kramen. Soweit würde er nicht mehr sinken. Andererseits war er ja schon ganz unten, was machte das dann noch aus? Er blieb stehen und schaute sich um. Na toll jetzt hatte er sich auch noch verlaufen, hier war er noch nie gewesen. Es war eine Siedlung, ein Haus reihte sich an das Andere und die Vorgärten waren alle gepflegt. Sicher wäre es schön hier, früher, als die Welt noch in Ordnung war, hatte er auch in so einem Haus gelebt. Sie hatten draußen bei schönem Wetter gegrillt und er war mit dem Rad durch die Gegend gefahren. Er hatte gefühlt keine Sorgen gehabt. Schnaubend ging er weiter, der Regen hatte sich inzwischen verstärkt und seine Kleidung klebte ihm am Körper.


Langsam aber sicher verzweifelte er und für sich selbst entschied er, das er wohl doch hoch zur Schule laufen müsste. Aber Koro-Sensei würde ihn sicher auch ins Heim bringen, er war ein Lehrer, ein Erwachsener und als solcher hätte er die Pflicht sich um ihn zu kümmern und ihn, in eine geeignete Unterkunft zu bringen. „Ach fuck“ gefrustet über diese ausweglose Situation, fuhr er sich durch die Klatschnassen Haare und machte kehrt. Wenn er den Weg einfach zurück lief, würde er wieder zum Park kommen und von da aus kannte er den Weg.


„Itona? Was machst du denn hier?“ Erschrocken fuhr er herum und blickte in hellgrüne Augen. Ryoma Terasaka, na so ein Mist aber auch. „Laufen“ ganz cool bleiben, es musste ja niemand erfahren, wie es um ihn stand. „Aja… dann solltest du mal schnell nach Hause laufen, wenn es dir nicht aufgefallen ist, es schüttet wie aus Eimern.“ Terasaka rümpfte die Nase und schaute unter seinem Schirm hervor nach oben. „Ist mir aufgefallen, immerhin hab ich in meinem Kopf nicht nur Luft so wie du.“ Wütend blickte ihn der Ältere an. „Sag nicht das ich dumm bin, immerhin habe ich einen Schirm dabei, wenn ich bei diesem Wetter raus gehe.“ „Tja ich wollte einfach nur genießen was ich durch die Tentakeln nicht konnte.“ „Und dir dabei den Tod holen? Du bist komplett durchnässt.“ Ein Umstand der nicht von der Hand zuweisen war, aber was machte das schon. Er zuckte mit der Schulter.


„Tz… du bist die Pest, komm mit rein, du kannst warten bis es aufgehört hat zu regnen.“ Der Blonde hob eine Tüte. „Außerdem kannst du mir Kochen helfen, meine Mutter besteht auf was zu essen, wenn sie von der Arbeit nach Hause kommt.“ Ok, das Angebot war verlockend, erstens, er könnte sich ein bisschen aufwärmen, vielleicht würde ihm Terasaka ja auch eine Hose und ein Shirt geben, damit seine Kleidung trocken konnte. Zweitens, der Andere wollte kochen, wenn er es geschickt anstellte, könnte er da ja was abstauben. „Na ich werd mal nicht so sein, nicht das du beim Versuch etwas Essbares zu zaubern, noch das Haus abbrennst.“ Der Ältere zeigte ihm den Mittelfinger und betrat den Vorgarten links von ihm durch ein kleines Gartentor. Kurz darauf waren sie im Haus. Nie hätte er gedacht, das Terasaka an so einem idyllischen Ort lebte.


Ryoma Pov


Leicht Missmutig starrte er auf seinen Gast. Itona tropfte den ganzen Boden voll, seine Mutter würde ausrasten, wenn er die Flecken vorher nicht beseitigte. „Zieh dich aus.“ Ein skeptischer Blick aus gelben Irden traf ihn. „Du tropfst alles voll, meine Mutter bekommt einen Anfall wenn sie das sieht.“ Wieder ein zucken mit der Schulter und der Jüngere schälte sich aus seiner Kleidung. Mit einem nassen Geräusch, landete diese auf dem Boden. „Bist du bescheuert?“ hastig drehte er sich um, der grauhaarige hatte nicht nur die Oberbekleidung ausgezogen, sondern alles, das hieß er stand gerade Splitter Faser Nackt bei ihm im Flur. „Du hast gesagt ausziehen.“ „Ja damit meinte ich die Hose und das Shirt… na egal bring das Zeug ins Bad, hier rechts und schmeiß es in die Wanne, ich werde es dann gleich im Trockner trocknen.“ Murrend zog er die Schuhe aus, stellte die Tüte auf einer Kommode ab und ging die Treppe nach oben in sein Zimmer, um Itona was zum Anziehen zu holen, der konnte ja schlecht nackt im Haus rum laufen.


Überlegend stand er vor seinem Kleiderschrank. Itona war schmächtig im Gegensatz zu ihm, aber sowohl seine Shorts als auch ein T-Shirt würden ja wohl passen. Kopfschüttelnd ging er nach unten und hörte das Rauschen der Dusche. Der grauhaarige nahm sich ja ganz schön was raus, erst blöde Sprüche reisen und jetzt auch noch hier duschen. Aber er hatte den Anderen aus der Klasse ja irgendwie versprochen, das er und seine Freunde sich um Itona kümmern würden und das war ja auch eine Art von Kümmern. Warum Itona gerade bei dem Sauwetter laufen ging, war ihm ein Rätsel, aber das war ja seine Sache. Da das Bad momentan belegt war, ging er in die Küche und räumte die Einkäufe ein. Seine Mutter und er wohnten hier allein, seit sein Vater sie vor drei Jahren hatte sitzen lassen.


Eigentlich war es ihm gar nicht recht, das Itona jetzt hier war, aber so ein Arschloch ihn da draußen stehen zu lassen, war er jetzt ja auch nicht. Na gut vor ein paar Wochen wäre er das noch gewesen, aber auch er hatte sich etwas geändert, außerdem waren sie Freunde. Kopfschüttelnd lehnte er sich an die Anrichte und schaute nach draußen in den Regen. Wie lange der Andere wohl noch brauchen würde? Wie aufs Stichwort, öffnete sich die Tür zum Bad und er ging mit den frischen Klamotten in den Flur, der Grauhaarige trug nur ein Handtuch um die Hüfte. „Hier, was anderes hab ich nicht, für so einen schmächtigen Kerl wie dich.“ Wortlos nahm der Jüngere ihm alles ab und zog sich an.


„Da drüben ist das Wohnzimmer und die Küche, das ist alles ein Raum, du kannst da warten, bis ich deine Sachen im Trockner habe.“ „Ist gut“ er schaute dem Kleineren nach und betrat das Bad, um die nassen Klamotten in den Trockner zu packen. Er kam sich mal wieder vor wie eine Hausfrau, aber seine Mutter hatte nun Mal einen Ordnungstick, auch wenn sie sonst echt in Ordnung war und ihn meistens in Ruhe lies. Er wischte noch den Flur trocken und ging dann selbst zurück in die Küche, in zwei Stunden hätte seine Mutter Feierabend und bis dahin müsste er irgendwas auf dem Tisch haben, das gehörte zu seinen Aufgaben, sonst würde sie Miete von ihm Verlangen hatte sie gesagt. Nur weil er in der E-Klasse war und eventuell den ein oder anderen scheiß gebaut hatte. Schnaubend schaute er sich nach Itona um.


Der lag eingekuschelt unter einer Decke auf dem Sofa und schien zu schlafen. Na der war ja keine große Hilfe, da hätte er ihn auch draußen stehen lassen können. Trotzdem ließ er ihn in Ruhe und begann schon mal das Gemüse zu schneiden. Ein wimmern ließ ihn nach circa einer Stunde herumfahren. Er näherte sich dem Jüngeren und schaute in sein Gesicht. Die Gesichtszüge des Grauhaarigen waren verzerrt, also schien er wohl einen schlechten Traum zu haben. „NEIN!“ Schwer atmend schreckte er aus dem Schlaf hoch und schaute ihn direkt an. Was war das jetzt gewesen? „Na auch endlich wach? Genau richtig, komm und hilf mir.“ Itona gähnte und folgte ihm dann in die Küche. Sollte er ihn auf seinen Traum ansprechen? Es würde ihn ja schon irgendwie interessieren, ob das noch Nachwirkungen von seinen Tentakeln waren.


„Was ist? du starrst mich an.“ „Was hast du geträumt, das du Geräusche wie ein kleines Mädchen von dir gibst?“ Erschrocken wandte sich der Grauhaarige zu ihm. „Hab ich was gesagt?“ „Nein, das war alles.“ „Ok… gut.“ Der Körper des Jüngeren entspannte sich sichtlich und er hatte das Gefühl etwas entscheidendes verpasst zu haben. „Wie weit hast du es nach Hause?… Es sieht nicht so aus, als würde es heute nochmal aufhören.“ Genervt drehte er sich wieder zur Seite um Itona an zu sehen, als er keine Antwort auf seine Frage bekam. „Ich rede mit dir.“ „Ja… ich sollte gehen.“ Überrascht schaute er dem Jüngeren nach, der ins Bad ging um seine Kleidung aus dem Trockner zu holen und sich um zu ziehen.


„Jetzt warte doch mal, ich wollte dich damit nicht raus schmeißen.“ „Ach ja… es klang aber so.“ Sie führten ein stummes Blickduell, das von einem knurren unterbrochen wurde. Überrascht bemerkte er wie die Wangen des Jüngeren sich leicht röteten. Ach sieh mal einer an, dem war ja doch etwas peinlich. „Lass uns essen, danach kannst du ja immer noch gehen.“ Er hatte bei Itonas Striptease vorhin, deutlich gesehen, das der Kleinere zu dünn war aber nichts gesagt. Er wusste ja nicht mal wo der Kerl gerade untergebracht war, sie wussten schon alle das Itona von seinem Vater verlassen worden war und Shiro dann sein Vormund wurde, aber wo wohnte Itona jetzt? Egal wo das war, offenbar bekam er da nicht genug zu essen, obwohl vielleicht hatte er durch die Tentakeln auch zu wenig gegessen, immerhin konnte man in so kurzer Zeit nicht dünner werden. Er drehte sich kopfschüttelnd um und ging zurück in die Küche, um den Topf mit der Gemüsesuppe vom Herd zu ziehen.


„Setz dich.“ Itona war ihm gefolgt und setzte sich wortlos an den Tisch.  Er stellte Geschirr und Besteck auf den Tisch und schlussendlich den Suppentopf zwischen sie. „Willst du auch ein Stück Baguette?“ Das hatte er vorher eingekauft, zu einer Suppe gehörte einfach Brot. Der Grauhaarige nickte und sie begannen schweigend zu essen. „Willst du hier bleiben über Nacht oder hat da jemand was dagegen? Ich mein nur, dich kann ja auch sicher jemand hier abholen wenn du nicht willst.“ Seine Augen weiteten sich erschrocken, als Itona den Löffel und den Kopf sinken ließ und er ein leises schluchzen vernahm.  



Hab ich's geschafft? Ich hatte noch nie einen Clifhanger. Sagt mir doch wie ihr es findet bin auch offen für konstruktive Kritik.

Liebe Grüße Schatti
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