Prudence kom Azgeda

von scipsgirl
GeschichteDrama, Romanze / P16
Bellamy "Bell" Blake Cage Wallace Clarke Griffin OC (Own Character) Octavia Blake Roan
28.03.2020
28.03.2020
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28.03.2020 1.519
 
(hey, ich würde mich wirklich freuen, wenn du einen kommentar hinterlässt und interessiert an der geschichte bist :)

Dear Prudence, open up your eyes
Dear Prudence, see the sunny skies
The wind is low, the birds will sing
That you are part of everything
Dear Prudence, won’t you open up your eyes?
- The Beatles „Dear Prudence“

Das Säuglingsmädchen starrte ihre Mutter mit großen braunen Augen an und gab einige Laute von sich, die wie Lachen klangen. Das beruhigte die geschwächte Mutter ein wenig, denn zuvor hatte das Baby mehrere Tage lang geschrien. Die Mutter hatte es vor ein paar Wochen zur Welt gebracht, an ihrer Seite war ihr Geliebter. Die beiden Eltern waren Ausgestoßene, Verbannte, da sie aus unterschiedlichen Clans stammten und ihre Anführer sich in einem kleinen Krieg befanden und ihren Untertanen somit den Kontakt zu Personen aus einem anderen Clan untersagten. Doch davon ließen die beiden sich nicht abhalten, sie lebten etwa zwei Jahre in den Wäldern, auf sich allein gestellt. Während dieser Zeit hatten sie sich eine kleine Hütte errichtet und sich gut vor Plünderern oder gewaltsamen Angreifern geschützt. Als die junge Frau schwanger wurde, versuchten sie, in einen ihrer Clans Unterschlupf zu finden, um einen Heiler in der Nähe zu haben, sollte einer benötigt werden. Doch die Anführer ließen sich nicht erweichen und so gebar die junge Mutter das Kind in ihrer Hütte. Nachdem nun ein paar Wochen vergangen waren, begaben sich die jungen Eltern auf der Suche nach Nahrung. Da beschloss der Vater des Säuglings, noch einmal um Hilfe zu bitten bei einem kleinen Dorf, welches er aus seiner Kindheit kannte. Er verließ seine Geliebte und das Baby nur ungern, doch er war sich auch bewusst, dass sie vermutlich nicht lange durchhalten würden in ihrer kleinen Hütte.
„Gehe, Liebster! Ich fühle mich noch zu schwach, um diesen weiten Weg auf mich zu nehmen.“, waren die letzten Worte der jungen Frau und somit verabschiedeten sie sich voneinander, voller Hoffnung.
Nun begab sich die junge Mutter auf den Weg zu ihrer Hütte, das Säuglingsmädchen war in ein Leinentuch gewickelt, welches sich die Mutter um ihren Oberkörper gebunden hatte, so dass sie beide Hände frei hatte beim Gehen und das Kind sie ansehen konnte. Allmählich wurden die Augenlider des Säuglings schwerer und begannen sich zu schließen. Als es anfing, etwas zu regnen, nahm die Frau ihren Umhang und spannte ihn vor ihren Oberkörper zusammen, sodass es das Kind davor schützte, vom Regen geweckt zu werden.

Nachdem eine Weile vergangen war und die beiden fast an der Hütte angekommen waren, hörte die Mutter ein knackendes Geräusch hinter sich. Gefasst blieb sie sofort stehen und drehte sich um, doch sie erblickte niemanden. Vermutlich war es nur ein Tier gewesen. Doch als sie weiterging, hörte sie erneut das Geräusch und ihre Schritte wurden schneller. Eine ganze Weile lief sie so weiter. Als sie sich traute, noch einmal hinter sich zu blicken, sah sie einen schreienden Reaper auf sich zu rennen. Sie begann sofort, vor ihm wegzulaufen, doch er holte sie schnell ein und packte sie an der Schulter. Ihr Herz begann zu rasen vor Angst. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Zum Kämpfen fühlte sie sich zu schwach und sie konnte auch nicht kämpfen, solange sie ihr Kind noch an sich trug. Sie war sich sicher gewesen, dass der Reaper sie töten würde. Sie schloss ihre Augen und würde es über sich ergehen lassen, ihr war kein anderer Ausweg im Sinn. Der Reaper griff nach ihren Handgelenken und verband sie mit einem Stück Seil. Als die Frau ihre Augen wieder öffnete, blickte sie irritiert und voller Angst auf ihre Hände. Der Reaper zog sie daran hinter sich her und durchstreifte den Wald. Sie war verängstigt und ihr gesamter Körper begann zu zittern. Sie hatte keine Ahnung darüber, wohin er sie führte und was er mit ihr vorhatte.

Es war ein ganzer Tag vergangen. Die Beine der Frau fühlten sich schwer und müde an und sie war sehr erschöpft. In der gesamten Zeit hatte das Säuglingsmädchen keinen Laut von sich gegeben. Plötzlich erblickte die Frau weitere Reaper, die Gefangene bei sich hatten. Alle gingen auf einen Tunnel zu. Sie riss weit die Augen auf und hatte das Gefühl, ihr Herz würde aus ihrer Brust herausspringen vor Angst. „Wo bringst du mich hin?“, fragte sie den Reaper verzweifelt und begann zu weinen. Der Reaper drehte seinen Kopf zu ihr und schnaufte sie nur an. Als sie den Tunnel betraten, war es so dunkel, dass die Frau kaum noch etwas sehen konnte. Nun konnte sie sich nur noch auf die Schritte des Reapers verlassen und diesen folgen. Auf einmal hörte die Frau die Stimme ihres Kindes, wie es undefinierbare Laute von sich gab. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals, aber der Reaper hatte das Kind offensichtlich nicht gehört. Am Ende des Tunnels entdeckte die Frau ein paar andere Ihresgleichen und einige Reaper, die sich vor eine Person knieten und etwas in ihren Hals gespritzt bekamen. Die anderen Menschen waren Krieger gewesen, sie war die einzige Frau. Der Reaper zwang sie auf die Knie und sie stöhnte vor Schmerz auf. Nun knieten die Krieger und sie in einer Reihe nebeneinander. Vor ihnen stand eine Frau in einem seltsam aussehenden Anzug. Ihr Gesicht sah noch so jung aus, als wäre sie noch ein Kind gewesen. Sie ging die Reihe hinab und blieb bei jedem einzelnen stehen und sagte wiederholend das Wort: „Zur Ernte.“ Als die Frau vor dem Krieger neben der Mutter stehen blieb, sagte sie „Dieser hier wäre gut für das Zerberusprojekt.“ Nun blieb die Frau bei der jungen Mutter stehen und blickte ihr ins Gesicht. „Diese hier zur Ernte.“, gab sie von sich und ein Mann, der hinter der Mutter stand und ebenfalls einen seltsamen Anzug anhatte, zog sie auf ihre Beine und zerrte sie zu einem Türeingang.

Plötzlich fing das Säuglingsmädchen an zu schreien. Die Schreie hallten durch den gesamten Tunnel und alle Blicke fielen nun auf die junge Mutter, die verzweifelt versuchte, ihre Hände von dem zugebundenem Seil zu befreien, doch dies hatte keinen Erfolg. Die Frau, die sie gerade eben noch zur Ernte zuwies ging auf sie zu und öffnete den Umhang. Da sah sie das schreiende Baby in dem Tuch eingewickelt, dass um ihre Mutter gewickelt war. Der Mann, der die Mutter an der Schulter fasste blickte erschrocken und erwartungsvoll zu der Frau, doch diese wusste nicht so recht, wie sie mit der Situation umgehen sollte. Sie blickte dem Säugling in die Augen und fühlte sich komisch. „Dr. Tsing? Was sollten wir nun tun?“, fragte der Mann sie. Dr. Tsing blickte abwechselnd das Kind, die Mutter und den Mann verzweifelt an. Das Säuglingsmädchen hörte nicht auf zu schreien. Das Schreien durchdrang immer noch den gesamten Tunnel. Das Kind schrie und schrie und hörte nicht mehr auf damit.
„Lasst mich sie füttern.“, sagte die Mutter des Säuglings, „Sie hat Hunger.“.

Dr. Tsing lächelte die junge Mutter für einen kurzen Moment an, ihr Blick wurde dann jedoch wieder ernst. „Bringen sie den Säugling nach draußen. Wir haben keine Zeit, um uns darum zu kümmern.“, gab Dr. Tsing von sich und begab sich zur Tür, die in den Berg hineinführte. Der Mann sah sie entgeistert an, doch befolgte ihrer Anweisung zunächst. Er nahm das Tuch, dass um die Mutter gewickelt war von ihr ab und hielt das Kind in seinen Armen, welches immer noch schrie. Die Mutter griff mit ihren verbundenen Händen nach dem Kind und schrie verzweifelt. „Nein, bitte nicht!“, weinte sie, doch sie wurde von einem der anderen Männer festgehalten und zur Richtung der Tür gebracht.

Der Mann, der nun das Baby hielt, blickte es verwirrt an. Er konnte es nicht vor den Tunnel in den Wald legen. Es würde sterben. Das könnte er nicht mit seinem Gewissen vereinbaren. Also wartete er eine Weile und ging dann durch die Tür zum Berg. Er ließ das Kind vorsichtig von reinigen, um es von seiner Radioaktivität zu befreien.
Als dies getan war, brachte er es zu Dante Wallace, dem Präsidenten in Mount Weather.
Der Mann konnte nicht glauben, dass er das tatsächlich getan hatte. Ein Outsiderkind einfach so in den Berg gebracht zu haben… Dafür könnte er in Schwierigkeiten geraten. Als er Dante Wallace davon berichtete und ihm erklärte, dass er das Säuglingsmädchen nicht einfach sterben lassen konnte, gab dieser sich verständnisvoll.
„Danke Emerson! Sie haben alles richtig gemacht. Ein unschuldiges Kind zu töten kann man nicht mit unserer Würde vereinbaren, auch wenn es noch so schrecklich ist, dass wir das Kind seiner Mutter entrissen haben. Ihr hättet sie einfach gehen lassen sollen!“
„Es tut mir Leid, Präsident. Niemand wusste, wie man mit der Situation umgehen soll.“, erwiderte Emerson und Dante nickte.

Daraufhin nahm Dante das Säuglingsmädchen in die Arme und blickte in ihre großen braunen Augen. „Und wie sollten wir sie wohl nennen?“, fragte er und richtete seinen Blick zurück zu Emerson, während auf seinem Schallplattenspieler eine Platte der Band ‚The Beatles‘ spielte. Emerson überlegte einen kurzen Moment, während das Lied „Dear Prudence“ gerade lief. Da sah er Dante an und lächelte. Ohne etwas sagen zu müssen, verstand Dante und nickte lächelnd. „Willkommen in Mount Weather, Prudence!“
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