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Vom gleichen Blut

von Snowsong
GeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P18
OC (Own Character)
29.03.2020
24.05.2020
8
27.089
2
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10 Reviews
Dieses Kapitel
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29.03.2020 1.954
 
Vielen Dank an Kolliy, meine Beta, der nun auch im Warhammer- Universum anfängt, Rechtschreibfehler zu erlegen.

Hallo ihr lieben, schön das ihr auf meine FF gestoßen seit. Wer mich kennt weiß, ich nehme gerne nur das Gerüst, welches die Welt mir bietet. Darauf ziehe ich dann mein eigenes Zeug auf.
Ich werde mich; wie auch bei den anderen Geschichten bemühen, hier alles so zu schreiben, das kein Hintergrundwissen nötig ist. Ich hoffe, das gelingt mir.
Meine Informationen habe ich aus vielen Büchern gezogen die größten Teils englisch sind.
Da ich aber englische Namen nur ungern Benutze, werde ich hier die deutschen Namen verwenden. Ausnahme werden Städtenamen wie z.B Skavenblight sein. Ich mag den Namen Skavenfäule nicht.  

Im diesen Sinne, viel Spaß mit dem lesen meiner Skaven- FF.


Heil der gehörnten Ratte!


Eure Snowsong


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Prolog



Es war nie gut, wenn man vor den Grauen Seher zitiert wurde. Offiziell war es natürlich eine Ehre, wenn man von dem Grauen Seher bemerkt wurde. Es lebten fast 5 000 Skaven in Quinz. Und genau er sollte vor den höchsten der Hohen treten.
Er, der unbedeutende Riz Splitterohr.

Skaven waren riesige Ratten, die auf zwei Beinen liefen. Sie alle waren Kinder der gehörnten Ratte. Und sie waren es auch, die dazu bestimmt waren, diese Welt zu beherrschen!

Riz war allerdings unbedeutend.

Oh, eigentlich war er ein Genie. Das hatte nur keiner bis jetzt erkannt. Doch es würde natürlich die Zeit kommen, in der er glänzen würde. Doch bis es so weit war, würde er die Schnauze nieder halten, und so tun, als würde er gehorchen.

Er gehörte zu den Niedersten der Gesellschaft. Als Skavensklaven hatte er eigentlich keine hohe Lebenserwartung. Glück im Unglück hatte er ein gewisses Talent für die Heilkunst. Statt ihn also aufzufressen hatte man ihn kastriert und zum Herzstück der Stadt gebracht.
Dort, in den Brutkammern wurden die Weibchen ihrer Gesellschaft gehalten.

Seine Arbeit war ruhig und weniger gefährlich als die eines normalen Skavensklaven, was nicht hieß, dass er außer Gefahr war.
Riz leitete derzeitig den Brutkomplex, was hieß, es war sein Kopf, der als erstes rollte, sollte der Graue Seher nicht zufrieden sein.
Und obwohl er es nicht in der Hand hatte; wenn zu wenig Weibchen geboren wurden oder es zu wenig Elitenachwuchs gab, dann lag das in den Augen seiner Herrn an ihm.

Tatsächlich hatten die letzten Ergebnisse kein Weibchen hervorgebracht. Wurde er nun gerufen, um zu sterben?

Zitternd machte sich der kleine Rattenmann noch kleiner, als er vor den grauen Skaven mit den Hörnern trat. Das wenige, noch vorhandene, braune Fell legte er so dicht an den Körper, wie möglich um ja nicht provozierend zu wirken.

Xaraz Blutauge war ein grauer Seher, ein Prophet der gehörnten Ratte. Obwohl Graue Seher eher als Berater agierten, hatte Xaraz nun schon seit über 6 Jahren das alleinige Kommando über ganz Quinz.

Quinz war eine Kolonie die von Talabheim gegründet worden war um dem Machtzuwachs von Altdorf entgegenzuwirken. Als Kolonie hatten sie keinen Rat, sie erhielten ihre Befehle von Talabheim. Und doch hatten sie aufgrund der Entfernung eine gewisse Unabhängigkeit, die der graue Seher natürlich ausnutze.
Es könnte der Wille der gehörnten Ratte sein, dass all die anderen Befehlshaber auf mysteriöse Weise starben, oder aber ein gut bezahlter Assassine. So genau wusste das keiner.

Durch das gut verzweigte Tunnelnetzwerk waren sie mit Talabheim verbunden. Überwiegend lieferte Quinz Metalle und Hölzer die die Skaven bargen. Aber auch einen hohen Anteil an Kräuter, die zur Herstellung von Drogen oder Heilsalben verwendet wurden, kamen von ihnen.
Clan Eshin, die Assassinen unter den Skaven hatten hier ein eigenes Dojo, und nutzen die Pflanzen der Oberwelt um tödliche Gifte zu mischen.
Clan Moulder wiederum nutze das großzügige Platzangebot um noch verheerendere Monstrosität zu züchten. Der Züchterklan beanspruchte weite Höhlen und verborgene Täler für sich.
Und durch das reichhaltige Angebot an Kohle und anderen, diversen Brennstoffen herrschten in den Öfen von Clan Skryre, den Erfinder der Skaven Tag und Nacht hoch betrieb.

Clan Verminus , ein Kriegerclan hatte schnell erkannt, das diese Brennöfen auch gute Waffen herstellten und so hielten sich diese hier auch verstärkt auf.

Doch, sie hatten es gut hier und es würde nur eine Frage der Zeit sein, bis sich Quinz von Talabheim löste und auf eigenen Beinen stand.

Der graue Skaven trug auch heute eine hellblaue Robe, die mit verschiedenen Symbolen verziert war, die Riz nicht entziffern konnte. Das war auch recht egal, was da auf der Robe stand.
Riz schmiss sich vor dem anderen in den Staub. Die Faustregel und das Rezept zum Überleben war denkbar einfach: Übermäßiger Lobgesang und die Schnauze ja schön Richtung Boden halten.

„Ihr habt mich rufen lassen, oh mächtiger Verkünder des Wortes der gehörnten Ratte?“, piepste Riz unterwürfig.
Das eine Auge des grauen Sehers war komplett blutrot, das andere hatte eine schwarze Iris.

„Das habe ich.“ Die Stimme war kalt und hallte unnatürlich laut von den Wänden wieder. Riz machte sich noch kleiner, als er ohnehin schon war und drückte seine Schnauze auf den Fußboden.
„Ich habe dich gerufen, weil ich für dich eine Aufgabe habe.“
„Eine Aufgabe für mich? Der nichtswürdige Riz fühlt sich geehrt-geehrt!“
„Du wirst ein Weibchen auswählen und sobald es geworfen hat, wirst du dir die Jungen genau ansehen. Ich will wissen, wie sie sich machen, wo sie hinkommen und wie sie sich entwickeln.“
Riz runzelte verwirrt die Stirn. Das war ... ungewöhnlich.
„Und dann, wenn sie verteilt werden, wirst du mir mitteilen, in welchen Clan sie kommen. Ich habe Pläne mit diesem einen Wurf. Hast du mich verstanden, du unwürdiger Wurm?“
„Riz hat verstanden-verstanden“, stotterte Riz eilig „Riz wird machen, was der Höchste der Hohen, der Auserwählte der gehörnten Ratte befielt.“

Dann machte Riz, dass er wegkam.
Und doch verwirrte ihn dieser Befehl. Normalerweise kamen die Welpen in den Clan jenes Skaven, der sie gezeugt hatte. Natürlich gab es die Pflichtabgaben an Clan Pestilenz; der einzige Clan dem aufgrund seiner ansteckenden Krankheiten die Paarung verboten war oder aber die Jungen, die alle mit einem schwarzen Pelz geboren wurden. Sie waren ohne Ausnahme für die Ausbildung zum Krieger, den Sturmratten; oder wie die Menschen- Dinger sie nannten Sturmvermin, bestimmt.  
Was hatte der graue Seher vor?

Schon am kommenden Abend, als er seinen Rundgang durch die Gänge der Brutkammern machte, war eines der Weibchen am Werfen.

Es war Routine für Riz.
In eine der Kammern lag ein dickes, großes Weibchen, das mindestens doppelt so groß war wie er und dreimal so breit. Um den Hals hatte sie einen eisernen Kragen, der wiederum mit zwei Ketten verbunden war, die an Vorrichtungen hingen. Die gleichen Fesseln hatte das Weibchen an Armen und Beinen.

Das Weibchen nahm ihn nicht wahr. Sie war in einem nebligen Zustand durch die Drogen, die ihr regelmäßig verabreicht wurden.

Weibchen brauchte man in der Gesellschaft, damit sie Nachwuchs produzierten. Nicht mehr und nicht weniger. Sie wurden gemästet, damit sie immer gesunden, gut genährten Nachwuchs bekommen konnten, und dann setzte man sie unter Drogen. Sie bekamen von der Welt um sich herum nichts mit. Höchstern die Geburt ihres Wurfes, aber schon kurz danach tauchten sie wieder in die Schwebe ab.

Ein gesundes Weibchen konnte einen Wurf von bis zu 10 Junge werfen. Nach einer Tragzeit von 20 Tagen kamen die Jungen dann blind zur Welt. Sie hatten dafür schon ein Fell und die Fähigkeit zu hören. Das hatten sie ihren Verwandten, den Ratten voraus.
Um die Geburt für die Jungen als auch die Weibchen sicher zu machen, gab es die Vorrichtungen in den einzelnen Brutkammern.
Die Ketten, an denen die Halsbänder hingen, wurden angezogen, um den Kopf zu fixieren. Das Anziehen der Ketten, die die Arme und die Füße fixierten, nahmen dem Weibchen die Bewegungsfähigkeit. Die Schmerzen der Geburt konnten den Drogenschleier durchbrechen und so war es vorgekommen, dass Weibchen schon ihren Nachwuchs unter ihrem Gewicht erdrückt hatten.

Die Ketten an den Füßen zwangen die Beine auseinander; so weit, das sich Riz bequem dazwischen niederlassen konnte.

Das Weibchen atmete schwer, quietschte. Zwischen ihren Beinen trat Flüssigkeit aus.
Riz hielt ein Tuch in der Hand, bereit, das erste Junge aufzunehmen. Kurz darauf lag ein nasser, kleiner Ball in dem Tuch. Als Riz den Kopf trocken rubbelte, um die Fellfarbe zu bestimmen, quietschte das kleine Lebewesen empört auf.
Ein lauter, kräftiger Schrei. Das war meist das Zeichen für ein gesundes Junge. Es war männlich, größer als der Durchschnitt und hatte schwarzes Fell. In weniger als vier Jahren würde er ausgewachsen sein und zur Elite der Stadt gehören. Riz legte es an eine der freien Zitzen. Das Junge begann sofort zu saugen.

Schon lag das nächste Junge in seiner Hand; braunes Fell, gewöhnliche Größe.

Skaven mit braunem Fell kamen am häufigsten vor. Riz selbst hatte auch braunes Fell.
Zwar in unterschiedlichen Abstufungen; das nächste Junge hatte ein hellbraunes Fell und das Dritte ein Sandfarbenes; aber es war nach wie vor braun.
Auch das Vierte hatte ein braunes Fell, wenn auch leicht rötlich. Die Jungen waren alle normal groß; was Riz verärgerte.
Sie hatten keine hohe Lebenserwartung. Von solches Würfen kamen wenn überhaupt nur 4 von ihnen in das erwachsene Alter.
Das Fünfte landete in dem Tuch; ebenfalls männlich und braun. Zumindest war auch dieses braun wieder ein anderes. Riz legte es zu seinen Brüdern auf den Bauch des Weibchens.

Das Keuchen und Schnaufen sagte ihm, dass der Prozess noch nicht beendet war.
Auch Nummer sechs und sieben waren braune Männchen.
Riz seufzte leise. Er würde sich dafür rechtfertigen müssen, dass dieser Wurf auch nur Unterdurchschnittlich war.

Das achte Junges landete in dem Tuch. Es war kleiner als seine Brüder und sein Quietschen war leiser, schwächer. Auch hier rubbelte er den Kopf ab. Das Fell war dunkelgrau. Vielleicht würde es noch nachdunkeln und dem jungen Männchen einen schwarzen Pelz bescheren. Das konnte passieren; genau so wie es nach hellen konnte. Riz legte das kleine Wesen zu seinem schwarzen Bruder; der ihn mit der Pfote sofort von der Zitze wegschob.
Es überlebten nur die Starken. Wenn der kleine Graue das nicht schnell lernte, würde er verhungern. So war es in ihrer Gesellschaft.
Verhungerte Jungen bedeuten wiederum einen kleinen Happen für ihn.

Das Weibchen zitterte erneut und aus ihrem Schoß kam eine kleine Kugel.

Bei so großen Würfen war es keine Seltenheit, dass die Jüngsten im Wurf die Schwächsten waren. Sie hatten kaum Chancen an die Zitzen der Mutter zu kommen und wurden auch später von den stärkeren Jungen von der Nahrung ferngehalten; wenn sie so lange lebten.
Nach dem öffnen der Augen und der erste Kontakt mit fester Nahrung wurden die kleinsten auch nicht selten von ihren Brüdern gefressen.
Nur die starken hatten das Recht zu leben!

Das kleine Ding war auch männlich und Riz würde wetten, dass auch er ein braunes Fell hatte. Allerdings musste er das überprüfen und so rubbelte er über den Kopf.
Etwas Hartes war auf dem Schädel des kleinen Dings.

Riz erstarrte. Das war doch nicht möglich, oder? Vorsichtig betrachtete er den Kopf.

Tatsache.

Unter dem hellen Fell konnte man zwei kleine Erhebungen sehen.
Hörner.

„Bei der gehörnten Ratte“, hauchte Riz. In seinen Armen hielt er einen kleinen, Grauen Seher. Einen Propheten seiner Gottheit!
Solche Geburten waren selten. So selten, das die Jungen so schnell wie möglich von ihren Geschwistern getrennt wurden, um ihnen eine bessere Überlebenschance zu geben. Notfalls wurden sogar Jungen aus dem gleichen Wurf getötet, wenn die Milch des Weibchens knapp wurde und so das leben des grauen Sehers in Gefahr geriet.  

Ohne auf das protestierende Quietschen eines der braunen Jungen zu achten, zog er es von der Milchzitze weg und legte den kleineren, weißen Skaven dort hin.

Und dann eilte er zurück zu Xaraz, um ihn zu berichten. Das war der erste graue Seher der hier geboren wurde und nun galt es eilige Vorbereitungen zu treffen, dass das Junge überlebte.
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