Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

TWISTED - The Wreck instead of The Message

von Ravaari
Kurzbeschreibung
OneshotAbenteuer, Sci-Fi / P12 / Gen
Cassie
30.03.2020
30.03.2020
1
4.295
2
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
 
30.03.2020 4.295
 
AU und Fortsetzung zu "TWISTED - Andalites instead of Yeerk Invasion, Bd, 4 "The Message" ab Kapitel 18
---

Ich schlug die Augen auf und starrte senkrecht nach oben.
Ich lag auf dem Rücken und über mir sah ich nichts als schwarzes Metall, das zu einer Kuppel zusammenlief und flackerndes Licht das irgendwie aus den Wänden kam.
Irgendwo hörte ich auch Wasser rauschen und ein Geräusch als würde es gegen einen Beckenrand schwappen, wie im Schwimmbad...

Schwimmbad?
Meer!

Schlagartig fiel mir alles wieder ein!
Wie wir uns nach der Meldung in den Nachrichten in Delfine gemorpht hatten um ein ausserirdisches Raumschiff zu suchen.
Wie schließlich die Andaliten aufgetaucht waren und wir dieses merkwürdige Wrack gefunden hatten…
Dieses Ding, das aussah wie ein gigantisches dreibeiniges Insekt mit einer einzigen aufgeblähten Kugel als Zentrum und diesen ganzen rankenartigen Dingern an seiner abgeflachten Unterseite die wirkten wie die Fangarme einer Qualle…
Wie wir das Raumschiff durch eine Art Luke ins Innere gelangt waren und dann...
Der rote Lichtblitz und nur noch Dunkelheit, bis jetzt.
"Jakie, Rafael?… Marcy?"

Sie antworteten mir nicht, aber ein halblautes Stöhnen neben mir, das stark nach Jakie klang und zwei weitere Schatten, die ich nur aus den Augenwinkeln sah, weil ich mich wegen höllischer Kopfschmerzen die plötzlich hinter meiner Stirn aufflammten, nicht traute den Kopf zu drehen, bestätigten mir wenigstens, dass die anderen immer noch bei mir  und am Leben waren.
<Still! Ich habe euch nur betäubt, aber wenn du dich bewegst, habe ich keinerlei Hemmungen euch alle zu töten!>
"Ahhh!"

Panisch schrie ich auf denn zusätzlich zu meinen Kopfschmerzen, war da wie aus dem Nichts eine lautlose Stimme direkt in meinem Kopf, genauso wie an dem Abend wo Elfangor alle Spuren von Visser Drei eliminiert hatte.
Wir waren zwar nicht geblieben, um dabei zuzusehen, aber wir hatten seine telepathische Stimme noch lange in unserem Kopf gehört, sein schreckliches Lachen, als das kleine Raumschiff des Vissers in Flammen aufgegangen war, viel zu lange.
Sie klang irgendwie dunkel und angenehm, fühlte sich erwachsen an. Männlich, auf eine merkwürdige Art und Weise, aber auch eindeutig nicht menschlich.
"Was zum… Ohhh mein Kopf!… Leute, ich werde mich keinen Millimeter bewegen, ich versprech's aber bitte sagt mir, dass diese telepathische Psycho-Stimme nicht die von Elfangor ist."

TSSSIUP!
Knapp neben Marcys Kopf traf ein gleißender Lichtstrahl den Boden und verdampfte das Metall, sodass ein winziges Loch entstand.
<Die Technik meiner mobilen Einheit erlaubt es mir mit euch auf diesem Weg zu kommunizieren, ohne eine physische Verbindung herzustellen, oder euer Sprache mächtig zu sein, aber wenn du es noch einmal wagst den  N a m e n dieser Kreatur  in meiner Gegenwart auszusprechen, wird der nächste Schuss d i c h  treffen.>
"O-o-o-o-o-kay", sagte Marcy langsam.
"Wie du willst. Dass du diesen perversen Drecksack nicht leiden kannst, ist immerhin was Gutes, Mister Wer-oder-was- auch-immer-Du-Bist."
"Wir kommen als Freunde und die Andaliten sind auch unsere Feinde. Darf… darf ich mich wenigstens umdrehen, damit ich dich ansehen kann? Wie du siehst, haben wir keine Waffen."
Fragte ich.
<In Ordnung>, sagte die Gedankenstimme nach einer kurzen Pause endlich.
<Aber nur du. Ihr seid vielleicht keine Feinde, aber nach wie vor meine Gefangenen und i c h habe eine Waffe. >
"Danke."

Langsam, ganz langsam rollte ich mich zur Seite und setzte mich auf, drehte mich um und sah hinter mir Etwas, das sich wie ein Lebewesen bewegte, aber eindeutig mechanisch war.
Auf den ersten Blick erinnerte es mich mit seinem tonnenartigen Körper ja an R2D2 aus Star Wars.
Es bestand wie der kleine Filmroboter aus silbrig weiß glänzendem Metall und hatte eine kleine Kuppel mit einer Art Linse in der Mitte, die von einem grün leuchtenden Ring umrahmt wurde und wahrscheinlich sowas wie ein künstliches Auge war. Die Kuppel selbst war allerdings mit einer Art undurchsichtiger, quecksilberfarbenen Flüssigkeit gefüllt und die zwei kräftigen Arme, von denen einer eindeutig eine Waffe hielt, endeten in feingliedrigen, drei fingrigen Maschinenhänden.
Die Beine hingegen sahen aus wie die künstlichen Nachbildungen eines Dinosaurier oder Greifvogelfußes und es hatte zwei davon.
"Du bist ein Roboter?"
Fragte ich irritiert.
<Nein.>

Das kleine Maschinenwesen, das mir, wenn ich gestanden wäre allerhöchstens bis zur Brust gereicht hätte, kam näher.
<D a s ist eine technische Apparatur. Eine Einheit, die üblicherweise dazu dient, es uns zu ermöglichen, häufig wiederkehrende mechanische Arbeit auszuführen, insofern kein… P a r t n e r  zur Verfügung steht. Aber gib dir keine Mühe. Ich befinde mich im Inneren, es würde unmöglich für dich sein mich in dieser Hülle zu verletzen, auch wenn du es versuchen solltest>
"Partner?"

Kurz war ich verwirrt, aber nur für einen kurzen Moment. Plötzlich erinnerte ich mich an den Visser. An seinen Wirt, Gef.
"Du… Du bist ein Yirk, oder?" Fragte ich vorsichtig und sah mich um.
Rund um mich standen noch viel mehr dieser Roboter an den Wänden und hinter dem Wesen, das uns gerade noch bedroht hatte, war eine Art Pool, nur in rund und riesengroß. Erst jetzt wurde mir bewusst, woher die Schwimmbadgeräusche gekommen waren und wie gewaltig dieser Raum eigentlich war und dabei handelte es sich doch hier eigentlich nur einen winzigen Teil dieses Schiffes.
<Ja und du bist ein Mensch. Viel wichtiger wäre zu wissen, woher d u weißt was ich bin und wie ihr an unsere Technologie gekommen seid. Deine Spezies ist rückständig und primitiv, ihr kennt nur euren eigenen Planeten.>
"Hey!"

Marcy hatte es gewagt, trotz allem den Kopf zu heben und starrte den Yirk-Roboter böse an.
"Wir rückständigen Primitivlinge sind immerhin hier runtergekommen und haben unsere Hintern riskiert um dich hier rauszuholen, also halt mal die Luft an, du Blechbüchsen...-"
"Marcy!"

Warnend starrte ich sie an, drehte mich dann aber gleich wieder nach dem Yirk um, der sie Gott sei Dank ignorierte.
"Wir kannten einen Yirk. Wir… wir waren bei ihm, als er starb."
<Wer war es? Hat er euch diese Fähigkeiten gegeben? Unsere Technologie? Wo ist er?>
Fragte die Gedankenstimme.
Ich hörte ein leises Surren, als der Roboter-Yirk mich mit seiner Linse fixierte.

"Ja, hat er... Ich weiß seinen Namen nicht mehr aber du müsstest ihn kennen, er war der Anführer eurer Kriegsarmee hier auf der Erde. Prinz Elfangor hat ihn nicht umgebracht, aber er hätte es sicher getan, wenn er noch gelebt hätte… Er war im Kopf unserer Freundin Toby und hat ihr sein Wissen gegeben, bevor er gestorben ist."
"Ja und dann haben wir in unseren Nachrichten gesehen, dass ein Teil von deinem Schiff angespült worden ist und kurz darauf haben die Andaliten sich auf die Suche gemacht. Wir sind einfach nur den Spuren gefolgt."
Fügte Rafael hinzu.
<Und so endet die Ära von Esplin Neun-Vier-Sechs-Sechs dem Oberen. Er war einer der größten Visser die meine Generation hervorgebracht hat. Bedauerlich.>
"Klingt aber nicht grade als würde dir das wirklich so leidtun." Stellte Marcy trocken fest.
<Nein, es ist in der Tat eine Schande, dass er auf d i e s e  Weise gestorben ist. Er war mein Geschwister… Mein Zwilling sozusagen und der Erstgeborene.>

Seltsamerweise klang der Yirk nicht wirklich betroffen, oder zumindest nicht so, wie man es von einem Zwillingsbruder erwarten sollte. Die Gedankenstimme fühlte sich eher wütend an. Verächtlich, aber wenigstens ließ er endlich die Waffe sinken und steckte sie in eine Art integriertes Halfter an seinem rechten Dinosaurier-Bein.
<Noch bedauerlicher ist es aber, dass ihr diesen weiten Weg umsonst gemacht habt.>
"Oh, okay, fein. Dürfen wir uns jetzt endlich wieder bewegen Mister Roboter?"
"Ja, natürlich. Sicher seid ihr noch erschöpft von eurem letzten Morph.Ihr solltet euch ausruhen.>
"Ein Weilchen, ja."
Willigte ich ein und war sehr froh, dass Marcy nicht noch mehr auf das Zwillingsthema einging, einfach, weil ich nicht das Gefühl hatte, das es etwas war, über das unser neuer Freund gerne sprechen wollte.
"Was ist das hier?" Fragte Rafael und zeigte auf den Pool hinter uns.
"Lebt ihr da drin? In diesem Pool?"
<Ja. Das hier ist der Hauptsektor eines yirkanischen Mutterschiffs. Das bordeigene Kandrona versorgte 25.000 Yirks.>
"Kandrona?" Fragte Jakie die sich jetzt auch aufgerappelt hatte.
"Der Visser hat das auch gesagt, er sagte, das Kandrona wurde zerstört. Was ist das?"
<Eine künstliche Version unserer Heimatsonne. Die Strahlung ernährt uns. Ohne sie sterben wir.>
"Okay", ich stand auch auf und wischte mir die schwitzigen Hände an meinem triefnassen Morphing-Outfit ab.
"Und sind da noch mehr? Vielleicht in dem Pool da drüben… Also, nur wenn ich dich das fragen darf natürlich."
<Niemand ist mehr am Leben ausser mir selbst.>

Dieses Mal klang der Yirk wirklich deprimiert.
<Dafür haben die Andaliten gesorgt.
Alle die kämpfen konnten, haben gekämpft und sind gefallen zusammen mit ihren Partnern.
Alle die im Pool waren sind verhungert oder haben ihrem Leben freiwillig ein Ende gemacht, als nach dem Absturz das Haupt-Kandrona ausfiel. Nur ich bin noch übrig und fünfzig mechanische Einheiten, die über ein mobiles Kandrona verfügen wie diese hier die ich im Moment benutze, aber mein Überleben ist zeitlich begrenzt. Wenn die letzten Energiereserven der Einheiten verbraucht sind und die lebenserhaltenden Systeme in dieser Sektion ausfallen, werde ich auch sterben… Seid ihr tatsächlich hergekommen, um mich zu retten?>
"Ja." Sagte ich.
"Eigentlich sind wir nur Kinder, aber wir tun trotzdem was wir können."
"Weil wir müssen." Fügte Marcy hinzu und zog eine Schnute.
"Ganz genau und egal ob du glaubst das du hier stirbst, wir werden dich sicher nicht hier lassen." Jakie blickte uns der Reihe nach an.
Mein Kumpel Rafael und  ich nickten. Marcy nicht, andere sie schien angestrengt nach zu denken.
"Gibt es denn wirklich nix was wir machen können? Ich meine dass ist ein Raumschiff! Kann man damit vielleicht noch irgendwie fliegen, auch rausnehmen oder irgendwas in der Art?" Fragte sie mich einer Weile wo nix von ihr gekommen war endlich.
<Ha-ha-ha. Nein.>

Der Yirk lachte, zumindest "klang" es für mich wie ein Lachen.
<Aber man merkt, dass ihr tatsächlich Kinder seid, wenn ihr das denkt. Dieses Schiff wurde beinahe vollkommen zerstört. B e i n a h e, weil s i e es so wollten. Dass wir langsam sterben. Q u a l v o l l . So danken sie uns.>
"Okay Mister-der-glaubt-dass-er-draufgehen-wird, ich meine sag´ uns nicht die ganze Zeit was wir nicht tun können, sondern was möglich ist. Wir spielen hier sicher nicht die Horror-Show von 100.000 Meilen  unter dem Meer durch für rein gar nichts. Bis jetzt wissen wir ja noch nicht mal wie du eigentlich heißt"
"Es heißt 20.000 Meilen unter dem Meer, Kleine." Antwortete Rafael.
"Ja-haa Mister Perfect!"

Marcy verdrehte die Augen in seine Richtung. Sie wirkte richtig genervt, enttäuscht und ehrlich gesagt konnte ich es verstehen.
Wie wir uns auf die Suche gemacht hatten, hatten wir auf mehr gehofft. Auf jemanden der so etwas war wie ein Anführer.
Jemanden der ein bisschen so sein würde wie der Visser und uns sagen konnte was wir als Nächstes tun sollen, leider war das nicht passiert.

<Oh natürlich, wie unhöflich von mir. Ich bin Esplin Neun-Vier-Sechs-Sechs der Untere vom Noor-Esol-Pool.  Leider gibt es nichts was möglich ist. Ich habe weder einen Partner, noch  jemals die Fähigkeit zu Morphen erhalten. Unteren Zwillingen steht dieses Privileg nicht zu und auch wenn das mobile Kandrona in dieser Einheit unlimitiert verwendbar ist solange es regelmäßig von einer externen Quelle gespeist wird, eignet sich die Einheit selbst nicht zur Fortbewegung im Wasser. Ich würde nur noch weiter auf den Grund dieses Ozenans sinken. Die Kontrollkammer, in der ich mich befinde, würde durch den gewaltigen Druck auf kurz oder lang zerquetscht werden.>
"Okay und wie wäre es mit schwimmen ohne den Roboter?" Bot ich an.
"Ich meine, wenn ihr im Wasser lebt, könnt ihr doch sicher gut schwimmen."
<Ja, allerdings nicht unter diesen Umständen. Die Zusammensetzung des Wassers wäre ebenso tödlich für mich wie der Druck. Das Schiff selbst wurde nicht für solche Situationen konstruiert und es gibt auch keine Kampfdrohnen oder Rettungskapseln mehr, der Hangar ist ebenso leer und tot wie dieser Pool.>

"Maaann, das wird ja immer besser hier. Hallo übrigens, ich bin Marcy, die Wunderbare, das da sind Rafael unser Herkules, Caspar der Baumknutscher, und Jakie. Jakie die diese Super-Aktion hier übrigens anführt weil Caspar uns überredet hat, diese Unterwasser-Alien-Leichenhalle zu suchen, also willkommen im Club der Hoffnungslosen. Ach ja, eine fehlt übrigens noch:Toby. Sie ist unser Birdgirl."
Toby- Birdgirl? Ist sie die die sich dem Visser angeboten hat? Warum ist sie nicht mit euch gekommen? Ist sie ein Mensch wie ihr?> Die künstliche Linse surrte leise, als er Marcy fixierte.  "Na ja gewisser schon aber  seit einem kleinen Unfall steckt sie  leider ein bisschen in einem Morph fest und das Wasser hat sich nicht so ganz mit ihren Federn vertragen"
<Bei Noor! Sie ist ein Shaklek?!>
Der Yirk klang eindeutig schockiert.
"Tja, wenn das yirkanisch ist und sowas heißt wie 'Leute die in einem Morph festhängen' dann ist sie das wahrscheinlich Mister Esplin... Äh, wie war noch gleich dein Name und  kann man den vielleicht auch irgendwie abkürzen? "
" Esa...Meine Freunde nannten mich so. Ich
bedauere das Schicksal eurer Freundin sehr und heiße euch alle  willkommen, auch wenn es nicht viel gibt was ich dir und deinen Begleitern anbieten kann, um euch die Zeit zu vertreiben.
Wenn ihr mir folgen wollt, Caspar, Marcy, Raffael....V i s s e r Jakie.>

Auch wenn wir uns alle denke ich einig waren, dass Esplins Stimme beim letzten Satz eher spöttisch als feierlich klang, genau so wie seine angedeutete Verbeugung in Jakies Richtung, wagte niemand etwas dagegen zu sagen.
----

<Und das ist die Malk-Niar-Ebene im Licht der aufgehenden Sonne. Wir nennen diesen Zustand Yook-Hel>
"Was?" Fragte ich, weil ich nicht wusste, wo Esplin hindeutete.
Er hatte uns auf eine Art Holodeck gebracht und zeigte uns dort täuschend echte Simulationen von seiner Heimatwelt.

Großteils waren es trockene steppenartige Landschaften mit nur wenigen Tierarten. Manches davon sah aus wie die afrikanische Savanne und man hätte fast glauben können, man befand sich irgendwo auf der Erde und nicht in einem Raumschiff am Meeresgrund, wäre da nicht der grüne Himmel und die rot orangene Sonne gewesen.
<Das.> Sagte Esplin und deutete wieder überall und nirgendwo hin.
<Die Art des Einstrahlwinkels und wie das Licht der Sonne auf das Wasser und die umliegende Umgebung fällt>
"Moment... Soll das heißen, ihr habt für sowas ein eigenes Wort?" Fragte ich.
<Ja. Das Licht unserer Heimatsonne ist unsere Hauptnahrungsquelle. Nur durch sie können die Mikroorganismen in unseren Körpern mithilfe vorhandener Nährstoffe aus bestimmten Sedimenten die Strahlung in verwertbares Kandrona umwandeln, deshalb haben wir auch viele Worte, die das Licht, seine Intensität, den Einstrahlwinkel und viele andere Dinge, die damit zusammenhängen beschreibt.>
"Okay."
Rafael sah zu mir rüber.
"Ich muß zugeben, das hier ist strange, aber irgendwie auch ziemlich cool. Junge, ich komme mir vor wie bei einem Casting für Star Wars."
"Ja aber nur wenn du Chewbakka bist und ich Prinzessin Leia." Feixte Marcy und klimperte mit den Wimpern.
Rafael streckte ihr kommentarlos die Zunge raus.
Doch obwohl die freundliche Streiterei der Beiden das Ganze ein bisschen auflockerte, hatte ich  eigentlich keine Ahnung, was ich wirklich davon halten sollte. Sicher war das Raumschiff interessant und die Holotechnologie ziemlich unglaublich.
Trotzdem wurde ich wie die meisten von uns mit Esplin nicht wirklich warm und hatte das Gefühl, dass er irgendwas vor uns verheimlichte.
Allein wie er über den Visser der noch dazu sowas wie sein Bruder war geredet hatte, irritierte sicher nicht nur mich und der Gedanke, dass jeden Moment irgendwelche Systeme versagen und wir hier für immer festsitzen könnten, ging mir auch nicht aus dem Kopf.
"Habt ihr auch Bilder von anderen Planeten hier abgespeichert, vielleicht auch von der Erde?" wunderte sich Marcy und riss mich damit aus meinen trüben Gedanken.

<Ja. Wir sind nicht nur Krieger, sondern auch Forscher. Die Vielfalt und Daten aller Welten und Lebensräume, die wir besuchen, fasziniert uns,. Manchmal terraformen wir auch geeignete Welten und gestalten die nutzbar gewordenen Landstriche um. Das ärgert die Andaliten.> Fügte Esplin hinzu.

Gleichzeitig switchte das Bild zu einem an sich toten rotbraunen Staubball. Der Planet erinnerte mich auf den ersten Blick an den Mars mit seinem leicht blauen Schimmer einer hauchdünnen Atmosphäre, die ihn umgab, nur dass er um ein Doppelsternsystem kreiste und beim näher ran zoomen gewaltige Kuppeln sichtbar wurden, unter denen eine ähnlich üppige savannenartige Landschaft zu sehen war, wie in den ersten Bildern die der Yirk uns gezeigt hatte, aber auch Regenwälder, Wüsten und Polargebiete. Daneben noch riesige futuristische Städte und natürlich überall in den wärmeren Gegenden Pools für die Yirks.
"Wieso kümmert das diese freakigen Zentauren?"
Fragte Marcy und sah dabei immer noch fasziniert auf die durchscheinenden 3D- Kuppelstädte vor ihr. "Eigentlich kann denen doch egal sein was ihr irgendwo im Weltraum mit irgendwelchen Planeten macht, auf denen sowieso niemand wohnt."
<Weil viele Landschaftsformen für sie nicht nutzbar sind. Sie brauchen weite offene Grasflächen mit einem sehr hohen Nährstoffgehalt, eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit und gemäßigte Temperaturen um ihr Überleben zu sichern. Wenn sie es könnten, würden sie unsere Planeten übernehmen und sie genauso veröden wie ihre eigenen. Sie werden es auch mit eurem tun.>
"Was?"

Noch bevor ich wusste was ich tat, packte ich das Alien an seinem Roboterarm.
"Was meinst du damit, dass sie Planeten veröden?!"
<Dass sie funktionierende Ökosysteme, mit denen sie nichts anfangen können in Ödland oder in endlose, neblige Graswüsten verwandeln. Zusätzlich benötigt Raumfahrt viele Ressourcen, aber im Gegensatz zu uns beschränken die Andaliten sich nicht auf tote Monde und Asteroiden. Sie werden schrittweise alle Menschen ersetzen, Tierarten vernichten und euren Planeten nach wenigen Generationen des G r a s e n s vollkommen unbewohnbar zurücklassen.>

Esplin drehte seinen Kuppel-Roboterkopf zu mir. Das quecksilbrige Wasser darin schwappte und für einen Moment glaubte ich fast den Yirk im Inneren zu erkennen. Ein schneckenartiges Wesen, das aussah, wie das was aus Maddies Ohr gekommen war in dieser Nacht kurz bevor Elfangor...
"Nein..."

Ich ließ ihn los und taumelte zurück. Kurz fühlte ich mich als hätte mich ein Auto angefahren.
"Du lügst! Du sagst das nur, weil du die Andaliten hasst!"
Die anderen starrten uns auch an. Keiner rührte sich.
Esplin sagte nichts.
Er fixierte uns nur einen nach dem anderen mit seiner Linse bevor er das Hologramm deaktivierte und sagte:
<Ihr seid nichts weiter als Kinder und naiv. Ihr habt nicht die geringste Vorstellung, gegen wen ihr eigentlich kämpft.>
"Sieht ganz so aus... Visser Drei hat uns nur gesagt, dass sie die Leute ersetzen."
Murmelte Rafael. Seine Stimme klang matt.
<Ja, aber sie tun noch mehr. Die Andaliten vernichten alles, was nicht ihren Vorstellungen entspricht und vermehren sich unaufhörlich. Inzwischen gibt es über fünfzig Milliarden von ihnen verteilt auf  über zehn Welten und unzählige Raumschiffe und sie würden sich ungebremst weiter fortpflanzen und über die gesamte Galaxis ausbreiten, wenn wir nicht versuchen würden sie einzudämmen, wo immer das möglich ist.>

Eigentlich hörte ich Esplin gar nicht mehr zu.
Mich fröstelte und mir war kalt. Nicht mal die Erinnerung an die schönen holografischen Bilder konnte mich wärmen.
"Okay."
Unschlüssig sah Jakie zwischen mir und Esplin hin und her.
"Entschuldige bitte Esa. Das hier ist nur grade ein bisschen viel und nicht das was… Was wir erwartet haben, verstehst du?"
<Ja. Ihr habt erwartet Unterstützung zu finden, Waffen oder eine Armee. Ich kann mit nichts davon dienen.> Stellte der Yirk fest.
"Ja." Jakie seufzte und ließ den Kopf hängen.
"Sieht ganz so aus, also, darf ich kurz mit meinen Freunden reden, bevor wir entscheiden was wir tun, alleine?"
<Natürlich.>
Obwohl der Yirk sich in einem Roboter befand und weder ein richtiges Gesicht noch eine Mimik besaß, die man lesen konnte, fühlte zumindest die Gedankenstimme sich eindeutig deprimiert an.
<Doch wird das nichts an den Umständen ändern. Es gibt nichts was ihr für mich tun könnt. Geht und rettet euch selbst, ich...-"
SSSSRRRT!

Esplin wollte noch etwas sagen, allerdings kam er nicht mehr dazu, denn plötzlich ging das Licht aus und es war stockdunkel.
Zumindest für einen kurzen Moment kam ich mir vor wie in einer Grabkammer irgendwo verschüttet unter der Erde bevor das Licht plötzlich wieder aufflackerte und Schritt für Schritt heller wurde wie eine halbererstickte Flamme, die nur langsam wieder Luft bekam.
"Verdammt Leute, was zur Hölle war das?!"
Eindeutig panisch klammerte Marcy sich an Jakie, ließ sie aber sofort wieder los, als es heller wurde.

<Das Schiff wurde bei seinem unkontrollierten Eintritt in eure Atmosphäre irreparabel beschädigt. Zwar habe ich versucht, das Nötigste wieder instand zu setzen, aber ich bin kein Ingenieur und habe nur Basis-Kolligationen erhalten. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die Notenergieversorgung und die lebenserhaltenden Systeme dauerhaft ausfallen>
"Schön, dann sollten wir uns besser beeilen, oder Leute?"

Rafael der ebenfalls weiß war wie eine Kalkwand, klopfte Jakie die den Tränen nahe war, auf die Schultem.
"Kusinchen, auf ein Wort."
"Ja...Ja klar."
Immer noch verwirrt versuchte sie sich wieder zu fassen und winkte uns zu sich.

Erst als wir genug Abstand zwischen uns und Esplin gebracht hatte, begann sie zu sprechen:
"Also, was machen wir, vor allem mit ihm?"
"Keine Ahnung. Auf mich wirkt der Kerl trotz allem nicht wirklich vertrauenerweckend oder auch nur sympathisch. Habt ihr vorhin mitgekriegt, wie er über seinen eigenen Bruder geredet hat?" Fragte Rafael.
"Oh ja," Marcy nickte.
"Er ist ein verdammter Besserwisser und redet die ganze Zeit wie unser Mathelehrer oder als wäre er der Visser selbst und den konnte ich auch schon nicht ausstehen…. Also von dem her verstehe ich den Typen zumindest"
"Hm." Ich lachte müde.
"Stimmt schon, aber vielleicht liegt das auch einfach daran, dass er erwachsen ist und wir nicht."
"Und ein Alien. Auch wenn ich absolut alles tun würde um Tammy zurückzuholen, dürfen wir nicht voraussetzen dass moralische Vorstellungen oder Familien überall in der Galaxie gleich funktionieren."
Fügte Jakie hinzu.
"Ja"
Ich schluckte kurz als ich an Jakies große Schwester Tamara dachte, die irgendwo in einem unterirdischen Labor der Andaliten in Cryoschlaf gehalten wurde, während ein Andalit in einem Morph tagtäglich zusammen mit Jakies Familie schlief, aß und vor den Fernseher saß.
Die Erinnerung an den grauenvollen  Andaliten-Park  unter unserer Stadt hing uns allen immer noch nach.

"Abgesehen davon werden die Andaliten bald hier auftauchen und es ist ganz egal, ob er uns sympathisch ist oder nicht. Esplin ist ein Lebewesen und auf unserer Seite! Wir können ihn nicht einfach hier lassen."
"Nein, natürlich nicht. Wenn wir das tun, wird er sterben oder sie nehmen ihn gefangen und pressen alles aus ihm raus was er weiß… Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, was schlimmer ist."

Meine Lippen zitterten, gleichzeitig kann mir eine Idee. Sie machte mir furchtbare Angst, leider war es aber dass Einzige was wir machen konnten.
"Okay Mister Superschlau und was genau willst du dagegen tun? Das Schiff hier ist ein Wrack und der Schneckentyp dort drüben hat doch selber zugegeben, dass er mit seinem fetten Roboterhintern nicht schwimmen kann." Ätzte Marcy.

Manchmal konnte dieses Mädchen wirklich so eine Tussi sein und sie machte mich oft ganz schön sauer.Ganz besonders jetzt wo die Situation hier auch ohne ihre unsensiblen Kommentare alles andere als rosig war aber zumindest Jakie schien ihre beste Freundin  dieses Mal vollkommen zu ignorieren, stattdessen sah sie mich an: "Ich glaube nicht dass mir gefallen wird was du machen willst Cas."

"Nein sicher nicht... Mal ehrlich, mir gefällt es genauso wenig, aber es ist die einzige Chance die wir haben, na ja... Nur wenn Esa zustimmt natürlich..."
***
Kurz darauf verließen wir alle gemeinsam das Wrack.
Ich hatte mich Esplin vorübergehend als Wirt zur Verfügung gestellt und danach das Kandrona aus dem Roboter ausgebaut.

Praktischerweise war es nicht viel größer als ein kleiner Walkman, sodass ich es in meinem Delfinmaul bequem tragen konnte und wurde auch nicht zerstört wie der Rest von dem Schiff als Elfangor mit seinen Andalitenkriegern in den verschiedensten Morphs auftauchte.
Nur durch viel Glück und meinen Freund den Wal entkamen wir ihnen schließlich auch, aber das ist eine lange Geschichte. Viel zu lang um sie hier zu erzählen.
Alles was ihr wissen müsst ist, dass wir überlebt haben und weiterkämpfen.
Nicht nur für die Menschen und unsere Freiheit, sondern auch für die ganze restliche Welt. Für alle Pflanzen und Tiere des Planeten Erde.
---

AN/ Herzlichen Glückwunsch liebe Mirfineth, ein bisschen spät aber doch <3
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast