Liebe in Frieden - Eloise

von M i n a
GeschichteDrama, Romanze / P16
OC (Own Character)
21.03.2020
25.03.2020
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21.03.2020 1.212
 
AN.: Hier die offizielle Fortsetzung der MMFF Liebe in Frieden in einer kürzeren Fassung. Nach und nach geht aber für jede Erwählte, für Prinzessin Claire, für Eadlyn und für einen geheimen Charakter ein Abschluss online. :)

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· Die Liebe ist das ewige Licht. ·
Peter Rosegger


Gut zwei Stunden vor Sonnenaufgang hatte die Party ein Ende gefunden, was aber auch bereits lange genug her war, dass er sich nicht mehr wie das Geburtstagskind fühlen konnte. Sämtliche Gläser, übersehene Teller und Kronleuchter waren abgeräumt worden. Vom Geschenketisch könnte er sogar meinen, dieser sei komplett in seine Gemächer gebeamt worden!
Fast alle waren fort, schlafen gegangen, selbstverständlich. Sie nicht, er nicht, Kamden aufgrund seiner Funktion als Leibwächter nicht, aber … ansonsten dürfte jeder Gast und jeder Mitarbeiter aus der Spätschicht nicht mehr weit davon entfernt sein, selig zu träumen. Er konnte nicht richtig begreifen, dass sie noch im Saal saß. Ausgerechnet sie. Bedeutete ihr Bleiben mehr? »Tanzkater, Eloise?« Möglich, dass ihr dank ihrer exzessiven Demonstration ihrer Lebensfreude die Kraft fehlte, in ihr Gemach zu … hm, kriechen?
Und was, wenn sie wirklich seinetwegen geblieben war, wie er ihretwegen …? Sein Herz schlug wie verrückt, seit seine Mom ihn darauf aufmerksam gemacht hatte, wer noch im Saal saß. Sie musste es hören, nicht wahr? Sie musste es hören. In dieser Stille hier.
»Ja, aber ich habe mich nie lebendiger gefühlt.« Dawson lächelte. Er lächelte ihretwegen, einfach, weil sie existierte, das wusste er.
Sie konnte noch so träge klingen und noch so herzhaft gähnen – nach diesem Abend musste er ihr glauben. Sie hatte sich in Moms Herz getanzt. »Meine Mom hat mir die halbe Party über mit ihrem Blick zu verstehen gegeben, dass sie bereits von unserem ersten Tanz als Misses und Mister Newsome träumt. Du musst vorsichtig sein«, scherzte er. Es war ein Scherz, denn selbstverständlich befand sich Eloise im Palast, um … herauszufinden, ob … »Du schuldest mir einen halben Tanz. Heute habe auch ich genug, aber … du schuldest mir einen halben Tanz.«
»Wir können im Sitzen tanzen«, antwortete sie, während ihr Kopf drohte, auf den Tisch zu sinken. Er brach einfach in Gelächter aus, als würde nicht alles in ihm nach Erholung schreien. Er konnte nicht anders. Eloise Covey fand er urkomisch.
»Nein, du gehörst ins Bett. Und dir gebührt sogar die Ehre, von mir zu deinem Gemach begleitet zu werden, einziger Gast auf meiner Geburtstagsparty.«
»Ich … Nicht der einzige Gast … Wie spät?« Die leise Panik in ihrer Stimme ließ ihn den Kopf schütteln.
»Ich würde sagen, der Unterricht fällt aus. Miss Wiley hat gebechert, wie es ein trockener Alkoholiker womöglich vor dem Weltuntergang würde. Kannst du aufstehen, Eloise?« Er würde sie nicht durch den Palast tragen. Das ging nicht. Es schickte sich nicht.
»Ich will nicht aufstehen.« Klare Ansage. Er schmunzelte. »Unterhalte dich mit mir. Aufholen. Ich muss aufholen.«
»Aufholen?«, fragte er, erneut zu einem Kopfschütteln gezwungen. Glaubte sie das tatsächlich? Sie war verrückt. »Ich bin überzeugt, dass du später nichts mehr von dieser Äußerung weißt, Eloise Covey. Du musst nicht aufholen, aber wenn du Zeit mit mir verbringen möchtest … Wir wohnen im gleichen Gebäude. Ich verrate dir etwas.«
»Ja?« Er bildete sich ein, sehen zu können, dass sich ihre Ohren spitzten. Schlafen. Er sollte schlafen.
»Auf meiner Etage existiert ein Geheimzimmer, das über einen Geheimgang mit – oh, es klingt irgendwie albern. Besagtes Zimmer ist aber mit einem weiteren Geheimzimmer verbunden. Kamden wird am Zugang auf dich warten.«
»Du möchtest mich in dein Zimmer schmuggeln? Wie … wie … normal.«
»Ach ja? Das ist normal, Eloise? Muss ich davon ausgehen, dass du in viele Zimmer geschmuggelt worden bist?«, zog er sie auf. Nein, das wäre unmöglich. Exton und ‘dessen Leute’ hatten die Leben der Erwählten garantiert ekelerregend gründlich durchleuchtet. Exton hätte sie in dem Fall nicht in seine Nähe gelassen. Hatte sie geantwortet? Keine Ahnung. Mist, verdammter Mist. Und wie musste er nun zudem auf sie wirken? »Oh, ich … weißt du, das wäre mir auch nicht wichtig, ich … Lust und Sex sind normal. Ich habe zwar noch nie jemanden in mein Zimmer geschmuggelt, aber … Oh nein. Also, ich … Ich habe nicht vor … Ich … ich finde dich toll, Eloise! Ich mag dich. Aber … ich habe nicht vor, so normal zu sein.«
Bei all seiner Selbstliebe, im Moment konnte er sich nur hassen. Welchen Quatsch bitte gab er da von sich?! ›Hallo, Gehirn, spring wieder an! Rette mich!‹ Selbstverständlich hatte ihn sein Gehirn aber nicht wirklich im Stich gelassen. Es half ihm nur nicht, dass sein völlig normales Gehirn eine Möglichkeit erkannt hatte. Eine Erektion rettete ihn in keinster Weise! »Es tut mir leid, Eloise«, flüsterte er. Er wollte nicht, dass sie ging! Sie durfte den Palast nicht verlassen. Er durfte sie nicht verjagt haben. »Eloise. Können wir uns darauf einigen, dass du nicht mehr und nicht weniger gehört hast als ‘ich mag dich’?«
»Ich darf mich nicht mehr freuen, weil du mich sexy findest? Toll. Toll steht doch für sexy, oder?«
»Ja.« Er würde nicht darauf antworten. Er konnte doch nicht darauf antworten! Moment? Oh nein. Er hatte ihr bereits geantwortet. Darf ich mich vorstellen, ich bin Dawson Newsome, ein Schwachkopf, der nie etwas unbeantwortet lässt! Verdammter Mist. Diese Frage von ihr … Hatte sie womöglich getrunken? Klang sie nicht zu heiter für eine solche Situation?! Oder war das einfach sie?
Stellte Eloise Covey nun mal direkte Fragen, ohne sich großartig Gedanken zu machen? »Darum geht es nicht. Du sollst lediglich eines nicht denken. Dass ich dich ins Bett bekommen möchte.«
»Niemals?«, fragte sie. Und sie grinste. Sie grinste …
»Oh, haha«, sagte er, als er verstand. »Gut, lachen wir einfach darüber und vergessen es, Eloise Covey.« Bei ihm würde diese Methode aber nicht fruchten. Er kannte sich.
»Nein, nein. Bitte, sag mir nochmal, dass ich toll bin …« Sie wollte also nochmal hören, dass er sie toll – sexy – fand … Und dann?
Oh … nein. Sie war nicht betrunken und auch nicht einfach lediglich sie selbst. Sie … Sollte er ihr gestehen, dass sie mit ihrer … sie mit ihrer Art – dass … seine Zuneigung so weit über Sympathie hinausging, wie es möglich war?
Er verliebt war … Denn anscheinend begriff sie nicht. Sie hatte sein Herz irgendwann an diesem Abend erobert. Nicht wie bei seiner Mom durch ihre wilde Tanzerei. Jedes Mal, wenn sie lachte …
Ging die Sonne auf. Nein, sollte er es ihr so sagen, würde sie immer noch nicht begreifen. Er musste es sagen, dass Zweifel unmöglich waren. Ihr ganzes Leben lang sollten niemals Zweifel aufkommen.
Ja, das würde er tun, später … Später … wenn sie nicht schlief … Seufzend setzte er sich neben sie und schloss ebenfalls die Augen. »Gute Nacht, Eloise«, sagte er, als glaube er, dass sie mit dem Tisch als Kissen durchschlafen würde. Kissen … Er zog sein Jackett aus und tat sein Bestes, ein Kissen zu formen, bevor er ihren Kopf übertrieben vorsichtig anhob, als würde er ihr anderenfalls vom Hals fallen, wie es Annies Lieblingspuppe Minni – Minni-Auf-Keinen-Fall-Minnie-Meine-Puppe-Ist-Nicht-Minnie-Maus-Barnes! – widerfahren war. Ein noch ungelüftetes Mysterium, ging ihm auf.
»Gute Nacht«, wünschte Kamden ihnen vom Posten in der Saaltüre aus spöttisch. Dessen Gedanken konnte Dawson hören, als würde ihm dieser ins Ohr geschrien werden. ›Kinder‹, das war es, was Kamden dachte. Ja ja. Nein, dem widersprach er auch nicht im Mindesten. Kamden sollte den Mund aber nicht zu voll nehmen. Dawson würde nämlich zuerst verheiratet sein!