Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Von Verführern und Verführten

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 Slash
Harry Potter Severus Snape
26.03.2020
27.04.2020
11
37.704
212
Alle Kapitel
341 Reviews
Dieses Kapitel
30 Reviews
 
30.03.2020 3.573
 
Anmerkung: Ihr macht mich fertig - also im positiven Sinn. xD Ich bin gerührt, begeistert und total geflasht von euren Rückmeldungen. Wir alle scheinen wohl wieder unsere Snarry-Dröhnung zu brauchen. Ich gebe sie euch gerne - zweimal in der Woche. ;-)

Noch ein Hinweis: Dieses Kapitel ist das erste und einzige mit einem kurzen POV-Wechsel. Es sind nur einige Worte, danach wird es weiterhin aus Harrys Sicht geschrieben sein. Aber es gibt ein paar Infos, die der geschätzte Leser haben sollte. :-)

Heiße Unterhaltung!


Kapitel 2: Zauberstabgefuchtel

Mit einem verbitterten Zug um den Mund starrte Severus in seinen kalten Kaffee. Er war kein Typ für rüde Schimpfwörter und doch war alles, was er gerade denken konnte: Fuck! Er hatte mit dem Feuer gespielt und sich verbrannt. Wie tief konnte man sinken?

Da war es sein unzähligster Silvesterball in Hogwarts gewesen und dann war Potter aufgetaucht. Der berühmte und so berüchtigte Harry Potter mit all seinem Charme, seinem heißen Körper, seinen Augen… diesen verdammten Augen und tatsächlich überragenden Fähigkeiten im Bett. Natürlich kannte Severus alle Gerüchte und zu seinem Leidwesen konnte er sie nur bestätigten. Mit Potter zusammen zu sein war wie ein Jungbrunnen, ein Liebestrank, eine sofort süchtig machende Droge, ein verführerisches Gift, das einen mit einem Lächeln im Gesicht sterben ließ.

Er wusste wirklich nicht mehr, was ihn geritten hatte, gestern einem One-Night-Stand mit Potter zu zustimmen. Er wusste nur, dass er sich geschmeichelt gefühlt hatte, dass Potter ihn überhaupt in Betracht gezogen hatte. Er hatte seit Jahrzehnten mal wieder Jagdfieber verspürt, ein berauschendes Gefühl. Und da sein Liebesleben im Grunde nicht existent war - abgesehen von dem Einsatz seiner eigenen Hand - hatte er die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen - oder eher bei den muskulösen Armen - und hatte den besten Sex seines Lebens gehabt.

Was aber noch viel schlimmer war: Er wollte mehr. Er wollte mehr Sex, er wollte mehr von diesem Körper, mehr von diesen Augen, mehr von diesem Lächeln, mehr von diesem Charme, mehr von dieser Gesellschaft, mehr von Harry.

Severus entwich ein humorloses Lachen. "Harry", flüsterte er.

"Fuck!", rief er Sekunden später wutentbrannt und pfefferte die Tasse mit voller Wucht an die Wohnzimmerwand, wo sie klirrend zerschellte und mit ihrem schwarzen Inhalt seinen Teppich färbte. Am liebsten wäre er in Grund und Boden versunken, denn er wusste eines mit Gewissheit: Er hatte sich verliebt.

***

"Harry." Ein sinnlich gehauchtes Wort voller Hingabe und Leidenschaft, das ihn bis in seine Träume verfolgte. Es war die dritte Nacht in Folge in der Harry mit dem Ruf seines Namens im Ohr erwachte und gleichzeitig fluchend feststellte, dass er schon wieder im Traum gekommen war. Er war doch keine fünfzehn mehr, verdammt.

Seufzend stand er auf und stützte den Kopf in die Hände. Das war ihm noch nie passiert. Noch nie hatte er nach einer sexuellen Begegnung immer wieder daran zurückdenken müssen. Was war nur los mit ihm? Da verbrachte er eine Nacht mit Snape und dann-? Ja, was? Eine Eule riss ihn aus seinen Grübeleien. Das Tier klopfte penetrant an seine Scheibe und Harry erhob sich.

Er hatte ein schickes Muggelapartment im Herzen von London gekauft. An diesem Ort hatte er die Anonymität, die er seit seinem Ausstieg aus dem Profisport so dringend gebraucht hatte. Trotzdem fanden ihn die Eulen immer noch. Immerhin hatten die Nachbarn noch keine dummen Fragen gestellt. Harry drehte den Brief in seiner Hand um und erkannte sofort das Hogwartsabzeichen auf der Rückseite. Sein Herzschlag beschleunigte sich, als er den Brief öffnete.

‚Lieber Harry, ich brauche dringend deine Hilfe. Bitte komm heute Nachmittag für ein Gespräch nach Hogwarts. Herzlichst, Minerva'

Spürte er einen Hauch Enttäuschung, weil der Brief nicht von einem gewissen Zaubertrankmeister war? Er schüttelte den Gedanken ab und konzentrierte sich wieder auf Minervas Anfrage. Er schickte die Eule augenblicklich mit einer Botschaft zurück. Harry konnte nicht widerstehen. Vielleicht gab es eine Möglichkeit-? Er hielt mitten im Gedankengang inne. Er überlegte tatsächlich, noch einmal mit Snape zu schlafen? Das war ihm noch nie passiert. Eine Nacht hatte bisher immer vollkommen gereicht, um seine Neugierde zu befriedigen. Er zuckte die Schultern. Herausragender Sex war definitiv eine Wiederholung wert.

Als er am Nachmittag nach Hogwarts apparierte, stellte er mit einem Seufzen fest, dass hier der Schnee noch höher war als im Rest von England. Er belegte sich mit einem Wärmezauber und schritt zügig zum Schloss. Es war wie immer ein imposanter Anblick. Als er die Wasserspeier passierte und die drehende Treppe nach oben fuhr, überkam ihn ein Gefühl von Déja-vu. Wann war er zuletzt im Büro des Schulleiters gewesen? Er wusste es nicht mehr.

Die Türen öffneten sich und seine ehemalige Lehrerin begrüßte ihn erleichtert mit den Worten: "Schön, dass du kommen konntest", und einer herzlichen Umarmung.

"Minerva!", erwiderte Harry freundlich und nahm vor ihrem Schreibtisch Platz.

"Ich komme direkt zur Sache", begann Minerva und Harry musste sich auf die Zunge beißen, um ein ironisches "Das ist mir neu" zu unterdrücken. "Es geht um den Posten des Verteidigungslehrers." Harry zog die Augenbrauen hoch. "Professor Archibald hat die Schule gestern Abend verlassen. Er war, nachdem unser letzter Professor letztes Jahr in Rente gegangen ist, leider nur eine Notlösung, die mir jetzt auf die Füße gefallen ist. Er war vollkommen ungeeignet. Engagiert, aber unfähig." Sie sah ihn an. "Mir ist nur ein möglicher Kandidat eingefallen. Du hast deine Karriere vor Monaten beendet. Ich nehme an, dass deine Fertigkeiten in dem Fach nicht nachgelassen haben. Könntest du mir aushelfen?"

Harry war ehrlich überrascht von dem Angebot. Daher fragte er: "Für den Moment oder für länger?"

"Für länger, wenn es dir gefällt. Ich weiß, dass es kurzfristig ist und du lediglich sechs Tage hast, bis die Schüler wieder da sind, aber es erwartet niemand  perfekten Unterricht von dir. Hauptsache er fällt nicht aus, denn Grindelohs, Kappas und Doxys können den Schülern immer noch gefährlich werden."

Harry nickte, während er überlegte. Er hatte seine Quidditchkarriere offiziell beendet und noch nicht entschieden, was er machen wollte. Nun präsentierte sich diese Gelegenheit. Er fühlte sich geschmeichelt, dass Minerva trotz seiner mangelnden Qualifikation an ihn dachte. Es wäre eine interessante neue Herausforderung. Und die Aussicht darauf, dass sich vielleicht spektakulärer Sex in seinen Alltag integrieren ließe, war ein äußerst verlockender Gedanke.

"Ich mache es", sagte er dann und sah Minerva direkt in die Augen. Diese lächelte ihn an. "Ich danke dir, Harry. Ich lasse dir ein Quartier herrichten. In wenigen Tagen kannst du dich einrichten."

Harry lächelte und verabschiedete sich. Er hatte das Gefühl, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Auf dem Weg zum Tor zog Harry seinen Mantel enger um seinen Körper. Es war kalt und der Wind blies ihm eisig ins Gesicht. Er war kurz vor dem Ausgang, als ihm jemand entgegenkam. Snape war in einen dicken Mantel gehüllt, der trotz des Wetters so eindrucksvoll wallte wie Harry es von ihm kannte. Der Schnee hatte seine Stiefel und seinen Umhang bis zu 30 Zentimeter Höhe vollkommen weiß gefärbt.

Ihre Blicke trafen sich und wie angewurzelt blieb Snape stehen. Sie sahen sich an und Harry spürte sofort Leidenschaft in seinem Innern aufflammen. Er musste es sich eingestehen: Er wollte Snape. Erneut. Und was war auch so schlimm daran? Nach dem er jahrelang durch hunderte Betten gezogen war, wäre es vielleicht amüsant, es immer wieder mit einer Person zu tun. Er spürte heiße Leidenschaft durch seine Lenden pulsieren. Ja, das war es: Pure Lust. Und Harry würde dieser einfach nachgeben.

"Severus", grüßte er freundlich. Dieser verengte seine Augen zu Schlitzen. "Was machst du hier?" Es klang einen Hauch feindselig, aber Harry ließ sich nicht einschüchtern und trat einen Schritt näher. "Professor Archibald wurde gestern entlassen", begann er.

Snape schnaubte. "Zum Glück. Ein weitere Verschwendung für alle Schüler und ein Dorn in meinem Auge."

"Dann hoffe ich, dass dir der nächste Lehrer für Verteidigung mehr zusagen wird." Snape hob fragend eine Augenbraue. "Er heißt Professor Potter und würde gerne ein kollegiales Verhältnis zum ansässigen Meister der Zaubertränke pflegen."

Für etliche Sekunden sagte Snape gar nichts, sein Blick war wie versteinert, seine Lippen aufeinander gestresst. Harry meinte für einen Wimpernschlag Traurigkeit in den schwarzen Augen aufflammen zu sehen, doch er musste sich geirrt haben, denn Snape fragte mit stoischer Stimme lediglich: "Was versprichst du dir davon?"

Harry grinste ihn offen an. "Sex. Sehr viel fantastischen Sex."

Da trat ein dunkles Funkeln in Snapes Augen. "Ist das so?", fragte er und klang so, als müsse er ein Schmunzeln unterdrücken. "Das ist so“, antwortete Harry vorfreudig.

"Dann freue ich mich darauf, dich bald im Schloss ganz persönlich begrüßen zu dürfen." Snapes Stimme war ein verheißungsvolles Raunen.

Harry lächelte zurück, er benetzte seine Lippen mit Feuchtigkeit und antwortete dann flirtend: "Ich kann es kaum erwarten." Und mit diesen Worten schritt er an Snape vorbei. Das würde interessant werden.

***

Auch wenn Severus es nicht wahrhaben wollte, so konnte er es noch weniger leugnen. Er spürte ein aufgeregtes Kribbeln und seinen beschleunigten Herzschlag nur all zu deutlich. Harry würde nach Hogwarts kommen und wollte erneut mit ihm schlafen. Warum, konnte sich Severus beim besten Willen nicht ausmalen.

Er schüttelte sich den Schnee aus den Haaren, als er ins Schloss trat. Er hatte sich entschieden. Er würde alles nehmen, was er kriegen konnte und den Zustand seines Herzens ignorieren. Er würde Sex und Harrys Gesellschaft bekommen. Mehr konnte er nun wirklich nicht erwarten.

***

Zwei Tage später hatte Harry einige Sachen nach Hogwarts gebracht und sich dann in Lehrplänen, Schülerlisten und bisherigem Unterricht vergraben. Er hatte noch vier Tage Zeit und diese verbrachte er ununterbrochen in seinem Büro und arbeitete sich ein. Aufstehen, arbeiten, essen, arbeiten, duschen, schlafen. Hin und wieder hatten ihn seine neuen Kollegen besucht, um kurz Hallo zu sagen. Snape war jedoch nicht unter ihnen und so sah er den anderen das erste Mal bei der Lehrerkonferenz einen Tag vor Unterrichtsbeginn wieder.

Er wurde überschwänglich von seinen Kollegen begrüßt und ließ sich dann auf dem Platz neben Snape nieder. Während die anderen noch ein paar Worte wechselten, lehnte sich Harry zu Snape. "Guten Tag, Professor." "Guten Tag“, kam die ruhige Antwort. "Ich warte immer noch auf die Begrüßung, die du mir zugesagt hast", flüsterte Harry. Snapes dunkler Blick traf ihn, da war ein Funkeln in seinen Augen zu sehen. "Immer so ungeduldig", tadelte er gespielt.

Bevor Harry etwas erwidern konnte, sprach Minerva und begann die Konferenz. Harry beschränkte sich darauf, hin und wieder sein Bein gegen das von Snape zu drücken. Er war gleichermaßen überrascht und erregt, dass der Druck jedes Mal erwidert wurde.

Doch als die Konferenz zu Ende war, ging Snape zielstrebig zur Tür hinaus. Harry hätte nichts lieber getan, als hinter ihm her zu laufen, um ihn in die nächste dunkle Nische zu pressen, doch Filius verwickelte ihn in ein Gespräch und erzählte ihm von einem seiner Lieblingsmomente, als Harry noch sein Schüler war. Harry versuchte seinem Kollegen aufmerksam zuzuhören, doch sein Gehirn sandte ganz andere Signale aus. Er wollte Snape. Und er wollte ihn schnell.

Er verabschiedete sich von Filius und machte sich seufzend auf den Weg zu seinem Quartier. Die Chance auf Sex war wohl für heute vorbei. Er bog um eine Ecke und lief einen weiteren Gang entlang. Ein seltsames Kribbeln prickelte in seinem Nacken. Harry versuchte sich unauffällig zu verhalten. Er wusste mit einem Mal, dass er nicht alleine war. Er bewegte sich langsam weiter, ließ sich nichts anmerken.

Und dann drehte er sich blitzschnell um. Sofort hatte er seinen Zauberstab seinem Gegenüber an die Kehle gepresst. Schwer atmend sah er in schwarze Augen. Dann schmunzelte er dunkel. "Es ist gefährlich, dem Retter der Zaubererwelt im Dunklen aufzulauern."

"Ich weiß", kam es nur rau aus dem Schatten, dann war Snapes Körper an seinem und Harry spürte Schauer der Erregung über seine Haut gleiten.

"Folge mir!", sagte Snape und machte kehrt. Harry zögerte nur einen Moment, dann tat er wie geheißen. Sie bogen in den nächsten Raum ein, ein altes leeres Klassenzimmer.

Snape wandte sich ihm zu, nachdem die Tür geräuschvoll ins Schloss gefallen war. "Du möchtest hier als Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste anfangen, obwohl du seit zehn Jahren nichts Bedeutendes diesbezüglich gemacht hast." Snapes Stimme war ein leises, bedrohliches Zischen und Harrys Nackenhaare stellten sich auf. Jedoch nicht vor Erregung, sondern vor Gefahr. Es war viele Jahre her, dass er sich das letzte Mal so gefühlt hatte, und doch wusste er, dass er sich auf seinen Instinkt verlassen konnte. Hier drohte Gefahr. Und Harry war bereit.

Im nächsten Moment rief Snape "Verteidige dich!", und zog seinen Zauberstab. Blitzschnell hatte Harry es ihm gleich getan. Keine Sekunde zu früh, denn im nächsten Moment kam ein Zauber auf ihn zugejagt, den er nur mit Mühe abblocken konnte. Verdammt! Snape wollte sich mit ihm duellieren.

"Ernsthaft, Potter?", spottete Snape. "Das war mickrig."

Harry biss die Zähne zusammen. Das wusste er selbst. Es war Jahre her, dass er etwas anderes als Alltagszauber hatte verwenden müssen. Lediglich etwas aufdringliche Fans musste er hin und wieder zurückweisen und oftmals hatte er auch nichts gegen deren Aufdringlichkeit gehabt.

Erst jetzt wurde ihm schlagartig klar, wie faul er in den letzten Jahren bezüglich seiner Magie geworden war. Er schluckte. Das würde ihm heute teuer zu stehen kommen, denn auch wenn er sicher war, dass Snape ihn nicht töten würde, so wusste er doch, dass der andere ihn nicht schonen würde, und er ernsthaft verletzt werden konnte.

Der nächste Fluch riss ihn aus seinen Gedanken, sein Schutzschild barst und Harry sprang zur Seite. Immerhin war auf seine Reflexe Verlass. Er drehte sich um, Snapes Ausdruck in den Augen drückte Abscheu aufgrund seiner offensichtlichen Schwäche aus. Harry hasste diesen Blick sofort. Die nächsten Flüche prasselten auf ihn ein und Harry war nur in der Lage durch seine herausragende Körperlichkeit auszuweichen. Es war, als wäre alles, was er einmal gekonnt hatte, verschwunden.

"Erbärmlich, Potter", spuckte Snape ihm entgegen. "Die letzten Jahre haben dir nicht gut getan. Stimmen die Gerüchte etwa? Bist du lediglich ein eingebildeter, gutaussehender Ex-Sportler, der seine Gabe und seinen Geist zu Gunsten einiger Muskeln aufgegeben hat?" Snapes Worte trafen schlimmer als seine Flüche, die nun begannen mit einer Unbarmherzigkeit auf ihn einzuprasseln, dass Harry nicht mehr standhalten konnte.

Ein Zauber traf ihn, zerriss seine Kleidung, der nächste hinterließ eine tiefe Schramme über seinen Oberkörper, so heftig, dass Harry vor Schmerzen aufschrie. Er wirbelte seinen Zauberstab um sich selbst und beschwor den mächtigsten Schutzzauber herauf, den er kannte. Endlich! Die ersten Flüche prallten ab. Doch Snape blickte ihn nur wieder mit einem überheblichen Grinsen an. Harry verabscheute es ebenso wie Snapes Verachtung. Er wollte diesen Blick nicht sehen. Er war ein guter Zauberer. Aber war er das wirklich?

"Was ist denn, Potter? Hat es dir die Sprache verschlagen?", höhnte Snape. Harry wollte seine Kraft nicht aufs Antworten vergeuden. Snape beschwor eine wahre Kaskade an Flüchen herauf, die er elegant einem nach den anderen in atemberaubender Geschwindigkeit heraufbeschwor. Es dauerte nicht lange und Harrys Schutzschild verpuffte mit einem lauten Knall, woraufhin Harry rollend über den Boden auswich.

Harry spürte jeden Atemzug in seiner Lunge brennen. Er beschwor einige Möbelstücke herauf, die er vor sich als Barrikade aufbaute. Er war lächerlich. Wo war sein Instinkt hin? Seine Kraft? Seine Selbstsicherheit? War er wirklich zu einem gut aussehenden, aber unfähigen Zauberer geworden? War er ein Lockhart?

Nein! Harry presste die Lippen zusammen. Er war kein Schwächling. Er war einfach aus der Übung. Er hatte so oft gegen Todesser bestanden, da würde er es jetzt auch schaffen.

Harry biss die Zähne zusammen, Adrenalin flutete erneut seinen Körper. Snape war ein Todesser, wenn auch ein ehemaliger. Er fragte sich kurz, ob das Dunkle Mal noch auf seinem linken Unterarm weilte, dann rappelte er sich auf. Er stellte plötzlich fest, dass die Flüche aufgehört hatten. Das war kein gutes Zeichen. Er war mit einem Schlag hellwach. Das hier war gefährlicher als jeder Fluchregen. Snape holte zum finalen Todesstoß aus, wurde Harry mit einem Mal klar.

Er durfte das nicht zulassen. Er musste sich konzentrieren. Harry schloss die Augen, fühlte den Zauberstab in seiner Hand. Er fokussierte sich auf seine Magie, die Kraft in seinem Innern. Er konnte sie spüren, er war ein Zauberer und er war ein starker Zauberer. Das kraftvolle Pulsieren seiner Magie pumpte durch seine Adern, er spürte das so vertraute Holz in seinem Griff. Er konnte es.

Sein Augen öffneten sich, eine innere Ruhe hatte ihn erfasst. Er würde Snape nun alles entgegenstellen, was er hatte und entweder würde er siegen oder zumindest kämpfend untergehen. Er hob seinen Zauberstab und horchte. Er erwartete nicht, dass Snape ein Geräusch machte, dafür war der Mann zu lange Spion gewesen. Snape wusste, wo er war und so schlich Harry um die Barrikade herum, entweder er würde direkt ihn hinein laufen oder vielleicht die Chance bekommen Snape zu überraschen.

Er trat um die Barrikade herum und starrte in schwarze Augen. In ihnen stand ein Feuer, das Harry noch nie gesehen hatte - es war so gefährlich wie es an anziehend war. Aber auch in Harrys Augen brannte es nun und das schien Snape zu sehen, denn weder Abscheu noch Verachtung war auf seinen Zügen sichtbar.

Es war Harry, der nun seinen Zauberstab schwang und Snape zwang sich zu verteidigen. Die Leidenschaft in den dunklen Augen flammte auf.

Und dann war es, als wäre Harry nach Jahren wieder auf ein Fahrrad gestiegen. Die Flüche kamen zurück in sein Gedächtnis, er wusste wieder, wer er war und was er konnte. Ein verbissener Kampf entbrannte, denn so kraftvoll Harry war, so gerissen und erfahren war Snape. Hin und her sausten die Flüche, trafen aufeinander, explodierten lautstark, erzeugten Stichflammen und Rauchschwaden, oder verpufften stillschweigend, als hätte es sie nie gegeben.

Harry wirbelte umher, rollte über den Boden und benutzte seine Sportlichkeit, um die Intention seiner Zauber zu verstärken. Snape hingegen war ein eher statischer Duellant, der viel auf der Stelle agierte und lediglich ein paar tänzelnde Schritte unternahm, um seinen Zaubern Wirkung zu verleihen.

Immer verbissener wurde der Kampf. Harry schwitze wie verrückt und doch fühlte er sich so lebendig wie seit Jahren nicht mehr. Das hier machte Spaß. Mit dieser plötzlichen Erkenntnis brach ein Lachen auf seinem Gesicht aus. Es schien Snape für einen Moment zu verunsichern, denn Harrys nächster Zauber traf ihn am Arm, zerschliss seine Robe und ließ Haut aufblitzen.

Doch der Moment der vermeintlichen Schwäche war ganz schnell vorüber. Harry erkannte an Snapes dunklem Blick, dass er dafür bezahlen würde. Und so schwang er seinen Zauberstab. Snape tat es ihm gleich. Ihre Flüche trafen sich, doch explodierten sie nicht. Sie erzeugten eine mächtige Druckwelle und noch bevor Harry überhaupt reagieren konnte, wurde er durch die Luft geschleudert und krachte etliche Meter entfernt auf den Boden.

Er stöhnte, sein Blick richtete sich jedoch direkt auf die vermeintliche Gefahr. Doch auch Snape hatte es außer Gefecht gesetzt. Er sah, wie er ebenfalls auf dem Boden lag und sich nun langsam erhob. Harry tat es ihm gleich und ein leichtes Zischen entwich ihm. Offenbar war der Aufprall härter gewesen als angenommen. Er rieb sich über den schmerzenden Rücken.

Überrascht sah er, wie Snape seinen Zauberstab wegsteckte und aus seiner Robe eine Phiole holte. Er nahm einen Schluck und trat dann auf Harry zu. Dieser erkannte den Heiltrank sofort und nahm mit einem dankbaren Lächeln ebenfalls einen Schluck. Die Schmerzen verschwanden umgehend und mit einem wohligen Ausatmen streckte sich Harry. Dann hielt er inne. Snape stand immer noch vor ihm und sah ihn direkt und intensiv an.

Und dann ging dieser ohne ein weiteres Wort zu verlieren auf die Knie. Harrys Augen öffneten sich vor Erstaunen. Im nächsten Moment machte sich Snape an seiner Hose zu schaffen und noch während Harry versuchte, das Bild seines knienden ehemaligen Professors zu verarbeiten, nahm dieser seine Männlichkeit in den Mund. Harry stöhnte auf und wurde binnen weniger Sekunden steinhart. Ihm war etwas schwindelig, aber es war ein unglaubliches Gefühl.

Er öffnete die Augen wieder und sah hinab. Der Anblick war unglaublich heiß. Als Snape aber auch noch seine Hände einsetzte, um mit der einen seine Hoden zu massieren und mit der anderen den Bewegungen seines Mundes zu folgen, schwebte Harry auf einer Wolke der Geilheit. Sein Hinterkopf schlug mit einem lauten Krachen an den Schrank der Barrikade, von der er gar nicht bemerkt hatte, das er sich ihr genähert hatte.

Snapes Hände, sein Mund, die Feuchtigkeit, Wärme und Enge. Es war einmalig. Heiser keuchte Harry in den Raum, ließ sich von Snape oral befriedigen. Es war ein Gedanke, der noch mehr Blut in seine Lenden zu pumpen schien und mit einem heiseren Schrei kam er, seine Finger krallten sich wie von selbst in seidiges schwarzes Haar.

Snape schluckte tatsächlich und entließ dann sein erschlafftes Glied mit einem obszönen Plopp. Der Slytherin erhob sich und wischte sich etwas Sperma aus dem Mundwinkel. Harrys Augen huschten zu seinen Lippen. Das Verlangen ihn zu küssen, war enorm. Doch dann lenkte ihn Snapes trockene Äußerung ab: "Willkommen im Kollegium, Professor Potter." Harry brach in schallendes Gelächter aus. Snape war einmalig.

***

Fortsetzung folgt…

Und mal wieder bin ich unglaublich gespannt, wie es euch gefallen hat. :-D

Wir lesen uns.
Eure Krissy
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast