Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Ein ungewöhnliches Geschenk (Grindeldore (x Newt))

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Albus Dumbledore Gellert Grindelwald Newt Scamander
27.03.2020
03.09.2021
28
150.022
18
Alle Kapitel
49 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
30.04.2021 5.389
 
Der Nachmittag bei Newt hatte gutgetan. Es war anders gewesen als all die Male zuvor, bemerkte Albus am Rande. Nicht nur, dass er weniger darauf geachtet hatte, wie er sich verhielt, auch, weil er egoistischer gewesen war. Zuvor hatte er stets beide Seiten zufriedenstellen wollen, Gellert und Newt. Er hatte niemandem das Gefühl geben wollen, benachteiligt zu werden und diese Harmonie, die er zwischen ihnen dreien hatte herstellen wollen, hatte ihn distanzierter und berechnender werden lassen.
Es war beinahe befreiend gewesen, heute nur auf seine eigenen Bedürfnisse zu achten. Newt hatte einen wunderbaren Charakter und hatte ihm diesen ‚Überfall‘ nicht übelgenommen. Und Albus hatte die Zeit genutzt, um sich zu sammeln.
Es wäre zu viel gesagt, zu behaupten, dass er nun in sich ruhte. Er war am Boden zerstört, sein Herz fühlte sich taub an und er fürchtete Dolchspitzen im Rücken, die er noch nicht ausmachen konnte. Eine milde Paranoia hatte sich in seinen Nacken gesetzt und ihn ganz steif werden lassen.
Es hätte ihn erschrecken sollen, wie viel er Gellert zutraute. Aber das Traurige daran war, dass er wusste, wie fähig Gellert in allen Lebensbereichen war. Und wie viele Gedanken ihm durch den Kopf gingen, von denen er die wenigsten aussprach. Gellert war ein Meister der tausend Fäden in der Hand. Er ließ jeden nur die Fäden sehen, die er ihn sehen lassen wollte.
Albus hatte immer geglaubt, er wäre eine Ausnahme von dieser Regel gewesen.
Nun haderte er damit und zweifelte.
Alles in ihm widerstrebte dem Gedanken, abends wieder in ihre gemeinsamen Räume zurückkehren zu müssen. Er wollte Gellert nicht sehen, wollte nicht mit ihm sprechen und wollte ihm nicht zuhören. Gellert hatte nun ausreichend Zeit gehabt, sich neue Geschichten auszudenken, mit denen er Albus besänftigen könnte und Albus wollte erst wieder zur Ruhe kommen, bevor sie sich begegneten, damit sein Urteilsvermögen ein wenig gefestigter wäre, wenn er ihn erneut konfrontierte.
Nachdem Albus eine Weile rastlos durchs Schloss gelaufen war (er hatte Newt nicht zu viel seiner Zeit stehlen oder ihn übermäßig beunruhigen wollen), fand er sich schließlich auf einem Turm wieder, den er in letzter Zeit selten besuchte.
Ein runder Turm, überdacht von einem dünnen Blechdach mit verschnörkelten Verzierungen, und einem breiten Steingeländer, um das sich bronzene Efeuskulpturen rankten. Albus hatte den Sonnenuntergang verpasst, aber nun stand der Mond in voller Blüte am Himmel und die Sterne leuchteten über ihm auf. Eine kühle Brise wehte.
Albus schloss die Augen und atmete tief ein. Hier oben konnte man fast meinen, dass man den Gesang der Welt hören konnte. Wenn man ganz genau lauschte. Es verwob sich mit dem Lied der Sterne über seinem Kopf zu einer Melodie, die ihn sich klein und unbedeutend fühlen ließ. Es hatte etwas Befreiendes, sich schwach zu fühlen im Angesicht der Ewigkeit.
Albus stieß einen leisen Pfiff aus. Eine kleine Melodie, die der, den er rief, hören würde, egal wie weit er entfernt war.
Und noch während Albus die Beine übers Geländer schwang und sich dann über den Abgrund setzte, den Blick in den dunklen Wald gerichtet, näherte sich in einem großen Bogen sein Lieblingsvogel, stieß den gleichen trillernde Pfiff aus und ließ sich dann neben ihm auf dem Geländer nieder.
„Hallo, Fawkes“, grüßte Albus ihn leise und strich ihm sanft über das Gefieder.
Fawkes trillerte noch einmal. Er legte den Kopf schief.
„Frag nicht“, murmelte Albus leise und versuchte ein halbherziges Lächeln. Dann wandte er sich wieder der Aussicht zu. Hier, hoch oben über der Welt, mit dem Blick direkt auf den Wald gerichtet, der dunkel, still und friedlich vor ihm lag, konnte Albus ein wenig zur Ruhe kommen. In angenehmer Gesellschaft seines guten Freundes gelang das sogar noch einfacher.
Doch ihm war keine lange Zeit in Einsamkeit vergönnt.
Albus hatte fast eine Stunde lang seine Ruhe, ehe er Gellert näherkommen spürte.      
Er ignorierte es geflissentlich, als Gellert durch die Tür trat und ihm auf dem Turm Gesellschaft leistete, tat, als würde er ihn nicht bemerken, und schaute weiter unverwandt in den Wald hinein, während er gedankenverloren Fawkes streichelte. Er presste die Lippen zusammen.
Immerhin schien die Sache Gellert wichtig genug zu sein, um ihn zu suchen. Fast hatte Albus damit gerechnet, dass er sich einfach ins Bett legen und am nächsten Tag einen gewöhnlichen Arbeitsalltag bestreiten würde.
Es fiel ihm dennoch schwer, es Gellert irgendwie positiv anzurechnen. Immerhin war es das Mindeste, auf ihn zuzugehen, nachdem er ihn so verletzt hatte.
Mit finsterer Genugtuung spürte er, wie Gellert einen Moment bei der Tür stehenblieb, als sei er unsicher. Dann näherte er sich, ließ sich in einigem Abstand neben Albus auf dem Geländer nieder und lehnte mit dem Rücken gegen eine der breiten Säulen, die das Dach oben hielten.
„Wir sollten darüber sprechen.“
Albus fühlte, wie die Wut, die ihn die letzten Stunden verlassen hatte, nun erneut in ihm hochkochte. Ach, JETZT wollte Gellert sprechen? JETZT, wo bereits alles geschehen war? Reichlich spät.
„Ich habe dir nichts zu sagen“, erwiderte Albus eisig. Seine Stimme bebte bereits wieder vor unterdrückter Wut. Er machte sich nicht die Mühe, den Kopf zu Gellert zu drehen. Stur blickte er geradeaus.
„Wirst du mir denn dann wenigstens zuhören?"
„Nein“, fauchte Albus und riss den Kopf zu Gellert herum. „Was erlaubst du dir, JETZT hier aufzutauchen?“, fuhr er ihn an. „Es ist mir vollkommen egal, was du zu deiner Verteidigung zu sagen hast. Du hast mich hintergangen, in voller Absicht. Nichts, was du jetzt sagst, wird das irgendwie wieder rückgängig machen können.“
„Albus“, begann Gellert eindringlich, „ich habe das nicht aus einer Laune heraus getan. Das mag es nicht weniger schmerzlich für dich machen, aber du kannst mir glauben, dass es keine leichte Entscheidung war."
„Trotzdem war es eine Entscheidung gegen mich“, krächzte Albus mit belegter Stimme und erste Tränen liefen ihm nun über die Wangen. „Gegen uns.“
Er senkte den Blick und wischte sich die Wangen trocken, ehe er wieder in den Wald hinein schaute, weil er es nicht ertrug, wie aufmerksam ihn Gellert beobachtete. „Hast du eigentlich eine Ahnung, wie sich das anfühlt? Was du mir damit antust?“, fragte er, um Beherrschung bemüht, „oder ist dir dein Erfolg der letzten Jahre so sehr zu Kopf gestiegen, dass es dich nicht einmal mehr schert, was ICH denke und fühle?“
„Liebling“, sagte Gellert sanft und seufzte. „Ich habe mich nicht gegen dich entschieden. Schon gar nicht gegen uns. Aber ich musste in dieses Gesetz eingreifen. Für unser aller Wohl.“
Albus hätte ihm am liebsten mit einem Fluch gezeigt, was er von dieser Aussage hielt. Das ‚Größere Wohl‘ beinhaltete in Gellerts Kopf nur die Zaubererwelt. Nicht die der Muggel.
„Es hätte zu unser aller Wohl dienen können, wenn du es nicht zerschlagen hättest“, giftete Albus und funkelte Gellert wütend an. „Wieso hast du dir nicht die Mühe gemacht, mit mir darüber zu reden, wenn du anderer Meinung warst? Wieso musstest du es heimlich hinter meinem Rücken tun?“
„Was hätte es gebracht, mit dir darüber zu reden?“, fragte Gellert ruhig. Dass er so emotionslos blieb, reizte Albus in diesem Moment bis aufs Blut. Unerträglich sanft sagte er: „Entweder du hättest es dennoch durchgezogen oder du hättest dich notgedrungen von mir überreden lassen und dich anschließend schuldig gefühlt. Weder das eine noch das andere konnte ich zulassen."
Albus starrte Gellert an.
Sehr lange.
Er konnte einfach nicht fassen, was Gellert ihm da gerade beichtete. Er wusste, wie wichtig Albus das Gesetz war und hat es gerade deshalb nicht mit ihm abgesprochen, dass er etwas ändern würde? Weil er von vornherein gewusst hatte, dass Albus keinen Kompromiss eingehen würde
Die Wut, die schon so lange in Albus geschwelt hatte, kochte nun endgültig über.
„DAS KANN NICHT DEIN ERNST SEIN!“, brüllte er und es war ihm egal, wie weit über die Schlossgründe hinweg man ihn hören würde. „Also, anstatt mich ein Gesetz verabschieden zu lassen, das meinen Vorstellungen entspricht, HINDERST du mich, weil es nicht deinen VORSTELLUNGEN entsprach und willst jetzt auch noch behaupten, DASS DU NUR GEHANDELT HAST, DAMIT ICH MICH NICHT SCHLECHT FÜHLE?“ Er rutschte vom Geländer hinunter. „Du wirst dich in Zukunft nie wieder in meine Angelegenheiten einmischen!“, rief er entschieden, gab Fawkes ein Zeichen und wandte sich um. „Wir sind hier fertig!“
Während Fawkes auf ihn zugeflogen war und auf seiner Schulter platznahm, öffnete Albus die Tür, die in das gewundene Treppenhaus des Turmes führte.
Sehr zu seinem Missfallen hastete ihm Gellert nach.
„Albus, hör auf vor mir wegzulaufen!", rief er ihm hörbar irritiert hinterher, während er ihm die Treppe hinunter folgte.
„Dann hör auf, mir zu folgen“, brüllte Albus, während er die engen Stufen hinunterhastete. Was taten sie hier eigentlich? Sich anzugiften und sich dabei aufzuführen wie zwei alte Waschweiber.
Es war alles Gellerts Schuld! Albus war sonst nie so außer sich. Gellert war der Einzige, der ihn so zur Weißglut treiben konnte.
Als er am Ende der Wendeltreppe hinaustrat und in einen breiteren Korridor kam, der hier in der oberen Etage direkt in einige ihrer privaten Räume führte, drehte er sich auf dem Absatz um und funkelte Gellert wütend an.
„Ich sagte dir, dass wir hier fertig sind“, fauchte er. „Lass mich in Frieden.“
Gellert hatte die Dreistigkeit, seine Worte mit einem Augenrollen zu kommentieren. Trotzdem war er vernünftig genug, in einigem Abstand stehenzubleiben.
„Nein“, sagte er entschlossen. „Ich möchte das klären."
„Was gibt es da zu klären?“, presste Albus zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. „Ist dir nie in den Sinn gekommen, dass mir der ethische Weg in dem Augenblick der beste erschien? Wie oft soll ich es noch betonen, dass ich keine Diktatur aufbauen will, Gellert? Für keinen Menschen! Ethisch korrekte Gesetze sind langanhaltender.“ Er schüttelte den Kopf, während ein Teil seiner Wut verrauchte und erneut der Enttäuschung Platzmachte. „DU hast es nicht einmal für nötig gehalten, mit mir zu sprechen“, murmelte er bitter und schnalzte missbilligend mit der Zunge. „Dir war es zu anstrengend, darüber zu diskutieren. Du wolltest lieber deinen Kopf durchsetzen und hast gehofft, dass ich es nicht merke.“ Albus‘ Stimmung wurde erneut giftig. „Aber ich habe es gemerkt, Gellert“, knurrte er, „und ich bin mir nicht sicher, was mehr wehtut: Dass du meine Autorität untergraben hast, dass du es vor mir verheimlicht und mich hintergangen hast oder dass du mir so wenig Kompetenz in meinem eigenen Gebiet zutraust, dass du glaubst, dass ich es nicht erkennen würde, was du gespielt hast."
„Oh, verzeih!", rief Gellert, der sich allmählich von Albus‘ Wut anstecken ließ. Er deutete eine übertrieben theatralische Verbeugung an. „Ich vergaß, der große, ethisch korrekte Albus Dumbledore weiß natürlich genau, was in den Köpfen seiner Mitmenschen vorgeht! Und vor allem in meinem!"
Albus knirschte mit den Zähnen. Die Worte trafen ihn hart. Er hatte sich nie dazu erdreistet, zu behaupten, er wüsste, was in den Köpfen anderer vor sich ging. Nicht mehr als Gellert, der es ebenso gut verstand, wie er, sich in die Denkweisen ihrer Mitmenschen einzufühlen.
Offensichtlich hatte diese Begabung Grenzen.
Er hob den Arm, auf dem Fawkes saß, damit dieser sich in die Lüfte erhob, und ging dann gefährlich nah an Gellert heran.
„Ich dachte, ich wüsste es. Lange Zeit dachte ich, wir wissen beide voneinander, was der andere denkt. Aber da habe ich mich wohl geirrt“, zischte er. Mit einem kalten Blick wandte er sich ab. „Such heute nicht mehr nach mir“, warnte er Gellert kühl, während er sich umwandte. „Ich kann für nichts garantieren, wenn ich dein Gesicht heute noch einmal sehe.“
Er warf Gellert über die Schulter einen letzten giftigen Blick zu. „Und wenn du dich noch einmal in mein Aufgabenfeld einmischst oder meine Autorität untergräbst, dann wirst du mehr zu fürchten haben als einen Streit.“
Er disapparierte und fühlte noch währenddessen, wie sich Gellerts Wut in einer magischen Schockwelle ausbreitete und den Gang erbeben ließ, aus dem Albus eben verschwand.
Noch während sich die Welt um ihn herum zusammenzog und sich kurz darauf wieder ausdehnte, brachen die Tränen erneut aus Albus heraus. Er hatte vergessen, wie hässlich Streits mit Gellert waren. Gellert hatte zu keinem einzigen der Punkte, die Albus angesprochen hatte, Stellung bezogen. Also hielt er ihn tatsächlich für zu inkompetent, um in seiner Tätigkeit zufriedenstellende Leistungen abzuliefern?
Andererseits kannte Albus seinen Wert. Er war nicht Gellerts Untergebener. Er musste ihm nichts beweisen oder sich in seinen Handlungen vor ihm rechtfertigen, wenn es um seine Aufgaben ging.
Wieso hatte Gellert sich dann eingemischt? Seine fadenscheinige Begründung kaufte Albus ihm jedenfalls nicht ab. Was wäre dabei gewesen, es anzusprechen? Hätte er es davor getan und nicht danach, hätte Albus sich vielleicht zu einem Kompromiss breitschlagen lassen.
Rotz und Wasser heulend (das war ihm überaus peinlich) lief Albus an der Tür vorbei, an die er hatte klopfen wollen. Er konnte noch nicht auf sich aufmerksam machen, er musste sich erst sammeln.
Fawkes, der ihn gefunden hatte, erschien mit einem leisen Schrei in einem Feuerball vor ihm in der Luft. Er gab ein mitleidiges Trillern von sich.
„Es ist alles gut, Fawkes“, sagte Albus leise, obwohl es nicht stimmte. Er lächelte den Vogel schwach an. „Danke, dass du bei mir warst. Flieg zu deiner Stange zurück.“
Fawkes trillerte erneut, dann verschwand er und Albus atmete tief durch.
Er hatte, seit er Gellert kannte, noch nie so sehr das Gefühl gehabt, ihn nicht zu verstehen, wie jetzt. Diese besondere Verbindung, die sie immer gehabt hatten… Davon war jetzt nichts mehr zu spüren gewesen. Das machte Albus Sorgen, aber er hatte genug anderes im Kopf und konnte sich nicht mehr länger mit den Details auseinandersetzen.
Statt weiter darüber zu grübeln, wie unfair Gellerts Worte gewesen waren für jemanden, der ‚es klären‘ wollte, beschwor sich Albus ein Taschentuch, schnäuzte sich die Nase, trocknete die Wangen und atmete tief durch. Er schloss die Augen und versuchte, sich irgendwie zu erden. Das war schwer. Seine innere Mitte existierte nicht mehr. Seine Ausgeglichenheit hatte über die letzten Jahre ausschließlich im Einklang mit Gellert geherrscht, niemals allein. Selbst, wenn sie räumlich voneinander getrennt gewesen waren. Doch daran ließ sich nun nichts ändern.
Also ging er zur Tür zurück, vor die er appariert war, und klopfte.
In der Zeit, die er wartete, wurde er nervös. Es war beinahe Mitternacht, erinnerte er sich. Hoffentlich weckte er niemanden.
Als endlich geöffnet wurde, fuhr sich Albus fahrig mit der Hand durch das tränennasse, gerötete Gesicht. „Ich… Newt, entschuldige, ich…“, begann er, atemlos und ungewöhnlich sprachlos. Er war so aufgewühlt, dass er seine sonst so gut einstudierte diplomatische Fassade nun nicht mehr aufrufen konnte. „Es tut mir leid, dass ich dich in … diesem Zustand … aufsuche, aber …“
Newt zog ihn hinein, noch bevor er den Satz hatte beenden können und Albus‘ Herz machte einen überraschten Hüpfer.

*


Als es spät abends an Newts Tür klopfte, war er bereits verwundert. Noch mehr, als er die Tür öffnete und Albus das zweite Mal an diesem Tag gegenüberstand. Die Treffen mit Gellert und Albus wurden stets weit im Voraus vereinbart und er traf so gut wie nie einen von ihn allein.
Bei Albus geröteten, feuchten Augen und dem geradezu nervösen Blick, hätte der Ältere gar nichts mehr sagen brauchen. Noch bevor Albus zu ende gesprochen hatte, zog Newt ihn bereits sanft aber bestimmt herein und schloss hinter ihnen die Tür.
„Was ist passiert?" fragte er besorgt, während er Albus immer noch an der Hand hielt.
Der zog ihn wortlos in eine Umarmung, vergrub das Gesicht in Newts Schulter und atmete stockend ein. Seine Atmung war unausgeglichen. Schnell und flach.  
„Hast du einen Tee für mich?“, fragte er leise, obwohl er die Antwort dafür kennen musste. Gellert und Albus hatten dafür gesorgt, dass es in Newts Räumen an nichts fehlte. Natürlich hatte er Tee. Und selbst, wenn er ihn nicht hätte, durfte er bei den Hauselfen jederzeit um alles bitten, was er brauchte.
„Natürlich", sagte Newt, in einem sanften, geduldigen Tonfall, den er üblicherweise gegenüber verwundeten oder aufgewühlten Tierwesen anschlug. Sacht löste er sich aus der Umarmung und ging zur Küchenecke. Mit gezogenem Zauberstab wies er den Teekessel an, sich um den Tee zu kümmern.
Als er sich wieder zu Albus herumwandte, war der schon tiefer in seine Räumlichkeiten getreten.
„Danke, Honey“, sagte er mit einem schwachen Lächeln.
Newt nickte unbeholfen und wies nervös auf den kleinen Tisch, den er kaum zum Essen nutzte, weil er es vorzog, in der Nähe der Tierwesen zu essen – oder bei Albus und Gellert zum Essen geladen war.
„Soll-sollen wir uns setzen?", fragte er. Er war es nicht gewohnt, dass Menschen zu ihm kamen, um sich trösten zu lassen. Generell kamen Menschen eher selten zu ihm, wenn sie ein Problem hatten, das nicht mit Tierwesen zu tun hatte. Trotzdem würde er sich bemühen. Für Albus. Ihr Treffen am Nachmittag hatte ihm bereits Sorgen bereitet. Dass Albus nun noch aufgewühlter wirkte, schmerzte ungleich heftiger in Newts Brust. Es ging ihm nahe, Albus so betrübt zu sehen.
Der Präsident nickte, ließ den Blick durchs Wohnzimmer schweifen und schaute dann durch die offene Tür in das Schlafzimmer, während er zu dem kleinen Tisch hinging. Mit einem tiefen Seufzen ließ er sich auf einem der Stühle nieder. Er stellte die Ellbogen auf der Tischplatte ab und vergrub sein Gesicht in den Händen, nur für einen kurzen Moment.
Dann, als Newt ihn unverändert schweigend ansah und sich nicht sicher war, ob er nachfragen sollte, was er tun könne, schob Albus die Finger zur Seite, sodass sein Kinn auf den Handflächen abgestützt war und die langen Finger sein Gesicht umrahmten.
Mit einem traurigen Lächeln sagte er: „Ich vermute, du wirst dir mittlerweile denken können, dass ich so aufgebracht bin, weil Gellert und ich uns gestritten haben.“
Newts Augen weiteten sich voll Unglauben.
„Oh", gab er wenig eloquent von sich und ließ sich auf dem Stuhl neben Albus nieder. Das war das Letzte gewesen, was er erwartet hatte. Er hatte sich nicht vorstellen können, dass Albus und Gellert jemals stritten. Die beiden hatten bisher stets eine so unerschütterliche Einheit gebildet.
Als er bemerkte, dass er lange nicht darauf reagierte hatte, stammelte er unbeholfen: „I-ich meine ... ich kann mir das nur schwer vorstellen ... a-also ..." Er räusperte sich kurz und holte tief Luft, ehe er vorsichtig fragte: „Möchtest … möchtest du darüber sprechen?"
Albus verzog unangenehm berührt den Mund. „Eigentlich hatte ich es mit ihm direkt klären wollen“, murmelte er. „Aber das hat es nur schlimmer gemacht.“
Und dann, auf eine Art, die sehr untypisch für ihn war und Newt nur verdeutlichte, WIE aufgewühlt er war, ließ Albus noch den letzten Rest eleganter Haltung fallen, stellte seine Ellbogen weiter auf und ließ den Kopf dazwischen nach vorn sinken, bis seine Stirn die Tischplatte berührte und sich seine Hände in seinem Hinterkopf ineinander verflochten.
„Ich möchte gern darüber reden“, sagte er gegen die Tischplatte, „aber andererseits zerbreche ich mir schon so seit Tagen den Kopf über dieses Thema und bin es allmählich müde.“
„Manchmal eröffnet es einem neue Blickwinkel, wenn man es laut ausspricht", sagte Newt mit einem vorsichtigen Lächeln. Er machte sich keine Hoffnungen, dass er eine Lösung in Sachen zwischenmenschlicher Kommunikation parat hätte, aber vielleicht tat es Albus ja auch einfach gut, darüber zu reden.
Albus hob den Kopf und nickte. „Da magst du Recht haben.“
Er hob die Hand und zwei volle Teetassen schwebten von der Anrichte zu ihnen herüber.
„Wie du weißt, bin ich für die politischen Feinheiten verantwortlich“, begann er zu erklären. „Gellert versteht sich auf Machtdemonstrationen und auf Konsequenz. Deshalb leitet er auch alle strategischen Unternehmungen, bei denen härter durchgegriffen werden muss, etwa bei einer Übernahme eines Landes oder um die kriminellen Banden unter Kontrolle zu halten.“ Albus trank einen Schluck und schloss einen Moment die Augen, ehe er fortfuhr: „Er ist nicht gerade… der geduldige Typ, wenn es um Verhandlungen geht. Ich allerdings halte Diplomatie und Kommunikation für ebenso wichtig wie Strenge und klare Regeln. Deshalb war maßgeblich ich an der Formung neuer Regierungen in den Ländern beteiligt, nachdem Gellert sie in unsere Ränge eingegliedert hat. Ich überzeuge Politiker, sich uns anzuschließen. Ich spreche mit den Diplomaten. Ich… beschließe Gesetze. So haben wir es vereinbart und so haben wir es stets gehandhabt. Jeder von uns hat seine Rolle, seine Aufgaben.“ Albus seufzte schwer. „Anfang der Woche wurde in Kanada über ein Gesetz abgestimmt, das es Muggeln erlaubt, in niederen Positionen des Zaubereiministeriums tätig zu werden“, sagte er und drehte die Tasse zwischen seinen Fingern. Er starrte sein Spiegelbild im Tee an. „Ich möchte Muggel mehr integrieren, vor allem in Teilen der Welt, in denen die Unterschiede in unseren Lebensstandards noch so weit auseinandergehen. Also habe ich dafür gesorgt, dass dieses Gesetz eine positive Mehrheit bekommen würde, sobald die Abstimmung käme.“ Seine Miene wurde bitter. „Dann habe ich erfahren, dass das Gesetz im dortigen Senat abgeschmettert worden war und dass man ein Alternativgesetz formuliert hatte. Das entsprach nicht dem, was ich mit der dortigen Regierung abgesprochen hatte.“ Er knirschte mit den Zähnen. „Ich habe eine Woche lang Nachforschungen angestellt.“
Als Albus den Kopf wieder hob, war sein Blick so zerrissen, wie er vorhin gewesen war, als Newt ihm die Tür geöffnet hatte.
„Ich habe herausgefunden, dass Gellert das Gesetz hinter meinem Rücken gekippt hatte.“ Er trank einen Schluck Tee und schwieg dann gedankenverloren, ehe er leiser hinzusetzte: „Das Schlimmste daran ist nicht das Gesetz oder dass es nicht durchgegangen ist. Das Schlimmste ist, dass er nicht mit mir gesprochen hat. Obwohl ich diese Entscheidungen treffen sollte und er nichts zu tun hätte. Ich fühle mich verraten.“
„Ah“, machte Newt und nickte. Er wusste noch gut, wie es sich anfühlte, von jemandem verraten zu werden, der einem wichtig war. Wenngleich es auch in Albus‘ Fall schwerer wog. Nicht nur waren die beiden seit vielen Jahren ein Paar, sie regierten auch gemeinsam die Welt. Das machte es mit Sicherheit um einiges komplizierter.
„Aber du sagtest, du hast versucht es mit ihm zu klären?"
Albus nickte. „Habe ich“, sagte er leise. „Aber wie es scheint, trennt uns im Augenblick mehr als dieses eine Gesetz, über das wir unterschiedliche Auffassungen vertreten. Es gelingt mir nicht, lang genug mit ihm zu reden, ohne ihm vor Wut einen Fluch ins Gesicht hexen zu wollen.“
Als er freudlos lachte, lächelte Newt verhalten. Er nippte an seinem Tee und sagte dann: „Morgen sieht sicher alles schon viel besser aus.“
Albus nickte schwach, auch wenn er nicht überzeugt wirkte.
„Es tut mir leid, dass ich dich vom Schlafen abhalte.“
Eilig schüttelte Newt den Kopf. „Ich habe sowieso noch nicht geschlafen“, beteuerte er, ehe ihm herausplatzte: „Ich bin froh, dass du hier bist." Seine Wangen wurden warm. „A-also sofern es dir hilft, hier zu sein, m-meine ich ..."
Albus schmunzelte. „Definitiv“, sagte er, hob die Hand und strich sanft über Newts sommersprossige Wangen. „Allein, dir beim Erröten zuzusehen, hilft mir schon sehr“, sagte er samtig.
Newts Gesicht wurde heißer. „Dann sollte es dir ja gleich wieder blendend gehen", murmelte er mit einem verlegenen Schmunzeln, während er sich leicht in die Berührung lehnte.
Albus gluckste. „Nun, da du weiter errötest, vermutlich.“ Seine Hand wanderte zu Newts Kragen. Er zog ihn zu sich, während er sich vorbeugte. „Offensichtlich ist deine Nähe sehr heilsam“, raunte er Newt zu, ehe er ihm einen Kuss auf die weichen Lippen setzte.
Newt kicherte. „Da würden sicher einige widersprechen", murmelte er gegen Albus‘ Lippen.
„Niedere, unwürdige Geister“, wisperte Albus, bevor er ihn erneut küsste, dieses Mal entschiedener. Als sie sich wieder voneinander lösten, setzte er mit einem Schmunzeln hinzu: „Deine Tierwesen stimmen mir immerhin zu.“ Er nahm die Hand fort und lehnte sich zurück. „Lass uns ins Bett gehen, Liebes. Ich will dich nicht unnötig lang wachhalten.“ Den Kopf zur Seite geneigt, setzte er hinzu: „Wenn du erlaubst, dass ich diese Nacht bei dir schlafe?“
Newts Herz schlug höher, obwohl er wusste, dass es traurige Umstände waren, die Albus hierher getrieben hatten. Dennoch freute er sich über die Nähe.
„Sehr gern“, sagte er schmunzelnd.
Albus erwiderte das Lächeln liebevoll. Er nickte und nahm sanft eine von Newts Händen, um ihr einen Kuss auf den Handrücken zu drücken.
Während er die Hand festhielt, erhob er sich und sagte „Komm“, wie jemand, der sich zwar als Gast in einer Wohnung aufhielt, dem aber das Gebäude gehörte.
Er zog Newt zum Schlafzimmer mit breitem Queen Size Bett, vor dem er stehenblieb und nach seinem Zauberstab langte. Albus wirkte einen kleinen Entkleidungszauber, der ihn oberkörperfrei zurückließ und verwandelte dann die Anzughose, die er trug, in eine bequeme Pyjamahose, mit der das Schlafen deutlich angenehmer werden würde. Newt hatte ihm da ein paar Schritte voraus. Er war bereits im Pyjama gekleidet gewesen, als Albus geklopft hatte.
Nun stieg er ins Bett und sah dabei zu, wie Albus seinen Zauberstab auf seiner Seite des Bettes auf den Nachtschrank legte und dann zu ihm unter die Decke kroch. Als sich sein warmer Körper fühlbar gegen Newts presste, schlug Newts Herz freudig schneller.
„Das ist eine Premiere“, raunte Albus ihm schmunzelnd ins Ohr, „dass ich in deinem Bett übernachte.“
Newt errötete. „Das darfst du gerne öfter", murmelte er und schmiegte sich verhalten an ihn, jeden Moment bereit, von ihm abzulassen, falls es Albus zu viel werden sollte. „A-also vielleicht unter anderen Umständen", fügte er eilig hinzu, um keinen falschen Eindruck zu machen.
Albus drückte Newt einen Kuss in die Halsbeuge. „Das Angebot weiß ich sehr zu schätzen“, sagte er sanft und löschte mit einem Fingerschnippen das Licht. Er legte Newt einen Arm um die Taille, doch offensichtlich konnte er ihn nicht stillhalten. Seine Hand wanderte über Newts Bauch, streichelte seine Brust und zu seinem Hals hinauf, bis sie wieder tiefer wanderte.
„Ich bewundere dich“, sagte Albus sanft in die dunkle Stille hinein, „du willst in allem das Gute sehen. Dein Optimismus und deine Zuversicht sind unheimlich inspirierend, Liebes.“
Newt entwich ein kleines, verlegenes Lachen, das überspielen sollte, wie sehr dieses große Kompliment ihn rührte.
„Ich glaube, du willst mich nur noch mehr zum Erröten bringen", erwiderte er beschämt.  
Albus gluckste. „Davon hätte ich mehr, wenn ich den Anblick genießen könnte“, konterte er galant. „Anstatt hier in der Dunkelheit zu liegen.“
Seine Stimme so nah an Newts Ohr stellten ihm angenehm die Nackenhaare auf und jagten ihm einen Schauer über den Rücken.
„Ich meine es ernst, Newt“, sagte Albus eindringlicher und die Hand, die über Newts Brust streichelte, stahl sich zwischen die Seiten seines Pyjamas, die Albus inzwischen geöffnet hatte. Er strich über die warme Haut. „In meinen Augen bist du besonders. Vergiss das nie.“ Seine Hand blieb über Newts Herz liegen. Ohne Frage konnte er das schnelle Schlagen fühlen und das leichte Vibrieren des Brustkorbs.
„Mache ich dich noch immer nervös?“, fragte Albus wissend.
Beschämt drückte Newt sein Gesicht in Albus‘ Halsbeuge.
„E-ein wenig", murmelte er.
Albus lachte leise, geschmeichelt, wie es schien, und säuselte: „Newt, Liebes, es gibt keinen Grund, in meiner Nähe nervös zu sein. Du hast nichts zu befürchten.“ In großen, sanften Kreisen streichelte er Newts Brust, als wollte er ihn beruhigen. Die Berührung machte es Newt schwer, ruhig liegen zu bleiben. Er konnte sich kaum auf etwas anderes konzentrieren als auf das angenehm warme Kribbeln, das sich von dort in seinen ganzen Körper ausbreitete.
„Ich bin auch nicht negativ nervös“, gestand Newt leise.
„Also vielmehr freudig erregt?“ Albus‘ Stimme hatte wieder den verführerischen Klang angenommen, den Newt so liebte und von dem er bereits wusste, dass er aufregenden Dingen voranging, die ihm gefallen würden. Als er nun die Lippen an seinem Ohr fühlte, jagte das Newt einen wohligen Schauer über den Rücken.
„Du bist so gut zu mir gewesen, Honey, den ganzen Tag über schon“, raunte Albus samten. „Ich möchte mich gern revanchieren.“ Seine Hand strich vielsagend tiefer. Über Newts Bauch und dann den Bund seiner Pyjamahose entlang. „Erlaubst du?“
Newt biss sich auf die Unterlippe, um ein sehnsüchtiges Wimmern zu unterdrücken. Sie alle waren in den vergangenen Tagen so beschäftigt gewesen. Im Cottage hatten die beiden ihn verwöhnt und hier im Schloss waren die Tage in Abstinenz beinahe einem kalten Entzug gleichgekommen. Umso freudiger sah er nun der Aussicht entgegen, die ihm Albus bot. Doch er wollte nicht egoistisch sein.
„N-nur, wenn du möchtest“, murmelte er, konnte aber nicht verstecken, wie atemlos er bereits klang.
Albus lachte leise. „Möchtest du es denn, Newt?“, raunte er ihm zu und seine Hand strich lockend und federleicht über Newts Pyjamahose über seinen Schritt.
Newt keuchte auf. „S-sehr“, seufzte er und streckte sich bittend der Hand entgegen, während er sich haltsuchend an Albus festhielt.
„Oh, Liebes“, säuselte Albus, „Du bist so zauberhaft.“
Er ließ Newt nicht länger warten, schob seine Hand in Newts Hose und seine Fingerspitzen trafen auf das halb erhärtete Glied, dessen Spitze bereits feucht war. Mit einem wohligen Seufzen schloss Newt die Augen. Es brauchte nicht mehr als ein paar Berührungen, bis sein Glied bereits hart war und ungeduldig in Albus‘ Hand zuckte. Mit einem halb genießenden, halb leidenden Stöhnen drängte er sich der Hand entgegen, versuchte sich so gut wie möglich gegen Albus zu reiben, der sich ebenfalls nähergedrängt hatte, als wolle er jedes Beben, das Newts Körper durchwanderte, genau fühlen. Er setzte kleine Küsse auf Newts Schläfe und seinen Hals, während sich seine langen Finger um das harte Glied legte. Er befreite es aus der Hose, massierte es zärtlich und saugte sich zugleich an Newts Hals fest, der das Ganze mit einem sehnsüchtigen Wimmern kommentierte und seine Hüfte vorschob.
Albus lachte leise. „So ungeduldig, Honey.“
Er schob den freien Arm unter Newt, zog ihn enger in seine Arme und massierte mit der anderen Hand entschiedener das harte Glied, das zwischen ihnen aufragte. Seine Finger verteilten die Lusttropfen, die aus der Spitze traten, massierten sie in kleinen Kreisen in die Eichel ein und raubten Newt den Verstand. Mehr und mehr verlor er seine Hemmungen. Seufzen, Stöhnen und Keuchen kam Newt über die Lippen, während er sich in Albus‘ Schultern krallte und mit seinem Mund den des Älteren suchte. Als er ihn gefunden hatte, küsste er ihn hungrig.
„Ich will dich", flüsterte er atemlos.
Auf seine Worte hin erschauderte Albus fühlbar, ehe er einen neuen Kuss begann, so entfesselt, dass es Newt den Atem raubte.
„Nicht heute“, raunte er ihm dennoch zu und obwohl Newt enttäuscht darüber war, die Lust nicht mit Albus gemeinsam erleben zu können, ahnte er doch, wieso er ablehnte. Die letzten Male hatten sie Sex stets zu dritt gehabt. Sie hatten zwar nie darüber gesprochen, aber es war gut möglich, dass Albus und Gellert für sich entschieden hatten, nicht allein mit ihm zu schlafen. Newt hätte diese unausgesprochene Regel besser respektieren können, wenn nicht gerade Albus‘ Hand an seinem Glied liegen und ihn fordernd pumpen würde.
„B-bitte“, hauchte er, obwohl er ahnte, dass es vergebens war. „Albus. Ich will dich. Ich brauche dich.“
Als Albus mit der Zunge schnalzte, hörte Newt es in der Dunkelheit deutlich.
„Du bekommst meine Hand, Honey“, sagte er samten und seine Tonlage hatte sich geringfügig gewandelt. Newt ahnte, dass er haarscharf an einer Grenze entlang schlitterte, die er besser nicht überschreiten sollte.
Seine Vermutung bestätigte sich, als Albus vielsagend hinzusetzte: „Sei mir dankbar für meine Rücksicht. Du willst mich nicht herausfordern.“
Newts Nackenhaare stellten sich auf. Nein, wollte er nicht. Er hatte inzwischen begriffen, dass Albus und Gellert weitaus bewanderter darin waren, jemanden um den Verstand zu bringen, als er sich zuvor auch nur in seinen kühnsten Träumen ausgemalt hatte. Und dass sie sich gegenseitig weitaus mehr forderten, als sie von Newt abverlangten. Er wollte es nicht übertreiben und dann bereuen.
Aber andererseits war sein letzter Sex schon eine Weile her, ein Handjob würde ihn nicht auf Dauer befriedigen und sicher würde es auch Albus helfen, ein wenig Frust abzubauen, nicht wahr? Er musste ja keinen Sex mit ihm haben. Newt wusste, dass sie auch andere Methoden hatten. Und er war noch nie jemand gewesen, der sich mit den leichten Dingen zufriedengegeben hatte.
Mit einem Stöhnen bäumte er sich auf, als Albus‘ Daumen provozierend über seine Eichel kreiste. Seine Hüfte zuckte vor.
„Bitte“, keuchte er atemlos in der Dunkelheit. „Albus, bitte! M-Merlin, ich … ich will mehr.“
Albus gab ein leises Lachen von sich und seine Hand schob sich so schnell zwischen seine Beine und zu seinem Eingang hin, dass Newt sich an der Luft verschluckte, die er scharf eingezogen hatte.
„So fordernd, Honey“, säuselte Albus.
Als der erste feuchte Finger in Newt eindrang, warf er atemlos den Kopf in den Nacken.
„Dann werden wir wohl heute erfahren, wie belastbar du wirklich bist.“
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast