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Temple of Thought

von AnjaAve
KurzgeschichteLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
20.03.2020
29.03.2020
3
4.445
1
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29.03.2020 1.460
 
Hallo liebe Leser,

Hier kommt nun schonder dritte und gleichzeitig letzte Teil.
Dieser Text war eine spontane Idee von mir und ich habe alles in einem Zug fertig geschrieben. Ich denke, mit den drei Teilen ist er gut abgerundet und sehe deshalb davon ab, eine Fortsetzung zu schreiben.
Ich hoffe, dass dem ein oder anderen diese Mini-Geschichte etwas Freude bereiten kann.

Dieser Teil enthält eine weitere Version vom Temple of Thought. Wer den Titel des Kapitels liest, ahnt eventuell schon, worum es sich handelt.
Für alle anderen... hier ist der Link: https://youtu.be/Mufpk9LN_H8

Ich würde mich wirklich sehr über etwas Feedback von euch freuen!

Wir lesen voneinander,
eure Anja
_______________________

Mittlerweile hat das Album bereits seit einem
ganzen Jahr das Licht der Welt erblickt. An zweiter Stelle der Tracklist befindet sich jener Song, den Marko Mittsommer in seinem Mökki geschrieben hat und er hat Recht damit behalten, dass es der Titelsong sein würde. Das Album kommt sehr gut an. Die Band hat ein Jahr voller Konzerte hinter sich. Die Temple of Thought Tour war mal wieder ein großer Erfolg. Und parallel hat die Band bereits ihr nächstes großes Projekt geplant. Eine Tour anlässlich des 10jährigen Bandjubiläums. Inklusive DVD-Aufzeichnung einer Show. Dazu haben sie ihre Fans um finanzielle Hilfe gebeten und sie haben sie bekommen.
Als Termin und Ort wurde die Arena in Moskau im März ausgewählt.
Nun stehen alle sechs Bandmitglieder in eben jener Arena in Moskau auf der Bühne und alles ist in vollem Gange. Bisher ist dank harter Arbeit von allein Beteiligten tatsächlich alles gut gegangen.
Marko liebt es, auf der Bühne zu stehen und seine Songs zu performen, ihnen Leben einzuhauchen und all die glücklichen Gesichter in der Menge vor sich zu sehen. Doch dieses Mal gibt er sich besonders Mühe. Dieser Auftritt soll perfekt werden.
Etwas mehr als ein Drittel ist geschafft und er ist zufrieden mit sich und seiner Leistung. Die Show hat energiegeladen begonnen und er hatte genug Zeit, um sich vorher ausreichend einzusingen. Bei Jeremiah und Given and Denied konnte er genau die Richtige Menge an Gefühlen in seine Stimme legen, um die richtige Stimmung zu vermitteln. Gerade verklingen die letzten Töne von Don’t Mess With Me, ein Song, der erneut etwas mehr Kraft von ihm abverlangt hat.

Nun greift er zu seiner Wasserflasche und trinkt einen großen Schluck.
Probehalber streckt er seine Hand aus. Sie zittert leicht. In seinem ganzen Körper spürt er dieses Kribbeln, das er jedes Mal fühlt, wenn Temple of Thought auf der Setlist drankommt. Meistens unterdrückt er es, ignoriert die Präsenz von Ollie neben ihm auf der Bühne und bringt diesen Song einfach hinter sich.
Doch heute ist alles anders.
Heute fühlt er alles intensiver. Bereits bei Given and Denied konnte er nicht widerstehen und hat Ollie bei seinem Solo kurz die Hände auf die Schultern gelegt, seine Nähe genossen.
Nun lässt Jaska bereits das Intro zu Temple of Thought erklingen und Marko muss sich beeilen, um seine Position einzunehmen. Er entscheidet sich dazu, sich einfach von der Musik treiben zu lassen. Das hat all die Male zuvor schließlich auch funktioniert.
Dieses Mal allerdings spürt er nur zu deutlich, wie er eins mit dem Song wird. Es fühlt sich an wie an dem Tag, an dem er ihn zum ersten Mal vor Ollie gesungen hat. Genauso voller Gefühl und Intimität. Und das obwohl vor ihnen im Publikum so viele Menschen stehen. Er lässt sich darauf ein und es läuft alles gut.
Dann schließlich kommt Ollies Solo. Licht flutet die Bühne, sodass man kaum mehr etwas sehen kann. Marko zieht es zu dem Gitarristen und dieses Mal unterdrückt er diesen Drang nicht. Er kniet sich vor ihn, die Klänge seiner Gitarre umarmen ihn. Er fühlt sich, als würde er von einer großen Welle auf dem Meer hin- und hergewiegt werden.
Einen Moment später hält er sich fast schon verzweifelt an Ollies Bein fest. Dieser spürt die Präsenz des Sängers, spürt seine Berührungen an seinem Bein und die Hitze, die daraufhin in seinem Körper aufsteigt. Er hat große Schwierigkeiten, sich auf sein Solo zu konzentrieren.
Als Marko sich wieder etwas gefangen hat und aufsteht, um den letzten Refrain zu singen, ist Ollie enttäuscht und erleichtert zugleich.
Den gesamten Rest des Konzerts verbringen beide Männer fast wie in eine Art Trance. Beide fühlen sich immer wieder zueinander hingezogen und Marko gibt auch noch ein paar Male diesem Drang nach. Gerade so viel, dass es nicht zu auffällig wird. Jede kleine Berührung bringt beide fast aus dem Konzept.

Nach dem letzten Song der Zugabe sitzen die sechs Bandmitglieder geschafft, aber zufrieden im Backstagebereich und stoßen mit einigen Technikern auf den gelungenen Auftritt an.
Marko spürt die Erschöpfung am ganzen Körper und ist sehr froh, dass er nicht länger stehen muss. Er selbst hat nicht zur Bier- sondern zur Wasserflasche gegriffen, die er nun in einem Zug leert. Diese Show hat ihm so viel seiner Kraft abverlangt. Er könnte direkt in diesem bequemen Sessel einschlafen und wahrscheinlich erst morgen Mittag wieder aufwachen. Aber das geht nicht. Erstens muss er wenigstens noch duschen, zweitens würde diese Haltung seinen Rücken zerstören und drittens spielen sie alle gemeinsam morgen bereits ein weiteres Konzert, zu dem sie morgen sehr früh aufbrechen müssen.
„Ich verzieh mich“, entschuldigt er sich bei seinen Kollegen und Freuden und steht auf, auch wenn sie erst seit wenigen Minuten zusammensitzen.
Alle sehen ihm seine Erschöpfung an und sagen deshalb nichts, sondern nicken ihm nur zu. Alle bis auf Ollie.
„Ich komm mit“, sagt der Gitarrist, lächelt Marko warm an und bemerkt erst danach die verwunderten Blicke der anderen.
„Ich will ein Auge darauf haben, dass er heil in seinem Zimmer ankommt“, fällt ihm spontan sogar eine halbwegs vernünftige Ausrede ein.
„Ja… besser ist das wohl. Dann gute Nacht euch zweien“, meint daraufhin Kapu, streckt ihnen seine Bierflasche entgegen und nimmt anschließend einen weiteren Schluck.
Sowohl Marko als auch Ollie werden aufgrund seiner letzten Worte leicht rot, obwohl es dazu eigentlich gar keinen Grund gibt.
„Gute Nacht“, meint Marko noch, dann schnappt er sich seine Tasche und öffnet die Tür.
Ollie folgt direkt hinter ihm, bis die beiden nebeneinander auf der Straße stehen. Sie haben den Hinterausgang genommen, um den eventuell noch wartenden Fans zu entgehen. Normal freuen sie sich über jeden Kontakt zu ihnen, aber nicht jetzt.
Schweigend laufen die beiden die kurze Strecke zum Hotel. Die frische Luft tut beiden gut. Sie hilft ihnen, ihre Gedanken zu ordnen. Als sie schließlich nebeneinander vor Markos Hotelzimmertür stehen, ist das Schweigen zwischen ihnen nicht länger angenehm, sondern angespannt.
Marko zieht die Keycard aus seiner Tasche und starrt anschließend regelrecht auf seine Hand hinab. Vorsichtig, zögerlich schiebt sich Ollies Hand in sein Sichtfeld, nimmt ihm die Karte ab und entsperrt die Tür. Der Gitarrist schiebt die Tür auf und fordert den Sänger anschließend mit einer sanften Berührung im Rücken dazu auf hineinzutreten. Marko lässt das zu, steht einen Moment später allerdings ziemlich verloren im Raum, während Ollie die Tür schließt und die Keycard ablegt. Die Entschlossenheit, die ihn vor einem Moment noch durchströmt hat, ist bereits wieder verflogen. Nun steht er schräg hinter dem Sänger und hat freien Blick auf dessen Rückenansicht. Alles in ihm sehnt sich danach, von ihm berührt, gehalten und ja… auch geliebt zu werden.
Unsicher dreht sich Marko zu dem Gitarristen um. Ihre Blicke treffen sich und Marko streckt leicht seine Hand nach dem anderen Mann aus. Sie zittert leicht, was Ollie nicht entgeht.
„With shaking hands“, flüstert Marko, als Ollie seine Hand ergreift und ihm ein Kribbeln durch den Arm läuft.
„I’ll guide your sweet soul into mine“, setzt er fort, zieht den Gitarristen leicht an sich heran und er folgt dieser Aufforderung.
Nun stehen beide Männer direkt voneinander, die Blicke noch immer miteinander verbunden.
„Until I feel you within“, sind es dieses Mal Ollies Lippen, die diese Worte verlassen.
Langsam, zögernd legt der Gitarrist seinen Arm um die Taille des Sängers. Obwohl dieser das geringelte Top nur zur Zugabe getragen hat, ist es nassgeschwitzt. Nun spürt er auch Markos Arme, die sich um seinen Oberkörper schwingen.
Beide Männer schließen die Augen und als sie sie wieder öffnen, spüren sie den Atem des jeweils anderen auf dem Gesicht. Ollies zweite Hand legt sich an die Wange des Größeren, der daraufhin den letzten Abstand zwischen ihnen schließt.
Sanft legen sie ihre Lippen aufeinander und halten inne, um diesen Moment voll auszukosten. So fühlt es sich an glücklich zu sein. So fühlt es sich an zu lieben.
„Ich bin also das Herz deines Temple of Thought?“, fragt der Kleinere nach diesem Kuss schmunzelnd und streicht durch die kurzen Haare des Sängers.
„Ach sei doch still…“, seufzt dieser nur und küsst ihn erneut, dieses Mal mit einer Leidenschaft, die beiden Männern Schauer am ganzen Körper beschert.
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