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You Spoke an Untruth

von Nialuna
OneshotHumor, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Ignaz "Jo" Caspar Marie Hofer Michael "Michi" Mohr Miriam Stockl Sven Hansen
28.03.2020
28.03.2020
3
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28.03.2020 999
 
Hello,
Zur Feier der neuen Rosenheim-Cops Kategorie, die es jetzt gibt (!!!), poste ich mal drei missing scenes von 'You Told a Lie'. Die Szenen waren ursprünglich in der Story mit drin, ich habe sie dann aber rausgenommen, da sie nicht wirklich in den Fluss der Gechichte gepasst hätten. Glaube ich zumindest...
Sie sind einfach nur zur Erheiterung da und nicht um sie sonderlich ernst zu nehmen - einfach kleine Schmankerl, die wir ja alle zur Zeit glaube ich ganz gut gebrauchen können.

Ich habe vor der jeweiligen Szene und danach noch ein kleines Stück von 'You Told a Lie' geschrieben, dann wisst ihr wo die Szene hingehört.

Viel Freude beim Lesen ihr Lieben,
Nialuna


******

Verschwörerisch grinsend blickte Sven zu ihrem Wirt herüber, sagte jedoch immer noch nichts – Jo musste ebenfalls grinsen.

„MEIN GOTT!! Jetzt mach’s halt nicht so spannend.“ Geduld war wirklich noch nie Michis Stärke gewesen.

„...Ich habe-“ setzte Sven langsam an.

„Er hat so getan, als wäre er ein ausgebrannter Undercover-Ermittler, der in Rosenheim untertauchen musste!“ platzte es aus Jo heraus.

Entgeistert drehte sich Sven wieder zu ihm – er hatte einen so schönen Spannungsbogen aufziehen können, mein Gott, Jo!

Die anderen schnappten trotzdem nach Luft – immerhin – und Michi verschluckte sich fast an seiner Limo.

„NAAA!“ stießen alle drei gleichzeitig aus. Dann lachte Michi laut los. Die Damen folgten ihm in etwas gemäßigter Lautstärke.


„Wie hast du das denn bitte geschafft?!“ Neugier und auch etwas neugefundener Respekt schwangen in der Stimme des Obermeisters mit.

„Naja, ich hab so getan, als wäre es ein großes Geheimnis und hätte es natürlich noch nie jemand anderem erzählt. Ihr wisst doch, wie gerne der Schretzmeyer den Verbündeten gibt.“ Sven zuckte mit den Schultern. „Ich hab ihm das Versprechen abgenommen, es niemandem zu erzählen, und von da an war er Feuer und Flamme. Ich hab mir dann irgendwas zusammengelogen, von wegen, dass ich nach Rosenheim gekommen bin, weil ich in Hamburg ausgebrannt war, Undercover-technisch, und dass ich untertauchen musste, und welche Stadt sei dafür besser geeignet als Rosenheim, und so was.“

Jetzt wo Sven darüber nachdachte, war ihm noch einmal bewusst geworden, wie lächerlich aufgebauscht er seine Geschichte erzählt hatte. Das hätte er auch eleganter rüberbringen können, so im Nachhinein – aber die Details mussten die anderen ja nicht unbedingt erfahren, dachte er sich.

Doch Jo schien das anders zu sehen, wie er im nächsten Augenblick bewies:

„Na, jetzt stell dein Licht aber nicht unter den Scheffel, mein Lieber!“ warf er grinsend ein. „Der hat ihm das Blaue vom Himmel gelogen. Hat erzählt, wie er abtauchen musste, wie er sein altes Leben zurücklassen musste-“

„Jaja, schon gut, Jo!“ versuchte Sven Frau Hofers Kichern zu übertönen.

Doch Jo ließ sich nicht beirren – und gab die schlimmste Imitation seines besten Freundes zum Besten, die die Welt je gesehen hatte:

„Ich habe alles zurückgelassen. Meinen Wagen, meine Frau...meine Identität.“ Jos Stimme war mehrere Oktaven nach unten gewandert und er klang, als hätte er schon mindestens ein Päckchen Zigaretten am gleichen Tag geraucht. Seine Mundwinkel hatte er nach unten gezogen und seine Augen zusammengekniffen. Es hatte wirklich mehr Ähnlichkeit mit Robert De Niro als mit Sven. Beirren ließ sich der Barkeeper dadurch aber nicht. "Nichts ist echt, verstehen Sie, Herr Schretzmeyer?! Nichts. Ist. Echt.“ Er ließ seine Gesichtszüge wieder in den Normalzustand gleiten. „Das hat er gesagt.“

Sven spürte, wie Hitze in seinen Wangen aufstieg. Frau Hofer war inzwischen kurz davor, vor Lachen keine Luft mehr zu bekommen und Frau Stockl hatte sich eine Hand vor den Mund geschlagen – eine Hand, die nicht ansatzweise dazu beitrug ihr Prusten bei Jos Worten zu verbergen. Auch Michi grinste voller Gusto. Und Sven fragte sich, wie ihr Gespräch so eine Wendung hatte annehmen können – eben noch hatten sie an seinen Lippen gehangen und im nächsten Moment war er zur Lachnummer des Abends geworden.

So hab ich das nun auch wieder nicht gesagt.“ grummelte er, doch die anderen lachten dadurch nur noch mehr. „Außerdem hat er es mir ja abgekauft, also weiß ich gar nicht, warum die Feinheiten da jetzt so wichtig sind.“

Michi legte ihm beschwichtigend eine Hand auf den Rücken. Sein anhaltendes Kichern machte den Wert der Geste jedoch zunichte.

„Du bist ja nur neidisch, dass du nicht auf die Idee gekommen bist.“

„Jaja, da bin ich wirklich sehr neidisch.“ lachte Michi. Auf Svens bösen Blick hin hob er dann aber beschwichtigend die Hände – aber immer noch grinsend. „Wie ging es denn dann weiter?“ fragte er als Friedensangebot.

„...Er hat dann noch gefragt, was das für unsere Beziehung bedeutet – Ich habe impliziert, dass sie natürlich auch nicht echt ist. Wenn ich so recht darüber nachdenke, hat ihn das schon fast am meisten getroffen.“ Jetzt musste Sven auch wieder grinsen. „Dann hat er sich bei mir für mein Vertrauen bedankt und gesagt, dass mein Geheimnis bei ihm sicher wäre. Und kurz darauf ist er zur Toilette gegangen.“

„Aber vorher, und das muss man dazu sagen, konnten wir endlich unsere Bar-Zeichensprache einsetzen!“ rief Jo wieder dazwischen. Dann musste er wieder breit grinsen. „Ich sag‘s euch, der Sven ist richtig aufgegangen in seiner Rolle als harter Undercover-Cop!“

Svens Gesicht, das sich gerade wieder abgekühlt hatte, flammte erneut mit voller Wucht auf.

„Jaja, jedenfalls habe ich Herrn Schretzmeyer dann aufgeklärt, als er wieder da war.“ sprach er hastig über das Gekicher der anderen weiter.

Als sie sich wieder etwas beruhigt hatten, legte Frau Stockl nachdenklich ihre Stirn in Falten.

„Also, wie lang hat dann das ganze angedauert? So fünf Minuten?“ überlegte sie.

Sven zuckte mit den Schultern. „Ja, das könnte hinkommen.“

Jo nickte zustimmend.

„Hmm.“ machte die Sekretärin daraufhin. „Ich glaube, da müssen wir uns erst mal beraten, oder?“
Mit gewichtiger Miene schaute sie zu Frau Hofer und Jo. Die beiden stimmten ihr genauso ernst zu. Anschließend drehten sie sich unison erwartungsvoll zu den beiden anderen um, als wären sie eine Person.

Einen Moment herrschte Schweigen. Dann rollte Sven seine Augen und griff Michi bei der Hand.

„Wir gehen ja schon.“
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