Take my Heart when you go

GeschichteDrama, Freundschaft / P18 Slash
Juli Leon Markus Maxi OC (Own Character) Vanessa
18.03.2020
16.05.2020
8
23.689
1
Alle Kapitel
8 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
18.03.2020 1.051
 
Take my heart when you go

Die Dunkelheit umgab mich, sie umschmeichelte mich und verschluckte mich vollständig. Ich wollte sie in mir aufnehmen. Ich wollte eins werden mit ihr, denn sie war das einzige, was ich noch hatte. Sie war die einzige Freundin, die mir treu geblieben war und die mich niemals verlassen würde, was auch immer ich für Entscheidungen treffen würde.
Der Bass dröhnte hart in meinen Ohren und das Gegröhle des Heavy-Metal Sängers ging, obwohl ich die Lautstärke komplett aufgedreht hatte, in dem Sturm unter, der sowohl um mich herum als auch in meinen Gedanken und meinem Herzen tobte. Ich hörte die Musik kaum. Vielleicht nahm ich den Rhythmus wahr, das dumpfe Trommeln des Schlagzeuges, aber ich hätte nicht sagen können, welcher Sing spielte. Ich spürte den Sturm. Er kitzelte meine Unterarme, die bereits feucht vom Schweiß waren und riss an meiner Kleidung. Er brachte die Bäume um mich herum in Bewegung. Und für diesen einen Moment glaubte ich, dass der Sturm die Bäume nur für mich tanzen ließ. Es war zu dunkel, um die Bäume tatsächlich zu erkennen. Es waren mehr die Silhouetten, die sich dicht aneinander schmiegten und gemeinsam tanzten. Angestrengt pumpte ich Luft in meine Lungen. Es roch nach Regen und würde sicherlich nur noch Minuten dauern, bis ein Sturzbach vom Himmel kommen würde.
Und wenn das passieren würde, wäre ich immer noch hier. Meine Beine trugen mich an einen Ort, den ich selbst nur zu gut kannte. Ich hätte ihn blind gefunden. Vielleicht war es nicht die klügste Idee, mitten in der Nacht bei Sturm und einem herannahenden Unwetter durch den Wald zu laufen, aber es gab nichts, was mir passieren konnte, was nicht schon längst passiert war. Ich hatte alles und jeden verloren, der mir etwas bedeutete. Und es gab keine Chance, dass sich irgendetwas daran ändern würde.
Ich rannte bereits seit einer Dreiviertel Stunde. Eine Viertelstunde bis zum Wald und eine halbe Stunde im Wald. Selbst wenn ich mich hätte verlaufen wollen – ich kannte diesen Wald besser als meine Westentasche. Ich kannte jeden Ast. Jede Wurzel, die sich langsam über den Weg schlängelte. Ich sprang über einen Baumstamm, der bereits beim letzten Unwetter entwurzelt worden war und seitdem mitten auf dem Weg verwitterte. Je tiefer man in den Wald gelangte, desto verwitterter wurde er. Nichts war hier so beständig wie die Änderung. Das Wetter veränderte den Wald und ich liebte es, diese Veränderungen zu sehen und festzustellen, ab welchen Zeitpunkt ich sie wahrnehmen konnte. Ich folgte einem schmalen Trampelpfad, den normalerweise sicherlich nur Tiere nahmen. Die Äste schlugen gegen meine Arme und mehr als einmal musste ich mich unter einem tiefhängenden Ast ducken, damit er mir nicht auf den Kopf schlug. Der perfekte Ort für ein Unwetter. Ich zog mein Tempo an, um den Berg schneller zu erklimmen. Ich wollte die Spitze erreichen, bevor der Regen einsetzte und sehen, wie der Wind den Regen über Grünwald peitschte.
Meine Lunge brannte, ebenso wie meine Beine, als ich schließlich gerade rechtzeitig die Spitze erreichte. Die ersten Tropfen berührten mein Gesicht. Ich holte tief Luft. Und ich schrie. Der Donner übertönte mich. Ich schrie meinen Ärger hinaus. Meine Angst, meine Frustration. Meine Einsamkeit. All meine Gefühle, bis nur noch die Atemlosigkeit und die Leere blieb. Meine Beine gaben nach und zwangen mich auf meine Knie. Der Regen wurde stärker und ich konnte nicht sagen, ob mein Gesicht wegen des Regens nass war oder wegen der Tränen.
Hier oben, hier auf diesem Berg, war ich für immer allein. Diesen Weg hier hoch kannten neben mir nur zwei Personen. Und keine dieser Personen würde heute oder jemals wieder hier hoch kommen. Mir war nichts in diesem Leben geblieben. Weder Colin, mein Bruder, noch Nadine, meine beste Freundin. Und jetzt hatte man mir die Krone genommen. Doch ich durfte nicht kampflos aufgeben. Ich musste etwas tun, das niemand erwarten würde. Ich musste besser sein als alle anderen.
Take mine in its place


_____

Hallo und Herzlichen Willkommen zu meiner letzten eigenständigen Story der wilden Kerle,

einige kennen mich und meinen Schreibstil sicherlich bereits von meinen anderen Geschichten. Insbesondere von Tutor Girl, das aktuell ja auch noch geschrieben wird. Für alle, die sich jetzt fragen: EIgenständig? Was meint die denn damit? Nun, damit meine ich, dass ich nicht ausschließe, dass vielleicht Pocketful of Sunshine / Half Light noch eine Fortsetzung bekommen, da das dem Wunsch einiger Leser entspricht. Und für alle Leser von Tutor Girl - keine Panik. Diese Geschichte wird normal einmal wöchtenlich weitergehen.
Falls sich jemand fragt, das "Zitat" und auch den Titel dieser Story habe ich von der Serie Westworld. Es gibt allerdings keine Parallelen zu dieser Serie, außer diesem geborgten Titel.
Nun kommen wir zu den Randinformationen:
1. Diese Geschichte ist aus mehreren Gründen auf "P18 Slash" gestellt. Neben dem Gebrauch von Schimpfworten und sexuellen Handlungen zu einem späteren Zeitpunkt, weise ich darauf hin, dass diese Geschichte gewisse Leute Triggern könnte. Zum Einen aufgrund sexueller Szenen bzw. Andeutungen sexueller Gewalt in diversen Kapiteln (diese wird zu keinem Zeitpunkt ausgeschrieben / näher beschrieben, sondern bleibt eher oberflächlich, bis auf wenige Details, die nichts mit sexuellen Handlungen zu tun haben!), zum Anderen auf der Basis von psychischen Belastungen. Essstörung und Angststörung. Da ich selbst mit allem keine persönliche Erfahrung habe, sondern mir mein Wissen lediglich angelesen habe, kann ich nicht versprechen, dass der Umgang damit realistisch dargestellt ist. Ich gebe mir aber auf jeden Fall Mühe, diese Themen auch entsprechend "gut" anzugehen und zu bearbeiten. Dennoch möchte ich an dieser Stelle darauf Hinweisen, dass Leute, die durch diese Thematik getriggert werden könnten, auf das Lesen der Story verzichten sollten.
2. Es scheint für einige immer wieder eine Überraschung zu sein, aber Slash steht für gleichgeschlechtliche Beziehungen. Daher sollte es euch nicht überraschen, wenn es am Ende der Story auf eine Boy x Boy Beziehung hinaus läuft.
3. Ich weiß noch nicht, wie weit diese Story gehen wird. Deshalb wird es vorerst keine festen Uploadzeiten / Tage geben. Tutor Girl hat an dieser Stelle erst einmal Vorrang bis es abschlossen ist.

Ich hoffe, dass ich jetzt alles gesagt habe, was ich sagen wollte.
Achja: Ich verspreche euch, dass diese Story nicht das werden wird, was ihr möglicherweise von der Kurzbeschreibung erwartet. Die "End"-Pairings stehen allerdings fest und sind der Kurzbeschreibung zu entnehmen :D