Last Summer

von Clara04
KurzgeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16 Slash
Bayer 04 Leverkusen Borussia Dortmund
26.03.2020
26.03.2020
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Hallo lieber Leser,
schön, dass du meine Geschichte gefunden hast!
Ich halte mein Wort zum Anfang kurz, ich möchte nur schnell sagen, dass ich die beiden eigentlich nicht shippe, dieses Video hat mich aber so sehr inspiriert (ursprünglich aus Kais Instagramstory, hier (https://youtu.be/DdKWYajiQR0) auf Youtube, bin leider irgendwie zu unfähig, eine Verknüpfung herzustellen) , dass ich einfach etwas dazu schreiben musste.
Hoffentlich gefällt es dir trotzdem!
Liebe Grüße,
Clara04




Nervös stapfe ich von einem Ende des Raumes zum anderen, von einer Ecke in die nächste. Dabei raufe ich meine braunen Haare, die ich schon lange hatte schneiden wollen.
Tür, Vitrine, Sofa, Fernsehschrank, Fenster – Fenster, Fernsehschrank, Sofa, Vitrine, Tür.
Meine Haare dürften inzwischen aussehen, als hätte ein Vogel darin gebrütet. Zwischendurch ziehe ich mein Handy aus der Tasche und kontrolliere beinahe zwanghaft, ob du mir geschrieben hast.
Hast du natürlich nicht. Was erwarte ich denn auch. Ich Idiot.

Abrupt bleibe ich vor dem Fernsehschrank stehen, lasse das Handy in die Hosentasche gleiten und greife vorsichtig nach dem Bilderrahmen, der darauf steht. Ich streiche über das Foto, das dich und mich beim gemeinsamen Torjubel zeigt. In mir rumort es. Es ist falsch, es ist alles falsch. Wütend werfe ich den Rahmen auf die Couch und nehme stattdessen das Bild in die Hand, auf dem man Sophia und mich bei den Eseln sieht. Warum? Warum kann ich nicht wieder das Bedürfnis verspüren, dieses Bild zärtlich zu berühren? Was ist denn falsch mit mir? Bemüht beherrscht packe ich es in eine der Schubladen unter dem Fernseher und werfe mich dann neben das schreckliche Foto auf die Couch, das Bedürfnis unterdrückend, das Glas an der Wand zu zerschmettern oder laut zu schreien. Warum kann ich nicht einfach wieder normal sein?

Wir hätten das niemals tun dürfen, Jule.
'Was denn?' , wirst du dich jetzt wahrscheinlich fragen. Es hat dir sicher nichts bedeutet, obgleich es mich nachts um den Verstand bringt.
Ich will es dir erklären.

Erinnerst du dich noch an letzten Sommer?
Unsere Sommerpause. Unser gemeinsamer Urlaub mit den Jungs. Die Villa. Der Pool.
Vielleicht erinnerst du dich noch an den Tag, an dem wir gekämpft haben, wie immer? Du warst weiß wie ein Gespenst, auch wie immer. Braun wirst du wohl einfach nicht, aber das ist mir egal. Du sahst auch so toll aus in deiner weißen Badehose.
Jetzt schweife ich ab.
Ich war bei unserem spaßhaften 'Kampf'. Ich wollte dich eigentlich austricksen, indem ich nach deinen Beinen greife und dich so auf meinen Rücken schwinge. Hat nicht geklappt. Stattdessen hast du den Spieß umgedreht, mich an den Hüften gepackt und so hochgezogen, dass ich auf deinen Schultern Halt gefunden habe. Aber leider nicht normal. Ich saß quasi vor deinem Gesicht und konnte mich nur an deinem Kopf festhalten.
Wie du mich angeschaut hast, von unten herab… Wenn Tristan uns nicht in den Pool gestoßen hätte… Ich weiß nicht, ob ich dich geküsst hätte. Naja, dank Tristan war der Moment vorbei und eigentlich hätte alles gut sein können. Aber da ist ja leider diese verflixte Fahrradkette.
Als ich Abends im Bett lag, konnte ich an nichts anderes denken als an diesen Moment. Die Tatsache, dass du im Raum nebenan lagst, half mir auch nicht beim abschalten. Ich war schon kurz davor, zu dir zu gehen, um mit dir zu sprechen. Darüber, wie sehr mich der Nachmittag verunsichert hatte. Aber das war ausnahmsweise mal etwas, über das ich nicht mit dir sprechen sollte.
Attraktiv hatte ich dich ja immer schon gefunden, seit wir uns das erste Mal in der Kabine gesehen hatten, aber so? So hatte ich dich bisher noch nie gesehen. So hatte ich generell noch nie einen Mann wahrgenommen. Ich hatte noch nie einen Mann gewollt, so, wie ich dich plötzlich wollte. Das musste ich mir bereits an jenem Abend eingestehen und darüber denke ich mittlerweile seit Monaten nach.
Ich bekomme dich und diesen Moment einfach nicht aus dem Kopf – obwohl du gewechselt bist und ich dich nicht mehr jeden Tag sehe.
Trotzdem sind mir seit diesem Moment so viele Dinge an dir aufgefallen.
Die Art und Weise, wie du deinen Fokus auf den Ball legen kannst und nichts und niemand dich ablenkt.
Die Art und Weise, wie du dir durch die Haare gehst, wenn du unsicher oder verlegen bist.
Die Art und Weise, wie du lächelst, den Kopf schief legst und dabei deine wunderschönen Grübchen zeigst, wenn ich wieder Unsinn gemacht habe.
Ich musste mir über die Monate eingestehen, dass dieser Moment wirklich alles verändert hat.
In diesem Moment habe ich begonnen, mich zu verlieben.
Dabei war ich doch so glücklich mit Sophia. Pustekuchen.
Die ganze Situation hat mich zu einem nervlichen Wrack gemacht, kein Wunder, dass Sophia mich verlassen hat. Ich habe ihr gegenüber zwar nichts angedeutet, aber sie ist ja nicht blöd und hat gemerkt, dass ich mich verändert habe.
Und jetzt sitze ich hier auf dieser Couch und hasse mich selbst, dafür, dass ich Sophia verletzt habe, dafür, dass ich zu feige bin, mit dir zu reden und dafür, dass ich plötzlich ein Profifußballer bin, der auch auf Männer steht.

Pling.

Der Ton einer eingehenden Nachricht lässt mich aus meinen Gedanken hochschrecken. Hastig reiße ich mein Handy aus der Hosentasche und schaue nach, wer mir geschrieben hat, in der Hoffnung, dass du das warst. Mein Herz beginnt zu rasen, als ich sehe, dass der Text tatsächlich von dir kommt.


„Bock auf Fifa? Mir ist langweilig.“
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