Be my Queen

GeschichteRomanze / P16
Kylo Ren OC (Own Character) Rey
21.03.2020
14.04.2020
25
47.647
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25.03.2020 1.680
 
In Gedanken versunken und mit verschränkten Armen läuft sie in das große Gebäude hinein, das jetzt ihr Zuhause sein soll.
Es ist noch nicht ganz Mittag und dennoch ist sie von dem Training (und dem was danach kam) total erschöpft. Körperlich so wie emotional. Sie wollen zusammen eine neue Regierung bilden aber wie soll das funktionieren, wenn sie sich nicht wirklich vertrauen?
Vielleicht könnte sie Finn eine Nachricht schicken. Wie es ihm wohl geht? Seit er so schwer verletzt war hatte sie nichts mehr von ihm erfahren. Er war extra zur Starkiller Basis gekommen um sie zu befreien. Und was hat es ihn gekostet? Er wäre beinahe um gekommen beim darauf folgenden Kampf gegen Ben... Kylo?
Nein, eine Nachricht kann sie Finn nicht senden! Das würde nicht unbedingt zum Aufbau von Vertrauen beitragen.
In ihrem Zimmer angekommen  und immer noch in Gedanken versunken hört sie als erstes Metall auf den Boden klirren. Sie erschreckt , richtet sich auf, greift nach ihrem Lichtschwert und sobald das zischen ertönt beginnt das Geschreie.
„NEIN! Nein bitte! Tötet mich nicht! Es tut mir leid! Ich werde nie wieder etwas fallen lassen! Bitte verschont mich!“
Eine Dienerin, so wie es scheint, hatte Rey etwas zu Essen ins Zimmer gestellt und sich bei ihrem Eintreten so erschreckt, dass sie einen metallenen Teller fallen gelassen hatte. Rey steckt sofort ihr Schwert wieder weg, geht zu Boden, hebt den Teller auf, stellt ihn auf den kleinen Tisch ab und rutscht langsam zu der immer noch wimmernden Dienerin. Mit beruhigender Stimmer versucht sie diese zu besänftigen. „Hab keine Angst, ich tue dir nichts. Ich hab mich nur selber erschreckt. Du hast einen Teller fallen gelassen? Na und! Mir fallen auch mal Sachen runter. Davon geht die Welt nicht unter!“
Zumindest hört die Dienerin auf zu wimmern. Sie steht langsam auf, streicht ihr Kleid wieder glatt, stellt sich mit verschränkten Händen und gesenktem Kopf auf, murmelt ein: „Das kommt nie mehr vor!“ und verlässt eiligst das Zimmer. Noch ehe Rey etwas sagen kann, ist sie verschwunden.
Sie war eine Twi`lek.  Ob es sich bei ihr um eine Sklavin handelt? Über das Thema Sklaverei muss sie später noch unbedingt mit ihm reden. So etwas darf es einfach nicht mehr geben!

Kylo steht mit geballter Faust im großen Hangar in dem gerade ein kleineres Transportschiff landet. Einige Kisten werden ausgeladen und neue Soldaten treffen ein.
Er ist aufgewühlt. Eigentlich ist es alles, wie er es haben wollte. Er hat die Macht und er wird sie mit seiner Prinzessin teilen. Sie würde in einem wunderschönen Kleid wie die Sterne funkelnd, bei ihm stehen und gemeinsam mit ihm das Universum regieren.
Es braucht ein Gleichgewicht und er hatte versprochen ein solches mit Rey zu erschaffen. Aber wenn alles nicht so schrecklich schwer wäre. Kylo findet, dass er sich wie ein Kleinkind verhält. Und dadurch, dass er weg gegangen ist, hat er erst recht keinen besseren Eindruck hinterlassen.
Sie zwingen ihn zu lieben? Oder warten, dass es von alleine kommt?
Das ist alles Unsinn! Sie würde sich nie zu ihm hingezogen fühlen! Sie nannte ihn ein Monster... einen Mörder. Wie sollte sie für so eine Kreatur etwas empfinden?
Aber wenn er sie wirklich zwingt, würde sie sich garantiert von ihm zurück ziehen... oder sogar fliehen. Und genau das wollte er verhindern. Er wollte sie weiter in seiner Nähe behalten.
Kylo lockert die Fäuste und zieht seinen Handschuh aus. Er betrachtet die Hand mit der er ihre Finger berührt hatte. Ihre kleinen Finger...
Was seine Mutter ihm wohl in diesem Moment gesagt hätte? Mit welchem Ratschlag wäre sie zu ihm gekommen?
Sie sprach früher viel über die Zeit mit seinem Vater und hatte immer diesen verträumten Blick in den Augen.
„Sei ehrlich und nicht zu grob, geh auf ihre Wünsche ein. Dann wird schon alles gut.“ genau das hätte sie ihm wahrscheinlich gesagt.
Nun gut, einen Versuch ist es wert. Vielleicht sollte er damit anfangen seine Haare zu kämmen und etwas an seinem impulsiven Verhalten ändern. Sie hatte ihn einen Idioten genannt.
Er sollte ihr morgen die Umgebung draußen zeigen. Und jetzt sollte er ihr … seinen Lieblingsplatz zeigen.
„Ich … bin hier.“ auf einmal steht sie hinter ihm. Rey schaut betreten zur Seite.
"Hör mal, ...“ beginnt er und überlegt es sich sofort wieder. Er zieht seinen Handschuh wieder an und  weist ihr voran zu gehen.
„Was wolltest du sagen?“ fragt sie ihn anstatt weiter zu gehen.
„Ach nicht so wichtig.“ antwortet er und bittet sie erneut weiter zu gehen.
Er zeigt ihr die gesamte Basis. Wo die Unterkünfte der Soldaten sind und die der Bediensteten. Die Küchen, die einzelnen Räume mit Kontrolltafeln, den großen Aufenthaltsraum der Soldaten, das Lazarett, und auch noch mal das Kontrollzentrum, dem sie bereits gestern einen Besuch abgestattet hatte. Ihre Fragen beantwortet er freundlich aber sachlich. Jedes mal wenn er ihr etwas näher kommt, scheint sie unwillkürlich ein wenig von ihm weg zu rücken.
Als sie sich so gut wie alles angesehen haben dreht sie sich mit neutraler Miene zu ihm und fragt ihn: „Soll ich morgen früh bereits im Wald auf dich warten, für das Training?“
Sie ist immer noch sauer auf ihn. Idioten hat sie ihn genannt.
„Nein, ich hole dich gerne wieder ab.“
Sie will sich schon umdrehen und gehen als „Nein warte!“ er sie am Arm packt. Sie schaut zuerst auf seine Hand die ihren Arm fest hält und starrt ihm dann wütend in die Augen. Er lässt sie langsam los und sagt in ruhigem Ton: „Ich will dir noch etwas zeigen.“
Ihre Lippen bilden eine schmale Linie während sie ihn immer noch verärgert anstarrt. Dann nickt sie kurz, entspannt sich wieder und folgt ihm. Er bringt sie hinter dem Kontrollzentrum zu einem Treppenhaus. Es scheint alle Stockwerke miteinander zu verbinden. Sie gehen die Treppe aufwärts. „Diese Treppe wurde früher von den Bediensteten benutzt, … aber mittlerweile … ach egal!“ Irgendwas verschweigt er ihr, mal wieder.
Als sie die letzte Treppe hinter sich gelassen haben drückt Kylo auf einem kleinen Schaltpult neben einer Tür vier Ziffern ein und nach einem Klickgeräusch stößt er die Tür auf.
Sie befinden sich jetzt auf dem obersten Dach und der Ausblick ist einfach atemberaubend. Sie geht einige Schritte zur Brüstung und starrt auf die Berge, die in der Ferne die Landschaft zieren.
Die Sonne ist bereits dabei wieder unter zu gehen. Kylo bleibt stehen wo er ist und starrt ihren Hinterkopf an. So nervös war er schon lange nicht mehr. Würde sie ihn weiterhin mit Missachtung strafen oder...?
„Dieser Planet ist wirklich wunderschön.“ meint sie dann etwas tonlos. Er wagt es sich ihr einige Schritte zu nähern. Als sie sich halb zu ihm dreht bleibt er abrupt stehen.
„Weist du... das war mein erster Kuss.“ er hat ihn ihr gestohlen. Schlagartig wird ihm klar wie unerfahren sie wirklich ist... und wie jung. „Gab es keine anderen Jungen auf Jakku? „ … Schweigen... „Oder bei den Rebellen?“... wieder ein längeres Schweigen. Unwillkürlich muss er an den Verräter FN2187 denken und Wut kocht in ihm hoch.
Dann antwortet sie: „Auf Jakku … habe ich mir um solche Sachen eher weniger sorgen gemacht. ...“ Sie schweigt wieder eine Weile.
„Es ist nicht so, dass ich Berührungsängste hätte,... aber ich kann dir nicht einfach so vertrauen. Nicht nachdem du...“
„Ich weiß! … Und ich will mich bemühen mir dein Vertrauen zu verdienen.“
Sie dreht sich wieder Richtung Sonnenuntergang und fragt dann irgendwann: „Ist dieser Planet genau so abgelegen wie Jakku?“
„Er ist eher von großem Vorteil, weil er nirgendwo verzeichnet ist.“
„Das bedeutet die Rebellen würden ihn nicht finden können?!“ Hat sie das gerade wirklich gefragt?!
Sie schweigen sich eine ganze weile an, bis er sich irgendwann umdreht und sagt: „Wenn du sie hier herrufen willst, kannst du das gerne machen.“ Sie schweigen sich wieder eine Weile an und seine Wut steigert sich ins Unermessliche.
Dann platzt es auf einmal aus ihm heraus. „Wenn ich es rückgängig machen könnte würde ich es tun... es geht aber nicht. Es tut mir leid dass ich... dass ich.. so ein Idiot bin!“ Er will schon gehen, da spürt er, wie sie seine Hand festhält. Er dreht seinen Kopf zurück und sieht, wie sich seine Hand mit beiden Händen und gesenktem Blick festhält. Er dreht sich nun ganz zu ihr um, doch seine Hand lässt sie noch nicht los. Im Gegenteil, sie streift seinen Handschuh ab und führt seine Hand zu ihrer Wange. Sobald sie sich berühren passiert es sofort wieder. Wie schon damals in der Nacht als sich ihre Finger berührten, werden sie von Visionen einer möglichen Zukunft durchzuckt. Und wieder stiehlt sich eine einzige Träne aus ihrem Auge und rollt ihre Wange hinab, nur diesmal kann er sie mit dem Daumen auffangen und wegwischen. Jegliches Gefühl von Wut wurde durch die Berührung fort gespült und es bleibt nichts zurück als sie.
Ihre Haut fühlt sich warm und zart an. Sie schauen sich beide für eine gefühlte Ewigkeit in die Augen, dann scheinen sie diese Situation im selben Moment als unangenehm zu empfinden und ziehen Ihre Hände wieder weg. Verlegen schaut sie zu Boden. „Vielleicht können wir erst mal anfangen Freunde zu sein?!“ meint sie dann mit etwas betretenem Ton. Er weiß auch nicht so genau mit dieser Situation um zu gehen und antwortet nur mit einem knappen „Ja.“
Er führt sie danach wieder zurück auf ihr Zimmer und verabschiedet sich mit einem leisen „Gute Nacht!“ und einer leicht angedeuteten Verbeugung.
Als er hinter sich die Tür schließen hört eilt er sofort auf sein eigenes Zimmer, reist sich schwer atmend den Mantel vom Leib, doch auch das macht es nicht besser. Er zieht sich auch sein Oberteil aus und die Handschuhe. Dann starr er auf seine Hände. Die Hand mit der er ihre Wange berührt hat. Ihre weiche Haut. `Freunde sein...` Er hatte noch nie so etwas wie `Freunde` gehabt.
Die Visionen die er hatte, waren in etwa die selben, die er schon damals hatte, nur das er diesmal noch ein anderes Bild gesehen hat, eines das er sich jetzt noch mehr wünschte als alles andere. Sie liegt neben ihm, sagt seinen Namen „Ben“ und lächelt dabei. Und er hält ihre Hand.
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