Everything Changes

GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
20.03.2020
29.03.2020
18
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„Na los“, murmelte er leise an mein Ohr und fuhr durch meine Haare. „Geh duschen. Ich sehe dir doch an, dass du duschen möchtest.“
Er gab mir einen sanften Stoß gegen mein Schulterblatt und hauchte anschließend einen leichten Kuss darauf. Ich blinzelte, die Kraft etwas zu erwidern fehlte mir. Ich stand auf und ging etwas benommen in Richtung Bad.
Was war das eben? Noch heute Morgen hatte ich mir in Erinnerung gerufen, dass es keine Wiederholung geben wird. Und jetzt? Jetzt lag ich nach einer heißen Wiederholung neben ihm oder eher auf ihm und war völlig außer Atem. Ich konnte genau spüren, wie Ezra mir hinterher sah.
Was war das nur für ein irrer Tag heute?
Erst gestand Ezra mir im Konflikt, dass er Asthma hatte und dann endeten wir im Badezimmer, tauschten heiße Küsse aus und ich hatte ihm einen Blowjob gegeben. Verdammt! Es hatte sich so gut angefühlt, wie er sich verzweifelt an mich geklammert hatte, seine Hand in meinen Haaren. Selbst seine heißen Küsse zwischendrin. Nicht zu vergessen der heiße Sex in seinem Bett. Aber am meisten hatte mir seine liebevolle Art gefallen, er war bestimmt, aber sanft.
Ich schaffte es nicht einmal vernünftige, passende Worte dafür zu finden.
Langsam schloss ich die Tür hinter mir und lehnte mich mit dem Rücken gegen das kühle Holz.
Ich schloss meine Augen. Ich brauchte eine Strategie, einen Plan- irgendetwas. So langsam verlor ich den Fokus auf meine Prinzipien, wohlgemerkt am dritten Tag, dass heißt wir hatten noch mindestens elf Tage gemeinsam. Elf Tage an denen wir aufeinander hockten. Eine Möglichkeit wäre zu sagen, dass es ein Fehler gewesen war. Ungewollt. Es war einfach geschehen. Eine weitere Möglichkeit war Ezra die Schuld zu geben. Auch wenn ich früher immer die Schuld auf andere geschoben hatte, wollte ich dies gerade jetzt nicht tun. Ich wollte nicht Ezra die Schuld geben. Ich wollte auch nicht behaupten, dass es ein Fehler war oder das es mir nicht gefallen hätte. Das wäre gelogen.
So wie es aussah, musste ich wohl oder übel mit der Situation klarkommen und mit den Folgen, die sich bald zeigen werden. Denn eines wusste ich sicher. Mit diesem Sex hat sich das Verhältnis zwischen mir und Ezra verändert. Keine Ahnung inwiefern. Ich konnte bloß hoffen, dass es sich in keine schlechte Richtung verändert hatte.
Langsam löste ich mich von der Tür und trat unter die Dusche. Ich stellte das Wasser bewusst ein wenig kälter ein. Die Kälte half mir klare Gedanken zu fassen und sie beruhigte mich.
Ich wusste mich nicht, wie lange ich unter dem kalten Wasser stand, aber als ich das Wasser abstellte und meinen Körper in mein Handtuch einwickelte, wurde mir etwas bewusst.
„Ezra?“, rief ich und wartete einige Zeit. Langsam öffnete er die Tür. Er trat nicht ein, er schob seinen Kopf leicht durch den kleinen Spalt. „Könntest du mir bitte Klamotten bringen?“, fragte ich leise und biss nervös auf meine Unterlippe. Es war mir gerade sowas von peinlich, dass ich das vergessen hatte und jetzt auch noch auf seine Hilfe angewiesen war.
„Warte kurz.“
Er verschwand von der Tür und kurze Zeit später kehrte er mit einem kompletten Outfit zurück. Auch jetzt betrat er nicht das Bad. Er hielt mir die Klamotten entgegen. „Dankeschön...“
Von ihm kam gar nichts. Kein Lächeln. Kein dummer Spruch. Nicht einmal ein >Bitte<.
Nachdem ich die Tür ran gedrückt hatte, schlüpfte ich langsam in die Klamotten und machte mich anschließend daran meinen Bart zu kürzen. Nicht ganz weg, aber schon ein wenig kürzer.
Einige Zeit später trat ich aus dem Badezimmer und erschrak, als Ezra direkt an der Wand gegenüber von dem Badezimmer lehnte und sein Blick neugierig an meinem Körper hinab glitt und wieder hinauf.
„S-Standest du die ganze Zeit da?“
„Nein“, erwiderte er leise und trat auf mich zu. „Sag jetzt aber nicht: Es war ein Fehler!“
Ich schluckte und nickte leicht. „Es war kein Fehler“, brachte ich anschließend mit mehr Mut heraus.
Ich wandte mich ab und betrat die Lesekammer, während Ezra das Badezimmer einnahm.
Hoffentlich schaffte ich es hier ein wenig Ablenkung zu finden. Ablenkung von Ezra und seinen anziehenden Blick und dem unwiderstehlichen Lächeln. Seufzend ließ ich mich auf dem Sessel sinken und lehnte mich zurück. Ich zog meine Beine zu einem Schneidersitz zusammen und nahm das Buch zur Hand. Als ich es aufschlug und die ersten Seiten gelesen hatte, war ich bereits wieder in der Geschichte gefangen.
Ich hatte keine Ahnung, wie viel Zeit verging, aber als Ezra sich an das Fußende setzte, war ich beinahe am Ende der Geschichte angelangt.
Ich sah kurz auf und warf ihm einen Blick zu, aber ich wollte nichts sagen.
„Ich kann auch auf dem Balkon lesen“, murmelte er.
Ich schüttelte meinen Kopf. „Bleib.“
Ezra fragte nach keiner Erklärung und stellte mir keine unnützen Fragen, er machte nicht einmal einen dummen Spruch. Ich wandte mich wieder meiner Geschichte zu und bekam nicht einmal Ezra’s Blick mit, wie er mich anstarrte und skeptisch eine Augenbraue hob.
„Ist... alles okay...?“, fragte er plötzlich und blickte zu mir auf.
„Was? Eh... klar.“
„Cole...?“, murmelte er leise und legte sein Buch umgedreht zur Seite, während er sich zu mir umdrehte. Er legte seine Finger unter mein Kinn und hoben es an, sodass ich gezwungen war in seine smaragdgrünen Augen zu schauen.
„Ich habe keine Ahnung, was in deinem Kopf gerade alles abgeht... Für mich hat sich nichts geändert. Wir hatten Spaß und das wars. Nicht mehr und nicht weniger-“
Spaß?! Hatte Ezra eigentlich auch nur die leiseste Ahnung, dass ich mich ihm gegenüber komplett anders verhalten hatte?
Ich hatte meine Augen offen, weil ich ihn sehen wollte- bei allen anderen waren meine Augen geschlossen. Immer!
Ich hatte ständig mit ihm heiße Küsse ausgetauscht- bei allen anderen gab es nicht einmal Küsse.
Ich drückte ihm das Buch wütend gegen die Brust und verließ ruckartig den Raum. Noch länger würde ich seine Blicke nicht ertragen können. Ich verzog mich auf den Balkon und zog die Tür hinter mir heran. Das hier war der einzige Ort, an dem ich meine Ruhe hatte und nicht seine Blicke ertragen musste. Oder seine Worte, die all das herunterspielten.
Ich lehnte mich an das Geländer und blickte hinunter. Normalerweise heiterte es mich immer auf, aber dadurch das alles wie leer gefegt war, deprimierte es mich nur noch mehr.
Seufzend ließ ich mich auf den Stuhl sinken und schloss meine Augen.
So ein Scheiß man! Jetzt musste ich elf Tage damit leben, dass er das alles als Spaß ansah. Aber eines stand fest, ein weiteres Mal wird es nicht geschehen und heute Nacht werde ich ganz sicher nicht neben ihm schlafen, egal wie sehr es mir gefallen hatte. Ich musste mich distanzieren, bevor er all meine Schutzmauern niederriss und mich verletzte wo es am meisten wehtat.
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