Vertrauensbeweis

OneshotRomanze / P12
Leon Vanessa
24.03.2020
24.03.2020
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Long time no see. x
Nur was Kurzes, das ich drüben bei Tumblr gepostet habe! Ein bisschen Leonessa fluff für die Seele!

*drops back into the abyss*

-

Die Tage hinterm Horizont waren gezählt.

Darkside war besiegt, und die Wilden Kerle hatten sich entschlossen, Blossom und die anderen mit nach Hause zu nehmen. So gerne sie auch unterwegs waren, so sehr sehnten sie sich doch auch nach dem vertrauten Grünwald.

Vanessa, die Leon nicht aus den Augen lassen wollte, hatte ihn prompt mit zu sich nach Hause genommen, wo er erst mal von Oma Schrecklich mit einem Kochlöffel beworfen wurde.

„Es ist alles gut Oma,“ lachte Vanessa, bevor sie sich zu Leon hinüberbeugte. „Sei froh, dass sie nicht grade was Schwereres in der Hand hatte.“

Obwohl Oma Schrecklich die Wahrheit wohl besser vertragen hätte, als alle anderen Elternteile der Wilden Kerle, hielten Leon und Vanessa sich über die Ereignisse hinterm Horizont bedeckt. Wichtig war nur, dass sie alle wieder gesund nach Hause zurückgekehrt waren, und dass Leon sich für Vanessa entschieden hatte.

An dem Abend lagen die Beiden noch lange eng umschlungen beieinander, und Vanessa konnte nicht mal genau sagen, wann sie eingeschlafen war. Das Nächste, was sie war nahm war Leon, der neben dem Bett umherwuselte.

„Wo willst du denn hin?“ fragte sie schlaftrunken. Der familiäre Stich in ihrem Herzen war sofort wieder da, und ließ Vanessa hochschrecken.

„Hey, ganz ruhig.“ Ein Lächeln schwang in Leons Stimme mit, als er sich einen Rucksack über die Schulter schmiss und dann eine Hand ausstreckte. „Komm, ich muss dir was zeigen.“

Vanessa hatte keine Ahnung, wie spät es war, aber am Horizont zeichnete sich ein schwacher Lichtstreifen ab.  „Wohin…?“ begann sie, doch Leon schüttelte den Kopf.

„Wirst du schon sehen, zieh dir was an.“

Vanessa gestand sich ein, dass sie ihrem Freund wohl ein wenig mehr Vertrauen schenken sollte, also zog sie sich schnell an und band sich einen Hoodie um die Hüfte, falls es draußen kalt sein sollte, bevor sie sich von Leon zu seinem Motorrad ziehen ließ. Sie hatten es damals mit zurück nach Grünwald genommen, bevor sie hinter den Horizont aufgebrochen waren, in der Hoffnung, dass Leon vielleicht einfach nach Hause gegangen war.

Seitdem war die Maschine nicht mehr benutzt worden, doch sie lief immer noch einwandfrei. Vanessa setzte den Helm auf, schlang dann die Arme um ihren Freund und hielt sich fest. Die Fahrt dauerte nicht all zulange, und die Landschaft, die an Vanessa vorbeizog, kam ihr bekannt vor. Langsam, aber sicher färbte sich der Himmel gold-gelb, und das dunkle blaue wich dem Morgengrauen. Ein Teil von Vanessa wäre gerne noch länger im Bett geblieben, aber nun war ihre Neugier geweckt.

Als das Motorrad schließlich zum Stehen kam, nahm sie den Helm ab und sah sich um. Sie brauchte einen Moment, um sich zu orientieren, erkannte dann aber, wo die Beiden sich befanden.

„ist das dein Ernst?“ lachte sie, und schüttelte den Kopf.

Leon hatte das Motorrad und den Rucksack abgestellt, und das Grinsen in seinem Gesicht war unübersehbar.

Sie befanden sich im alten Steinbruch, um genau zu sein, direkt auf dem Plateau, von dem sie damals geschlossen gesprungen waren.  An einer Seite flatterte noch Absperrband, aber es war klar, dass sich niemand wirklich darum scherte, wer oder was hier ein und ausging.

„Vertraust du mir?“ fragte Leon nun mit einem Lächeln, und Vanessa hob eine Augenbraue. „Wir sind hier schon mal runtergesprungen, und ich muss dich ja wohl nicht daran erinnern, dass das deine Idee war, oder?“

Vanessa schüttelte den Kopf, doch das Lächeln auf ihrem Gesicht blieb. „Ich wusste, dass das irgendwann mal auf mich zurückfällt,“ gab sie dann zurück und löste den Hoodie, um ihm über den Sitz des Motorrads zu hängen.

„Ich gebe zu, dass es eine ziemlich bescheuerte Idee gewesen ist,“ räumte sie dann mit einem weiteren Lachen ein.

„Aber es hat funktioniert.“ Gab Leon zurück, und streckte dann seine Hand wieder nach Vanessa aus. Er hatte Recht, das Ganze hatte damals funktioniert, und trotzdem war es ziemlich unvorsichtig gewesen, zu Mal keiner von ihnen gewusst hatte, wie tief das Wasser überhaupt war.

„Also? Vertraust du mir?“ wiederholte Leon, das Lächeln noch immer auf seinem Gesicht. „Wenn du mit mir zusammen darunter springst, dann ist das der ultimative Vertrauensbeweis, von uns Beiden.“

Für einen Moment sah Vanessa ihn an, und spürte ein allzu bekanntes Ziehen in der Magengegend. Es war nicht so, dass sie Leon nicht vertraute, er hatte sich gegen das ewige Leben entschieden und hätte lieber den Rest der Ewigkeit zu Stein erstarrt verbracht, als die Liebe zu ihr zu verraten, und doch war es hart, alte Gewohnheiten abzuschütteln.

„Okay, aber ich warne dich: Der Kuss der wahren Liebe hat uns einmal von den Toten wiederauferstehen lassen, ich glaub nicht, dass es zweimal klappt,“ scherzte sie dann, bevor ihre Finger sich um seine schlossen.

Das Gefühl war ihr vertraut und Vanessa fühlte, wie sich eine Wärme in ihr ausbreitete. „Ich werde das Risiko eingehen,“ lächelte Leon. „Also, auf drei? Eins, zwei, drei!“

Bevor Vanessa noch irgendetwas hinzufügen konnte, fühlte sie wie Leon sie mit sich zog und auf den Abgrund zusteuerte. Ihr Herz begann wie wild zu schlagen und beinahe erwartete sie, dass er sie im letzten Moment loslassen würde.

Doch das tat er nicht.

Die Beiden stolperten über die Kante, und für einen Moment fühlte es sich an, als könnte Vanessa fliegen. Der Wind strich ihr durch die Haare, und über dem Steinbruch ging nun langsam, aber sicher die Sonne auf.

Vanessa verlor Leons Hand erst, als die Beiden ins Wasser eintauchten. Der Aufprall war härter, als sie es in Erinnerung hatte. Nicht unbedingt unangenehm, jedenfalls nicht mehr als das Wasser, dass versuchte sich einen Weg in ihre Lunge zu bahnen. Vanessa hielt die Luft an und strampelte mit Armen und Beinen, bis sie schließlich durch die Wasseroberfläche brach.

Keuchend sah sie sich um, und versuchte sich gleichzeitig die Haare aus dem Gesicht zu streichen.

„Leon?“ rief sie, und wenige Sekunden später tauchte er zu ihrer Linken auf. Er spuckte Wasser aus, und verschluckte sich dann beinahe wieder, als er Vanessas Blick sah.

„Okay, ich gebe zu,“ grinste er dann, „Das war gleichzeitig die Beste, und schlechteste Idee, die ich jemals hatte.“

„Ach ich weiß nicht, den dicken Michi als Talentscout zu verkaufen, und Raban eine geklaute Limousine fahren zu lassen, ist schon ganz oben auf der Liste,“ lachte sie dann und sah zu, wie Leon die wenigen Meter zwischen ihnen überwand.

„Du bist gesprungen,“ entgegnete er dann, und seine Stimme war leiser, vielleicht sogar ein bisschen ernster als vorher.

„Du auch,“ nickte Vanessa, und sie konnte fühlen wie einer von Leons Armen sich um ihre Hüfte schlang, während Beide versuchten, sich mit ihren Beinen über Wasser zu halten.

„Alles ist gut,“ flüsterte er dann mit einem Lächeln, von dem Vanessa wusste, dass es nur für sie bestimmt war.

Sie schaffte es gerade noch ein „Solange du wild bist,“ herauszubringen, bevor Leon sie küsste.
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