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Blüten und Blätter

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Gen
OC (Own Character) Robin "Puck" Goodfellow
23.03.2020
05.11.2020
3
15.953
1
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1 Review
Dieses Kapitel
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23.03.2020 5.129
 
Bevor es losgeht, möchte ich noch erwähnen:
In diesem Kapitel wird, recht am Anfang, kurz und mit wenig Details eine Fee in Form eines Hasens ermordet. Außerdem wird Gewalt insgesamt angesprochen, aber, so hoffe ich, wenig detailliert und nicht verstörend dargestellt.
Meiner Meinung nach ist das Feenreich in meiner Story allgemein ziemlich ungeschönt dargestellt, deshalb habe ich sie auch vorsichtshalber auf P16 eingestuft.
Ganz wichtig: Zentrales Thema ist eine Zwangsheirat, welche weder ich noch die Hauptfiguren der Geschichte gutheißen oder befürworten. Ich denke, das wird aber auch herausgestellt während dem Verlauf der Story.

So, nachdem das erledigt ist, wünsche ich trotzdem viel Spaß bei der Geschichte, die hoffentlich insgesamt weniger düster und mehr amüsant und unterhaltsam für euch wird!

* * *



Teil 1

Wildrosen auf einem Bett aus Blättern


Kapitel 1

Unkraut vergeht nicht


Der Tag an dem Maraja Schlängelblume eine Einladung nach Arkadia, dem Sitz des Sommerfeen-Königspaares bekam, hätte der beste Tag in ihrem Leben sein sollen.
   Bis dahin hatte sie sich nie träumen lassen, hatte nie zu hoffen gewagt, dass sie jemals als etwas anderes als ein Außenseiterin behandelt werden würde, die Tochter des Stallmeisters des Herzogs von Lückenfels und einer Exilantin, ausgerechnet.
   Bis dahin hatte ihr niemand außer ihr Vater jemals den Anlass gegeben, stolz auf ihre Herkunft, ihre Eltern und damit sich selbst zu sein.
   Maraja hatte ihre Mutter nie kennengelernt und ihr Vater vermied es, sie zu erwähnen. Er erklärte seiner Tochter erst im späteren Alter, warum die Feen an Herzog von Lückenfels’ Hof sie seltsam ansahen, anzügliche Bemerkungen machten oder hinter ihrem Rücken tuschelten. Maraja hasste das Gefühl nicht dazuzugehören, egal, wie sehr sie es versuchte. Als ihr Vater die Geschichte von ihm und ihrer Mutter erzählte, war sie enttäuscht gewesen. Als sie jünger gewesen war, hatte sich Maraja oft ausgemalt, wie es wäre, wenn ihre Mutter plötzlich auftauchte, als Kriegerin oder als Prinzessin.
   Prinzessin traf es da schon eher. Bevor ihre Mutter aus dem Nimmernie verbannt worden war, hatte sie am Hof von Königin Titania und König Oberon als geborene Adelige gelebt. Reichtum, Schönheit und Tücke waren Marajas Mutter als Sidhe sozusagen in die Wiege gelegt worden. Warum sie letztlich den Missfallen ihrer Königin erregt hatte, ließ sich schwer sagen, da sie es selbst Marajas Vater gegenüber nie erwähnt hatte. Allerdings hatte ihr Vater gemeint, dass es nicht schwer war, den Zorn der Elfenkönigin auf sich zu ziehen. Manchmal reichte nur eine unbedachte Äußerung, ein etwas aufgeputschtes Gerücht, oder die simple Tatsache, dass einige Sidhe tatsächlich an die Schönheit Titanias heranreichten.
   Jedenfalls war Marajas Mutter, Sivelle mit Namen, verbannt worden und lebte damit als Exilantin im Menschenreich. Ihr Vater hatte sie zufällig bei einem Besuch in den westlichen USA getroffen, damals noch ein simpler Stallbursche auf Pferdesuche für Herzog von Lückenfels’ Ställe.
   Maraja hatte nur selten gefragt, wie die beiden sich ineinander verliebt hatten, ob sie sich überhaupt richtig geliebt hatten, denn ihr Vater wirkte jedes Mal aufs Neue niedergeschlagen, selbst nach so vielen Jahren. Nach einem menschlichen Jahr war er ins Nimmernie zurückgekehrt, mitsamt der gemeinsamen Tochter.
   Immerhin hatte Maraja verstanden, warum sie nicht sonderlich geschätzt wurde. Exilanten waren Geächtete; Feen, die nie mehr in ihre Heimat zurückkehren konnten und dazu verdammt waren, irgendwann einfach aufzuhören zu existieren aufgrund des Scheinmangels in der Menschenwelt. Vermutlich glaubten die meisten, dass Kinder solcher Feen ebenso wenig in das Nimmernie gehörten.
   Und all das sorgte dafür, dass Maraja vor Glück hätte platzen können, als eines Tages ein Elfenritter Arkadias an des Herzogs Hof eintraf und eine Liste derer weiblichen Feen verlas, die von Königin Titania persönlich an den Lichten Hof eingeladen wurden, um Teil ihres persönlichen Hofstaats zu werden – und ihrer als einer der Namen auf der Liste gestanden hatte.
   Ihr Vater hatte nicht gerade vor Begeisterung gejubelt, denn besonders er verstand, wie gefährlich es sein konnte unter Titanias Einfluss zu stehen. Doch letztendlich hatte er eingesehen, dass Maraja nicht wirklich eine Wahl hatte, denn auch wenn es möglich war, die Einladung abzulehnen, so wurde es doch als unhöflich von Titania aufgefasst und niemand mit Verstand würde die Sommerkönigin auf diese Art beleidigen.
   Also war Maraja mit fünf weiteren, adeligen Damen nach Arkadia aufgebrochen, mit der leisen Hoffnung, dass vielleicht, nur vielleicht, sie nicht mehr als Außenseiterin betrachtet werden würde.
   Oh, wie sie sich da getäuscht hatte.
   Zuerst war Maraja Arkadia wie ein paradiesischer Traum erschienen, ein riesiger runder Hof mit Elfenbeinsäulen, Marmorstatuen, Blütenmeeren und überirdischer Musik. Alles und jeder in Arkadia war wunderschön.
   Die sechs Elfendamen waren in den Thronsaal geführt worden und so prachtvoll und hübsch es dort war... Die Königin Titania überstrahlte all dies mit ihrer Gestalt. Maraja hatte vor Ehrfurcht gezittert, als sie ihre Königin zum ersten Mal erblickt hatte.
   Oberons Hofstaat fehlte wie zu Erwarten. Es war nicht die Angelegenheit und auch nicht das Interesse des Königs die neuen Mitglieder in Titanias Hofstaat kennenzulernen.
   Titania hatte hochmütig auf die neuen Feen herab gelächelt und Maraja wusste noch, wie sie gedacht hatte: Das war’s, jetzt wird sie mich mit einem Fingerschnippen zu Asche verbrennen.
   Die Sidhe waren nicht weniger angsteinflößend mit ihrer eleganten Kleidung und den aufgetürmten Frisuren, Augen listig, ihr Lächeln messerscharf.
   Dann hatte die Elfenkönigin ihre Stimme erhoben. „Ich will ehrlich mit euch sein. Ich bin nur an einer von euch interessiert.“ Dieses kühl amüsierte Kommentar hatte Maraja und die anderen erstarren lassen.
   Titania hatte nur geschmunzelt. „Genevieve, Liebes, Violet hier wird dir deine neuen Gemächer zeigen.“ Ein Satyrnmädchen hatte Genevieve, der größten von ihnen mit hellgoldenen Locken und riesigen blauen Augen, bedeutet ihr zu folgen. Glücklich aufschluchzend war Genevieve beinahe über die eigenen Füße gestolpert, so eilig war sie Violet hinterhergeeilt.
   Sobald sie den Saal verlassen hatte, war Titanias Lächeln verschwunden und die Atmosphäre sogleich... dunkler geworden. Dies war Arkadia, Zentrum des Sommerreichs, des Lichts und Wachstums. Und doch verkörperte der Sommer mehr als Licht und Wärme. Sommer war Hitze, Feuer und Sommer war schreckliche Stürme, die alles auf ihrem Weg zerstörten und jede Wärme nahmen.
   Und so wie der Sommer mehr Seiten als eine hatte, so hatte seine Königin mehr Seiten als eine. Maraja sollte eine besonders grausame an jenem Tag kennenlernen.
   „Ich freue mich, dass ihr alle wohlbehalten hier angekommen seid“, hatte Titania verlauten lassen und die Zähne gebleckt. „Ich werde nur ungern um meine Rache gebracht.“
   Die Elfendamen hatten gewimmert und waren vor ihr zurückgewichen. Maraja hatte nichts lieber tun wollen als die Flucht zu ergreifen, Himmel, sie wusste, dass Titania sie für ihre Herkunft hassen musste, warum war sie so dumm gewesen und hierher gekommen...
   Maraja hatte den Gedanken nicht mal zu Ende gebracht, als eines der Elfenmädchen schon in Richtung der Flügeltüren des Thronsaals gerannt war. Die Elfenritter hatten sie aufgehalten und Titania hatte aufgelacht. „Oh, du bist recht flink, nicht wahr?“ Ihr Lächeln war boshaft geworden. „Lasst uns sehen, ob Lydia schnell genug für meine Hunde ist, was meint ihr?“
   Und vor ihren Augen verwandelte sie das Mädchen in einen Feldhasen, goldbraunes Fell im selben Farbton wie ihre ehemaligen Locken.
   Die moosgrünen Windhunde schienen aus dem Nichts gekommen zu sein, als wären sie den Wänden entsprungen.
   Lydia war nicht schnell genug für die Hunde gewesen.
   Einer hatte den Hasen gepackt und ans andere Ende des Saales geschleudert. Mit geweiteten Augen hatte Maraja beobachtet, wie die Hunde sich auf das Tier gestürzt hatten und es in Stücke gerissen hatten. Offenbar waren die Hunde nicht hungrig gewesen, denn zurück war eine blutige, klumpige Masse geblieben, die sich schließlich zu einem kleinen Ahornsämling verwandelt hatte. Die Fee hatte aufgehört zu existieren.
   „Normalerweise lasse ich sie noch ein wenig in der Hecke herumscheuchen. Meine Hunde kommen so selten in den Genuss der Jagd“, hatte die Elfenkönigin gesagt und einem der Hunde den Kopf getätschelt. „Aber Lydia hier hat sich einen ziemlichen Fauxpas geleistet, als sie die Vermählung mit meinem Günstling Avo ausgeschlagen hat. Weil sie schon verlobt war.“ Titania hatte die Augen verdreht. „Nun ja, das hat sich wohl jetzt erledigt.“
   Panik war unter ihnen ausgebrochen und außer Maraja, die immer noch in Schockstarre auf die Sommerkönigin geblickt hatte, waren die Feen geflüchtet.
   Titania hatte sie mit nur einer Handbewegung in Hirschkühe verwandelt und sie mithilfe ihrer Hunde und unter dem Jubel der Adeligen durch einen Eingang in ein grünes Gestrüpp – die Hecke – gejagt.
   Mit einem Seufzen hatte Titania sich Maraja zugewandt, die vor Angst kaum einen klaren Gedanken hatte fassen können. Die Königin hatte eine Augenbraue gehoben. „Und du bist eher langsam, was?“
   Die Sidhe hatten gekichert und Maraja hatte das Gefühl vor Furcht zu ersticken.
   „Nicht das ich überrascht wäre“, hatte Titania fortgefahren. „Du bist nicht adelig. Nun, durch deine Adern fließt adeliges Blut, aber...“ Eine wegwerfende Handbewegung. „Der Punkt ist, dass du nicht völlig unberechtigt hier bist.“ Ihre blauen Augen hatten gefunkelt, wie ein Sommerhimmel bevor urplötzlich Gewitterwolken Blitze herabregnen ließen. „Ich würde dich nur zu gerne das gleiche Schicksal ereilen lassen wie die anderen. Deine Mutter hat mich unglaublich gekränkt.“ Titanias Miene hatte sich verdunkelt. „Sie hat eine Lüge über meine treue Freundin verbreitet, welches mich veranlasste, sie in die Menschenwelt zu verbannen. Ich habe es nicht über mich gebracht, meine Hunde auf sie zu hetzen. Wenige Zeit später stellte sich heraus, dass Sivelle das Gerücht nur aus bloßem Neid erfunden hat, um Marian aus dem Weg zu räumen. Ich schätzte ihren Ehrgeiz, aber sie hat mich damit unfassbar blamiert“, hatte sie erzählt und zynisch gelächelt. „Sie hat deinen Namen recht ironisch gewählt, hm, Maraja? Vielleicht um mich zu besänftigen oder um zu versuchen mich zu schmähen, wer weiß.
Jedenfalls bin ich der Meinung, dass ich meine Audienz mit dir etwas mehr auskosten sollte. Meint ihr nicht?“
   Die Adeligen hatten schadenfroh gegackert und Titanias Gesicht war zu einer Grimasse geworden. „Was denkst du, sollen wir mit einem Schwein beginnen?“
   Maraja wusste nicht mehr, wie lange Titania und ihr Hofstaat sie getriezt hatten. Ihr war übel und schwummrig von den ganzen Verwandlungen geworden, doch das war immer noch besser gewesen, als wenn einige vorwitzige Sidhe ihr Kleid – das Kleid, das ihr Vater und sie noch für diesen Tag gefertigt hatten, aus hübscher hellgrüner Seide und zarten rankenartigen Stickereien – zerrissen und ihre Frisur ruiniert hatten. Sie hatte verzweifelt versucht ihre Blöße zu bedecken und mehr als genug Tritte und Beleidigungen über sich ergehen lassen müssen. Bevor die Sidhe sie noch schlimmer demütigen und verletzen konnten, war es ihrer Königin zu langweilig geworden.
   Sie hatte sich mit ihrem Hofstaat für das nächste Festmahl zurückgezogen und Maraja an einen kleinen Satyrnjungen übergeben, der sie in die Küche hatte bringen sollen.
   Dort war sie einer riesigen Trollfrau mit Namen Sarah Hautschäler begegnet, die sie gemustert hatte, als wäre sie Ungeziefer gewesen. „Wer ist das?“, hatte sie gegrunzt.
   „Eine neue Küchenhilfe. Ihre Majestät Königin Titania entsendet ihre Grüße“, hatte der Satyr gepiepst und war ohne auf Widerspruch zu warten in Todesangst aus der Küche gerannt.
   Sarah Hautschäler hatte sich Maraja zugewandt und einmal ausgespuckt. „Und hat das kleine Küchenmädchen einen Namen und zwei fleißige Hände?“
   Maraja, die den ganzen Tag lang von Sidhe herumgeschubst und gedemütigt, von der Sommerkönigin bedroht und ihr ganzes Leben verachtet worden war, hob das Kinn ein winziges Stück. „Ich nenne mich Maya. Und meine Hände werden die fleißigsten in dieser Küche sein.“

* * *


Lange Zeit später, Jahrzehnte waren in der Menschenwelt vergangen, beobachtete Maya vom Rand des Thronsaals, wie Oberons Bastardtochter Meghan Chase von Königin Titania in eine Hirschkuh verwandelt wurde.
   Da wurden Erinnerungen wach. Sie hatte ihren ersten Tag in Arkadia nie ganz verwinden können und hätte ihrem Vater damals am liebsten alles in ihren Briefen geschildert, es jedoch nie über sich gebracht. Er hätte darauf bestanden, sie zurück an Herzog von Lückenfels’ Hof zu holen und das hätte sie beide in Gefahr gebracht.
   Als sie ihn jedoch das erste Mal besucht hatte, kurz nachdem Titania sie von einer Küchenmagd zur gewöhnlichen Dienerin befördert hatte, war alles aus ihr herausgebrochen.
   Auch jetzt würde sie ihren Vater am liebsten jeden Tag sehen, doch sie würde sich mit so offensichtlicher Liebe nur verwundbar machen. Es war Glück für sie, dass es ihr überhaupt erlaubt war Arkadia zu verlassen und ihn zu besuchen.
   Titanias Ehemann Oberon beendete das Schauspiel um Meghan Chase wenige Sekunden später.
   Der Erlkönig war wütend und durch die Luft zuckten Blitze, während die Erde grollte und der Wind brauste. Allerdings hatte seine miese Stimmung wohl auch mit seinem Lieblingslakaien zu tun, so zumindest laut Ebony, die als eine der wenigen des äußeren Kreises eine gute Beziehung zu einigen Mitgliedern von Titanias innerem Kreis besaß und gerne mit neuem Tratsch und Klatsch angab.
   Titania gab sich nach dem kurzen Blickduell ihrem Gatten geschlagen und rauschte, nachdem sie Meghan Chase in die Küche verbannt hatte und ihren Frust an einigen Feenmädchen und ihrem menschlichen Spielzeug ausgelassen hatte, mitsamt Gefolge aus dem Saal.
   Maya folgte mit dem äußeren Kreis und während sich die restlichen Sidhe in ihre Gemächer zurückzogen, folgten die beiden Kreise, insgesamt sicher über zwanzig Sommerfeen, ihrer Königin in einen Vorhof zu Titanias privaten Gemächern.
   Mit einem Schnauben ließ sich die Elfenkönigin auf ihre blühende Chaiselounge nahe des Seerosenteiches fallen. Es war ihr bevorzugter Platz für ein Nickerchen oder um zu schmollen. Im Moment bestimmt letzteres.
   Ihre Untertanen ließen sich in ihrer Umgebung nieder, Maya zog sich ein wenig weiter an den Rand der Lichtung zurück.
   „Was für eine Schmach“, zischte Titania, ihre eisblauen Augen noch kälter im Mondlicht als sonst, trotz ihres mächtigen Sommerscheins. „Dieser Bastard, dieses Halbblut. Und er beschützt es auch noch! Obwohl ich jedes Recht besitze es in Stücke zu reißen! Nicht wahr?“, herrschte sie eine Sidhe neben ihr an – Annwyl, Titanias neue beste Freundin.
   Annwyl neigte zustimmend den Kopf. „Gewiss, meine Königin.“
   Coco neben Maya schnaubte leise und herablassend, glücklicherweise zu weit entfernt um von Titania gehört zu werden.
   Zum jetzigen Zeitpunkt würde die Sommerkönigin sicher nicht lange fackeln und sie sofort in einen Rosenstrauch verwandeln.
   Titania richtete sich auf. „Merkt euch meine Worte, bald wird Oberon sich wünschen, ich hätte sein Balg von den Hunden zerreißen lassen. Es markiert das Ende unserer friedlichen Zeit.“
   Sie sollte recht behalten. Spätestens als der Sommerhof beschuldigt wurde, den ältesten Prinzen der Winterkönigin Mab ermordet zu haben, wurde es im Nimmernie ungemütlich.
   Und während des Krieges gegen die Eisernen Feen erst recht. Zum ersten Mal seit ihrem ersten Tag in Arkadia verspürte Maya wieder echte Todesangst, noch verstärkt durch die Furcht um ihren Vater und das gesamte Nimmernie. Sie hatte ihren Vater zu überreden versucht mit ihr ins Menschenreich zu kommen, weg von dem Krieg und den Eisernen Feen, die alles und jeden in ihrer Nähe vergifteten.
   Doch ihr Vater hatte sich geweigert und wollte ihr Land nicht kampflos aufgeben. Außerdem hatten die Eisernen Feen längst auch im Menschenreich die Macht übernommen.
   Sie konnten von Glück sagen, dass sie den Krieg überlebten. Viele taten es nicht.
   Meghan Chase wurde zur Eisernen Königin gekrönt und alle drei Herrscher vereinigt – das erste Mal seit der Geburt Nimmernies – legten einen Schutz aus Schein über das gesamte Nimmernie und seine Bewohner, damit sich die drei Reiche nicht gegenseitig vergifteten. Und damit war die Zusammenarbeit auch wieder beendet.
   Maya hatte nach dem Krieg ihre Zeit zwischen Arkadia und ihrem Vater aufgeteilt, denn mit seinem verlorenen Bein hatte ihr Vater ein echtes Problem. Ein einziges Mal waren sie in Mag Tuiredh, der Hauptstadt des Eisernen Reiches, gewesen, kurz nach der Geburt von Keirran, dem Sohn von Meghan und ihrem Ehemann, dem Ex-Winterprinzen Ash. Eine Eiserne Fee, eine Heilerin, hatte ein künstliches Bein für Mayas Vater geschaffen und ihm so die Arbeit in den Stallungen von Herzog von Lückenfels gesichert. Es war ein kompliziertes, mechanisches Ding, ohne Eisen, aber aus Holz und Feenstahl, Material, das eigentlich der Waffenherstellung diente. Aber ihr Vater kam gut mit seinem neuen Bein zurecht und es leistete ihm zuverlässige Dienste. Maya zollte den Eisernen dafür widerwillig Respekt.
   Es blieb ruhig im Nimmernie. Das Jahreszeitenzepter wechselte halbjährlich das Reich und die Feen der drei Höfe verabscheuten sich gegenseitig. Alles im fragilen Gleichgewicht, wie eh und je.
   Zumindest bis Titanias treue Dienerin Annwyl von der Sommerkönigin verbannt wurde. Es war nicht wirklich überraschend gekommen, wenn man bedachte, dass ihre Mission von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen war. Den Eisernen Prinzen zu umgarnen und so zu kontrollieren konnte nur schief für die arme Sommerfee gehen. Und als sie ihre Gefühle für Keirran der falschen Person anvertraute, wusste binnen kurzer Zeit ganz Arkadia davon. Und Titania wertete das wohl als Zeichen der Illoyalität. Oder ihr ging Annwyls hübsches Gesicht auf die Nerven. Bei der Sommerkönigin wusste man nie.
   Jedenfalls hat Annwyls Verbannung so einiges ins Rollen gebracht, unter anderem Keirrans Hochverrat am eigenen Reich und eine neue Feenart, die Vergessenen. Wenig davon tangierte tatsächlich das Sommerreich, nur als Keirran, der menschliche Halbbruder der Eisernen Königin und ein Menschenmädchen Titania versuchten anzugreifen gab es etwas mehr Trubel als sonst.
   Letztendlich wurde die Königin der Vergessenen besiegt, Keirran als ihr neuer König ernannt und somit zugleich ins Exil geschickt, wo er nun im Zwischenraum mit seinen Untertanen lebte.
   Und seitdem war es recht ruhig in Arkadia. In der Menschenwelt herrschte zurzeit Hochsommer und das Jahreszeitenzepter hing im Thronsaal zwischen den zwei Thronen, stets von mehreren Rittern bewacht, und glühte förmlich vor Sommerschein.
   Es war heiß und schwül, Titania hatte mit ihrem inneren Kreis den Menschen einen Besuch abgestattet und König Oberon schien dadurch noch launenhafter als sonst zu sein.
   Maya wäre zu solchen Zeiten am liebsten bei ihrem Vater, weit ab vom Irrsinn Arkadias, aber er befand sich im Moment auf Herzogin von Klingerbachs Gestüt und kaufte neue Feenpferdefohlen ein, also hätte er eh keine Zeit für sie und Maya wollte ihn nicht von der Arbeit abhalten.
   Sie vertrieb sich die Zeit mit nähen, reiten und sie übte einen neuen Tanz mit den anderen Feen des äußeren Kreises. Titania bevorzugte weibliche Feen als ihre Untertanen, als Gegenpol zu Oberons männerdominiertem Hofstaat.
   Aber auch unter ihren handverlesenen Feen gab es nur einige Auserwählte, denen die Königin ein besonderes Vertrauen entgegenbrachte. Dies war der innere Kreis, maximal zehn der schönsten und boshaftesten Sommerfeen, die Titania gerne um sich hatte.
   Der äußere Kreis diente ihr als Unterhaltung. Sie sangen und tanzten für sie, musizierten und spielten Schauspielstücke... Was auch immer die Königin verlangte.
   Maya war noch nicht lange Mitglied von Titanias persönlichem Hofstaat. Erst nach dem Krieg gegen die Eisernen Feen und den Falschen König hatte sich die Königin dazu herabgelassen, Maya von ihrem Dienstmädchen-Status zu erlösen. Nicht, dass Maya es ihr dankte...
   Als sie noch Küchenmagd gewesen war, hatte sie verächtliche Blicke von allen Seiten bekommen, nicht unbedingt, weil sie ihre Arbeit schlecht machte (es war schließlich nicht das erste Mal, dass sie in einer Küche arbeiten musste), aber weil sie so hübsch war.
   Die Küchenarbeiter vertrauten den Sidhe offenkundig nicht und jede Fee mit einem schönen Gesicht verbarg damit nur ihre heimtückische Seite.
   Also war Maya dazu übergegangen, ihre natürliche Schönheit zu verbergen. Sie bekam sowieso nur abgerissene, matschbraune Kleidung und ihr Gesicht war ständig voller Ruß- und Fettflecken. Sie kürzte ihre blonden Haare auf Schulterlänge, band sie zusammen und bedeckte sie zusätzlich mit einem Tuch. Und tatsächlich behandelten Sarah und die anderen in der Küche sie bald wie eine von ihnen.
   Küchenarbeit war schwere Plackerei, aber man biss sich durch.
   Viel mehr Panik hatte Maya bekommen, als sie zur Dienerin beordert worden war. Denn das hatte geheißen, dass sie zwangsläufig den anderen Sidhe begegnen würde. Sie hatte ihre Tarntechnik wieder angewendet, mit einem winzigen Hauch Schein ihr Gesicht möglichst unscheinbar gemacht und war so zügig wie möglich ihren Aufgaben nachgegangen.
   Trotzdem hatte man Maya irgendwann gezwungen, die Lumpengewänder abzulegen und dafür bunte Kleider anzuziehen und ihr Haar wieder offen und lang zu tragen. Sie wurde manchmal belästigt, von Rittern oder einigen Sidhe, aber nicht so sehr wie befürchtet und zu ihrem Erstaunen ließ es sich auch als Dienstmädchen recht gut leben, wenn man keinen Ärger machte. Maya lebte mit den anderen Dienern im Dienstquartier und durfte aller paar Wochen ihren Vater besuchen.
   Doch natürlich ließ Titania es sich nicht nehmen, sie noch weiter zu quälen. Maya hätte es sich eigentlich denken müssen, dass sie nicht so leicht davonkommen würde.
   Als nach dem Krieg auch Titanias Anhängerschaft rapide geschrumpft war, hatte die Sommerkönigin neue Feen für ihren Hofstaat rekrutiert. Und eine dieser Feen war Maya gewesen. Sie hätte lieber für immer in der Küche geschuftet.
   Selbstverständlich wusste das die Königin und genau deshalb gab sie Maya einen Platz in ihrem äußeren Kreis. Diese Mitglieder lauerten eigentlich nur auf eine Chance weiter aufzusteigen und in Titanias inneren Kreis vorzurücken. Maya würde das für immer verwehrt bleiben, Sommersonne sei Dank, denn auch wenn Titania sie liebend gerne drangsalierte... Ihr eigenes Ansehen würde darunter niemals leiden.
   Es war seltsam, wie sie sich hatte anpassen müssen an die neue Umgebung. Als Dienerin lernte man, dass man, wenn man keine Probleme wollte, unsichtbar blieb. Aber als Sidhe wurde es umso gefährlicher, je unsichtbarer man war. Man trug die buntesten, schillerndsten Farben, die aufwendigsten Frisuren und jeder sollte so schön wie möglich sein.
   Das waren die Sidhe, oberflächlich, umwerfend und gefährlich. Und Maya musste sich tagtäglich als eine von ihnen verkaufen. Ja, da hatte die Sommerkönigin sie definitiv überlistet. Allerdings besaß Maya mehr Anpassungsfähigkeit und Intuition als jeder, sie eingeschlossen, ihr zugetraut hätte.
   Hamalythia war unkonzentriert und brachte die Formation ständig durcheinander, was die anderen Feen wahnsinnig machte und schließlich wurde die Sommerfee rausgeworfen, während die anderen weiterübten.
   Maya hätte auch gerne etwas anderes gemacht als den lieben langen Tag für einen Tanz zu üben, der vermutlich niemals aufgeführt werden würde.
   Titanias äußerer Kreis besaß ein gewissen Repertoire an Liedern und Tänzen, denn die Stimmungen der Königin waren wechselhaft wie der Wind. Mal wollte sie ein trauriges Liebeslied, dann wieder eine Ode... Man konnte es vorher nie wissen und die Feen hatten gelernt, immer gut vorbereitet zu sein, wenn sie nicht als hübsche Rosenbüsche enden wollten.
   „Ioelena, dein Blumenkranz rutscht die ganze Zeit herum! Könntest du endlich mal lernen, wie man ihn richtig einflicht?“
   Und dann war da noch Jaselle, die Sommerfee, die wahrscheinlich als nächste in den inneren Kreis gehoben wurde und sich deshalb als Anführerin aufspielte.
   Maya unterdrückte ein Gähnen und ihre Füße fühlten sich in den Blütenblattslippern heiß und gequetscht an. Ein Nachteil, wenn man notorische Barfußläuferin war. Sie hatte damit sogar kurzzeitig einen Trend unter den Sidhe gesetzt, sogar Titania hatte einige Zeit ihre blanken Füße präsentiert, jedenfalls bis eine Sidhe sich einen vergifteten Stachel eingetreten hatte und ab da allen die Lust vergangen war.
   Maya behielt die Eigenart bei, erstens, weil es kaum praktisches Schuhwerk unter den Sidhe gab, nur winzige, enge und unnötig geschmückte Schühchen, und zweitens, weil es zu einer Art Markenzeichen von ihr geworden war.
   Nach einer gefühlten Ewigkeit erlaubte ihnen Jaselle endlich aufzuhören und sie ließen sich kurzerhand ins Gras fallen.
   Die menschlichen Musikanten, die Jaselle für sie zum Üben engagiert hatte, taumelten schwitzend und hochrot von der Lichtung, zu Tode erschöpft vom ununterbrochenen Musizieren. Maya vermied es, in ihre Richtung zu sehen. Mitleid gab es bei Feen nicht, und schon gar nicht mit Menschen, also versuchte Maya solche Gefühle so gut es ging zu verbergen.
   Maya kickte ihre Schuhe von sich und ließ sich nach hinten ins Gras fallen. Bei allen Wiesen, es war heiß. Selbst für Sommerfeen, die die hohen Temperaturen weder ins schwitzen brachten, noch sonst in der Regel störten, war es beinahe unerträglich und sie hechelten wie die Hunde. König Oberon könnte sich wenigstens etwas zusammennehmen, es würde Titania auch nicht schneller zurückbringen, wenn er seinen halben Hofstaat grillte.
   „Es ist zu heiß,“ klagte Ebony und fächelte sich mit der Hand Luft ins Gesicht. Im Gegensatz zu den Menschen waren ihren Wangen weder glühend rot, noch lief ihnen der Schweiß. Ihre Schminke war noch immer makellos. In der Regel hechelten Sommerfeen, um ihr Blut zu kühlen. In einem Jahr war es so unfassbar heiß gewesen, dass der Großteil der Bewohner des Sommerreiches in einen Trockenschlaf gefallen war.  
   „Was du nicht sagst“, spottete Coco, aber auch sie atmete schneller als normal.
   Calico richtete sich auf, die kupferroten Haare blitzten in der Sonne, was sicher auch an den eingeflochtenen Rubinen lag. „Also, gehen wir schwimmen, oder was?“
   Bis auf Maya sprangen alle auf.
   „Kommst du nicht mit?“, fragte Coco und zog eine dunkle Augenbraue hoch.
   Maya schüttelte den Kopf. „Nein. Ich bin keine große Schwimmerin.“ Eine dreiste Lüge. Na ja, wenn man die Aussage wie Coco auffasste. Denn wirklich groß war Maya nicht gerade, besonders im Vergleich zu einem Troll.
   Coco zuckte die Schultern. „Wie du meinst.“ Dann lief sie dem Rest des äußeren Kreises nach, der erst gar nicht auf Maya gewartet hatte. Nur Coco fragte jedes Mal aufs Neue; die anderen kannten die Antwort bereits.
   Als die letzte Fee in der Hecke verschwunden war, spürte Maya, wie die Last auf ihren Schultern etwas abzunehmen schien. Nicht vollständig, da immer noch eine drückende Hitze herrschte.
   Sie beschloss fürs Erste in ihr Zimmer zurückzukehren. Dort würden die Belästigungen minimal sein, auch in Arkadia besaßen die Feen ein gewisses Maß an Anstand. Die meisten, zumindest.
   Mit ihren Schuhen über der Schulter huschte Maya durch die Hecke. Nach so langer Zeit war es leicht vorauszusehen, wann der zahme Teil des Gestrüpps versuchte sie auszutricksen und irgendwann war es ihr auch gelungen, die Orientierung zu behalten.
   Doch heute schien selbst die Hecke schlecht gelaunt zu sein und statt Maya auf unkompliziertem Weg zu ihrem Zimmer im Vergissmeinnicht-Viertel zu befördern, kam sie am Kristallpalast raus.
   Im Vergissmeinnicht-Viertel lebte eine recht große Vielfalt an Feen, vor allem Blumenelfen. Ironisch, wenn man den Namen des Viertels bedachte, denn die Bewohner schienen tatsächlich die Tendenz zu besitzen „vergessen“ zu werden. Nicht im wahrsten Sinne des Wortes, denn dann wären sie ja wie die Vergessenen.
   Man ließ Maya in ihrem unbeliebten Viertel in Ruhe, weil die Sidhe sich dort eigentlich nicht blicken ließen. Es gab noch Feen, die als Dienstboten arbeiteten, aber meistens ging man Maya aus dem Weg. Auch eine verachtete Untertanin von der Sommerkönigin war letztendlich eine ihrer Marionetten. Nicht, dass Maya tatsächlich eine Marionette wäre. Dazu wurde sie nicht genug geschätzt.
   Der Kristallpalast dagegen lag weiter entfernt von den weniger populären Vierteln und schloss sich fast unmittelbar an die königlichen Gemächer an. Maya liebte die gläsernen, wie Diamanten funkelnden Konstruktionen, aber vermied es dennoch, sich allzu lange hier aufzuhalten. Der Grund dafür ließ nicht lange auf sich warten, als die Hecke sie in einem gläsernen Pavillon begrenzt von jungen Eichenbäumen wieder ausspuckte und Maya ihr dafür einen verärgerten Blick zuwarf.
   „Sieh an, sieh an“, tönte eine höhnische Stimme zu ihr hinüber und Maya wandte sich abrupt um.
   Zwei Lichte Ritter, Sir Jonik und Sir Rydel, lümmelten in breiten, aus Oleander geflochtenen Sesseln, noch in voller Rüstung, also vermutlich gerade erst vom Dienst gekommen.
   Maya machte einen angemessenen Knicks, auch wenn sie am liebsten umgedreht und weggerannt wäre. „Sir Jonik, Sir Rydel.“
   Sir Rydel, der sie angesprochen hatte, schnaubte laut. „Was denn, ich werde nur an zweiter Stelle genannt? Hast du immer noch keinen Respekt?“
   Maya wusste, dass der Ritter sich nur über sie lustig machte. Womöglich meinte er es auch ernst, aber an sich war es egal, weil Sir Rydel sie von Grund auf hasste und jede Antwort gegen sie richten würde.
   Also sagte sie nichts.
   „Keinen frechen Spruch parat? Jetzt bin ich aber enttäuscht!“, stichelte Sir Rydel und erhob sich um ein wenig näher zu schlendern. Sir Jonik tat es ihm nach.
   Früher, bevor sie gelernt hatte ihre Klappe zu halten, hatte sie versucht Sir Rydel Kontra zu geben. Sie hatte nicht gewusst, warum sich der Ritter so auf sie eingeschossen hatte und sich auch nicht die Mühe gemacht es zu lernen. Zumindest bis er ihr vor der Küche aufgelauert und ihr die Nase gebrochen hatte.
   Ab da hatte Maya sich stets bemüht, ihm aus dem Weg zu gehen.
   Die Ritter kamen noch näher. „Komm schon, sei kein Spielverderber. Wir hatten schon lange nicht mehr das Vergnügen.“
   Ich war schon dankbar gewesen, dachte Maya bei sich, doch sie blieb stumm und hielt den Kopf gesenkt, als würde sie damit Sir Rydel weniger provozieren.
   „Hey, ich mach dir einen Vorschlag,“ begann der Ritter im Plauderton und das Geräusch von Sir Rydels Schwert, als er es zog, ließ ihren Blick nach oben schnellen. Die Klinge aus Feuer loderte tückisch im Sonnenlicht, fast so boshaft glühend wie Sir Rydels Augen. „Sir Jonik und ich haben das Gefühl, wir haben ein wenig überschüssige Energie nach ein paar Stunden langweiligem Wachdienst für das blöde Zepter. Meinst du nicht, Jonik?“
   Der andere Ritter grinste. „Oh ja, definitiv.“
   „Und ich glaube, du willst uns helfen sie loszuwerden“, sprach Sir Rydel weiter und zeigte mit seinem Schwert auf sie.
   Mayas Augen weiteten sich. Das war echt nicht gut.
   Das feurige Schwert schnitt durch einen dicken Eichenstamm als wäre er aus Wasser und als der halbe Baum zu Boden fiel, ließ Maya vor Schreck ihre Schuhe fallen. Sir Rydel bleckte die Zähne. „Nur zur Info, das heißt für dich, dass du rennen solltest.“
   Wie auf Kommando öffnete sich die Hecke und Maya stürzte sich zwischen die Zweige, zwei mordlustige Lichte Ritter auf den Fersen.

* * *


Und das war der Auftakt!
Wir werden uns Stück für Stück der dramatischen Wendung in Mayas Leben nähern.
Vorher werden wir im nächsten Kapitel allerdings unter anderem sehen, ob und wie sie den zwei aufdringlichen Rittern entkommt...
Bis dahin, eure Lou!
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