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The Expendables - Eine Katze im Wolfsrudel

von Bird007
GeschichteAbenteuer, Drama / P18 / Gen
Barney "The Schizo" Ross Lee Christmas OC (Own Character) Tool
01.04.2020
04.04.2020
3
4.925
 
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01.04.2020 898
 
„Cat!“ hörte ich es aus der Küche rufen, „Ja ich komme!“ rief ich zurück, packte die letzten Kleinigkeiten in meinen Rucksack, schwang ihn mir auf den Rücken und polterte die alte, knarrende Treppe nach unten,vorbei an unzähligen Kinderbildern meiner selbst.

„Hast du alles?“ fragte meine Großmutter mich als ich in die Tür zur Küche trat „Ja doch“ versicherte ich ihr lachend und zeigte auf den Rucksack an meinem Rücken „Alles fest verstaut!“.Meine Großmutter nickte lächelnd, doch ich sah in ihren Augen, dass sie sich bemühen musste nicht zu weinen. „Hier noch etwas Proviant für die Reise, ihr werdet es brauchen.“ mit diesen Worten wandte sie sich ab, griff hinter sich und übergab mir eine riesige Tüte mit allerlei Leckereien. „Etwas, sagtest du!“ Spielerisch tat ich so als würde ich unter dem Gewicht der Tüte zusammenbrechen und torkelte etwas vor ihr herum und konnte ihr damit ein kleines Lächeln abgewinnen. Es war nicht einfach für sie, dass ich nun fortgehen würde, aber auch wenn ich optimistisch in die Zukunft blickte, so machte mich der Gedanke traurig, dass ich meine Granny jetzt sehr lange nicht sehen würde. Plötzlich hörten wir ein Auto vor das Haus fahren, ganz deutlich konnte man hören, wie es auf dem Schotterweg zum stehen kam und kurz darauf ein lautes Hupen ertönte.

„Ich muss los.“ seufzte ich wehmütig und kaum hatte ich es ausgesprochen, flossen die Tränen aus den braunen, von Falten umrandeten Augen meiner Großmutter. Auf einmal sah meine doch sonst so taffe Granny ganz gebrechlich und schwach aus. Behutsam nahm ich sie in die Arme und wiegte sie leicht hin und her, wie wenn ich ein kleines Kind beruhigen wollte und überlegte kurz ob es die richtige Entscheidung gewesen war sie zu verlassen und zu meinem Vater nach New York zu gehen. „Ich komme zurück, versprochen!“ flüsterte ich ihr sanft ins Ohr und als wir uns lösten nickte sie nur, wischte sich die Tränen mit ihrem hübschen, blumenverziehrten Taschentuch weg und zwang sich zu einem Lächeln. „Wo ist überhaupt der kleine Vielfraß, von ihm muss ich mich schließlich auch verabschieden.“ Ich pfiff einmal laut und keine paar Sekunden später hörte man das schnelle Tapsen von Pfoten auf dem Parkett im Flur. „Na da ist er ja, mein kleiner Vielfraß!“ lächelte meine Granny das zottelige Geschöpf an, welches nun neben mir stand und erwartungsvoll in die Runde blickte. Mit einem geschickten Handgriff in ihre hellblau geblümte Schürze zauberte meine Granny einen schmackhaften Hundekeks hervor und steckte es Bob, dem zotteligen Geschöpf zu. „ Und das du mir ja auf meine Cat aufpasst“ flüsterte sie ihm zu, während dieser voller Freude seinen Leckerbissen vertilgte.
Von draußen hörte man ein erneutes und es schien mir ein zunehmend ungeduldigeres Hupen. „Na los jetzt,sonst lass ich euch gar nicht mehr gehen“ meinte meine Granny lachend unter Tränen.

Vor der Tür wartete das Taxi, welches mich und Bob zum Bahnhof bringen würde. Ich umarmte meine Granny ein letztes Mal, versprach ihr gleich anzurufen sobald ich da wäre und ging dann schweren Herzens zum Auto. Als ich die hintere Tür öffnete drehte ich mich nochmal um, damit ich diesen Ort, mein zu Hause immer vor Augen haben konnte. Das alte Bauernhaus mit dem Gemüsegarten dahinter, die grünen Hecken, wo im Frühjahr immer die Vögel nisteten, der Lavendel mit seinen duftend lila Blüten unter dem Küchenfenster, die Rosensträucher im Vorgarten, die Sonnenblumen, die einem immer zur Begrüßung die Köpfe neigten (so schien es zumindest), der alte Holzzaun, den man schon seit Jahren hätte erneuern müssen und meine Granny in der niedrigen Eingangstür stehend, mit ihrem Taschentuch, der blau geblümten Schürze um den doch schon etwas pumeligen Körper geschnürt und den alten Pantoffeln von Großvater, die ihr eigentlich viel zu groß waren. Ihr Mund lächelte, als ich mit Bob in das Auto stieg doch ihre Augen weinten. Sie hatte mir immer gesagt, sie würde zurecht kommen, wenn ich gehe, die Nachbarn würden sie unterstützen und eine Haushaltshifle würde sie einstellen, doch es tat mir in der Seele weh sie zu verlassen, sie der ich meine gesamte Kindheit und Jugend zu verdanken hatte. Sie nahm mich auf, als meine Mutter kurz nach meiner Geburt verstarb und mein Vater zu überfordert war mit der Situation und sich nicht genügend um mich hätte kümmern können.

Eine einzelne Träne floss meine Wange herunter, als das Taxi sich in Bewegung setzte und ich aus dem Fenster winkte, solange bis das Haus, sein Garten und meine Granny hinter uns immer kleiner wurden. Bob neben mir legte tröstend seinen Kopf auf meinen Schoß und schaute mich mit seinen dunklen Augen warmherzig an. Er schien genau zu wissen, dass es mir schlecht ging und das es wohl ein Abschied für sehr lange Zeit war. Ich lächelte ihn an und streichelte seinen Rücken. Ich fuhr durch das dichte, warme Fell und versuchte mich abzulenken mit dem Gedanken an meine bevorstehende Reise. Ich würde meinen Vater wiedersehen, ich glaube drei Jahre war nun schon her, dass er mich besucht hatte. Er war es aber gewesen, der mir angeboten hatte zu ihm zu ziehen, nachdem ich meinen Job verloren hatte und mir helfen wollte wieder auf die Beine zu kommen. Ich kannte meinen Vater, er rief fast jede Woche an, schrieb zuweilen Briefe, auch wenn das je älter ich wurde weniger geworden war, dennoch war ich aufgeregt ihn nach so langer Zeit wieder in Person vor mir stehend zu sehen.
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