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This world needs the selfless and the selfish to keep spinning

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / FemSlash
Elizabeth "Lizzie" Saltzman Hope Mikaelson Josette "Josie" Saltzman Penelope Park Rafael Waithe
20.03.2020
11.09.2020
26
68.467
4
Alle Kapitel
40 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
20.03.2020 3.260
 
Hallo zusammen, wie bereits in der Beschreibung erwähnt, handelt es sich hier um eine Fanfiktion über die Serie "Legacies". Also bitte nicht enttäuscht sein, wenn hier keine VD-Charaktere vorkommen (außer Alaric). Da es keine eigene Kategorie für "Legacies" gibt, poste ich die Geschichte jetzt einfach hier, in der Hoffnung dass es Leute gibt, die Interesse daran haben sie zu lesen.
Ich war von Anfang an ein großer Fan der Serie, ganz besonders von Josie und Penelope. Die Beiden werden dementsprechend die Protagonistinnen meiner Geschichte sein. Ich hoffe wirklich sehr, dass das hier jemand liest und es nicht im Sande verläuft XD Ich werde jede Woche, soweit möglich freitags, ein neues Kapitel hochladen. Wenn euch das erste Kapitel gefällt lasst mir doch bitte ein Review da, ihr würdet mir damit eine große Freude machen!
Ansonsten wünsche ich euch ein schönes Wochenende. Bleibt gesund, liebe Grüße Lars :)

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Josies POV

„Ich bin so gespannt auf die neuen Schüler“, sagte Lizzie während wir gemeinsam durch die Gänge liefen. Schon seit gestern Abend war meine Schwester ganz aufgeregt, wegen des Zuwachses, den unsere Schule erhalten würde. Sie hatte in ihrem Kopf sicher schon tausende Szenarien für die Ankunft der neuen Schüler durchgespielt und ihren „Auftritt“ bereits bis ins kleinste Detail geplant. Für ihre Haare und ihr Make-up hatte sie heute Morgen etwas länger gebraucht als sonst, was mich nicht sonderlich überrascht hatte. Für meine Schwester war es unheimlich wichtig bei jedem beliebt zu sein. Eine Gelegenheit, bei neuen Schülern einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen, würde sie daher auf keinen Fall auslassen.

Lizzie und ich lebten schon seit wir klein waren in diesem Internat. Unser Vater hatte die „Salvatore Boarding School for the Young and Gifted“ vor vielen Jahren gegründet, wodurch wir hier aufgewachsen waren. Ein guter Freund unseres Vaters hatte ihm das Anwesen vermacht, nachdem dessen Bruder in jungen Jahren verstorben war. Die Leute in Mystic Falls hielten diesen Ort für eine Schule für reiche, versnobte Kids, die ihren Eltern zu sehr auf die Nerven gegangen waren. Einige hier stammten tatsächlich aus guten Verhältnissen, allerdings traf das bei Weitem nicht auf alle zu. Viele der Kinder hier hatten kein zu Hause und keine Familie, zu der sie zurückkehren konnten. Dieser Ort war eine Zuflucht für Waisenkinder und Ausgestoßene.

Gestern Abend hatten wir kurz mit unserem Vater telefoniert, wobei er uns erzählt hatte, dass er heute mit zwei Jungs zurückkommen würde. Dad hatte im Laufe der Jahre viele Kontakte gesammelt, sodass er oft informiert wurde, wenn Kinder aus Heimen oder Pflegefamilien geworfen wurden oder anderweitige Probleme hatten. Diese Art Kinder brachte er dann hierher, um ihnen ein neues Zuhause zu geben. Inzwischen begann auch ich mich zu fragen, wie die neuen Schüler wohl sein würden. Alles, was unser Vater gesagt hatte war, dass die Jungs Waisen waren, deren Pflegefamilien sie vor ein paar Tagen vor die Tür gesetzt hatten.

Während ich meinen Gedanken nachhing, blieb mein Blick plötzlich an etwas, oder besser gesagt an jemandem hängen. Penelope Park, eines der beliebtesten Mädchen der Schule. Sie war anders als andere Mädchen, irgendwie besonders. Es war ihre Ausstrahlung, die mir jedes Mal aufs neue imponierte. Sie hatte etwas Erhabenes und Elegantes, auf gewisse Weise bewunderte ich sie.

Ich blieb stehen und betrachtete Penelope eine Weile, es fiel mir schwer den Blick von ihr zu lösen. Die weiße Bluse, die sie trug, stand ihr ebenso gut, wie die enganliegende, schwarze Jeans und die schwarzen Boots. Ihr dunkles Haar fiel in Wellen über ihre Schultern, wobei jede einzelne Strähne genau so zu liegen schien wie sie sollte. Das Mädchen war wirklich hübsch und gab eine bemerkenswerte Erscheinung ab.

Trotz ihres Ansehens hatte Penelope allerdings keinen sonderlich guten Ruf an der Schule. Sie behandelte viele Schüler von oben herab und konnte zuweilen recht zickig sein. Besonders Lizzie schien sie auf dem Kieker zu haben, da sie meine Schwester mit großer Vorliebe piesackte. Ich hatte keine Ahnung, was Lizzie ihr getan haben könnte, aber Penelope schien einen großen Groll gegen sie zu hegen. All das änderte jedoch nichts daran, dass die meisten Schüler irgendwie zu ihr aufblickten und mit ihr befreundet sein wollten. Und es änderte wie ich leider zugeben musste auch nichts daran, dass ich für die Dunkelhaarige schwärmte.

Natürlich war mir bewusst, dass ein Mädchen wie Penelope jemandem wie mich nie auch nur bemerken würde. Ich war ganz sicher nicht ihr Typ, womit es wohl immer bei meiner dummen Schwärmerei bleiben würde. Ganz plötzlich drehte Penelope den Kopf und ihr Blick traf meinen. Ich wurde schlagartig nervös, als diese dunklen Augen auf mich gerichtet waren und errötete ein wenig. Ich blickte schnell auf den Boden und umklammerte die Bücher in meinem Arm etwas fester. Als ich wieder hochsah, schaute Penelope mich noch immer an. Etwas war da in ihrem Blick, das ich nicht richtig deuten konnte. Er war irgendwie frech und verspielt und der Hauch eines Lächelns lag auf ihren Lippen. Je länger wir einander so ansahen, desto stärker begann es in meiner Magengegend zu kribbeln.

„Josie, komm schon“, rief meine Schwester und riss mich damit aus meiner Starre. Ich drehte mich zu Lizzie um, die ebenfalls stehen geblieben war. Ungeduldig sah sie mich an, da ich mich noch immer nicht bewegt hatte. „Ja, ich komme“, sagte ich schnell und setzte mich in Bewegung. Im Gehen warf ich noch einen kurzen Blick auf Penelope, die sich allerdings wieder ihren Freunden zugewandt hatte. Beinahe enttäuscht beschleunigte ich meine Schritte, um zu Lizzie aufzuschließen.

*****

Wir erreichten den Haupteingang in dem Moment als der Wagen unseres Vaters vorfuhr. Dad war das ganze Wochenende weg gewesen und arbeitete auch sonst sehr viel, weshalb ich mich umso mehr freute, dass er jetzt wieder da war. Unsere Mutter war bei unserer Geburt gestorben, weshalb Dad uns ganz allein aufzog. Er war ein toller Vater und bemühte sich sehr, damit es Lizzie und mir an nichts fehlte. Aber sein Job forderte ihn eben sehr und er musste sich neben uns auch um die vielen anderen Kinder dieser Schule kümmern. Von Zeit zu Zeit fühlten wir uns daher etwas einsam, was wir jedoch beide zu verbergen versuchten.

Mit einem glücklichen Lächeln beobachtete ich wie unser Dad aus dem Auto stieg. Ein Blick auf Lizzie zeigte mir, dass sie sich ebenso freute wie ich. Kurz darauf kletterten zwei junge Männer aus dem schwarzen Geländewagen, bei denen es sich wohl um die neuen Schüler handelte. Ich nahm mir einen Moment, um die Zwei zu begutachten. Der eine war ein etwas blässlicher Junge mit lockigem, schwarzem Haar. Der andere war großgewachsen und muskulös mit dunklem Teint und kurz rasierten, schwarzen Haaren. Der Dunkelhäutige war durchaus attraktiv, auch wenn seine Ausstrahlung etwas düster und aggressiv war. Ich schaute wieder zu Lizzie, die ebenfalls dabei war die Neuen abzuchecken. Der Größere der Beiden weckte dabei ganz offensichtlich ihr Interesse.

„Da wären wir Jungs, die Salvatore Schule für Hochbegabte. Euer neues Zuhause, wenn ihr wollt“, sprach unser Vater die Neuankömmlinge an, während sie das Anwesen bestaunten. Im Laufe der Jahre hatte Dad das ursprüngliche Haus ausbauen lassen, damit es mehr Kindern Platzt bot. Wenn man zum ersten Mal vor der Salvatore Villa stand, war der Anblick durchaus eindrucksvoll.

„Hey Jungs, willkommen an der Schule“, preschte Lizzie vor und empfing die Neuen mit einem strahlenden Lächeln. „Ich bin Lizzie und das ist meine Schwester Josie“, sagte sie und zeigte auf mich. Ich hob die Hand und lächelte den Jungs schüchtern zu. Im Mittelpunkt zu stehen war etwas, dass ich nicht besonders mochte. „Wir sind Zwillinge,“ fügte Lizzie hinzu, was ein durchaus sinnvoller Hinweis war. Auf den ersten Blick würden uns vermutlich die wenigsten für Zwillinge halten. Wir waren alles in allem ziemlich unterschiedlich, sowohl optisch als auch vom Charakter her. Lizzie war etwas größer als ich und hatte blonde Haare, während meine brünett waren. Abgesehen davon liebte meine Schwester es im Rampenlicht zu stehen und hatte sicher auch einen gewissen Hang zur Dramatik. Ich hingegen hielt mich gerne im Hintergrund und war auch deutlich ruhiger als mein Zwilling.

Einen Moment lang war es still. Die Jungs wirkten etwas unbehaglich und schienen mit der neuen Situation überfordert zu sein. Verdenken konnte ich es ihnen nicht, vermutlich hatten sie in den letzten Tagen viel durchgemacht. Nach einem kurzen Räuspern ergriff der Kleinere der Beiden schließlich das Wort. „Ich äh, bin Landon“, stellte er sich schüchtern vor. Anschließend richteten sich die Blicke auf seinen Freund, der bisher nur missmutig dreinblickte. Widerwillig hob er den Kopf und schaute uns schließlich an. „Ich bin Rafael“, knurrte er. Sein Blick verband sich daraufhin mit meinem und ich schenkte ihm ein kurzes Lächeln. Tatsächlich schien dadurch ein wenig Härte aus seinem Gesicht zu weichen, allerdings schaute er schnell wieder weg.

„Na schön Jungs, kommt erstmal mit. Wir kümmern uns um ein paar Details und danach könnt ihr euch in Ruhe die Schule ansehen“, forderte Dad die Beiden auf. „Ihr könnt später gerne zu uns kommen, dann führen wir euch herum und zeigen euch alles“, schlug Lizzie mit einem strahlenden Lächeln vor. Landon und Rafael tauschten einen kurzen Blick aus, ehe sie zögerlich nickten. „Mädchen, ich glaube ihr müsst in den Unterricht“, sagte unser Vater in seinem elterlichen Ton. „Ja, Dad“, antworteten Lizzie und ich simultan.

„Wir sehen uns dann später, Jungs“, trällerte meine Schwester im Gehen. Ich bemerkte, dass Rafael mich wieder ansah und lächelte ihm schüchtern zu. Dieses Mal lächelte er tatsächlich zurück, auch wenn es ein wenig gequält wirkte. Etwas an diesem Jungen weckte mein Interesse und ich war durchaus gespannt darauf, mehr über ihn zu erfahren.

*****

Ein wenig gehetzt erreichten Lizzie und ich unseren Klassenraum. Um ein Haar wären wir zu spät gekommen. So interessant es gewesen war die neuen Schüler zu treffen und so sehr ich mich auch gefreut hatte Dad zu sehen, auf eine Verspätung im Unterricht konnte ich gut verzichten. Ich nahm die Schule überaus ernst und war stets darum bemüht, pünktlich zu sein und gute Noten zu schreiben.

Schnell begaben wir uns zu den letzten freien Plätzen, um uns hinzusetzen. Ich war nicht sonderlich überrascht, dass die beiden Stühle neben Hope Mikaelson unbesetzt waren. Hope war abgesehen von meiner Schwester und mir am längsten an dieser Schule. Mit sieben Jahren hatten ihre Eltern sie hier angemeldet, womit sie, wenn auch mit Unterbrechungen, das Internat bereits seit etwas mehr als 10 Jahren besuchte. Allerdings war Hope ziemlich verschlossen und stieß die meisten, die versuchten ihr näherzukommen, weg.

Man musste jedoch auch verstehen, dass die Rothaarige vor zwei Jahren sowohl ihre Mutter als auch ihren Vater verloren hatte. Beide waren in kurzem Abstand voneinander gestorben. Ich konnte mir nicht mal vorstellen, wie sehr Hope gelitten hatte und es vermutlich heute noch tat. Sie bemühte sich immer stark zu sein und niemandem ihre Gefühle zu zeigen, trotzdem empfand ich großes Mitgefühl für ihren Verlust. Ohnehin war ich überaus emphatisch, ich fühlte sehr mit meinen Mitmenschen und stellte das Glück meiner Freunde und Familie oft über mein eigenes. Wie ein paar meiner Freunde und auch Emma, unsere Schulpsychologin, mir schon öfter gesagt hatten, war das einer meiner größten „Fehler“.

Dass ich immer wieder versuchte eine Beziehung zu Hope aufzubauen hatte auch nichts mit Mitleid zu tun. Natürlich tat mir leid was sie hatte durchmachen müssen, aber ich kannte sie auch schon fast mein ganzes Leben lang und sah in ihr durchaus eine Freundin. Es war nicht immer einfach, aber alles in allem war ich vergleichsweise erfolgreich. Ich war vermutlich eine der wenigen hier, zu denen Hope Mikaelson auch nur ansatzweise so etwas wie eine Freundschaft pflegte.

Als Lizzie und ich uns näherten, sah ich wie Hope einen Platz weiterrutschte und ich wusste sofort, warum sie das tat. Auch wenn ich es schade fand, konnte Lizzie Hope nicht besonders gut leiden, was auch auf Gegenseitigkeit beruhte. Keine der Beiden war daher sonderlich scharf darauf, neben der anderen zu sitzen. Zielstrebig steuerte meine Schwester den Platz am Gang an, sodass ich mich als Puffer zwischen sie und Hope setzen konnte.

„Morgen, Hope“, grüßte ich das Mädchen freundlich. Hope setzte ebenfalls ein Lächeln auf und grüßte mit einem schlichten „Hey“ zurück. „Morgen, Lizzie“, sagte sie dann und schaute kurz an mir vorbei. Offensichtlich hatte Hope heute Morgen gute Laune oder vielleicht wollte sie auch nur ein wenig sticheln. „Morgen“, erwiderte Lizzie kurz angebunden, wobei sie die Andere nicht mal ansah. Es war offensichtlich, dass sie und Hope keine besten Freundinnen werden würden.

„Ihr seid aber spät dran“, meinte Hope an mich gerichtet, nachdem sie die nötigen “Höflichkeiten” mit meiner Schwester ausgetauscht hatte. „Wir wollten noch kurz unseren Dad sehen, er ist eben wiedergekommen“, antwortete ich. „Alaric ist zurück?“ Hope klang fast ein bisschen aufgeregt. Sie hatte tatsächlich ein ziemlich enges Verhältnis zu unserem Dad. Dadurch, dass sie fast ihr ganzes Leben hier verbracht hatte, war er für sie eine Art Vaterersatz geworden. Ich wusste, dass das der Hauptgrund war, weshalb Lizzie sie nicht mochte. Sie fühlte sich zuweilen vernachlässigt und hatte das Gefühl unser Vater würde sich mehr um andere Kinder kümmern als um uns. Ganz besonders um Hope.

„Ja, er hat zwei neue Schüler hergebracht. Wir haben sie kurz kennengelernt“, beantwortete ich ihre Frage. „Und nur, dass du es weißt; der hübsche Große gehört mir“, machte Lizzie sofort klar. Hope verdrehte daraufhin bloß die Augen, was mich schmunzeln ließ. Ich hatte schon gemerkt, dass meine Schwester Gefallen an Rafael gefunden hatte, was ich durchaus verstehen konnte. Dass sie ihn für sich beanspruchen würde war mir daher bereits klar gewesen. Auch ich fand den Neuzugang ziemlich interessant, allerdings würde ich keinesfalls mit Lizzie in Konkurrenz treten. Wenn sie den Dunkelhäutigen für sich wollte, sollte sie ihn ruhig haben.

„Guten Morgen“, begrüßte uns Dorian, unser Geschichtslehrer, als er den Raum betrat. Schnell beendeten alle ihre Gespräche oder packten ihre Handys weg, um mit dem Unterricht zu beginnen. Auch ich setzte mich etwas aufrechter hin und richtete meinen Blick nach vorn. Während Dorian begann über das heutige Thema zu sprechen, hatte ich auf einmal das Gefühl einen Blick auf mir zu spüren. Zögerlich drehte ich den Kopf und blickte über die linke Schulter. Schnell fanden meine Augen die von Penelope, welche ihr Kinn auf ihrer Hand abgestützt hatte und mich kess anschaute. Wieder lag dabei ein verspieltes Lächeln auf ihren Lippen.

Augenblicklich färbten sich meine Wangen rot und mein Herzschlag beschleunigte sich. Wieso nur sah Penelope mich so an? War das irgendeine Art von Spiel? Merkte sie, wie leicht sie mich verunsichern konnte und machte sich einen Spaß daraus? Hatte sie am Ende sogar irgendeine Gemeinheit im Sinn? Ich konnte die Schwarzhaarige kein bisschen lesen. Sie war ein wunderschönes Mysterium.

Ein leichter Ellbogenstoß holte mich wieder in die Gegenwart zurück. Ich schaute zu Hope, die mich angestoßen hatte und jetzt fragend ansah. Mit einem Nicken gab sie mir zu verstehen, dass ich meine Aufmerksamkeit lieber auf den Unterricht lenken sollte. Schnell zwang ich meinen Blick wieder nach vorne, Dorian schien meine Abwesenheit zum Glück nicht bemerkt zu haben. Mein Herz klopfte immer noch recht heftig in meiner Brust, da der kurze Blickkontakt mit Penelope mich etwas aus der Fassung gebracht hatte.

Für die restliche Zeit bemühte ich mich dem Unterricht zu folgen. Ich hatte zwischendurch aber immer wieder das Gefühl, beobachtet zu werden, was es mir wirklich schwer machte mich zu konzentrieren. Aber ich schaffte es, dem Drang mich umzudrehen zu widerstehen. Trotzdem fühlte ich mich die ganze Zeit über etwas unbehaglich und rutschte des Öfteren unruhig auf meinem Stuhl hin und her. Diese Unterrichtsstunde war alles andere als angenehm für mich.

*****

In der Mittagspause saß ich mit Lizzie im Speisesaal. Während ich in meinem Essen herumstocherte, plante sie die ganze Zeit ihr nächstes Aufeinandertreffen mit Rafael. Sie schien regelrecht besessen von dem Gedanken, den neuen Schüler für sich zu gewinnen. „Wir würden so ein schönes Paar abgeben, findest du nicht, Josie?“, fragte sie mich. Ich kicherte zunächst nur ein wenig. „Meinst du nicht, dass ein bisschen übereifrig bist, Lizzie?“, stellte ich eine Gegenfrage. „Du hast doch noch nicht mal richtig mit ihm geredet.“ Meine Schwester stieß einen leichten Seufzer aus. „Ach Jo, solche Dinge wollen frühzeitig und akribisch geplant werden“, erklärte sie mir. Ich musste ein wenig lachen, woraufhin Lizzie mit einstimmte.

Wie aufs Stichwort betraten die beiden Neuzugänge den Speisesaal. Sofort richteten sich sämtliche Blicke auf sie und einige Schüler fingen gleich an zu tuscheln. Die Jungs taten mir ein wenig leid, es musste schwer für sie sein sich hier zurecht zu finden. Wenn man dann noch von allen angestarrt wurde, machte es das nur noch schlimmer. Das Unbehagen war Beiden deutlich ins Gesicht geschrieben.

Schnell winkte Lizzie die zwei Freunde zu uns herüber, als sie sie erblickt hatte. Etwas zögerlich setzte das Duo sich in Bewegung. Auf halbem Weg blieb Landon stehen und signalisierte seinem Kumpel, dass er sich woanders hinsetzen würde. Mit Interesse verfolgte ich, wie er sich seinen Weg zu einem abgelegen Tisch bahnte. Hope blickte irritiert zu ihm auf, gestattete ihm aber sich zu ihr zu setzen. Ich beobachtete die Zwei einen Moment, wie sie miteinander reden und dabei sogar lachten. Normalerweise war Hope Fremden gegenüber alles andere als aufgeschlossen, allerdings wirkte sie mit Landon recht locker. Ich freute mich, Hope so zu sehen und lächelte in mich hinein.

Im nächsten Moment erreichte Rafael unseren Tisch und setzte sich neben mich. Ich war etwas überrascht, dass der Große neben mir Platz genommen hatte, da auch neben meiner Schwester noch frei war. Es störte mich allerdings nicht im Geringsten, weshalb ich ihn mit einem schüchternen Lächeln empfing.

„Wie gefällt dir die Schule, Rafael?“, begann Lizzie ein Gespräch. „Ganz ok, schätze ich“, erwiderte der Dunkelhäutige knapp. Es war ziemlich deutlich, dass ihm nicht sonderlich nach Reden zumute war. „Weißt du, es ist so schön, wenn neue Schüler herkommen“, redete meine Schwester direkt weiter. „Neue Bekanntschaften zu schließen ist wirklich was Tolles. Es macht so viel Freude, sich mit Menschen auszutauschen und…“, Lizzie geriet in einen Redeschwall und hörte gar nicht mehr auf zu plappern. Ich schielte kurz zu Rafael, der ein wenig überfordert aussah. Ich rollte leicht mit den Augen, ohne dass Lizzie es bemerkte, womit ich den Anderen etwas zum Lachen brachte.

Mitten in ihrem Monolog, von dem ich kaum etwas mitbekommen hatte, sprang meine Schwester auf. „Komm mit, es gibt so viele coole Dinge, die ich dir zeigen muss“, sagte sie an Rafael gewandt. Ein bisschen perplex blickte der Neuzugang zu ihr hoch. Er schien nicht richtig auf Lizzies Schulführung vorbereitet gewesen zu sein. Erwartungsvoll stand sie da und wartete auf Rafaels Antwort. „Äh…klar…klingt toll“, gab er zögerlich zurück, nachdem er einen kurzen Blick mit mir ausgetauscht hatte.

Nachdem Rafael aufgestanden war, schnappte Lizzie sich seinen Arm und führte ihn mit sich. Ich blieb etwas verdattert zurück, während meine Schwester ihren Schwarm aus der Kantine geleitete. Dass sie mich hier einfach so sitzen ließ, war schon etwas unhöflich. Andererseits wusste ich ja, dass meine Schwester, wenn sie so auf etwas fokussiert war, schnell mal alles um sich herum vergessen konnte. Weshalb ich ihr auch nicht wirklich böse sein konnte. Ich hoffte bloß, dass es mit Rafael gut laufen und sie nicht enttäuscht werden würde.

Schnell widmete ich mich meinem Essen, bevor es komplett kalt werden konnte. Währenddessen ließ ich mir den bisherigen Tag durch den Kopf gehen, der wirklich ereignisreich gewesen war. Wir hatten zwei neue Schüler bekommen, die ziemlich interessant zu sein schienen. Außerdem musste ich immer wieder an Penelope denken und daran, wie sie mich angesehen hatte. Auch wenn mein Herz in diesen Momenten schneller geklopft hatte, war mir die Sache nicht wirklich geheuer. So oder so war ich gespannt, was heute noch alles passieren würde.
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