Die Zikade und die Spinne

von Mona T
GeschichteFreundschaft / P18
Deadpool / Wade Winston Wilson Iron Man / Anthony Edward "Tony" Stark Spider-Man / Peter Parker
01.04.2020
04.08.2020
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01.08.2020 1.434
 
"Aber so können sie sich nicht in die Sauna setzen!", die Aufseherin der Saunalandschaft schaute Wade ungehalten an. "Sie müssen sich auf ein richtiges Handtuch setzen. Der Schweiß darf das Holz nicht berühren!" Ich bewunderte ihren Mut, nicht jeder würde Wade schief von der Seite ansprechen. "Sagte ich doch", ermahnte ich nun auch meinen Bro. "Du musst die zehn Dollar an der Kasse für ein richtiges Handtuch zahlen."

"Ja, aber...", fing nun Wade an. "Du hast mein Handtuch", und zeigte dabei auf mein, um die Hüften geschlungenes, buntes Badehandtuch. "Gib es mir zurück, dann kann ich mich darauf setzen. Ich hab keine Kohle für sowas!", bat er streng. "Ja, aber ich kann es dir jetzt nicht geben, sonst stehe ich nackig da", wollte ich mich aus der Situation reden. "Deinen kleinen Schniepi sieht sowieso hier keiner an. Da gibt es echt schönere! Guck dir den Alten da hinten an, seiner berührt fast den Boden und der daneben hat einen richtig Krummen zwischen den Beinen." Wade zeigte mit ausgestreckten Finger auf zwei alte Männer, die sich unterhielten. "Wade schrei nicht so, sei leise, so kannst du doch nicht von den alte Leuten sprechen." "Pieti, die hören mich sowieso nicht. Die sind schon so alt, als die geboren wurden, waren die T-Rexe noch unterwegs." Wade winkte den beiden Männern lächelnd zu, diese aber streckten ihre Mittelfinger aus und schüttelten die Köpfe. Ich konnte sie schon sprechen hören: "Die heutige Jugend".

Lachend zog ich Wade mit zur Umkleide. "Hier, das Handtuch", ich zog mir wieder die Hose an und ging mit nacktem Oberkörper an die Kasse, um mir zwei Handtücher und Wade noch ein zweites Handtuch zu kaufen. Ich bezahlte per Karte und ging zurück, um meine Hose durch das Handtuch auszutauschen. Das andere schwang ich mir um den Nacken und wedelte mit dem für Wade gekauften Handtuch in der Luft herum. "Hier!", ich hielt Wade das Handtuch hin. "Ein Geschenk!", sagte ich feierlich. "Och man, gab es das nicht auch in einer langweiligeren Farbe", fragte mein Bro mich. "Nein, weiß oder weiß, oder hätte dir weiß besser gefallen?", meinte ich belustigt.

Nun durften wir den ganzen Saunabereich betreten und sahen uns ein wenig um. "Soooo viel los ist hier aber nicht", stellte Wade fest. Ich nickte und öffnete eine der Saunakabinen. "Keiner drin", schnell schloss ich die Tür wieder. In einem Saunaraum saßen die beiden alten Männer von vorhin. Wade grüßte kurz mit dem Stinkefinger und trat raus. "Auch nix!" "Naja Wade, der Typ wird nicht einfach hier rumlaufen. Sein Bild hängt ja mittlerweile fast überall." Wir setzten uns in die Nähe der Gemeinschaftsduschen auf zwei Liegestühlen und schauten uns unauffällig um. Wade hatte doch wirklich in eine Tageszeitung, zwei Löcher geschnitten und sah dadurch. Ich rollte mit den Augen, auf so eine Schwachsinnsidee, konnte auch nur er kommen. Wir warteten ungefähr eine Stunde, als ein Trüppchen von circa zehn jungen Mädchen die Saunalandschaft betrat. Wir versuchten unauffällig die Mädels zu beobachten. Keiner sollte denken, dass wir hier die Spanner waren.

Es wurde schwer, die kichernden jungen Frauen, alle zu beschatten, deshalb trennten Wade und ich uns. Wade blieb mit seiner Zeitung auf der Liege und ich positionierte mich hinter den Whirlpool's, in denen vier von den Grazien sich tummelten. Plötzlich wurde es unter den Duschen laut, ein Kreischen und Schreien erreichte uns. Wade rannte los und kam mit dem gesuchten Grabscher aus der Dusche stolziert. "Ich hab die Ratte!", rief er stolz und zeigte mir den nackten Mann. Der Typ hatte zwei blaue Augen und diese schwollen auch schon kräftig an. "Wie ist er da rein gekommen?", fragte ich Wade beiläufig. "Kein Plan, wir hatten ja vorher reingesehen. Er muss sich irgendwo versteckt haben", mutmaßte mein Kumpel und zog den Mann zu den Liegestühle, an denen noch unsere Sachen lagen. "Setz dich, du Psycho", sagte er zu dem Spanner, warf ihm sein weißes Handtuch zu und setzte sich daneben.

Einer der Saunamitarbeiter kam auf uns zu und berichtete, dass die Polizei gerufen wurde. Die würden in circa fünf Minuten da sein. Eines der Mädchen stand nun neben mir und sagte: "...er tauchte plötzlich auf. ...ich weiß nicht woher, er war auf einmal da...", sie schien nicht verwirrt zu sein, nur ein wenig aufgeregt. "Ja", sagte ich zu Wade und fügte hinzu: "Er war davor nicht in der Dusche. Wie hat er das geschafft?"

"Los, du Honk. Sag mir, wie bist du ungesehen in die Sauna gekommen? Wie hast du es in die Dusche geschafft?" Wade schlug dem Typen mit der flachen Hand ins Gesicht. "Wie lang warst du schon in der Dusche?" Dieses Mal schlug Wade ihm auf den Kiefer. Der Mann hob die Hände: "Bitte nicht schlagen, ich habe doch nichts schlimmes gemacht. Die Dinger wollten doch begrabscht werden. Seht sie euch doch an!" Mit seinen zugeschwollenen Augen versuchte er die Mädchen anzusehen.

"Sagen sie uns, wie lange sie schon in der Dusche standen?", bat ich den Mann. "Seit ungefähr einer Stunde, ich habe mich still verhalten. Ich wollte sie nicht berühren, sie kamen mir aber zu nah und ich konnte nicht ausweichen", sagte der Typ zu mir. Wade konnte nicht glauben, was er hörte. "Du willst uns doch verkackeiern, oder? Wir waren auch in der Dusche und du warst nicht da." Der Mann spuckte Blut auf den Boden und sagte dann: "Doch Jungchen, ich habe euch doch gesehen, wie ihr hier gespannert habt. Dachte mir noch, dass ich eigentlich die Aufsicht hätte rufen müssen. Aber da eine Zeichnung von mir hier überall aushängt, habe ich es dann gelassen. Man hätte dann doch nur die Polizei gerufen."

"Sagen sie uns doch bitte, wie sie es geschafft haben, dass wir sie nicht gesehen haben", bat ich den Mann freundlich. "Hey, Petro, wieso bist du so nett? Er ist der Böse", er zeigte auf den blutüberströmten Mann. "Ich bin nicht schlechter, als ihr Beide", zischte der Mann zwischen seinen Zähnen hervor. "Ich kenne da so einen Trick, der ist mir auch erst aufgefallen, seit ich in New York bin. Wenn ich ganz still irgendwo stehe oder mich ganz langsam bewege, bin ich unsichtbar!", sagte der Mann in meine Richtung. "Jaaaaa, und ich werde unsichtbar, wenn ich ein Seil ablasse und dabei Hubbabubba kaue", lachte Wade: "uuuund wenn ich mir eine Decke über das Gesicht lege auch, hahaha."

"Wieso werden sie jetzt nicht unsichtbar", fragte ich den Mann. "Na das ist doch ganz klar. Ich bin gerade so mal gar nicht ruhig. Mein Herz schlägt Purzelbäume und alles tut mir weh!", versuchte der Mann zu erklären. "Und ich bin Donald Duck", witzelte Wade und lief quarkend wie eine Ente vor uns umher.  

Die Türen wurden aufgerissen, Polizisten betraten in voller Montur die Saunalandschaft. "Hey, wieso dürfen die einfach so rein. Die haben auch kein Handtuch dabei", jammerte er. Ich ging den Polizisten entgegen und sprach leise mit ihnen. Dann zeigte ich auf den Mann und auf die Mädchen. Einer der Polizeibeamten befragte die jungen Frauen und der andere laß dem Grabscher seine Rechte vor. Wade schlich sich weg, stieg in den Whirlpool und sah dem Gewusel von Weitem zu. Handschellen wurden eingesetzt und der Mann wurde abgeführt.

"PEEEEETERRRR, der Typ hat noch mein Handtuch!", rief der nackte Deadpool zu mir rüber.


Der Mann wurde in Untersuchungshaft genommen. Laut der Polizei, war der Verhaftete bis jetzt nicht aktenkundig. Er war mit seinen Kumpels seit zwei Wochen in New York im Urlaub, eine Woche hätte er noch bleiben wollen. Sein Hotelzimmer wurde durchsucht und seine Habseligkeiten wurden zusammen gesammelt. Eigentlich hätte der Mann bis zu seiner Verhandlung nach Ravencroft ins Gefängnis geschickt werden müssen, aber vor dem Transport kam eine Organisation namens S.H.I.E.L.D. und holte den Gefangenen ab. Die Polizei wurde zum Stillschweigen befehligt. Auch seine persönlichen Gegenstände wurden der Organisation mitgegeben.

Coulsen durchsuchte noch im Transporter die Brieftasche des Mannes und hielt Fury den Mitarbeiterausweis entgegen. Das Pym Tech Logo prangerte über dem Foto des Mannes. Darunter stand: Biologisch – Technischer Assistent. "San Francisco also", sagte Fury. "Ja, scheint so", antwortete Coulsen.