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21. März: Cold blood [by Rosalie18]

OneshotFantasy, Schmerz/Trost / P16 / MaleSlash
21.03.2020
21.03.2020
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Tag der Veröffentlichung: 21.03.
Zitat: „Sie werden sterben!“ „Dann werde ich als einer von ihnen sterben.” – Der Herr der Ringe - Die zwei Türme
Titel der Geschichte: Cold blood
Autor: Rosalie18
Hauptcharaktere: : Connor, Dermont
Nebencharaktere: Tristan, Charles, Ray
Pairings:  Connor x Dermont
Kommentar des Autors: Wieder ein OS, den ich handschriftlich angefangen, aber nicht beendet hatte. Da das Zitat aber so gut passte, habe ich ihn für den Jahreskalender fertiggestellt.



Cold blood

Er warf ihm einen verliebten Blick zu. Ihre Hände waren ineinander verwoben. Er streichelte mit seinem Daumen über seinen Handrücken. Sie hatten einen schönen Abend zu zweit verbracht, zuerst waren sie im Kino gewesen, danach hatten sie noch einen Absacker in einer Bar gemacht. Einfach mal wie ein normales Paar fühlen. Trotz aller Gefahren, die diese Verabredung barg, hatten sie sich nicht immer nur in ihren Wohnungen treffen wollen und sich so fühlen, als würden sie etwas Verbotenes tun. Doch im Grunde taten sie genau das. Denn eigentlich waren se Todfeinde und ihre Beziehung in den Augen ihrer Clans unnatürlich, aber gegen ihre Gefühle waren Connor und Dermont nun einmal machtlos. Leider musste ihre Liebe im Verborgenen stattfinden, vor allem zu Dermonts Schutz. Es fiel ihnen nicht gerade leicht, aber in den unruhigen und gefährlichen Zeiten, in denen sie gerade lebten, musste es sein.

Plötzlich und ohne Vorwarnung ließ Connor Dermonts Hand los. Es war einer Eingebung geschuldet gewesen. Im nächsten Moment spürte er die Präsens seines Clans. Angst und Sorge machten sich in seinem Körper breit. Dermonts kristallblaue Augen sahen ihn erschrocken an, er hatte sie auch wahrgenommen. Panik durchfuhr den sonst so entspannenden jungen Mann. Sie wussten beide, dass eine Flucht unmöglich war. Verdammt  …  Wie hatte er sich nur darauf einlassen können? Es war ihm doch bewusst gewesen, dass Patrouillen seines Clans unterwegs waren. Er hatte Dermont doch nur einen Gefallen tun wollen und jetzt würde sein Liebster das höchstwahrscheinlich mit seinem Leben bezahlen müssen und er war schuld daran.

Connor reagierte blitzschnell, packte ihn grob am Arm und hielt ihn im steinharten Griff. Dermont stöhnte leicht auf. Er warf ihm einen flehenden Blick aus seinen grünen Augen zu. „Vertrau mir und spiel mit“, raunte er ihm zu, bevor seine Leute um die Ecke bogen.

Ihnen stand ein fieses, bösartiges Grinsen in die Gesichter geschrieben. Connor und Dermont erschauderten.

„Glückwunsch zu dem Fang, Connor. Ein Köter weniger, der uns gefährlich werden kann“, kam es anerkennend von Ray, einem fünfhundert Jahre alten Vampir und die rechte Hand ihres Clanbosses. Eigentlich verabscheute Connor die Regeln des Clans, aber wegen seines älteren Bruders, zu dem er den Kontakt nicht verlieren wollte, lebte er nach den Regeln und dieses beinhaltenden unter anderem die Ausrottung aller Werwölfe. Was für ein dummer Zufall oder war es eine unglückliche Fügung des Schicksals, dass er sich ausgerechnet in einen Werwolf verliebte.

„Charles wird stolz auf dich sein, denn endlich ist es uns gelungen ein hohes Clanmitglied zu fangen“, fügte Diego ein noch recht junger Vampir, der aber über enorme Stärke verfügte, an. Connor resignierte. Egal was er auch versuchen würde, er wäre nicht in der Lage mit Dermont zu fliehen. Neben Ray und Diego waren noch Gordon, Philipp und Morgan mit von der Partie. Allesamt sehr alte und starke Vampire, in der Gruppe hatte er keine Chance gegen sie. Einen allein hätte er besiegen können. Aber so waren sie viel stärker als er.

Er musste sich etwas einfallen lassen und zwar schnell, um seinen Freund vor dem sicheren Tod zu bewahren.

„Kommt, bringen wir unseren „Gast“ zu unserem Boss. Er wird sich sicher sehr freuen einen netten Plausch mit ihm zu führen. Connor, du passt auf, dass der Köter keine Dummheiten macht und türmt. Verstanden?“, wies ihn Ray an. Er nickte. Dermont war erleichtert, dass er nicht von seinem Liebsten getrennt wurde, dennoch war er sich dem Ernst der Situation, in der er sich befand, bewusst. Es sah gar nicht gut aus. Vielleicht sollte er fliehen, dann würden sie ihn sofort töten, aber gleichzeitig würde auch Connor bestraft werden, weil er flüchten konnte. Nein, er musste darauf vertrauen, dass sein Freund einen Plan – wie sonst auch immer – hatte. Darauf vertraute er, darauf musste er vertrauen. Sonst blieb ihm auch nichts übrig. Es würde schon gut werden.


+++



Im Domizil des Clans – einer herrschaftlichen Villa im Kolonialstil – wurde Dermont in das Arbeitszimmer des Oberhauptes geführt. Ein hochgewachsener Vampir mit kalten braunen Augen und schwarzen kurzen Haaren, die an Schläfen von grauen Strähnen durchzogen waren, musterte ihn eingehend und auf seinem Gesicht erschien ein fieses Grinsen.

„Du bringst mir wirklich ein sehr nettes Geschenk, Connor. Darauf ein Mitglied der Silbermondwölfe in die Finger zu bekommen, warte ich schon sehr lange. Sie sind der letzte Clan, der noch vollständig ist und sich uns bis jetzt widersetzen konnte. Doch das hat nun auch ein Ende, wenn wir mit unserem „Gast“ fertig sind. Wir werden all ihre Geheimnisse und Verstecke kennen. Nicht mehr lange und der Werwolf-Abschaum wird Geschichte sein.“ Es folgte ein eisiges Lachen, in das alle anwesenden Vampire, Connor miteingeschlossen, einstimmten. Seine Eingeweide zogen sich schmerzhaft zusammen. Sie würden keine Gnade kennen und seine große Liebe bis zum Tod foltern und er konnte nichts tun, außer zuzusehen. Verdammt … Er musste etwas unternehmen und zwar schnell. Es blieb ihm nicht mehr viel Zeit. Sein Blick ruhte auf Dermont, dessen Blick starr auf den Boden gerichtet war, doch er wusste, wie es in seinem Inneren aussah. Sein Freund hatte Angst, Todesangst. Verübeln konnte er es ihm nicht.

„Mmh, wer darf sich denn nun um unseren „Gast“ kümmern und ihm die gewünschten Informationen entlocken?“, überlegte Charles. Egal wen er aussuchte, es war Dermonts Todesurteil.

„Connor.“ Er vernahm seinen Namen und glaubte sich verhört zu haben. Das ausgerechnet er Dermont zum Reden bringen sollte, verwunderte ihn nun doch. Viel mehr hätte er mit Gordon oder Diego gerechnet. Dermonts Kopf schnellte nach oben und ihre Blicke trafen sich.

„Mach dir keine Hoffnungen, Blondie, auch wenn unser Kleiner harmlos aussieht, ist er genauso tödlich, wie wir alle“, grinste Charles. Sollte er etwas ahnen? Ein ungutes Gefühl beschlich Connor. Hatte er sie beobachten lassen? Zutrauen würde er es ihm.

Charles stand auf, trat zu einem der zahlreichen Schränke, öffnete diese und holte einige Messer, eine Waffe geladen mit Silberkugeln und ein Fläschchen Wolfswurztinktur heraus und legte es auf seinen Schreibtisch.

„So mein Junge, tob dich aus. Wir lassen euch dann mal alleine. Keine Gnade mit dem Werwolf-Abschaum“, wand sich der Clan-Boss an ihn. Er nickte. Die anderen Vampire murten zwar, folgten aber dem Befehl des Oberhauptes. Connor und Dermont verspürten für einen kleinen Moment Erleichterung. Doch der Aufschub war nur von kurzer Dauer. Das wussten beide.

„Tut mir leid“, flüsterte Connor. Sein Freund nickte. Ihm war bewusst, dass er keine andere Wahl hatte. „Wieso hast du mir nicht gesagt, dass du zum Silbermond-Clan gehörst, dann hätte ich diesem Ausflug niemals mit dir unternommen. Ich hätte mich nicht von dir breitschlagen lassen sollen. Du wirst sterben – durch meine Hand. Ich werde an deinem Tod schuld sein“, fauchte er aufgebracht. Gerade als Dermont antworten wollte, deutete er ihm an still zu sein. Stattdessen schnappte er sich einige Seile, drückte ihn auf den Stuhl vor dem Schreibtisch, fesselte ihn und hielt ihm ein Messer an die Kehle. Im nächsten Augenblick öffnete sich die Tür und Charles betrat den Raum. Connor konnte seinen Blick nicht einordnen. Aber er verhieß nichts Gutes.

„Ich habe es mir anderes überlegt, ich verhöre ihn doch lieber selber.“ Connor gelang es, dass ihm seine Gesichtszüge nicht entgleisten. Dermonts Blick war angsterfüllt.

Charles ließ den Blick zwischen dem Vampir und dem Werwolf schweifen. Ein Funkeln trat in seine Augen. Die Stimmung war zum Zerreißen gespannt.

„Du enttäuscht mich, Connor. Ausgerechnet ein Werwolf. Ich hätte dir einen besseren Geschmack zugetraut. Dir ist wohl klar, was wir mit Verrätern machen.“ Charles‘ Stimme war eiskalt und triefte nur so vor Abscheu und Ekel. Mechanisch nickte der Jüngere. Der Tod wartete auf ihn.

Die Tür öffnete sich krachend und hinderte Charles daran weiterzureden. „Was ist hier los?“, wollte Tristan, Connors älterer Bruder wissen und blickte zwischen seinem Bruder und dem Werwolf hin und her. Er hatte geahnt, dass diese Beziehung noch zu Problemen führen würde. Jetzt musste er erst einmal den Kopf seines Bruders aus der Schlinge ziehen.

„Dein Bruder hat eine Beziehung mit diesem Abschaum.“

„Was willst du jetzt tun?“, schindete Tristan Zeit.

„Sie werden sterben!“

„Dann werde ich als einer von ihnen sterben.“  
Die Blicke der Brüder trafen sich. Dankbarkeit spiegelte sich in den moosgrünen Augen seines kleinen Bruders.

Damit hatte Charles nicht gerechnet, aber eigentlich hätte es ihm klar sein müssen, als Tristan durch die Tür getreten war. Der Verlust von Connor hätte er noch verschmerzen können, aber beide Brüder zu verlieren, konnte und wollte er nicht. Er hatte sich selbst in eine Zwickmühle manövriert und da musste er sich jetzt wieder hinausbringen.

„Geschickt von dir Tristan. Ich kann es mir nicht leisten euch beide zu verlieren.“

„Ich habe von dem Besten gelernt.“ Tristan blickte ihn mit kühlem Ausdruck in den Augen an. Seine Körperhaltung war angespannt und drückte aus, dass er bereit war zu kämpfen. Er würde für seinen kleinen Bruder und dessen große Liebe kämpfen.

Ein bitteres Lachen erklang. „Ihr habt gewonnen. Ich heiße eure Beziehung zwar nicht gut, aber ich werde sie billigen. Ich lasse noch einmal Gnade vor Recht ergehen und ich werde anweisen ihm nichts zu tun.“

„Danke Charles.“ Ein lautloses Warum schwebte im Raum.

Die Gesichtszüge wurden weicher. „Weil ich weiß, wie es sich anfühlt der großen Liebe zu begegnen.“ Connor nickte und war froh, dass ihr Oberhaupt seine Frau über alles liebte und vergötterte. Das hatte Tristan, Dermont und ihn vor dem sicheren Tod bewahrt.

„Geht durch den Geheimausgang“, wies er sie an und sie leisteten der Anweisung folge. Nachdem Connor seinen Freund losgebunden hatte, verschwanden sie.

Charles würde sich für die Anderen schon etwas ausdenken, was mit Dermont passiert war und keiner würde ihn in Frage stellen.

Sie waren noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Noch einmal würden sie nicht mehr so glimpflichen davon kommen und er würde seinen Liebsten niemals wieder in so eine Gefahr bringen. Das war klar. Sie mussten ab jetzt noch vorsichtiger sein.



~*~






~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Es gibt mal wieder eine freie Arbeit. Dieses Mal von Rosalie18.
Sie hat hier wirklich ein ganz tolles Setting mit authentischen Charakteren erschaffen. Die Stimmung kam wirklich gut rüber. Auch das Zitat wurde sehr gut eingebaut.

Eure lula-chan
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