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Ich steh (nicht) auf Frauen

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Maxim Drüner Nico Seyfrid
29.03.2020
10.05.2020
6
6.950
4
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29.03.2020 1.041
 
"Ich steh auf Frauen. Ich steh auf Frauen. Ich weiß es."

Einen scheiß tat er. Auch wenn es niemand in diesem Saal wusste. Schon eine ganze Weile ging da nichts mehr, was auch der Hauptgrund für seine damalige Trennung mit seiner Freundin gewesen war. Wobei eher Grund Nummer eins grad an ihm vorbei ging und das Publikum weiter einheitzte.

Nur die Ruhe bewahren. Schau bloß nicht auf seinen Arsch. Wenn das nur so einfach wäre. Verzweifelt griff Nico zu einer weiteren Flasche Champagner und nahm mehrere schlücke von dieser. Dies machte die Sache zwar auch nicht besser, aber verschaffte für eine kurze Zeit etwas Ablenkung.

Was Nico in der Zeitspanne nicht mitbekam war wie Maxim ihm näher kam, weswegen er auch erschrak als sich ein Arm um seine Schulter legte. Grinsend sah ihn der Franzose von oben herab an. Da zuvor schon reichlich Alkohol geflossen war, wusste der Kleinere gar nicht so recht wie er reagieren sollte. Nicht das er es auch so gewusst hätte. Die letzten Wochen und Monate war alles komplizierter geworden. Das es den anderen noch nicht aufgefallen war, grenzte an einem Wunder.

Maxim begutachtete seinen Freund eine Weile und grinste dann nur wieder breit. Nico durchfuhr bei dem Anblick ein angenehmes Gefühl. Er konnte sich nicht lange auf das Gefühl konzentrieren, da näherte sich plötzlich Maxim's Gesicht seinem und kurze Zeit später spürte er wie sich ihre Lippen berührten. Es war nicht das erste Mal, dass sie sich auf der Bühne küssten. Ganz im Gegenteil. Nur damals war es einfacher gewesen. Da hatte es noch kein Herzrasen und keine schwitzigen Hände gegeben. Kein Verlangen nach mehr. Dieser Mann machte wirklich einen hoffnungslosen Fall aus ihm.

Wenn ihn später jemand darauf anspräche, würde er es einfach auf den Alkohol schieben. Wie sonst sollte Nico erklären, dass er einfach mal seinem besten Freund seine Zunge in den Mund gerammt hatte?

Maxim schien dies aber auch nicht weiter zu stören und wenn ließ er es sich nicht anmerken. Viel lieber erwiderte er den Kuss, nur um sich dann viel zu schnell wieder von ihm zu lösen. Mit einem Zwinkern ließ er gänzlich von Nico ab, der nun wirklich nicht mehr auf sein Leben klar kam.

Das grad machte seine Situation wirklich nicht einfacher. Sein dummer Schwanz hatte dies auch als eine Art Startsignal angesehen zu haben und nun musste er wohl oder übel mit einem halbsteifen über die Bühne schreiten. Hoffentlich war das Ganze hier schnell vorbei.

Eines Gefühle Ewigkeit später hatten sie auch die Zugabe hinter sich gebracht und von den Fans verabschiedet. Nico konnte es diesmal nicht schnell genug gehen. Er wollte einfach weg von der Bühne, weg von den ganzen Menschen und insbesondere weg von diesem Adonis. Letzteres würde sich als eher schwierig herausstellen, wo sie sich einen Tourbus teilten.

Schnellen Schrittes begab sich Nico in den Backstagebereich. Noch war er der einzige in dem Raum. Erleichtert atmete er tief ein und aus. So konnte das nicht weitergehen. Irgendwann würde er auffliegen und dann wäre alles zerstört.

"Alter, was war das eben? Es sah aus, als wolltest du Maxim auffressen.", lachte Tarek, der soeben den Raum betreten hatte.

"Du bist doch nur neidisch. Nico liebt mich eben am meisten. Gerne darfst du nächstes Mal mit uns spielen.", Maxim umarmte Tarek von hinten und grinste dreckig.

"Ich will mit eurer schwuchtelei nichts zu tun haben.", grummelte Tarek und schubste seinen Freund von sich.

Maxim lachte nur wieder und wandte sich Nico zu, der immer noch stocksteif mitten im Raum stand und panisch seine beiden Freunde ansah.

"Alles gut bei dir, Süßer?", säuselte ihm der Franzose spielerisch entgegen.

"Lasst mich einfach in Ruhe.", zischte der Angesprochene und verließ so schnell es nur ging den Raum. Das er sich ziemlich unfair den beiden gegenüber verhielt war ihm gerade mehr als egal. Er brauchte jetzt Abstand. Draußen angekommen zündete er sich erstmal eine Zigarette an und lief langsam Richtung Tourbus. Er musste langsam aber sicher seine Gefühle in den griff bekommen. Seufzend strich sich Nico übers Gesicht.

Ein paar Stunden später kamen Tarek, Sil-Yan und Maxim auch zum Tourbus. Entgegen Nico hatten sie sich noch entschieden ein paar Fotos mit den Fans zu machen und zu feiern. Gut gelaunt betraten sie den Bus. Nico hatte sich relativ früh in seine Koje gelegt und war auch in diesem Moment sehr froh über seine Entscheidung, da er so weiterhin seinen Freunden aus dem Weg gehen konnte. Sehr erwachsen, Seyfrid, dachte sich Nico bitter.

Tarek und Sil-Yan hatten sich direkt ein Bier aus dem Kühlschrank gefischt und es sich in dem kleinen Wohnbereich gemütlich gemacht. Maxim hingegen schaute sich im Bus um, auf der Suche nach seinem Freund. Ihm war das komische Verhalten aufgefallen. Und der kleine Ausbruch von eben machte ihm Sorgen. Irgendwas schien nicht zu stimmen und er wollte wissen was. Er hasste es sich ewig mit einem Problem rumschlagen zu müssen, wenn es sich doch sicher auf eine Art lösen ließ. Schnell hatte er auch Nico gefunden und hockte sich zu ihm runter.

"Ich weiß das du noch nicht schläfst. Was ist los mit dir?", fragte Maxim leise.

Nico seufzte leise und öffnete seine Augen. Natürlich musste Maxim zu ihm kommen. Wie konnte es auch anders sein.

"Es ist nichts. Bin momentan einfach ziemlich angespannt. Sorry wegen eben."

Maxim runzelte die Stirn. Wirklich abkaufen tat er es ihm nicht. Nur zwingen konnte er Nico auch nicht.

"Vielleicht brauchst du einfach nochmal guten Sex. Deine letzte Beziehung ist ja auch schon eine Weile her."

Ja, dreckigen Sex mir dir, schoss es Nico durch den Kopf.

"Nein, mal im Ernst. Wenn dich was bedrückt, du kannst immer mit mir reden. Das weißt du hoffentlich.", sah ihn Maxim besorgt an.

"Ich weiß, danke. Ich bin wirklich müde. Wir sehen uns Morgen, okay?", versuchte Nico ihn endgültig abzuwimmeln.

Maxim wollte schon protestieren, ließ es dann aber bleiben. Stattdessen nickte er nur und lehnte sich zu selbem Freund runter. Mit einem kleinen Kuss auf die Stirn und einem leisen Gute Nacht verabschiedete sich der Größere und entfernte sich wieder. Nico lag in dieser Nacht noch sehr lange wach.
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