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The Expendables - Eine Katze im Wolfsrudel

von Bird007
GeschichteAbenteuer, Drama / P18 / Gen
Barney "The Schizo" Ross Lee Christmas OC (Own Character) Tool
01.04.2020
04.04.2020
3
4.925
 
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02.04.2020 1.697
 
Von dem Haus meiner Großmutter aus, was in einem kleinen Dorf etwas außerhalb von Pembroke, Kanada, fuhr ich mit dem Zug etwa 150 km nach Ottawa (unserer Bundeshauptstadt), um von da aus weiter mit dem Schnellzug und einigen Umstiegen nach New York. Mittlerweile waren Bob und ich froh, dass Granny uns so viel zu Essen mitgegeben hatte, denn die Preise für ein Sandwich waren auf Bahnhöfen unverschämt teuer. Bob war die ganze Zeit an meiner Seite, doch ich merkte wie auch er immer aufgeregter wurde, er schnüffelte unablässig am Boden, beäugte neugierig andere Hunde und verschlang seine Mittagsportion als wäre es nichts. Endlich in New York angekommen, stiegen wir aus dem Zug und kämpften uns regelrecht durch die Menschenmassen die entweder gerade ankamen oder mit hastigen Schritten ihren Zug erreichen wollten. Überall sah man riesige Bildschirme, Säulen und Wänden voller Werbung und Plakaten, die große Bahnhofshalle war übersät mit Imbissständen, Koffern, Menschen. Die Züge auf den Gleisen, die Sprechanlagen, wo man aber kein Wort verstand, sich unterhaltenden Menschen, telefonierende Menschen, hupende Autos vor dem Bahnhof, Kinder die quängelten, alles dröhnte mir furchtbar in den Ohren und ich wünschte mir nichts sehnlicher als zu Hause in unserem Garten zu sitzen, ein Paradies für Ohren. Wir wurden von dem Strom aus Körpern zum Ausgang geschwemmt, schützend nahm ich Bob auf den Arm, zuviel Angst hatte ich einer der Passanten könne ihn zu Tode treten. Bob legte die Vorderpfoten auf auf meine rechte Schulter und kuschelte sich an meinen Kopf, beruhigend strich ich ihm über das Fell und ließ mich zum Ausgang treiben.
Aus dem Bahnhofsgebäude entkommen, versuchte ich mit Bob auf dem Arm einen Sitzplatz auf einer Sraßenbank zu ergattern, wieder wurde ich mit dem Strom Menschen die Straße hinunter gedrängt. Auf dem Bürgersteig ging es zu wie auf der Straße, zwei Hälften, zwei Ströme von Körpern in zwei Richtungen. Als wir endlich an einer Bank Halt machen konnten, ließ ich mich erschöpft nieder, Bob auf meinem Schoß drehte sich zu mir und sah mich an als wöllte er sagen: „ Dafür haben wir unser zu Hause verlassen!“ ich seufzte und küsste ihn auf die schwarze Schnauze „Ich weiß das ist heute echt viel für uns“ flüsterte ich entschuldigend. Langsam bereute ich es abgelehnt zu haben, als mein Vater mich gefragt hat ob er mich abholen soll, aber ich wollte natürlich nicht, weil ich gedacht habe,“So schlimm könne es ja nicht werden“. Zumindest schien die Sonne, aber ich hatte das Gefühl die Sonnenstrahlen in NewYork waren nicht halb so schön wie die in Kanada, was natürlich Quatsch war.

Ich kramte aus meine Jackentasche einen kleinen Zettel, während Bob etwas Wasser aus seinem Napf schlaberte, dass ich ihm zuvor vor die Bank gestellt hatte. Auf dem Zettel stand die Adresse zu der ich gehen sollte, aber ich hatte natürlich keine Ahnung wo das sein sollte. Wieder etwas bei Kräften nahm ich Bobs Leine, packte den Napf wieder ein, der eigentlich nur der eine zweckentfremdete leere Brotdose war, und trat an die laute von Autos nur so überquellende Straße heran in der Hoffnung auf ein Taxi. Nach ein paar Minunten hielt endlich eins, ich wollte nicht so hetzten wie andere der Leute die blindlings auf die Straße rannten, und einfach vor ein Taxi liefen damit es stehen blieb. So wie ich einstieg und freundlich grüßte bekam ich nur ein grummeliges „Wohin?“ als Antwort. Ich nannte die Adresse auf dem Zettel und das Taxi mit dem grimmigen Fahrer setzte sich in Bewegung. Es wurde eine längerer Fahrt und mit zunehmender Kilometerzahl hoffte ich das mein Bargeld ausreichen würde. Da ich aber noch nie zuvor in New York gewesen war, ließ ich mich auch schnell von den Dingen außerhalb des Fahrzeuges ablenkenmund starrte wie Bob gespannt aus dem Fenster. So eine vollgestopfte, riesige Stadt mit so viel Leben und Farbe hatte ich noch nie gesehen. Bobs Kopf schnellte hin und her, sich nicht entscheiden könnend wohin er zuerste sehen sollte, sein kleiner Körper vibrierte vor Aufregung und ab und zu sprang er mit den Vorderpfoten ans Fenster und bellte laut auf, sodass der Taxifahrer mir mithilfe seines Rückspiegels böse Blicke zuwarf und ich versuchte Bob so gut es ging zu beruhigen.

Je länger die Autofahrt wurde, umso ruhiger wurden die Straßen, weniger Autos fuhren vorbei, die Straßen wurden einspurig, die Häuser wurden schäbiger und düsterer. Ich wusste nicht wo wir waren, aber ich wusste das wir schon längst den Kern der Stadt verlassen hatten und uns in einem wahrscheinlich weniger teurem Viertel von New York befanden. Plötzlich bremste das Taxi und ich hörte nur ein grummeliges „Sind da“ von vorn und den Preis. Während ich mein Geld rauskramte warf ich einen Blick durch die Scheibe. Die Straße war leer, es war schon dunkel, weiter vorn leuchtete schwach eine Straßenlaterne, die meisten der Häuser waren heruntergekommen und baufällig. Als ich ausstieg und Bob neben mir aus dem Wagen sprang musste ich ersteinmal tief durchatmen. Das war das erste Mal, seitdem ich in New York war, dass ich wieder Raum zum Atmen hatte und keine Angst haben musste, dass sie Bob überrennen.
Kaum hatte ich die Tür des Taxis zugeschlagen brauste es auch schon die Straße hinunter. Ich stand direkt vor einem recht breiten Haus, mit einer Garage und mehreren Türen die mit Glas versehen waren was durch einzelne Holzelemente unterbrochen wurde. Die blaue Farbe fing bereits an sich zu lösen. An der einen Zwischenwand prangere in leuchtend roter Schrift das Wort „TATTOOS“. Ich wusste mein Vater war Tätowierer, zumindest nebenberuflich, und auch das ganze Ambiente passte zu ihm eher rau, gezeichnet und ehrlich, statt schön und gelogen. Noch klarer wurde es mir mit Blick auf das Metallschild was an der Hauswand hing „TOOL`S“ - der Name meines Vaters.
Ich spürte wie mein Herz anfing schneller zu schlagen und meine Hände ein kalt schwitziges Gefühl hinterließen. Ich würde jeden Augenblick meinen Vater wiedersehen, wie sollte ich ihm bewegen, was sollte ich sagen, würde er mich überhaupt erkennen? Unbeholfen stand ich auf der Straße und schaute zu dem Laden. Innen sah ich leuchtende Bilder an der Wand, eine riesige USA Flagge war ebenfalls daran gepinnt. Bob fing langsam an ungeduldig an der Leine zu ziehen „ Ist ja gut, wir gehen ja schon“ meinte ich und merkte dabei, dass meine Stimme schon ganz zittrig war. Mit einem letzten tiefen Ausatmen bewegte ich mich Schritt für Schritt zur Tür, Bob lief mir ein paar Schritte vorraus als wüsste er wer hinter der Tür ist. Bob war vor drei Jahren ein Geschenk meines Vaters zu meinem 20. Geburtstag gewesen , er hatte ihn mir einfach überreicht, so ein kleines Bündel Fell mit einer roten Schleife als Halsband. Er wusste,dass ich Tiere über alles liebte und mich gut um ihn kümmern würde. Das war auch der letzte Tag gewesen, an dem ich meinen Vater gesehen hatte.

Bei dem letzten Schritt zur Tür bei dem ich die Klinke erreichen würde, rutschte mir gefühlsmäßig das Herz in die Hose. Ich atmete noch einmal tief aus um mich zu beruhigen und drückte dann die Klinke runter und trat beherzt in das Innere des Studios. Dort waren drei Männer die sich alle überrascht zu mir umdrehten“Cat!“ vernahm ich plötzlich eine tiefe raue Stimme von einem der Männer, Tool. Bob fing plötzlich an freudig zu bellen und ich musste seine Leine loslassen, weil er zu Tool rennen wollte. „Und Bob !“ rief Tool lachend und ging in die Knie um den aufgeregten Bob zu begrüßen. „ Ein Schlägertyp ist er ja nicht gerade geworden.“ meinte Tool schmunzelnd „Nein, nicht wirklich“ lächelte ich erleichtert, jegliche Angst die ich davor hatte meinen Vater wiederzusehen waren wie weggeblasen, er war immernoch der selbe wie vor drei Jahren. Auch äußerlich hatte er sich nicht verändert, immernoch gekleidet wie ein Cowboy, offene Lederweste, Stiefel und weiße Haarsträhnen die ungebändigt von seinem Kopf baumelten, die Haut die man sah, war größtenteils tätowiert. Vielleicht hätten sich andere Mädchen dafür geschämt so einen Vater zu haben, doch ich liebte meinen Vater und er mir keineswegs peinlich für das was er war. Tool kam lachend auf mich zu und umarmte mich innig „Papa.“ flüsterte ich und fühlte mich in dem Moment wie mein fünfjähriges Ich, wenn mein Vater endlich wieder einmal nach Hause kam. „Schön das du da bist meine Kleine“ lächelte er mich an.

„So Jungs, darf ich vorstellen, mein Fleisch und Blut, Cat!“ stolz wand er sich zu den zwei Männern die noch mit im Raum waren, den rechte Hand auf meiner Schulter ruhend. Ich fand es immernoch amüsant das nichtmal mein Vater mich bei meines richtigen Namen nannte – Cathleen. „Das letzte Mal als ich dich gesehen hab warst du so klein, dass ich dich hätte in die Tasche stecken können.“ sagte der ältere Mann von beiden lächelnd zu mir, auch er sah gezeichnet aus, etwas in die Jahre gekommen aber trotzdem sehr muskulös, die Ärmel seinen blaukarierten Hemdes hochgekrempelt lehnte er an einer der Stützsäulen im Raum. „Jetzt würde sie dich wahrscheinlich in die Tasche stecken“ lachte Tool, doch ich ermahnte ihn „Papa!“ mit etwas empörter Stimme, doch Tool hob nur kurz die Schulter „Das glaub ich sofort“ antwortete der Man schmunzelnd und ich lächelte ihn vorsichtig an „ Also das ist Barney und der da drüben, das ist Christmas“ Tool deutete auf den anderen Mann, der bis dato nichts gesagt hatte. Jener war ebenfalls muskulös soweit ich das erkennen konnte, sein Kopf war kahlrasiert und er trug leichte Bartansätze und hatte insgesamt ein sehr markantes Gesicht, wie auch Barney. „Hallo“ nickte er mir zu, man konnte sehen das er nicht so recht wusste wie er mit der Situation in der er sich gerade befand umgehen sollte. Er schien sich für Skepsis zu entscheiden, denn sein Blick war nicht so freundlich wie der von Barney. „Christmas war noch nie ein Mann großer Worte“ meinte Tool nur belustigt und ich wendete mich von dem genannten ab und konzentrierte mich wieder auf meinen Vater „Doch sag mal Kleine, wolltest du nicht erst Morgen kommen?“ fragte er „Nein, eigentlich nicht“ antwortete ich und wieder zuckte er nur mit den Achseln und schob sich wieder seine Pfeife zwischen die Zähne um einen Zug zu nehmen. „Naja ob heute oder morgen ich bin froh dich hier zu haben.“
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