Elämänilo

von M i n a
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16 Slash
Henri Jaakoppi OC (Own Character)
28.03.2020
06.04.2020
3
2.448
1
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
28.03.2020 822
 
Elämänilo


»Dawson, das ist Henri. Er ist …«
»Ich weiß, Mom.« Ein Wunder, dass er nicht Henris Lieblingsfarbe wusste, ohne jemals mit Henri gesprochen zu haben! Es war, als hätte Mom Henri Jaakoppi adoptiert. Und wäre das hier ein Film … na, dann wäre nun der Moment gekommen, seinen verheimlichten Halbbruder kennenzulernen. Dawson grinste und erhob sich vom Sofa, wo er die Zeit bis zu Moms und Henris Eintreffen genau genommen Däumchen gedreht hatte. Aus irgendeinem Grund hatte er nichts zustande gebracht. »Hallo Henri.«
»Hallo.« Ebenfalls grinsend sah sich Henri im Hobbyzimmer, wie Claire seinen kleinen Salon immer liebevoll-neckisch nannte, um, aber mit einem eher unschlüssigen Blick.
Er wollte überhaupt nicht wissen, was Mom alles über ihn erzählt hatte. Nein, wirklich, wollte er nicht wissen. »In Ordnung, danke, Mom. Wir kommen zurecht, ja?«
»Bist du sicher? Henri spricht …«
»Ich weiß, Mom«, versicherte er ihr auch dies lächelnd. »Wir kommen zurecht.« Selbstverständlich sprach er nicht ein Wort Finnisch – Himmel, er konnte nicht Henri nicht mal in dessen Muttersprache begrüßen – aber … alles kein Problem, ja! Er hatte als Kronprinz einiges bewältigt, woran er nicht gern zurückdachte, und auch wenn er sich nichts auf sich selbst einbildete, verlieh sein Leben ihm doch ausreichend Kompetenzen, um mit anderen Menschen erfolgreich kommunizieren zu können.
Haha. Er lächelte noch einmal und gab seiner Mom einen Wangenkuss. »Bis später, Mom.«
»Bis später!«, verabschiedete sie sich in fröhlichem Singsang und verschwand – endlich, wohlgemerkt –, nachdem sie Henris Hand gedrückt hatte. Schmunzelnd verdrehte er die Augen. Frühlingsgefühle und seine Mom. Keine gute Mischung. Echt nicht. Nun ja, womöglich doch. Solange sie gerade zu Dads und ihrem Date verschwand und das Date auch auf dem Weg dahin nicht vergaß, weil sie stattdessen die Welt knuddelte?
Stirnrunzelnd senkte er den Blick auf Coco, der in einem – für Cocos Verhältnisse – Affenzahn immer und immer wieder um Henri herumrannte. Letztlich lächelte er. »Cookie«, stellte er den Frechdachs vor. Dann bat er mit einem gehobenen Zeigefinger um Achtsamkeit und musste wieder grinsen. »Coco.« Im selben Affenzahn düste Coco nun glücklich bellend auf ihn zu, als wäre Dawson eben erst bemerkt worden. Henri lachte sich schlapp. Ihm als Kleinkind war es unmöglich gewesen, Cookie mit Cookie anzusprechen, ob Coco ihm nun immer die Cookies aus der Hand geschnappt hatte oder nicht, und da Claire den Namen Coco so niedlich gefunden hatte, wie sie Cookie selbst niedlich fand, war er – oh, welch Wunder – selbstverständlich bei dem Namen geblieben. Seitdem weigerte sich Coco aber, auf den ursprünglichen Namen zu hören und ignorierte ihn, wenn Dawson mal versuchte, erwachsen zu sein.
Womöglich sollte er nicht erwachsen werden. Ja, haha. Kniend wuschelte er Coco sanft durch das Fell. »Na, wer zeigt Henri sein Zimmer, hm? Wer?«, fragte er liebevoll und sah zu Henri hoch. Oh. Henri bedachte ihm mit einem seltsamen Blick, einem Blick, der eine Fotoreihe rund um Frühlingsgefühle nicht abwerten – Himmel, alles andere als abwerten – würde und lief sogar rot an, weil es nicht unbemerkt blieb. Dawson missverstand also nicht.
Das hatte seine Mom nicht erzählt. Henri sah aber nicht weg, was Dawson ihm zugutehielt. Und Dawson mächtig imponierte. Er hätte weggesehen. Zweifellos.
Weshalb wollte Henri die Ausbildung zum Koch eigentlich unbedingt im Palast, so weit weg vom Zuhause in Sota, absolvieren? Er tippte die Frage in den Übersetzer seines Smartphones ein und hielt dieses Henri hin.
Man lebt einmal. Gute Antwort. Die einzige Antwort selbstverständlich, vor allem, wenn es nach Küchenchef Alex Sandoval ging. Und das ging es ja auch. Ha … Zur vorsintflutlichen Aufmunterung lächelte er Henri zu und marschierte Seite an Seite mit Cookie ins Gästezimmer. In Henris Zimmer, zumindest während dem Praktikum.
Darin stand Henri mit fragendem Blick vor den vier grundverschiedenen Vorhängen, die an den kurzerhand angebrachten Garderobenhaken hingen. Den dritten Vorschlag, Sternenregen auf himmelblau, ließ sich Henri aber durch die Hände gleiten und wandte sich ihm zu, als sei die Erlaubnis nötig. Dennoch nickend nahm Dawson eine Hälfte an sich und begann, diese zu befestigen. Der erste Vorhang, den er selbst anbrachte. Nahm er jedenfalls an. Beeindruckend, wie einfach es ging.
»Schöner als erwartet.«
Toll. Er hatte bereits vergessen, dass sein Mitbewohner ihn überhaupt nicht verstand. Schnell übermittelte er seinen Gefallen mithilfe beider Daumen und Henri erwiderte die Geste grinsend. »Du. Nett.« War Henri etwa vom Gegenteil ausgegangen? »Prinsessa Claire?« Verwirrt die Stirn gerunzelt ließ er seinen Blick dem Henris folgen. Oh? Wie hatte ihm entfallen können, dass hier ein Foto von Claire und ihm, Arm in Arm, einsam auf einer Kommode stand? Und wer hatte es darauf platziert? Wann? Weshalb? Er nickte bloß wieder. Ihm fiel ohnehin nichts ein, das er sagen könnte.
»Annika.« Henri hatte ein eigenes Foto dazugestellt und dabei wohl auf Brusthöhe die Größe des Mädchens angedeutet. Nein, Unsinn. Wer dieses Mädchen war. Die jüngere Schwester. Dawson musste lächeln.
Nur wenig war besser als neue Freunde zu finden. Zur Feier dieses Tages zog er seinen neuen Freund vor den Vorhang, wo er ein Foto von ihnen schoss, bevor Henri begriff.