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Monokumas Ultimative Liebesinsel

MitmachgeschichteAllgemein / P18 / Gen
20.03.2020
29.04.2021
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27.03.2021 7.056
 
„Jin!“ Ai löste sich auf der Gruppe, stürmte auf den jungen Mann zu und fiel ihm strahlend um den Hals. „Ich bin so froh dich wieder zu sehen!“ „Ich bin auch froh wieder hier sein zu können“, lächelte Jin, während er seiner ehemaligen Partnerin behutsam den Rücken tätschelte. Er sah zu dem Rest der Gruppe und erkannte, dass die meisten ihm glücklich wenn auch überrascht zugrinsten. Lediglich Chitaru wirkte etwas misstrauisch und Elena starrte ihn so schockiert an, als hätte sie einen Geist vor sich.
Nachdem Ai wieder zurückgetreten war, umarmte auch Ryuichi den Zurückgekehrten, wobei er unentwegt „Man, ich fass es nicht“ wiederholte und Jin fast die Luft abschnürte.
Schließlich erwachte Elena wieder aus ihrer Trance, schüttelte blinzelnd den Kopf und rang sich zu einem Lächeln durch. „Qué bueno que hayas vuelto, Jin. Ryuichi hat dich so sehr vermisst, dass er sich beinahe ins Koma getrunken hat.“ „Ja, hab mich echt schlecht gefühlt“, lallte Ryuichi und Jin schüttelte lächelnd den Kopf. „Das musst du wirklich nicht. Ich bin so dankbar, dass du Ai nicht hast rausfliegen lassen!“  
„Ja, witzig, ne? Dass ich jetzt sie…und du mit Sumiko…“ Ryuichi untermalte seine Worte mit fahrigen Gesten. „Aber keine Sorge, ich bin schön anständig mit ihr.“ „Aber wenn Jin jetzt wieder da ist, können wir ja wieder Partner werden!“ Aufgeregt sah sich Ai nach Monokuma um. „Ich könnte doch mit Sumiko tauschen?“ „Nö“, schmetterte der Bär den Vorschlag desinteressiert ab. „Ich geh dann mal wieder. Hab noch ‘ne Torte, die sich nicht von selbst essen wird.“ Damit schlurfte er wieder davon und Jins Blick wanderte zu seiner neuen Partnerin. Sumiko versuchte sich ihre Enttäuschung über Monokumas Worte nicht anmerken zu lassen und lächelte etwas künstlich.
Bevor die beiden allerdings miteinander reden konnten, prasselten die Fragen der anderen nur so auf Jin ein. „Was ist mit dir passiert?“, brach es aus Teruaki heraus. „Wo wurdest du hingebracht?“, wollte Ako fast zeitgleich wissen. „Hast du die anderen gesehen?“, fragte Naizen. „Vielleicht Kiyoko?“, schlug Ai hoffnungsvoll vor. „Und warum hat Monokuma dich jetzt wieder zurückgeholt?“, endete Chitaru mit gerunzelter Stirn. Neun fragende Augenpaare richteten sich auf Jin.  
„Es tut mir leid“, meinte dieser ehrlich. „Aber ich kann euch nicht viel sagen. Ich bin viel geflogen, aber die meiste Zeit über waren meine Augen verbunden. Zwischendurch habe ich mich in irgendeinem Raum aufgehalten, wo ich im Fernsehen mitverfolgen konnte, was hier passiert ist. Aber von den anderen habe ich leider nichts gesehen oder irgendetwas über sie gehört. Tut mir leid…“ „Ach, denen wird es schon gut gehen“, meinte Naizen optimistisch.
„Jedenfalls habe ich dann noch eine Chance bekommen und bin wieder her geflogen worden“, beendete Jin seinen Bericht. „Ich weiß da auch nicht viel mehr als ihr.“

Nachdem sich die allgemeine Aufregung etwas gelegt hatte, saßen Ai und Chitaru noch zusammen auf den Poolliegen und die kleinere Frau zupfte unsicher an ihrem Sitzkissen herum. „Soll ich denn jetzt ein Bild von Jack malen?“, fragte sie. „Oder nicht? Und das von Jin…schmeißen wir das jetzt weg?“ „Auf gar keinen Fall“, widersprach Chitaru entschlossen. „Du hast dir so viel Mühe beim Zeichnen gegeben. Und für Jack solltest du auch etwas zeichnen. Ich denke, er war ein guter Kerl.“
„Aber Jack wacht doch bestimmt wieder auf? Und dann kommt er wieder?“ Ai lächelte ihre Freundin auf eine naiv hoffnungsvolle Weise an und diese seufzte unwillkürlich. „Monokuma wird ihn bestimmt nicht wieder zurückholen“, meinte sie. „Es stimmt schon, wir sind freiwillig hergekommen, also müssen wir uns jetzt auch an die Regeln halten.“ „Oh…“ Ai ließ leicht den Kopf hängen und Chitaru stieß sie ermutigend an. „Hey, dafür ist Jin wieder da!“
„Das stimmt.“ Ein Lächeln breitete sich wieder auf Ais Gesicht aus und sie sprang auf. „Ich gehe gleich zu ihm! Bis später, Taru!“ Und schon lief sie davon.
Kurz sah Chitaru ihr nach, bevor sie ebenfalls aufstand und mit bloßen Füßen den Garten der Villa betrat. Die Schatztruhe stand noch immer dort, zu ihrer Erleichterung hatte Elena noch nicht alle Fanfictions angezündet, sodass Chitaru durch die Seiten blättern und nach Geschichten über sich selbst suchen konnte. Kurz las sie in die Geschichte Gotta Catch Your Heart! rein, die ihr tatsächlich ein leichtes Schmunzeln entlockte.
Trainer Itomaru und sein Pokémon Absol-Chitaru waren auf dem Weg ins hohe Gras. Itomaru wollte nämlich unbedingt Champ werden und deshalb brauchte er mehr Pokémon, auch wenn Chitaru immer dem sein Liebling bleiben würde. Aufeinmal wurde Citaru von der Seite angesprungen und es war ein Fluffeluff-Ai!
"Chitaru, mach Abgesang!", ruft Itomaru und Absol-Chiatru öffnet den Mund. Aber plötzlich ruft Fluffeluff-Ai, "Stopp! Damit gehst du auch unter!".
Chitaru will nicht hören und deshalb macht Ai schnell Bitterkuss. Sie küsst Chitaru auf den Mund und es schmeckt ein bisschen bitter, aber Chitaru wird trotzdem rot und ist dann verwirrt, deshalb greift sie nicht an.
Itomaru ruft, "Ey!".
Aber dann küsst Chitaru Ai plötzlich zurück und das ganze ohne Attacke. Itomaru ist sauer, weil er den Kampf schon vorher analytisch kalkuliert hat und das jetzt alles kaputt gegangen ist und jetzt so ein blödes Fluffeluff seine liebste Chitaru küsst! Das ist dem sein Pokémon!

Sie blätterte weiter, aber fast alle Geschichten handelten von Ship Regenbogen; mal standen die beiden einander in schweren Stunden bei und bemerkten dabei ihre Gefühle füreinander, mal bekämpften sie sich in den unrealistischsten Szenarien und einiges waren nur Lemons ohne nennenswerten Plot. Chitaru las nichts davon gründlich, aber ihr kam der ernstliche Gedanke ihre Haare wieder schwarz zu färben, nur um nicht mehr mit Sumiko in Verbindung gebracht zu werden.
Schließlich schnappte Chitaru sich eine bestimmte Fanfiction und verstaute diese heimlich in einer Tasche ihrer weiten Jacke, bevor sie sich auf den Rückweg zur Villa machte.
In der Tür stieß sie beinahe mit Sumiko zusammen und für einen äußerst unbehaglichen Moment wichen beide mehrfach in dieselbe Richtung aus, wobei die junge Dirigentin krampfhaft versuchte der größeren Frau nicht in die Augen zu sehen. „Hey, hör mal“, begann diese schließlich. „Ich weiß, du hältst mich für böse, aber warum? Wenn die hohe Stimme, die ich mache, dich an den Fernseher erinnert, ruft das dann unschöne Kindheitserinnerungen hervor?“
Sumiko blinzelte überrascht. „Ja, hm, ich weiß nicht, vielleicht…?“ Prompt schoss ihr das Blut in die Wangen. „Aber ich stimme dir jetzt nicht zu, weil ich dich mag oder so!“ „Okay…“ Chitaru überging den letzten Satz und beschloss eine weitere Theorie zu testen. „Kann es sein, dass die Sumiko, die damals betrunken zu einem Konzert erschienen ist, gar nicht du warst? Sondern deine Zwillingsschwester? Und diejenige von euch, die von ihrer Schwester vergewaltigt wurde…das warst in Wirklichkeit du?“ Während sie das, behielt sie die Körpersprache der anderen genau im Auge, aber Sumiko wirkte einfach nur verwirrt. Mit der leicht gerunzelten Stirn und dem halb offen stehendem Mund wirkte sie dabei nicht sehr intelligent, aber die Verwirrung in ihren verschiedenfarbigen Augen war nicht gespielt. „Nein“, meinte sie nur. „Leider nicht.“

„Hast du dir schon etwas für das Lovephone-Spiel ausgedacht?“, wollte Naizen wissen und beugte sich dann gespannt über den kleinen Bildschirm, den Teruaki ihm hinhielt. Zu seiner Verblüffung konnte er dort tatsächlich ein kleines Figürchen sehen, das sich über Wasser bewegte und ein Netz bereit zum auswerfen festhielt. Ab und zu tauchten unterschiedlich große Wale an der Wasseroberfläche auf. „Die muss man fangen“, erklärte Teruaki, während er auf den Bildschirm tippte. „Kleine Wale geben hundert Punkte, wenn du den großen kriegst, bekommst du zweihundertfünfzig.“  
„Krass“, befand Naizen angetan.
„Danke übrigens, dass du mich nicht für einen Mörder hältst“, nutzte Teruaki die Gelegenheit und Naizen warf ihm einen überraschten Blick zu. „Kein Ding. Du willst mich ja auch nicht tot sehen, weil ich Walfänger bin. Aber warum hast du das eigentlich allen erzählt? Das muss doch schwer gewesen sein.“
Teruaki nickte düster. „Aber ich wollte mir auch nicht mehr die ganze Zeit Sorgen machen, wer mich plötzlich hassen könnte. Und denkt, dass ich niemanden mehr selbst kritisieren kann.“
Ohne Vorwarnung wurde plötzlich laute Musik aufgedreht.  
Mit einer Alkoholflasche in der Hand tanzte Elena zu den Latino-Rhythmen, während sie mehrere Shotgläser in einer Reihe auf der Wohnzimmerkommode aufstellte, auffüllte und direkt das erste davon selbst kippte. Grinsend wandte sie sich dann zu den anderen um und winkte sie zu sich heran. „Auf Jins Rückkehr!“
Teruaki sah zu wie die anderen mitfeierten und stellte fest, dass seine Partnerin nicht bei ihnen im Wohnzimmer war. Er konnte sich schon denken, dass Jacks Rauswurf ihr nahe gegangen war – besser er sah nach wie es ihr ging.
Draußen war die Luft angenehm abgekühlt und ein paar entzündete Lampen die einzigen Lichtquellen, dafür dröhnte noch immer Musik aus der Villa. Ako saß alleine am Pool, starrte trübselig ins Wasser und betrank sich mit verschiedenen Softdrinks, wobei sie geistesgegenwärtig darauf achtete, die Flaschen so in die Kamera zu halten, dass die Logos gut zu sehen waren. Gerade ließ sie eine leere Flasche ‘Kuma Kola‘ sinken.  
„Ganz schön übel, das mit Jack“, murmelte Teruaki, während er sich zu ihr setzte. Ako nickte niedergeschlagen. „Ich habe das Gefühl, dass all meine Freunde nacheinander gehen“, erwiderte sie leise. „Erst Kiyoko, dann Tomi, dann Mihara. Und jetzt auch noch Jack.“ Seufzend lehnte sie sich an ihren Partner. „Zum Glück bist du noch da…“  

Die Party endete schließlich damit, dass Ryuichi betrunken von der Sofalehne kippte und augenblicklich eingeschlafen war, woraufhin die anderen ebenfalls entschieden, dass es schon ziemlich spät war.  
Gemeinsam transportierten Jin und Sumiko Ryuichi zum Schlafzimmer, wo sie einen unsicheren Blick tauschten. „Vielleicht könnten wir ja die Betten tauschen“, schlug Jin vor. „Ich meine, wir kennen uns ja kaum und du wärst doch bestimmt lieber mit Ryuichi… Und ich mit Ai… Aber ich kann auch auf dem Sofa schlafen…“ „Ey, genau das wollte ich auch fragen“, stimmte Sumiko ihm sofort zu. „Ich meine Monokuma redete da irgendwas von so Dates, aber ansonsten könnten wir ja so tun als hätten wir andere Partner.“ „Bin ich für!“, kam es von Ai, die fröhlich zu Jin herüber getänzelt kam.
Kurz sah Chitaru zu ihrer Freundin herüber, dann entschied sie: „Ich schlafe dann wieder auf dem Sofa.“ „Also, wenn du gerne das Bett“, begann Itomaru, aber sie schüttelte nur den Kopf und setzte ein Lächeln auf. „Das Sofa ist gemütlich, das geht schon.“
Teruaki und Ako lagen bereits in ihrem Bett, glücklich unter ihrer Decke aneinander gekuschelt.
Nur Elena und Naizen hatten noch längst nicht vor zu schlafen, die Spanierin schien noch immer voller Energie als wollte sie die ganze Nacht durchtanzen. Bevor sie die Musik allerdings erneut aufdrehen konnte, ließ Naizen sich auf ein Sofa fallen und fragte lächelnd: „Was hältst du von einem Horrorfilme-Marathon mit Cocktails?“ „Klar, solange du keinen Puppenfilm sehen willst.“ Elena sprang zu dem DVD-Regal herüber und wählte eine erste Scheibe aus. Mit einem leichten Lächeln drehte sie die Lautstärke dann weit auf, bevor sie sich zu ihrem Partner gesellte und mit ihm anstieß.


Wie üblich wachte Jin früh am Morgen auf, obwohl er in der Nacht immer wieder durch schrille Schreie, dem Kreischen von Motorsägen und anderen Horrorfilmgeräuschen aufgeweckt worden war. Er argwöhnte, dass Elena und Naizen gerade erst ins Bett gekommen waren.
Eine Weile lag er ruhig da, dann stand er leise auf, um Ai neben ihm nicht zu wecken, und verschwand im Badezimmer, um sich eine lange Dusche zu gönnen. Dabei kam ihm der Gedanke, dass er für die anderen schon mal Frühstück machen könnte. Nach dem bisschen trockenen Reis mit dem ihm Monokuma nach seinem Rauswurf versorgt hatte, reichte der Gedanke an eine richtige Suppe, um ihm das Wasser im Mund zusammenlaufen zu lassen.  
In der Küche wartete allerdings schon Sexybär auf ihn, fünf Schriftrollen auf den Armen mit sich tragend. „Hallo“, begrüßte ihn der kleine Bär und schniefte. „Die anderen bereiten gerade etwas unglaublich lustiges vor…aber ich soll hier warten und euch die hier geben. Sie…sie haben gesagt, dass ich dafür am besten geeignet bin… Und dann sind sie lachend in dem neuen Jeep weg...“ Jin nahm sich hastig die Schriftrolle, auf der ‘Für Jin & Sumiko‘ stand. „Sind die für unsere Dates?“, wollte er wissen und der Teddy nickte eifrig. „Für eure sexy Dates!“
Gleichzeitig klingelten alle Lovephones auf einmal los und scheuchten die übrigen Teilnehmer aus den Betten, um ihre Rollen in Empfang zu nehmen.
„Okay, und was sollen wir da jetzt machen?“, wollte Sumiko wissen, als sie an Jins Seite zur Turnhalle wanderte. „Hier steht, dass wir dort ein Frühstück bekommen“, erwiderte ihr Partner, während er noch einmal das Papier studierte. „Und dann sollen wir gemeinsam die Wände bemalen.“ Erleichtert grinste er seiner Begleitung zu. „Das klingt doch lustig!“ „Ja, nicht wieder so was anstrengendes“, nickte Sumiko. Für den Moment schlief ihr Gespräch ein und die junge Frau suchte schnell nach einem neuen Thema.
„Übrigens, das war gar nicht schlimm, dass du das mit den Unterhosen nicht gewusst hast und so. Ich meine, woher hast du das auch wissen sollen? Das wissen halt Typen, die öfter Mädchen ausziehen, also Ryuichi oder so, aber nicht du. Und ich habe ja auch keine Ahnung, was du trägst. ...soll ich mal raten?“ „Äh, danke, nicht nötig.“ Sie hatten die Turnhalle erreicht und Jin drückte die Tür auf.
Auf den roten Matten war eine Picknickdecke ausgebreitet worden und darauf wartete bereits ein ausgiebiges Frühstück auf die beiden; es schien von allem erdenklichen etwas da zu sein. Daneben standen gefüllte Thermoskannen und eisgekühlte Wasserflaschen.
In einer Ecke standen bereits Farbeimer samt Pinsel, aber das Pärchen wandte sich erst einmal dem Frühstück zu und Jin las den Rest ihrer Anweisungen vor. „Wir müssen über unsere sexuellen Vorlieben reden.“ Er spürte, dass er dabei rot wurde, aber Sumiko trank unbekümmert ihren Tee weiter. „Alles klar. Also ich liebe es mich dabei im Spiegel zu betrachten. Ich meine, was ist geiler als eine Sumiko?“ Lachend warf sie ihre bunte Haarmähne zurück. „Zwei Sumikos! So wie…“ Sie verzog leicht das Gesicht und murmelte: „Okay, red du mal weiter.“
„Ähm also ich hab nicht so viel Erfahrung“, gestand Jin und fuhr sich etwas nervös durch das Haar. „Deswegen habe ich jetzt keine wirklichen Vorlieben. Hm… Aber es wäre schon echt abtörnend an öffentlichen Orten Sex zu haben, also im Wald oder so. Ich meine, da ist es dreckig und überall sind Tiere…“ Sumiko nickte verständnisvoll. „Aber vielleicht…also Cosplay könnte mir gefallen“, überlegte Jin.
„Was denn für welches?“, hakte Sumiko interessiert nach und der junge Mann wurde noch etwas röter. „Ich weiß auch nicht… Hab ich ja noch nicht ausprobiert.“ „Also ich hab gehört, dass die Nutte sexy Cosplay macht“, berichtete Sumiko munter. „Und dass die gar nicht tot ist und so. Hey, vielleicht lebt Hide dann ja auch noch!“ „Wir haben ihre Leiche gesehen“, erinnerte Jin sie mit tonloser Stimme und Sumiko schlug bestürzt eine Hand vor den Mund. Den Rest des Frühstücks verbrachten sie in unbehaglichem Schweigen.

„Es ist echt komisch noch mal herzukommen“, murmelte Ako unbehaglich, als sie die Cluedo-Villa betraten. „Das kannst du laut sagen“, knurrte Teruaki neben ihr.
Zum Glück hatte ihnen ihre Papierrolle nicht vorgeschrieben den Salon zu betreten, in dem womöglich noch Blutspuren zu finden waren. Oder die Kellertreppe herunterzusteigen, um zu dem unheimlichen Gerichtsraum zu kommen…
Stattdessen versuchten die beiden ihr Glück im Speisesaal und tatsächlich war das Frühstück hier schon serviert worden. Bei nur zwei Anwesenden hätte der lange Tisch auch wie eine Verschwendung gewirkt, wäre nicht ein ganzes Buffet darauf ausgebreitet worden und so konnten die beiden ohne jede Zurückhaltung zulangen.
„Wie wäre es mit einer Fragerunde?“, schlug Ako dabei vor. „Um sich besser kennenzulernen?“ „Okay“, nickte Teruaki und setzte eine konzentrierte Miene auf. „Frag.“
Nachdenklich kaute die Blondine und begann schließlich mit: „Kannst du eigentlich backen?“ Teruaki hob leicht einen Mundwinkel. „Ja, also wenn es zählt, eine Tiefkühlpizza in den Ofen zu schieben.“ „Zählt nicht“, grinste Ako. „Aber wir könnten später die Küche hier nutzen und Plätzchen backen. Ich habe ein tolles Rezept von Omabär gelernt.“ „Okay“, lächelte Teruaki und dachte kurz nach, um selbst auf eine Frage zu kommen. „Zockst du was?“, wollte er schließlich wissen. „Hm, ich habe eine Konsole“, erwiderte Ako und gestand: „Aber die staubt öfter mal ein. Was zockst du denn?“ „Hauptsächlich Rennspiele“, berichtete ihr Partner. „Oder Jump‘n‘Run oder RPGs.“ „Also Rennspiele und Jump‘n‘Run mag ich auch gerne“, lächelte Ako, womit den beiden schon mal eine Idee für ein weiteres Date außerhalb der Insel gekommen war.
„Was für Filmgenres guckst du gerne?“, stellte die junge Frau die nächste Frage. „Krimis“, erwiderte Teruaki prompt. „Und Actionfilme.“ „Ich liebe Actionfilme!“, freute seine Partnerin sich und zuckte leicht mit den Schultern. „Nicht gerade überraschend, ich weiß.“
„Wie ist es denn mit Musik?“, wollte Teruaki wissen. „Was hörst du so?“ „Ich höre viele verschiedene Stile“, meinte Ako und ihr Partner nickte. „Ich höre auch mehr, aber am besten ist…“ Gleichzeitig sagten beide „Rock!“ und lachten dann. „Wir sind wirklich gut darin“, fand Ako. „Okay, nächste Frage: wo würdest du gerne mal Urlaub machen?“ „New York“, erwiderte Teruaki wie aus der Pistole geschossen. „Und du?“ „Ich dachte eigentlich an einen Strandort“, überlegte Ako. „Irgendwo, wo man wirklich mal surfen kann.“ „Für einen Urlaub wäre das schon okay“, willigte ihr Partner ein. „Aber wenn du jetzt echt dahin ziehen würdest, also wenn du aus Japan wegziehen würdest…wo würdest du hinwollen?“
„Oh, da habe ich mir noch nie drüber Gedanken gemacht.“ Einen Moment wandte sich Ako nachdenklich wieder ihrem Frühstück zu, bevor sie verkündete: „Also, ich würde natürlich nie auswandern und meine Fans zurücklassen. Aber wenn doch, müsste es ein Land sein, wo man auch viel sportlich unternehmen kann. Wie Amerika!“ „Amerika ist technisch recht fortgeschritten“, pflichtete Teruaki ihr bei. „Finde ich okay.“ Er leerte seine Schüssel und verkündete: „Eine Frage habe ich noch. Was hättest du gerne für ein Haustier?“ „Das ist jetzt nicht so spannend“, meinte Ako, „aber einen Hund. Ich mag die treuen Vierbeiner.“ „Ich auch!“, beteuerte Teruaki. „Ich hätte ganz gern einen Hund.“
Erneut tauschten die beiden ein Lächeln. „Wie viele Dates hattest du eigentlich schon?“, wollte Ako schließlich wissen. „Wenn du meinen Kuss mit dem Schmusebären nicht mitzählst, ist das hier mein erstes“, erwiderte Teruaki lässig und die Frau nickte zustimmend. „Ja, meins auch ehrlich gesagt. Und ich finde es läuft dafür ziemlich gut.“ Damit wurde es wohl Zeit sich die letzte Frage zu stellen, die Monokuma ihnen vorgegeben hatte. Wen würden sie als Partner wählen, wenn sie nicht einander wählen dürften?
„Ich würde Jin wählen“, überlegte Ako. „Er ist eigentlich immer nett zu allen.“ „Hm, okay.“ Teruaki dachte darüber nach. „Dann würde ich Ai wählen. Sie ist ja auch ziemlich nett.“  

Aufgeregt lief Ai über den Hof, der sich seit ihrem letzten Besuch nicht verändert zu haben schien. Lediglich die verkleideten Leute fehlten; keine großbusigen Kaninchen, die sie umarmen wollten, keine mit den Armen fuchtelnden Vögel, die mit ihren Schnäbeln auf sie einhackten und vor allem keine plappernden Kühe mit umgeschnallten Eutern. Alles was zu hören war, war ein friedliches Zwitschern in der Ferne.
Entgegen ihrer Erwartungen wurde ihnen das gemeinsame Frühstück nicht in dem kleinen Bauernhaus serviert, sondern auf einer großen Picknickdecke auf einem der Felder. Ryuichi hatte sich dort bereits hingelegt und ging auf einem Arm abgestützt die Getränke in der Suche nach etwas alkoholischem durch.
Ai kehrte zu ihm zurück und kniete sich gemütlich auf die Decke. „Ich wollte mich entschuldigen“, begann sie. Ryuichi warf ihr einen überraschten Blick zu. „Für was?“ „Dass ich gestern einfach gefragt habe, ob ich mit Sumiko den Partner tauschen könnte“, erklärte Ai verlegen. „Ich dachte nur, dass du doch lieber mit Sumiko zusammen wärst und ich mit Jin. Aber ich wollte dich damit nicht verletzen…“ Tatsächlich lachte Ryuichi aber nur. „Das hat mich nicht verletzt“, meinte er grinsend. „Aber ich habe gestern nicht alles so richtig mitgekriegt – hat Jack das jetzt echt abgezogen?“
Ai nickte besorgt. „Monokuma hat auf ihn geschossen“, berichtete sie, „aber nur mit Betäubungspfeilen! Es geht ihm also bestimmt noch gut!“ Nachdenklich rollte Ryuichi ein Stück Obst über die Decke. „Wird schon.“
„Ich bin jedenfalls aufgeregt, wie der Tag heute wird!“, wechselte Ai das Thema und schenkte ihrem Partner ein breites Lächeln. „Machen wir das beste aus heute!“ Ryuichi blinzelte amüsiert. „Hattest du überhaupt schon mal ein Date?“ „N-nein“, stotterte Ai und zupfte nervös an ihren Ärmeln. „Noch kein richtiges…Date… Nur so Treffen…“
Sie behielt den Blick unsicher gesenkt, bis Ryuichi meinte: „Okay,  dann machen wir mal das beste draus. Die letzte Challenge hier war lustig.“
„Dann sollten wir gleich zu unserem Thema kommen“, entschied Ai und sah noch einmal sicherheitshalber auf ihrer Papierrolle nach. „Wie sind denn deine Eltern so? Kannst du dir vorstellen, wie sie als Schwiegereltern wären?“ Bei der Frage rollte Ryuichi leicht mit den Augen. „Will Monokuma, dass wir heiraten, oder was?“ Ai zuckte ratlos mit den Schultern. „Aber wir können da doch eben drüber reden, oder? Ich glaube nämlich, dass du und mein Vater euch bestimmt verstehen würdet.“
„Echt? Woran liegt‘s?“ Interessiert setzte Ryuichi sich auf und die junge Frau erzählte: „Er ist so liebevoll und will immer nur das beste für mich. Und er ist ein Friedensstifter. Na ja und er trinkt auch gerne mal ein Glas Alkohol.“ Sie kicherte etwas nervös, als sie auf ihre Mutter zu sprechen kam. „Aber ich glaube nicht, dass meine Mutter dich mögen würde. Ich meine, sie mag wahrscheinlich niemanden, der nicht absolut perfekt ist und das ist ja niemand. Etwas anderes außer ihre Kunst interessiert sie eh nicht, also würde sie bei einem Treffen wahrscheinlich gar nicht dabei sein sondern arbeiten. Und das wäre auch das beste so…“ „Klingt echt heftig mit deiner Mutter“, kommentierte Ryuichi und Ai murmelte etwas unbestimmtes, bevor sie ihren Partner wieder anlächelte. „Und jetzt du.“
„Meine Eltern würde es einen Dreck interessieren, ob ich mit irgendwem zusammen bin“, entgegnete Ryuichi schulterzuckend. „Meine Mutter ist abgehauen als ich drei war oder so und mit meinem Vater habe ich auch keinen Kontakt mehr.“ Und damit war das Gespräch offensichtlich vorbei.  

Zufrieden breitete Naizen sich auf der Picknickdecke aus, ließ seinen Blick von dem träge vorbei plätschernden Bach über das üppige Frühstück zu seiner attraktiven Partnerin wandern und kam zu dem Schluss, dass man so gut einen Tag beginnen konnte. Elena schaufelte sich Zucker in ihren Schwarztee und nahm dann mit geschlossenen Augen einen großen Schluck.
„Was meinst du?“, sprach Naizen sie an. „Wer wird MUL wohl gewinnen?“ „Keine Ahnung“, erwiderte Elena und biss von ihrem süßen Brot ab. „Über sowas zerbreche ich mir nicht den Kopf. Wieso?“ „Ist doch spannend.“ Naizen verschränkte lächelnd die Arme hinter dem Kopf, während er zum blauen Himmel hinauf sah. „Zu gewinnen wär schon was, da würde mein Bruder aber gucken.“ Er wandte sich zu seiner Partnerin um. „Da fällt mir ein, hast du eigentlich Geschwister oder noch Verwandte?“  
Einen Moment lang sah Elena ihn einfach nur an, als würde sie darüber nachdenken, was sie ihm anvertrauen wollte. „Ich habe sechs Geschwister“, meinte sie schließlich. „Hatte noch nie ein gutes Verhältnis zu denen, deshalb haben wir auch keinen Kontakt. Willst du auch was von dem Brot?“ Der plötzliche Themenwechsel ließ Naizen überrascht blinzeln, aber schnell lächelte er wieder und nickte. „Gern.“ Elena beugte sich vor, um ihm ein Brot zu reichen und stieß dabei die Teekanne um, worauf sich die dunkle Flüssigkeit prompt über Naizens Shirt ergoss.
Schweigend betrachtete Elena das Malheur, bevor sie langsam ihre Sonnenbrille abnahm und meinte: „Warum hattest du das überhaupt noch an?“ Tatsächlich wirkte Naizen nicht verärgert, sondern streifte sich nur mit einem Grinsen das besudelte Oberteil ab. „Wird wohl Zeit für unsere Aufgabe.“
Ihr Papier hatte ihnen vorgegeben nackt zu baden und so sah Elena erwartungsvoll zu, wie ihr Partner sich auch noch von dem Rest seiner Kleidung befreite, bevor er in den Bach watete. Einladend breitete er dann die Arme aus. „Komm her.“
Elena ließ sich ihre Zeit, entkleidete sich langsam und verführerisch, um ihrem Partner etwas zu bieten und tatsächlich meinte Naizen: „Gut, dass das Wasser abkühlt.“
Beiläufig vergewisserte Elena sich, dass nichts auf dem Grund des Baches lauerte, bevor sie sich zu dem jungen Mann gesellte. Sie mussten nichts sagen, der laszive Blick der Spanierin sprach Bände, während sie mit ihren Fingern leicht Naizens Muskeln nachzeichnete. Seine Hände zogen sie näher zu ihm, sie schmiegten sich enger aneinander während sie leidenschaftliche Küsse tauschten und das Wasser um ihre nackten Hüften schwappte. Elena glitt langsam tiefer, reizte ihn mit ihren Küssen weiter, bis sie schließlich ganz unter Wasser war.  

Während die anderen sich über die Insel verteilt hatten, hatten Chitaru und Itomaru in der Villa bleiben und es sich im unteren Wohnzimmer gemütlich machen dürfen. Die junge Frau hatte die Beine untergeschlagen und wirkte recht entspannt, ihr Partner dagegen wirkte bereits etwas verkrampft, obwohl sie erst beim Frühstück waren. Misstrauisch untersuchte er eine undefinierbare rote Paste und wandte sich dann doch lieber wieder seinem Tee zu.
„Sprechen wir über unsere ersten Sexerfahrungen“, begann Chitaru unverblümt, woraufhin ihr Partner sich prompt an seinem Getränk verschluckte. „Ich würde ja auch lieber über etwas anderes reden“, meinte die junge Frau entschuldigend. „Aber wir müssen ja. Ich fange auch an.“
„Also gut.“ Itomaru stellte seine Tasse ab und verschränkte die Arme. „Machen wir Monokuma glücklich.“
„Es ist kein wirkliches Geheimnis, dass ich bi bin“, begann Chitaru. „Und ich fühle mich eigentlich mehr zu Frauen hingezogen. Aus irgendwelchen Gründen stehen da viele auf mein Rebellenaussehen, aber die meisten Männer fanden mich damit zu jungenhaft und waren eher abgeschreckt. Yuto war mein erster wirklicher Boyfriend.“ Sie räusperte sich.
„Nun, meine erste Erfahrung war mit meiner besten Freundin aus der Oberschule, mit der ich auch zusammengekommen bin. Sie war schon erfahrener, als sie mich entjungfert hat, aber sie war unglaublich sanft und vorsichtig dabei und hat auch immer gefragt, ob mir was weh tun würde und ob sie so weitermachen sollte. Es war wunderschön, wir haben so viel miteinander ausprobiert.“
Allein die Erinnerung ließ Chitaru warm lächeln und mit einem plötzlichen Grinsen ergänzte sie: „Erinnerst du dich an mein Geheimnis, dass ich mich mal nackt im Schrank versteckt habe? Das war wegen ihr. Wir waren damals ein Paar und haben natürlich auch oft miteinander geschlafen, wovon ich meiner Schwester aber nichts erzählt hatte. Jedenfalls waren wir schon nackt auf meinem Bett, als meine Schwester plötzlich nach Hause gekommen ist und nach uns gerufen hat. Wir, voll in Panik, verstecken uns in meinem Schrank und versuchen schnell uns wieder anzuziehen. Meine Schwester kommt ins Zimmer und da passiert mir das Missgeschick – ich lehne mich gegen die Schranktür, die fliegt auf und wir fallen meiner Schwester direkt vor die Füße, natürlich noch immer nicht richtig angezogen.“
Mitfühlend verzog Itomaru das Gesicht. „Klingt nach keiner schönen Erfahrung.“ „Es war so peinlich!“, bestätigte Chitaru. „Meine Schwester ist sofort knallrot wieder rausgerannt und nachdem wir geklärt haben, dass wir zusammen sind, haben wir uns alle gut verstanden und da nie wieder drüber gesprochen.“ Sie lächelte ihren Partner an. „Wie war das bei dir?“
„Das Mädchen war eine Klasse über mir“, begann Itomaru, wobei er starr einen Punkt neben Chitaru betrachtete. „Und es war mir damals unglaublich wichtig sie zu beeindrucken. Jedenfalls hatte ich immer behauptet total erfahren zu sein und als sie mich dann zu ihr eingeladen hatte und es zur Sache ging war ich so extrem nervös, dass gar nichts ging.“ „Wie hat sie reagiert?“, fragte Chitaru vorsichtig nach. „Sie hat sich ganz gut darum gekümmert. Und ich finde mehr muss man darüber nicht erzählen.“  

Der Morgen war wie im Flug vorübergegangen. Normalerweise war Teruaki kein großer Redner, aber mit Ako fiel es ihm erstaunlich leicht sich zu unterhalten. Umso genervter war er, als sie schließlich in den Ballsaal übersiedeln mussten, in dem bereits klassische Musik abgespielt wurde, die der junge Mann sich nie freiwillig angehört hätte.  
„Partnertanz“, meinte Ako erstaunlich fröhlich über die Aufgabe. „Das wollte ich so gerne noch mal probieren nachdem Kiyoko mir etwas beigebracht hat.“ Teruaki schluckte also das „Muss der Scheiß sein?“ herunter, das er bereits auf der Zunge hatte, und brummte stattdessen etwas unverständliches. „Es macht nichts, wenn du nicht tanzen kannst“, beruhigte ihn seine Partnerin. „Ich bin ja auch nicht magisch ein Profi geworden. Probieren wir es einfach aus, ja?“
Was anderes blieb ihnen wohl nicht übrig, also rang Teruaki sich zu einer Art Lächeln durch. „Okay, wie geht das?“ Konzentriert positionierte Ako seine eine Hand an ihrer Seite und nahm die andere fest in ihre, bevor sie die Schritte so gut wie sie sich erinnerte erklärte.
Langsam und vorsichtig bewegten sie sich zu dem Takt der Musik; vor, zur Seite, wieder zurück, immer darauf achtend einander nicht auf die Füße zu treten. „Du machst das gut“, meinte Ako schließlich und erst jetzt bemerkte Teruaki wirklich wie nahe sich die beiden dabei waren. Mit leicht geröteten Wangen lächelte seine Partnerin zu ihm auf und dieses Mal konnte Teruaki aufrichtiger zurück lächeln. Das Lied wechselte zu einem etwas schnelleren und die beiden schaukelten ebenfalls schneller herum, ohne noch darauf zu achten, ob sie wirklich die richtige Schrittfolge einhielten. Ako versuchte ein paar Drehungen und schließlich hielten sie einander nur noch in den Armen, versanken in den Augen des anderen und beendeten ihren Tanz mit einem zärtlichen Kuss.

„Wir könnten alle Teilnehmer der Staffel malen“, schlug Jin vor. Der Boden war mit einer Plane abgedeckt, aber das Pärchen hatte keine Arbeitskleidung bekommen und so blieb ihnen nichts anderes übrig als Farbflecken auf ihrer Kleidung zu riskieren oder sich auszuziehen, was beide nicht in Erwägung zogen.
Während Sumiko einen Farbeimer nach dem anderen öffnete und angetan die verschiedenen Farben begutachtete, maß Jin die Wand vor ihnen mit Blicken ab. „Ich male aber ganz sicher nicht Chitaru!“, kam es auch schon von seiner Partnerin. „Ich mag nur Leute, die ich mag. Also sicher nicht Chitaru!“ „Schon gut, du kannst ja die Männer malen“, meinte Jin. „Und ich dann die Frauen.“ Damit war Sumiko einverstanden und konzentriert machten sie sich an die Arbeit.    
Mit dunkler Farbe versuchte Jin erst einmal die Umrisse der ersten Frau zu zeichnen, musste aber schnell feststellen, dass es etwas ganz anderes war mit einem Pinsel an eine Wand zu malen als mit Bleistift und Papier zu arbeiten wie Aisha es ihm gezeigt hatte. Wahrscheinlich konnte er schon froh sein, wenn man bei seinen ungelenken Figuren erkannte, wen sie darstellen sollten. Und auch hier merkte er, dass seine Erinnerung langsam nachließ. Er war sich sicher, dass Kiyoko immer eine Strumpfhose getragen hatte, aber hatte sie dazu auch wirklich einen Rock getragen oder doch kurze Hosen? Und waren Tomis Augen wirklich grün gewesen? Oder doch dunkelblau?
Unauffällig sah Jin nach wie Sumiko zurecht kam und stellte fest, dass diese einfach nur wild möglichst viele Farben kombinierte, wobei zwischen all den bunten Kerlen ein schwarzes Gespenst stand – das musste wohl Utsu sein.
Sumiko bemerkte den Blick ihres Partners und hob grinsend den Kopf. Auf ihrer Papierrolle hatte auch etwas von Körperkontakt gestanden, erinnerte Jin sich, und er überlegte, ob er beim malen vielleicht Sumikos Hand halten sollte. Während er noch darüber nachdachte, hatte die Dirigentin kurzerhand einen Finger in einen Eimer mit knallgelber Farbe getaucht und verteilte diese dann auf Jins Wange. „Schön bunt und so“, strahlte sie dabei fröhlich.

Ein grollendes Muhen aus der Ferne kündigte das Nahen des Stiers an und Ai wippte vor Aufregung hin und her. „Glaubst du, das ist wieder dieser Typ vom letzten Mal?“, fragte Ryuichi grinsend. „Und den willst du reiten?“ „Das macht bestimmt Spaß!“, lächelte Ai, was ihren Partner leicht den Kopf schütteln ließ. „Okay, du bist nicht Elena…“ Ai blinzelte verständnislos und fuhr dann herum, als der Stier vor ihnen auftauchte.
Tatsächlich war es derselbe Kerl mit dem sie schon bei ihrem letzten Besuch auf der sexy Farm das Vergnügen gehabt hatten; ein riesiger Muskelprotz in einem Lendenschurz aus unechtem Kuhfell, dessen großer Nasenring noch immer im Licht glänzte, während der Hörnerhelm mittlerweile etwas eingedellt wirkte. Brüllend blieb der Mann in wenigen Metern Entfernung stehen und ließ seine bemerkenswerten Brustmuskeln zucken.
Ryuichi hob beruhigend die Hände. „Hey Bro, willst du was vom Frühstück abhaben?“ „Muuuh!“, donnerte der Stier und scharrte bedrohlich mit den Füßen, wobei sein grimmiges Grinsen verriet wie sehr er in der Rolle seines Lebens aufging.
„Vielleicht beruhigt es ihn ja geritten zu werden?“, schlug Ai etwas unsicherer vor, während das Paar langsam auf den Stier zuging. „Soll ich…?“ „Gute Idee“, nickte Ryuichi, hob seine Partnerin kurzerhand hoch und setzte sie auf dem Rücken des Hünen ab. Gerade noch konnte Ai diesem ihre dünnen Arme um den breiten Nacken schlingen, bevor der Stier sich wild zu schütteln begann. „Yeah, du machst das super!“, feuerte Ryuichi seine Partnerin an, aber sein Grinsen verging ihm schnell, als der Stier daraufhin ihn anstarrte, den gehörnten Kopf senkte und wieder mit dem Fuß scharrte.
Hastig ergriff Ryuichi die Flucht und los ging die wilde Verfolgungsjagd; während Ai sich mit allen Vieren an ihm festklammerte und aufgeregt kreischte raste der Stier hinter Ryuichi her, einmal quer über den Hof, in die Scheune hinein und wieder heraus und die Treppen des Bauernhauses hoch, bis Ryuichi dort ein Fenster aufriss und sich nach draußen schwang. Der Fall war nicht tief, Ryuichi rollte sich ab und blieb sich die Schulter reibend auf dem Rücken liegen.
Grimmig beobachtete ihn der Stier vom Fenster aus, blieb aber wo er war und trank mit steinerner Miene eine Milchpackung leer.

Chitaru und Itomaru mussten nichts weiter tun als auf dem Sofa sitzen zu bleiben und zuzusehen, wie Sexybär für sie eine DVD einlegte. „Schlechter als diese Fangeschichten kann das auch nicht werden“, behauptete Itomaru und seine Partnerin ergänzte ziemlich unbekümmert: „Wahrscheinlich kommt jetzt irgendein Porno.“
Da sie den Körperkontakt nicht vergessen durften griff Chitaru nach der Hand ihres Partners und dieser rang sich ebenfalls dazu durch seine Finger mit ihren zu verschränken.
Und schon begann der Film. Eine düstere, schmutzige Stadt war zu sehen, der einzige Lichtpunkt hier war ein Nachtclub im schummrigen rötlichen Licht. Im Inneren spielte Musik, auf einer kleinen Bühne lieferte Stripbär eine fragwürdige Show, während an den zahlreichen Tischchen zwielichtig wirkende Bären saßen und mit Strohhalmen Honig aus Krügen schlürften. Endlich betrat unser Held die Szene: Monokuma wanderte durch den Raum, wobei er mit seinem glänzenden Fell und dem niedlichen Knopfauge sofort auffiel.    
Auch eine Bärendame wurde augenblicklich auf ihn aufmerksam (Itomaru gab einen angewiderten Laut von sich als er Sexybär verkleidet mit Langhaarperücke und Stöckelschuhen erkannte) und winkte verstohlen, zuckte aber sofort wieder zurück, als Schlägerbär ihr eine Pfote umlegte und bedrohlich in die Runde starrte.
Nach ein paar sinnfreien Dialogen kam es dann zur Action: Monokuma verlangte die Herausgabe seiner Geliebten Sexybär! Prompt erschienen die Peitschenkumas in ihrer ägyptischen Tracht und ließen bedrohlich ihre Peitschen knallen. Aber unser Held Monokuma nahm es mit allen auf einmal auf, wobei er sich lediglich auf seine Fäuste und Krallen verlassen konnte. Honigkrüge, abgerissene Teddyköpfe, flauschige Füllungen und übertriebene Mengen an Blut flogen wild durch die Gegend, während im Wechsel Clubmusik, Kampfgekreische und eine tiefe Stimme, die „Oh yeah!“ machte zu hören waren.
Schließlich musste Monokuma gegen Schlägerbär selbst kämpfen; der größere Bär holte weit mit seinem Schläger aus und Monokuma zog ein Maschinengewehr aus dem Nichts hervor, um seinen Gegner gründlich zu durchlöchern. „Mein Held!“ Hingerissen warf sich ihm Sexybär in die Pfoten und die beiden verschwanden in einem Hinterzimmer.
Willig legte die Bärin sich hin, Monokuma packte sie und schleuderte sie klirrend aus dem nächsten Fenster, bevor ein zweiter Monokuma aus dem nächsten Schrank gehüpft kam und die beiden Teddys heftig miteinander rummachten, was bedeutete, dass sie sich zusammen über den Boden rollten und mit ihren flauschigen Schnauzen anstießen, während im Hintergrund laute Sexgeräusche eingeblendet wurden.

Nachdem sie sich im Wasser verausgabt hatten lagen Elena und Naizen zufrieden zusammen am Ufer und ließen sich von der Sonne trocknen. Die Spanierin ergriff als Erste wieder das Wort: „Reden wir jetzt über unsere peinlichen Erlebnisse?“ „Hmm…“ Naizen runzelte leicht die Stirn, als er ernstlich nachdachte. „Also, dass etwas echt peinlich war… Vielleicht als ich mit vierzehn auf dem Walfängerschiff angefangen hab und mich noch etwas blöd angestellt habe.“
„Klingt, als würde es gut werden“, kommentierte Elena mit einem erwartungsvollen Grinsen. „Was hast du angestellt?“
„Also anfangs war ich Schiffsjunge und sollte Mittagessen machen“, erzählte Naizen. „Und da hab ich‘s geschafft nicht zu merken, dass mein Fisch schon älter und verfault war. Nach dem Essen litt die halbe Mannschaft dann an Übelkeit und Durchfall. Und in der gleichen Woche hab ich es noch geschafft bei einem Sturm den Halt zu verlieren, weil ich mich nicht genug abgesichert hatte, gegen den Kapitän zu krachen und ihn dabei über Bord zu schubsen. Also die anderen haben ihn dann gerettet, aber ich konnte danach wochenlang das Deck schrubben und mein Bruder hatte echt Mühe den Kapitän davon abzubringen mich aus der Mannschaft zu schmeißen.“
Elena lachte laut und herzhaft und gutmütig stimmte Naizen mit ein, bevor er sich erkundigte: „Und was hast du peinliches gemacht?“ Immer noch lachend legte sich Elena eine Hand an die Stirn. „Oh man, ich glaube, ich könnte ein Buch über den ganzen Scheiß schreiben.“ Sie holte Luft und erzählte dann: „Vale! Vor ein paar Jahren war ich mal auf einer Hausparty. Mittendrin stürmte auf einmal die Polizei herein, weil die Nachbarn keine Lust auf die laute música hatten und dachten wir würden Drogen nehmen, was nicht der Fall war. Jedenfalls hat einer der Polizisten gefragt: 'Hat hier jemand Gras?'. Ich, die total betrunken war und noch nicht so gut japanisch konnte, dachte, er fragt: 'Hat hier jemand Spaß?'. Ich habe mich wie so ein blöder Esel gemeldet, was dazu führte, dass ich, als auch alle anderen im Haus, festgenommen und untersucht wurden.
Oh oder früher, als ich noch ein Amateur war, habe ich versucht, ein Schloss zu knacken, um jemanden zu beeindrucken. Ich habe jämmerlich versagt, habe mich dabei auch noch selbst verletzt und am Ende stellte sich heraus, dass die besagte Tür nicht einmal abgeschlossen war.“
Wieder lachten die beiden eine ganze Weile und schließlich meinte Elena schmunzelnd: „Naja, aber die lächerlichste Sache, die ich jemals gebracht habe, ist wohl, mich von einem Mann schlagen zu lassen.“ Prompt wurde Naizen wieder ernst. Betroffen sah er die junge Frau an, während er nach den richtigen Worten suchte. „Schlagen lassen?“, wiederholte er schließlich nur und Elena hielt ihm ihren tätowierten Arme entgegen. Sie deutete auf eine Stelle und als Naizen genauer hinsah konnte er unter dem verschlungenen Muster noch eine Narbe erkennen. Flüchtig deutete Elena noch auf die Tattoos an ihrer Schulter und einem Oberschenkel, während sie ergänzte: „Dieser räudige hijo de puta hat mit mir gemacht, was er wollte und ich war so dumm sechs Jahre lang bei ihm zu bleiben.“
Verbittert lachte sie auf, bevor sie zu realisieren schien, was sie gerade gesagt hatte. Ihre Augen weiteten sich kurz, bevor sie zur Seite sah und murmelte: „Ähm...eigentlich, also...vergessen wir das einfach wieder, si? Ich meine…“ Sie rang nach Worten und meinte schließlich mit ernstem Blick: „Ehrlich, vergiss es einfach.“

Konzentriert beugte sich Ako über den Billardtisch, legte das Queue an und stieß schließlich zu. Die weiße Kugel schoss vor und stieß gegen die wohlplazierten anderen, wovon immerhin acht erfolgreich in den Löchern verschwanden. „Hah!“ Triumphierend riss Ako einen Arm hoch. „Neuer Rekord!“
Im nächsten Moment plingten ihr und Teruakis Lovephone um die Wette und erstaunt gingen die beiden ihre neuen Nachrichten durch. Nach ihrem Tanz hatten sie beschlossen ihr Date noch nicht enden zu lassen und stattdessen noch etwas Billard zu spielen – offenbar länger als sie gedacht hatten, denn sie wurden ziemlich rüde aufgefordert sofort zurück zur Villa zu kommen und sich an der Feuerstelle zu versammeln.
„Was wird das jetzt?“, fragte Teruaki laut, während sich die beiden auf den Weg machten. „Ne neue Paarungszeremonie?“ „Oder Neuigkeiten über die anderen?“, überlegte Ako.
An der Feuerstelle warteten jedoch nur Chitaru und Itomaru sowie Naizen, von dessen Partnerin nichts zu sehen war. Dafür fielen ihnen gleich die fünf großen Zelte auf, die jemand im Garten aufgebaut hatte. „Wir wissen auch nicht wofür die da sind“, meinte Chitaru schulterzuckend auf die unausgesprochene Frage des Paares.
„Gut gut, da seid ihr ja endlich“, mischte sich Monokumas ungeduldige Stimme mit ein. „Ihr habt eure Dates hoffentlich alle genossen, die waren nämlich nicht billig.“ „Wir waren doch nur am Bach“, wandte Naizen verständnislos ein und Ako ergänzte: „Und wir sollten nur tanzen.“ Erwartungsvoll sah Monokuma zu Itomaru und Chitaru und als die beiden beharrlich schwiegen, verkündete er: „Abär dafür haben wir einen super heißen Streifen mit mir gedreht! Der kommt bärstimmt bald in die Kinos!“
„Wofür sollten wir jetzt herkommen?“, unterbrach ihn Itomaru und Chitaru ergänzte: „Und wo sind die anderen?“
„Oh, da haben wir uns was lustiges ausgedacht“, meinte Monokuma und kraulte sich selbstgefällig den dicken Bauch. „Und mit mir meine ich mich, upupu. Ihr tauscht jetzt alle mal eure Partner!“ Ein einstimmiges „Was?!“ schallte ihm entgegen und der Bär nickte gutmütig. „Ich weiß, ich weiß, grandiose Idee. Subär spannend. Also, so sehen jetzt die neuen Paare aus:
Ako mit Jin.
Teruaki mit Sumiko.
Chitaru mit Ryuichi.
Itomaru mit Elena.
Naizen mit Ai.“
Während die Anwesenden ihn noch anstarrten, legte Monokuma eine Pfote ans Ohr und tat als würde er eine plötzliche Meldung bekommen. „Oh nein!“, rief er dann übertrieben geschockt. „Ich habe gerade erfahren, dass die anderen die Pest bekommen haben!“ Sexybär rannte im Hintergrund im Kreis und kreischte: „Die sexy Pest!“
„Na so ein Glück, dass wir hier zufällig diese Pestdoktor-Kostüme haben“, meinte Monokuma fröhlich und seine Assistenten schleppten enge, schwarze Lederoutfits samt Handschuhen und Schnabelmasken heran.
„Was soll dieser Unsinn jetzt?“ - „Sollen wir die anziehen?“ - „Sind die anderen wirklich krank?“
Monokuma winkte die Fragen lässig hinfort und erklärte: „Natürlich sollt ihr die anziehen, wobei ihr die Masken später wieder abnehmen müsst, upupu. Jeder von euch hat jetzt die Verantwortung sich um seinen armen neuen Partner zu kümmern. Wir haben die Kranken sicherheitshalber schon in Quarantäne in den Zelten untergebracht und… ach wozu erkläre ich das übärhaupt? Lest es doch einfach in euren Lovephones nach!“



Und hier könnt ihr es nachlesen ;D
Eure Fragen:
1.Wie reagiert ihr auf euren neuen Partner/eure neue Partnerin?
2.Wie verhaltet ihr euch während der sexy Behandlung? (Gilt für sowohl Doktoren als auch Patienten)
3.Was habt ihr noch im Zelt vor?
4.Sonstiges?


Die Frist geht dieses Mal bis zum 31.03.!
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