I'm not the villain

von Su Yeon
OneshotAllgemein / P12 Slash
Ye Xiu
24.03.2020
24.03.2020
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24.03.2020 601
 
Mit einem traurigen Lächeln sah Tao Xuan auf die andere Straßenseite. Er konnte sich noch gut daran erinnern, wo er herkam. Vor vielen, vielen Jahren hatte er ein kleines Internet Café mit dem Namen Excellent Era. Es war gut gelaufen. Als Su Muqiu anfing sein Internet Café zu nutzen, um Geld durch Zocken zu verdienen, kamen mehr und mehr Leute. Sie alle wollten den „Profi“ herausfordern – sie alle hatten verloren. Selbst nach so vielen Jahren konnte er sich noch daran erinnern, wie er Su Muqiu und Su Mucheng das erste Mal getroffen hatte. Er erinnerte sich ebenfalls an sein erstes Treffen mit Ye Qiu. Damals hatte er noch geraucht. Inzwischen hatte er mit dem Rauchen aufgehört.

Das Leben war schwer und Fehler passierten. Menschen trafen sich und Menschen verabschiedeten sich. Auch wenn er noch jung war, hatte er schon viele Abschiede erlebt. Es wäre gelogen, wenn er behaupten würde, dass sein letzter Abschied ihn nicht verletzt hätte, aber ihm war bewusst, dass dieser passieren musste, damit er voranschreiten konnte. Weder er noch Ye Qiu waren emotionale oder sentimentale Personen. Es war alles gesagt und getan – zumindest dachte er das.
Unbewusst griff er in seiner Jackentasche. Dort hatte er immer seine Zigaretten. Auch nachdem er mit dem Rauchen aufgehört hatte, trug er noch immer eine Packung mit sich herum. Es war eine alte – die erste Marke, die er geraucht hatte.

Mit einem schweren Seufzer drehte sich Tao Xuan um, weg von dem Internet Café auf der anderen Straßenseite, in dem sich Ye Qiu derzeitig aufhielt. Seine Finger ruhten auf der alten Zigarettenschachtel.
Manch einer würde denken, dass er ausschließlich in einem Haus weit weg vom Klubgebäude wohnte, was teils auch wahr war, aber er hatte auch ein Zimmer innerhalb Excellent Eras Klubgebäudes. Natürlich war der Raum größer als der der Spieler. Er hatte eine Küche, ein Wohnzimmer, ein Badezimmer und ein Schlafzimmer. Als ob er in der Cafeteria essen würde!

Aus dem Augenwinkel sah er einen Schatten in seinem Bett. Tao Xuan war sehr vertraut mit diesem Schatten. Immer mal wieder erschien dieser und flüsterte ihm vergangene Versprechen und geteilte Erinnerungen ins Ohr – brachte sein Herz ins Wanken. Wie oft hatte er seine Entscheidungen angezweifelt? Viel zu oft. Aber er würde sie nicht ändern; würde nicht vor anderen zaudern – nur wenn er allein war, ließ er sein Herz zweifeln.
Er saß sich auf sein Bett. Der Schatten beschwerte sich. Manchmal war es schwer den Schatten zu ignorieren oder Tao Xuan war nur schlecht darin. Allerdings war niemand in der Lage des Schattens wahres Selbst für längere Zeit zu ignorieren.

Um dem Schatten zu entgehen – um seinem schlechtem Gewissen zu entkommen – floh er ins Badezimmer, um zu duschen.
Das alles war nicht seine Schuld. Er war nicht der Bösewicht. Alles was er getan hatte, war zum Wohl des Teams. Jeder in seiner Position hätte das gleiche getan wie er! Es war nicht seine Schule, dass die Dinge so waren, wie sie jetzt waren.
Worte hatten nichts geändert. Ye Qiu war stur geblieben. Es war Ye Qius Schuld, dass alles den Bach runter ging. Warum war Ye Qiu nur so sehr Ye Qiu?

In der Geschäftswelt waren Gefühle nur ein Hindernis! Es gab keinen Platz für sie. Und daher hatte Tao Xuan seine Gefühle aufgegeben. Warum konnte Ye Qiu das nicht verstehen?
Der Schatten wartete sicherlich vor der Badezimmertür. Wartete darauf ihn Schuldgefühle in sein Herz zu flüstern.

Er war nicht der Bösewicht. Er war nur ein Geschäftsmann, der für sein Unternehmen tat, was er konnte. Er war nur ein Geschäftsmann mit einem schlechten Gewissen. Er war nur ein schuldbewusster Mann – kein Bösewicht.
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