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18. März: Zahn um Zahn [by Driakuna]

OneshotHumor, Fantasy / P16 / Gen
18.03.2020
18.03.2020
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Tag der Veröffentlichung: 18. März
Zitat: "Deine Freunde haben eine hohe Sterblichkeitsrate." - Spiel mir das Lied vom Tod

Titel der Geschichte: Zahn um Zahn

Autor: Driakuna
Hauptcharaktere: ------------------
Nebencharaktere: -------------
Pairings: ------
Kommentar des Autors: Ich hoffe ihr habt Spaß beim Lesen ^^





"Deine Freunde haben eine hohe Sterblichkeitsrate" - Spiel mir das Lied vom Tod  

20 Jahre

20 verdammte lange Jahre kämpfte sie jetzt schon um ihr Überleben.
Nach dem letzten großen Weltkrieg, als alles ziemlich schnell, ziemlich hässlich wurde, ging es mit der Menschheit zugrunde.
Angefangen hatte alles als mitten im Krieg, eine neuartige Gefahr erschien in Form von Zombies.
Es hatte unwirklich gewirkt, wie ein schlechter Trashfilm, in dem sich alle Fraktionen zusammenschlossen und dann gemeinsam gegen den neuen Feind zu kämpfen.
Tja, in der Realität fingen alle an gegeneinander UND die Zombies zu kämpfen. Als dann immer mehr Fantasiewesen auftauchten und immer mehr Menschen starben, wurde wohl allen klar, dass sie zusammenarbeiten mussten.
Das einzige Problem war wohl dann nur, dass diese Erleuchtung schon viel zu spät kam und der Rest der Menschheit von einer unwirklich wirkenden Übermacht von Wesen aus Märchen und Geschichten gestürzt wurde.

Es war wohl der blutigste und brutalste versuchte Genozid der Menschheit, den es jemals gab.
Die letzten überlebenden Menschen hatten in dieser neuen Welt keine Rechte mehr und konnten glücklich sein, wenn sie in Ruhe gelassen wurden oder einen barmherzigen Meister fanden, dem sie dienen konnten.

Mira würde sich hüten diesen Weg zu gehen. Sie war ihre eigene Person und sie würde sie selbst bleiben, bis sie starb.
Das hatte sie sich geschworen und daran würde sie sich halten.
Doch anscheinend war ihr der Tod mehr gefolgt als sie gedacht hatte und sie konnte fast schon die kalte Klinge der Sense an ihrem Hals spüren, während Mira das gehässige Lachen zu hören schien. Unangenehm schnitten die Seile ihrer gefesselten Arme in ihre Haut, während sie grob von einem wolfsähnlichen Mutanten an eine Mauer gedrückt wurde.
Und eine seiner Hände zu ihrer hinab glitt und sein Rudel im Hintergrund schon siegessicher heulte.
Scheint als würde sie ihre Ahnen schon früher sehen als sie geplant hatte.
Vielleicht würde sie die anderen aus ihrer alten Siedlung im Nachleben wiedersehen.
Wenn es denn so etwas überhaupt gab.

Und doch weigerte sich Mira einfach schweigend, wie ein braves Mädchen, ihr Schicksal zu akzeptieren. Sie würde den Teufel tun als irgendjemandem die Genugtuung zu geben sie unterworfen zu haben.
Mit dem besten Knurren, das sie zustande brachte, warf sie ihren Kopf zurück und zuckte leicht zusammen, als der Schmerz ihren Kopf durchzuckte, aber das schmerzerfüllte Jaulen sagte ihr dass sie erfolgreich war.
Ohne den Halt des Wolfes, der gepeinigt ein paar Schritte von ihr zurück gewichen war, um sich seine empfindliche Schnauze zu halten, gaben ihre Beine nach.
Wenn sie es hier lebend raus schaffte, sollte sie sich vielleicht doch überlegen in eine der letzten Menschensiedlungen zu gehen, wenigstens ließ man sie dort in Ruhe.
Ein unruhiges Zittern überfiel sie, während sie sich versuchte zu beruhigen, bevor sie nach oben sah, mit, was sie hoffte, einem trotzigen Blick.
Der Wolfsmensch sah sie mit gefletschten Zähnen an und knurrte wütend, was das Rudel ihm nachmachte und sie umkreiste.
Nochmal durchatmend richtete sich Mira auf und versuchte eine Kampfhaltung einzunehmen, auch wenn es eher sinnlos war.
Ihre taffe Fassade zersprang in dem Moment als der erste Wolf geifernd auf sie zusprang.
Panisch ließ sie sich zurückfallen und versuchte ihre Arme schützend vor sich zuhalten.
Mira blickte überrascht auf, als ein grässliches, reißendes Geräusch und ein schmerzerfülltes, unmenschliches Kreischen ertönte.
Das, was sie sah, brachte sie zum Würgen.
Die Wolfskreatur, die sie hatte anspringen wollen, lag zwei Meter vor ihr. Winselnd, in ihrem eigenen Blut, während seine Eingeweide aus ihm herausquollen und sich um ihn herum verteilten.
Neben ihm stand eine vermummte Gestalt, ihr rechter Arm war, soweit wie Mira sehen konnte, pechschwarz und endete in scharfen Klauen, von dem das Blut des Wolfes tropfte.
Ihr Kopf ruckte von dem inzwischen toten Wolfsmenschen weg, hinauf zu dem Gesicht des Neuankömmlings.
Goldfarbene Iriden starrten sie aus dunklen Augen heraus an, bevor die Person sich abwandte und ihren Blick auf den Kauernden wendete.
Erst jetzt fiel Mira auf, dass das restliche Rudel sich im gleichen Zustand befand wie der zerfetze Kadaver zu ihren Füßen.
Als ihr Blick dem der fremden Person folgte, begegnete sie blanker Furcht und Panik.
Irgendwo in ihrem Hirn schrie eine Stimme panisch, dass sie hier weg sollte und doch saß sie wie festgefroren in der Gasse mit einem halben Dutzend toter und einem bald schon toten Wolfsmutanten.
„Scheint als hätten deine Freunde eine hohe Sterblichkeitsrate.“, die Stimme der fremden Person klang nonchalant und neutral, als würde sie einen Fakt beschreiben. „Ich würde dir empfehlen von hier zu verschwinden, außer du willst dich ihrem Schicksal anschließen.“, mit einem Wink ihrer Klauen besetzten Hand, wies die Person auf den Ausgang der Gasse und ließ dabei den letzten Wolf nie aus den Augen.
Kurz knurrte der Wolf erneut, bevor sein Blick auf sein totes Rudel fiel und er es sich doch anders überlegte und mit einer letzten Drohgebärde das Weite suchte.
Einen Moment lang sah die vermummte Gestalt dem Wolf nach, ehe sie ihre glühenden Iriden wieder auf Mira lenkte.
„Du solltest dir vielleicht auch mal eine andere Lebensstrategie überlegen. Mir scheint du lebst recht gefährlich. Falls es dich interessiert, Richtung Norden gibt es eine kleine Menschensiedlung, die von Kowan geschützt wird, sind ungefähr 30 Kilometer.“, sagte die Gestalt in einem Plauderton, während sie auf sie zukam und mit einer linkischen Handbewegung, die Fesseln, die sie hielten durchschnitt, bevor sich die Gestalt umdrehte und davon schlenderte.
„Warte!“, entgegen ihrer Vernunft stand Mira mit wackeligen Beinen auf und wobbelte der Vermummten hinterher.
Mit einem fragenden Laut blieb sie stehen und sah zu Mira. „Danke!“, fragend legte die vermummte Person den Kopf schief und zuckte mit den Schultern. „Hatte grad Lust dazu. Erwarte das nicht nochmal und jetzt zieh Leine.“.
Mira wusste nicht, ob sie geblinzelt hatte, oder ob sie sich alles in ihrem Wahn eingebildet hatte und sie schon längst tot war.
Doch die vermummte Person war von einem Moment auf den anderen verschwunden.
Verwirrt stolperte sie auf die Straße hinaus und sah sich um, doch die Gestalt blieb verschwunden.
Unsanft wurde Mira zur Seite gestoßen, worauf sie erschrocken aus dem Weg stolperte.
Als sie aufsah, starrte sie in das Gesicht eines genervten Gargoyles, dieser würdigte ihr nur einen kurzen Moment, bevor er weiter seines Weges ging.
Nervös rieb sie sich ihre Arme und wandte sich gen Norden, vielleicht sollte sie wirklich zu einer der Siedlungen gehen, da war es zumindest sicherer und 30 Kilometer liefen sich nicht von alleine.

Sie hoffte nur, dass sie nicht noch jemand anfiel, das würde sie nicht überleben.





~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Heute gibt es mal wieder eine freie Arbeit. Es fing spannend an und wurde zum Schluss amüsant. (Dieser Satz klingt irgendwie falsch …)
Manchmal bekommt man eben von unerwarteter Seite Hilfe, genauso wie Mira Hilfe von dem Vermummten bekommen hat.
Das Bild von dieser neuen Welt, das Driakuna beschrieben hat, ist wirklich stimmig. Es schafft eine sehr gute Atmosphäre für diesen OS.

Eure lula-chan
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