Liberal? Egal!

GeschichteParodie, Romanze / P18 Slash
Christian Lindner Jens Spahn
21.03.2020
19.09.2020
20
24.202
9
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42 Reviews
Dieses Kapitel
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21.03.2020 1.002
 
Hallo ihr Lieben!
Schön, dass ihr euch hier verirrt habt und meine Fanfiction lesen wollt. Neben Christian Lindner und Jens Spahn treten hier selbstverständlich noch viele andere realexistierende Personen auf. Um einen kleinen Überblick zu verschaffen, lege ich hier eine Liste der Charaktere an + das Kapitel, in dem sie zum ersten Mal auftauchen.

FDP:
- Katja Suding (Kapitel 5)
- Nicola Beer (Kapitel 7)
- Marie-Agnes Strack-Zimmermann (Kapitel 8)
- Konstantin Kuhle (Kapitel 8)
- Benjamin Strasser (Kapitel 8)
- Wolfgang Kubicki (Kapitel 11)
- Linda Teuteberg (Kapitel 14)
- Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (Kapitel 18)


CDU:
- Julia Klöckner (Kapitel 1)
- Peter Altmaier (Kapitel 8)
- Philipp Amthor (Kapitel 9)
- Armin Laschet (Kapitel 13)


Bündnis 90 Die Grünen:
- Claudia Roth (Kapitel 1)
- Katrin Göring-Eckardt (Kapitel 1)
- Robert Habeck (Kapitel 9)


SPD:
- Johannes Kahrs (Kapitel 2)
- Franziska Giffey (Kapitel 8)


Journalistinnen und Journalisten:
- Franca Lehfeldt (erster Auftritt nicht so konkret zu bestimmen, da sie ähnlich wie auch
- Daniel Funke schon von Beginn an Gesprächsgegenstand ist und dann irgendwann selbst auftritt)
- Anne Will (Kapitel 9)
- Dagmar Rosenfeld  (Kapitel 14)

...und nun viel Spaß beim Lesen!


Er musste hier raus. Was hatte Christian da nur getan? Er hatte es für einen Witz gehalten, als seine christdemokratischen und christsozialen Kollegen darüber tuschelten, dass er gleich wirklich das Aus der Sondierungen verkünden würde. Bis zum letzten Moment hatte er gehofft, dass Christian es sich doch noch anders überlegte. Ihm zuliebe. Jens fing fast zu taumeln an. Er stützte sich an der Wand ab und verharrte einen Moment dort.

'Es ist nicht deine Schuld', versuchte Jens sich im Kopf immer wieder einzureden. Es war nicht einmal die Schuld der Union. Natürlich lag es an den Grünen. Christian hatte von Anfang an davon geredet, dass mit Özdemir, Göring-Eckardt, Trittin, Roth und Künast nichts zu machen ist. Und auch nicht mit Hofreiter. Jens hatte den Überblick verloren, an wem es letztlich am meisten lag. Aber der präsenteste Gedanke in seinem Kopf war der Schmerz der Zurückweisung. Jetzt war es vorbei. Jeder würde wieder seine Wege gehen. Vorbei waren die Abende, an denen sie eng aneinander saßen und zusammen von derselben Zigarre rauchten. Vorbei die Momente, an denen sich ihre Hände berührten und Christian diese zarten rosafarbenen Wangen bekam. Je mehr er trank, desto niedlicher sah er aus, desto roter wurden die Wangen und desto blauer seine Augen.

Jens betrat die Toiletten und sah in den Spiegel. Eine Träne lief ihm über die Wange. Ganz langsam. Er wollte sie nicht wegwischen. Sie zeigte, dass ihm das wirklich etwas bedeutet hatte. Was hatte es Christian bedeutet?

"Da ist wieder auch eine neue politische Nähe, auch menschliche Nähe gewachsen" hatte er gesagt und damit ganz sicher ihn gemeint. Er hatte es der ganzen Republik gesagt, ohne dass diese wusste, dass er, Jens Spahn, damit gemeint war. Ein leichtes Lächeln huschte über sein Gesicht. Dann musste er daran denken, wie Christian ihm im Vertrauen erzählt hatte, dass er sich von seiner Frau Dagmar Rosenfeld trennen wollte. Für einen Moment war da die Hoffnung in Jens aufgestiegen. Er erinnerte sich noch ganz genau daran, wie er sich damals zu ihm herüber gebeugt hatte und ihm tief in die Augen gesehen hatte. Christian hatte den Blick damals erwidert. Aber dann hatte er sein Handy aus seiner Anzugtasche gezogen und ihm ein Bild dieser Franca Lehfeldt gezeigt. Eine RTL-Reporterin! Was fand er nur immer an diesen Show-Weibern?

Gut, das war gemein. Er kannte Franca nicht einmal. Vielleicht war sie sogar nett! Das würde das Ganze nur noch schlimmer machen...so eifersüchtig hatte er sich selbst noch nie erlebt. Und das obwohl seinem Partner Daniel die Männer auch regelrecht hinterherliefen. Ja, sein Partner sah definitiv sehr gut aus, aber...Christian tat das auch.

Jens wusch sich die Hände und ließ sich das kalte Wasser über die Handinnenflächen laufen. Christian hatte ihm mal gesagt, dass er schöne Hände hätte...

Machte ein Mann einem anderen Mann solche Komplimente, wenn er nicht irgendeine Anziehung verspüren würde?

Langsam schritt er wieder zur Tür, öffnete sie und lief buchstäblich in die Arme von Claudia Roth. Bitte nicht schon wieder. Er roch ihre Fahne. Sie hatte mal wieder einige Gläser Wein oder Bier oder beides getrunken. Der eine oder andere Kurze war bestimmt auch dabei...

"Mein Lieeeeber!" Sie breitete ihre Arme aus und hüllte ihn in ihren bunten Poncho ein. Er hatte das Gefühl, er würde farbenblind davon werden. Stur starrte er geradeaus und ließ die Umarmung über sich ergehen. Claudia Roth war die Tante, die er nie hatte und auch nie vermisst hatte. Sie ließ ihn gar nicht mehr los.
- "Ähhh...." Jens sah sich um und versuchte Blickkontakt mit irgendwem im Raum aufzunehmen. Zum Glück konnte er Katrin Göring Eckardt entdecken. Er löste sich aus der Umarmung und rief: "Die Katrin! Schau mal!"
Die hatte gleich verstanden, was er wollte und legte Claudia beide Hände auf die Schultern. "Das war für uns alle kein leichter Tag heute", murmelte sie als Entschuldigung. Jens nickte. "Schon okay! Ich gehe jetzt mal zu meiner Partei!"

Die Stimmung hatte sich kein Stück verbessert. Julia Klöckner, die am späten Nachmittag noch ein Pressestatement à la "Es ist nicht leicht, aber wir werden das schaffen" abgegeben hatte, starrte in die Leere. Hatte sie geweint? Ihre Mascara befand sich teilweise schon unter dem Auge? Aber vielleicht war sie einfach fertig. So wie alle. Er versuchte sie anzulächeln, doch sie schien gar nicht richtig da zu sein.

Jens griff nach seinem Handy. Er hatte eine neue Nachricht. Von Christian!
'Sorry. Lass uns bitte reden. So schnell wie möglich in deiner Wohnung. Christian.'

Jens' Herz begann zu klopfen. Erst leicht und dann immer schneller. Christian wusste, wo die Wohnung war, schließlich wohnte er jetzt selbst darin. Jens und Daniel waren woanders hingezogen und hatten dem Freien Demokraten ihre ehemalige Wohnung zur Verfügung gestellt.

Was würde er ihm sagen? Jens konnte es kaum erwarten.
'Bin auf dem Weg. Bis gleich', schrieb er zurück.
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