„… und träum‘ was Süßes!“

GeschichteAbenteuer, Romanze / P18
Hermine Granger Severus Snape
01.04.2020
23.05.2020
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23.05.2020 3.674
 
Severus erwachte, weil ihm etwas auf dir Brust sprang. Er schrie auf und fuhr hoch. Es war Emil gewesen, der ihn auf Katzenart brutal daran erinnerte, dass es draußen schon hell war. Hermione war weg. Für ein paar kritische Sekunden bekam er kaum Luft. Erlöst wurde er von dem Mädchen selbst. Sie kam aus dem Bad, trocknete sich noch ihre Haare mit dem Handtuch ab und sagte ihm strahlend:
„Guten Morgen, Severus!“
„Keine … Träume?“
„Nein, absolut keine. Wenn ich nicht immer noch hungrig wäre, würde ich sagen, es war eine wunderbare Nacht.“ Er kniff verständnislos die Augen zusammen.
„Du erinnerst dich aber schon an gestern Abend?“
„Natürlich. Ist ja nichts passiert. Also los, steh auf, geh ins Bad und mache dich fertig. Ich habe das gute Gefühl, wir bekommen heute ein paar Antworten. Wenn es dir nichts ausmacht, gehe ich schon runter zu Gerd?“ Er nickte nur und starrte Emil böse an, als er ins Bad ging.

„Guten Morgen, schönes Mädchen!“, begrüßte Gerhard Grimmig sie herzlich, als sie nach unten kam. Hermione hatte das dumpfe Gefühl, dass der Mann nicht so oft Besuch von Zauberern und Hexen bekam und sich sehr über ihre Anwesenheit freute. Der Tisch bog sich wieder unter den köstlichsten Sachen. Auf Hermiones Platz, stand jedoch ein großes Glas Blut. Sie stürzte darauf zu.
„Langsam, Mädchen. Ich sollte es dir erst warm machen, ja?“ Dazu benutzte er seinen Zauberstab.
„Es ist nur Hasenblut, aber ich habe gleich noch was anderes für dich. Ich hoffe, dein Lehrer mag Hasenbraten? Den würde es nämlich zum Mittagessen geben.“
„Mir egal“, sagte sie gierig und nahm einen vorsichtigen Schluck. Fast hätte sie Gerd das Blut vor die Füße gespuckt. Im Gegensatz zu Snapes Blut, schmeckte das Hasenblut fade und dünn. Aber besser als nichts. Schließlich war es Blut und befriedigte ein Bedürfnis, dachte sie, angewidert von sich selbst.
„Du weißt, dass du das nicht trinken musst, oder?“
„Wie … meinst du das?“
„Na, Vampire brauchen das Blut, um zu leben. Du brauchst normale Nahrung, denn du bist kein Vampir. Du hast nur ein paar Eigenschaften, was ich mir auch nicht erklären kann. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir es rausfinden werden.“
„Du meinst, es ist nur ein falsches Gefühl, dass es sich so anfühlt, als würde ich sterben, wenn ich kein Blut bekomm?“
„So ist es.“ Hermione wurde rot.
„Aber es schmeckt köstlich …“
„Ja, das mag sein. Das tun Trüffel auch, aber auch die braucht ein Mensch nicht zum Überleben.“ Severus kam und setzte sich zu ihnen. Gerd reichte Hermione noch etwas, was aussah wie ein Stück graubraune Kohle.
„Was ist das?“
„Koste es!“ Vorsichtig biss sie ein Stück ab. Es hatte die Konsistenz eines Brötchens, schmeckte aber nach würzigem Blut. Angestrengt verkniff sie sich ein begeistertes Stöhnen.
„Gut?“
„Oh ja!“
„Ich habe es von Magda. Sie ist eine der Witwen in Witwenbrunn. Ihr werdet heute zu ihr gehen und sie wird euch eine Erlaubnis ausstellen, damit ihr heute Nacht zu Akims Party gehen dürft. Erst Akim kann euch dann zum Vampirfürsten bringen. Allerdings will ich anmerken, dass Hermione jederzeit allein zu ihm gelangen kann, denn ich wette, sie darf die unterirdischen Tunnel betreten.
„Sie geht nicht allein!“, sagte Severus scharf. Das Mädchen schien gar nicht zuzuhören, sondern kaute mit gespenstisch abwesendem Gesichtsausdruck, der höchste Entzückung offenbarte. Gerd betrachtete Hermione grinsend und Snape räusperte sich laut, damit er damit aufhörte.
„Blutpastete, Hermione“, sagte Gerd dann vergnügt. Unglücklich sah sie ihn nun an und im selben Moment ging die Tür auf. Severus hatte sich schon gewundert, warum ihr Gastgeber für vier Personen gedeckt hatte, jetzt bekam er Antwort. Ein großer, junger Mann um die Zwanzig Jahre kam herein. Er hatte rotblonde Haare und Gerds Augenfarbe.
„Emil kennt ihr ja schon, setz dich, mein Junge. Emil ist mein Sohn, übrigens.“ Hermione fiel vor Schreck die restliche Pastete aus der Hand.
„Hi“, sagte Emil höflich und setzte sich neben seinen Vater, als wenn nichts gewesen wäre. Severus sah ihn aufgebracht an und Hermione war tiefrot geworden. Gerd begann wieder zu lachen, Emil schmunzelte und begann einfach zu frühstücken.
„Entschuldigt bitte, aber es ist immer zu köstlich. Der Kater ist Emils Animagus-Gestalt, wesentlich angenehmer als meine, ich weiß. Wenn Gäste kommen, was nicht so oft vorkommt, leider, dann gönnen wir uns beide den Scherz. Seid uns nicht böse, ja?“
„Wie könnten wir? Mir ist er heute Morgen ja nur auf den Brustkorb gesprungen“, ätzte Severus missbilligend. Hermione schwieg besser, ehe sie angefügt hätte: Und er hat sich ja nur an meiner Brust geschubbert!
„Emil war auf der Beauxbatons gewesen und arbeitet nun für das Ministerium. Gerade hat er Urlaub und besucht seinen alten Herren. Gut für euch, denn wir sind nun zu viert.“ Verschämt sah Hermione zu Emil. Er war gutaussehend, hatte ein offenes Lächeln, Grübchen und war gut gebaut. Emil lächelte ihr ganz offensiv zu.
„Es hat frisch geschneit. Willst du mit mir einen Waldspaziergang machen, Hermione?“, fragte er freimütig quer über den Tisch, ohne Snapes unheilvollen Blick zu würdigen.
„Will sie nicht!“, knurrte Snape finster.
„Leider geht das nicht, Emil, denn wir beiden müssen uns mal in Berlin umhören. In Berlin sitzt Emils Abteilung des Zaubereiministeriums und vielleicht haben sie ein paar neue Informationen zu Fritz Lang. Ich nehme an, Albus hat in London nichts erreicht?“
„Er hätte sich sonst gemeldet“, sagte Severus und ließ den jungen Burschen nicht aus den Augen, Natürlich unterlag auch Emil Grangers Betörung, das war mehr als deutlich zu erkennen.
„Dachte ich mir schon. Ihr werdet schön gemütlich nach Witwenbrunn gehen und euch bei Magda in der „Blutsenke 42“ melden. Tut mir einen großen Gefallen und fallt weder mit der Tür ins Haus, das meine ich im metaphorischen Sinne, noch macht Stress. Ihr bekommt, was ihr wollt, wenn ihr höflich bleibt. Magda ist händelbar. Ansonsten könnt ihr meine Bibliothek benutzen und euch ausruhen. Akims Party ist sowieso erst mitten in der Nacht.“ Den Rest des Frühstücks plauderten die Grimmigs wie perfekte Gastgeber. Hermione war begeistert, nachdem sie ihren ersten Schock überwunden hatte. Severus hingeben blieb mürrisch und wortkarg. Niemand nahm es ihm übel.
Später erklärte Gerd ihnen den Weg. Es war einfach. Wenn man links ins Tal lief, erreichte man Witwenbrunn, wenn man rechts lief, kam man nach Weiden. Grimmig wohnte genau dazwischen, sagte er stolz.
„Ihr solltet durch den Schnee ins Dorf laufen und nicht apparieren“, riet Emil ihnen, als sich die Grimmigs fertig machte.
„Weshalb?“
„Nur so, weil es schön ist, durch frisch gefallenen Schnee zu laufen, nur deshalb!“ Er winkte Hermione zu und sie strahlte mit geröteten Wangen.

„Zumindest bist du nicht blass wie ein Vampir“, sagte Severus vorwurfsvoll zu ihr und ging in die Bibliothek. Verunsichert blickte sie Professor Snape nach. Dass Emil sie hereingelegt hatte, hatte sie ihm längst verziehen. Er hatte ja nichts Schlimmes getan und es war eigentlich ganz witzig, so im Nachhinein. Snape sah das offenbar anders. Gerd hatte darüber hinaus recht. Jetzt waren sie zu viert und das war schon mal ein guter Vorteil. Außerdem gefiel Emil ihr rein optisch und auch sein Herzschlag war in ihrer Nähe höher als er sein sollte.
„Ach verdammt …“, knurrte sie verärgert, weil sie sich selbst nicht mehr im Griff hatte. Ihr Hunger nach Blut, den sie gar nicht stillen musste, ihr Bedürfnis nach körperlicher Nähe, was wahrscheinlich auch nicht echt war und ihre „Betörung“, die vielleicht auch nur eine Illusion war. Vielleicht fanden sie Snape und Emil auch so attraktiv? Unterscheiden konnte sie das gerade nicht. Sie ging nach oben und warf sich dort aufs Bett. Nur nicht einschlafen, Hermione ermahnte sie sich streng.
Und schlief doch ein.


Severus kramte sich durch die Bücher. Als er es an der Tür kratzen hörte, dachte er im ersten Moment an Emil. Bis ihm einfiel, dass es ja nur die Animagus-Gestalt des Jungen war und der mit seinem Vater nach Berlin gereist war. Grimmigs Literatur über Vampire war auch eher dünn gesät, dafür fand er andere spannende Sachen. Zum Beispiel ein Buch über nie gebraute Tränke aus eben jenem Mittelalter. Darin standen so einige Schätzchen. Eifrig begann er die Rezepte und die Anleitungen abzuschreiben, als es wieder an der Tür kratzte und nun laut und deutlich miaute. Severus ging irritiert zur Tür.
„Emil?“
Er bekam keine Antwort und hob seinen Zauberstab an, um die Tür zu öffnen. Fast traute er seinen Augen nicht. Vor der Tür saßen überall Katzen der unterschiedlichsten Farben und starrten ihn aus glühenden Augen bösartig an. Erst in diesem Moment realisierte er, dass Granger vermutlich eingeschlafen war. Die Katzen griffen ihn auch sofort an. Sie bohrten ihre Krallen in sein Hosenbein, um sich an ihm hochzuziehen, die bissen in seine Beine und rappelten sich wieder auf, wenn er sie mit den Füßen zur Seite trat, um nach oben zu rennen, um das Mädchen zu wecken. Wie konnte er nur so dämlich sein? Nur weil er verärgert und eifersüchtig war, wie ein Teenager, verdammt! Einer der Katzen zerriss ihm die Hose, als sie daran nach unten rutschte und vermutlich lange, blutige Kratzer auf seiner Haut hinterließ. Die Tiere verfolgten ihn durchs ganze Haus und sprangen ihm von Tischen und Schränken entgegen, um sein Gesicht zu zerkratzen. Er hatte alle Hände voll zu tun sich mit Magie zu schützen. Es war mühsam und am Ende fiel er keuchend und blutend ins Zimmer und verriegelte die Tür im letzten Moment mit Magie.
Hermione lag im Bett und schnarchte leise. Ohne zu Zögern schlug er ihr fest ins Gesicht. Hermione fuhr verwirrt hoch und sah ihn aus großen Augen angstvoll an.
„Du dumme Schlammblut-Göre!“, zischte er sie ungehalten an. In diesem Moment verlor Severus Snape seine Beherrschung. Lange musste er widerstehen. Jetzt und hier war es für eine Sekunde zu viel. Zwar bereute er seine Worte sofort, doch es war zu spät. Mit einer abwesenden Geste wischte er sich übers Gesicht und verrieb das Blut.


Hermione starrte ihn an. Erst war sie erschrocken, dass er sie schlug, weil er sie wecken musste und weil er überall blutige Kratzer hatte. Dann erinnerte sie sich an ihren Katzentraum und im nächsten Moment sagte er etwas, was eigentlich typisch für ihn war, sie aber doch auf einer so tiefen Ebene verletzte, dass sie selbst wie gelähmt war. Tränen stiegen in ihr nach oben, weil sie wusste, dass er ihr hätte nie etwas Schlimmeres sagen können.
„Hermione …“, begann er rau, doch sie bedeutete ihm mit einer harschen Geste zu schweigen. Als sie aufstand, hätte sie sich am liebsten übergeben. Es war der Blutgeruch, der sie animiert, es war seine Kränkung und seine pure Existenz.
„Deine Wunden müssen versorgt werden, komm ins Bad“, sagte sie ausdruckslos. Sie hörte seinen Herzschlag, er war furchtbar schnell. In ihr machte sich eher Traurigkeit und eine Beklemmung breit, die ihr sagte, dass sie irgendwie durchhalten musste, weil nur er ihr helfen könnte.
Ohne ihn anzusehen dirigierte sie ihn auf den Rand der Badewanne. Sie kniete sich, rollte seine Hose hoch und wischte mit einem nassen Handtuch das Blut ab, bevor sie den Heilzauber sprach. Anschließend verrieb sie Wundheilsalbe darauf.
„Hermione, es …“
„Nein, sei still!“, sagte sie energisch. Anschließend nahm sie sich sein Gesicht vor. Es könnte ein sehr erotischer Moment sein, wenn er es nicht zerstört hätte. Ja, genau so fühlte es sich an. Severus Snape hatte es mit nur einem Wort geschafft, etwas kaputt zu machen, was es so hätte gar nicht geben dürfen. Vielleicht war das auch besser so, dachte sie traurig und sah ihm nicht in die Augen. Nachdem sie seinen Blick nicht erwiderte, schlug er die Augen nieder und schwieg, bis sie ihm die Heilsalbe aufgetragen hatte.
„Danke.“
Sie gab ihm keine Antwort und ließ ihn im Bad allein. Draußen hatte es wieder begonnen zu schneien. Deshalb stand sie nun am Fenster und sah hinaus. Vermutlich würden sie gleich nach Witwenbrunn gehen, um mit Magda zu sprechen. Hermione fühlte sich lustlos wie nie zuvor. Sie lauschte den einzelnen Flocken, den Tieren im Wald und Snapes Herzschlag, der näher kam. Warum ließ er sie nicht in Ruhe? Verstand er nicht, was er gesagt hatte? Konnte jemand derart ignorant sein? Ja, vielleicht hatte er das Recht wütend zu sein, weil ihn die unzähligen Katzen angegriffen hatten, aber musste er gleich so etwas sagen? Jetzt liefen doch Tränen über ihre Wange und es fühlte sich komisch an. Weil sie nicht mehr so war, wie vor kurzer Zeit. Ein wenig fühlte es sich an, als hätte sie das Weinen verlernt.
„Hermione, bitte, sieh mich an!“
„Lass es. Wir sollten uns fertig machen und zu dieser Magda gehen.“
„Nicht, bevor wir das geklärt haben. Ich mache diesen Fehler kein zweites Mal. Bitte, dreh dich zu mir …“, flehte er. Noch nie hatte sie ihn so gehört. Sie hätte nicht erwartet, dass man in Snapes Stimme jemals Angst hören würde, doch das tat sie gerade.
„Bitte!“, bettelte er und sie drehte sich zu ihm. Allein schon, weil sie ein einziges Mal sehen wollte, wie Professor Snape nicht der war, der sonst war. Seine Wunden im Gesicht waren schon verschwunden, aber er war bleich. Seine Augen waren sehr dunkel und glitzerten verdächtig. Ohne zu Zögern fiel er plötzlich vor ihr auf die Knie und senkte den Kopf. Überrascht zog Hermione die Luft ein. Sie hatte vieles erwartet, kunstvolle, um Verzeihung heischende Worte, aber nicht so was. Leicht legte er seine Stirn gegen ihre Beine und flüsterte mit versagender Stimme:
„Bitte verzeih‘ mir, ich hätte das nie zu dir sagen dürfen, Hermione.“ Irgendwie hatte sie den Eindruck, er hatte diese Beleidung schon mal geäußert und es war wohl nicht gut für ihn ausgegangen. Ansonsten konnte sie seine völlig übertriebene Reue nicht nachvollziehen.
Ein „Ist schon in Ordnung“ wäre leicht gesagt und vielleicht war es auch in Ordnung, doch das würde das Problem irgendwie nicht lösen. Das spürte sie intuitiv.
„Du hast es so gemeint, wie du es gesagt hast, oder?“, fragte sie leise. Er hob den Kopf. Tatsächlich lief eine Träne über seine Wange.
„Ja, habe ich. Das ist das Schlimmste daran.“
„Weshalb? Weil du dich für etwas Besseres hältst?“
„Ja, so ist es.“
„Weshalb Severus?“
„Weil … man mir das so beigebracht hat.“
„Kommst du aus einer … dieser Reinblut-Familien, wie Malfoy?“ Noch immer kniete Severus und hatte seine Hände links und rechts an ihren Oberschenkel.
„Nein. Mein Vater war auch ein Muggel. Aber die Leute, mit denen ich mich umgeben habe, waren der Meinung, dass es nichts Übleres als Schlammblüter gäbe, die uns Halbblütern und Reinblütern unseren Status vermiesen. Ich war jung, beeinflussbar und sehr einsam. Ich habe das geglaubt, weil es mir wenigstens ein bisschen das Gefühl gegeben hat, wertvoll zu sein.“ Hermione sah ihn aufmerksam an. Er sagte ihr die Wahrheit und sie sah, dass es ihn erleichterte, das auszusprechen.
„Du hast es schon mal gesagt, oder?“ Seine Augen füllten sich mit Tränen.
„Ja.“
„Wem?“
„Einem Mädchen. Einer grandiosen Hexe, die einst meine einzige wahre Freundin war, die ich je hatte.“ Hermione schluckte. Sie wusste nicht, dass sie Severus unbewusst zwang ihr die Wahrheit zu sagen und er wusste nicht, dass er die Wahrheit aussprechen musste. Aber es fühlte sich richtig, notwendig und gut, wenn auch sehr traurig an.
„Hast du sie nicht um Verzeihung gebeten?“
„Doch, aber zu spät und nicht so aufrichtig wie dich jetzt. Wie gesagt, ich war sehr jung.“
„Das Mädchen hat dir nie vergeben?“ Severus schüttelte den Kopf, während eine weitere Träne über sein Gesicht lief.
„Nein. Es hat sich nie so angefühlt.“
„Aber ich vergebe dir. Jetzt steh‘ auf, du machst mich ganz verlegen!“, sagte sie lächelnd. Sie konnte ihm vergeben, denn sie erkannte, wie ernst es ihm damit war. Auch für Severus Snape war die Situation nicht einfach und da konnte es schon mal zu Aussetzern kommen. Wichtiger aber war, dass er nicht abgeblockt hatte, sondern ihr den Grund gesagt hatte. Jetzt fühlte sie sich absurd frei, leicht und glücklich.


Severus stand auf. Er war unendlich erleichtert. Hermione hatte ihm vergeben und es hatte sich angefühlt, als wenn ihm endlich auch Lily vergeben hätte.
„Tut mir leid, wegen der Katzen“, murmelte sie verlegen, während er vor ihr stand. Er konnte nicht mehr widerstehen, nicht eine Sekunde. Seine Schutzmauer war gerade bis auf die Grundmauern zerstört und es würde eine Weile dauern sie wieder hochzuziehen. So griff er nach ihrem Kinn, hob es sanft an und küsste sie dann. Das Mädchen schien darauf nur gewartet zu haben. Ihre Lippen schlossen sich sofort um seine und ihre Hände zogen ihn näher. Scharf musste er kurz die Luft einziehen, weil die Erregung sofort wie ein Tsunami über ihn hinweg raste und seinen Körper in Besitz nahm wie eine fremde Macht. Hermione machte es ihm leicht, weil sie eigentlich noch unbeherrschter in seinen Mund keuchte als er. Seine Hände schoben sich unter ihren Pullover auf ihre warme Haut. Sie seufzte in seinen Mund und zerrte ihm ihrerseits das Hemd aus der Hose. Als sie seine Haut berührte, musste er stöhnen, ob er wollte oder nicht. Seine Nerven waren extrem angespannt und er kam sich einen Moment wie in einer Achterbahn vor. Erst der Angriff der Killerkatzen, sein Ärger darüber, sein schrecklicher Fehler und sein Zorn (im Grunde auf sich selbst, weil er nicht darüber nachgedacht hat, dass sie einschlafen könnte), dann seine Reue und die Angst, sie würde ihm das nie verzeihen, seine Hoffnungslosigkeit, die eigentlich fast noch fundamentaler gewesen war, als damals bei Lily und dann ihre Vergebung. Er war bereit zu sterben. Für Hermione Granger. War das nicht komisch? Oder war es nur logisch?
Und jetzt berührte sie ihn noch auf diese Weise, nach der er sich so gesehnt hatte und die doch falsch war, weil sie waren, wer sie waren. Seine Haut erzitterte unter ihren Fingern, während sie ihre Worte von letzter Nacht wahr machte und mit ihrer warmen Zunge in seinen Mund eindrang. Er konnte nur atmen, viel zu schnell. Seine linke Hand legte sich um ihre Brust und das Mädchen stöhnte ihm dabei so lustvoll auf die Lippen, dass er sie fast aufs Bett geschmissen hätte.
Ihre Finger waren nach vorn zum Bund seiner Hose gekrochen und öffneten den Knopf. Severus bekam Angst, dass das hier aus dem Ruder lief. Schon längst pulsierte sein steifer Schwanz zwischen ihnen wie ein Fremdkörper. Es war nicht zu verhindern gewesen.
„Vielleicht sollten wir lieber aufhören …“, flüsterte er mit kratziger Stimme hilflos. Hermione nahm ihn nicht ernst, stattdessen drückte sie ihren Mund auf die Stelle an seinem Hals, die sie ihm letzte Nacht angeboten hatte, während ihre Finger den Reißverschluss seiner Hose nach unten zogen. Seine Hose rutschte ungehindert nach unten und nun stand er nur noch beschämend in Shorts vor ihr. Sie grub ihre Zähne nur ganz leicht in seinen Halsmuskel, leckte mit ihrer Zunge darüber und er keuchte nur noch haltlos.
„Nicht …“, versuchte er sie aufzuhalten, als sie seine Shorts auch noch nach unten schob. Er klang wohl nicht besonders autoritär, denn das Mädchen ließ sich nicht beirren. Ihr Mund lag immer noch in seiner Halsbeuge, als lauschte sie dem hektischen Rauschen seines erregten Blutes. Severus hätte weinen können. Vor Scham, vor Lust, vor Entsetzen und vor Ergriffenheit. Er stand total neben sich, wusste, dass er nicht das Richtige tat und konnte es doch nicht aufhalten.
Ihre Hand umgriff seine Erektion und er konnte nicht mal verhindern, dass sich sein Unterleib ihrer Hand entgegen drückte. Hör auf, hätte er sagen müssen. Sein Mund war so trocken, es wäre nur ein Krächzen herausgekommen, oder ein dunkles, verlangendes Stöhnen. Alles ging viel zu schnell. Das Mädchen rieb nur ein wenig über sein Glied, berührte dabei mit dem Daumen die empfindliche Spitze und er konnte es nicht aufhalten.
Er versuchte es. Sah sie an und versuchte ihr sagen, dass sie aufhören soll, aber Granger war derart störrisch, dass sie natürlich mal wieder nicht auf ihn hörte.

Hermione sah in sein Gesicht und war überwältigt von seinem Gesichtsausdruck. Sie hätte nie gedacht, dass er so weich und verletzlich aussehen könnte. In diesem Augenblick fand sie ihn unglaublich schön, weil er so unschuldig und vollkommen aufrichtig in seinem Verlangen war. Sein Blut rauschte wie verrückt und versetzte sie in Euphorie. Sein Puls in ihren Ohren hätte sie fast kommen lassen. Die Lust und Machtlosigkeit in seinem Gesicht machte selbst ihr weiche Knie und am liebsten hätte sie ihn zum Bett gezerrt und hätte sich von ihm lieben lassen. Aber das wäre fatal, denn er war doch immer noch ihr Lehrer und sie seine Schülerin. Hiernach müssten sie doch irgendwie miteinander klar kommen und wie sollte das gehen, wenn er in ihr gewesen war?
Andererseits, was machte das schon noch, nach dem hier. Sein heißer Atem strich über ihr Gesicht, sein dunkles Stöhnen vibrierte in ihrem Körper und vor allem brachte es ihr Blut zum Schwingen, denn darin befand sich sein eigenes Blut, was eine Resonanz erzeugte. Sein dunkler Blick unter halb geschlossenen Lidern hervor, schien sie einzusaugen und sein Schwanz in ihrer Hand war warm und hart. Halbherzig versuchte er ihre Hand von seinem Geschlecht zu nehmen, gab es aber gleich auf, als sie sich weigerte. Nur Sekunden später ergoss er sich in ihrer Hand. Die schwarzen Augen schienen dabei zu glühen.
Diesen Moment würde sie wohl nie vergessen, in dem sie gleichzeitig Angst und unkontrollierbares Verlangen verspürte. Es dauerte ein paar Augenblicke, bis sein Blick wieder klar und vor allem beschämt wurde.
„Ich …“
„Mach’s bei mir!“, sagte sie leise und begann sich die Hose nach unten zu ziehen. Fassungslos sah er ihr zu, unfähig sie zu stoppen.
„Das ist nicht richtig“, flüsterte er heiser und ließ sich von ihr zum Bett ziehen.
„Das ist absolut notwendig. Sonst gehe ich nicht aus dem Haus …“, erwiderte sie zerstreut. Gehorsam begab sich Severus Snape zwischen ihre Beine. Er brauchte seine Lippen nur gegen ihre hektisch pulsierende und angeschwollene Mitte zu drücken, musste nur seine Zunge ein paarmal kreisen lassen und Hermione kam unter süßen Zuckungen und tiefem Stöhnen zu einem denkwürdigen Höhepunkt.
Er legte sich wortlos neben sie. Beide versuchten wieder zu Atem zu kommen und ihre Fassung wiederzufinden.
„Das … sind nicht wir, oder?“, fragte das Mädchen nach einer Weile.
„Nein, das hier hat keine Bedeutung, Hermione“, antwortete er fest und in dem ahnungsvollen Wissen zu lügen.
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