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In meinem Abgrund

von Makaber
GeschichteAngst, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
28.03.2020
15.03.2021
46
187.585
72
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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21.09.2020 3.341
 
Kapitel Einunddreißig.


Noah küsste gut. Mehr als das, er war ein verfluchtes Naturtalent. Ich hatte keine Ahnung, wo seine Lippen endeten und meine anfingen, während seine Zunge sich um meine schlängelte wie eine verfickte Ringelnatter.

Scheiße!“ Ich fühlte mich richtiggehend berauscht – bis er sich plötzlich einfach mir nichts, dir nichts aufrichtete und seinen Unterleib dadurch von meinem entfernte. „Was …?“

„Nicht bewegen.“ Er grinste mich an, rotzfrech, eine Bezeichnung, die so gar nicht in das Bild passen wollte, was ich von Noah hatte. Aber Tatsache war, dass er vollkommen entblößt über mir kniete und in meine Richtung schmunzelte, als wäre ich ein Dessert – oder in seinem Fall ein Glas Wasser. Er mochte schließlich kein Sättigungsgefühl.

„Warum setzt du dich nicht wieder auf mich, Herzchen? So weit oben kommt dein Hintern überhaupt nicht zur Geltung.“

Er lachte. Süffisant. Irgendetwas stimmte nicht mit ihm. Er musste auf Drogen sein. Wie wahrscheinlich war es, dass er das Gras in meiner Schreibtischschublade gefunden hatte?

„Ich habe dir doch gesagt, dass du dich nicht bewegen sollst.“ Er beugte sich wieder zu mir hinunter, legte den Mund an mein Ohr, extra oberhalb der Stelle, die mich um den Verstand brachte. „Bitte, Paul, kannst du stillhalten? Für mich?“

Also, langsam wurde er unhöflich. Wann hatte ich einem Rollentausch zugestimmt?

„Du machst nichts und lässt mich die Arbeit machen, ja?“ Er tippte mir mit dem Zeigefinger auf die Unterlippe. „Ich bin auch artig und gebe mir ganz viel Mühe.“

Mhm. Das klang doch schon wieder um einiges besser.

„Was genau hast du denn vor?“, säuselte ich und zischte, als er mir mit seinem Arsch doch wieder näherkam, im selben Augenblick, in dem er seine Finger um meinen Schwanz legte und ihn senkrecht nach oben positionierte.

Keuchend stützte ich mich auf meinen Ellbogen ab und starrte auf den Punkt, an dem wir uns trafen, an dem meine Eichel zwischen seinen Arschbacken verschwand.

Himmel noch eins!

Ich ließ mich wieder nach hinten fallen, packte Noah an den Hüften und wollte gerade das Becken ein winzig kleines Bisschen nach oben stoßen, als er sich einfach auf mich setzte. Und ich in ihn rutschte. Bis zum Anschlag.

Vollkommen entrückt blickte ich zu ihm auf.

Was, zum Teufel, hatte er vorher mit sich selbst angestellt, dass es so leicht ging? Das war unmöglich und ich konnte mich auch nicht daran erinnern, dass er Gleitgel benutzt hatte. Oder ich ein Kondom trug.

Hatte ich etwas verpasst?

„Noah-“ Mir blieben die Worte im Hals stecken, weil er einfach dafür sorgte, dass ich fast vollständig aus ihm glitt, um gleich wieder verschluckt zu werden. Ganz ohne die paar Minuten, von denen ich mir sicher gewesen war, dass er sie brauchte, um sich an das Gefühl zu gewöhnen.

„Wie-“

Ich gab es auf, irgendetwas zu fragen. Noahs Tatendrang ließ es nicht zu und noch weniger die Geräusche, die ihm abgehackt über die Lippen kamen. Es war mein Name.

Ahh …

Ich zog ihn zu mir herunter, presste unsere Münder aufeinander. Er schmeckte süß, nach Äpfeln, und das so verflucht intensiv, dass mir davon schwindelig wurde.

„P-Paul?“ Seine Worte perlten von meinen Lippen ab.

„Was?“

Benutz mich.

Ich lachte, atemlos und erregt. Ungläubig.

Ohne ihm zu antworten, stieß ich ihn von mir runter. Er landete auf dem Rücken, sah mit halb geschlossenen Lidern zu mir auf, die Lippen sachte geteilt. „Ich will dich.“

Ich ließ mich nicht zweimal bitten.

Unsere Körper kollidierten, wir verschmolzen miteinander. Es gab keinen Zentimeter meiner Brust, den er mir nicht zerkratzte, aufkratzte, während ich ihn fickte, die rechte Hand fest um seinen Hals geschlossen.

Als Belohnung erntete ich sein heiseres Stöhnen.

Wusste er, wie verflucht schön er gerade aussah?

F-fester!

Keine Ahnung, ob er meine Stöße meinte oder den Griff um seine Kehle, ich verstärkte einfach beides, sah dabei zu, wie seine Wangen an Röte zunahmen, und konnte mich nicht mehr länger zurückhalten, als ihm die ersten Tränen über die Wangen liefen und dunkle Spuren auf seiner Haut hinterließen.

War er geschminkt?

Ich konnte es nicht sagen, sein ersticktes Ächzen lenkte mich ab, seine Hände, die meine Brust verließen und sich stattdessen in meine Oberarmen krallten, hilflos. „Bitte …

Druck baute sich in mir auf. Ich konnte nicht mehr, es war zu viel auf einmal.

Tu mir weh!

Ich erlitt einen gedanklichen Totalausfall. Das hier war zu gut, viel zu perfekt. Ein wahrgewordener Traum.

Ein Traum.

Ha, natürlich.



Ich starrte an die Decke. Mein Puls flatterte mir in den Ohren, meine Haut brannte.

Das letzte Mal hatte ich im Schlaf einen Orgasmus erlitten, als ich noch mitten in der Pubertät gesteckt hatte.

Seufzend schloss ich die Augen.

Daran war allein Noah Schuld – abgesehen von der Tatsache, dass er den Hauptakteur meiner Wahnvorstellung verkörpert hatte, war er es auch gewesen, der mich seit fast einer geschlagenen Woche nicht mehr ordentlich angefasst hatte. Zumindest auf keine Weise, die zu einem Happyend geführt hätte. Und, gemessen an dem Fakt, dass wir in den letzten Tagen in jeder freien Minute wie Topf und Deckel aneinandergeklebt hatten, war nicht einmal Zeit übrig gewesen, mir selbst einen runterzuholen. Geschweige denn, mir dafür ein Mädchen zu suchen.

Wieso tat ich mir das überhaupt an?

Ich schielte im Dunkel des Raumes nach rechts, wo Noah die Decke zu einer Wurst zusammengepresst hatte und mit ihr zwischen seinen Beinen kuschelte, den Arsch in meine Richtung gestreckt.

Ernsthaft, das machte er doch extra. Wedelte seit fünf Tagen mit seinem Hintern vor meinem Gesicht herum und ergötzte sich daran, dass ich mich zusammenreißen musste. Als würde ich sein verflixtes Grinsen nicht bemerken, wenn er mich dabei erwischte, wie ich ihn mit den Augen vergewaltigte.

Frustriert rollte ich mich herum, direkt hinter ihn.

Es wäre sehr viel einfacher, mir das alles eben nicht aufzuhalsen, wenn er mich nicht derart heftig erregen würde. Aber ewig würde er sich nicht rarmachen können, immerhin hatte wir nur davon gesprochen, unsere Spielchen und Geschlechtsverkehr bleiben zu lassen. Von anderen Praktiken war nie die Rede gewesen. Also war es ja wohl vollkommen legitim, meinen Unterleib an sein Gesäß zu drängen.

Vollkommen legitim.

Mir entfloh ein heiseres Keuchen.

Manchmal wäre ich wirklich dankbar, wenn ich nicht ständig kurz nach erhaltener Befriedigung direkt wieder hart werden könnte. Ich meine, oft war das von Vorteil, aber gerade nervte es, weil meine Shorts feucht waren und Noah schlief und ich nicht aufhören konnte, mich wie ein katholischer Schuljunge an ihm zu reiben. Dumm war nur, dass es meine Situation bloß noch verschlimmerte, anstatt mir die erhoffte Erleichterung zu verschaffen.

Scheiß drauf!

Jetzt würde ich kein Nein mehr akzeptieren.

Wie von selbst fuhr meine linke Hand seine Konturen nach, schummelte sich unter sein Oberteil bis hoch an seine Brust, strich über seine Nippel.

Es kam mir gerade recht, dass die Aktion ihn weckte.

„P-Paul? Was machst du da?“ Verschlafen wollte er sich auf den Rücken drehen, doch unsere jetzige Position erlaubte es ihm nicht.

„Dich berühren“, murmelte ich und verteilte flüchtige Küsse in seinem Nacken.

„A-aber …“

„Kein Sex“, ich umgriff einen seiner Oberschenkel, wanderte mit meinen Fingerspitzen höher und stoppte kurz vor seinem Schritt, „und kein Sadomasochismus. Einfach nur etwas mehr Kontakt.“

„Kontakt?“

„Ich brauche es, Noah.

Er ruckelte ein bisschen herum, bis ich irgendwann von ihm ablassen musste. Dann wandte er sich zu mir herum und sah mich mächtig konfus an. „W-wir haben mitten in der Nacht.“

„Und das macht einen Unterschied, weil …?“

„Uhm.“ Unsicher zuckte er mit den Schultern. „Ich weiß nicht …“

„Deine Sperre galt nicht für normales Rummachen, oder?“

„Keine Ahnung.“ Er biss sich auf die Unterlippe. „K-können wir nicht einfach schlafen?“

Ernsthaft? Er wollte nicht? Wieso, zum Henker, hatte er nicht genauso Lust auf mich wie ich auf ihn? Er war derjenige, der so verzweifelt nach meiner Aufmerksamkeit geheischt hatte. Da konnte er doch nicht einfach entscheiden, dass ich ihn nicht mehr anmachte!

„I-ich meine doch bloß … also, dass wir …“ Er brach ab, rang mit seinen Händen. „Ich will nicht, d-dass du denkst, dass ich so l-leicht zu haben bin.“

Leicht?“ Ich lachte, obwohl mir gar nicht danach zumute war. „Herzchen, du machst mir gerade das gesamte Leben schwer.“

„Ähm.“ Er rieb sich über die Augen, musterte mich nervös. „W-worum geht es dir? N-nicht nur um einen H-Höhepunkt, oder?“

Der Kandidat hat hundert Punkte!

Ich umfasste sein Gesicht und wartete, bis er mir in die Augen sah. „Wir haben die letzte Woche wie im Zölibat gelebt. Ich habe dich nicht ein einziges Mal angerührt. Würde es mir nur um Sex jeglicher Art gehen, würde ich schon längst zwischen den Schenkeln irgendeines Mädchens stecken.“

„U-und wieso willst du dann jetzt so dringend …?“

Meine Güte, konnte er auch mal die Klappe halten? Andernfalls müsste ich ihm sie stopfen. Mit meinem Schwanz.

„Verflucht, Noah, was willst du hören? Du machst mich scharf, ich habe Bedürfnisse, die gerade extrem vernachlässigt werden, und hatte, um allem noch die Krone aufzusetzen, einen verschissenen erotischen Traum gehabt.“

„E-erotischer Traum?“ Er machte große Augen, als wäre das Konzept ihm fremd.

„Mhm“, murrte ich. „Und, falls das deine nächste Frage sein sollte, ja, es ging um uns.“

„D-dich und mich?“

„Das ist die Bedeutung von uns.“

Sogar im schummrigen Mondlicht, das durch das Fenster links von meiner Bettseite aus ins Zimmer fiel, konnte ich die hektische Röte auf seinen Wangen erkennen.

„W-war ich gut?“

Fragte er das gerade tatsächlich?

„Es war ein Traum, mein Herz. Außerdem würde ich mich ja wohl nicht in meine verschissenen Shorts ergießen, wenn du schlecht gewesen wärst, oder?“

„Ergießen?“ Sein Atem ging schneller. Und dann grapschte er mir einfach in den Schritt.

Aber ich war der ungehobelte Bastard von uns beiden, klar.

Fuck, kannst du mich nächstes Mal bitte vorwarnen?“ Ein bisschen überrumpelt schob ich seine Flosse wieder von mir. Im Grunde war es ja ganz toll, dass er mich endlich anpackte, aber die feuchte Unterwäsche machte das alles irgendwie zunichte.

„E-Entschuldigung, ich wollte nur-“

„Du glaubst mir wieder nicht, was?“ Ich hob eine Braue, als er seine Hand schnell von mir entfernte.

„T-tut mir leid.“

Ich seufzte auf und schlug die Bettdecke zurück. „Bin duschen.“

„W-wieso …?“

„Weil da gerade ein Spermienmassengrab zwischen meinen Beinen entsteht.“

Seine Wangen nahmen eine noch dunklere Farbe an. „A-achso.“

Ich wartete einen kurzen Moment, stand dann aber endgültig auf, als von ihm nichts mehr kam. Nur sein nervöser Augenaufschlag begleitete mich ins angrenzende Bad. Und dieses ekelhafte Ziehen in meinem Bauch, weil ich erneut nicht bekommen hatte, was ich wollte.



Zu meiner Überraschung war Noah immer noch wach, als ich nach meinem langen und ausgiebigen Waschgang zurück ins Zimmer schlurfte.

„Hattest du nicht vor, dich schlafen zu legen?“, feixte ich und schaltete die Lampe im Bad aus. Kurz darauf Schwärze.

„B-bin nicht mehr müde“, nuschelte er, während ich mich durch den Raum zu ihm hinüber tastete. Angekommen hatte ich lediglich sechs weitere blaue Flecken kostenlos eingeheimst, das war doch akzeptabel.

„Und“, redete er weiter, „i-ich habe gedacht, dass wir vielleicht … also, solange wir nicht zu weit gehen …?“

Also war er einem kleinen Techtelmechtel doch nicht abgeneigt?

Meine Laune hob sich sofort, genau wie ein bestimmtes Körperteil, kaum dass meine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten und ich erkennen konnte, wie Noah mich mit seinen verfickten Rehaugen bedachte.

Ich ließ das Handtuch um meine Hüften herum fallen und bewegte mich den letzten halben Meter auf ihn zu. Es schmeichelte mir, dass er gleich eine Hand nach mir ausstreckte und sie auf meiner Brust platzierte.

„D-du bist nackt.“

Ich schmunzelte. „Stell dir vor, in der Regel dusche ich immer ohne Kleidung.“

„Ähm, ja. D-das weiß ich.“ Er fuhr sich durchs Haar, bevor er sich kurz nach hinten umdrehte und kurz darauf ein kleines Nachlicht anging. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass er auf seiner Seite einen Beistelltisch hatte. Auf meiner befand sich keiner. Irgendwie unfair.

„Du darfst dich ruhig austoben“, wechselte ich zum eigentlichen Thema zurück und hockte mich im Schneidersitz vor ihn. Glücklicherweise hatten wir das mittlerweile oft genug gemacht, dass er direkt wusste, worauf ich hinauswollte.

Ich seufzte, als seine Finger endlich mein Schlüsselbein fanden und wie Federn tiefer glitten, jeden Millimeter meines Oberkörpers erkundeten und dabei schrecklich vorsichtig waren. Kein Mädchen hatte mich je mit solch extremer Behutsamkeit gestreichelt. Ich meine, es war ja nicht, als würden meine Nervenenden erst funktionieren, wenn mich jemand angriff wie ein verdammter Wrestler.

„G-gut?“

„Mhm.“ Ich packte ihn an den Hüften und zog ihn näher, bis er breitbeinig kniend auf mir zum Sitzen kam, Becken auf Becken. „Mach weiter, mein Herz. Ich mag das.“

Er brauchte eine Sekunde, um seine veränderte Position zu verarbeiten, dann ersetzten Lippen seine Hände.

Ich schloss die Augen, fuhr mit meinen Händen durch sein Haar, dirigierte seinen Kopf tiefer, während er wieder von mir herunterkrabbelte und dabei mit seiner Zunge eine feuchte Spur auf mir hinterließ.

Kurz vor meinem Schwanz hielt er inne. „P-Paul?“

Ein kurzes Brummen war alles, was er von mir zu hören bekam.

„Machst du d-dann auch etwas b-bei mir?“

„Sicher, aber jetzt-“ Ich packte eine gute Handvoll seiner Haare und zog leicht daran, gerade genug, um ihm ein bisschen wehzutun. Ein unmissverständlicher Befehl, möchte ich behaupten. Und Noah kapierte auch, was seine Aufgabe war, nur kam er dem nicht nach. Stattdessen runzelte er die Stirn und richtete sich auf, ignorierte den Widerstand meiner Hände, die ihm vermutlich ein paar Strähnen herauspflückten.

„K-können wir nicht gleichzeitig w-was beieinander machen?“

„Nein, können wir nicht.“

„W-warum nicht?“

Einfach, weil ich zuerst. Das hatte ich mir verdient, ich war ein verfluchter Vorzeigefreund gewesen und jetzt wollte ich mir die Belohnung für meine Mühen einholen und dabei nicht davon abgelenkt werden, darauf achten zu müssen, ihn ebenfalls auf seine Kosten kommen zu lassen. Wenn ich danach noch genug Energie übrighatte, würde ich ihm schon noch einen wichsen.

Nur befürchtete ich, dass Noah diese Ausführung meiner Gründe weniger toll fände.

„Halt einfach den Rand und mach deinen Mund auf.“

Er musterte mich, und zwar nicht gerade begeistert.

Innerlich verdonnerte ich mein vorschnelles Sprechorgan zu Stubenarrest.

„Entschuldige.“ Ich ließ meine Arme schlaff neben mich fallen. „Es ist so, dass ich es bei dir nicht einfach nur schnell zu ende bringen will, damit wir endlich zu meinem Vergnügen hinüberwechseln können, verstehst du? Ich möchte mir Zeit für dich lassen, damit du es genießen kannst, und das kann ich schlecht, wenn mein Schwanz mein Gehirn steuert.“

„N-nur deswegen?“

„Aus keinem anderen Grund.“

Er sog die Unterlippe zwischen seine Zähne, dachte nach. Ein bisschen zu lange für meinen Geschmack, aber dann nickte er und das war letztlich alles, was zählte.

„O-okay.“

Er kroch auf mich zu, senkte den Kopf zwischen meine Beine. Meine Pupillen hingen an seinen Lippen, wie sie sich öffneten und langsam über meine Eichel stülpten.

Ich schloss die Augen, verging in der Hitze um mich herum.

Ich konnte es kaum erwarten, ihn endlich richtig zu spüren.



„Nein.“ Ich packte ihn am Handgelenk, zerrte ihn zurück zu mir aufs Bett. „Schluck es runter.“

Er blinzelte, verzog das Gesicht. Mein Vorschlag schien nicht gerade für Freude zu sorgen.

„Tu es für mich, ja?“ Mit der freien Hand streichelte ich ihm über die Wange, fuhr mit dem Daumen über seine Unterlippe. „Das würde mich unfassbar anmachen.“

Man konnte den kurzen Kampf sehen, den er focht, bis seine Zunge und die restlichen Muskeln ihm erlaubten, mein Sperma hinunterzuwürgen.

Ich atmete laut aus.

Keine Ahnung, warum das so einen Reiz auf mich auswirkte, aber mir gefiel der Gedanke, dass er nichts von dem verschwendete, was ich ihm gütiger Weise schenkte.

Noah schüttelte sich einmal, dann sah er mich ziemlich erwartungsvoll an. „J-jetzt ich?“

Stimmt, da war ja noch was.

Ich klopfte neben mich. „Pflanz‘ dich hin, dann hol ich dir einen runter.“

„Uhm.“ Er blieb an Ort und Stelle sitzen, rieb sich über die Oberschenkel. Sein Schoß wurde immer noch von seinen Shorts bedeckt, aber die hinderte mich nicht daran, die Erregung darunter zu erkennen. „Ich habe dir ja schon ö-öfters einen g-geblasen und da dachte ich, dass du vielleicht auch m-mit deinem Mund …?“

Das kam jetzt aber ein bisschen plötzlich.

Überrascht starrte ich ihn an. Ich war ehrlich noch nicht auf den Gedanken gekommen, dass er eventuell das Gleiche wollen würde. Mädchen zu lecken, war schließlich doch etwas anderes, als einen Typ oral zu verwöhnen. „Du willst, dass ich dir den Schwanz lutsche?“

Augenblicklich flutete Röte seine Wangen, aber er blieb still, verneinte nicht.

Ich legte mir eine Hand in den Nacken, während wir uns gegenseitig anschwiegen, bis er schließlich den Kopf senkte.

„O-oder auch nicht.“

„Ich könnte meine Hände benutzen“, bot ich an und grinste leicht. „Man sagt mir nach, dass ich mit ihnen sehr talentiert bin.“

„E-ekelt dich das an?“ Er umklammerte seine Knie, ging nicht auf meinen Vorschlag ein, musterte mich lieber mit unverhohlener Nervosität in den Zügen. Und ich wusste nicht, was ich davon halten sollte.

„Es ist nicht direkt Ekel …“ Aber es war so eine verdammt unterwürfige Tätigkeit. Ich meine, er würde mich benutzen können, wenn ich nicht aufpasste. Was sollte ich machen, wenn er mir einfach sein Ding in die Kehle rammte? Bis ich bemerken würde, was er vorhatten, wäre es schon zu spät. Ob ich mich danach befreite und ihm dafür eine scheuerte, würde an der Tatsache nichts ändern, dass er mich in diesem winzig kleinen Moment heruntergebuttert hätte.

„U-und was sonst?“

Nur wollte ich ihm ausgerechnet diesen Gedankengang nicht unbedingt auf die Nase binden. Er würde zu hundert Prozent eine dumme Ausrede finden, die meinen Worten widersprach. „Was anderes halt.“

„Okay.“ Er sackte etwas in sich zusammen. „W-war auch nur eine Idee …“

Danach wurde es komisch zwischen uns. Außerdem war er nicht mehr länger hart und das störte mich.

Ich stupste ihn spielerisch in die Seite. „Wenn du dich vor mich hinkniest, könnte ich mit meinem Mund aber an eine andere Stelle, von der ich mir sicher bin, dass sie dir mindestens genauso gut gefällt.“

„Andere Stelle?“ Er runzelte die Stirn, ehe er schlagartig die Augen aufriss. „D-das würde ich niemals von dir v-verlangen!“

„Ernsthaft?“ Ich schmunzelte, vergnügt, dass die Stimmung sich wieder etwas gelockert hatte. „Dein Schwanz ist in Ordnung, aber dein Arschloch tabu?“

Paul!“ Er robbte vor, schlug mir hastig eine Hand vor den Mund. „H-hör auf!“

Ich lachte leise und biss sachte in zwei seiner Finger. Noah ließ es über sich ergehen, entfernte seine Flosse erst, als ich meine Zähne von seiner Haut nahm. „L-lass uns einfach schlafen gehen.“

„Hast du keine Lust mehr?“

Kopfschütteln. „A-aber du kannst mich umarmen, wenn du willst …“

Wenn ich dir dafür keinen blasen muss.

„Sicher doch. Komm her.“

Er wälzte sich neben mich, ich warf die Decke über uns beide und spürte, wie er seine Kehrseite sofort an meine Brust schmiegte.

„F-festhalten.“

„Wie Sie wünschen.“ Ich schlang einen Arm um ihn und grub meine Nase in sein Haar, während ich mich fragte, ob das Thema damit gegessen war.

Hoffentlich.

„P-Paul?“

„Mh?“ Ich schloss die Augen. Diese Schläfrigkeit nach einem guten Schuss war fantastisch.

„I-ich liebe dich.“

Anhand seines plötzlich verstärkten Muskeltonus ging ich schwer davon aus, dass er den Satz nicht einfach so sagte.

Also spielte ich mit. „Und ich verfalle dir jede Stunde ein bisschen mehr.“ Ich drängte mich noch enger an ihn, fuhr mit meinen Lippen über seine Ohrmuschel. „Ich bin so verrückt nach dir, ich würde dich am liebsten auffressen, wenn ich könnte.“ Und knabberte ein bisschen an ihm herum, um den Satz noch zu unterstreichen.

Es brachte ihn kurz zum Zucken, bevor sein Atmen sich in leises Kichern verwandelte, bis ich schließlich von ihm abließ.

„G-gute Nacht.“ Langsam beruhigte er sich, gluckste nur noch ein paar vereinzelte Male. "D-Dummkopf."

„Selber Dummkopf.“ Ich kuschelte mein müdes Haupt wieder ins Kissen zurück und machte es mir hinter ihm bequem. Wir schliefen so verdammt regelmäßig beieinander, dass ich meine Position schon vollkommen automatisch an seine anpasste. „Träum süß, mein Herz.“

Noah seufzte leise, und wenn mich nicht alles täuschte, klang er sogar glücklich.
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