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Ben und Lia

von Easy96
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
Harry Osborn OC (Own Character) Peter Parker / Spiderman
21.03.2020
07.12.2021
35
25.960
1
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Dieses Kapitel
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24.06.2020 1.187
 
Lia

„Ben hat immer noch nicht geantwortet“, meinte ich enttäuscht, nachdem ich meine Freundin zum Abschied umarmt hatte. „Jetzt sei doch nicht so ungeduldig. Vielleicht hat er die Nachricht noch gar nicht gelesen. Es wird schon klappen. Aber schreibe mir wenn er geantwortet hat okay?“ „Klar. Das mache ich. Und natürlich hast du Recht. Vielleicht ist er unterwegs und hat die Nachricht noch gar nicht gesehen.“ „Garantiert“, meinte Yelena.

Wir verabschiedeten uns und ich machte mich auf den Heimweg. Ich war etwas nervös ob Ben mir auch wirklich schreiben würde. Dauernd aktualisierte ich deshalb während der Fahrt meine Nachrichten. Doch es kam leider keine Antwort von ihm, geschweige denn war er online. Ich seufzte nachdem ich ein letztes Mal auf „Aktualisieren“ drückte bevor ich unsere Haustür aufschloss.

Im Esszimmer traf ich auf meine Mutter. Nachdem sie mich begrüßt hatte fragte sie: „Könntest du vielleicht noch das Besteck aus der Küche holen? Es gibt gleich essen.“ „Klar“,  meinte ich und lief dorthin.

Kurz bevor ich jedoch wieder am Esszimmertisch ankam überfiel mich wieder dieses Kribbeln und Zittern. Es war allerdings stärker als letztes Mal. Ich schaffte es nicht mehr das Besteck rechtzeitig abzulegen und es fiel klirrend zu Boden.
Mein Vater der in diesem Moment das Esszimmer betrat lief in meine Richtung. Auch meine Mutter, die sich eigentlich wieder in die Küche begeben wollte drehte sich erschrocken um: „Alles okay? Was ist passiert?!“ Ich setzte mich auf  einen der Esszimmerstühle. „Ich… ich
konnte das Besteck einfach nicht mehr halten. Alles kribbelt in meinen Armen.“ Meine Mum begann die Gabeln und Messer einzusammeln. Mein Dad stand jetzt neben meinem Stuhl. Er sah sehr besorgt aus und starrte auf meine zitternde Hand. „Kribbelt es immer noch? Hattest du das schon einmal?“ Ich versuchte zu erkennen was mein Vater dachte. Das war nicht nur Besorgtheit. Er hatte Angst. „Ein bisschen noch. Ich hatte das vor ein paar Tagen schon mal, als ich Skateboard gefahren bin. Mein Kreislauf ist bestimmt etwas instabil.“
Meine Mum zog scharf die Luft ein und hielt sich die Hand plötzlich vor den Mund. Dann ging sie schnell in die Küche. „Bleib bitte kurz hier sitzen Lia. Wir sind gleich wieder da. Du brauchst keine Angst haben“, meinte mein Vater und ging ebenfalls in die Küche. Ich hörte wie sie in Schloss fiel. Das Verhalten meiner Eltern machte mir allerdings Angst. Was stimmte nicht mit mir? Was war dieses Kribbeln und Zittern? Was wussten sie darüber, das meine Mutter fast vor mir in Tränen ausbrach? Das Einzige was mich etwas beruhigte war, das dieses Kribbeln und Zittern aufhörte.

Harry

„Sie hat es auch. Sie hat es auch…“, schluchzte Felicia als ich die Küche betrat und hinter mir die Tür schloss. Ich nahm sie in den Arm. Was sollte ich auch sonst tun. Felicia hatte Recht. Unser schlimmster Albtraum bewahrheitete sich in diesem Moment. Ich war selbst immer noch wie gelähmt. „Warum hat sie es so früh?“ Felicia sah mich mit Tränen in den Augen an. „Das kann ich dir nicht sagen, aber wir bekommen das hin. Das hast du vor mir zu 16 Jahren gesagt. Erinnerst du dich?“ „Natürlich. Es kommt mir vor als wäre es gestern gewesen. Wir müssen Lia sagen was sie hat, Harry. Hast du nicht ihre Angst gesehen? Und sie hat unsere gesehen“, meinte Felicia. Ihre Stimme klang plötzlich nicht mehr zittrig, sondern sehr entschlossen. Ich nickte nur. Lias angsterfülltes Gesicht ging mir nicht aus dem Kopf, nachdem sie die Angst in meinem Gesicht gesehen haben muss. „Lass uns rüber gehen. Ich werde es Lia erklären. Aber nur so viel wie nötig. Nicht mehr.“ Felicia löste sich aus meiner Umarmung, nickte und wischte sich mit einem Taschentuch ihre Tränen weg. Ich öffnete die Tür und wir gingen zurück zu Lia.

Der Weg zu dem Stuhl auf dem sie immer noch saß war nicht weit, aber es war kein einfacher. Ich musste an die Worte meines Vaters denken: „Der Fluch der Osborns“, nannte er die Krankheit. Damals waren mir die Bedeutung und das Ausmaß seines Vergleiches nicht bewusst, doch heute verstand ich sie. Diese Krankheit klebte wirklich wie ein Fluch an uns.
Am Tisch angekommen setzte ich mich ebenfalls auf einen der Stühle. Felicia tat es mir gleich. Lia sah uns abwechselnd gespannt an. Ihre Angst hatte sich kaum gelegt. Wie auch.
Es kam jetzt darauf an das ich die richtigen Worte sagte um ihr diese Angst wenigsten etwas zu nehmen. Ich wollte es besser machen als mein Vater damals.
„Lia, egal was du jetzt von mir erfährst. Wir werden dich nicht alleine damit lassen.“ „Das weiß ich doch Dad. Bitte sag mir einfach was mit mir los ist“, flehte sie mich an. „Du wolltest immer etwas über meine Krankheit erfahren. Ich habe immer geschwiegen. Vielleicht verstehst du heute warum ich das tat. Die Krankheit heißt retrovirale Hyperplasie. Sie ist bei mir circa seit dem 19. Lebensjahr ausgebrochen.“ Bevor ich weiterreden konnte unterbrach Lia mich. „Ausgebrochen? Moment, das heißt…“ „… sie schlummerte in mir seit meiner Geburt. Es ist eine Erbkrankheit. Weltweit gesehen ist sie sehr selten, aber tritt sie in einer Familie auf ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch das sie bei allen Nachkommen früher oder später ausbricht.“

„Das heißt ich habe sie jetzt auch. Oder?! Warum habt ihr mir das nicht früher erklärt?!“ Lia wurde wütend. „Sie ist tödlich, nicht wahr? Habt ihr deshalb geschwiegen?!“ Als ich nicht gleich antwortete wollte sie aufstehen und den Raum verlassen. Allerdings ergriff Felicia das Wort, worüber ich sehr erleichtert war. „Lia, wir wussten nicht ob und wann sie bei dir ausbricht. Wir wollten, dass du in Ruhe deine Kindheit verbringen kannst. Deshalb haben wir auch versucht, dass du so wenig wie möglich über die Krankheit im Vorfeld erfährst. Damit du dir keine Sorgen um deinen Dad und auch keine um dich machst.“ Lia stand jetzt vor ihrem Stuhl und sah in Richtung Tür, die zu Flur führte. Anscheinend überlegte sie zu gehen, doch sie tat es nicht. „Wir werden ein Mittel finden um diese Krankheit zu heilen Lia. Wir werden beide nicht vorzeitig an ihr sterben. Die Forschung bei OsCorp ist in vollem Gange“, versuchte ich zu erklären. „Das mag sein, aber wer sagt dass es rechtzeitig fertig ist bevor du stirbst. Vielleicht nicht mal bevor ich sterbe. Und ich glaube  nicht, dass ihr mir alles erzählt habt. Ich vertraue euch nicht. Wenn ihr so etwas verheimlicht habt tut ihr das auch mit Anderem!“, schrie Lia und sah dabei besonders in meine Richtung. Ich wusste nicht was ich darauf erwidern sollte und kam auch nicht mehr dazu. Lia rannte in den Flur. Griff nach ihrer Handtasche und verschwand  durch die Haustür nach draußen. Felicia rief ihren Namen, doch Lia drehte nicht mehr um.
   
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Hallo,
Ich danke euch für eure vielen vielen über 800 Aufrufe. Vielen Dank auch an den der meine Geschichte neu zu seinen Favoriten hinzugefügt hat. Und danke auch für das neue Review und die Empfehlung meiner Geschichte.
Die Szene in der Lia von der Krankheit erfährt habe ich schon lange im Kopf gehabt. Ich finde sie sehr emotional. Ich hoffe sie gefällt euch genauso wie mir.
LG Eure Easy
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