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Rise like a Phoenix from Ashes

von Yuno
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Gen
James "Krone" Potter OC (Own Character) Peter "Wurmschwanz" Pettigrew Remus "Moony" Lupin Severus Snape Sirius "Tatze" Black
30.03.2020
22.12.2020
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31.03.2020 5.419
 
Fenixa versuchte in der großen Halle einen Punkt über der Flügeltür zu fixieren und die neugierigen und abwartenden Blicke zu ignorieren. „Ich kann mich einfach nicht entscheiden“, gab der sprechende Hut kund. Die Hexe mit dem kupferblonden Haar hatte sich als Hutklemmer entpuppt: Seit mehr als fünf Minuten wartete sie schon darauf, einem Haus zugeteilt zu werden. Wie unangenehm ihr das war, konnte sie gar nicht in Worte fassen.

„Ich sehe großen Mut und auch Tapferkeit, schwere Zeiten zu durchstehen. Aber auch Klugheit und Weisheit zeigen sich als Lehre aus eben jenen Zeiten…“ Wenn sie diese Worte des Hutes so hörte, klang es so, als wäre sie etwas Besonderes, jemand, der schon die größten Schwierigkeiten gemeistert hatte. Dem war gar nicht so, es gab nur eine Schwierigkeit und an die konnte sie sich nicht einmal mehr erinnern, zu jung war sie dafür gewesen. „Ich habe mich entschieden“, erleichtertes Aufatmen ließ sich verlauten, „dein Platz ist in Ravenclaw!“ Endlich konnte sich auch auf ihren Lippen ein erleichtertes Lächeln abzeichnen. Professor McGonagall hatte ihr unterdessen den sprechenden Hut abgenommen, sie hüpfte von dem Stuhl und lief zu dem applaudierenden Ravenclaw-Tisch.  

Mirela war aufgesprungen und hatte Fenixa an sich gedrückt. „Ich wusste, dass du zu uns kommen würdest“, sagte sie stolz. Auch die anderen Ravenclaws hießen sie willkommen und ehe sie sich versah, saß sie auf dem Platz neben Faye Elliot. „Scheint so, als wären wir im selben Haus gelandet, Fenixa.“ Es klang so, als wäre das schwarzhaarige Mädchen mit den auffälligen Locken ziemlich erfreut darüber, nach etlichen Fehlversuchen Fenixas Namen erfahren zu haben.

Während sie sich darüber freute, endlich an ihrem Platz an einem Tisch zu sitzen und sich ein wenig beruhigte hatte, beobachtete sie, wie die Zeremonie weiter ging. Kurz nach ihr wurde ein Junge namens Peter Pettigrew aufgerufen – Fenixa erkannte ihn als den Jungen, dem sie draußen vor dem See aufgeholfen hatte. Er hatte sich mit dem sprechenden Hut auf dem Kopf auf dem Stuhl ziemlich zusammengekauert. Ob sie es nun lustig finden sollte oder nicht, aber interessanterweise erwies sich Peter Pettigrew ebenfalls als Hutklemmer. „Meine älteren Schwestern haben mir gesagt, dass Hutklemmer eigentlich voll selten sind. Kann gar nicht glauben, dass wir schon zwei davon haben“, sprach eine weitere Erstklässlerin aus Ravenclaw, Serena Raywood.  „Das stimmt, ich kann mich in der ganzen Zeit, in der ich nun in Hogwarts bin, an nur einen einzigen erinnern“, stimmte Mirela ihr zu.

„Gryffindor!“, schallte es schließlich durch die Halle und der etwas unbeholfene Pettigrew bewegte sich ganz benommen zu dem Gryffindor-Tisch.  Sie klatschte für ihn besonders mit, immerhin war er neben Faye der erste – wenn auch unter unglücklichen Umständen – mit dem sie von den Erstklässlern in Kontakt geraten war.

Als Nächstes war wieder ein Junge dran, James Potter. Im Gegensatz zu den letzten Schülern, bei denen der sprechende Hut länger gebraucht hatte, verkündete er bei dieser Grinsebacke relativ zügig das Haus Gryffindor. Fenixas Blick schweifte zu den Gryffindors. Der Junge – James Potter – setzte sich zu dem Jungen mit den schwarzen Locken, den sie aus einer bekannten Zaubererfamilie vermutete und neben ein Mädchen mit roten Haaren, etwas dunkler als ihre selbst. Den Namen des Mädchens hatte Fenixa vergessen, sie war vor ihr dran gewesen und da war sie selbst ja noch so nervös gewesen, dass sie sich kaum auf etwas fokussieren konnte.

„Severus Snape“, rief McGonagall schließlich den letzten Jungen auf, der noch in ein Haus geschickt werden musste. „Slytherin“, verkündete der sprechende Hut auch nur wenige Augenblicke später. Dass ihr diese Slytherins nicht ganz geheuer waren, hatte Fenixa schon zum Ausdruck gebracht, doch wenn sie die Schüler ihres Jahrgangs musterte, dann zwang sie sich selbst doch zur Vernunft. Das waren auch nur Menschen, auch wenn sie in dem Haus lebten, dass viele schwarze Zauberer und Hexen hervorgebracht hatte.

Damit war die Zeremonie nun beendet. Fenixa blickte wieder zwischen ihren Kameraden umher. Gehörte sie wirklich hier her, zu den Ravenclaws? Sie hatte nicht den Eindruck von sich, dass sie besonders schlau war, auch nicht weise. Sie war strebsam und gelehrsam… Aber war das wirklich ausreichend? „Meine Eltern waren auch beide in Ravenclaw. Ich habe damit gerechnet, dass ich auch hier herkomme“, wandte sich Faye, die ja neben ihr saß, an sie. „Oh, wirklich?“, fragte Fenixa lächelnd. Sie war immer noch etwas zurückhaltend aufgrund der vielen Ereignisse am heutigen Tag, aber es war nicht mehr so schlimm wie auf der Zugfahrt. „Meine Familie war immer mal wieder in allen möglichen Häusern“, erwiderte die Kupferblonde und merkte dabei, dass sie nur die Worte Madam Odiles wiederholte.

Der Gedanke hätte sie sicherlich traurig gestimmt, wenn sie sich auf diesen eingelassen hätte, jedoch erklang von vorne ein Klirren, welches ihre Aufmerksamkeit beanspruchte. Ein Mann mit langem silbernen Haar und einem Bart in der gleichen Farbe und fast der gleichen Länge erhob sich von seinem Platz in der Mitte des Lehrertisches. Fenixa wusste natürlich sofort, um wen es sich dabei handelte. Sie hatte in ihrem Zimmer eine Schokofrosch-Karte von ihm, dem Schulleiter von Hogwarts, Albus Dumbledore.

„Bevor wir mit den Feierlichkeiten beginnen, möchte ich euch auf einige Dinge aufmerksam machen. Zuallererst möchte ich unsere neue Lehrkraft für das Fach Verteidigung gegen die dunklen Künste begrüßen, Professor Tybalt Xandes.“ Besagter Professor erhob sich kurz von seinem Platz, während die Schüler für ihn applaudierten.  

„Den Erstklässlern möchte ich mitteilen, dass der Wald auf unseren Ländereien für alle Schüler verboten ist. Den älteren Schülern möchte ich nahe legen, sich an diese Regel zu erinnern.“ Ein Schmunzeln umspielte seine Lippen und sein Blick galt – über seine Halbmondgläser hinweg – einigen Schülern, von denen Fenixa glaubte, dass diese dafür bekannt waren, Unfug zu treiben.

„Warum ist der Wald eigentlich verboten?“, fragte sie leise an die älteren Schüler ihres Tisches gerichtet. „Dort leben gefährliche Tiere“, erklärte ihr Faye – zu ihrer Verwunderung – aber sogleich. „Oh, ich… Habe viel über Hogwarts gelesen“, murmelte sie etwas leiser und schien plötzlich verlegen. Ehe Fenixa sich darüber Gedanken machen konnte, erhob Dumbledore das Wort sogleich wieder.

„Unser Hausmeister, Mr. Filch, bat mich darum, die Schüler daran zu erinnern, dass in den Pausen auf den Gängen nicht gezaubert werden darf.“

Ein nahezu einheitliches Seufzen kam von fast allen Schülern in der großen Halle. Sie hatte die Vermutung, dass dieser Filch – bei diesen Worten schaute sie über ihre Schulter hinweg zur Flügeltür, wo besagter Hausmeister stand – diese bitte jedes Jahr an den Schulleiter richtete.

„Und zu guter Letzt: Ich rate allen Schülerinnen und Schüler, die sich nicht für eine längere Zeit im Krankenflügel aufhalten wollen, sich der neu gepflanzten Weide auf dem Schulgelände nicht zu nähern. So dann, lasset das Fest beginnen.“

Mit einer Handbewegung erschien auf den Tischen der Häuser ein riesiges Buffet. In ihrem gesamten Leben hatte sie noch nie so viel zu Essen gesehen. Im Hinterkopf behielt sie zwar immer noch die Frage, warum man auf einem Schulgelände eine so gefährliche Pflanze anbaute, an der man sich schwer verletzen konnte, jedoch überwältigte ihr Hunger sie, da sie diesen auch die vergangenen Stunden immer zu unterdrücken und zu vergessen versucht hatte. Bei einer solchen Auswahl  fiel es ihr wirklich schwer, sich zu entscheiden, doch letztlich fanden unzählige Hähnchenkeulen den Weg auf ihren Teller. Das Schlemmen ließ sie sich an diesem Abend so gut gehen, wie noch nie. Nicht, dass sie in Merlin’s House je zu wenig zum Essen bekommen hatte…  Es war nur so, dass man bis auf das Essen an seinem Geburtstag nicht wählen konnte, was es zu essen gab, doch hier in Hogwarts… Hier gab es alles, was das Herz begehrte.

„Also, uhm, Fenixa… Kommst du denn auch aus einer Zaubererfamilie?“, fragte Faye nach einiger Zeit wieder. „Ja, komme ich. Du auch, nehme ich an?“, fragte sie und sah zögerlich zu der Hexe neben ihr. Diese nickte eifrig. Fenixa mochte nicht darüber sprechen, dass ihre leibliche Familie bereits verstorben war. Sie wollte kein Mitleid von ihren Mitmenschen, weshalb sie diesen Umstand meistens verschwieg. „Also, ich bin Halbblut“, kam es von der gegenüberliegenden Seite. Renee Davina, die ebenfalls eine Ravenclaw im ersten Jahr war, sprach über den Tisch zu Fenixa und Faye herüber.

„Heißt das, einer deiner Elternteile ist ein Muggel?“, fragte Fenixa interessiert. Renee, die kurze braune Haare hatte und vom Aussehen und der Haltung her den Eindruck einer sehr wohlerzogenen, jungen Dame machte, nickte leicht lächelnd. „Ja, meine Mutter“, gab sie kund. „Mein Vater ist Zauberer, arbeitet im Ministerium“, fügte sie noch hinzu und aß ein Stück von ihrem Yorkshire-Pudding. Fenixa konnte es sich nicht so ganz erklären warum, doch sie fand die Muggel und ihre Eigenarten interessant. Deshalb gewann ihre Neugierde auch Oberhand, wenn sie von Familien hörte, wo ein Elternteil ein Muggel war.

Sie ließ abermals ihren Blick zwischen den Ravenclaws gleiten. Faye und Renee, beide waren mit ihr zusammen in einem Haus, in einem Jahrgang. Und beide schienen einen sehr netten Eindruck zu machen, das beruhigte sie, wohlgemerkt. Eine ihrer größten Ängste war es, dass sie in Hogwarts keinen Anschluss finden würde. Sie blickte über ihre Schulter und versuchte über den Hufflepuff-Tisch hinweg die Gryffindors zu erkennen. Da waren wieder die beiden Jungen, die ihr aufgefallen waren: Der eine aus der Zauberfamilie und der andere, der vor ihr hingefallen war.

Als der Abend immer weiter voranschritt, waren es die Vertrauensschüler, die aufstanden und die Erstklässler zu ihren Gemeinschaftsräumen führten. Eine der besagten Vertrauensschülerin war sogar Mirela, was Fenixa gar nicht wirklich glauben konnte. Die Ältere wirkte ein wenig verlegen und meinte nur, dass sie dies nicht so an die große Glocke zu hängen brauchte. Jedenfalls führte Mirela die jungen Ravenclaws, zu denen sie ja dazuzählte, über unzählige Marmortreppen hinweg zu dem Gemeinschaftsraum der Ravenclaws in einem der westlicheren Türme Hogwarts.

Vor der Tür, die zu diesem führte, blieb Mirela stehen und wandte sich zu den Neuankömmlingen. „Diese Tür führt in unseren Gemeinschaftsraum. Verwendet den Türklopfer und der Adler, der unsere Tür bewacht, stellt euch ein Rätsel oder eine Frage. Antwortet ihm klug, dann wird euch der Eintritt gewährt.“ Mirela lächelte, bei den teilweise geschockten Gesichtern der jungen Schüler. Ja, im ersten Moment mochte dies ein wenig erschreckend klingen, doch – und Mirela wusste dies aus eigener Erfahrung – waren sie nicht grundlos nach Ravenclaw geschickt worden, in ihren Köpfchen steckte mehr, als sie jetzt zu vermuten wagten.

„Ich mache es euch vor“, sagte Mirela schließlich und klopfte mit dem Türklopfer an die Tür.

„Es war eine Mutter, die hatte vier Kinder. Das erste war unersättlich und hat fortwährend gegessen. Das zweite war wendig und mit den Händen kaum zu packen. Das dritte lag den ganzen Tag regungslos da und das vierte Kind war unsichtbar. Wie lauten die Namen der Kinder?“

Das einzige, was die junge Hexe tröstete, war der Umstand, dass sie nicht die einzige war, die sich den Kopf zerbrach. „Wer von euch glaubt die Antwort zu wissen?“, fragte Mirela schmunzelnd. Einige hoben zögernd und nur so halb ihre Hände. Allerdings hob Faye Elliot ihre Hand so hoch, dass sie sich sogar auf Zehenspitzen stellte, um diese noch höher zu heben. Mirela nickte ihr freundlich zu, Fenixa musterte die Hexe neben sich erstaunt – sie hatte es allemal verdient in Ravenclaw zu sein. „Die Kinder heißen Feuer, Wasser, Erde und Luft“, löste die Hexe mit den schwarzen Locken das Rätsel. Die Tür zum Gemeinschaftsraum der Ravenclaws öffnete sich und voller Bewunderung traten die Erstklässler ein.

Der kreisrunde Raum sah aus, wie eine einzige, riesige Bibliothek, während blaue Flammen das nötige Licht spendeten, um alles sehen zu können. Dieser Raum wirkte so magisch, dass sie zum hundertsten Mal an diesem Tag glaubte, eine neue Welt betreten zu haben. Sie schritt über einen blauen Teppich und musterte die Holzpfeiler, die die obere Etage stützten. Das dunkle Holz was so elegant verziert und geschnitten, dass es den Eindruck erweckte, eine einzige riesige Skulptur darzustellen.

„Euch bleibt noch genug Zeit diesen Raum zu bewundern“, sprach Mirela schmunzelnd. „Die Schlafsäle der Jungen der ersten vier Klassenstufen befinden sich links unten, die der Jungen der höheren Klassenstufen oben. Das Gleiche gilt für die Mädchen auf der rechten Seite. Euer Gepäck wurde bereits für euch hier hergebracht. Schaut euch noch kurz euren Stundenplan an und geht dann schlafen, ihr müsst sicher müde sein. Das Frühstück beginnt morgen um halb acht. Also dann, ich wünsche euch eine gute Nacht.“ Mit diesen Worten verabschiedete Mirela die Erstklässler, blieb aber noch so lange im Gemeinschaftsraum, bis sie sicher gehen konnte, dass jeder in seinem Zimmer angekommen war.

Fenixa war mehr als überwältigt, als sie mit den vier anderen Mädchen ihren Schlafsaal betrat. Der Raum war in bronzenen und blauen Farben gestaltet. Am auffälligsten waren wohl die Himmelbetten mit ihrem blauen Baldachin. „Das ist größer als mein Zimmer zu Hause“, sprach eines der Mädchen, mit denen Fenixa noch keinen Kontakt hatte: Amara Reyes.

Letzten Endes, bevor alle schlafengegangen waren, lächelten sie sich noch einmal schüchtern zu und wünschten sich gegenseitig eine gute Nacht. Die nächsten sieben Jahre – ob man es nun glauben konnte oder nicht – würden sie zusammen ein Zimmer beziehen. Sie, die fünf Adlerküken von Ravenclaw: Fenixa Monelle, Faye Elliot, Renee Davina, Amara Reyes und Serena Raywood.  

Der nächste Morgen war schneller hereingebrochen, als es der kupferblonden Hexe lieb war. Der letzte Tag hing ihr immer noch in den Knochen, doch schien die Sonne ihr unbarmherzig ins Gesicht und hatte sie so schnell geweckt, dass sie unmöglich noch einen Augenblick länger hätte Schlummern können. Ein Blick auf ihre Armbanduhr auf ihrem Nachttisch verriet ihr, dass es kurz vor sieben war. Sie brauchte morgens sowieso nicht lange, bis sie fertig war, weshalb ihr die Tatsache, dass ihr nur noch eine halbe Stunde verblieb nicht sonderlich viel ausmachte. Abgesehen von ihr schienen die anderen schon aufgestanden zu sein, wie sie mit einem kurzen Schulterblick feststellte.

Kurz rieb sie sich den Schlaf aus den Augen und schlüpfte in ihre Schuluniform. Mit einem kurzen Blick auf ihren Stundenplan packte sie ihre Schultasche und mit einem weiteren kurzen Blick, diesmal in den Spiegel, fiel ihr auf, dass sie ihre lockige Mähne noch zu bändigen hatte. Ihre Uhr zeigte nun zwanzig nach sieben an. Ob sie es schaffte in zehn Minuten wieder zurück zu der großen Halle zu finden? Fenixa schreckte ein wenig zusammen, während ihr Blick auf die Tür fiel, die nicht grade leise aufgeschwungen wurde. „Ah gut, du bist wach. Dachte schon du verschläfst. Na komm schon, die Zeit läuft“, sagte Faye mit einem Grinsen, packte sie an ihrem Handgelenk und zog sie mit sich. Etwas überrumpelt stolperte sie Faye hinterher, bis sich auf ihre Lippen aber auch ein breites Grinsen geschlichen hatte und sie im gleichen Tempo mit der schwarzhaarigen ging.

„Weißt du, ich dachte erst, dass du ziemlich kalt bist, aber du bist einfach nur schüchtern, oder?“, plapperte Faye drauf los, während sie sich bei den unzähligen Treppen an den richtigen Weg zu erinnern versuchten. „Ich war noch nie sehr gut darin, auf andere zuzugehen. Jaah, ich bin ziemlich schüchtern“, bestätigte Fenixa ihre Kameradin. „Dachte ich mir“, bekam die Kupferblonde als Antwort zu hören. Schließlich entdeckten sie ein paar Stockwerke weiter unten eine Schülerschar die zielstrebig einen bestimmtem Weg folgte. Eilig rannten Faye und Fenixa die Marmortreppen hinab und schafften es grade so, sich dieser Gruppe von Hufflepuff-Schülern anzuschließen, die wie vermutet grade in die große Halle abbogen.

„Weißt du, was cool ist? Wir sind beide nach magischen Wesen benannt worden. Dein Name bedeutet Phönix und meiner Fee. Ich bin deswegen öfters ausgelacht worden, aber mit dir zusammen fühl ich mich was das angeht schon viel sicherer.“ Faye Elliot besaß ein wirklich heiteres Gemüt, sie war freundlich, klug und brachte ihren Mitmenschen vollstes Vertrauen entgegen. Fenixa wusste nicht, wie sie es in andere Worte fassen sollte, aber… Die Hexe vor ihr besaß einen Charakter, wie ein guter Freund ihn nicht besser hätte haben können.

„Ich finde das auch cool“, stimmte Fenixa ihr zu und ließ sich an dem Ravenclaw-Tisch neben ihr nieder. „Ich glaube, wir sollten Freunde werden!“ Die Schwarzhaarige schlug zur Untermauerung ihrer Worte mit der Faust auf ihre flache Hand. Mit einem herzlichen und gütigen Lächeln sah sie zu der Kupferblonden. „Findest du nicht, dass wir ein tolles Duo abgeben würden?“, fragte sie dann nochmal nach. Fenixa konnte nicht anders, als dieses Lächeln zu erwidern und nickte leicht. „Doch, das finde ich.“ Damit war sie besiegelt: die erste Freundschaft, die sie in Hogwarts geschlossen hatte.

Mit einem noch besseren Gefühl und wirklich guter Laune wandte sich Fenixa dem Frühstück zu. Nach dem gestrigen Abend hatte sie immer noch ein leichtes Völlegefühl, doch Madam Odile pflegte immer zu sagen, dass die wichtigste Mahlzeit des Tages das Frühstück sei und aus diesem Grund nahm sie zumindest ein paar bissen zu sich. Zur selben Zeit nahm sie ihr Buch für die erste Schulstunde aus ihrer Tasche heraus. Geschichte der Zauberei, dies war der Titel des Buches für das gleichnamige Fach, welches sie zusammen mit den Slytherins in der ersten Stunde hatten.

Mit einer Hand aß sie ihr Rührei, mit der anderen blätterte sie die dicken Seiten des Buches durch. Die Geschichte der Zauberei schien höchst interessant zu sein, weshalb sie hoffte, dass der Unterricht es genauso sein würde.

Allerdings war ihre Hoffnung so schnell zerstört worden, wie fast noch nie zuvor in ihrem Leben. Professor Binns, der nur noch ein Geist war, schaffte es so monoton und langweilig den Stoff zu vermitteln, dass mehr als die halbe Klasse kurz davor war, einzudösen. Sie hatte wirklich Schwierigkeiten, ihre Augen offenzuhalten und im Augenwinkel konnte sie beobachten, wie es ihrer Sitznachbarin, Faye, ähnlich ging. Und dabei machte diese sonst einen so aufgeweckten Eindruck. Dass sie diesen Unterricht mit den Slytherins zusammen hatten, hätte sie beinahe vergessen. Doch bislang hatten diese – und damit hatte sie nicht gerechnet – noch nichts getan, was sie nicht gutheißen würde. Die Geschichten von Amy Gaya aus der dritten, was bei ihrem ersten Unterricht mit den Slytherins alles passiert war, schien Fenixa nun langsam anzuzweifeln.

So schläfrig wie noch nie war sie nach den neunzig Minuten Unterricht aus der Klasse gegangen. „Ein Glück wir können das meiste nachlesen“, gähnte Faye neben ihr.

Auf die Stunde nach ihrer kurzen Pause – Verteidigung gegen die dunklen Künste – hatte sich Fenixa schon wieder mehr gefreut. Dieses Fach hatten alle Erstklässler zusammen, weshalb das Klassenzimmer auch etwas größer war, als das von Geschichte der Zauberei. Verwundert sah sie sich um. Überall in diesem Raum waren skurrile Gegenstände untergebracht, wie Skelette von irgendwelchen magischen Wesen oder Gläser in denen irgendetwas, das sie sich nicht genauer anschauen wollte, eingelegt war. Als Professor Xandes den Klassenraum betrat und die Tür hinter sich zuschlug, zuckten fast alle Schüler zusammen.

Fenixa musterte den Professor. Er wirkte im Vergleich zu den anderen Professoren noch sehr jung und – in diesem Moment lief er gegen eines der Gläser mit dem eingelegtem Etwas, woraufhin dieses scheppernd zu Boden fiel – schlichtweg unbeholfen. „Guten Morgen“, rief er dennoch gut gelaunt und reparierte das Glas mit einer Bewegung seines Zauberstabes und fügte den Inhalt wieder ein, als wäre nichts passiert. „Guten Morgen“, kam es von den wenigen Schülern, die ihre Sprache, nach all den Absonderlichkeiten in diesem Klassenzimmer, wiedergefunden hatten.

„Ich bin Professor Xandes und bringe euch bei, wie ihr euch gegen schwarz-magische Bedrohungen und gefährliche magische Wesen verteidigen könnt.“ Die meisten schwiegen und hörten nun schon interessierter zu. „Ich glaube eher, wir brauchen einen Unterricht, der uns lehrt, wie wir uns vor diesem Unterricht hier verteidigen können“, murmelte jemand von der Sitzbank hinter ihr. Den meisten Erstklässlern entlockte dies ein leises Kichern. Fenixa hatte alle Mühe sich ihr Grinsen zu verkneifen und blickte über ihre Schulter nach hinten. Der Junge mit den schwarzen Locken, den sie aus einer Zaubererfamilie vermutete und sein Sitznachbar… Ah, sie hatte ihn bei der Zeremonie beobachtet, doch sie konnte sich an seinen Namen nicht mehr erinnern.

„Ah, Mr. Black, Sie wollen also etwas zum Unterricht beitragen?“, fragte Professor Xandes und blickte scharf nach hinten durch. Offensichtlich hatte er die Worte des Jungen gehört und seine erst noch gelassenen Gesichtszüge hatten nun eine unschwer zu erkennende Kälte angenommen. Dem jungen Black verschlug dies aber in keinster Weise die Sprache, dass er aufgeflogen war. „Wenn Sie mir eine Frage stellen, kann ich es ja versuchen.“ Erneut ging ein Kichern durchs Klassenzimmer, diesmal aber von deutlich mehreren Schülern. Auch Faye und Fenixa kicherten leise und sahen sich kurz grinsend an.

„Aufstehen Mr. Black“, forderte Professor Xandes. Der Junge tat, wozu er aufgefordert wurde und blickte abwartend nach vorne. „Ich bin mir sicher, Sie können uns erläutern, worin der Unterschied zwischen weißer Magie und schwarzer Magie besteht?“, fragte Professor Xandes. Wenn Fenixa es nicht besser wüsste, dann würde sie behaupten, dass sich diese Frage speziell gegen diesen Black richtete, dem sein Grinsen nun entschwunden war.

„Weiße Magie ist der Gegensatz der schwarzen Magie, sie wird eingesetzt zum Wohl alles Lebens und stellt sich der schwarzen Magie, die zum Zweck von bösen und schrecklichen Taten eingesetzt wird, entgegen“, antwortete der junge Black nach einer kurzen Zeit des Zögerns und setzte sich wieder. Professor Xandes erweckte den Eindruck, dem nichts beifügen zu wollen und lehnte sich gegen sein Pult.

„Schlagt nun Seite zwanzig in eurem Buch auf, die Mr. Potter ja bereits  gefunden hat und Mr. Black hervorragend abgelesen hat.“ Über den beißenden Kommentar des Professors wollte niemand kichern, da keiner wohl riskieren wollte, genauso wie Black und Potter dem Professor auf dem Leim zu gehen und auf dessen Kieker zu sein.

Die restliche Stunde verlief nicht so, wie Fenixa es sich vorgestellt hatte. Die Stimmung in dem Klassenzimmer war sehr angespannt. Während sie das Kapitel in ihrem Buch zur Einführung in die Verteidigung gegen die dunklen Künste lasen, stellte Professor Xandes immer wieder textbezogene Fragen, die am Anfang keiner sich zu beantworten traute. Selbst die Slytherins hielten sich ein wenig zurück.

„Miss Monelle, vielleicht können Sie ja die letzte Frage der Stunde beantworten?“, fragte Professor Xandes und sah zu ihr herüber. Ihre Schweigsamkeit musste ihm aufgefallen sein. „Welche magischen Anwendungen gibt es, in denen schwarze Magie steckt?“ Zögernd stand sie auf, während ihr das Herz immer tiefer in die Hose rutschte. Sie mochte das Gefühl nicht, wenn alle Blicke auf sie gerichtet waren und sie darauf warteten, dass sie zu sprechen begann.

„Es gibt Verhexungen und Verwünschungen. In ihnen steckt weniger schwarze Magie und meist auch nur im Sinne eines boshaften Scherzes. Und es gibt Flüche, die voller schwarzer Magie stecken und Zweck des Zufügens von Schaden ausgesprochen werden“, beantwortete Fenixa die Frage und bemühte sich, möglichst laut und deutlich zu sprechen. „Sehr gut“, sprach der Professor und lehnte sich wieder gegen sein Pult. „Ihr habt sehr gut mitgearbeitet. Hufflepuff, Ravenclaw und Slytherin, ich gebe euren Häusern jeweils fünf Punkte. Gryffindor, ihr bekommt drei Punkte zugeschrieben. Ihr dürft nun in die Pause gehen.“

Warum er zwei Punkte weniger gegeben hatte, stellte wohl niemand infrage. Beim Hinausgehen stellte Fenixa allerdings fest, dass es zumindest den Jungen nichts auszumachen schien, dass sie etwas in Verruf geraten waren.

„Faye, weißt du wer dieser Junge war, auf den es Professor Xandes etwas abgesehen hat?“, fragte sie schließlich ihre Freundin. „Du meinst Sirius Black?“, fragte diese sogleich zurück und erntete ein zustimmendes Nicken. „Ich kenne ihn nicht. Aber die Blacks sind eine alte Zauberfamilie, dessen Haus in Hogwarts eigentlich immer Slytherin war“, erklärte Faye schulterzuckend. „Daher also sein Unglaube bei der Zeremonie“, murmelte Fenixa vor sich hin. Allerdings hatte ihre Freundin sie gehört und grinste leicht vor sich hin. „In der wenigen Zeit, in der wir uns kennen, ist mir aufgefallen, dass zu ein Händchen fürs deduzieren hast, weißt du? Deshalb bist du auch bestimmt nach Ravenclaw gekommen.“

Etwas überrascht blickte Fenixa auf. War dem wirklich so? Es stimmte schon, dass sie viel beobachtete und daraus ihre Schlussfolgerungen zog… So wirklich war ihr das gar nicht aufgefallen. „Ich glaube, du hast recht“, sagte sie lächelnd und ging mit der Hexe mit den schwarzen Locken in die große Halle zum Mittagessen. Auf dem Weg dorthin hatten sie sich etliche Male verlaufen, sodass fast die Hälfte ihrer Mittagspause schon vorbei war, als sie endlich angekommen waren.
„Sie hätten den Erstklässlern mal eine Karte für Hogwarts geben sollen“, stieß die Kupferblonde außer Atem aus und hielt sich die Seite, die fürchterlich schmerzte. „Klar, eine Karte von Hogwarts. Wer die zeichnet, sollte den Orden des Merlin erster Klasse bekommen“, erwiderte Faye etwas sarkastisch.

Vermutlich hatte Faye da nicht ganz Unrecht, dachte sich Fenixa nach einer Weile. Allein die ganzen, sich bewegenden Treppen einzuzeichnen dürfte schon eine Herausforderung werden. Und bestimmt hatte das Schloss so manches Geheimnis, dass nicht einmal die ältesten Schüler oder sogar Lehrer kannten.

Nach dem Mittagessen war ihr letztes Fach für diesen Tag Zaubertränke. Dieses hatten die Ravenclaws mit den Gryffindors zusammen. Von denen hatte sie ja schon einen kleinen Vorgeschmack in Verteidigung gegen die dunklen Künste gehabt, zumindest was die Jungen betraf. Der Weg in den Kerker hinunter, wo der Zaubertrankunterricht schließlich stattfand, war leichter zu finden, als die anderen Klassenräume. „Immer weiter runter“, hatte Faye wiederholt vor sich hin gemurmelt.

Als sie schließlich in den Gewölben unterhalb des Schlosses auf die Gruppe Gryffindors traf, spürte sie wieder ein wenig die Nervosität ihre Nerven entlangfahren. Nicht der Gryffindors wegen, sondern wegen dem Fach. Über Zaubertränke hatte sie schon einiges gehört, zum Beispiel, dass es ein ziemlich schwieriges Fach war. Die Älteren beschrieben es gerne mit den Worten ‘mach einen Fehler und du kannst es eigentlich schon vergessen‘. Wer sie nun schon etwas besser kannte, wusste, dass sie in ungewohnten Situationen oder auch unter Druck gerne Nervös wurde und dabei gerne auch mal Fehler machte. Dieser Gedanke – es war wie ein Teufelskreis – machte sie nur noch ein wenig aufgeregter.

„Hoffentlich haben wir nicht noch so einen Lehrer wie Professor Xandes“, hörte sie aus den Reihen der Gryffindors  jemanden sagen. Sie wusste nicht, wer von beiden es war, dieser Potter oder Black, jedenfalls schienen die beiden schon wie Pech und Schwefel zusammenzukleben.
„Ihr wart doch selber Schuld“, warfen Faye und ein weiterer Gryffindor zeitgleich ein und sahen sich überrascht an. Bei genauerem Hinschauen fiel Fenixa auf, dass es der Junge mit dem hellbraunen Haar und den verblassten Narben war.

Ehe die beiden Jungen etwas erwidern konnten, kam auch schon der Professor, um die Erstklässler in das Klassenzimmer zu führen. Die Ravenclaws und Gryffindors stellten sich im Halbkreis um das Lehrerpult und dem darauf aufgestellten Trank auf. Neben besagtem Trank, der im Kessel vor sich hin dampfte, stand der Professor. Fenixa fand, dass er erstaunlich gut in ihr Bild eines Trankbrauers hineinpasste.  Ein alter Kauz, mit einem langen braunroten Umhang und einem Hut, der sie keineswegs an einen Zauberer erinnerte, sondern an die Jungen und Mädchen einer Muggelschule, die sie einmal im Jahr durch die Straßen gehen sah.

„Sehr schön, ihr seid also die neue Generation“, wurden sie sogleich von Professor Slughorn begrüßt. „Ja, wenn ich euch so vor mir sehe, dann glaube ich ziemlich sicher, dass einige von euch ein großes Talent in der schwierigen Kunst des Tränkbrauens beweisen werden.“ Er grinste sie alle an. Fenixa konnte in den Augen des Professors ein Funkeln erkennen, als er manche Schüler erkannte, als wären diese eine Trophäe. Oder bildete sie sich dies bloß ein?

„Also schön, bestimmt gibt es den einen oder anderen unter euch“, er hatte wieder dieses Funkeln in den Augen, als zu den Schülern sah, „der mir sagen kann, was für einen Trank ich für euch hier gebraut habe?“ Es war der junge mit den Narben, der seine Hand am schnellsten von allen hob.

„Ja, Mr...?“, fragte Professor Slughorn und nahm ihn auch sogleich dran. „Lupin, Sir. Das ist ein Heiltrank gegen Furunkel. Das erkennt man an dem pinken Rauch, der aus dem Kessel aufsteigt“, erklärte der junge Lupin. „Sehr richtig, Mr. Lupin. Ein Heiltrank gegen Furunkel, dieser ist in der Zaubertranklehre so ziemlich das“, Professor Slughorn unterbrach sich kurz und schien nach den richtigen Worten zu suchen. „Dieser Trank ist die Grundvoraussetzung für einen jeden Braumeister. Wem es spätestens nach Abschluss dieses Jahres nicht gelingt, diesen zu brauen… Tja, schade einfach.“

Da war er wieder, der Druck mit dem sie nicht so gut umgehen konnte. Dieser Trank musste ihr gelingen, sonst wäre sie in den Augen ihres Professors eine Niete, sie würde in Zaubertränke vermutlich für alle Zeiten versagen und…. „Hey, mach dich nicht fertig. Alle großen Zauberer haben so angefangen wie wir“, flüsterte ihr Faye ins Ohr, die offenbar bemerkt hatte, was die Aussage des Professors innerlich mit ihr angerichtet hatte. Faye hingegen schaffte es, sie wieder zu beruhigen. Richtig, sie waren alle Anfänger, Fehler zu machen war etwas ganz normales.

„Na dann, mal schauen wie ihr euch beim ersten Mal schlagt. Bildet für das erste Mal Zweiergruppen. Zwei Gruppen pro Tisch. Also dann, lasst das Brauen beginnen.“ Es schien ihn sehr zu amüsieren, wie die Neuankömmlinge davonhuschten und sich an einen Platz begaben.

Fenixa selbst war auch sehr überrascht, ehe sie sich versah, hatte Faye sie am Handgelenk gepackt und an den Tisch gezogen, wo Lupin mit – das überraschte sie noch mehr – Peter Pettigrew bereits stand. „Hier ist noch Platz? Gut.“, sagte die Hexe mit den schwarzen Locken lediglich um sich zu erklären. Sie selbst hatte den Mund aufgemacht, um etwas zu sagen, doch schloss sie sogleich wieder.

„Die Anleitung steht auf der Seite vier eures Buches“, gab Professor Slughorn noch kund. Fenixa schnappte aus ihrer Tasche ihre Zaubertrankzutaten und das Buch Zaubertränke und Zauberbräue und schlug es auf Seite vier auf. „Okay, was hältst du davon, wenn du schon mal den Kessel und die Grundflüssigkeit erhitzt und in der Zwischenzeit mahle ich die Schlangenzähne?“, fragte Fenixa Faye, die daraufhin nur lächelnd nickte.

„Hey, Remus, wir sollten es genauso machen. Das sind Ravenclaws, die sind schlau und wissen, was sie tun“, hörte sie Pettigrew von der anderen Seite des Tisches zu Lupin murmeln. „Das wäre doch abgucken…“, gab Lupin entrüstet von sich. Fenixa konnte sich ein leichtes Lächeln nicht verkneifen, während sie mit Mörser und Pistill die Schlangenzähne zu Pulver mahlte. Im Augenwinkel sah sie, dass auch Faye amüsiert zu sein schien. Warum ihre Partnerin von allen Tischen diesen hier ausgewählt hatte? Oh, sie hatte da eine leise Ahnung.

„Danke nochmal, wegen gestern… Monelle?“ Pettigrew schien recht unsicher dabei, wie er sie ansprechen sollte. „Fenixa“, kam es wie aus der Pistole von ihr geschossen. Als sie es merkte, stoppte sie kurz in ihrer Bewegung. „Ah, ich meine… Ich mag es nicht so… Mit dem Familiennamen angesprochen zu werden. Und… Keine Ursache“, erklärte sie sich dann.

Danach war es eine ganze Weile ruhig an ihrem Tisch. Sie und Faye hatten in den köchelnden Trank die gemahlenen Schlangenzähne, getrocknete Nesseln und geschmorte Wellhornschnecken dazugegeben und mussten ihn nun noch ein wenig länger köcheln lassen. Die Jungs auf der anderen Seite warteten nun auch und plötzlich wurde die angenehme Ruhe schlagartig unangenehm. Immer wieder sahen sie sich gegenseitig an, ohne ein Wort miteinander zu wechseln.

„Du bist auch jemand, der viel liest, oder Remus?“, fragte Faye dann unverblümt, als ihr das Schweigen zu bunt wurde. Abgesehen davon vermutete die Kupferblonde, dass Remus Lupin der Grund war, warum Faye sich an diesen Tisch gestellt hatte. Sie hatte ja schon unglaubliche Neugierde bewiesen, was die Kupferblonde selbst anbelangte, und in Fayes Augen erschien Lupin nun unglaublich interessant und weckte ihre Neugierde. Er wusste über Zaubertränke Bescheid, auch in Verteidigung gegen die dunklen Künste hatte er einige Fragen von Professor Xandes beantwortet, kurzum er schien sehr schlau zu sein. Faye hatte auch schon gezeigt, dass sie sehr intelligent war, deshalb konnte Fenixa das Handeln ihrer Freundin nachvollziehen.

„Ehm… Ja?“ Lupin schien nicht ganz von sich selbst überzeugt und kratzte sich am Hinterkopf. „Als ich in Flourish und Blotts meine Schulbücher besorgt habe, habe ich gedacht, ich stünde im Paradies“, schwärmte die Schwarzhaarige bei dem Gedanken an dem Buchladen. Von der anderen Seite des Tisches war ein amüsiertes Lachen von beiden Jungen zu vernehmen.

Schließlich war es an der Zeit, den Trank fertigzustellen, weshalb sie sich wieder konzentrierten. Fenixa nahm den Kessel vorsichtig vom Feuer und kurz darauf gab Faye die letzte Zutat, die Stachelschwein-Pastillen, hinzu. Der Anleitung nach war der Trank nun fertig.

Professor Slughorn ging nun herum und betrachtete die Werke der einzelnen Gruppen. Er schien alles in allem sehr zufrieden zu sein, hatte er am Ende der Stunde verkündet. Es soll wohl immer um die ein, zwei Schüler in jeder ersten Klasse geben, die den Trank in die Luft jagen, was in Verätzungen und Furunkeln endete, doch dieses Mal war dies nicht der Fall. Als Anerkennung gab es keine Hausaufgaben auf, was natürlich alle sehr wertschätzten.

Somit war der Unterricht ihres ersten Schultages in Hogwarts am frühen Nachmittag beendet.
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