Der ℛuf der ℳeere.

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
Farmer (männlich) Zauberer
27.03.2020
01.09.2020
12
34.571
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27.03.2020 1.110
 
Der ℛuf der ℳeere.

༄ Author's Note:
Dieses Mal versuche ich mich an einer etwas anderen Geschichte und ich hoffe, dass ich damit dem einen oder anderen Leser eine Freude machen kann. Abwechslung soll ja gut sein, deswegen schlage ich einen neuen Weg ein, wie der sein wird, müsst ihr wohl selbst herausfinden. Reviews sind natürlich gern gesehen. Viel Spaß!

༄ Kurzbeschreibung:
Alle sagten, dass ich mir diese Geräusche, diese Schreie, die ich an regnerischen Tagen und in deren Nächten wahrnahm, eingebildet habe. Alle sagten, dass ich verrückt bin, dass ich nur den Wind oder wilde Tiere hörte. Doch ich wusste es besser. Ich spürte es. Jemand rief nach mir…



Der ℛuf der ℳeere.

Prolog.

Es ist nun einige Wochen her, dass ich aus Zuzu City in das kleine, magische Städtchen Pelican Town im Herzen von Stardew Valley gezogen bin. Genau genommen habe ich eine alte Farm am Rande dieser Stadt übernommen. Mein Grundstück habe ich mir ganz anders vorgestellt. Ich dachte, dass ich einen großen Hof, vielleicht mit alten Gebäuden und einer Menge Regale und Kisten zum Stöbern geerbt habe. Doch alles, was mich erwartet hat, war ein kleines, niedliches Haus.

Ich bin jedoch nicht unzufrieden mit dem, was ich habe. In meinem Haus befindet sich eine kleine Wohnküche, ein ausreichend großes Badezimmer und ein Schlafzimmer. Der Hof selbst ist von einem Fluss durchzogen. Mein Grund und Boden ist durch kleine Brücken miteinander verbunden. Anfangs hielt ich das für unpraktisch, doch jetzt liebe ich das Rauschen des Flusses, wenn ich mich abends ins Bett lege. Das beruhigende Plätschern hilft mir dabei, jede Nacht schnell in den Schlaf zu finden.

Ich stehe auf der Veranda. In meiner Hand halte ich die Post, die ich gerade aus dem Postkasten gefischt habe. Ich lasse sie außen am Fensterbrett liegen, da ich den Nachmittag auf meiner Veranda verbringen möchte. Heute steht nichts weiter an. Es regnet, meine Keime und Setzlinge werden durch die Natur versorgt, was mir die Möglichkeit bietet, einen Tag auszuspannen.

In der Küche mache ich mir eine Tasse Tee. Obwohl es nicht mehr Winter ist, greife ich zu meinem liebsten Tee. Winterzauber, ich liebe ihn.

Auch meine Tasse stelle ich auf dem Fensterbrett ab. Da ich leider noch keine passenden Möbel für meine Veranda habe, nehme ich einen Stuhl mit nach draußen. Das Dach über meinem Kopf schützt mich vor dem Regen, ich kann also in Ruhe die frische Luft und meinen Tee genießen.

In der Post finde ich einige Werbeflyer vom Joja Markt im Ort, auch Pierres Gemischtwarenladen wirbt mit seinen Waren. Interessiert begutachte ich die Angebote von Pierre, doch dann höre ich es. Den seltsamen Ruf, den ich seit meinem Einzug immer wieder wahrnehme. Das Geräusch klingt etwas beängstigend. Ich hebe meinen Kopf und sehe mich verunsichert um.

„Das sind nie im Leben Frösche…“, spreche ich zu mir selbst.

Als ich das letzte Mal im Saloon von diesen Geräuschen erzählt habe, haben mir die Bewohner versichert, dass es sich um Tiere oder den Wind handelt, doch ich bin mir sicher, dass es nicht nur das ist. Das kann gar nicht sein. Welches Tier gibt einen Ruf von sich, der sich ein wenig nach Gesang, aber auch nach einem Schrei anhört. Das Geräusch zu beschreiben, es einzugrenzen ist nicht einfach. Es ist zu vielfältig. Ab und zu klingt es fast verträumt, dann wieder traurig oder ängstlich, ab und zu auch irgendwie ausgeglichen und fröhlich…

Ich bin neugierig, ich muss dieser Sache auf den Grund gehen. Aus dem Inneren meines Hauses hole ich mir eine Regenjacke. Ich verstecke meine braunen Haare unter einer Kapuze. Mein Smartphone nutze ich als Taschenlampe, als ich über den Hof spaziere. Das Wetter ist seltsam trüb, alles ist nass, rutschig und matschig, man muss also aufpassen, wohin man tritt. Die erste kleine Holzbrücke ist nicht weit weg. Ich betrete sie und leuchte hinunter zum Wasser. Hinter mir höre ich ein Platschen, als ich mich umdrehe, erblicke ich allerdings nur noch die Wellen. Das könnte tatsächlich einfach nur ein dicker Fisch gewesen sein, der sich ein leckeres Insekt geschnappt hat.

Ich mache einen Spaziergang über die kleinen Inseln meines Grundstückes. Der Regen prasselt auf mich herab, die Pfützen, die sich auf den Brücken gebildet haben, machen das Holz etwas rutschig, doch meine Schuhsohlen sind rutschfest, darauf habe ich bei meinen Arbeitsschuhen großen Wert gelegt. Ich bin sicher, dass ich nicht fallen werde, vorausgesetzt ich stolpere nicht.

Ein weiteres Geräusch, dieses Mal eine Art Kichern. Vor Schreck greife ich nach einem Busch, um nicht doch auszurutschen. Mein Herz schlägt so schnell, dass ich es an meinem Hals spüren kann.

„Hallo?“, frage ich ein wenig ängstlich. „Abby? Sam? Sebastian? Seid ihr das? Falls ihr mich ärgern wollt, weil ich davon überzeugt bin, dass hier irgendwas Unheimliches vor sich geht, dann ist das nicht nett. Ich will doch nur herausfinden, woher diese Geräusche kommen. Das ist kein Grund, sich über mich lustig zu machen.“

Ich bekomme keine Antwort, alles, was ich höre ist das aggressiver werdende Prasseln des Regens. Je länger ich hier stehe, desto kälter wird mir. Ich bin nicht für dieses Wetter gemacht.

„Okay, ich geh jetzt wieder rein, falls ihr euch entschuldigen wollt und eine Tasse Kaffee oder Tee vor dem Kamin trinken wollt, könnt ihr gerne bei mir klopfen. Ich bin nicht nachtragend“, erkläre ich.

Angespannt trete ich den Rückweg an. Ich rechne jeden Moment damit, erschrocken zu werden. In jedem Busch könnte einer der Dreien auf mich lauern und mich anspringen. Aus Angst vor einem Schreck die Balance zu verlieren, berühre ich jeden Baum, jeden Busch, jedes Geländer, das mir unter die Finger kommt. Um mich herum plätschert es ein weiteres Mal, doch durch den starken Regen kann ich nichts erkennen. Ich höre nur ein weiteres Mal dieses Kichern. Es klingt nicht gewöhnlich, in der hellen Stimme schwingt fast schon eine Art Melodie mit.

Hier ist irgendetwas faul! Das sind keine Tiere!

Eilig laufe ich über den matschigen Boden. Schnell schließe ich die Tür, sobald ich mich in meinem Haus in Sicherheit gebracht habe. Mein Stuhl bleibt auf der Veranda zurück. Das Wasser tropft von meiner Jacke zu Boden, als ich nach draußen sehe. Ich kann nichts erkennen, doch ich bin trotzdem froh, entkommen zu sein. Ich bemerke, dass ich meinen Tee draußen vergessen habe, also öffne ich schmollend das Fenster, um meinen Tee und auch die Reklame ins Haus zu holen. Als ich das getan habe, schließe ich es gleich wieder.

Mein Atem lässt die Glasscheibe vor mir beschlagen. Da draußen ist etwas, ich weiß es ganz genau. Mir ist egal, ob die Bewohner der Stadt mich für verrückt halten. Hier geht irgendetwas vor und ich werde herausfinden, was es ist!
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