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Projekt: Railgun - Hellfire

von Alvadas
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Misaka Mikoto
29.03.2020
30.05.2020
20
104.223
 
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29.03.2020 7.899
 
Die Sonne schien. Ihre warmen Strahlen drangen durch die hohen Bogenfenster direkt in die Aula. Kuroko und ich waren genau wie der Rest der Schülerinnen der Tokiwadai-Mittelschule gekommen. Mehrere hundert Mädchen hatten auf den Stühlen in der Mitte des Raums Platz genommen und schauten gespannt zum Podium. Hunderte Mädchen in der gleichen Uniform. Hunderte Mädchen, die gerne woanders gewesen wären an diesem Samstag-Vormittag! Ich habe nicht einmal richtig frühstücken können!, stellte ich in Gedanken fest. Doch wenn die Direktorin zur Versammlung rief, kam man, egal wie sehr der Magen auch knurrte! Die Frau mit den langen, weißen Haaren stand bereits vor dem Pult und justierte nur noch die Mikrofone. Lange konnte es nicht mehr dauern und sie würde eine Ansprache halten! Was sie wohl sagen wird?, fragte ich mich flüchtig, doch dann befand ich, dass ich schon früh genug Bescheid bekommen würde. Die wenigen Sekunden könnte ich auch noch warten! Wieder blickte ich nach vorne. Direktorin Watabe trug heute einen modischen Blazer in hellen Brauntönen. Der Rock dazu endete knapp oberhalb ihrer Knie und war damit deutlich länger als der ihrer Schülerinnen. Dennoch fand ich, dass ein gewisser Style an der Rektorin lag, der ihre Aura der Autorität unterstrich. Dass ihre Kleidung farblich an die Schuluniform angepasst war, schuf eine weitere Verbundenheit. Endlich schien sie ihre Vorbereitungen abgeschlossen haben. Sie tippte zweimal sachte auf eines der beiden Mikrofone, was ein Pochen durch die Lautsprecher in die Aula sandte. Die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Anwesenden wurde ihr zu Teil. Dieses Gefühl kannte ich nur zu gut und ich mochte es nicht sonderlich! Aber die Direktorin erstrahlte in einem tiefen Glanz, als wäre sie allein für diesen Moment geboren. Sie ließ ihren Blick über die versammelten Schülerinnen schweifen, dann fing sie an zu sprechen. „Wie ihr alle vielleicht wisst, wird es dieses Jahr wieder die internationalen Esper-Spiele geben! Dieses Festival, in dem sich Besten der Besten in diversen Wettbewerben messen, ist das Highlight des Schuljahres!“, verkündete die Schuldirektorin feierlich. Wie die anderen Schülerinnen der Tokiwadai-Mittelschule saß auch ich in der Aula und lauschte ihren Worten. Ihre Ankündigung überrascht wohl keinen mehr, dachte ich mir. Die internationalen Esper-Spiele waren das Gesprächsthema Nummer eins an der Schule! „Ich freue mich darüber hinaus verkünden zu können, dass Japan nicht nur an den Spielen teilnehmen, sondern auch dieses Jahr Gastgeber sein wird! Genauer wird Academy City Platz des größten Schauspiels dieses Jahres werden!“ Gut, das war nun doch etwas Neues! Jetzt hatte die Direktorin auch meine Aufmerksamkeit, denn Academy City war zwar die größte Stadt in Japan, vor allem was die Dichte an Esper anging, aber Ausländer sah man doch eher selten hier. Aber das war noch nicht alles, was die Direktorin zu offenbaren hatte! „Der Tokiwadai wurde ein Kontigent von vier Schülerinnen zugesprochen, die in die japanische Mannschaft aufgenommen werden. Zu der Ermittlung der Teilnehmer rufe ich jeden Einzelnen von euch auf, in den kommenden System-Tests ihr Bestes zu geben!“ Sie machte eine kurze Pause, um ihre Worte wirken zu lassen. Es herrschte absolute Stille in dem weiten Saal. Jeder wurde nun klar, dass sie mit etwas Anstrengung der Spitze der weltweiten Esper angehören könnten, egal welches Level sie hatten. „Natürlich wird eine Person nicht fehlen, wenn es um die Repräsentation unser ehrenwerten Schule geht!“ „Wenn könnte sie damit wohl meinen, Sissi?“, fragte Kuroko neben mir scheinheilig und zwinkerte mir auffällig zu. Ich drückte ihr Gesicht weg, welches wieder viel zu nahe an meinem Busen war. „Ich weiß von nichts!“, erwiderte ich ehrlich. Von meiner Teilnahme bei diesen Spielen hatte niemand gesprochen! „Ich spreche von dem Ass der Tokiwadai! Der Nummer drei! Unsere Railgun, Misaka Mikoto!“ Ich zuckte ertappt zusammen, als gefühlte dreihundert Blicke sich zu mir hindrehten. Woher wissen die denn alle, wo genau ich immer sitze?, fragte ich mich in diesem Moment. Die Direktorin nickte mir zu und ich erhob mich von meinem Platz. Ich kniff die Hände zusammen und unterdrückte den Drang, Kuroko zu schocken. Selbst aus dem Augenwinkel nahm ich ihr selbstgefälliges Grinsen wahr. Sie drückte die Brust durch und reckte den Kopf, als wolle sie sagen: „Seht her, das ist meine Mitbewohnerin!“ Mir war diese Aufmerksamkeit bekannt, auch wenn sie unangenehm war. Doch das war nun einmal das Los einer Level 5 Esper! „Ich werde mein Bestes geben, um die Tokiwadai und ganz Japan würdig zu vertreten!“, rief ich laut genug, dass es bis zur Direktorin gelang. Diese lächelte zufrieden und bedeutete mir mit einer Geste, mich wieder zu setzen. Dieser Aufforderung kam ich nur zu gerne nach. „Aber von euch anderen wird Großes erwartet und ich bin sicher, dass eure Anstrengungen in den nächsten Wochen mich stolz machen werden!“ Nun trat die Direktorin von dem Redepult zurück und überließ eine der Lehrkräfte das Wort. Diese sprach noch über die baldigen System-Tests, die auf uns zu kommen würden. „Aber denkt daran, dass nicht nur ein hohes Level ausschlaggebend ist! Neben der rohen Kraft geht es auch um Geschick und Kreativität! Bei den Spielen wird es mehrere, unterschiedliche Wettbewerbe geben, bei denen je nach Leistung Punkte vergeben werden. Das Team mit den meisten Punkten am Ende der Spiele wird der Sieger sein. Es zählen also auch die Gesamtwertungen und nicht nur die Einzelergebnisse! Behaltet dies bitte im Kopf, wenn ihr euch auf die Test vorbereitet!“
Nach diesen Worten endete de Ansprache und alle Schülerinnen machten sich auf den Weg. Kuroko und ich begaben uns in Richtung unseres Zimmers im Wohnheim. „Habe ich es dir nicht gesagt, Sissi? Du solltest mehr auf mein Gespür vertrauen, wenn es um dich geht! Wer wenn nicht du, könnte unsere Schule besser vertreten?“, fragte sie und huschte um mich herum. „Wie wäre es mit dir?“, stellte ich sie als Alternative hin. „Ach, was! Warum sollte ich...!“, fing sie an, dann hellte sich ihre Miene auf und sie starrte mich verzückt an. „Wirklich, Sissi? Glaubst du, dass ich dieser Ehre würdig wäre? Ich wusste doch, dass du irgendwann meinen wahren Wert erkennen würdest!“, schmachtete sie. Lässig wischte ich ihre Danksagung weg. „Du bist doch sehr talentiert und dazu noch ein Judgement-Mitglied! Du sagst doch selbst, dass nur so vor Verantwortungsbewusstsein strotzt! Diese Spiele scheinen die beste Gelegenheit zu sein, dies unter Beweis zu stellen!“, meinte ich. Kuroko stemmte die Hände in ihre schmalen Hüften und sah mich streng an. „Natürlich werde ich alles geben, um in das Team Japans aufgenommen zu werden! Schon allein, um an deiner Seite sein zu können...“ Ich seufzte. „Du bist doch sowieso an meiner Seite!“ „Ich bin immer dort, wo das Schicksal meinen Platz bestimmt hat!“ Klar..., dachte ich nur.
Auf dem Platz zwischen dem Hauptgebäude und dem Wohnheim wurden wir beide jedoch aufgehalten. „Entschuldigt bitte die Störung, Shirai und Misaka!“, hörte ich die Stimme der Schuldirektorin hinter mir. Kroko und ich drehten uns auf dem Absatz um und starrten die Frau im mittleren Alter an. Ihr Gesicht wies kaum Spuren ihres Alters auf, auch wenn ihre Haare weiß wie Schnee waren. Schon oft hatte ich mich gefragt, ob diese Haarfarbe etwas mit ihrer Fähigkeit zu tun hatte. Wissen tat ich es aber nicht... „Direktorin Watabe! Eine Ehre Sie hier anzutreffen!“, sprach Kuroko und neigte leicht das Haupt vor der Rektorin. Diese lächelte fröhlich und leicht verlegen. „Schon gut, Shirai! Ich weiß deine Manieren durch aus zu schätzen! Leider muss ich dir deine Mitbewohnerin für einen Moment entführen, wenn dies für dich in Ordnung geht...“ „Aber selbstverständlich, Direktorin Watabe! In Ihren sicheren und fürsorglichen Händen würde ich mein eigenes Leben legen!“, erwiderte Kuroko beflissentlich. Ich seufzte leise, was Kuroko aber gehört zu haben schien. Sie warf mir einen strengen Blick zu. „Das ist gut zu hören, Shirai! Es wird auch nicht lange dauern, versprochen!“ Die Direktorin sah zu mir und ich nickte. „Wir sehen uns dann gleich, Kuroko!“ „Ich kann es kaum erwarten, Sissi! Du weißt ja, wo du mich findest! Folge deinem Herzen und du wirst zu mir gelangen!“ „Ja, wie auch immer...“, antwortete ich und folgte schleunigst der Rektorin. Wir liefen ein paar Meter den Kiesweg entlang, welcher die Verbindung zwischen den einzelnen Gebäudekomplexen markierte. Wir waren allein hier draußen. Die anderen Schülerinnen mussten entweder auf ihrem Zimmer oder in Stadt sein. Es war ja immerhin Samstag-Vormittag! Ach, wie gerne wäre ich jetzt auch woanders, dachte ich noch. Uiharu und Saten amüsierten sich bestimmt prächtig, während Kuroko und ich zu dieser Versammlung gemusst hatten! „So, Misaka... Du kannst dir vielleicht denken, weshalb ich dich sprechen möchte“, begann die Direktorin das Gespräch. „Sie wollen mir sicher für meine Teilnahme gratulieren! Leider konnte ich es Ihnen nicht persönlich mitteilen, aber Sie scheinen ja davon gehört zu haben!“, sagte ich schärfer als beabsichtigt. Schnell schlug ich mir die Hand vor den Mund, bevor weitere harsche Worte mich ins Verderben brachten. Doch zu meinem Erstaunen lächelte Rektorin Watabe nur wissend. Sie schien mir meinen frechen Ton nicht übel zu nehmen. „Ja, es tut mir leid, MIsaka! Glaube mir, ich wollte dich nicht ohne dein Wissen zu den Spielen anmelden, doch leider war es die Bedingung zur Teilnahme der Tokiwadai!“, erklärte sie mir. „Wie meinen?“, fragte ich verwirrt nach. Ich wusste, dass die Tokiwadai auch in den letzten Jahren an den internationalen Esper-Spielen teilgenommen hatte. „Das Komitee der Spiele, das IEC, vergibt normalerweise nur wenige Plätze an gewisse Schulen direkt. In Academy City gibt es mittlerweile viele gute Schulen mit begabten Esper-Schülern. Doch mir wurden die vier festen Plätze angeboten, unter der Bedingung dass einer der Plätze von dir eingenommen wird! Ich musste zusagen, um die Tokiwadai auch weiterhin an der Spitze der Schulen zu halten. Das verstehst du doch, oder, Misaka?“ Ich nickte stumm. Mir passte es nicht, dass man über meinen Kopf hinweg entschieden hatte, aber mir war bewusst, welcher Rummel um mich herrschte. „Machen Sie sich keine Sorgen, Direktorin! Ich hatte sowieso mit dem Gedanken gespielt an dem Wettbewerb teilzunehmen! So eine Gelegenheit, andere starke Esper kennen zu lernen, kann ich mir nicht entgehen lassen! Sie haben mir quasi einen Gefallen getan!“, entgegnete ich ruhig. Die Rektorin war erleichtert. „Wirklich? das freut mich aber, Misaka!“, rief sie mir zu, bevor sie wieder ein Lächeln um ihre roten Lippen zauberte. „Ich hoffe doch, du weißt meinen Gefallen zu würdigen und holst für uns eine Menge Punkte!“ Ein Zwinkern nahm ihren Worten die Schärfe und ich lachte kurz auf. „Na, ich werde mein Bestes geben, Direktorin!“ „So wie immer, Misaka! Das wäre dann alles! Habe noch ein schönes Wochenende!“ „Sie auch!“, meinte ich und sah der Rektorin hinterher, während diese wegging. „Tja, sieht so aus, als würde in nächster Zeit noch mehr Aufmerksamkeit erhalten!“, sagte ich vor mir hin. Ich wandte mich dem Wohnheim zu und ging los. Kuroko wartete sicherlich schon auf mich. Mal sehen, was wir am heutigen Tag noch alles anstellen können, fragte ich mich.
„Und ihr glaubt nicht, wer uns auf jeden Fall bei den Spielen vertreten wird!“, rief Kuroko aus. „Nein! Wer denn?“, fragte Uiharu neugierig. Kuroko und ich hatten nicht lange überlegen müssen, was wir tun wollten, und waren zu Saten und Uiharu gestoßen. Nun saßen wir alle zusammen um einen Tisch in unserem Lieblingscafé herum. Eigentlich hatte ich die Ruhe und meinen Erdbeershake genießen wollen, doch Kuroko hatte gleich die guten Neuigkeiten verbreiten müssen. „Es ist niemand anderes als meine herzallerliebste Sissi!“, antwortete Kuroko. „Was, wirklich! Glückwunsch, Misaka!“, meinte Saten anerkennend. „Ja, du wirst bestimmt erfolgreich sein!“, stimmte Uiharu zu. Beide funkelten förmlich, so berührt waren sie von dieser Ankündigung. „Na, noch ist ja etwas Zeit bis zu den Spielen!“, winkte ich ab. „Du kannst dich auf uns verlassen, Misaka! Wir werden dich mit aller Kraft anfeuern!“, sprach Saten und ich konnte ihr ansehen, dass sie gedanklich schon ein Fan-Lied für mich kreierte. „Meinst du denn, wir können bei den Spielen zugucken?“, fragte Uiharu unsicher. „Natürlich könnt ihr das!“, mischte sich Kuroko ein. „Die Spiele sind öffentlich und werden live überall in der Stadt übertragen! Aber ich bin mir sicher, dass ihr durch Misaka einige Freikarten erhalten werdet!“ „Das wäre richtig abgefahren!“, rief Saten vergnügt aus. „Ich werde meine Sissi selbstverstänldich auch unterstützen! Ich bin zuverischtlich, dass ich einen Platz im Team erhalten werde. Immerhin sind Sissi und ich ein Traumpaar und...“, fing Kuroko an. „Was sins wir?“, hakte ich bedrohlich nach und packte ihre Backen, um diese lang zu ziehen. Der kleinen Göre gehörte mal wieder etwas Vernunft eingetrichtert! „Ich meinte, dass wir doch ein Dreamteam sind, Sissi! Kein Grund gleich so grob zu werden!“, heulte diese los und massierte sich die roten Backen. „Naja, wenigstens hast du die Chance dazu, oder nicht?“, sagte Saten und eine gewisse Enttäuschung war aus ihrer Stimme zu vernehmen. „Ja... Wir beide würden es nie in so ein Team schaffen, fürchte ich!“, stimmte Uiharu mit ein. Beide wirkten niedergeschlagen, dass sie aufgrund ihrer niedrigen Level immer außen vor bleiben würden. „Aber, aber! Bei den Spielen kommt es doch nicht nur auf das Level an!“, wiederholte ich die Worte der Lehrerin von heute Vormittag. „Aber schaden tut es auch nicht, oder?“, hielt Saten dagegen. Dazu konnte ich dann auch nichts mehr einwenden und ich senkte meinen Blick. Manchmal tat es mir leid, dass Kuroko und ich mit unseren Fähigkeiten so weit fortgeschritten waren. Ich wollte nicht, dass die beiden sich weniger wert fühlten, nur weil sie nicht ganz so begabt in ihren Esper-Fähigkeiten waren wie wir. „Für mich werdet ihr auf jeden Fall ein Teil meines Teams sein, Leute! Eure Hilfe bei den Vorbereitungen und während der Wettbewerbe kann ich sicher gut gebrauchen!“, versuchte ich die Stimmung anzuheben. „Hmm, ja... Vielleicht... vielleicht könnte ich etwas über die anderen Mannschaften herausfinden!“, schlug Uiharu vor. „Ja, genau! Wir kundschaften die Konkurrenz aus! Das ist eine gute Idee, Uiharu!“, fiel Saten mit ein. Plötzlich waren beide voller Elan, was mir sehr gefiel. „Ihr verkennt den Sinn der Spiele! Hier geht es nicht um ein Konkurrenzdenken, sondern um das gegenseitige Anspornen sein Bestes zu geben!“, hielt Kuroko uns eine Predigt. „Wo genau liegt da denn der Unterschied?“, wollte ich wissen. „Ist das nicht ein Kerngedanke von Konkurrenz?“ „Mit Nichten, Sissi! Bei den Spielen geht es doch nicht darum der Beste zu sein! Man soll alles geben und sein wahres Potenzial ausschöpfen! Unter dem lauten Jubel der Zuschauer erkennt man, wer man wirklich ist und wozu man imstande ist! Dann und nur dann kann die wahre Kraft aus dem Inneren hervor treten und die Welt in Staunen versetzen!“ „Pass mal auf, dass ich dich nicht gleich in Staunen versetzte!“, lachte ich nur und knuffte meine Mitbewohnerin in die Seite. „Ich bin jeder Zeit zu allen Schandtaten bereit, Sissi!“, entgegnete Kuroko mit diesem Leuchten ihn ihren Augen. „Wie viele Nationen werden überhaupt antreten? Weiß das einer?“, fragte Uiharu und lenkte so wieder das Thema auf die Spiele zurück. „Ich glaube, es sind acht...“, antwortete ich unsicher und hob meine Hand, um die Länder abzuzählen. „Neben Japan sind es China, Russland, die USA, Großbritannien, Indien, Australien und Südafrika...“ „Du hast Brasilien vergessen, Sissi! Damit sind es neun!“, kam mir Kuroko zur Hilfe. „Ach ja, stimmt ja! Neun also!“ „Oh, das sind aber viele! Und die kommen alle nach Academy City?“, fragte Uiharu. „Scheint so!“, erwiderte ich schulterzuckend. „Was das wohl für Leute sind? ich kann es kaum erwarten die ganzen Teilnehmer zu sehen! Bestimmt sind ein paar heiße Sahneschnitten dabei!“, freute sich Saten und klatschte in die Hände. „Warum sollten die denn heißes Gebäck mitbringen?“, wunderte ich mich einen Moment, bis ich die verwirrten Blicke meiner Freundinnen bemerkte. Gezwungenermaßen und mit roten Wangen fing ich an zu lachen. „Hahaha! War nur ein Scherz, Leute! Ich weiß natürlich, was Saten meinte! Hahaha.“ „Manchmal weis ich nicht, ob ich ob deiner rührenden Naivität, die fast ins Kindliche abdriftet, weinen oder lachen soll, Sissi!“, seufzte Kuroko. „Zum Weinen kann ich dich auch anders bringen, wenn du drauf bestehst!“, herrschte ich sie an. „Lasst uns doch irgendetwas unternehmen! Der Tag ist noch jung, das Wetter noch schön!“, meinte Saten und beendete den aufkeimenden Streit zwischen mir und Kuroko. Ich schaute an meiner Sitznachbarin vorbei, welche den Fensterplatz ergattert hatte. Auf dem Platz vor dem Café spiegelte sich die Sonne auf den zinnoberroten Kopfsteinen wider. Man konnte förmlich die Wärme sehen, welche die Steine aufgeheizt hatte! Ein wolkenloser Himmel präsentierte sich und obwohl es erst Mitte März war, schien der Sommer nicht mehr fern! Ja, ich habe Lust, etwas zu unternehmen!, dachte ich mir. „Oh ja! Wie wäre es denn mit dem Tierpark? Dort waren wir schon lange nicht mehr!“, schlug Uiharu vor und ihre Augen leuchteten. „In den Tierpark? Wirklich?“, fragte Saten zweifelnd nach. Die beiden Mitschülerinnen warfen sich einen komischen Blick zu. Keine schien die andere recht zu verstehen. „Wieso denn nicht?“, hakte ich nach, denn auch ich wollte gerne wieder in den kleinen Tierpark. Dort gab es so niedliche, kleine Hausschweine! „Ich bin mir nur nicht sicher, ob dieser Vorschlag etwas damit zu tun hat, dass Uiharu hier heute weiße Kätzchen auf rosa Untergrund trägt! Wir sollten unsere Tagesaktivitäten nicht nach solcher Unterwäsche auslegen!“, warnte uns Saten. Einen kurzen Moment wurde es still in unserer Sitznische. Uiharus Gesichtsfarbe wechselte von normal temperiert zu glühend heiß. Sie stieß einen schrillen Schrei aus und prügelte mit ihren kleinen, zu Fäusten geballten Händen auf Satens Oberarm ein. „Wie kannst du nur, Saten? Woher weißt du...? Schämst du dich denn nicht...?“, stotterte sie. Saten gönnte sich sein siegreiches Grinsen. Sie hatte den gewollten Effekt erzielt! „Als wir vorhin aus dem Bus ausgestiegen sind, habe ich diese Gelegenheit genutzt, um einen Blick zu riskieren! Ich muss ehrlich sagen, dass er mir bisher den Tag versüßt hat!“ „Du bist so fies, Saten!“, erboste sich die puterrote Uiharu. Ihr Gesicht brannte so sehr, dass ich Angst bekam, ihr Blumenkranz in ihrem Haar könnte Feuer fangen! „Aber, aber, Leute! Warum denn nicht der Tierpark?“, mischte ich mich ein. „Da gibt es diese kleinen Ferkel! Die schnüffeln mit ihrer kleinen Rüsselnase umher und...“, träumte ich, dann wurden mir die kritischen Blicke der anderen bewusst. „Äh... und natürlich gibt es dort diesen unglaublichen Waffelstand! Von denen kann ich nicht genug bekommen!“, wandte ich ein. „Ehrlich? Als ich dir letzte Woche welche angeboten hatte, wolltest du die nicht!“, meinte Kuroko skeptisch. „Du hattest dir die Waffel auf sehr pikante, nackte Körperstellen gelegt und behauptet, dass ich gerne mal daran knabbern kann!“, erinnerte ich sie und kleine Blitze zuckten um meine Haare herum. Kuroko rutschte ein wenig von mir weg und hob beschwichtigend die Hände. „Ein Missverständnis, Sissi! Ich wollte nur...“, ruderte sie zurück, doch ich beachtete sie gar nicht mehr. „Dann ist es also beschlossen! Wir gehen in den Tierpark! Ich rufe Haruue an, vielleicht möchte sie ja mitkommen!“, rief Uiharu aus und zückte ihr Handy.
Am nächsten Montag ging der Unterricht wieder los und es gab nur ein Thema unter den Schülerinnen: Die bevorstehenden Auswahltests für die Teilnahme an den internationalen Esper-Spielen! „Ist doch klar, dass Kamijou den zweiten Platz bekommen wird!“, hörte ich eine Schülerin zu ihrer Kollegin sagen. „Ja, da hast du wohl Recht! Bleiben nur noch zwei freie Plätze für die Anderen!“, erwiderte diese zähneknirschend. „Wäre schön gewesen, wenn es mehr wären, aber immerhin kriegen auch niedrige Level-Esper eine Chance an den Spielen teilzunehmen!“ „Stell dir mal vor, es hätte nur zwei Plätze für die Tokiwadai gegeben! Dann hätten das die beiden Level 5 alleine geregelt!“ Gerne hätte ich etwas dazu gesagt. Erklärt, dass es nicht in meiner Absicht lag, anderen etwas wegzunehmen, aber es hätte wohl keinen Zweck gehabt! Egal wo ich auch hinkam, die anderen Schülerinnen beglückwünschten mich und versprachen, mich anzufeuern. Mir war diese Aufmerksamkeit nicht ganz geheuer. Klar, ich war daran gewohnt, aber dennoch... Manchmal fühlt es sich an, als wäre mein Level alles, was mich ausmachen würde!, dachte ich. Wären auch so viele Leute an mir interessiert, wenn ich nur ein Level 4 wäre? Auf jeden Fall hätte ich nicht diesen Platz bei den Spielen im Voraus bekommen!, wusste ich mit Sicherheit zu sagen. „Oh, wenn das mal nicht Misaka ist!“, holte mich eine Stimme aus meinen Gedanken. „Bitte nicht die!“, ächzte Kuroko an meiner Seite leise und ohne aufzublicken, wusste ich, wer vor mir stand. „Hallo, Kongou!“, begrüßte ich das hoch gewachsene Mädchen mit den langen, schwarzen Haaren vor mir. „Und ihr natürlich auch, Wannai und Awatsuki!“, schloss ich ihre beiden Begleiter mit einem Lächeln mit ein. „Schön dich zu sehen, Misaka!“, erwiderte Wannai freundlich. „Unseren Glückwunsch zu deiner Platzierung!“, meinte Awatsuki. „Jaaaa....“, sprach ich gedehnt und kratzte mich verlegen am Hinterkopf. „Es bleibt wohl nicht aus, dass alle Bescheid wissen, wenn die Direktorin es vor der gesamten Schule verkündet, was?“ „Aber du musst dir keine Sorgen machen, Misaka! Ich werde dich bestmöglich unterstützen und da ich vorhabe ebenfalls an den Spielen teilzunehmen, werden wir gemeinsam viele Punkte erringen!“, lachte Kongou und klappte ihren Fächer auf, den sie sich vor die untere Hälfte des Gesichts hielt. „Pah! Wenn du es ins Team schaffen solltest, haben wir doch schon so gut wie verloren!“, ächzte Kuroko, deren Abneigung dem elitären Mädchen über weit aus bekannt war. „Aber, aber, Shirai! Sind wir etwa neidisch, dass wir keine so großen Chancen auf eine Teilnahme haben? Hier geht es immerhin auch um die Tokiwadai! Diejenigen, welche die Plätze bekommen, werden unsere glorreiche Schule repräsentieren! Da ist Neid nicht angebracht, findest du nicht auch, Misaka?“, fragte mich Kongou. „Ja, das sehe ich auch so! Egal wer es ins Team schafft! Am Ende zählt nur, dass wir unser Bestes geben!“ „Wahre Worte! Von mir ist nichts weniger als mein Bestes zu erwarten. Immerhin bin ich Kongou Mitsuko von der Tokiwadai!“, rief Kongou aus und lachte los. „Wirst du nicht irgendwo anders benötigt? Am Besten dort, wo wir nicht sind, Kongou?“, wollte Kuroko genervt wissen. „In der Tat bedarf es meiner Anwesenheit anderenorts! Danke, dass du mich daran erinnerst, Shirai!“, antwortete Kongou. „Wir sehen uns dann beim Test, Misaka!“ Mit diesen Worten gingen sie und die beiden anderen Mädchen an uns vorbei. „Puh! Ich bete zu allen Glücksgöttern, dass diese Kuh nicht in unser Team kommt!“, sprach Kuroko. „Wieso denn nicht? Sie scheint sich Mühe zu geben! Außerdem... Woher gehst davon aus, dass du in dem Team sein wirst?“, stellte ich sie auf die Probe. „Offensichtlich bin ich mir meiner Fähigkeiten und Eigenschaften durchaus bewusst, Sissi! Nicht nur, dass ich eine talentierte Esper bin, nein! Meine gewissenhafte Arbeit, gebündelt mit der harten Ausbilung zu einem Mitglied des Judgement, qualifiziert mich für einen Platz bei den Spielen, findest du nicht auch?“ „Na, ich weiß nicht... ich denke, diejenigen, die sich am meisten anstrengen, sollten auch zu den Spielen gehen!“ „Natürlich, weil du dich bisher ja auch so sehr für deine Teilnahme angestrengt hast, Sissi!“, konterte Kuroko grinsend und ich wurde rot. „Ich... ich habe mir das ja nicht ausgesucht! Wie alle anderen hat mich die Aussage der Direktorin am Samstag überrascht!“, versuchte ich mich zu verteidigen. „Hmm... Jedenfalls finden am Freitag die ersten Tests statt! Neben dem System-test wird es eine Reihe von Aufagben geben, die bewertet werden! Du musst zwar nicht, solltest aber teilnehmen!“, schlug Kuroko vor. „Klingt anstrengend...“, gestand ich ehrlich. „Tja, eine weise Frau sagte eben, dass vor allem diejenigen, die sich anstrengen es verdient hätten! Du solltest also beweisen, dass du dich anstrengst, Sissi!“, belehrte mich meine Mitbewohnerin mit erhobenem Zeigefinger. Ich seufzte laut. Etwas Training kann ja nicht schaden!, fand ich und nahm mir vor zu dem Test am Freitag zu gehen.
Die Tests fanden auf dem großen Trainingsgelände statt, welches auf dem Grundstück der Schule lag. Obwohl regelmäßige System-Tests Gang und Gebe waren, haftete diesem Tag ein ganz anderes Feeling. Jede der Schülerinnen, die sich hier versammelt hatte, wirkte fest entschlossen, einen der freien Plätze für die Spiele zu ergattern. Selbst Kuroko wirkte aufgeregt, auch wenn sie betonte, dass sie es nicht wäre. Ich aber sah dem kleinen Mädchen mit den roten Haaren an, dass es nervös war! „Hergehört!“, rief der Lehrer und winkte uns näher heran. Es war einer der Prüflinge, welcher normalerweise die System-Tests abnahm. „Heute gibt es einen System-Test, das wisst ihr ja bereits! Aber dieses Mal wird es ein klein wenig anders ablaufen als sonst!“, meinte er und sah uns der Reihe nach an. „Sicherlich glaubt ihr, dass vor allem Schülerinnen mit einem hohen Esper-Level eine Chance auf eine Platzierung haben, aber da irrt ihr euch! Zu Anfang wird es einige Aufgaben geben, die nichts mit den Fähigkeiten zu tun haben! Anders als sonst, ist die Benutzung eurer Kräfte sogar verboten!“ Lautes Gemurmel setzte unter den Mädchen ein. Sie alle waren auf der Tokiwadai, weil sie begabte Esper waren. Bisher waren sie nur über ihre Fähigkeiten definiert worden! Das jetzt außer Kraft zusetzen, wird die Verhältnisse gehörig auf den Kopf stellen!, vermutete ich. Nach Kurokos Ansprache hatte ich eingesehen, dass ich ebenfalls mein Bestes bei diesen Tests geben sollte. Ich wollte beweisen, dass ich auch ohne meinen Fame-Status als Level 5 zu den Spielen gehörte! „Also gut! Ich werde euch jetzt einmal erzählen, wie es ablaufen wird!“, sprach der Lehrer und sah auf das Tablet in seinen Händen. „Zu erst wird es einen Ausdauerlauf geben, über 1000 Meter! Danach geht es zu einem Zirkellauf mit diversen Stationen. Es folgt ein Geschicklichkeits- und Koordinierungstest! Wie bereits erwähnt, ist in diesem Stadium des Test der Einsatz eurer Fähigkeiten strengstens untersagt! Wird eine von euch dennoch dabei erwischt, kassiert diese für die entsprechende Aufgabe null Punkte!“ „Punkte? Was denn für Punkte?“, fragte eine der Schülerinnen aus der Menge heraus. „Hab ich das noch nicht gesagt?“, fragte der Lehrer ungläubig und kratzte sich am Kinn. „Ja... Jede Aufgabe gibt je nach eurer Leistung Punkte, die ihr sammeln könnt. Am Ende des Tests hängen wir eine Liste aus, die sowohl die erreichte Punktzahl darstellt, als auch den Stand der Platzierung! Drei Plätze sind noch zu vergeben, es werden also die drei Besten unter euch an den Spielen teilnehmen!“, berichtete er, dann blickte er zu mir, die fast direkt vor ihm stand. „Auch bei dir werden wir deine Punkte auflisten, Misaka! Du bist zwar schon platziert, aber dennoch wird ein kleiner Leistungscheck dir nicht schaden, oder?“ Ich schüttelte den Kopf. „Ich wäre dankbar meinen Stand zu erfahren!“, erwiderte ich ruhig. Genau deswegen bin ich ja hier!, fügte ich in Gedanken hinzu. „Nun, dieser Test heute wird nicht der Einzige sein! In den nächsten drei Wochen werden am jeweiligen Freitag die Tests wiederholt und die Durchschnittspunktzahl errechnet. Diese entscheidet dann über eure Platzierung. Ihr seht: Es gibt Raum für Verbesserungen!“, teilte die Lehrkraft mit und blickte wieder auf sein Tablet. „So... das wäre die Geschichte mit den Punkten... wo war ich denn stehen geblieben?“, fragte er sich. „Bei dem Teil, bei dem unsere Fähigkeiten verboten sind, Sir!“, half ihm Kuroko aus. „Ah, danke, Shirai! Ja, dieser Teil kommt zu erst! Danach folgt der normale System-Test und eine Reihe kleinerer Aufgaben mit euren Fähigkeiten. Ein Hindernislauf und Weitwurf. Gibt es noch Fragen?“, wollte er wissen. Keine sagte etwas. „Na dann, viel Erfolg!“, sagte der Lehrer und trat zur Seite. Geschlossen ging die Gruppe zur Laufbahn. Wir waren etwa dreißig Schülerinnen. Der Rest war in weitere Gruppen aufgeteilt und war entweder nach uns dran oder war bereits bei dem Esper-Teil des Tests angelangt. „Sieht so aus, als würde dieser Test dir in die Hände spielen, Kuroko!“, flüsterte ich ihr zu, während wir uns nebeneinander an der Startlinie aufstellten. „Endlich zahlt sich das viele Training fürs Judgement aus!“, stimmte sie mir lächelnd zu. „Auf die Plätze!“, rief der Lehrer aus und hob die Signalpistole in die Luft. „Viel Glück!“, wünschte ich meiner Freundin noch. „Fertig!“ „Wir sehen uns am Ziel!“, meinte Kuroko mit einem Zwinkern und ging in Position. „Los!“ Der Schuss zum Start ertönte und alle dreißig Mädchen liefen los. Die Strecke war die ovale Laufbahn des Sportplatzes. Dieser neue Tartan-Belag lief sich gut und führte einmal um das Rasenfeld in seiner Mitte herum. Hier wurden ein Teil der System-Test sonst durchgeführt. Nun waren wir laufenden Schülerinnen die einzigen, die hier waren. Ich rannte los und bemühte mich um ein zügiges und gleichmäßiges Tempo. Erst blieb die Formation erhalten, aber nach und nach trennte sich die Spreu vom Weizen. Viele Mädchen fielen zurück, weil sie die körperliche Anstrengung nicht gewohnt waren. Ich hielt mich im vorderen Mittelfeld auf, da ich eine gute Ausdauer besaß. Kuroko und den anderen sei Dank!, dachte ich beim Laufen. Dadurch, dass ich oft und viel zu Fuß unterwegs war, konnte ich gut mithalten! Nur eine Person ließ uns alle alt aussehen und das war Kuroko! So oft hatte sie sich bei mir beschwert, dass die Anforderungen an ein Mitglied des Judgement eine gute, physische Voraussetzung verlangte. Nun konnte sie aber zeigen, dass die vielen Trainingseinheiten ihren Wert hatten. Sie hing uns alle ab und obwohl ich einen gewissen Ehrgeiz verspürte, mich mit ihr zu messen, wusste ich doch, dass ich in dieser Disziplin unterlegen war! Wie sie es mir versprochen hatte, trafen wir uns im Ziel, wo sie auf mich wartete. „Hier, Sissi! Für dich!“, sagte sie und reichte mir eine der zwei Sportgetränke. Ich beäugte dieses genau. Es wäre nicht das erste Mal, dass Kuroko versuchte, mir etwas unterzumischen, aber beide Flaschen sahen identisch aus! Sicherlich hatte sie gar keine Zeit, etwas an zumischen! Es sollte also unbedenklich sein!, entscheid ich mich und nahm die Flasche entgegen. „Danke, Kuroko!“, erwiderte ich und nahm mehrere, kleine Schlucke. „Du bist ja gut durchgekommen, Sissi! Hätte nicht gedacht, dass du so fit bist!“, meinte meine Mitbewohnerin, während wir uns ausruhten. In Abständen trudelten auch die restlichen Läuferinnen ein, sodass uns etwas Zeit zum Entspannen blieb! „Naja, so schnell wie du bin ich zwar nicht, aber für mich reicht es!“, entgegnete ich keck und trat spielerisch nach Kuroko. „Das kommt nur, weil du immer vor mir davon läufst, wenn du Mist gebaut hast!“ „Oder weil ich immer hinter dir her rennen muss, um deinen Mist aufzuräumen!“, hielt sie dagegen. „Hey! Das ist nicht wahr! Wann baue ich denn mal Mist?“, stellte ich sie zur Rede. „Wann nicht? Wäre die bessere Frage, Sissi! Verstehe mich nicht falsch, ich weiß ja, wie kindisch du bist, aber ich kann den Alarm, wenn ein gewisser Getränkeautomat überfallen wird, schon hören, bevor er losgeht!“, beschwerte sich Kuroko. „Ich habe für jedes Getränk bezahlt, als ich ihm meinen ersten 10.000 Yen-Schein gegeben habe! Es ist also kein Verbrechen, wenn ich mir nur das nehme, was mir zusteht!“, sprach ich leicht verärgert. Der Automat, welcher meinen Schein einfach geschluckt hatte, ohne mir dafür etwas zu geben, stand auf meiner Liste der in Ungnade gefallenen Objekte! „Manchmal träume ich davon, dass ich dich verhaften muss, Sissi! Der Anblick von dir, wehrlos in Handschellen, hat etwas romantisches, aber die Angst, dich Anti-Skill übergeben zu müssen, schreckt mich in solchen Nächten aus den Schlaf!“, kommentierte Kuroko seufzend. „Ich will gar nicht wissen, von was du nachts träumst! Behalte deine perversen Fantasien bitte für dich!“, wies ich sie zurecht und gönnte mir noch einen Schluck. „So! Es geht weiter, Mädels!“, rief uns der Lehrer zu und unterbrach unser Gespräch. Nun ging es zur nächsten Station: dem Zirkellauf. Auf der Fläche vor dem Hochsprungkissen, waren mehrere Stationen aufgebaut. Ich sah diverse Fitnessgeräte und Arrangements aus Turnerkästen. Die einzelnen Stationen waren mit Matten ausgelegt und hatten ein kleines Schild. Auf diesem stand nicht nur genau, was dort gemacht werden sollte, sondern zeigte auch ein Bild, auf dem diese Übung vorgemacht wurde. „Wir gehen kurz die einzelnen Stationen durch, dann werdet ihr zu einer der Stationen zugeteilt! Ihr vollführt die entsprechende Übung so gut ihr könnt, bis ich das Signal zum Wechsel gebe! Begebt euch dann zügig zur nächsten Station und wartet auf mein Zeichen, verstanden?“, sagte der Lehrer. „Und wie will man unsere Leistungen beurteilen? Sie können ja schlecht bei uns allen mitzählen!“, fragte eine Schülerin. „Macht euch darüber keine Sorgen!“, erwiderte der Lehrer und zeigte zu den Pfosten, auf denen die Platzbeleuchtung montiert war. „Die Kameras werden euch im Auge behalten und eure Leistungen bewerten!“ Er runzelte die Stirn und seine Miene blieb für einen Augenblick streng. „Und sie werden etwaige Fähigkeiteneinsätze bemerken! Also versucht es erst gar nicht!“, erinnerte er uns. Ich habe kein Problem damit, mich körperlich anzustrengen!, dachte ich nur lächelnd. Nach dem Rundgang
wurden immer zu zweit einer Station zugewiesen. Jeder Durchlauf sollte zwei Minuten gehen. Das bei fünfzehn Stationen mit je zwei Schülerinnen machte eine Gesamtzeit von einer halben Stunde! Als es losging, ließ ich es locker starten, denn ich dachte mir schon, dass es auch hier um die Ausdauer gehen würde.
Es gibt keine Pause zwischen den Stationen! Verbrauche ich also schon bei den ersten Übungen zu viel Energie, bleibt mir keine mehr für den Rest!, legte ich mir einen Plan zurecht und drosselte meine Tätigkeit etwas. Meine Stationspartnerin gab währenddessen alles und überholte mich an Wiederholungen locker. Aber am Ende sehen wir, wer vorne liegt!, grinste ich in mich hinein und blieb bei meinem gleichmäßigen Rhythmus. „Man, das war echt hart!“, jaulte ich am Ende des Zirkellaufs und massierte mir die müden Oberarme. „Ich kann dir helfen, wenn du willst, Sissi! Ich bin eine verdammt gute Masseurin!“, meinte Kuroko und hob ihre Hände, um die Luft vor ihr zu kneten. „Nein, danke! Das schaffe ich schon!“, winkte ich ab. „Hmm...“, machte Kuroko und verfiel in ihre eigenen Gedanken, bevor sie wieder sprach: „Aber du hast Recht: Dieser Test war nicht wirklich für das sportliche Niveau unserer Schule ausgelegt! Man scheint den Leuten, die anders als der Durchschnitt, fiter sind, belohnen zu wol-len!“, mutmaßte sie und ich stimmte ihr mit einem Nicken zu. Selbst Kuroko kam an ihre Grenzen und sie ist eine der fittesten Personen, die ich kenne!, dachte ich und versuchte, meine erschöpften Muskeln zu entspannen. Viel Zeit ließ man uns aber auch nach diesem Test nicht, bevor es auch schon wieder weiter ging. Für die Übung verließen wir den Sportplatz und begaben uns in eines der nahen Schulgebäude. In einem Raum waren dreißig Tische mit Stühlen und einem Computer darauf aufgestellt worden. Jeder von uns nahm sich einen Platz. „Nun kommen wir zur letzten Aufgabe dieses Teils! Einem Geschicklichkeit und- Erinnerungstest!“, erklärte der Lehrer und deutete auf die Monitore vor uns. „Ihr werdet eine Abfolge von farbigen Elementen sehen, die sich abwechseln werden. Eure Aufgabe ist es in einer vorgegebenen Zeit die richte Reihenfolge der Elemente wiederzugeben! Hier bei entscheiden sowohl Farbe als auch die Form des entsprechenden Objekts!“ Ich blickte auf die Tastatur, auf der es vier Tasten für vier Farben gab, rot, blau, grün und gelb. Dann gab es weitere vier Tasten, die ein Rechteck, einen Kreis, ein Dreieck und ein Kreuz zeigten. „Für das Eingeben der Elemente müsst ihr zwei Tasten drücken und zwar nahezu gleichzeitig! Wählt ihr nicht das richtige Objekt/Farbe aus, tippt ihr nicht gleichzeitig oder fangt ihr bereits mit der Eingabe an, bevor die Reihenfolge vollständig gezeigt wurde, wird dies als ein Fehler gewertet und ihr habt eine Chance, eine weitere Eingabe zu tätigen! Bei zwei falschen Eingaben hintereinander seit ihr raus und eure Punktzahl wird festgelegt! Nach und nach werden es mehr Elemente und die Zeit zwischen den einzelnen Darstellungen wird kürzer werden! Dafür geben die späteren Reihenfolgen auch mehr Punkte, also geht es hier vor allem darum, so weit wie möglich zu kommen!“ Das klingt erst einmal einfach!, überlegte ich, obwohl mir ein Gefühl sagte, dass es schnell deutlich schwerer werden würde, als gedacht! „Übrigens bekommt jede von euch eine zufällig generierte Abfolge! Abgucken beim Nachbarn hilft also nicht!“, fügte der Lehrer mit einem verschmitzten Lächeln hinzu und drückte eine Taste auf seiner Tastatur vorne im Raum. „Wenn ihr so weit seid, können wir anfangen!“ Der Test begann und ich bekam als erstes eine Reihenfolge von vier Objekten. Jedes davon blieb etwa fünf Sekunden auf dem Monitor zu sehen, bevor es verschwand und durch das Nächste ersetzt wurde. Noch ist es leicht!, dachte ich und gab die richtige Reihenfolge ein. Ein grüner Bildschirm verkündete, dass ich die richtige Lösung eingetippt hatte, und startete die zweite Reihenfolge. Bei den ersten vier Abfolgen kam jeweils nur ein Objekt dazu, doch dann wurde es schlagartig kniffliger! Nun blieben die Objekte nur noch drei Sekunden statt fünf zu sehen und die Reihenfolge wuchs auf über zehn Objekte an. Zweimal tippte ich ein falsches Ergebnis ein, schaffte es aber im zweiten Anlauf, jeweils die richtige Lösung zu finden. Doch nicht so einfach wie gedacht! Mit zusammengebissenen Zähnen starrte ich auf den Bildschirm und versuchte mir die Objekte einzuprägen. Bei der elften Wiederholung war jedoch für mich Schluss und ich tippte zweimal hintereinander falsch. Der Bildschirm wurde rot, blinkte, verkündete das Ende des Tests und wurde dann schwarz. Enttäuscht lehnte ich mich in meinem Stuhl zurück, kippelte nach hinten und legte meine Hände in den Nacken. War das nun gut oder eher nicht?, fragte ich mich. Ohne zu wissen, wie die anderen angeschnitten hatten, war es schwer, das eigene Ergebnis zu vergleichen! Auch bei diesem Test war nach einer halben Stunde für jeden der dreißig Schülerinnen Schluss. Bewundert sah ich mich in den Raum um und versuchte auszumachen, wer dort bis zum bitteren Ende durchgehalten hatte! „Wie viele hast du geschafft?“, wollte ich von Kuroko wissen, als wir beide zum Sportplatz zurückgingen. Unsere System-Tests würden dort stattfinden. Dieses Mal war es eine Prüfung, die für jede Schülerin individuell ausgelegt war. „Zehn!“, gab Kuroko zähne-knirschend zu. Man hörte aus ihrer Stimme heraus, dass sie mit ihrem Ergebnis nicht zufrieden war. „Puh! Da bin ich aber erleichtert! Ich habe elf geschafft!“, stieß ich aus. „Uiharu hätte sicherlich doppelt so viele geschafft, wie wir beide zusammen!“, ächzte Kuroko und ließ für einen Moment ihre schmalen Schultern hängen. „Naja, dafür haben wir bei dem physischen Teil gut abgeschnitten, oder?“, warf ich ein und hob damit die Stimmung meiner Begleiterin schlagartig. „Du hast Recht, Sissi! Jetzt ist nicht die Zeit, über Fehler nachzudenken, sondern sich seiner eigenen Stärken zu entsinnen!“ „Meine Stärke kommt hoffentlich jetzt!“, scherzte ich und hob die Hand zum Abschied, da es für mich zum Pool ging, während Kuroko auf dem Rasen geprüft wurde. Es folgte der gewöhnliche Teil des System-Tests, der keinerlei Überraschung parat hatte. Ich vollführte allerlei Übungen mit meiner Fähigkeit und schnippte am Ende eine Münze in den vollen Pool, sodass das Wasser in einer hohen Fontäne spritzte. Viel neugieriger war ich auf die nächsten Aufgaben, bei denen der Einsatz unserer Kräfte erlaubt war! Es dauerte nicht lange und die alte Gruppe aus dreißig Schülerinnen sammelte sich wieder auf dem Sportplatz. Dieser hatte sich deutlich verändert und auf der Laufbahn, wo wir vor einiger Zeit den 1000 Meter-Lauf absolviert hatten, standen und lagen nun etliche Hindernisse aus Betonwänden, Stahlträgern, Weichböden und Bällen. „Schön, dass ihr alle wieder hier seid!“, begrüßte uns der Lehrer vom letzten Mal und nickte zur Laufbahn. „Wir kommen nun zum Hindernislauf, der nichts anderes aus der 1000 Meter-Lauf von vorhin ist, mit zwei Unterschieden! Erstens seht ihr ja selbst, dass der Parkour schwieriger geworden ist! Zweitens dürft ihr nun eure Fähigkeiten beliebig einsetzten, um diesen Lauf zu absolvieren. Einzige Einschränkung ist das Behindern oder Beeinflussen der anderen Teilnehmer! Dies ist nicht erlaubt!“, verkündete der Lehrer und wies uns an, uns an der Startlinie aufzustellen. „Auf die Plätze!... Fertig!... Los!“ Die Signalpistole ertönte und zum zweiten Mal am heutigen Tag liefen wir los. Diese Aufgabe spielt Kuroko durch nur so in die Hände!, ahnte ich mit einem neidischen Blick auf meine Freundin. Diese löste sich in nichts auf und erschien jeweils kurz an den einzelnen Hindernissen, nur um sich dann woanders hinzuteleportieren. Sie wird einen neuen Streckenrekord aufstellen!, war ich mir sicher, während ich selbst auf das erste Hindernis zu rannte. Ich entfaltete meine Fähigkeit und nutzte das verstärkte, elektro-magnetische Feld, um an der Stahlbetonwand hinaufzulaufen. So ging es für mich weiter durch den Parkour und auch wenn ich schnell unterwegs war, gehörte ich zum hinteren Teil des Mittelfelds! Wahnsinn, wie viele Schülerinnen in dieser Gruppe sind, die weiter kommen als ich!, dachte ich erstaunt, lief aber einfach weiter. Am Ende war ich ja sowieso schon für die Spiele qualifiziert! Nur mein Ego konnte also Schaden an meiner schlechten Leistung nehmen! Kuroko empfing mich mit einem breiten Grinsen am Ziel. „Manchmal sahst du so verzweifelt aus, dass ich kurz davor war, dir zu helfen!“, zog sie mich auf und reichte mir im selben Satz etwas zu trinken. „Kaum zu glauben, dass ich soweit hinten gelandet bin! Dabei kam ich doch gut durch, oder?“, fragte ich sie und trank. Kuroko zuckte mit Schultern. „Ich glaube, es lag an der starken Konkurenz! In unserer Gruppe ist ein erstaunlich hoher Anteil an Leuten mit körperlichen oder räumlichen Fähigkeiten! Da hast selbst du als Level 5 Elektromaster keine Chance!“ „Ja, stimmt schon... Naja, beim Weitwurf werde ich noch einmal alles geben und dann gehts es ab unter die Dusche!“, flötete ich, anfangs etwas verbittert, dann aber zufrieden, dass ich zum Test angetreten war. Bei meinen Worten
leuchteten Kurokos Augen auf. „Ja, das klingt gut, Sissi! Lass uns nach dieser Anstrengung gemeinsam etwas entspannen!“

Der Weitwurf entpuppte sich als meine Disziplin! Hier ging es darum, einen 200 Gramm Ball so weit wie möglich zu werfen. Da er einen Eisenanteil im Inneren besaß, konnte ich ihn mit meiner Fähigkeit beschleunigen! „Bitte, Sissi! Ziel so, dass du nicht die Tribünen schrottest!“, schärfte mir Kuroko vor meinem Wurf ein. Ich lächelte verlegen. „Ich... werde es versuchen, versprochen!“, schwor ich und zielte mit meiner Hand etwas höher. Meine Railgun-Fähigkeit reichte an sich nur fünfzig Meter, danach endete aber nur die rasante Energie-Beschleunigung an sich und nicht der Wurf! Ich sammelte meine Kraft und ließ sie in meinen nach vorne ausgestreckten Arm mit dem Ball in der Hand fließen. Dann mal los!, dachte ich und feuerte den Ball ab. Ein gewaltiger Kraftstrahl, umgeben von Blitzen, schoss los. Gleich einer Naturgewalt fegte der Ball durch die Luft in einem geraden Winkel in Richtung anderes Ende des Feldes. Nach fünfzig Metern verebbte der Strahl, doch der Ball flog in einem normalen Verlauf weiter! In einem weiten Bogen trudelte er durch die Luft, flog über die Tribünen am anderen Ende hinweg und würde irgendwo, vielleicht hundert oder auch zweihundert Meter entfernt landen! Ich sah zur Tafel, auf der das Ergebnis des Wurfs dargestellt werden sollte. Erst bleib der Bildschirm weiß, als müsste man den Ball erst noch suchen, bevor man messen konnte. Dann aber blitzte eine Zahl auf, die selbst mich überraschte. „Donnerwetter! 1375 Meter! Das hätte ich nicht gedacht!“, sagte ich verdattert. Man, die mussten den Ball wirklich erst noch suchen!, dachte ich und hoffte im selben Atemzug, dass er niemanden auf dem Kopf gefallen war. Nach dem Test gönnte ich mir eine ausgiebige Dusche, bei der ich mich Kurokos Aufdringlichkeit erwehren musste. Nachdem sie aber zuckend und voller Ruß in der Ecke des Umkleideraums lag, entspannte ich mich unter dem heißen Wasserstrahl. Die Ergebnisse wurden erst am Sonntagabend veröffentlicht. Wie nicht anders zu erwarten, drängten sich die Schülerinnen vor dem großen Bildschirm, den wir das schwarze Brett nannten, und suchten ihre Punktzahl. Die Tabelle hielt einige Überraschungen auf Lager! „Ich kann nicht glauben, dass Kamijou nur auf den siebten Platz ist! Sie ist doch ein Level 5!“, staunte Kuroko nicht schlecht, als auch wir beide uns unter die Menge mischten. „Ja, aber Level allein reicht nicht aus, wenn man Kongou schlagen möchte!“, antwortete eine andere Stimme an meiner Stelle. Freudig drehte ich mich zu Kongou um, die wie so oft in Begleitung von Wannai und Awaktsuki war. „Oh, hallo, ihr!“, begrüßte ich sie und stieß Kuroko mit dem Ellenbogen in die Seite. „Aua, Sissi! Ich... Äh... hey, Wannai und Awatsuki!“, stimmte sie in die Begrüßung mit ein. „Kongou... war ja klar, dass du hier sein musstest, wenn ich es auch bin...“, „Aber, aber, Shirai! Woher kommt nur deine schlechte Laune? Bei deinem Ergebnis solltest du dich doch freuen!“, meinte Kongou. Ich blickte auf die Tabelle. Tatsächlich! Kuroko ist momentan auf Platz eins!, wunderte ich mich. Nicht, dass ich eine gute Platzierung meiner Mitbewohnerin nicht erwartet hätte, aber wie die anderen Mädchen auch, hätte ich Kamijou auf diesem Platz gesehen. „Ich bin halt vielseitig begabt und habe durch das harte Training beim Judgement eine physische Präsenz aufgebaut!“, erklärte Kuroko mit gerecktem Kinn in Richtung Kongou. „Was denn für eine physische Präsenz?“, wollte ich erstaunt wissen. „Du bist klein und schmächtig!“ „Dafür habe ich eine größere Oberweite als du, Sissi!“, nahm sie sich heraus. Bevor ich sie jedoch für ihre Aussage bestrafen konnte, deutete Kuroko auf den Bildschirm. „Es ist kaum zu glauben, aber unter den Top Zehn sind drei Lebel 3-Esper! Ha! Sie haben doch nicht gelogen, als sie sagten, dass das Level allein nicht entscheidet!“ „Natürlich nicht, Shirai! Sonst wäre ich ja vor dir! Aber du wirst schon sehen, ich werde mich dir nicht ohne weiteres geschlagen geben! Immerhin bin ich Kongou Mitsuki von der Tokiwadai!“, sprach Kongou und klappte ihren Fächer auf. Auch ihr Ergebnis konnte sich sehen lassen! Neugierig besah ich mir die oberen Plätze der Tabelle. Mal sehen... Da haben wir Kuroko auf Platz eins! Dann folgt Yumiya Iruka, eine Level 4. Dann komme ich schon!, las ich in Gedanken die Platzierungen vor. Es wunderte mich auch hier, dass ich nur auf dem dritten Platz lag. Dabei hatte ich bei allen Tests ein gutes bis sehr gutes Gefühl gehabt! Na ja, macht nichts! Die Qualifizierung habe ich ja schon und solange ich vor Kamijou bin, ist alles in Ordnung!, überlegte ich und schaute weiter. Bei meinem Namen war eine kleine Bemerkung verfasst, die besagte, dass ich zwar gelistet wurde, aber außerhalb der Wertung blieb. Somit rückten die unteren Namen einen Platz vor! Da sind Kongou und Kirifu Megumi, eine weitere Level 4, auf den nächsten Plätzen! Dies bedeutete, dass als Zwischenfazit Kuroko, Yumiya und Kongou zusammen mit mir zu den Spielen gehen würden! „Hey, seht mal! Wannai und ich sind gar nicht so weit von der Spitze entfernt!“, freute sich Awatsuki und tippte auf ihren Namen. Sie war Platz siebzehn, während Wannai Platz neunzehn belegte. „Und es haben tatsächlich gleich mehrere Level 3 unter die besten zehn geschafft, Wahnsinn!“, fügte Wannai hinzu und strahlte. „Vielleicht sollten wir uns das nächste Mal mehr anstrengen! Dann haben wir auch noch eine Chance!“ „So machen wir es!“, erwiderte Awatsuki und die beiden klatschten ein. „Auch ich werde mich bei den Tests nicht mehr zurückhalten, versprochen!“, schwor Kongou und zwinkerte Kuroko zu. „Ruhe dich bloß nicht auf deinen Leistungen aus, Shirai! Bald wirst du hinter mir stehen!“ „Ich werde niemals hinter dir stehen, Kongou! Niemand hält mich davon ab mit meiner Sissi zu den Spielen zu gehen!“, regte sich Kuroko auf. „Kommt schon, Mädels! Beruhigt euch doch! Momentan kommt ihr beide doch mit !“, versuchte ich die Situation zu entschärfen. Vor allem Kuroko fand diesen Einwand aber überhaupt nicht lustig! Wenig später erklärte sie mir auch wieso. „Ich finde nicht, dass Kongou bei den Spielen antreten sollte! Sie ist so hochnäsig und so unglaublich nervig! Wollen wir das der Welt zeigen? Soll das die Werbung sein, welche die Tokiwadai haben möchte? Ich denke nicht!“ „Ich weiß echt nicht, was du gegen sie hast! Sie bemüht sich doch!“, hielt ich dagegen. „Ach, Sissi! Dein Herz ist einfach viel zu groß! Irgendwann wird dir jemand damit wehtun!“, seufzte Kuroko pathetisch. „Aber dann werde ich zur Stelle sein, die Scherben aufsammeln und sie zusammen kleben!“ „Mach dir mal keine Sorgen! Da wird in nächster Zeit nichts zerbrechen!“, lachte ich.
 
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