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25. März: U.N.I.T.s geheime Aktivitäten [by - Leela -]

KurzgeschichteAllgemein / P6 / Gen
Brigadier Alistair Gordon Lethbridge-Stewart Captain Mike Yates Der zweite Doctor (Two) OC (Own Character) Sergeant John Benton
25.03.2020
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Tag der Veröffentlichung: 25.03.2020

Zitat: "Das krieg ich hin!" (Pitch Black - Planet der Finsternis)

Titel der Geschichte: »U.N.I.T.s geheime Aktivitäten«

Autor: - Leela -

Hauptcharaktere: Der zweite Doctor (Two), Sergeant John Benton, Captain Mike Yates, Brigadier Alistair Gordon Lethbridge-Stewart, Claire Ferguson (OC), Leela Comstock (OC), Captain James Turner, Corporal Palmer

Nebencharaktere: -/-

Pairings: -/-

Kommentar des Autors: Allzu viel möchte ich vorab gar nicht zu der Geschichte sagen, um den Effekt nicht ans Messer zu liefern. Nur ein nicht ganz unwesentlicher Hinweis (wer mich kennt, wird es ahnen): Bei dem Doctor handelt es sich hier um meinen geliebten 2. Doctor (Patrick Troughton), der seinerzeit ja auch schon mit U.N.I.T. zu tun gehabt hat! Also, viel Spaß bei: »U.N.I.T.s geheime Aktivitäten«!






U.N.I.T.s geheime Aktivitäten

Prolog

Captain James Turner und Sergeant John Benton gingen gerade über den Hof der U.N.I.T.-Hauptverwaltung. „Der Doctor darf auf gar keinen Fall etwas davon mitbekommen!“ stellte James klar. „Wenn er das rauskriegt, haben wir ein Problem!“
      John nickte. „Es sind schon alle Beteiligten informiert, Sir. Wir haben diverse Vorsichtsmaßnahmen getroffen, damit der Doctor nichts mitkriegt.“
      „Sehr gut. Dann hoffen wir, daß das so bleibt!“ Die beiden Männer entfernten sich von den Parkplätzen in Richtung Hauptportal.
      Nicht weit entfernt, hinter einer Hausecke, horchte der Doctor auf. Er war gerade auf dem Weg zum Büro des Brigadiers gewesen, als er diese kleine Unterhaltung zufällig aufgeschnappt hatte. Das machte ihn mißtrauisch. Was sollte er nicht mitkriegen …?


Geheime Aktivitäten

John kam abgehetzt in das Verwaltungsbüro der U.N.I.T.-Hauptzentrale. Claire und Leela sahen von ihrer Arbeit auf, als er aufgeregt beim Tresen stoppte. „Große Katastrophe! Der Doctor hat irgendwie etwas mitbekommen. Er läßt sich nicht mehr abhalten, auf eigene Faust zu recherchieren, was hier los ist!“
      Die beiden Frauen tauschten besorgte Blicke.
      „Er darf um Himmels willen nicht herausfinden, was hier vor sich geht!“ brachte Claire es auf den Punkt.
      „Aber was machen wir jetzt?“ fragte John hilflos. „Wir können nicht mehr richtig arbeiten, wenn er uns ständig auf den Fersen ist!“
      Leela überlegte. „Wir müssen ihn irgendwie ablenken!“
      „Ja. Aber nachhaltig!“ gab John gleich zurück. „Kleine Aktionen nützen uns gerade gar nichts!“
      „Wir müssen dafür sorgen, daß er von der Halle fernbleibt!“ stellte Claire fest. „Weiß er denn schon etwas konkretes?“
      John schüttelte den Kopf. „Ich glaube nicht. Er hat wohl nur mitbekommen, daß etwas im Gange ist, aber mehr auch nicht. Sonst würde er gezielter vorgehen.“
      „Gut, dann weiß er noch nicht, wo er konkret nach Hinweisen suchen muß.“ stellte Claire beruhigt fest. Sie überlegte. „Kann nicht irgend jemand für ein paar Tage mit ihm in der TARDIS durch die Galaxie reisen, damit wir hier in Ruhe arbeiten können?“
      John machte eine abwehrende Geste. „Also, ich nicht! Ich trage die Verantwortung dafür, daß unser Projekt klappt!“
      „Ich weiß nicht, ob die Idee so gut ist. Ich würde mich anbieten, na klar, aber es ist ja nicht gesagt, daß der Doctor dann auch tatsächlich zu genau dem richtigen Zeitpunkt wieder hier ankommt.“ gab Leela zu bedenken. „Ich bin mir nicht sicher, ob wir das Risiko eingehen sollten.“
      „Aber was machen wir dann?“ fragte Claire verzweifelt. „Wir dürfen uns ja nicht allein schon durch unser Ablenkungsmanöver verdächtig machen!“
      „Nein …“ gestand Leela der Sache zu. Als sie noch darüber nachdachte, manifestierte sich in ihren Gedanken eine Idee. „Oder vielleicht doch …!“
      John und Claire sahen sie deutlich konsterniert an.
      In dem Moment sah sie euphorisch zu den beiden auf. „Claire, das ist es!“
      „Das ist was?“ fragte die Verwaltungsangestellte verwirrt.
      „Wir machen ein Ablenkungsmanöver, mit dem wir ihn so richtig schön mißtrauisch machen!“ Leela sprühte förmlich vor Euphorie.
      Ihre beiden Zuhörer wechselten einen Blick, der besagte, daß sie ihre Kollegin spätestens jetzt für übergeschnappt hielten.
      Leela ließ sich davon nicht beirren und kam verschwörerisch zu den beiden an den Tresen herüber. „Also, ich habe mir das so gedacht …“

Wie schwierig es war, den Doctor von Ereignissen fernzuhalten, in die er sich nicht einmischen sollte, das sollte die U.N.I.T.-Belegschaft in den folgenden Tagen herausfinden. Es begann schon, als der Doctor schließlich auf das Gebäude aufmerksam geworden war, in dem offenbar im Geheimen gearbeitet wurde. Es dauerte aber auch nicht lange, bis er dazu eine Anweisung von Brigadier Allister Gordon Lethbridge-Stewart höchstpersönlich bekam.
      „Doctor, halten Sie sich von diesem Gebäude fern!“ Die Stimme des Brigadiers ließ keinen Zweifel daran, daß es sich um einen Befehl handelte.
      Der Doctor stutzte unschlüssig. Er war noch nie von U.N.I.T. angehalten worden, bei einer Ermittlung das Feld zu räumen. Nach einer Weile sagte er etwas halbherzig: „Das krieg ich hin.“
      „Hoffentlich, Doctor!“ warnte der Brigadier.
      Ein mißtrauischer Blick folgte Lethbridge-Stewart aus den eisblauen Augen des Doctors, als er seiner Wege ging. Der Doctor schürzte die Lippen. Der Brigadier hatte gesagt, er solle sich vom Gebäude fernhalten; nicht, daß er nicht weiter ermitteln durfte, was da vor sich ging! Er überlegte kurz. Dann führte ihn sein Weg direkt zum U.N.I.T.-Büro.
      Leela zuckte unwillkürlich zusammen, als die Tür aufging, und der Doctor den großen Raum betrat. Sie bemühte sich schnell, sich nichts anmerken zu lassen und stand auf. „Doctor! Was kann ich für Sie tun?“
      Der Doctor atmete durch und schlug die Hände ineinander. „Naja, wenn Sie schon so fragen … Ich wäre einer Tasse Tee nicht abgeneigt!“
      Leela versuchte, sich zu entspannen und ging zum Wasserkocher. Das Anliegen war legitim. Wenn nur nicht noch etwas anderes nachkam, was die geheimen Aktivitäten auf dem U.N.I.T.-Gelände ans Messer lieferte. Sie stellte eine Tasse vor ihm auf den Tresen und hielt sich zurück, irgendwelche Fragen zu stellen, und seien sie noch so unverfänglich, um das Gespräch nicht unbeabsichtigt in gefährliche Bahnen zu lenken.
      Daß es nichts nützte, offenbarte sich einen Augenblick später. Während er seinen Tee genoß, musterte der Doctor die blonde Verwaltungsangestellte eingehend. „Sagen Sie mal … Wissen Sie eigentlich etwas über die Halle hinter dem Ostflügel? Wird die aktuell genutzt?“
      Ein unwillkürlicher Schauer arbeitete sich durch ihren Körper. Ob bewußt oder unbewußt, der Doctor stellte die Frage so geschickt, daß jede Antwort darauf nur falsch für ihr Ansinnen sein konnte, ihn davon fernzuhalten. „Öhm, nein … ich meine … ich weiß nichts über das Gebäude …“ stammelte sie schnell und verkniff sich rasch die Nachfrage nach dem Grund seiner Frage.
      „Dann … könnte ich dort eigentlich mal einen Blick hineinwerfen.“ erwähnte der Doctor unschuldig.
      Leela bemühte sich, ihren Atem unter Kontrolle zu halten. Er versuchte, sie rhetorisch in die Schere zu nehmen, und er war ihr gewachsen, das wußte sie. Bei ihm mußte sie sehr aufpassen, um nicht das ganze Projekt zu gefährden, das hier sorgfältig in Planung gegangen war. „Dazu kann ich wirklich nichts sagen. Sprechen Sie das bitte mit dem Brigadier ab! Ich weiß nicht, ob das Ding für irgendetwas genutzt wird und ob man da so einfach hinkann.“ Sie beglückwünschte sich zu diesem Geistesblitz.
      Der Doctor sagte nichts dazu, es war ihm jedoch anzusehen, daß er nicht unbedingt zufrieden mit der Auskunft war. Er merkte allerdings auch, daß sich sein Ermittlungspotential an dieser Stelle erschöpfte. So nahm er es mit einem resignierten Lächeln, trank in Ruhe seinen Tee aus und verabschiedete sich wieder.
      Leela sah ihm nach, bis die Tür zum Büro ins Schloß fiel, atmete tief durch und entspannte sich wieder. Hoffentlich hatten sie diese Runde für sich entschieden.

Der Doctor hatte sich einen der U.N.I.T.-Feldstecher ausgeliehen und sich nicht weit entfernt von der speziellen Halle, die seine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte, in die Büsche geschlagen. Hier lag er nun schon seit drei Tagen auf Lauerstellung und beobachtete alles, was in der Nähe vor sich ging. Die Anweisung des Brigadiers umging er damit jedenfalls nicht! Er hielt sich von dem Gebäude fern!
      Während er dort auf dem Bauch zwischen den Büschen lag, machte er sich Notizen. Immer wieder konnte er U.N.I.T.-Jeeps sehen, die ankamen, etwas wurde abgeladen. Die Stimmen der Soldaten und Offiziere drangen zu ihm herüber, doch er konnte nicht verstehen, was gesagt wurde. Nur einzelne Fetzen fing er manchmal auf, mit denen er nicht viel anfangen konnte. „Kein Aufsehen erregen …“ war zum Beispiel einmal dabei – nun, wenn das, was er hier sah, die U.N.I.T.-Mentalität von »kein Aufsehen erregen« war, dann wußte er, warum seine Hilfe hier so oft gebraucht wurde.
      Sorgfältig justierte er noch einmal die Schärfe der Gläser nach. Er sah Kisten, die in das Gebäude getragen wurden, auf denen so groß »TOP SECRET« stand, daß man darauf aufmerksam werden mußte! Dann war einige Zeit nichts mehr zu sehen, bis, Stunden später, die Männer das Gebäude wieder verließen, sorgfältig verriegelten, und die Jeeps den Platz wieder verließen.
      Als sich nichts mehr in der Umgebung tat, richtete der Doctor sich auf die Knie auf und sah gedankenvoll zu der nun wieder einsam daliegenden Halle herüber. Was, zur Hölle, ging hier vor …?
      Mit einem schnellen Blick sah er sich auf dem Gelände um. Der Brigadier hatte nicht genau definiert, welchen Abstand genau er meinte, als er sagte, der Doctor sollte sich von dem Gebäude fernhalten. Und so huschte er im Halbdunkel des heranbrechenden Abends zu den Mauern herüber, lief einmal um das Gebäude herum und sah sich genau um. Als er an seinem Ausgangspunkt ankam, stemmte er die Hände in die Hüften. Durch die dunklen Fenster hatte er nichts sehen können, und auch das Gelände gab ihm keinen Aufschluß über die aktuellen Geschehnisse hier. Hätte er nicht gewußt, daß hier etwas sonderbares vor sich ging, er hätte keinen Anhaltspunkt für außergewöhnliche Aktivitäten gefunden.
      So kam er nicht weiter. Er mußte seine Strategie ändern! Vor allem die Anweisung des Brigadiers machte ihm zu schaffen. Was hatte er darauf geantwortet? ‚Das krieg ich hin!‘ Als er näher darüber nachdachte, stellte er für sich fest, wie schön unverbindlich diese Aussage gewesen war. Er hatte nicht gesagt, daß er sich von dem Gebäude fernhielt. Er hatte impliziert, daß er es hinbekam. Was aber, wenn er nun doch schwach wurde, und es einfach, schlicht und ergreifend, nicht hinbekam …?

Der Doctor hatte einen Entschluß gefaßt! Der Brigadier und seine Anweisung konnten ihn herzlich gern haben! Irgend etwas eigenartiges ging auf dem U.N.I.T.-Gelände vor sich, und er als Timelord und wissenschaftlicher Berater hatte ein Recht darauf, zu erfahren, was es war, um im Notfall eingreifen zu können! Er fragte sich ohnehin, seit wann das Vertrauen von U.N.I.T. in ihn aufgehört hatte. Bislang hatte er noch jede Mission zu einem guten Abschluß gebracht!
      Die letzte Nacht jedenfalls hatte jegliche Zweifel und Skrupel ausgelöscht. ‚Nein, ich kriege es eben nicht hin!‘ hätte er dem Brigadier am liebsten um die Ohren geklatscht. Statt dessen setzte er diesen Gedanken in Taten um und war am frühen Abend wieder bei der Halle, um seine Nachforschungen zu intensivieren.
      Er paßte eine Gelegenheit ab, nachdem einige Leute in dem Gebäude verschwunden waren und sich die Türen hinter ihnen geschlossen hatten. Noch einmal ging er aufmerksam um das Gebäude herum. Jetzt konnte man durch die Fenster vagen, flackernden Lichtschein ausmachen. Er versuchte, einen Blick ins Innere zu erhaschen, doch er konnte nicht richtig sehen, was dort betrieben wurde. Nur schemenhaft machte er Personen in dem diffusen Licht aus, die an wer weiß was arbeiten mochten.
      Plötzlich spürte er eine Hand auf der Schulter. „Doctor, Sie werden doch wohl nicht spionieren…?“
      Als er sich umdrehte, sah er in die ernste und mit einem Hauch von Überraschung belegte Miene von Captain Mike Yates, der ihn gerade auf seiner Erkundungstour ertappt hatte. Der Captain und der Corporal an seiner Seite musterten ihn mit Blicken, die latent unangenehm auf ihm ruhten. Er gab sich betont lässig. „Was, ich? Nein … Ich … war nur rein zufällig in der Gegend. Man wird ja wohl noch mal einen Spaziergang machen dürfen!“
      „Wie wäre es, wenn Sie dann mal einen Spaziergang in Ihre TARDIS machen, und den Bereich hier weiträumig meiden?“ schlug Mike vor. „Sie genießen hier einige Privilegien, aber direkte Anweisungen des Brigadiers gelten auch für Sie!“
      Die Ansage war deutlich gewesen. Sichtlich frustriert machte sich der Doctor auf den Weg zurück zum Hof, wo die blaue Polizeibox stand.
      Corporal Palmer atmete durch. „Das hat gewirkt.“
      „Der kommt wieder.“ prophezeite Mike verheißungsvoll. Dafür kannte er den Doctor inzwischen zu gut. Er gab seinem Begleiter einen Wink.
      Als der Doctor sich noch einmal zur Halle umdrehte, sah er den Captain und den Corporal im Inneren verschwinden, und beobachtete das Geschehen argwöhnisch. Die Schlacht war geschlagen, aber nicht der Krieg!


Mittwoch, 25. März 2020

Am heutigen Tage waren die Leute von U.N.I.T. unvorsichtig geworden, wie der Doctor feststellte. Als er, so unauffällig wie möglich, in der Nähe der Halle flanierte, stellte er fest, daß die Tür angelehnt war, und es waren keine weiteren Personen in Sicht. Nicht einmal ein Jeep stand in der Nähe.
      Er überlegte nur eine Sekunde lang. Diese Situation schrie förmlich danach, ausgenutzt zu werden! Er sah sich noch einmal um, um sicherzustellen, daß ihn niemand beobachtete, und lief zu dem geheimnisumwobenen Gebäude herüber. Kurz hielt er an der Tür inne und lauschte, für den Fall, daß doch jemand hier war. Darauf mußte er es jedoch jetzt ankommen lassen! Sachte drückte er die Tür auf und sah in’s Innere.
      In dem ganzen Raum verteilt standen die Kisten mit der Aufschrift »TOP SECRET«. Ein schneller Blick verriet ihm, daß die Halle darüber hinaus unbenutzt wirkte. Unbenutzt, oder verwaist. Hatte das Projekt hier etwa sein Ende gefunden, bevor er sein Geheimnis lüften konnte? Er ging zu einer der Kisten herüber und stemmte den Deckel auf. Er wußte nicht, ob er überrascht sein sollte, als er die Kiste leer vorfand. Er schaute sich auch noch zwei weitere Kisten an, mit dem gleichen Ergebnis. Er fand nicht einmal mehr den kleinsten Hinweis darauf, was sich in den Kisten befunden haben mochte.
      „Na, zufriedengestellt, Doctor?“ Die Stimme von Brigadier Lethbridge-Stewart durchschnitt den Raum.
      Der Doctor wirbelte herum und maß die imposante Gestalt, die in der Tür lehnte, mit einem erschrockenen Blick, den er schnell in Verlegenheit umwandelte. „Ich fürchte, Sie haben gewonnen!“ räumte er ein. „Ich kann mir nicht vorstellen, warum ich von einem U.N.I.T.-Projekt ausgeschlossen werde, aber was immer Sie hier betrieben haben … Die Vögel sind ausgeflogen. Ich hoffe nur, Sie sind sich Ihrer Verantwortung bewußt, und können, was auch immer hier gerade vor sich geht, ohne meine Unterstützung händeln!“
      Der Brigadier konnte sich kaum ein Schmunzeln verkneifen. „Keine Sorge, Doctor, Ihre Fachkenntnisse sind nicht in allen Bereichen erforderlich. Ich fände es bedenklicher, wenn wir als Spezialeinheit nicht in der Lage wären, unsere Probleme allein zu lösen!“
      „Wenn ich mir ansehe, mit welchem Aufsehen Ihre Leute diese »geheime Operation« durchgezogen haben, sollten Sie daran noch mal ein bißchen arbeiten, Brigadier!“ legte der Doctor ihm nahe. „Ich habe zwar nichts mitbekommen, ich halte mich ja schließlich an Ihre Order, wäre ich aber ein Feind gewesen, dann wäre das hier ein gefundenes Fressen für mich gewesen!“
      „Sie sollten nie Taktik und Strategie unterschätzen, Doctor.“ Der Brigadier schickte ihm einen tiefgründigen Blick. „Es gibt allerdings auch Dinge, da ist Ihre Anwesenheit durchaus erforderlich. Und so eine Situation haben wir jetzt! Wenn Sie mich bitte begleiten würden?“ Er machte eine einladende Geste aus der Tür heraus.
      Erstaunt folgte der Doctor der Aufforderung, konnte sich einen argwöhnischen Blick zurück zu der verwaisten Halle aber nicht nehmen lassen, als der Brigadier den Jeep startete, und mit seinem Gast zusammen das Gelände verließ.

Der Weg führte den Jeep ganz auf die andere Seite des U.N.I.T.-Geländes, bis hinter die Fahrzeughallen, wo eine weitere Arbeitshalle stand. Der Doctor fragte sich noch immer, was ihn jetzt erwarten mochte. Alles blieb sehr mysteriös.
      Der Brigadier parkte auf dem Hof hinter der Halle und ging mit dem Doctor auf die Vorderseite herum. „So, Doctor, hier haben wir ein Problem, das nur Sie lösen können!“ Er machte eine einladende Geste, mit welcher er dem Timelord den Vortritt um die Häuserecke herum ließ.
      Als der Doctor auf den Eingang zukam, stockte er atemlos im Schritt. Ein großes Banner zierte die Tür, auf dem stand: »HAPPY REINCARNATION DAY, DOCTOR!« Die Tür stand offen, und aus dem Inneren der Halle drang Musik auf den Hof hinaus. Der Doctor schnappte nach Luft. „Für mich …?“
      Der Brigadier blieb mit verschränkten Armen hinter ihm stehen und schmunzelte. „Sie waren die letzten Tage so beschäftigt, daß Sie ein wenig das Zeitgefühl verloren haben, kann das sein, Doctor?“
      Der Doctor war so überwältigt, daß er kaum wußte, was er sagen sollte. „Ich gebe zu, ich habe gar nicht mehr daran gedacht, aber … Daß Sie daran gedacht haben…“
      Jetzt lächelte der Brigadier ehrlich, als er an den nun ein Jahr älter gewordenen Timelord herantrat. „Wir würden doch nicht Ihren Reinkarnationstag vergessen! Diese kleine Party hier haben Sie übrigens Sergeant Benton zu verdanken. Es war seine Idee, und er hat sich alle Mühe gegeben, das alles so zu planen, daß Sie nichts davon mitbekommen! Kommen Sie!“
      Als die beiden Männer die Halle betraten, wurde der Doctor von der gesamten U.N.I.T.-Belegschaft und einem von John angestimmten HAPPY BIRTHDAY TO YOU begrüßt. Es hatte viele Situationen gegeben, die den Doctor auf die eine oder andere Weise berührt hatten. In diesem Augenblick konnte er jedoch erst recht nicht verbergen, wie überwältigt er war, als er verzückt die Hände ineinanderschlug, und mit einem glücklichen Lächeln versuchte, Tränen der Rührung zurückzuhalten.
      „Aww… Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll!“ bekannte er. „Außer natürlich: Vielen Dank, Ihnen allen!“ Ergriffen sah er sich in der Halle um. Es war erstaunlich, was die U.N.I.T.-Belegschaft aus diesem Raum gemacht hatte. Auf der einen Seite war eine Bar aufgebaut, wie man sie aus einem rustikalen Pub gewohnt war, an einer anderen Wand gab es ein großes Buffet. Die ganze Halle war aufwendig dekoriert und festlich hergerichtet worden. Was auch immer vorher in dieser Halle gewesen sein mochte, es hatte den Platz räumen müssen. Statt dessen standen hier überall kleine gemütliche Sitzgruppen aus Tischen und Stühlen, an denen man sich niederlassen konnte, und in der Mitte, nicht weit entfernt von dem Tisch, wo die Musikanlage aufgebaut worden war, diente der blitzblanke Hallenboden als Tanzfläche.
      Mehr Gelegenheit dazu, sich alles genau anzusehen, bekam er vorerst nicht, da er nun mit Glückwünschen von allen Seiten überhäuft wurde, bis er von John, Leela und Claire zur Theke mitgenommen wurde, um auf das große Ereignis anzustoßen.
      „Ich bin wirklich sprachlos!“ bekannte der Doctor. Sein Blick glitt durch den Raum und blieb auf John haften. „Der Brigadier sagte mir, es war Ihre Idee!“
      „Es war ein Gemeinschaftsprojekt, Doctor!“ erklärte John sofort. „Sonst hätte das ganze auch nicht funktioniert. Ich habe nur die Anregung dazu gegeben.“
      „Und die ganze Planung in die Hand genommen!“ erinnerte Leela verheißungsvoll. Sie erinnerte sich noch gut, wie John zu ihr und Claire ins Büro gekommen war, um ihnen seine Idee zu unterbreiten, und sie gleich vor Ort mit dem Brainstorming begonnen hatten. „Wir haben alle etwas dazu beigetragen, aber die Verantwortung hast du dir zugezogen!“
      „Ja. Glücklicherweise haben alle so gut mitgezogen!“ John wirkte noch sichtlich erleichtert, daß alles so wie geplant geklappt hatte.
      Der Doctor war noch ein wenig in Gedanken versunken, und konnte jetzt nicht mehr anders, als das, was ihm im Kopf herumging, auszusprechen. „Aber eines verstehe ich nicht! Wenn das hier die ganze Zeit das Geheimnis war, was hatte es dann mit der anderen Halle und den Top Secret-Boxen auf sich?“
      Die Verschwörer grinsten, und Leela erklärte: „Das war nichts weiter als eine falsche Fährte, auf die wir Sie gelotst haben, damit die Jungs hier in Ruhe arbeiten können!“
      John nickte dankbar. „Das war Leelas Idee. Als Sie doch angefangen haben, etwas herauszufinden, mußten wir uns etwas einfallen lassen, um Sie von hier fernzuhalten, also haben wir dafür gesorgt, daß sie auf die Halle ganz am anderen Ende des Geländes aufmerksam werden.“
      „Was ja glücklicherweise auch gut funktioniert hat!“ Claire prostete dem Doctor zu.
      Etwas verlegen kratzte sich der Doctor am Hinterkopf. „Das Ablenkungsmanöver ist Ihnen wirklich gut gelungen.“ Dann jedoch konnte er nicht anders, als John einen tiefgründigen Blick zuzuwerfen. „Daß ich überhaupt darauf aufmerksam geworden bin, daß hier etwas im Gange ist, das haben Sie übrigens selbst zu verantworten, Sergeant!“
      John sah den Doctor erschrocken an. „Was …?“
      „Nunja, als Sie und Captain Turner vor ein paar Tagen über den Hof gelaufen sind, haben Sie sich laut genug darüber unterhalten, daß ich bloß nichts von alldem mitkriegen soll, was hier vor sich geht.“ Der Doctor sah den Initiator der Party tiefgründig an. „Glauben Sie wohl, daß mich das neugierig gemacht hat?“
      John wirkte einer Ohnmacht nah. „Oh, nein …“
      Leela lachte herzlich. „Wir haben doch alles gut hinbekommen! Inklusive Verschwörungstheorie für den Doctor, besser geht es doch nicht!“
      „Das hätte aber so daneben gehen können!“ Noch immer hatte John sich nicht ganz von der kleinen Offenbarung erholt. „Es hätte ja nur einer von uns noch das Wort »Überraschungsparty« zu erwähnen brauchen, und es wäre alles gelaufen gewesen!“
      Claire legte ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter. „So schlau wart ihr ja aber nun, das nicht zu tun!“ brachte sie es auf den Punkt, und wandte sich dem Doctor zu. „Und jetzt ist Partytime! Das alles hier ist nur für Sie, Doctor, also, amüsieren Sie sich!“
      Der Doctor schlug sich begeistert in die Hände. Und um einiges euphorischer und selbstsicherer, als noch vor ein paar Tagen zum Brigadier, sagte er: „Das krieg ich hin!“

HAPPY REINCARNATION DAY,
♥ Doctor No. 2 ♥,
&
HAPPY 100. BIRTHDAY,
Patrick Troughton!






~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Eine lustige Geschichte. Leela hat das Zitat wirklich gut eingebaut und auch sonst war das Kapitel echt gut. Obwohl ich die Serie nicht wirklich kenne, habe ich in dieser Geschichte doch recht gut zurechtgefunden. Es war sehr unterhaltsam und was schönes für zwischendurch.

Eure lula-chan
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