For the greater good

GeschichteDrama, Angst / P12
Fuchsgesicht Katniss Everdeen Peeta Mellark
25.03.2020
29.03.2020
4
3443
 
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Ich wache mit einem komischen Gefühl in der Magengegend auf. Heute ist Tag der Ernte und ich habe das Gefühl, dass etwas ganz schlimmes passieren wird. Es fühlt sich an, als würde ein riesiges Damoklesschwert über mir schweben und nur darauf warten, auf mich hinabzusausen und mir den Kopf abzuschlagen. Andere Leute würden sich darüber nicht so viele Sorgen machen wie ich. Sie würden sich einfach selbst sagen, dass das nur daran lag, dass sie heute wieder darum bangen mussten, nicht gezogen zu werden. Doch nicht ich. Ich kannte das Gefühl der Angst das ich am Tag der Ernte hatte nur zu gut. Das hier war anders. Es war mehr eine Vorahnung. Schnell verscheuchte ich diese dunklen Gedanken, stand auf, machte mich fertig und ging in die Küche, um mit meinen Eltern zu frühstücken. Dort begrüßte mich sogleich meine Mutter mit einem einfachen "Guten morgen". Ich erwiderte diese Geste und setzte mich an den bereits gedeckten Tisch. Dann kam auch mein Vater dazu und murmelte ebenfalls eine Begrüßung vor sich hin. Er war morgens nie besonders gesprächig, weswegen ich nur vor mich hinschmunzelte.

Nach dem Frühstück ging ich nach draußen und machte einen ausgedehnten Spaziergang, was komisch für mich war, denn normalerweise tat ich so etwas nie. Doch heute fühlte es sich irgendwie richtig an, herumzulaufen und die Eindrücke und Gerüche von Distrikt 5 in mich aufzunehmen. Nach etwa zwei Stunden machte ich mich auf den Rückweg zum Haus meiner Eltern um mich umzuziehen und dann zum Marktplatz zu begeben, wo die Namen der diesjährigen Tribute gezogen werden würden. Ich entschied mich für ein schlichtes aber dennoch sehr hübsches, blaues Kleid, dass einen perfekten Kontrast zu meine orange-roten Haaren machte und band meine Haare zu einem kunstvollen Dutt zusammen. Dann ging ich hinunter zu meinen Eltern, die bereits fertig angezogen auf mich warteten.
"Schätzchen, du siehst wunderschön aus.", sagte meine Mutter, sobald sie mich sah. Normalerweise machte ich mir nicht viel aus Komplimenten, aber wenn sie von meinen Eltern kamen, freute ich mich immer sehr darüber. Denn eines der wenigen Dinge, die mir wichtig waren, war sie stolz zu machen.

Dann machten wir uns auf den Weg zum Marktplatz, wo ich mich dann in den "Pferch"- so nannte ich ihn zumindest- für die fünfzehnjährigen stellte. Wenig später betrat die Betreuerin unseres Distrikts, die wie immer viel zu stark geschminkt war- so eine Vergeudung von Rohstoffen- die Bühne. Von ihrer Rede und dem Film den sie zeigte, bekam ich nicht sonderlich viel mit- es war ja ohnehin jedes mal das gleiche. Erst als sie mit dem üblichen "Ladies first" zu der Lostrommel für die Mädchen ging, galt meine Aufmerksamkeit wieder ihr. Ich beobachtete sie, wie sie mit ihren Fingern nach einem der Lose griff und auf einmal kam mir wieder das ungute Gefühl von heute morgen in den Sinn. Als sie den Namen des diesjährigen weiblichen Tributs vorlas, bewahrheitete sich dieses Gefühl. Es war mein Name.