Eine ungewöhnliche Freundschaft

von Bella B
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 Slash
Bettina Weiss Hanna Winter Prof. Dr. Alexander von Arnstett
31.03.2020
28.05.2020
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23.05.2020 663
 
Kapitel 8
Teil 2

Hanna lag mit dem Rücken zur Tür, als Alexander reinkam. Er setzte sich auf die Bettkante und streichelte ihr über die Schulter. Dadurch merkte er nicht, dass Helena ihnen gefolgt war. Sie stand an der Tür und beobachtete ihn. In dem Moment wurde Helena klar, dass Hanna ihrem Bruder wirklich viel bedeutete. Leise ging sie davon, ohne die beiden zu stören.

Alexander saß nun schon über eine halbe Stunde am Bett von Hanna und hielt ihre Hand. Sie schien wirklich kraftlos zu sein. Er sah sie noch einmal sorgenvoll an, ehe er aus dem Zimmer ging, um ihr ein bisschen Ruhe zu geben. Der Abend, auf den sie sich so gefreut hatten, würde nun ins Wasser fallen, aber das war jetzt das geringste Problem. Als er in sein Büro kam traf er auf Helena, die ihn in eine feste Umarmung schloss.

Als Hanna aufwachte, war es stockfinster und sie musste sich erst im Zimmer orientieren. Sobald sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, sah sie Alexander, der nach seiner Schicht wieder zu ihr gegangen war, eingeschlafen im Stuhl neben ihrem Bett. Dieser Anblick entlockte ihr ein Lächeln. Sie wollte ihn nicht wecken, also beließ sie es dabei und schlief glücklich wieder ein.

Am nächsten Morgen kam Frau Puhl ins Zimmer und wollte sich nach Schwester Hanna erkundigen. Natürlich wusste die ganz Station schon, was passiert war. „Geht es Ihnen besser, Schwester Hanna?“ fragte sie nach kurzem Zögern. Hanna nickte und bejahte die Frage mit schwacher Stimme. Gerade als Frau Puhl gehen wollte, kam der Professor ins Zimmer und schaute Frau Puhl etwas überrascht an. „Du bist ja wach, Hanna,“ stellte er mit Freude fest. Er setzte sich auf die Bettkante, gab ihr einen Kuss und streichelte ihr über die Wange. „Du bleibst schön liegen,“ sagte er und drückte sie sanft zurück ins Bett, als Hanna sich aufrichten wollte um ihn in den Arm zu nehmen. Es war den beiden nun egal, was Frau Puhl oder die anderen dachten. Sie wollten zu ihrer Beziehung stehen.

Frau Puhl war überrascht und realisierte dann, dass der Professor wohl der Vater von Hannas Kind war. Anscheinend hatte sie nicht mitbekommen, dass die beiden schon seit einiger Zeit ein Paar waren. Bevor sie das Zimmer verließ, sagte sie zu Hanna: „Sobald Sie wieder einigermaßen fit sind, müssen wir noch klären, was für eine Arbeit wir für Sie finden während Ihrer Schwangerschaft. Aber jetzt werden Sie erst einmal wieder gesund.“ Sie schloss die Tür hinter sich.

Als Frau Puhl das Zimmer verlassen hatte, schwiegen beide. Es war eine angespannte, aber auf ihre Art und Weise zugleich harmonische Stille. Hanna wollte gerade anfangen zu sprechen, als sie in Tränen ausbrach. „Ich bin ja da,“ sagte er leise und streichelte ihr über die Schulter. Sie versuchte zu sprechen, aber ließ es dann bleiben. Alexander saß die ganze Zeit am Bett von Hanna und streichelte sie zärtlich.

Nachdem Hanna in einen unruhigen Schlaf gefallen war, machte er sich leise aus dem Zimmer und blickte sie noch einmal an. Sie hatte im Traum mehrmals den Namen von Betty gerufen, also entschloss sich Alexander, sie zu holen. Als er im Schwesternzimmer ankam, fand er nur Lukas vor. Er fragte ihn, ob er denn Schwester Betty gesehen habe, der leicht lächelnd nickte. „Ja, sie müsste gleich zurück kommen,“ antwortete der Pfleger. „Darf ich mich dann hier kurz hinsetzten und warten?“ fragte Alexander. Lukas nickte nur, mit einem fröhlichen Grinsen. Alexander musste nicht lange warten. „Schwester Betty, Sie… Hanna hat nach Ihnen gefragt.“ Er brachte die Worte kaum über die Lippen, so müde und mitgenommen war er von der Sache mit Hanna. „Also ist sie wach?“ kam eine Gegenfrage von ihr. „Ja … nein, also jetzt schläft sie wieder, aber sie war wach. Sie hat Ihren Namen gerufen, als sie geschlafen hat,“ sagte er mit feuchten Augen. Betty nickte, nun auch den Tränen nahe, weil ihr die Lage ihrer Freundin ans Herz ging. Sie machte sich auf den Weg zu Hanna.
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