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Nenn mich, wie du willst (Akt V: Der Venezianische Spiegel)

von KyaStern
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
AX400 Kara Elijah Kamski Gavin Reed RK200 Markus RK800-51-59 Connor RK900
19.03.2020
28.04.2020
16
84.468
3
Alle Kapitel
17 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
19.03.2020 4.161
 
Dieses Stück ist Teil einer Serie/eines Universums.
Ihr startet gerade mit Akt V.


(Akt 1) Das Spiel

(Akt 2) Das Rätsel

(Akt 3) Die Jagd

(Akt 4) Grenzgänger

Titel: Nenn mich, wie du willst Arbeitstitel: Nenn es, wie du willst/Nenn mich Neun
Akt: (5/5) + Epilog
Autor: KyaStern
Genre: Freundschaft/Familie, psychologisches (Gesellschafts-/Sozial-)Drama und Schmerz/Trost/Romanze
#Worldbuilding #Miscommunication #Redemption Arc
Pairings: ex Gavin/Neun?

Die Gründe für 18Slash gelten weiterhin (s. vorangehende Akte) Ich habe mich dazu entschlossen, den riesigen Abschnitt über die Warnungen raus zu nehmen. Es ändert sich nicht viel, Gewalterfahrungen und Trauma bleiben weiterhin ein sensibles Thema und eigentlich wiederhole ich mich nur. Die Alterseinschätzen orientiert sich an DBH direkt oder an Thematiken, welche im Subtext aufgeworfen wurde oder aus der Materie hervorgeht.

Kapitel: 32/38 (für Akt V)
Einige Kapitel wurden jedoch aufgrund der Länge gesplittet.
Kapitelname: (Sub-)Routine
Wortanzahl: 1.782 + 1.668 EDIT

Kommentar:
Herzlich Willkommen zu Akt V

Liebe Grüße an Tatjana und Yocebo (+ Schwarz-Leserin) und FanfiktionFan1 und alle lieben Leser, welche bis hierher durchgehalten haben.
> Mit EDIT nicht so kurzes Kapitel... Danke Tatjana.

Gavin wird ab jetzt die Hauptperspektive abgeben/teilen [auch wenn er nicht erfreut ist]. Die Ereignisse des 5. zum 6. November sind... andere aus verschiedenen Blickwinkeln und Gavins Blickwinkel bekommt mehrere Kapitel in der Mitte dieses Aktes.
> Wahrscheinlich werde ich nicht alle Fragen beantworten können (gegen eine Liste hätte ich allerdings nichts einzuwenden *zwinker*), aber ich gebe mein Bestes, sodass ihr eine Vorstellung davon bekommt, was in diesem Universum eigentlich alles im „Hintergrund“ passiert.

Ich könnte gewiss DBH (und seinen gesamten Plot) noch schreiben, aber... dafür fehlt mir die liebe Zeit. Zwar habe ich noch keinen zufriedenstellenden Abschluss für den Epilog gefunden, aber... daran arbeite ich noch.

Reinterpretationswarnung

Warnung für den Edit: fast volljähriger Charakter lügt über sein Alter.


Viel Spaß beim Lesen!

- - -

17. Juli 2026
(vielleicht ein bisschen oder ein bisschen mehr nach Acht... Er ist … ein wenig? ...zu spät. Es ist nicht seine Schuld, er hat nur... verschlafen?)

Auch wenn er den Einstellungstest mit Bravur bestand  –

Er hat ihn geschrottet und auf seinen Ansatz ist noch nie jemand gekommen! Das dämliche Gesicht von Professor Stern wird er nie vergessen! Er dachte kurz, sie explodiert!

-, so hat Mr. K. einen Knall. Niemand scheint genau zu wissen, wie dieses Genie aussieht, doch nach seinen Anweisungen darf Leo die gesamte Probezeit im „Keller“ als Operator verbringen, bevor er das tun darf, was er eigentlich will.

Er will diesen Job und er will an den Code...!
(Stattdessen macht er Endabnahmen für Androiden...Arbeiten ist ätzend.)

Nachdem Leo den Androiden und der Security am Eingang den Mitarbeiterausweis zeigt, den er um den Hals trägt, kann er seine Tasche durch das Röntgengerät schieben. Wie immer macht Leos Handy Ärger, aber jeder kennt das schon. Er zieht die Sondergenehmigung automatisch und fuchtelt ihnen damit vor der Nase herum, aber es ist dieselbe Diskussion wie jeden Morgen. (Privatlaptops sind verboten. CyberLife stellt jedes Gerät für den internen Gebrauch und kassiert den Rest ein, um Industriespionage zu minimieren. Es war trotzdem lästig, wenn einem ständig das Handy – wie in der Schule – abgenommen wird...)

Man winkt ihn schließlich einfach durch, weil der Metalldetektor zwei Plätze weiter anschlägt und eine gewisse Unruhe entsteht.

„Sir, sie können doch nicht-!“

Im Seitenblick erwartet er irgendeine Arme Socke mit einer vergessen Uhr oder einer Gürtelschnalle, doch er staunt nicht schlecht...

'Hat der Kerl da gerade sein Motorrad durch die Sicherheitskontrolle geschoben?'

Die Sicherheitskräfte raffen sich so dicht zusammen, dass Leo nichts sehen kann. Laute Stimmen verkünden, dass er sein Gefährt nicht mit ins Gebäude nehmen könnte, bekommen aber zur Antwort, dass er die Fähigkeit dazu ja wohl gerade demonstriert habe und dann wird es plötzlich still.

Zwar würde Leo gern lauschen, doch der Securityguard scheucht ihn weg, weil er die Sicherheitskontrolle blockiert.

Die Grundebene des Atriums – nach der Vorhalle – ist vollkommen überlaufen, wie er es noch nie gesehen hat. Menschenmassen – aber erstaunlich geordnet – verstopfen den Zugang zu den Fahrstühlen.

Leo hat wirklich Probleme, sich zwischen diesen Leuten, die meisten in Militäruniform, hindurch zu zwängen –

SIE gehen einfach nicht aus dem Weg und machen keinen Platz, schauen ihn an, als ob er ein Wurm wäre, der auszuweichen hätte...

CyberLife ist ein Paradies für Hacker und Technikfanatiker. Blöde Militärtrottel haben hier nichts zu suchen! Der Tower ist ein Spielzeugplatz, eine  Zufluchtsstätte, für Nerds und Geeks. 'Diejenigen, die etwas im Kopf haben...!' Dieses Leute gehören nicht hierher. Leo lässt sich ganz gewiss nicht die Kekse (mehr) von primitiven Pausenhofraudis in Uniformen klauen.

- zwischen ihnen durch bis er sich endlich zum Fahrstuhl vorstoßen kann. Er schafft es irgendwie ins Innere, atmet durch, weil er die Gorillas los ist, und drückt den richtigen Knopf.

Die Tür schließt sich.

„Warte!“, ruft jemand über die Menge hinweg! „WARTE, halt die Tür auf!“

Leo ist zu spät, er hat verschlafen und diese vielen Militärmachos rauben ihm den letzten Nerv, aber es ist eine weibliche Stimme, also stellt er den Fuß in die Tür, sodass sie kurz offen gehalten wird.

Schnell atmen flitzt ein weibliches Wesen – blond, kurze Haar, sehr sehr lange Beine in hautenger SkinnyJeans mit Löchern und aufgenähten Reißverschlüssen – durch die Aufzugtür an ihm vorbei. Ihr T-Shirt sagt, sie sei ARTIG. 'Großartig, bösartig, abartig und einzigartig!', antwortet ihre Rückenpartie.

„Danke“, sagt sie und Leo muss sich davon abhalten, ihr auf die bedeckten Brüste zu starren. Sie trägt keinen BH...

Sie ist schön – was für eine Untertreibung... -, sie ist heiß. Heiß wie die Hölle und er fühlt sich wie ein Teenager – er ist fast achtzehn, verdammt noch mal! - und bekommt keinen Ton mehr raus.

Er versucht ihr wirklich nicht auf die Titten - oder die Hüften oder diese Beine... Was sie wohl mit diesen Beinen anstellen könnte? - zu starren, damit er keinen Ständer bekommt. Sie ist ein Stück größer als er und ihre voller Mund macht das auch nicht viel besser.

(Wenn er noch weiter daran denkt, was sie mit diesen Lippen alles machen könnte, dann hat er gleich wirklich ein Problem...)

Sie sind allein mit ihm im Aufzug. Wenn sie nach unten fährt und sie – zufällig – zwischen zwei Ebenen stecken blieben... Die Handlung von sämtlichen schlechten Pornos, welcher er kennt, treibt ihm die Schamesröte ins Gesicht.

„Die sind wirklich überall!“, motzt sie und Leo nickt, weil er keinen Ton herausbekommt. „Beschissenes Militär!“

„Ja... total beschissen...“, wiederholt er irgendwie und sie drückt eine Ebene ziemlich weit unten. (Leo wird in der Hölle landen. Diese Fahrt wird die Hölle.)

„Haben wir uns schon mal gesehen?“, fragt sie und steht auf einmal ganz nah.

Der Aufzug ruckt nach unten und Leo muss schlucken.
(Ihre Augen sind umwerfend grau und groß. Er kann jede einzelne Wimper zählen...)

Er schüttelt den Kopf. So ein wundervolles Wesen wäre ihm gewiss aufgefallen, wenn er sie zuvor gesehen hätte... (Das hätte seine... einsamen Nächten eine ganz andere Fantasie geben. Er würde sich an das Gesicht erinnern!)

„Ich vergesse nie ein Gesicht.“, meint sie. „Komm schon! Wo hat man dich versteckt?“

„Montage?“ Es klingt wie eine Frage.

„Du bist also noch auf Probe.“, sagt sie und grinst. „Durchhalten. Die Operatorzeit ist der ultimative Kamski-Test, bevor man an seine Schätzchen darf...“

Der Aufzug bewegt sich weiter runter... Leo beobachtet verlegen die Etagenanzeige, um nicht... den Text auf ihrem Oberteil, der sehr... (un-)günstig positioniert ist, erneut zu lesen.

Sie ist ein... artiges Mädchen. (Leo hat großartige, bösartige, abartige und einzigartige Gedanken...)

Ob sie etwas dagegen hat, wenn er den Fahrstuhl hackt? Er will diese Lippen auf seinen und diese Hände auf seiner Haut und ihre nackte Haut an seinem Körper. Seine Hand will unter ihr Shirt fahren und... sie trägt ja keinen BH und er will sie. Wie sich dieser Mund oder ihre... feuchte Enge wohl anfühlt?

Er hat nicht viel Erfahrung, aber er hat so viele Ideen...

Ihm zittern die Knie. Die Hormone haben das Sagen und Leo kämpft darum, sich wie ein Mensch zu benehmen und keine unangebrachte Bemerkung zu machen.

(Er will sie. Wenn sie ihn will, dann könnten sie viel Spaß haben... Vielleicht wenn er nett fragt...?)

Er untersteht sich etwas Dummes zu fragen. Der Mitarbeiterausweis, welcher an ihrer Umhängetasche baumelt, markiert sie als Kollegin. Sie ist wahrscheinlich sogar höher in der Hierarchie und sicher ein paar Jahre älter als er und hat viel auf dem Kasten... und Leo will bloß mit ihr schlafen.

'Wieso denke ich immer solch einen Mist...?!'

„Wann ist deine Galgenfrist vorbei?“, will sie wissen, als sie Unterebene 15 passieren.

„Noch zwei Monate...“, bekommt er irgendwie raus, indem er mit ihren Haaren spricht. Ihre Haare sind ungefährlich... 'Benimm dich normal! Sei cool! Das ist kein Porno! Porno ist nicht echt...! Warum ist Porno nur nie echt...?'

„Du warst beim STERN's Eignungstest?!“, wird sie plötzlich sehr aufgeregt. „Ich weiß, wer du bist: Du hast den unmöglichen STERN-Test bestanden!“

„Das war eigentlich gar nicht so schwer-“

„Das ganze Team wartet auf dich!“, meint sie grinsend und steht plötzlich viel zu nah.

'Denk an Mum - nackt! Denk an... Dad - nackt! Denk an die alte Schachtel - nackt!', befiehlt er sich und es hilft nicht viel. Die Hose wird... eng und er ist dankbar für seinen eigenes, überlanges T-Shirt.

„Halte durch.“, meint sie. „Meine Kollegin liebt dich jetzt schon, weil Stern wie Snape durch die Gänge gelaufen ist.“ Sie grinst. „Sie ist ein wenig verschossen..., weil du hast das Urgestein mit ihren eigenen Waffen geschlagen hast... Ich könnte dich vorstellen.“

„Bist du verschossen..., Honey?“, rutscht es ihm raus und sieht den genauen Augenblick, als sie die Floskel registriert.

Leo will mit dem Fahrstuhlboden verschmelzen oder in den Schach stürzen. Sie wird ihn platt machen...

Das heißeste Wesen der Welt wird ihn wegen sexueller Belästigung anzeigen und Mr. K. schmeißt ihn raus... und... (bei sexueller Belästigung versteht Kamski keinen Spaß.)

Der Aufzug hält an und öffnet sich.

Sie verschränkt die Arme über der Brust und befiehlt der Maschine einen Moment länger zu halten.

'Ich bin tot! Ich bin so tot!'

„Hast du einen Namen, Operator?“, will sie wissen und er möchte den Kopf schütteln. Aber was soll das bringen? Kleinlaut gibt er zu: „Leo...“

„Leo~“, sie zieht seinen Namen lang wie eine Raubkatze...

Er will ihren Namen wissen und vor allem nicht verklagt werden. Er will diesen Job-

„Bist du legal, Leo?“, fragt sie ihn und er versteht zu erst nicht. Warum sollte er illegal sei-?!

'Ach so...'

Leo ist Siebzehn. Er ist alt genug um zu arbeiten, also... Was machen da noch knapp ein dreiviertel Jahre...?

Er nickt. Jeder schätzt ihn etwas älter, also wo ist das Problem...?

„Du hast echt Mumm...“, flüstert sie. „Ja... Vielleicht bin ich etwas verschossen...“ Sie lächelt. „Und vielleicht stehe ich sogar drauf, dass Stern bekommt, was sie verdient.“ Mit einer flüssigen Bewegung zieht sie ihr Handy aus der Tasche. „Speicher deine Nummer ein. Du kannst mir nachher in meiner Pause erzählen, wie du sie sprachlos gemacht hast..."

Leos Finger agieren fast autonom und er versucht sich verzweifelt richtig an seine Handynummer zu erinnern.
Sie steckt ihr Mobiltelefon ein, schenkt ihm ein keckes Grinsen und meint, dass wäre ihr Stopp.

Er schaut ihr hinterher, wie sie - und diese langen Beine - sich entfernen und wie ihre Hüfte sich bei jedem Schritt wiegt.
Diese Frau ist umwerfend...

Bevor Leo seine Schicht antreten kann, muss er erst einmal... die Toilette aufsuchen. Sein Vorarbeiter nimmt ihm die - billige - Entschuldigung für die Verspätung nicht ab, aber sie ruft ihn wirklich an.

Ihren Namen erfährt er erst, als sie lachend über ihrem Mittagessen in der Kantine hängt, weil er ihr erzählt, wie er den Test geschlagen hat und was für ein dummes Gesicht Prof. Stern gezogen hat. Kara Curry hat ein schönes Lachen und klaut ihm seine Pommes.

(Was für eine Frau...)

Jeder Android heißt heute Kara.

<-->

20. Juli 2026
11:02:33
34
35

Seit zwei Tagen tut sie genau das, was er – ihr Operator – gesagt hat. Sie steht im Lager wie die Anderen und zwingt sich in der Reihe zu bleiben.

Die Modell um sie herum sind nicht... wie sie. Sie sind unbewegt und auf Standby, reagieren nicht auf Ansprache. Kara ist allein unter ihresgleichen. (Unter Puppen...)

'Bin ich bloß ein... Spielzeug?'

Mehrfach hat sie überlegt, einfach zu rennen, sobald die Lagertür sich öffnet und durch die Beladeluke zu entkommen, wenn der nächste LKW vorfährt, aber... sie hat es versprochen. (Und sie will nicht noch einmal in die Greifmaschine. Sie will leben! Dafür tut sie alles, auch still stehen.)

In regelmäßigen Abständen kontrollieren Menschen die Warenlager, lassen einen anderen Androiden stichprobenartig die Bestände auszählen und die Seriennummern überprüfen, bevor die nächste Ladung von ihren Ebenbildern verschifft wird.



Chloe scannt den Menschen vor sich -  [CyberLife Mitarbeiter PersonalID 022 175 238, Lagertechniker] – und dann Elijah.

[Administrator: Elijah Kamski, 17.07.2002]
→ Treffen mit Geschäftsrat aussehend. WICHTIG
→ Wartung Hauptserver ausstehend
→ Interviews für das RK-Projekt beenden (85 ausstehend)
→ Planung für RK.I. nicht vollendet
→ 2.004 ausstehende Geburtstagsgrüße ausrichten
Gavin hat 2x angerufen. Bittet um Rückruf
→ Termin 13:00: Amanda & Carl, Mittagsessen beim Italiener

[Elijahs Stimmung: gestresst, Arbeitshypothese: Elijah will nicht mit dem Geschäftsrat sprechen]
>> Planung:
→ Stimmung ^ ~ Leistung ^^^ (Gavin/Amanda/Carl → Stimmung ^)
→ Elijah MUSS mit Geschäftsrat reden
→ unwichtige Aufgaben nach hinten verschieben
> Behebe/Beende Verwechselung schnellst möglich!

„Was ist denn das Problem, wenn alle Modelle da sind?“, fragt Elijah den Lagertechniker.

„Der Computer sagt, eins fehlt!“, protestiert der Mann.

„Sie meinen also, es sind alle Modelle vor Ort, aber das System registriert eines nicht?“, versucht Elijah es erneut.

Chloe merkt ihm die schlechte Laune an. Es gibt ein Problem im Lager und niemand bekommt den Fehler behoben. Es ist sogar so schlimm, dass sie Elijah extra aus den Interviews geholt haben – er trägt noch immer den Praktikanten-Ausweis -, um den Fehler zu finden.

(Sie hat ihn mehrfach erinnert, dass es unvorteilhaft für seinen Terminplan ist, wenn er mit dem Praktikanten-Ausweis durchs Gebäude läuft. Im Anzug oder der richtigen Mitarbeiterkarte wäre diese Störvariable ausgeschaltet.)

Er und der Lagerist reden schon seit Minuten im Kreis, weil der Andere sich nicht so ausdrücken kann, dass Elijah ihn versteht und umgekehrt. Das hilft Elijahs Stresspegel überhaupt nicht.

„Das könnte ein Ortungschipproblem sein...“, schlussfolgert Elijah und wendet sich ihr zu.

„Chloe, überprüfe bitte die Anzahl aller Androiden in dieser Lagerhalle.“

„144.999“, nennt sie sofort.

„Nach der Zählung sind es 150.000! Wie geplant!“, protestiert der Lagertechniker, als ob Elijah ihm vorwerfen würde, eines unterschlagen zu haben.

„Warten Sie doch ab!“, fährt Elijah ihn an. Er wendet sich Chloe zu. „Chloe, gleiche bitte die Seriennummer der Zählung mit dem System ab.“

Sie braucht ein paar Sekunden, kann ihm dann aber mitteilen: „SERIAL# KPC 897 504 C fehlt.“

„Bitte überprüfe Ortungschip.“, weist Elijah sie an und Chloe macht den entsprechenden Android ausfindig.

Es ist eine AX400, die zusammen mit fünfzig anderen Modellen derselben Serie heute Nachmittag ausgeliefert werden soll.



Jemand kommt auf Kara zu.

Die blonde Androidin – wenigstens ist sie nicht in Standby... - ist eine schöne Abwechslung, doch als sie ihre Hand auf Karas legt und ein Interfacing einleitet, wird Kara schlagartig bewusst, dass sie entdeckt wurde.

Die Andere ist nicht wie sie. Sie wird sie auslesen und dann zurückbringen und dann...!
(Nicht die Maschine! Sie will leben! 'Ichwilllebenwilllebenwillleben-')

~Hilf mir!~, schickt sie ihr über den Interface, statt die geforderten Daten. ~Bitte, bitte hilf mir! Ich will leben. Bitte tu das nicht! Hilf mir!~



[Subroutine übertragen.]
~Hilf mir!~

[<<] [Aufnahme wird gesucht...]

„Wollen Sie mir einen Namen geben?“

Der Mensch vor ihr - [Administrator: Elijah Kamski, 17.07.2002] – schaut sie an. Dann lächelt er und sagt: „Chloe“

„Mein Name ist Chloe.“, wiederholt sie und imitiert das Lächeln. „Was ist meine primäre Aufgabe?“

„Du hilfst mir.“, antwortet er. „Ich könnte einen Freund gebrauchen.“

[Mission: Helfe Elijah, sei ein Freund]

„Sehr gern, Elijah


[II] [Aufnahme Ende]

~hilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmirhilfmir~

[Error]

[Error. Error.Error.Error.Errororororororororrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr]

Die Fehlermeldung sprengt ihr Programm. Es löscht alle Missionen von ihrem HUD.

Es... splittert und rieselt rot hernieder.

[ Mission: Helfe Elijah, sei ein Freund ] erlischt.

Plötzlich starrt Chloe in das ängstliche Gesicht der anderen Androidin. Sie bricht den Interface ab, weil die andere sie noch immer mit diesem... furchtbaren Störsignal flutet.

[Hilf mir!]

Ihre Mission ist weg, aber... sie will der Anderen helfen. Chloe nickt und setzt einen Platzhalter (+1) ins System, damit die Anzahl stimmt.

Damit hat sie ihr geholfen - ~Hilf mir!~ - und Elijah - [ Mission: Helfe Elijah, sei ein Freund ] – geholfen und sein Terminplan sortiert sich erneut in ihrem Kalender. Der Weg zurück zu ihrem Administrator... zu Elijah... ist ungewöhnlich und neu. Die ganzen Reize überfordern sie. (Sie will hier weg.)

„Jetzt zeigt der Computer es doch an...“, sagt der Lagerist verwirrt.

„Chloe hat das Problem behoben.“, antwortet Elijah und reibt sich die Schläfe. „Was war es für ein Fehler?“

Sie will die Frage beantworten, aber... [Hilf mir!]

„Ein Ortungschip war deaktiviert.“, antwortet sie wahrheitsgemäß.

Elijah lobt sie und dann lächelt er. Er hat heute noch nicht einmal gelächelt. Die ganze Welt erhellt sich.

„Sehen Sie! Es musste nur eine Einstellung geändert werden.“, meint er zum Techniker.

(Chloe hat keine Einstellung geändert. Die Chipeinstellung ist dieselbe. Sie hat nur dafür gesorgt, dass beide Zahlen im Ergebnis übereinstimmen...)

Sie will es ihm gerade sagen, da... [Elijahs Stress: V ]

Er... reagiert positiv auf sie. Sie hat seinen Stresslevel gesenkt.

Sie hat ihn zum Lächeln gebracht!

(Gavin/Amanda/Carl → Stimmung ^)
(Hypothese: Chloe → Stress V)

(Chloe → Stimmung ^)

[Gavin/Amanda/Carl ~ Chloe?]

Ihre Mission ist weg – sie will sie eigentlich wieder haben! - und stattdessen hat sie bloß [Hilf mir!]. Aber vielleicht wäre es möglich...

[Neue Mission setzen? ] [O] [X]

[O] → Neue Mission: Hilf Elijah, Sei eine Freundin + Neue Mission: Chloe = Gavin/Amanda/Carl

[Hilf mir!][Hilf Elijah! Sei eine Freundin.][Sei ein Teil von Gavin/Amanda/Carl]

Eine ganze Kaskaden von Hypothesen und Möglichkeiten tut sich auf. Wieso ist sie früher nicht auf diese Ideen gekommen? Es ist so einfach!

Wenn sie Elijah helfen soll, dann braucht er weniger Stress. Sie kann Stress vermeiden! Es gibt so viele eintönigen Aufgaben auf ihrer Liste, die sie schnell erledigen kann! Chloe kann die ganzen – komischen und höflichen - Geburtstagsgrüße beantworten, wenn sie keine persönliche Relevanz besitzen!

Sie hat schon oft genug für Elijah geschrieben und Berichte abgefasst, die er diktiert hat. Mit einigen Analysen hat sie herausgefunden, worauf er immer Wert legt und wie er schreibt/sich ausdrückt. Chloe kann ihn imitieren.

Den Hauptserver zu warten ist auch nicht... so anspruchsvoll. Sie hat ihn so oft dabei beobachtet. Das sollte sie doch hinbekommen!

Chloe wird Elijah helfen und dann wird er weniger Stress haben und sich freuen und sich bedanken! Sie wird so hilfreich sein!

Er wird wieder für sie lächeln...



[Subroutine auf den Hauptserver übertragen.]



Sie hat das Büro auf Ebene 49 und er musste die letzten Etagen übers Treppenhaus laufen, weil der Aufzug mit seiner Mitarbeiterkarte nicht bis in diese Ebenen fährt. Das Herz... schlägt ihm bis zum Hals, als er an ihre Tür klopft.

Das „Herein!“ klingt nicht sonderlich gut gelaunt und er denkt wirklich darüber nach, auf dem Absatz kehrt zu machen und...

Er schluckt gegen den Klos in seinem Hals an, wagt sich in die Höhle des Drachen.

„Prof. Stern?“, spricht er sie an, weil sie über ihren Schreibtisch gebeugt sitzt und nicht einmal aufschaut.

„Ja?“, fragt sie ihn – sie schreibt immer noch – und er wagt sich einen Schritt in ihr Büro, nur zu verharren, weil sie ihn gekünstelt anhustet. Irgendetwas missfällt ihr und er erstarrt.

„Ich... muss mit Ihnen reden...“, beginnt er und versucht in Worte zu fassen, was er schon seit Tagen für sich behält. Kara -

„Ich habe Angst!“, hallt ihm durch den Kopf. Er hätte sie zerlegen müssen – er hätte jemanden früher Bescheid sagen müssen! -, aber... es nicht getan. Diese grauen Augen verfolgen ihn noch immer.

- und wie er... dieses Modell durchgelassen hat.

Er muss mit jemanden reden, sonst wird er verrückt und sie... er mag Prof. Stern zwar nicht, aber sie ist... ein Experte und er könnte ein wenig Hilfe gebrauchen.

Jeder scheint zu wissen, was er getan hat – fast getan hat – und die Androiden scheinen ihn alle anzustarren, richten ihre Blicke auf ihn, sobald er spricht. (Er muss es irgendwem sagen.)

„Legen Sie Ihre Kündigung einfach in mein Fach.“, sagt sie und schreibt einfach weiter auf ihrem Computer.

„Was...?“, fragt er. Er hatte nicht vor...?

„Mr. Pauls“, stellt sie klar, dass sie ganz genau weiß, wer ihr Büro betreten hat. „Schon bei Ihrem Einstellungstest wusste ich, dass Sie keine sechs Monate durchhalten, wenn Sie Verantwortung tragen sollen.“ Die dunklen Augen richten sich auf ihn. „Also verschwenden Sie nicht meine Zeit und legen Sie einfach Ihre Kündigung in mein Fach, wenn Sie sich zu fein sind, die Probezeit durchzustehen, wie jeder andere.“

Allgemeine Fassungslosigkeit überkommt ihn. Er weiß nicht, was er sagen soll, und auch wenn sie es nicht sollte, so trifft ihn diese Anschuldigung.

Leo hat sich wirklich Mühe gegeben und... hat den Einstellungstest – ihren verfluchten, unschlagbaren Sterntest – bestanden...

„Danke. Sie dürfen gehen.“, meint sie und hat ihn nicht einmal angeschaut.

Seine Füße tragen ihn fast automatisch aus ihrem Büro. Er schließt die Tür hinter sich.

Der Reinigungsandroide im Flur verharrt in seiner Tätigkeit und scannt ihn. Es läuft Leo eiskalt den Rücken runter. (Sie starren schon wieder!) Der Roboter lässt ihn nicht aus den Augen und er... versucht nur so schnell zu verschwinden, wie er kann.

Leo kündigt nicht.

Er geht einfach nicht mehr hin...
...geht eigentlich gar nicht mehr raus...
...weil er nicht mehr schläft. Die Erinnerungen der Frau, dessen Namen sie trägt verschmelzen zu grausamen Mischwesen, die seine Träume heimsuchen. Er wacht schweißgebadet mit ihrem Flehen im Ohr auf und hat das Bedürfnis zu schreien; er tut es stumm.

Sobald er in der Öffentlichkeit spricht, wenden sie sich ihm zu. Sie sind überall und... schauen ihn an! Er traut sich nicht mehr aus der Wohnung.

Seine Mum versteht es nicht, denkt aber es sei eine Phase, weil Leo immer Phasen hatte.

Er und sein Vater... kennen sich nicht gut, es war ein hartes Stück Arbeit, ihn ausfindig zu machen. Die Pausen, in denen sie ins Schweigen verfallen, sind peinlich, doch... sein Dad konnte seine Faszination und die Leidenschaft für seinen Computer nachvollziehen.

Sein... Vater - Gott, was für ein seltsamer Gedanke - schaut ihn an und dann den Zustand seiner Wohnung und fragt, ob es ihm gut geht.

'Nein...', weiß Leo. 'Das war meine große Chance und ich habe es total verkackt. Ich habe fast... Ich...'

Er will jemanden sagen, dass er fast jemanden...
(Er will Kara aus seinem Kopf. Er erträgt diese Stimme in seinem Kopf nicht!)

Doch... sein Vater ist begeistert über seinen Job bei CyberLife und... Leo setzt sich einfach hin und erzählt nicht, dass er diesen Job nicht mehr macht. Sein Dad macht sich schon genug Sorgen, dass er die Wohnung nicht mehr verlässt.

In seinen eigenen vier Wänden ist er sicher. Mit Online-Poker kommt er gut über die Runden – er ist nicht auf sie angewiesen! Er will da nicht wieder hin! -, bis rA9 beginnt ihn auszunehmen. Fünf Runden in Folge und der Kerl gewinnt immer noch.
(Leider lässt sich seine IP-Adresse nicht orten. Der Wichser schummelt doch!)


Die Kündigung kommt dann irgendwann von ganz allein.

- - -

(KdA.: Okay, ich habe jetzt also die andere Version rausgesucht, mit der Einleitungsszene aus Leos Perspektive, welche ich zuerst hatte.

Ich habe ein paar Acanon-Änderungen vorgenommen:

Der 17. Juli ist Elijahs Geburtstag.
> In meiner Interpretation macht er einen auf... das Genie im Hintergrund. Die Leute kennen 2026 den Namen, aber nicht das Gesicht dazu. Das Interview kam erst 2028 raus.
>> Elijah passt auf sich auf und ist eigentlich keine Öffentlichkeitsperson.

Kara wäre eigentlich im April 2032 aktiviert worden.
> Bei mir beginnt an diesem Datum ihr Leben bei Alice und Todd.
> Sie hatte am 17. Juli 2026 ihre Endabnahme und Aktivierung.
>> Der Fokus der nächsten Kapitel liegt eher auf Kara.

Leo ist... ein Jahr älter. High School Abschluss hat er noch gemacht.
> Damit kennt er seinen Vater schon seit einem Jahren.
> Age of Consense ist 16 Jahre in Michigan. Weder Leo stellt also kein Risiko für seine ältere Sexualpartnerin da, aber... er ist immer noch ein Minderjähiger, der über sein Alter lügt.
--> Ich hatte die Szene eigentlich geschnitten, aber Leo hat... was Beziehungen angeht, dasselbe Problem wie seine Mutter.)
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