A little revelation goes a long way

KurzgeschichteRomanze / P18 Slash
Falcon / Samuel "Sam" Wilson Winter Soldier / James Buchanan "Bucky" Barnes
26.03.2020
26.03.2020
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Kapitel 1

Bucky war seit den 40er Jahren nicht mehr betrunken gewesen. Nicht, seitdem er noch zwei funktionierende menschliche Arme hatte und Steve weniger als 80 Kilo gewogen hatte.
Nach Zola’s Experimenten an ihm, hatte Bucky noch einige Zeit damit verbracht, dass Trinkverhalten seiner Kameraden bei den Howlies zu spiegeln. Seine Sprache würde verwaschen klingen und er würde leicht schwanken, damit bloß keiner hinterfragte, warum er nicht betrunken werden konnte. Bucky war ein mäßig guter Schauspieler, aber niemand hat je etwas gesagt.

Damals erschien es ihm richtig, das Ganze für sich zu behalten. Er wollte seine Kameraden nicht beunruhigen. Scheiße, er wusste damals selbst nicht, was mit ihm passierte und was Zola genau mit ihm gemacht hatte. Manchmal fragte sich Bucky, was Steve gemacht hätte, wenn er von den Experimenten gewusst hätte. Aber das führte nur in ein tiefes Loch, in das er nicht zu häufig blicken wollte. Also schob er den Gedanken beiseite und nahm einen großen Schluck seines Getränks.

Bucky hatte zugelassen, dass Sam und Steve ihn dazu überredeten, mit auf diese lächerliche Party der Avengers zu kommen. Im Grunde genommen hatte es gar keinen Sinn, dass er hier war. Bucky war nicht einmal ein Avenger, wollte auch nie einer werden. Und Stark hatte ihn seit Betreten der Party nicht mehr aus den Augen gelassen, als würde Bucky das Tafelsilber stehlen. Gut, er musste zugeben, dass der Winter Soldier seine Eltern ermordet hatte. Aber es war ja nicht so, dass Bucky das noch ein zweites Mal machen konnte.

Die Sache war die, dass er seit den 40er Jahren nicht mehr betrunken gewesen war und es ziemlich beunruhigend war, dass er in diesem Moment dieses warme Gefühl vernahm, dass sich aus seinem Magen in jede Extremität ausbreitete und Bucky alles um ihn herum wie durch einen Schleier sah. Steve hatte ihn davor gewarnt, hatte gesagt, dass das Zeug, dass Thor ihm anbot für sie nicht so schnell zu verstoffwechseln wäre und er schon ziemlich betrunken davon werden könnte. Aber dieses Risiko hatte Bucky eingehen wollen, so unwohl fühlte er sich auf dieser Party, so unwillkommen. Deswegen saß er in der dunkelsten Ecke des Raumes, trank und beobachtete seine Umgebung.

Steve war in ein Gespräch mit einer braunhaarigen Frau und dem Mann mit der Augenklappe vertieft. Die Frau kannte Bucky nicht, sie sah nett aus. Er mochte den einäugigen Mann. Seine kein Bullshit-Einstellung gefiel Bucky, direkt und ohne Umschweifen und wenn man genau aufpasste, hatte der Mann einen großartigen Sinn für Humor.

Sam saß am andere Ende des Raumes und sprach mit einem braunhaarigen Mann mit Brille. Den Mann kannte er nicht und er mochte ihn auch nicht. Bucky mochte nicht, wie Sam ihm beim Zuhören offen ins Gesicht lächelte und wie er den Blickkontakt immer für ein paar Momente zu lang hielt.

Bucky wollte, dass dieses Lächeln nur ihm gehörte und dass Sam nur ihn mit diesem Blick ansah. Er schloss die Augen. Dieser verdammte Sam, der sich immer wieder in seine Gedanken stahl.

Beim Frühstücken, bei seinen täglichen Joggingrunden, wenn er kochte. Dann stellte Bucky sich vor, wie weich Sam’s Lippen sich auf seinen Lippen anfühlten, wie sanft seine Berührungen wären. Wie heiß und eng er wäre, wenn Bucky sich tief in ihm vergraben würde. Wie Sam’s Stöhnen und keuchender Atem in seinen Ohren klingen würde. „Ich liebe dich,“ würden sie zueinander sagen, ehe sie erschöpft in seinem Bett oder in Bucky’s Bett einschliefen und es wäre das Normalste auf der ganzen Welt.

In Bucky’s Leben gehörte Sam zu seinen Lieblingsmenschen. Er war vielleicht sogar sein Lieblingsmensch, da konnte Bucky sich noch nicht ganz festlegen. Sam war einfach derjenige, den man an seiner Seite haben wollte. Im Kampf, im Streit, im Leben.
Sam konnte Menschen lesen, wusste wem man vertrauen konnte und wen man am besten nicht nach dem Weg fragte. Und das Schönste für Bucky war, dass Sam ihm vertraute. Es war das größte Geschenk, was man ihm seit eigentlich immer gemacht hatte.

Sam war der Mensch, der für sein Team einstand und eine Kugel abfangen würde und am Ende des Tages mit einem Lächeln auf den Lippen aus der Situation heraus kam. Es wäre ein falsches Lächeln, aber Sam würde seinem Team niemals etwas vorhalten. Und irgendwie gehörte Bucky mittlerweile auch zu Sam’s Team. Sam war einfach zu gut für die Welt, zu gut für Bucky und definitiv zu gut für den mysteriösen Mann, mit dem er sprach.

Bucky wollte ihn immer an seiner Seite wissen. Er liebte die Art, wie Sam mit anderen Menschen sprach. Bucky liebte, wie sie sich um jeden kleinen Scheiß stritten. Er liebte Sam. Für ihn war das eine ziemlich gruselige Vorstellung. Er wollte Sam, wie er lange niemanden mehr in seinem Leben wollte und es machte ihn wütend, dass Sam mit dem Mann sprach und nicht mit ihm.  

Als Bucky die Augen wieder öffnete, waren Sam und der Mann weg und sein Herz sank in seinen Magen. Schnell ließ er seinen Blick über die Menschen in dem Raum gleiten. Sam und der Mann waren nicht mehr unter ihnen. Waren sie raus gegangen?

Es sollte ihm eigentlich nichts ausmachen, dass Sam dem Mann das tolle Lächeln schenkte und es sollte ihm nichts ausmachen, dass er mit dem Mann verschwunden war. Sam war verdammt nochmal ein erwachsener Mann, der machen konnte, was er wollte. Aber Bucky’s Füße bewegten sich in Richtung der Balkontür und er hatte keine Ahnung, wohin ihn seine Schritte führten, aber er wusste, dass Sam all das Glück auf der Welt verdient hatte und vielleicht konnte Bucky es ihm nicht geben, aber er konnte es verdammt nochmal wenigstens versuchen.

Seine Mission war es, Sam endlich zu sagen, wie er sich fühlte. Er liebte ihn und das musste er unbedingt wissen. Hier, jetzt. Ob es der Alkohol war, konnte Bucky am nächsten Tag nicht mehr sagen, aber er machte die Tür zum Balkon etwas zu energisch auf, sodass alle in unmittelbarer Nähe bei dem Knall zusammenzuckten. In weniger als 3 Herzschlägen war Steve an seiner Seite und legte ihm schwer einen Arm um die Schulter.

„Bucky, ich habe dich vor dem Asgardischen Teufelszeug gewarnt. Ich bring dich nach Hause, bevor du noch etwas Dummes tust.“ Konnte Steve etwa schon Gedanken lesen? Erfolglos versuchte er sich aus dem Griff zu befreien.

„Ich muss zu Sam.“

„Bucky, das denke ich nicht.“ Steve beendete für ihn den Abend und am nächsten Morgen war Bucky froh darüber. Ein übereifriges Liebesgeständnis wäre für ein weiteres Zusammenleben mit Sam und Steve ziemlich unangenehm gewesen.
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