Krone der Macht (Arbeitstitel)

GeschichteAbenteuer / P16
28.03.2020
12.04.2020
7
20.019
 
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28.03.2020 1.089
 
Ich weiß gar nicht, was ich noch groß sagen soll. Ich bin mies in Kurzbeschreibungen und der Namensgebung von Geschichten, also freut es mich, wenn du, lieber Leser, dich dazu entschieden hast, trotzdem mal einen Blick hier rein zu werfen.
Da ich zwar schon ein paar Kapitel voraus bin und eine grobe Storyline habe, aber nicht sagen kann, wie blutig manche Kampfszenen vielleicht werden, habe ich die Altersempfehlung sicherheitshalber mal auf P16 gesetzt. Vielleicht ändert sich das noch im Laufe der Geschichte. Inwiefern regelmäßige Uploads kommen, weiß ich auch nicht, das hängt von mehreren Faktoren ab. Wenn es gut läuft, schaffe ich es vielleicht, öfter mal ein Kapitel hochzuladen.
Dann wünsche ich viel Spaß beim Lesen!

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Es war einmal vor langer, langer Zeit… eine Insel. Und auf dieser Insel lebten zwei verfeindete Stämme: Die Canor und die Vulker. Sie führten einen erbitterten, ewigen Krieg um die Insel, seit ihre Ahnen sich das erste Mal begegnet waren.
Die beiden Stämme waren zutiefst verschieden. Der Häuptling der Canor wurde Morja genannt, er war ein tapferer Mann und liebte das Kämpfen. Er war ein so furchteinflößender Krieger wie der Großteil seines Stammes, es hieß, sie würden nach einer gewonnenen Schlacht mit dem Blut ihrer Opfer anstoßen. Der Häuptling der Vulker war dagegen ein sanftmütiger Mann, Rolobis, der nicht viel von Kämpfen hielt. Er legte Wert darauf, dass sein Stamm mit der Natur im Einklang lebte – es hieß, dass diese Naturverbundenheit dem Stamm besondere Kräfte verlieh. Seine Krone, die ihn als Häuptling auszeichnete, war aus dem Holz einer Birke geschnitzt. Kunstvolle Runen waren in ihr verewigt und ihr wurde eine magische Kraft nachgesagt.
Rolobis war jedoch bereits alt und drohte, der Altersschwäche zu erliegen. Nach ihm sollte Ronor, sein Sohn, der neue Häuptling werden. Er war ebenso naturverbunden wie sein Vater und ein kluger Mann. Rolobis hoffte, dass sein Sohn den scheinbar unendlichen Krieg zwischen den Stämmen beenden könnte – ein Ziel, das er selbst nie erreicht hatte.
Der Häuptling tat alles, um seinen Sohn zu schützen, doch dieser war es leid, nie mit in den Kampf ziehen zu können. Er wollte Seite an Seite mit seinem Stamm den Krieg durchleben, um das Leid der Krieger zu verstehen. Er wollte versuchen, eine Schlacht zu verhindern, um später einmal den ganzen Krieg beenden zu können.
Nach monatelangem Training durch die besten Kämpfer der Vulker gestattete Rolobis schließlich seinem Sohn, zu einer kleineren Schlacht in der Nähe mitzuziehen. Ein Lager von Vulkern wurde durch Canor bedroht und Rolobis wollte Männer zur Verteidigung aussenden. Möglicherweise würde Ronor wirklich verhindern können, dass es zu einer Schlacht kam – er war ein begabter Knabe. Und im Lager befanden sich lediglich Frauen und Kinder, Geflüchtete aus einem geplünderten Dorf.
Doch als die Truppe von der Schlacht zurückkehrte, hatten sie viele Verluste zu beklagen. Sie waren in einen Hinterhalt geraten, da der Feind sie bereits erwartet hatte. Auch Ronor war gefallen.
Der Häuptling verfiel in tiefe Trauer und verstarb noch am selben Abend. Zwischen den Männern des Stammes entbrannte ein Kampf um das nun unsichere Erbe: Die Führung der Vulker. Die Unruhen drohten, in einen inneren Krieg auszuarten.
Da berief Nivia, die Witwe von Rolobis, eine Volksversammlung ein. Sie war eine geachtete Frau und hatte nach dem Tod ihres Mannes vorübergehend die Führungsposition eingenommen – doch war es kein Geheimnis, dass die meisten Männer des Stammes lieber einen Mann an ihrer Stelle sehen würde.
Nivia bat den Stamm um Stille. Dann nahm sie die Häuptlingskrone und hielt sie hoch, damit alle sie sehen konnten. Mit erhobener Stimme begann sie, zu sprechen.
„Das Erbe unseres Stammes ist nicht verloren, doch findet sich der wahre Erbe nicht unter uns. Diese Krone soll nur derjenige tragen, der sich des Amtes würdig erweist. Ich werde diese Krone am Strand den Fluten übergeben, auf dass nur der sie wiederfindet, der sein Leben mit der Natur lebt.“
Die Versammelten protestierten lautstark. Mehrere Männer drängten sich zu Nivia vor und wollten ihr die Krone entreißen. Doch in diesem Moment verdunkelte sich der Himmel und ein schwerer Sturm zog auf.
Die Witwe gelangte in die Mitte des versammelten Stammes und hielt die Krone aus Birkenholz auf ihren Handflächen gen Himmel. „Mächte der Natur, lasst unseren Stamm nicht vergehen!“, rief sie. In diesem Moment zuckte ein gleißender Blitz über den Himmel und schlug dort ein, wo Nivia stand.
Ebenso plötzlich, wie der Sturm gekommen war, verzog er sich auch wieder. Als der Regen zurückgegangen war und des Mondes fahle Lichtstrahlen wieder die Szenerie erhellten, fehlten von Nivia und der Krone jede Spur.
Ohne Führung verlor der Stamm der Vulker den Kampf um die Insel. Die Canor rissen die Macht an sich und die Vulker ergriffen die Flucht. Mit Booten flohen sie auf andere Inseln und siedelten sich in der Natur an.
Die Zeit verstrich, Jahrzehnte, Jahrhunderte vergingen. Doch bis heute fehlt von der Krone aus Birkenholz jede Spur… und auch Nivia wurde nie wieder gesichtet. Jedoch gibt es Gerüchte, dass in jeder Vollmondnacht in der Ruine des ehemaligen Vulker-Dorfes, welches tief in den Wäldern verborgen liegt, ihr Geist erscheint und denjenigen zur Krone führt, der sich als würdig erweist. Es gab viele, die sich auf diese Reise begaben, doch kehrte keiner von ihnen je zurück...

Sara schlug das alte Buch zu, aus dem sie die Geschichte vorgelesen hatte. Ihr Sohn Arthur war ohnehin längst eingeschlafen. Sie hielt einen Moment inne und musterte den schlafenden Jungen. Seine Brust hob und senkte sich regelmäßig und auf seinem Gesicht lag ein zufriedenes Lächeln.
In letzter Zeit hatte er sich oft gewünscht, dass seine Mutter ihm diese alte Erzählung beim Einschlafen vorlas. Sie musterte das Buch. Es war alt und fiel fast schon auseinander, nur ein paar Fäden hielten die vergilbten Seiten noch zusammen. Der Einband, der einst bunt und prächtig gewesen sein musste, war nun verblasst. Die einst goldene Aufschrift „Die Sagen des Volkes“ war kaum noch lesbar.
Arthur war fasziniert von allen Erzählungen, die das Buch enthielt, doch die Geschichte der Krone aus Birkenholz schien ihm besonders zu gefallen. Die Gründe dafür waren seiner Mutter schleierhaft. Aber nun ja, es war schließlich nur eine alte Erzählung – also kein Grund zur Sorge. Diese Faszination würde sich sicherlich legen, wenn Arthur heranwuchs und zu einem Mann wurde.
Sara erhob sich, küsste ihren Sohn sanft auf die Stirn, griff nach der Kerze auf dem Nachttisch und verließ dann das Zimmer. Hinter sich schloss sie vorsichtig die Tür. Hätte sie nur gewusst, was Arthur Jahre später erwarten würde…

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Vielleicht hat es dem ein oder anderen ja gefallen und er/sie/... schaut beim nächsten Kapitel wieder vorbei :)
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