One Last Dance

GeschichteDrama, Romanze / P12
Legolas Thranduil
23.03.2020
23.03.2020
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-One Last Dance-

Die untergehende Sonne tauchte den Strand und das Meer in ein warmes gelb-orangenes Licht. Ein sanfter warmer Wind wehte durch die Palmenblätter und ließ Legolas’ blondes langes Haar leicht hin und her wehen. Hawaii war am schönsten wenn es Abend wurde und die Sonne am Horizont verschwand. Seine blauen geröteten Augen blickten geradeaus auf die sachten Wellen die der Wind verursachte. Getrocknete Tränen klebten auf seinen Wangen, während seine Augen sich von neuem mit Tränen füllten. Legolas hatte die Beine angezogen und die Arme um diese geschlungen. Er trug ein hellblaues dünnes T-Shirt mit Palmen drauf und eine kurze beige Hose. Er dachte an die Zeit zurück, als er Thranduil das erste mal getroffen hatte. Es war ihm vorgekommen, als stünde ein Engel vor ihm. Bis er herausgefunden hatte, dass er tatsächlicher einer war. Seine Mundwinkel zuckten leicht, als er sich daran erinnerte, wie perplex er gewesen war. Legolas erinnerte sich an das erste Date mit ihm, den ersten Kuss und die erste Nacht, die er mit Thranduil unter den Sternen verbracht hatte. Er war so tief in Gedanken versunken, dass er gar nicht merkte, wie sich der Engel ihm von hinten näherte. Thranduil trug eine ebenso beige kurze Hose, aber dafür ein rotes dünnes T-Shirt. Um seinen Hals trug er eine Kette mit einem Kreuz als Anhänger.
„Legolas.“
Als der Teenager seinen Namen hinter sich hörte, drehte er seinen Kopf und schaute hoch zum Engel. Legolas schniefte und erhob sich, um den Sand von der Hose abzuklopfen. Thranduil sah, dass sein Freund geweint hatte. Er wollte seine Hand heben und die Tränen von der Wange verschwinden zu lassen, doch er ließ es sein.
„Was willst du noch von mir? Solltest du nicht schon längst tot sein?“, fragte Legolas verärgert und schaute auf die schwarzen Adern, die die Arme und Hals des Engels zierten.
Es versetzte Thranduil einen Stich in sein noch schlagendes Herz, als er die verletzenden Worte des Menschen hörte. Aber jetzt wollte er nicht mit Legolas streiten, nicht wenn sein Ende so kurz bevor stand… Ein Lächeln erschien auf seinen Lippen und er hob die Hand.
„Du schuldest mir noch einen Tanz.“
Der Teenager schlug die Hand des Engels weg und drehte sich um, sodass er nun das Meer vor Gesicht hatte.
„Ich will jetzt nicht mit dir tanzen!“, sagte Legolas und spürte, wie erneute Tränen seine Wangen benetzten und an ihnen herunter liefen.
„Bitte“, flehte Thranduil mit müder Stimme, „Einen letzten Tanz… Bitte gib mir diesen letzten Tanz, Legolas.“
Doch der Teenager reagierte nicht, sondern schaute stur geradeaus. Erst, als er den Engel schwer husten hörte, drehte sich Legolas um. Thranduils rechte Hand hatte sich an dessen linke Brustseite gekrallte, während er sich mit der linken Hand den Mund zu hielt und schwarzes Blut hustete. Als sich der Engel langsam wieder beruhigt hatte, holte Legolas ein Taschentuch aus der Hosentasche und wischte Thranduil sanft das Blut vom Mund. Als sich ihre Blicke trafen, hielt Legolas inne und spürte, wie sich die linke Hand des Engels auf seine rechte legte. Überrascht blinzelte der Teenager, als er merkte, dass die Hand vollkommen sauber war. Das schwarze Blut war verschwunden. Thranduil schmunzelte.
„Du schaust immer noch überrascht, wenn ich einen kleinen Zauber wirken lasse“, sprach er mit samtener dunklen Stimme. Sanft steckte er eine blonde Haarsträhne von Legolas wieder zurück hinter das Ohr.
Und da erschien auch auf Legolas’ Lippen endlich ein Lächeln, doch voller Traurigkeit.
„Wir bräuchten noch Musik für unseren Tanz.“
Mit einem Lächeln schnippte der Engel mit seiner rechten Hand und wie durch ein Zauber hörte der Teenager die Musik*, obwohl hier niemand weit und breit Musik spielte. Legolas ergriff die ausgestreckte Hand von Thranduil und legte die andere auf dessen Schulter, während der Engel die andere Hand um seine Hüfte legte. Und somit fingen beide langsam an zu der Musik zu tanzen.
Legolas legte seinen Kopf gegen Thranduils Brust und schloss die Augen, um seinem Herzschlag zu lauschen. Es schlug nicht mehr so kräftig und so laut, wie es zu Anfang geschlagen hatte. Er lauschte dem Atem des Engels, fühlte, wie sich die Brust gleichmäßig hob und senkte. Der Teenager drückte sich enger an ihn.
„Ich will nicht, dass du verschwindest. Ich will nicht, dass du-…“, Legolas brach ab. Schluchzer entflohen seiner Kehle, Tränen flossen an seinen Wangen herunter und benetzten das Hemd des Engels. „Ich will, dass du bei mir bleibst, für immer. Ohne dich ist meine Welt nicht komplett.“
Beide hörten auf zu tanzen, während die Musik leise weiter lief. Thranduil hob das Kinn von Legolas sachte an, um ihm einen Kuss auf die Stirn zu geben. Seine blauen Augen blickten in die des Teenagers. Sanft strich der Engel ihm über die Wange. Auch in seinen Augen hatten sich Tränen gebildet.
„Ich werde niemals die Zeit mit dir vergessen, die wir zusammen verbracht haben“, sprach Thranduil mit dunkler Stimme, „Du hast mir gezeigt, wie schön es ist zu leben. Du hast mich aus der Dunkelheit zurück ins Licht geführt. Ich werde dich niemals vergessen.“
Da spürte Legolas die weichen Lippen des Engels auf den seinen. Er schloss die Augen und erwiderte den Kiss. Er ließ sich in den Kuss fallen, schmiegte sich enger an ihn, krallte sich an dem T-Shirt fest, wollte ihn niemals los lassen.
Doch dann löste sich Thranduil von ihm und legte seine Stirn gegen die des Teenagers. Legolas hielt seine Augen geschlossen, wollte den Moment mit ihm genießen.
„Ich liebe dich, Legolas.“
Und dann spürte der Teenager einen sanften Lufthauch. Als er die Augen wieder öffnete war Thranduil verschwunden, nur noch seine Kette mit dem Kreuz als Anhänger lag auf dem Strand. Tränen flossen an Legolas' Wangen herunter, als er die Kette aufhob und schluchzend gegen seine Brust drückte.
„Ich werde dich immer lieben, Thranduil.“





*Es ist der Anfang der mir so gut gefällt: https://www.youtube.com/watch?v=NQKC24th90U
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