Das neue Familienmitglied

von Lady0409
GeschichteFamilie / P12
Dr. Sabine Petersen Jens Blank
21.03.2020
26.03.2020
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Das neue Familienmitglied


Drei Jahre sind seit Wollckes Einweihungsfeier vergangen und noch immer sind Jens und Sabine ein Herz und eine Seele. Was den beiden und insbesondere Sabine allerdings von Herzen fehlt ist ein gemeinsames Baby. Da kommt Jens auf eine Idee, die bald schon in die Tat umgesetzt wird…


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Kapitel 1
Ein großer Wunsch


Dr. Sabine Petersen und Jens Blank, das Traumpaar des Hamburger Rettungshubschraubers SAR 71, waren inzwischen seit etwas mehr als drei Jahren ein Paar. Sie waren immer noch genauso verliebt, wie am ersten Tag und jeder konnte sehen, wie wichtig sie sich einander doch waren.

Eines jedoch fehlte den beiden – ein gemeinsames Baby für die Beiden.

Besonders Notärztin Sabine machte dieser Umstand, dass sie von ihrem absoluten Traummann noch nicht schwanger geworden war, schwer zu schaffen und die langjährige Notärztin schaute jeder glücklichen Familie, die die beiden bei Spaziergängen trafen, traurig hinterher.


Wieder einmal waren die beiden an diesem sonnigen Apriltag nach dem Dienstschluss, der dieses Mal sogar schon bereits gegen Mittag stattgefunden hatte, spazieren gegangen und Hand in Hand schlenderten Sabine und Jens durch ein großes Einkaufszentrum, als die Notärztin, während ihr Lebensgefährte für sie eine Überraschung zu ihrem bereits dritten Jahrestag besorgte, ihre beste Freundin Madeleine traf.

„Madeleine, hey.“, begrüßte die Notärztin ihre Freundin mit einer freudigen Stimme und einer vertrauten Umarmung, als sie auf Madeleines etwas dickeren Bauch deutete. „Wie geht es euch beiden denn im Moment? Ist es bei Dir nicht bald soweit?“
„Uns beiden geht es im Moment noch sehr gut. Es dauert aber auch leider noch ein paar Wochen, bis ich mein Kleines auch endlich in den Armen halten kann. … Ich war gerade zur Vorbereitung auf die Geburt des Kleinen noch ein paar Sachen einkaufen. Für meinen kleinen Prinzen…“, berichtete die schwangere Madeleine voller Glück und streichelte sich, ohne groß darüber nachzudenken, wie es ihrer Freundin damit gehen könnte, über ihren mittlerweile etwas dickeren Schwangerschaftsbauch. „Ich bin ja so froh, dass es doch noch bei Jan und mir mit einem gemeinsamen Baby geklappt hat. Es war wie ein Wunder, als ich den positiven Schwangerschaftstest in der Hand hielt.“

„Hm…“, seufzte Sabine von ihrer eigenen Kinderlosigkeit enttäuscht und hoffte, dass ihr Lebensgefährte schon bald wieder zu ihr zurückkam. „Ich freue mich auch für Dich… und für Jan natürlich auch.“

„Hey, Sabine. Es tut mir leid. Ich habe nicht nachgedacht, dass Du Dir doch auch… ein Baby wünschst. Aber ich freue mich einfach im Moment schon so sehr auf das Baby. Und da konnte ich einfach nicht nachdenken.“ „Das ist doch ganz in Ordnung, Madeleine. Es ist eben so, dass ich noch auf mein eigenes kleines Wunder warten muss“, meinte die Notärztin und fragte ihre Freundin anschließend: „Hast Du denn auch ein… ein Bild von Deinem Baby mit? Du hattest doch gestern einen Termin bei der Frauenärztin. Hat Jan erzählt.“

„Ja… Ja, natürlich, Sabine. Ich hab natürlich ein Foto von meinem Kleinen mit. Aber willst Du Dir das wirklich ansehen? Ich meine, bei Deinem momentanen seelischen Zustand…“, meinte Madeleine zu ihrer Freundin und kramte aus ihrer Handtasche sogleich ein Ultraschallbild, das sie am gestrigen Mittwoch von ihrer Frauenärztin nach der Routineuntersuchung bekommen hatte.

Sabine schaute mit einem tiefen Seufzer auf das Bild – der gut zu erkennende Umriss eines Babykopfes war zu sehen und Madeleines Freundin, die auch schon einige Geburten während ihrer Zeit als Notärztin betreut hatte, wurde es wieder schwer ums Herz.
Wie gerne würde sie selbst einmal auf ein eigenes Ultraschallbild schauen können und ihr Baby bestaunen? Wie gerne würde sie ihrem geliebten Jens ein eigenes Baby schenken?

Aber leider blieb eine Schwangerschaft der Notärztin verwehrt und Madeleine versuchte, die traurige Freundin zu beruhigen.
„Hey… Hey, Sabine. Komm. Es kommt doch sicherlich auch bei Dir und Deinem Jens alles wieder in Ordnung; Ihr beide werdet auch bald Eltern eines wunderbaren kleinen Wunders. Ich bin mir sicher.“

„Nein… Nein, ich glaube nicht, dass wir noch ein eigenes Baby bekommen würden. Und da haben wir seit einem Jahr dieses große Haus. Wir haben so viel Platz bei uns zu Hause. Aber ich kann einfach nicht mehr schwanger werden. Vielleicht will der da oben…“ Sabine schaute in den Himmel und fuhr fort: „Vielleicht will der da oben einfach verhindern, dass Jens und ich noch glücklich werden. Wir zwei haben einfach zu lange gewartet, bis wir endlich ein Paar werden.“
„Ihr beide schafft das sicherlich auch.“, tröstete die Ende des 6. Monats Schwangere ihre Freundin und legte ihre Hand auf die Schulter der Notärztin, die noch einmal traurig seufzte und den Kopf schüttelte.
„Nein, ich werde niemals mehr schwanger. Vielleicht… Vielleicht adoptieren wir in den nächsten Jahren noch ein Kind, aber ein Eigenes… Ich werde niemals in die Freude kommen, dass in meinem Bauch ein kleiner Mensch heranwächst. Und das macht nicht nur mich fertig, sondern auch… sondern auch Jens. Ich sehe doch, wie mein Liebster beim Anblick von einem Baby leidet; besonders in Einsätzen…“

„Das ist auch unverschämt von dem da oben. Andere Eltern, die ihre Kinder nicht lieben wollen und es dann vielleicht sogar noch aufs Übelste misshandeln, bekommen immer wieder Nachwuchs. Und andere Menschen, die sich aufs Herzlichste ein Baby wünschen und sicherlich wunderbare Eltern werden würden, warten Jahre und Jahrzehnte auf ein gemeinsames Baby…“, meinte Madeleine und wieder schüttelte Sabine den Kopf.
„Das ist nicht unverschämt, Madeleine. Es ist der Lauf der Zeit. Vielleicht ist es auch viel besser, wenn ich kein Baby bekomme. Dann brauchen Jens und ich keine Sorgen um unser Baby zu haben.“, erklärte Sabine, als sie noch einmal tief durchatmete und seufzte. „Ich sollte mein Leben nicht nur danach ausrichten, ob ich ein Baby bekomme. Wir müssen einfach noch ein bisschen warten…“, wusste die Notärztin und sah, dass sich Jens endlich wieder seiner Lebensgefährtin näherte.

„Oh, hallo Madeleine.“, begrüßte auch der Pilot die Ehefrau seines besten Freundes. „Du bist ja wirklich immer dicker. … Wie geht es euch beiden denn? Ist alles mit deinem Kleinen in Ordnung?“
„Gut, danke Jens. Ich bin aber trotzdem glücklich, wenn ich endlich diese Murmel vor mir los habe. So eine Schwangerschaft ist zwar wunderschön und ich bin überglücklich, aber mir ist diese Kugel hier vorne wirklich langsam einfach viel zu schwer…“, meinte Madeleine zu ihrem Freund und sah noch einmal mit einem mitleidigen Blick zu ihrer besten Freundin. „Und? Was habt Ihr beide heute Abend noch so vor?“

„Ich habe heute Abend noch einiges Zuhause zu erledigen; so ein großes Haus macht sich ja leider auch nicht von alleine sauber. … Und dann muss ich mich noch darum kümmern, dass wir im Sommer in den Urlaub fahren können. Wir sind uns immer noch nicht im Klaren darüber, ob wir in den Süden oder doch lieber in den Westen Richtung Frankreich oder Spanien fahren.“, berichtete die Notärztin ihrer Freundin und sah zu ihrem Lebensgefährten. „Ich hoffe, Du hast jetzt nicht schon eine Reise gebucht, obwohl wir uns noch nicht über das Ziel einig gewesen sind…“
„Nein… Nein, Sabine. Mach Dir keine Sorgen. Ich habe eine Überraschung für nächsten Monat geplant. Wir haben schon bald… Wir haben doch auch schon bald unseren Jahrestag.“

„Du denkst von selbst noch an Euren gemeinsamen Jahrestag? … Jan habe ich immer wieder daran erinnern müssen, wann wir zusammen gekommen sind. Ich hoffe, er kann sich wenigstens den Tag merken, an dem unser Zwerg auf die Welt kommt. … Aber dass Du Dich daran erinnern kannst, wann Du mit Sabine zusammen gekommen bist… Oder hat Dich Sabine daran erinnert? “, erkundigte sich Madeleine erschrocken bei ihrem Freund und Jens nahm die Hand seiner Geliebten, mit der er bereits seit mittlerweile 3 Jahren eine feste und trotz des Kinderwunsches von Sabine sehr stabile Beziehung hatte, fest in seine, bevor er erklärte: „Natürlich denke ich von selbst an unseren Jahrestag. Ich liebe meine Sabine über alles auf der Welt; sie ist es wert, dass ich daran denke. … Gehen wir dann wieder weiter? Wir sollten langsam nach Hause fahren.“
„Ja, Du hast recht, Jens. Lass uns nach Hause fahren. Ich werde auch langsam müde. Nach dem Dienst heute… Madeleine, wir sehen uns doch sicherlich spätestens nächste Woche wieder, wenn wir beide noch eine Runde drehen. Und wir haben ja auch noch einen Shoppingtermin für Deinen Kleinen geplant.“, wusste die erfahrene Notärztin und Madeleine, der es ziemlich peinlich zu sein schien, dass sie den lange geplanten Shoppingtrip mit ihrer Freundin vergessen hatte, nickte. „Ja, du hast Recht. Das hab ich ganz vergessen, dass wir beide doch noch shoppen gehen wollten.“

„Das ist die Schwangerschaftsdemenz, Madeleine.“, lächelte Sabine freundlich und deutete auf den Bauch ihrer langjährigen Freundin. „Dein kleiner Spatz nimmt Dir Deine Erinnerung an Termine wohl ein wenig… Aber das vergeht, Madeleine.“
„Ja, hoffentlich. Ich glaube Dir mal, dass das wirklich vergeht. … Na gut, Sabine. Dann treffen wir beide uns nächste Woche.“, verabschiedete sich die schwangere Madeleine von ihrer Freundin und Sabine und Jens machten sich auf den Nachhauseweg.


Unterwegs sah die erfahrene Notärztin wieder eine Familie, die mit ihrem Baby im Kinderwagen, einem etwa vierjährigen Kind und einem Hund, einem großen Golden Retriever, spazieren ging.
„Die beiden da drüben haben es gut…“, seufzte Sabine wieder traurig und sie lehnte sich an Jens´ Schulter, wobei der Pilot wieder merkte, dass seine geliebte Ärztin nicht sehr glücklich über die erfolglose Familienplanung, an der die beiden so sehr arbeiteten, zu sein schien.

„Hey… Wir kriegen das hin. Glaub mir. In ein paar Wochen wirst Du unseren Freunden auch endlich verkünden können, dass wir ein Baby bekommen.“, versprach der Pilot seiner Liebsten und gab ihr einen Kuss. „Ich liebe Dich doch, Sabine. … Und wenn es doch nicht funktionieren sollte, dann werden wir ein Baby adoptieren. Versprochen.“

„Ach, das hast Du so lange alleine gemacht. Du planst schon ohne mich eine Adoption!“, fuhr Sabine erschrocken hoch und sah ihren Lebensgefährten an. „Ich glaube doch nicht, dass Du einfach ohne mich zu fragen, unser Leben verplanst. Ich werde… Ich will kein Kind adoptieren; ich will es von selbst schaffen, schwanger zu werden. … Lass Dir doch einmal von Madeleine erklären, wie es für eine Frau ist, wenn sie ein neues Leben unter ihrem Herzen trägt. Dann weißt Du auch einen Grund, warum ich unbedingt schwanger werden will…“
„Wenn es aber nicht funktioniert, Sabine. Ich kann doch auch nichts dafür… Wir haben doch schon alles versucht…“, wies Jens seine Geliebte zurecht und die Notärztin zuckte erschrocken zusammen, bevor sie ebenfalls etwas lauter wurde: „Du hast ja keine Probleme damit, dass wir bisher noch keine Kinder bekommen haben. Du kannst ja noch jahrelang… Aber ich habe langsam keine Zeit mehr, Jens. Bei mir tickt die Zeit.“

„Ich kann mir doch selbst sehr gut vorstellen, wie schwer es besonders jetzt im Moment für Dich ist, Sabine. Aber wir… Wir haben doch alles versucht. … Komm, lass uns bitte nicht mehr streiten. Wir fahren jetzt nach Hause und dann machen wir uns einen schönen Abend zusammen.“, schlug Jens vor, doch die Ärztin schüttelte den Kopf und erwiderte: „Ich glaube nicht, dass wir uns heute Abend eine schöne Zeit miteinander machen können. … Ich will jetzt endlich ein Baby…“
Die Tränen in den Augen der Notärztin ließen besonders Jens zusammenfahren und er schloss seine Lebensgefährtin liebevoll in die Arme.
„Ich liebe Dich über alles, Sabine. Und wir werden es zusammen schaffen, ein Baby zu bekommen. Du musst mir doch einfach nur vertrauen. … Mach Dir doch bitte jetzt erst einmal keine allzu große Hektik mit dem Kinderwunsch. Das bringt doch nichts.“
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