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You're my Star

GeschichteLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
21.03.2020
18.04.2021
28
102.448
16
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21.03.2020 3.507
 
Kapitel 1 - Crush


"Ich liebe dich."
Mein Blick hing an seinen Lippen, an diesen unbeschreiblich sinnlichen Lippen.
"Ich liebe dich auch."
Der Anblick seiner tiefbraunen Augen, die sich fest auf meine legten, verschlugen mir den Atem und meine Worte waren nur noch ein zartes Hauchen.
Mein Herz beschleunigte sich, als er sich langsam vorbeugte und seine glänzenden Lippen immer näher kamen.
"Darf...darf ich dich küssen?"
Mein Herz setzte aus und ich verlor mich in seinem Blick. Ich nahm schon lange nichts anderes mehr wahr, als seine Augen und diese Lippen, die mich wie magisch anzogen.
"Ja..."
Meine Hände waren schweißnass und als er sich weiter vorbeugte, die letzten Millimeter überbrückte...
"YAH! SPINNST DU?! MACH DAS WIEDER AN!"
Wie von der Tarantel gestochen sprang ich auf und lehnte mich über die Rückenlehne des Sofas. Vergeblich hangelte ich nach der Fernbedienung, die Namjoon mit einem breiten Grinsen weit über seinem Kopf schwenkte.
"GIB SIE HER!"
Ich flog fast vom Sofa und sprang immer wieder an ihm hoch, um endlich an das Objekt meiner Begierde zu gelangen.
"NAMJOON!"
Sein Grinsen wurde noch breiter, was mich immer mehr in Rage versetzte.
"Was willst du denn damit? Such dir endlich nen richtigen Typen und nicht so eine aufgetakelte Wichsvorlage."
Was? WICHSVORLAGE? AUFGETAKELT?
"DU HAST DOCH GAR KEINE AHNUNG, WAS WAHRE LIEBE IST!"
Ein unkontrolliertes Prusten schüttelte Namjoon durch, bevor er mir mit einem neutralen Blick die Fernbedienung entgegen hielt.
"Immerhin habe ich echten Sex. Solltest du vielleicht auch mal wieder haben. Diese Besessenheit ist ja nicht zum aushalten."
"Ich bin nicht BESESSEN!"
Wütend griff ich nach der Fernbedienung und schaltete den Fernseher wieder ein.
"SCHEIẞE! Ich hab's verpasst."
Frustriert ließ ich mich in die Sofakissen fallen und starrte enttäuscht auf den Bildschirm, auf dem nun die Nachrichten liefen.
"Scheiße..."
Ich starrte blind vor mich hin.
"Hier."
Namjoon ließ sich neben mir auf das Sofa plumpsen und hielt mir eine Dose Cola entgegen.
"Tut mir leid, okay? Ich möchte doch nur, dass du endlich wieder aus diesem Loch kriechst, mal wieder unter Leute gehst. Es gibt da draußen nicht nur Fantasietypen und Arschlöcher wie..."
"Sag ja nicht seinen Namen!"
Fuck! Mit einem Schlag war meine Wut auf Namjoon verraucht und durch eine tiefe Traurigkeit ersetzt.
"Ich kann es einfach nicht länger mit ansehen, wie du dich fertig machst. Dich trifft doch keine Schuld. Er ist das Arschloch. Er hat dich betrogen..."
Schniefend setzte ich die Dose an und leerte sie in einem Zug.
"Vielleicht hätte ich...?"
"Nein!"
"Wenn ich nur...?"
"Kein wenn. Nein!"
"Aber ich..."
"Kein 'vielleicht', kein 'wenn' und auch kein 'aber'! Das Arschloch hier ist ganz eindeutig er. Also hör auf, dich zu fragen, was du falsch gemacht, was du anders hättest machen können! Er ist ein Idiot und hat dich einfach nicht verdient. Es gibt bessere Typen als ihn. Typen, die dich nicht verarschen oder hinter deinem Rücken mit anderen rummachen. Du hast was besseres verdient, als ihn."
Namjoon legte seinen Arm um meine Schulter und widerstandslos ließ ich mich in eine Umarmung ziehen. Leise schlurzte ich gegen sein Shirt, das schon bald von meinen Tränen durchnäßt war.
"Sowas darfst du nicht sagen. Er ist doch dein Freund."
Schniefend richtete ich mich wieder auf und sah Namjoon an.
"Na und? Auch wenn er mein Freund ist, ist er ein Arschloch. Hätte ich gewusst, dass er dir das Herz brechen würde, hätte ich euch einander niemals vorgestellt."
Der finstere Ausdruck auf seinem Gesicht und die Ernsthaftigkeit, mit der er das sagte, brachten mich unwillkürlich zum Lachen.
"Du weißt aber schon noch, dass er und ich im selben Studiengang sind, oder? Auch wenn ich ihn nicht schon vorher gekannt hätte, hätten wir uns früher oder später näher kommen können."
Namjoon rollte genervt mit den Augen und streckte mir dann die Zunge raus. Von wegen erwachsener großer Bruder! Und mich nannte er kindisch! Pfff!
"Ob so oder so: Du kannst mich nicht vor allem schützen und schon gar nicht vor einem gebrochenen Herzen. Aber Danke, dass du für mich da bist."
Ich drückte ihm einen Kuss auf die Wange und stand auf.
"Aber wehe, du nimmst mir nochmal die Fernbedienung weg, wenn mein Kookie zu sehen ist!"
Begleitet von Namjoons Lachen, schnappte ich mir meine Tasche und machte mich auf den Weg zu meinem nächsten Seminar.

*****

"Oookayyy! Schön, dass ihr alle wieder da wart. Doch bevor wir den Kurs für heute beenden, habe ich euch noch etwas wichtiges mitzuteilen."
Professor Jang spazierte vor unseren Sitzreihen auf der Bühne auf und ab, bevor er in die Hände klatschte und sich dann freudestrahlend zu uns wandte.
"Gute Nachrichten, meine Lieben."
Er klatschte erneut, bevor er sich im Schneidersitz an den Rand der Bühne setzte und zu uns runter sah.
"Wie wir ja alle wissen, sind die Entertainment Agencies immer auf der Suche nach neuen Talenten. Ich kann und darf euch daher heute mitteilen, dass BigHit eine Kooperation mit unsere Uni eingegangen ist und..."
Aufgeregtes Raunen unterbrach Herr Jangs Redefluss und auch ich spürte, wie mich die Aufregung packte.
BigHit? Eine Kooperation? Mein Kookie war bei denen unter Vertrag!
Mein Herz machte Luftsprünge, als ich den nächsten Worten von Herr Jang folgte.
"Die Schauspielabteilung von BigHit veranstaltet ein außerordentliches Casting nur für Schauspielstudenten unserer Fakultät. Der Gewinner erhält die Chance, nicht nur einen Blick hinter die Kulissen von BigHit zu werfen, sondern auch in einer ihrer hauseigenen Produktionen mitzuwirken."
Mein Herzschlag setzte aus.
"Doch es wird nicht einfach ein Vorsprechen sein: Aus allen Jahrgangsstufen werden wir Dozenten diejenigen unter euch auswählen, die wir als besonders talentiert und charismatisch erachten. Ich weiß! Ich weiß!"
Er hob abwehrend die Hände, als erste Protestrufe laut wurden.
"Ich weiß, dass ihr alle den Traum habt, eines Tages neben den Topstars auf der großen Leinwand gesehen zu werden. Doch die Vorgaben von BigHit erlauben es uns nur, eine gewisse Anzahl Studierender im Auswahlverfahren zu berücksichtigen. Diese Studierenden werden noch im Verlauf dieser Woche von uns benachrichtigt und über das weitere Verfahren informiert werden."
Ich traute meinen Ohren nicht. Das war eine einmalige Chance! Sicher, man konnte sich jederzeit bei einem der unzähligen öffentlichen Castings anmelden, aber das hier war eine ganz andere Nummer: Jeder, der hier an der Schauspielfakultät studierte, hatte schon das ein oder anderen Auswahlverfahren über sich ergehen lassen müssen und hatte es bestanden. Die meisten, die hier studierten, waren bereits bei anderen Agenturen unter Vertrag, arbeiteten hier nur an ihrem Feinschliff. So gesehen hatte ich gute Chancen in die engere Auswahl zu kommen. Immerhin hatte ich noch keinen Vertrag.
"BigHit! Ist das zu glauben? Was meinst du? Haben wir eine Chance, da mitzumachen?"
Ich blickte nach links und mein Blick traf direkt auf den meiner besten Freundin Yumi, die mich mit glänzenden Augen anstrahlte und ihren Redeschwall nicht eine Sekunde unterbrach.
"Ich bin ja so aufgeregt! Ich hoffe wirklich, dass wir beide zum Casting ausgewählt werden! Oh mein Gott! Jeon Jungkook ist bei denen unter Vertrag! Meinst du, der Gewinner bekommt die Chance ihn zu treffen? Oh Gott! Bitte lass es mich sein! Ich würde ALLES dafür geben! Ich..."
"Hey Prinzessin! Hol' mal Luft!"
Unwillkürlich zuckte ich zusammen, als ich die Stimme hinter mir hörte.
"Meinst du wirklich, dass eure Freundschaft einen Kampf um diesen Milchbubi aushalten kann? Jimin kriegt ja schon beim bloßen Klang seines Namens einen Steifen."
Ich brauchte mich gar nicht umzudrehen, um zu wissen, wer da fett lachend hinter mir stand.
"Immerhin ist Jimin kein Arschloch, dass seinen Schwanz in fremde Ärsche steckt, wenn er noch in einer Beziehung ist!"
Yumi war aufgesprungen und funkelte wütend in die Reihe hinter uns.
"Lass gut sein Yu."
Ich stand ebenfalls auf und zog sachte an ihrem Arm.
"Lass uns einfach gehen."
Ich konnte es einfach nicht ertragen. Konnte IHN nicht ertragen. Auch wenn es nun schon zwei Monate her war, dass ich ihn im Bett mit irgendso einem Kerl erwischt hatte... Es tat noch immer verdammt weh!
"Vielleicht wären wir ja noch zusammen, wenn du..."
"Wenn ich WAS?"
Plötzlich waren sie wieder da, all die Gefühle, die mich damals überkamen, als ich ihn erwischt hatte: dieser unbeschreibliche Schmerz, Unglaube und dann die Wut. Vor allem Wut. Genau wie jetzt.
"Wenn WAS gewesen wäre?"
Ich drehte mich zu der Sitzreihe hinter uns und giftete ihn an.
"Du meinst, wenn ich weiterhin bei dir geblieben wäre? Auch wenn du mit Anderen rumfickst? Wenn ich dir zu Füßen gelegen hätte? Wenn ich mich weiterhin wie Dreck hätte behandeln lassen?"
Die Worte sprudelten unkontrolliert aus mir heraus.
"Wenn ich dir doch bloß hörig gewesen wäre! Zu dumm aber aber auch, dass ich mir für so eine Abhängigkeitsbeziehung viel zu schade bin!"
Meine Stimme triefte vor Sarkasmus und es fühlte sich so verdammt gut an, meinen ganzen aufgestauten Frust raus zu lassen.
"Aber du hast recht: Wie konnte ich so einen tollen Typen wie dich nur gehen lassen?!"
Ich lächelte ihn süffisant an.
"Diesen Fehler werde ich für den Rest meines Lebens bereuen."
Mit einem Schniefen wischte ich mir eine imaginäre Träne aus den Augen und griff mir theatralisch an die Brust, bevor ich nach Yumis Hand griff und sie hinter mir her, raus aus dem Proberaum, zog.
Mein Herz raste und ich konnte selbst nicht glauben, was ich da eben gesagt hatte!
"OH...MEIN...GOTT!!! Was war denn DAS? Hast du sein Gesicht gesehen? Du hast es ihm wirklich gegeben. Ich bin ja sooo stolz auf dich!"
Yumi sprang um mich herum und kriegte sich vor lauter Begeisterung gar nicht mehr ein.
"Das war ja ein richtiger Befreiungsschlag! Das müssen wir feiern! Und wehe du sagst jetzt nein!"
Mit grimmiger Miene wedelte sie mit ihrem Zeigefinger vor meiner Nase herum.
"Wir werden heute Abend ausgehen. Und ich weiß auch schon genau wohin."

*****

"Nee du, ohne mich!"
Entsetzt starrte ich auf das Gebäude vor mir.
"Wieso nicht? Namjoon wird auch da sein. Das wird bestimmt ein lustiger Abend. Und du hast es echt mehr als nötig, aus deiner Höhle zu kriechen und wieder unter Leute zu gehen. Und jetzt komm."
Es erstaunte mich immer wieder aufs Neue, wieviel Kraft in diesem zierlichen Körper steckte.
Yumi hatte meinen Arm ergriffen und hielt ihn schraubstockartig fest, während sie mich unaufhörlich Richtung Eingang zog. Ihr langer schwarzer Pferdeschwanz wippte dabei hin und her und ich musste aufpassen, ihn nicht ins Gesicht zu bekommen.
Eigentlich hatte sie ja recht. Ich hatte keinen Grund mich zu verstecken. Wieso sollte ich auch? Ich hatte nichts falsch gemacht. ICH war derjenige, dem übel mitgespielt worden war. Warum also sollte ich mich fern halten?
Vielleicht, weil du ihn heute Nachmittag extrem provoziert hast?
Vielleicht, weil du genau weißt, dass er das sicher nicht auf sich sitzen lassen wird?
Vielleicht, weil du genau weißt, dass er heute Abend hier ist?
Mit jedem weiteren Schritt Richtung Eingangstür, zog sich mein Magen immer weiter zusammen.
Was ist, wenn er mir meinen Ausbruch von heute wirklich übel nimmt? Wenn er es schafft, auf welche Weise auch immer, mich erneut zu verletzen? Wenn...?
"Aua!"
Ein Schlag traf meinen Hinterkopf und als ich mich nach dem Schuldigen umsah, blickte ich direkt in Yumis blitzende Augen.
"Hör auf mit dem Mist!"
Sie war mir ganz nah und versuchte, den uns umgebenen Lärm zu übertönen.
"Was denn?"
Ich zuckte irritiert mit den Schultern und sah sie fragend an.
"Das weißt du ganz genau! Hör auf, dir so einen Kopf zu machen und verbann' endlich die ganzen 'wenns' und 'abers' aus deinen Gedanken!"
Sie kannte mich einfach viel zu gut.
"Und jetzt zieh endlich deine Jacke aus. Ich will rein."
Sie zerrte am Kranken meiner Jeansjacke und resigniert gab ich nach. Was sollte ich auch anderes machen? Sie hatte recht. Genau wie Namjoon. Was brachte es mir, einem Typen nach zu trauern, der mich betrogen hatte? Und mich an eine Beziehung zu klammern, die eh zum Scheitern verurteilt war? Eben. Nichts. Und dennoch war da dieses Gefühl... Ich hatte ihn wirklich geliebt und ein Teil von mir tat es noch immer.
Dankend nahm ich den kleinen Plastikchip entgegen, den mir die hübsche Dame an der Gaderobe lächelnt reichte.
"Die steht auf dich."
Lachent zog mich Yumi hinter sich her, direkt auf die Treppe zu, die eine Etage höher, direkt in den Club führte.
"Mmh."
Mir doch egal.
"Was heißt hier 'Mmh'? Die hat dich total abgecheckt und angeflirtet."
Na und?
"Du weißt aber schon, dass ich nicht auf Frauen stehe, oder?"
Die Frage war rein rethorisch.
"Jaaa, ich weiß. Ich wollte dir ja nur deutlich machen, dass du auch bei anderen Chancen hast. Also, wenn du vielleicht mal was Neues ausprobieren willst..."
Oh man!
"Nein danke. Aber danke, dass du dich um mich sorgst. Und jetzt komm. Ich will den Abend hinter mich bringen."
Ich stupste sie leicht an und folgte ihr dann die Treppe hinauf, wo uns schon die ersten Bässe entgegen schlugen.
Das dieser Club der letzte war, in den ich zur Zeit gehen würde, wusste Yumi eigentlich. Doch ich verstand, warum sie mich ausgerechnet hierher gebracht hatte: Es war mein Stammclub. Der Club, in dem mein Bruder mit seiner Crew regelmäßig Dancebattles veranstaltete. Der Club, der wie mein zweites Zuhause war. Jedenfalls bis vor zwei Monaten.
Am Ende der Treppe holte ich tief Luft und folgte Yumi in die Masse aus zuckenden Körpern, die sich im Takt des Beats hin und her bewegten. Ich wusste, dass Namjoon hier irgendwo war. Nur leider bedeutete das auch, dass 'Er' ebenfalls hier war.
Seit Betreten des Clubs versuchte ich, mich mental auf die zweite Begegnung des Tages vorzubereiten.
"Da ist Namjoon!"
Yumi strahlte und war einen Augenblick später in der Menge verschwunden. Sie konnte soviel leugnen, wie sie wollte, doch ich glaubte ihr nicht, dass sie nicht auf meinen Bruder stand. Dafür war ihr Verhalten ihm gegenüber einfach viel zu offensichtlich.
Ich kämpfte mich durch die schwitzigen Körper und stand dann plötzlich vor dem Tisch, den Namjoon und seine Crew belagerten.
"Jiminie!"
Ich hatte kaum den Tisch erreicht, als mir auch schon Jin um den Hals flog und mich mit seiner Umarmung fast erdrückte.
"Mensch, dich  habe ich ja lange nicht gesehen. Schön, dass du hier bist."
Er drückte mir ein Bier in die Hand und stieß mit seiner eigenen Flasche an meine.
"Geonbae! Da sind wir ja endlich wieder fast komplett und die Party kann staaarten!"
Unsere Flaschen klirrten erneut aneinander und ich kam endlich dazu, auch die anderen Mitglieder der Dancecrew zu begrüßen. Alle freuten sich, mich zu sehen und erleichtert stellte ich fest, dass 'Er' heute Abend wohl doch nicht hier war.
"Habt ihr heute gar kein Battle?"
Fragend deutete ich auf die unzähligen leeren Bierflaschen, die den Tisch vor mir fast vollständig bedeckten.
"Nee. Heute heißt es Spaß haben, ganz ohne Bewertung."
Jin grinste mich an, bevor er sich leicht zu mir vorbeugte und eine Hand auf mein Knie legte.
"Wann warst du eigentlich das letzte mal Tanzen? Bist du immer noch so verdammt gut? Was hälst du von einem kleinen Privatbattle?"
Ich spürte die erwartungsvollen Blicke aller Anwesenden auf mir und rutschte plötzlich nervös auf meinem Sitz herum.
"Jimin hat schon seit Monaten nicht mehr getanzt."
Yumi stellte ihr Glas auf den Tisch und sah mich dann direkt an.
"Ich fordere dich heraus."
Sie stand auf und hielt mir ihre Hand entgegen.
"Was ist, Park? Traust du dich?"
Ihr Blick lag herausfordernt auf mir.
"Und? Was ist jetzt?"
Ja. Warum eigentlich nicht? Tanzen war meine große Leidenschaft. Direkt nach der Schauspielerei. Und hatte ich mich nicht schon viel zu lange zurückgenommen? Und das nur wegen 'ihm'? Weil ich ihm soweit es möglich war, aus dem Weg gegangen war? Aber warum sollte ich mir seinetwegen den Spaß nehmen lassen?
"Sicher."
Ich ergriff ihre Hand und gemeinsam gingen wir, gefolgt von Namjoon, Jin und den Anderen, auf die Tanzfläche.
"Schnick! Schnack! Schnuck!"
Ihr Papier legte sich über meinen Stein und ich stellte mich etwas zur Seite, um ihr den notwendigen Platz zu geben.
Der DJ startete einen neuen Song und fasziniert verfolgte ich Yumis Bewegungen, wie sie sich im Takt der Musik bewegte und mich mit komplizierten Moves herausforderte. Die Menge um uns herum begann zu johlen, als immer mehr Leute unser Battle bemerkten.
Beim nächsten Track stieg ich mit ein und spürte schnell, wie sehr ich das Tanzen doch vermisst hatte. Auf eine schnelle Schrittfolge folgte eine Drehung, die ich mit einem gezielten Flip beendete. Atemlos kam ich vor Yumi zum Stehen, die mich breit anlächelte und dann in eine feste Umarmung zog.
Die Menge um uns herum tobte und ich musste mich stark anstrengen, um zu verstehen, was Yumi zu mir sagte.
"Gib es zu: Du hast es vermisst!"
Sie schrie fast in mein Ohr, doch ich musste ihr da recht geben: Ich hatte es wirklich vermisst! Den Wettkampf. Die Herausforderung. Die begeisterten Rufe der Menge. Das Tanzen an sich. Die Bewegung. Dieses Gefühl unendlicher Freiheit.
"Ja!"
Ich versuchte die Musik zu übertönen und reckte zeitgleich beide Daumen zur Bestätigung in die Luft.
Yumi grinste mich breit an und plötzlich waren wir beide von unzähligen Armen umgeben: Namjoon und seine Crew freuten sich mit uns und feierten meine Rückkehr auf den Dancefloor.
"Na, was habe ich gesagt? Tut doch ganz gut, endlich aus deinem Loch gekrochen zu sein?!"
Lachend legte Namjoon seinen Arm um meine Schulter und gemeinsam steuerten wir wieder unseren Tisch an. Ich konnte ihm da nur beipflichten und stieß zum wiederholten Male an diesem Abend mit allen an.
"Da du schonmal hier bist, schadet es ja auch nicht, dich etwas umzusehen."
Er blinzelte mir verschwörerisch zu und nickte dann Richtung Tanzfläche.
"Du hast freie Wahl."
Schon fast geschockt sah ich ihn an. Was dachte er denn da von mir? Ich war nicht wie er, für den Sex nichts mit Liebe zutun hatte und der kein Problem mit One-Night-Stands hatte. Ich war da anders. Sex und Liebe gehörten für mich einfach zusammen. Und das wusste er.
"Namjoon!"
Verdammt! Musste meine Tonlage so quitschig sein?
"Was denn?"
Er zuckte leicht mit den Schultern, bevor er sich vorlehnte und nah an mein Ohr kam.
"Ich weiß doch, dass es dich juckt. Also kratz dich. Und hör auf, irgendwelchen Phantasietypen nachzuhängen. Schnapp dir hier heute Abend nen heißen Kerl und lass mal etwas Dampf ab. Und vorallem: Zeig einem gewissen Herrn, dass du dich nicht so leicht von ihm fertig machen lässt."
WAS? War er etwa doch hier?
Fast panisch schoß mein Blick über die Menge hin und her, scannte die Bar und jeden einsehbaren Winkel.
"Verdammt Jimin! Hör auf damit!"
Unsanft wurde ich von Namjoon in die Seite geknufft und sah ihn daraufhin finster an.
"Hör auf wie ein aufgescheuchtes Erdmännchen deine Umgebung zu checken! ER hat dich betrogen! Also warum benimmst du dich, als wärst du hier der Schuldige?"
Ja, warum eigentlich? Namjoon hatte ja recht: ICH hatte keinen Grund mich zu verstecken. ICH hatte meinen Freund nicht betrogen und benahm mich jetzt, als ob ich nichts Schlimmes gemacht hätte.
Langsam nickend sah ich zu Namjoon auf.
"Du hast recht. Ich habe keinen Grund, mich zu verstecken. Dass heißt aber nicht, dass ich mir jetzt irgendeinen Typen aufreiße."
Namjoon lachte schallend und legte mir dann seinen Arm um die Schulter.
"Schon okay Kleiner. Mach es wie du es willst. Ich möchte nur, dass du weißt, dass du weitaus mehr Chancen hast, als du glaubst."
Er gab mir einen Klapps auf den Hintern und eh ich mich versah, fand ich mich, umringt von zuckenden Körpern, erneut auf der Tanzfläche wieder.
Ach scheiß drauf! Ich war jung und wollte meinen Spaß. Flirten schadete ja nicht!

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Hallo zusammen :)
Ich konnte es einfach nicht lassen, mich in eine neue Geschichte zu stürzen :D
Sie ist noch nicht ganz ausgearbeitet, doch die Grundzüge stehen und werden nach und nach mit Leben gefüllt.
Was denkt ihr über den Start? Welche Vermutungen habt ihr?
Wie immer freue ich mich über Spekulationen, Anregungen, Lob und Kritik ;)

LG und paßt gut auf euch auf,
DarkChocolate
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