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Jin In The Bottle 2 || bts

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P12
Jimin Kim Seokjin OC (Own Character)
29.03.2020
21.11.2020
24
69.240
4
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21.11.2020 2.599
 
Für diesen Abend beendeten wir die Fragerunde, denn Lydia schien sowieso nicht mehr aufzupassen, während sie unsere gesamte Einrichtung unter die Lupe nahm. Mom war sowieso dafür, dass es für Jimin Zeit war zu gehen, da morgen Montag und uns damit ein anstrengender Schultag bevorstand. Er schien nichts dagegen zu haben und ich sprang mit ihm auf, um ihn zur Tür zu bringen und damit für einen Moment den besorgt strengen Blicken meiner Eltern zu entkommen, wenn diese gerade nicht von Lydia abgelenkt wurden.
Während meine Eltern sich mit ihr rumschlugen und ihr erklärten, dass das Tablet auf dem Wohnzimmertisch kein weiteres Kunstwerk ohne Motiv darstellen sollte, zog Jimin sich die Schuhe an und ich öffnete die Tür bereits einen Spalt breit. Ich huscht mit ihm nach draußen, als er sich angezogen hatte und lehnte die Tür an.
"Wir sollten sobald wie möglich noch einmal mit Lydia sprechen", sagte ich leise, als teilten wir ein Geheimnis, das keiner erfahren sollte. "Und vielleicht lassen wir meine Eltern erst einmal aus dem Spiel. Ich weiß schon, was mir gleich noch blühen wird, dass ich ihnen nicht direkt davon erzählt habe, dass der erste Wunsch gefallen ist."
Ich fröstelte. Nicht nur, weil ich es in meinem Kopf mal wieder maßlos übertrieb, was die kommende Standpauke meiner Eltern anbelangte, sondern auch, weil dieser Frühlingabend einen kalten Wind durch die Straßen gleiten ließ.
"Ich habe morgen ein wenig Zeit, aber auch nicht viel. Ich muss noch für Mittwoch lernen."
"Das passt. Ich könnte direkt nach dem Nachhilfeunterricht."
"Gut", sagte Jimin zustimmend, aber dann hielt er grübelnd inne. "Aber wo gehen wir hin, wenn deine Eltern nun erst recht alarmiert sind und meine Mom dich so lange aufhalten wird, dass wir gar nicht dazukommen, uns auch nur zu begrüßen?"
"Das ist kein Problem, meine Eltern kommen meistens nicht vor sieben nach Hause und Mo wird vermutlich bei einem Freund sein."

Jimin nickte leicht lächelnd und ging rückwärts die Stufen hinab, während er mich weiter ansah.
"Alles klar. Dann also bis morgen?"
"Ja, bis morgen."
Er verstärkte sein Lächeln noch ein wenig, ehe er die Hand hob und sich abwandte. Ich sah ihm dabei zu, wie er den kleinen Weg, der die beiden Seiten unseres Vorgartens trennte, entlanglief und dann hinter unserem Zaun abbog. Noch einmal wandte er den Kopf zu mir um und mein Herz machte einen kleinen Hüpfer, obwohl ich das doch gar nicht wollte. Wieder lächelte er und wirkte dabei so schön, während er von der Straßenlaterne angeleuchtet wurde, dass mir der Gedanke kam, dass das das perfekte Bild für die Kunstaufgabe für Miss Lee gewesen wäre, hätte sie uns nicht aufgegeben, die schlechteste Eigenschaft einer Person festzuhalten, sondern genau das Gegenteil.
Ich riss mich von Jimins Anblick los, flüchtete zurück ins Haus und lehnte mich an die geschlossene Tür. Oh Gott, warum hörte mein Herz nicht auf zu klopfen? Ich schluckte und wedelte mir mit der Hand etwas Luft zu, da es plötzlich so warm war. Aber es half nicht.
Mein Herz beruhigte sich erst, als Mom und Dad zusammen mit Lydia in den Flur traten. Die Frau mit dem raschelnden Rock sah mit geweiteten Augen auf das Tablet in ihren Händen und tippte suchend darauf herum.
"Hey, Sol, ich wusste gar nicht, dass es Schreibmaschinen ohne richtige Tasten und als rechteckigen Teller gibt. Jetzt wird mir zumindest klar, dass dieses Gerät und das große Ding in eurem Salon keine Kunst sein sollen. Das ist wirklich erstaunlich." Sie hob nicht einmal den Blick, während sie tippte und tippte und dann zusammen mit Mom nach oben ging, wo sie ihr das Gästezimmer zeigen wollte.

Dad blieb derweil an Ort und Stelle stehen und lächelte ein wenig. Würde ich jetzt die erwartete Standpauke gehalten bekommen? Aber Moment ... dann würde Dad mich doch nicht anlächeln.
"Danke, dass ihr uns erzählt habt, was passiert ist", sagte er und er klang wirklich äußerst dankbar dafür. Ich war überrascht.
"Ich weiß noch, als deine Mutter und ich in diese ganze Sache verwickelt waren. Sie hat alles dafür getan, dass ich freikomme und sie hat es damals für das Beste gehalten, so wenig Menschen wie möglich einzuweihen. Vielleicht ist es aber doch gut, so viel Unterstützung, wie möglich zu haben, also wendet euch immer an uns, sollte irgendetwas sein. Sag das auch Jimin, ihn betrifft es immerhin am meisten. Auch wenn du jetzt scheinbar auch eine magische Helferin heraufbeschworen hast. Hoffentlich eine Gute."
Dad klopfte mir sanft auf die Schulter und folgte dann Mom nach oben. Ich trottete hinterher, denn es wurde ohnehin Zeit für mich, mich endlich Bettfertig zu machen und dann schlafen zu gehen. Vor meiner Tür wurde ich dann aber davon abgehalten in mein Zimmer zu gehen, als jemand nach meinem Arm griff. Es war Mom und ich kam gar nicht dazu, sie richtig zu mustern, um einzuschätzen, ob sie sauer war oder nicht, denn da hatte sie mich schon zu sich gezogen und umarmte mich fest.
"Sag mir bitte das nächste Mal früher bescheid, Sol. Es hätte so viel passieren können, während ihr uns verschwiegen habt, dass Jimin seinen ersten Wunsch geäußert hat und im schlimmsten Fall hätte niemand auch nur ahnen können, was los ist. Ich will nur, dass das alles unter Kontrolle bleibt, okay?"
Ich nickte und Mom strich mir mein kurzes Haar aus der Stirn und lächelte mich an. Ich war sehr erleichtert, dass die gefürchtete Diskussion ausblieb.
"Okay, Mom."

Sie gab mir noch einen Kuss auf die Stirn und wünschte mir eine gute Nacht, ehe sie zu Dad lief, der an der Schlafzimmertür auf sie gewartet hatte und den Arm um sie legte, als sie bei im ankam. Die beiden verschwanden in ihrem Zimmer und auch ich ging in meines, nur um Sekunden später mit meinem Schlafzeug bewaffnet das Bad aufzusuchen.
Ich zog mich in Blitzgeschwindigkeit um, aber nachdem ich meine Zähne geputzt und mein Gesicht gewaschen hatte, wanderten meine Gedanken unsinnigerweise wieder zu Jimin und schon wieder erhöhte sich mein Puls und meine Wangen erröteten. Mit einem weiteren Schwall Wasser wollte ich der Rötung meines Gesichtes entgegenwirken, doch es brachte nichts und es ließ auch nicht den Gedanken daran verschwinden, wie Jimin und ich unter der Markise gestanden hatten oder wie er vorhin vom Licht der Laterne beleuchtet worden war, als wäre er kein Wesen dieser Welt.
Aufgebracht seufzend trocknete ich mein Gesicht und verließ das Bad. An Schlaf war jedoch immer noch nicht zu denken, denn in der Gruppe mit Risa und Ronny ging es gerade richtig ab, weil Ronny wieder etwas von ihrem Leben in den USA mit uns teilte. Und ich konnte nicht anders, als mich genauso zu freuen, wie Risa es schon seit einer geschlagenen halben Stunde tat.
"Ein Ring? Sie hat dir einen Ring geschenkt? Das ist, als wärt ihr schon fast verheiratet. Nur damit das klar ist, ich reserviere mir hier schon einmal den Platz als Trauzeugin", lautete es in einer von Risas Sprachnachrichten unter den vielen anderen Nachrichten die die beiden hin und her geschickt hatten. Ich sah mir derweil die schlichten Silberringe an, die sowohl Ronnys gebräunte Hand, so wie die deutlich dunklere Hand ihrer Freundin schmückten, während eine Sprachnachricht nach der anderen abgespielt wurde.
"Das ist so süß", sagte ich ins Mikrofon und fasste mir an die Brust, auch wenn die anderen es nicht sahen. "Das geht so schnell und Risa und ich bekommen nichts mit. Wenn ihr uns endlich mal besuchen kommt, bring deine Freundin bitte mit!"

Ich erhielt noch einige Versicherungen, dass sie das auf jeden Fall machen würde und während Risa unerschöpflich weiterspammte, ging ich offline und richtete meine Kissen, damit ich gemütlich lag.
Dennoch warf ich mich noch einige Minuten lang hin und her. Ich konnte einfach kein Auge zutun und dann war es schon halb zwei Morgens und ich hatte immer noch Jimin vor Augen und dann Taehyung und die Vorstellungen unseres Dates, das noch stattfinden sollte. Das ging alles eine Weile hin und her, bis sich mein Kopf einfach von automatisch ausschaltete, weil er einfach keine Lust mehr auf dieses Teenie-Drama hatte.
Am nächsten Morgen war ich dementsprechend fertig. Ich wanderte nach unten in die Küche, als hatte ich tagelang nicht geschlafen und war nun in einer Mischung aus wachen und träumen gefangen, die dafür sorgte, dass ich statt Milch Wasser in meine Schüssel Cornflakes goss und meine Cornflakes auch gar keinen Cornflakes, sondern getrocknetes Obst war. Super Kombination.
In der Schule ging es so weiter. Da lehnte ich mich in meinen Spind hinein, um etwas für mein erstes Fach herauszuholen und legte nur kurz den Kopf auf meinen müde suchenden Armen ab, da war ich schon eingedöst, während ich mit dem Oberkörper im Spind hing.
Risa weckte mich mit einem Schlag auf den Rücken, der nicht fest, aber äußerst laut war.
"Was hast du die Nacht über getrieben, wenn du schon nicht online warst und Ronny mit mir zusammen ausgefragt hast? Und außerdem: Sonst hälst du dich doch immer an deinen Schlafplan, weil Schlaf gut für die Gesundheit und wichtig für die körperliche und geistige Leistung ist."
Ich rutschte aus dem Spind und zog gleich ein Schulbuch mit, das mit schwer auf den großen Zeh fiel und als ich hellwach und vor Schmerzen jaulend umherhopste, stieß ich mit der Schulter gegen eine andere Person und mein Gleichgewicht versagte.

Mit aus Reflex geschlossenen Augen machte ich mich bereit auf den Sturz, doch der blieb aus, denn stattdessen lehnte ich an jemandem, Jimin, und war zu müde, mich wieder aufzurappeln. Als ich aber richtig realisierte, dass ich gegen Jimin lehnte, der seine Hände warm und sanft auf meinen Oberarm gelegt hatte, während er mich praktisch umarmte, damit ich nicht umfiel, wurde ich wieder für einen Moment hellwach und sprang auf wie eine aufgeschreckte Katze.
Risa sah mich mit einem Schmunzeln und hochgezogener Augenbraue an und ich fuhr mir nur durch das müde Gesicht. Musste Jimin genau jetzt auftauchen? Immerhin war er teilweise Schuld daran, dass ich kaum geschlafen hatte und außerdem sah ich ihn schon heute Abend und ich freute mich darauf, fühlte mich aber auch gleichzeitig ausgesprochen aufgeregt und hilflos.
"Alles okay? Ich habe erst ein Klatschen und dann ein Jammern gehört."
Ich wandte mich zu meinem Spind um, schloss die Tür und lehnte mich mit der Stirn dagegen, um nur mal kurz die Augen zu schließen. Ich war schon lange nicht mehr so müde gewesen und wenn ich Jimin ein bisschen ignorierte, vielleicht verschwand er ja dann und ich musste ihm nicht mehr in sein liebes Gesicht sehen, dass mein Gehirn total verwirrte.
Risa zog mich vom Spind weg und hielt meine beiden Oberarme umklammert, damit ich mich nicht wieder dagegen lehnte.
"Hör auf damit, wenn du so weiter machst, bekommst du noch Pickel auf der Stirn", meckerte sie. An Jimin gewandt setzte sie hinzu: "Bei uns ist alles in Ordnung, ich versuche nur Sol wachzuhalten. Sie benimmt sich, als hätte sie seit Wochen kein Bett mehr gesehen."
Statt an meinen Spind, lehnte ich nun gegen Risa, die mich verärgert schüttelte und dazu aufrief, endlich wach zu werden. Schmunzelnd stellte ich mich auf. Dann klingelte es zum Stundenbeginn.
"Beeilen wir uns. Sonst kommen wir zu spät. Wir sehen uns heute Abend, Jimin." Ich winkte Jimin kurz zu und packte mir dann schnell Risa, die ich einfach mit mir schleifte.

Bis wir auf unseren Plätzen saßen blieb Risa still, doch sie bedachte mich die ganze Zeit mit einem aufmerksamen Blick. Leider hielt das Auftauchen unserer Lehrerin meine beste Freundin nicht davon ab, mich doch noch auszuquetschen.
"Was geht da eigentlich zwischen Jimin und dir? Wir sehen uns heute Abend, Jimin", sagte Risa mit einem verträumten Ausdruck, den ich gar nicht im Gesicht gehabt haben konnte, weil ich es viel zu eilig gehabt hatte. "Ihr verbringt immer mehr Zeit miteinander, wie mir scheint. Und stehst du nicht auf Tae und sein verführerisch gutes Aussehen? Ich dachte, Jimin sei nicht dein Typ."
"Hör auf!", rief ich flüsternd, doch es war lauter als beabsichtigt und die ganze Klasse wandte sich zu mir um. Auch unsere Lehrerin bedachte uns mit einem überraschten Blick und als ich mich kleinlaut entschuldigte, widmete sie sich einfach wieder dem Unterricht.
"Da ist nichts zwischen Jimin und mir. Vielleicht eine kleine Verbundenheit, was bestimmte Dinge angeht und deswegen mag ich ihn. Aber nicht so, wie du jetzt glaubst, glaube ich. Hör auf so zu gucken." Ich versetzte Risa einen kleinen unauffälligen Stups und schlug meinen Block auf, damit ich damit beginnen konnte aufzuschreiben, was unsere Lehrerin an die Tafel kritzelte.
"Du bist dir nicht sicher. Aber warum? Ihr kommt gut miteinander aus und nur, weil Jimin nichts mit den Jungen gemein hat, für die du bisher geschwärmt hast, heißt das nicht, dass ihr nicht zusammenpasst."
Ich begann zu zappeln und biss mir auf die Unterlippe.
"Ich weiß, aber ich habe Jimin bisher immer nur als einen Freund angesehen. Und außerdem hat Tae mich nach einem Date gefragt, auf das ich mich freue, aber bei dem ich schon die ganze Zeit unsicher war. Seit heute Nacht noch mehr, weil, als Jimin gestern Abend gegangen ist ... ach, keine Ahnung, Risa. Was das angeht, bin ich seit gestern eine hormonelle Zeitbombe, die kurz vor der Explosion steht."

Risa kaute auf ihrem Kugelschreiber herum und tat für eine Zeit lang so, als würde sie dem Unterricht folgen, weil unsere Lehrerin einen prüfenden Blick auf unsere Klasse warf und sich dann wieder abwandte, um sich in ihre Erklärungen zu stürzen. Als die Luft wieder rein war, beugte sie sich zu mir.
"Du hast ein Date mit Tae und stehst gleichzeitig auf Jimin? Wow, ich hätte nie gedacht, dass du einmal in so eine Lage kommst, weil du sonst eigentlich immer ziemlich gut organisiert bist. Aber wer kann schon Gefühle organisieren? Ich an deiner Stelle, würde mich für das entscheiden, was sich richtig anfühlt."
"Wie meinst du das?", nuschelte ich in meine Hand und behielt unsere Lehrerin im Blick, die so aussah, als würde sie sich gleich wieder umdrehen.
"Na, etwas auszuprobieren schadet nicht. Warte das Date mit Tae ab, vielleicht wird dann einiges etwas klarer für dich und du findest heraus, wen von den beiden du mehr magst."
"Aber ist das nicht ein bisschen hinterlistig? Es ist zum verzweifeln."
Risa räusperte sich und wir beugten uns über unsere Notizen, damit wir nicht beim Tuscheln erwischt wurden.
"Du bist mit keinem der beiden irgendetwas eingegangen, also ist alles im grünen Bereich. Wenn es dir aber Unbehagen bereitet auf dieses Date zu gehen, solltest du es direkt absagen, weil vielleicht ist das ja schon ein eindeutiges Indiz dafür, dass-"
"Risa und Sol! Könntet ihr bitte aufhören meinen Unterricht mit eurem Geschwätze zu stören? Hier wollen zumindest ein paar Schüler etwas lernen."
Wir hielten die Klappen, auch wenn wir uns sicher waren, dass hier keiner aufmerksam zuhörte und verschoben dieses Gespräch mit einem kleinen Nicken auf einen späteren Zeitpunkt.








[oh mein gott, leute, es tut mir so leid, dass ich etwas spät dran bin. ich war gerade so in einem online shopping wahn (ohne was zu kaufen, bis auf weihnachtsgeschenke), um mich von dem uni-stress abzulenken.
jetzt ist das kapitel ja aber da! :)
lasst gerne eure meinung zur story da, das würde mich sehr, sehr freuen.
wir lesen uns! <3]
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