With you

GeschichteFamilie, Freundschaft / P18 Slash
Brad Delson Chester Bennington David "Phoenix" Farrell Joseph "Joe" Hahn Mike Shinoda Rob Bourdon
23.03.2020
10.04.2020
19
70.727
4
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23.03.2020 3.161
 
Hallo ihr lieben!
Auf Facebook haben wir euch versprochen, eine kleine Corona-Ablenkung zu posten. Ab heute, jeden Tag.
Das ganze hat 19 Kapitel- also bis 10.04.
Wir hoffen, dass wir euch damit in der Zeit ein bisschen zur Seite stehen können und arbeiten an weiteren Geschichten, die wir hoffentlich schnell fertig bekommen.
Wer nicht zuhause bleiben kann: Danke, dass du uns und anderen mit deiner Arbeit hilfst.
Wer zuhause ist, Homeoffice macht oder gezwungenermaßen Urlaub hat: Auch dir danke, dass du zuhause bleibst.
Juli und Hoernchen sind noch arbeiten und versuchen alles, dass das auch so bleibt.
Wir hoffen, dass ihr viel Spaß beim Lesen habt. Das Hoernchen versucht jetzt auch regelmäßig zu antworten. Schande über mein Haupt....

Anyway... viel Spaß und bis morgen.
Bleibt gesund <3


Allgemeines: Die Jungs gehören leider nicht uns, bis auf unsere eigenen Charaktere, aber die kennt ihr mittlerweile ja schon :D
Mit dabei: Die Jungs von LinkinPark, Alex und Jack von AllTimeLow und Mark Hoppus von Blink-182
Genre: P18Slash. Wer Gleicheschlechtliche Paare, Beziehung und Sex nicht mag, sollte es nicht lesen.
Habe ich noch was vergessen? Wenn ja, wird die Juli das wieder richten :D
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Das böse Kind


“Mike? Kannst du mir mit der Lieferung helfen? Die haben die die Paletten an die Hauswand gestellt.”
“Schon wieder?” Mike starrte die junge Verkäuferin Mia an. “Wie oft habe ich denen schon gesagt, dass sie es wenigstens reinbringen sollen!”
“Scheint die nicht zu interessieren.”
“Nein”, seufzte Mike und schloss kurzerhand den Laden ab, nachdem er ein Schild aufgehängt hatte, auf dem stand, dass sie gleich zurück sein würden. “Lass es uns schnell machen.”
“Sagst du das öfter?”, fragte sie frech.
“Immer, ich bin gut, mehr schaffen die Mädels dann nicht.”
Mia lachte und schnitt die Verpackung der Paletten auf.
Mike nahm die erste Kiste. “Was denn? Hats dein Kerl nicht mehr drauf?”
“Doch aber bei so einem Spruch könnte er allein ins Bett. Weiß deine Süße, dass du mehr hast?”
Mikes Lächeln fror ein. “Meine Süße ist ziemlich schräg drauf gerade.”
“Warum?”
“Lass uns das erst beenden.”
Gemeinsam brachten sie die Kartons, voll mit Alben, in den Lagerraum. “Okay, sag schon.”
Mike nahm seine Kaffeetasse. “Sie meint, dass sie alles verpassen würde. Sie ist erst einundzwanzig und das Leben ist vorbei. Sie sagt immer öfter, dass sie sich eingesperrt fühlt und gehen will.”
“Aber sie wusste doch, worauf sie sich einlässt.”
“Das scheint sie nicht mehr zu interessieren. Blaine ist immer öfter bei Jason, weil sie unterwegs ist.”
“Das tut mir leid. Habt ihr versucht darüber zu reden?”
“Ich kann die Diskussionen gar nicht mehr zählen.”
“Das ist scheiße, und wenn sie einen Tag in der Woche für sowas hat?”
Mike schüttelte den Kopf. “Reicht ihr nicht. Du kennst Blaine, er kann echt eine kleine Kröte sein und dafür liebe ich ihn, aber sie ist elendig genervt.”
“Wie lange seid ihr zusammen?”
“Fast drei Jahre. Sie ist zu schnell schwanger geworden.” Mike seufzte leise.
“Naja … mit achtzehn ist das schon heftig.”
“Ja ... konnte ja keiner ahnen, dass das blöde Kondom reisst.”
“Zu klein?” Mia grinste.
“Scheinbar.” Mike zwinkerte ihr zu.
“Mhhh”, machte sie frech schnurrend und klopfte ihm auf die Brust. “Angeber.”
“Fakten, meine Liebe. Fakten!”
“Nicht solange ich es nicht gesehen habe.”
Mike schaute auf seinen Schoß, dann sah er Mia an. “Dein Marc verhaut mich und der ist Footballspieler!”
“Jaaah und ich danke Gott dafür.”
“Er ist schon ... imposant, das stimmt wohl.” Mike grinste und sah auf die Uhr. “Noch dreißig Minuten.”
“Und dann?”
“Hole ich Blainey und fahre nach Hause.”
“Na toll. Und ich?”
“Ist Ben nicht da?”
“Nein erst morgen wieder.”
“Willst du mitkommen? Blaine freut sich bestimmt.”
“Ist das wirklich okay?”
"Ja na klar. Wir bestellen Pizza!"
“Okay.”
Eine Stunde später kamen sie bei Mikes Bruder Jason an, wo er klingelte.
“Ja?”, kam es aus der Sprechanlage.
"Ich bins." Mike lachte, als er im Hintergrund sein Kind hörte. "Oh nein. Er schaut Baseball."
“Macht er das öfter?”, fragte Mia als die Tür aufging.
"Jay schaut es immer mit ihm. Er flippt jedes mal aus."
Jason öffnete die Tür und grinste. “Hey großer Bruder.”
"Du sollst nicht mit ihm Sport gucken. Er dreht dann voll durch", lachte Mike.
“Er liebt es und es ist besser als dieser ganze Kinderkram.”
Mike ging grinsend an ihm vorbei. "Hey Bärchen. Wer gewinnt?"
Blaine wirbelte herum."'DADDY!"
"Genau! Daddy gewinnt."
“Aber nicht immer”, sagte Jason grinsend und wuschelte durch Blaines Haar.
"Nein. Manchmal gewinnst du." Blaine hüpfte auf dem Sofa. "Zu ende."
“Ja. Jetzt geht es ab zu Daddy.”
"Okay." Blaine sprang von der Couch und strahlte. “Mia!"
“Hey Kleiner”, sagte sie und streckte die Arme aus.
Mit Anlauf rannte der Junge auf sie zu.  "Warum bist du hier?"
“Weil dein Daddy mich auf eine Pizza eingeladen hat.”
"Uh fein!" Aufgeregt klatschte Blaine in die Hände. "Mit viel Käse!"
“Jaaaa.” Mia hob Blaine auf seine Arme und küsste ihn auf die Wange.
"Aber kein olles Gemüse!"
“Salami? Schinken?”
Blaine rümpfte die Nase. "Käse!"
“Nur Käse?”
Blaine nickte schnell. "Sooooooo lecker!"
“Okay. Komm Mike, wir haben Hunger.”
"Okay. Jay, grüß Mom ja? Ich ruf sie an."
“Sag ich ihr. Viel Spaß euch.”
"Danke. Donnerstag habe ich am frei. Da kann ich ihn selbst abholen."
“Okay. Kommt nach der Arbeit morgen vorbei, wenn ihr wollt.”
"Mal schauen. Vllt geh ich mit ihm baden."
“Na dann viel Spaß.”
"Willst du mitkommen?"
“Gern.”
"Cool. Gehen wir morgen mit Onkel Jay planschen?", fragte er sein Kind.
Der runzelte die Stirn. "Pizza!"
“Die bekommst du heute”, sagte Jason. “Morgen gehen wir schwimmen?”
"Okay. Pizza."
“Na los, haut schon ab. Blaine verhungert ja gleich.”
Zu hause angekommen, fand er überraschenderweise seine Freundin Lena vor. "Was machst du hier?"
“Ich wohne hier.”
"Wie lange bist du denn schon hier?"
“Seit gerade eben.”
"Ahja. Dachte, du bist verabredet. Pizza haben wir für dich jetzt nicht."
“Ihr habt genug für vier.”
"Blaine teilt nicht." Mike seufzte und legte die Schachteln auf den Tisch. "Bärchen, geh dir Hände waschen."
Lena sah Blaine nach, dann sah er zu Mike und Mia. “Seit wann esst ihr zusammen?”
"Ben ist unterwegs und ich dachte ja, du wärst bei deinen Weibern."
Lena sagte dazu nichts und machte den Laptop an.
Mike war die Situation sehr unangenehm und er warf Mia einen knappen Blick zu.  "Was wollt ihr trinken?"
“Wasser?”, fragte Mia lächelnd. Sie wusste, dass Lena was gegen sie hatte, aber das war ihr ziemlich egal.
“Mit Sprudel?"
“Ja.”
Mike schaute auch Lena fragend an. "Und du?"
“Cola.”
"Darf ich auch Cola?", fragte Blaine aufgeregt.
“Nein Blaine. Du bist zu jung dafür.”
Der Junge schmollte und setzte sich an den Tisch, wo er seine Pizza herzog. Lena war Vegetarier und Blaine hatte die einzige fleischlose Pizza.
“Blaine? Gibst du Mummy auch was ab?”
"HÖ?" Er starrte seine Mutter an. "Meins!"
Mike unterdrückte ein Lachen und biss in seine Barbecuepizza.
“Du isst doch eh nicht alles.”
"Doch!" Blaine stopfte sich etwas in den Mund und sah seine Mutter trotzig an. Er war durch und durch ein Papakind.
Lena schüttelte nur den Kopf. “Und da fragt ihr euch, warum ich hier weg will”, sagte sie und verschwand ins Schlafzimmer.
Mike seufzte leise und folgte ihr. "Du sagtest heute morgen, dass du nicht da bist. Schreib mir einfach, wenn sich etwas ändert, aber sage sowas nie wieder zu deinem Sohn. Er ist nicht dafür verantwortlich dass du es satt hast, Mutter zu sein."
“Weißt du was, Mike? Ich wollte dich überraschen, weil du wolltest, dass ich öfter da bin. Nun bin ich hier und es ist falsch, weil du dann nicht mit der Kleinen da draußen flirten kannst. Mein Sohn interessiert sich null für mich, sondern nur dafür, wo sein Vater ist.”
"Vielleicht weil du dich nicht für ihn interessierst. Und ich flirte nicht mit Mia. Aber rede dir das nur ein."
“Oh bitte. Ich bin nicht blind. Ist auch egal. Mach das. Werde glücklich mit ihr.”
"Nein. Werde ich nicht. Mein Gott, ich will dass du Zeit mit deiner Familie verbringst. Morgen wollen Blaine, Jay und ich schwimmen gehen. Kommst du mit?"
“Ich bin in der Uni.”
"Seit wann das denn wieder? Vor einer Woche sagtest du, dass du aufhörst."
“Habe ich aber nicht.”
Mike zuckte die Schultern. "Komm nach."
Lena sagte nichts sondern zog ihren Laptop zu sich.
"Nun komm mit raus. Wir wissen beide dass Blaine nicht alles aufisst."
“Er will mich nicht dabei haben.”
Mike stöhnte auf. "Er ist nur bockig, weil er keine Cola bekommen darf."
“Er ist drei. Er sollte keine Cola trinken.”
"Natürlich nicht. Da stimme ich dir doch zu!"
Blaine liefen die Tränen über die Wangen. Er war schuld dass sich seine Eltern stritten. Schnell nahm er die Pizzaschachtel und ging zum Schlafzimmer, wo er mit dem Fuß gegentrat.
Lena sah zu Blaine und seufzte. “Komm her.”
"Nicht streiten. Hier", sagte er schluchzend und streckte ihr die Pizza hin.
Lena nahm die Schachtel und ihren Sohn auf den Schoß. So genervt sie auch von der ganzen Situation war und so unglücklich ihre Beziehung gerade war, war dieser kleine Mensch ihr Kind.
Blaine sah sie mit nassen, strahlend blauen Augen an. "Es tut mir leid."
“Mir auch.”
“Hier.” Blaine streckte ihr die Pizza entgegen.
“Danke, Kleiner.” Sie küsste ihn auf den Kopf.
Blaine nickte und lief wieder zu Mia hinaus. “Hunger”, nuschelte er ganz leise.
“Na komm. Essen wir meine Pizza?”, fragte sie lächelnd.
Er nickte und nahm sich ein Stück, beobachtet von Mike, der leise seufzte und seine Freundin betrachtete, die nun munter die Pizza aß.
“Ich muss jetzt arbeiten, Mike.”
“Gehst du?”
“Nein ich meine hier. Für die Uni.”
“Achso. Naja, wir sind im Wohnzimmer. Brauchst du etwas?”
“Nein danke.”
“Okay.” Mike verließ das Zimmer und schloss die Tür. “Satt, Blainey?”
Der zuckte die Schultern. “Ja, ich glaube.”
“Wie war die Kita heute?”, fragte Mia sanft.
“Ganz gut. Da ist ein neues Kind. Ein ganz blöder!”
“Warum ist er blöd?”
“Der macht mit seiner Nase so.” Blaine hob sie mit arroganter Miene, was Mike leise lachen ließ.
Mia grinste. “Vielleicht macht er das weil er noch niemanden kennt und Angst hat.”
“Dann guckt man so komisch?”, fragte Blaine verwirrt.
“Manche ja, damit man nicht merkt, dass sie Angst haben.”
“Wenn er jemanden kennenlernen will, sollte er nicht die Sachen von anderen kaputt machen.”
“Das stimmt natürlich.”
“Er hat meine Burg kaputt gemacht”, sagte Blaine. “Da hab ich ihm in den Po getreten.”
Mike hob die Augenbrauen. “Bärchen, ich möchte nicht, dass du anderen wehtust. Wenn sie etwas machen, was du nicht möchtest, musst du ihnen das sagen.”
“Aber .. sie war kaputt!”
Mia nahm Blaine auf ihren Schoß. “Schau mal, deine Burg kannst du wieder aufbauen aber wenn man einem Menschen weh tut, dann ist er sehr traurig.”
“Ich war auch traurig”, widersprach Blaine.
“Aber du hattest keine Schmerzen.”
Blaine öffnete die Mund, sah Mia dann aber böse an. “Er ist blöd”, nuschelte er.
“Ja das kann sein, aber nicht hauen und wehtun.”
“Aber böse gucken und ... böse reden?”
“Keine Schimpfworte!”, sagte Mike gleich.
“Idiot?”
Mia lachte leise. “Du bist so verdammt süß.”
“Ich weiß.” Blaine kicherte und streckte die Arme nach seinem Vater aus, der ihn auf den Arm nahm. “Nicht mit Mummy streiten.”
Mia beobachtete die beiden. Sie kannte Mike seit Jahren und es war Freundschaft auf dem ersten Blick. Sie hatte sich in den kleinen Sohn sofort verliebt, als dieser auf die Welt gekommen war. Und sie liebte die Beziehung der beiden.
“Ist manchmal nicht leicht, aber wir vertragen uns immer wieder. Keine Sorge.” Mike küsste ihn auf den Kopf. “Was hältst du von Omas Kekse?”
Blaine starrte ihn mit großen Augen an und nickte ganz schnell.
“Gibst du mir einen ab?”
“Jaah!” Blaine strampelte mit den Beinen und flitzte in die Küche, kaum war er unten.
“Er ist eine kleine Fressraupe”, sagte Mike trocken.

Am Nächsten Tag saß Blaine allein in der Bauecke und setzte akribisch einen Stein auf den anderen. So etwas machte ihm Spaß. Große Gebäude errichten.
“Das passt garnicht zusammen!”, kam es hinter ihm.
Langsam drehte Blaine sich um. “Na klar!”
“Nein. Rosa und grün sehen hässlich zusammen aus.”
“Dann guck doch nicht hin!”
“Der wird umfallen.”
“Das stimmt nicht, ich habe ihn hier festgemacht!”
“Das wird nicht halten.”
“Lass mich in Ruhe. Ich mach das schon.” Blaine wandte sich um und machte weiter.
Der blonde Junge biss sich auf die Unterlippe und schubste dann den Turm um.
Blaine schrie auf. “DU IDIOT!”, kreischte er und zitterte vor Wut.
“Tret mich doch! Wie gestern!”
Blaine war versucht, wirklich. Doch dann dachte er an die Worte seines Vaters, wandte sich ab und fing von neuem an.
“Blödmann”, sagte das Kind und stampfte davon.
“Selber.” Blaine schnaufte leise und konzentrierte sich wieder auf den Turm. Leider meinte es seine Erzieherin heute nicht gut mit ihm. Beim Mittagessen saß der Fremde wieder neben ihm. “Oh nö!”
“Selber oh nö! Hau ab!”
“Nein, ich war doch zuerst hier. Geh du weg!” Blaine schubste dessen Tasse mit dem Tee um.
“HEY!” Jessy schubste Blaines Tasse direkt auf diesen. “DU BIST KACKE!”
“DU HAST MICH NASS GEMACHT!”, brüllte Blaine und schubste den anderen vom Stuhl.
Der Junge knallte zu boden und fing bitterlich an zu weinen. Er hielt sich das Handgelenk, auf welches er gefallen war.
“Blaine!” Die Erzieherin stürzte zu den beiden und nahm Jessy auf. “Hast du dir wehgetan?”
Das Kind nickte und weinte heftig. Er drückte seinen Arm an sich.
“Darf ich ihn mir ansehen?”
“Nein!” Jessy schüttelte den Kopf. “Daddy!!!!”
“Bitte, lass mich erst sehen”, bat sie sanft. “Wir legen Eis drauf.”
Weinend und schniefend hielt er ihr den Arm hin. “Aua…”
“Ja, ich seh schon. Es wird etwas dick. Wir rufen deinen Daddy an.” Sie nickte einer Kollegin zu und schaute zu Blaine, der ganz blass auf seinem Stuhl saß, sichtlich erschrocken.
“Blaine, warum hast du das gemacht?”, fragte ein junger Mann und setzte sich neben ihn.
Zitternd vor Angst konnte der Junge gar nicht antworten. Das hatte er doch nicht gewollt.
“Hey kleiner…” Der Erzieher strich ihm über dem Rücken.
Blaine sah mit tränennassen Augen auf. “Kaputt?”, fragte er mit zitternder Unterlippe.
“Das wissen wir noch nicht.”
“Er stänkert schon ... die ganze Zeit. Er macht alles kaputt”, schluchzte Blaine.
“Trotzdem dürfen wir nicht schubsen.”
“Aber er darf alles kaputt machen?”
“Natürlich nicht. Aber jemanden körperlich anzugreifen ist sehr schlimm.”
Blaine senkte den Blick und schluchzte wieder auf. Er war Schuld, dass jemand verletzt war. “Ich will ins Bett.”
Der Erzieher seufzte. “Blaine, entschuldige dich bitte bei ihm.”
Doch Blaine schüttelte den Kopf. “Nein.”
“Warum nicht?”
“Weil er angefangen hat.”
“Aber du bist doch der Klügere.”
“Warum?”, fragte Blaine verwirrt.
“Weil der Klügere nachgibt.”
“Mach ich aber nicht”, sagte Blaine stur.
Er seufzte und sah Blaine an. “Dann geh ins Bett.”
Eine viertel Stunde später wurde Jessy von seinem Vater abgeholt, an den er sich weinend kuschelte. Zweiter Tag und schon verletzt. Das musste erstmal verdaut werden.
“Es tut uns sehr leid, Sir. Die beiden Jungen stacheln sich gegenseitig an. Dass es so eskalieren würde, konnten wir nicht wissen”, sagte die Erzieherin.
“Wer war das? Ich will mit den Eltern sprechen!”
“Darf ich ein Treffen arrangieren?”
“Das ist das mindeste. Ich bringe ihn ins Krankenhaus.”
“Natürlich. Rufen Sie uns bitte an. Wir sorgen uns sehr um den Kleinen.”
Jessy schniefte und zitterte, als sein Vater ihn mit sich nahm. Er wollte nach Hause.
Blaine konnte nicht schlafen. Er weinte leise und als sich seine Zoe, seine Lieblingserzieherin neben ihn legte, sah er traurig auf. “Daddy?” Er mochte sie, weil sie eine tolle Stimme beim Vorlesen hatte und weil sie die gleichen blauen Haare hatte, wie sein Daddy einst.
“Er kommt gleich her, Kleiner.”
“Hast du angerufen?”
“Ja. Ich denke, dass du ihn sehen möchtest.”
Blaine nickte schnell. “Jaah!”
“Wie gehts dir?”
“Ich weiß nicht”, nuschelte Blaine. “Daddy wird böse sein.”
“Ja, vielleicht. Aber du hast dich ganz schön erschrocken oder?”
“Jaah ... er hat so laut geschrien.”
Zoe strich über Blaines Kopf. “Du weißt, dass das nicht richtig war, oder?”
“Ja ... nur ... er stänkert die ganze Zeit und macht meine Sachen kaputt.”
“Wir werden darüber reden müssen.”
“Warum ist er so? Mag er mich nicht?”
“Das weiß ich nicht. Er ist noch ganz neu.”
Blaine seufzte leise, presste seinen Kuschelteddy fest an sich und schluchzte leise auf.
“Komm her, Kleiner.”
Blaine schmiegte sich an sie und schloss die Augen. Er war kein Kind mit vielen Freunden. Er interessierte sich für Bausteine und Autos. Und er verstand nicht, warum der andere ihn so sehr anfeindete.
Zoe hielt ihn fest und sah zur Tür, wo Mike wenig später auftauchte.
Blaine sah auf. “Daddy”, schluchzte er leise und stand sofort auf.
“Komm her, Bärchen.”
Fest schlang er seine Arme um ihn und weinte leise. “Tut mir leid ...”
“Bärchen, was ist passiert?”
“Er war böse. Er hat alles kaputt gemacht und dann hat er mir Wasser über die Beine gekippt!”
“Aber seit wann schubst du?”
“Er war böse und er hat nicht gehört! Ich hab gesagt, dass er aufhören soll.”
Mike sah die Erzieher an. “Er hat noch nie so auf ein Kind reagiert… wie geht es dem anderen Jungen?”
“Das wissen wir noch nicht. Das Handgelenk ist etwas angeschwollen gewesen.”
”Verdammt. Ich hoffe, es geht ihm gut.”
“Ja, das hoffe ich auch. Blaine war sehr geschockt über all das. Ich bin sicher, dass er es so nicht gewollt hat.” Sie strich dem Jungen kurz über den Rücken.
“Ja ich weiß. Bärchen, wollen wir zu meiner Arbeit?”
Blaine nickte traurig. “Darf mein Teddy mit?”
“Natürlich. Hol ihn dir.”
Blaine lief zu seinem Bett, nahm auch sein Kuschelkissen mit und streckte die Arme nach seinem Vater aus.
Mike nahm ihn auf die Arme und ging mit ihm in den Vorraum, wo er Blaine anzog.
“Daddy?”, fragte Blaine leise, während er seine Schuhe anzog.
“Ja, Schatz?”
“Bist du böse auf mich?”
“Nein, aber Blaine, so geht das nicht. Du darfst niemandem wehtun. Und ich weiß, dass er angefangen hat, aber das ist nicht okay.”
Obwohl sich alles in ihm sträubte, seufzte er leise. “Ich sag entschuldigung.”
“Sehr gut.” Mike gab ihm einen Kuss auf den Kopf und nahm ihn wieder auf den Arm.
Fest an ihn gekuschelt, schloss er die Augen. Es fiel ihm schwer, sich im Auto wachzuhalten, doch im Laden kuschelte er sich auf den Sessel hinter dem Tresen. “Tut mir leid, Daddy, dass du mich abgeholt hast.”
“Schon gut, Schatz. Schlaf ein bisschen.”
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