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Bücher der Verdammnis

GeschichteMystery, Freundschaft / P16 / Gen
Catherine Corrigan Derek Rayne OC (Own Character)
18.03.2020
18.03.2020
6
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18.03.2020 5.686
 
"Lucifer wie gut kennst du dich eigentlich am Computer aus. Ich habe da nämlich ein kleines Problem." versuchte seine Frau, die am Tisch saß und eine Tasse Tee trank, den Ilse gerade gekocht hatte, die Situation zu entschärfen. Er ließ Ilse und den Pharisäer stehen, ging zu seiner Frau, gab ihr einen zärtlichen Kuss auf den Mund und setzte sich ihr gegenüber. "Kommt immer drauf an um was es geht." Ilse stellte wortlos den Pharisäer vor ihm auf den Tisch. "Danke." murmelte er und trank einen Schluck. "Ich kann es mir heute Abend gerne mal ansehen." Sie lächelte. "Das wäre nett." Ihm entging nicht, dass Ilse ganz still und nachdenklich am Tisch saß. Nachdem er seinen Pharisäer getrunken hatte verschwand er und tauchte in der Hölle wieder auf. Samyaza, der an Lucifers Schreibtisch saß zuckte zusammen, als sein Chef plötzlich vor ihm erschien. „Lucifer! Musst du mich so erschrecken?“ Dieser grinste. „Hallo Samyaza. Kannst du mir bitte diese Farese in den Verhörraum bringen? Ich bin auch gleich da.“ sagte er und trat neben seinen Schreibtisch um einen Blick auf die Unterlagen zu werfen, die er noch absegnen oder bearbeiten musste. „Hallo Chef. Ja, ist wieder einiges, denn du warst lange nicht mehr hier. Ich wollte dir heute Abend Bescheid geben. Ich hole diese alte Farese. Was willst du denn von der Hexe?“
Er legte seine Finger auf die Schläfen seines Freundes und ließ ihn so alles wissen was er bisher herausgefunden hatte. Samyaza sah ihn überrascht an. „An das Buch hatte ich gar nicht mehr gedacht. Und vor allem wusste ich nicht, dass es da eine oder mehrere Fälschungen gibt. Wenn dieser Massimo Farese diese identischen Seiten richtig malen konnte, dann muss er ja eine Zeitlang das Original, also dein Buch gehabt haben. Was dann hieße, jemand aus der Hölle hätte es gestohlen und diesem Farese gegeben.“ Der Höllenfürst nickte. „Ja. Darum werde ich mich dann kümmern, wenn ich die Bücher habe. Denn wenn ich Recht habe und es existieren noch zwei weitere Bücher, dann muss ich sie alle haben, denn zusammengefügt ergeben sie mein Original, wenn ich mit meiner Vermutung richtig liege und das könnte fatale Folgen haben.“ Samyaza nickte und verließ das Arbeitszimmer seines Chefs. Dieser setzte sich kurz an seinen Schreibtisch und ging grob die Unterlagen durch. Kurz darauf, tauchte er im Verhörraum auf. „Du kannst ruhig bleiben Samyaza, denn du warst ja dabei, als ich dieses Buch verfasst habe. So und nun zu ihnen.“ Er schnippte mit dem Finger und das gefälschte Buch erschien. „Schon mal gesehen? Und versuchen Sie nicht mich zu verarschen, denn dann könnte ich sehr ungemütlich werden!“ Die Augen von der alten Dame weiteten sich. „Sie kennen das Buch also. Wer ist Massimo Farese? Und hat er das Buch geschrieben?“ Die alte Farese nickte. „Massimo lebte im 16. Jahrhundert in Venedig. Er war ein Hexer, der sich ausschließlich mit der schwarzen Magie beschäftigte und er hat ein derartiges Buch verfasst heißt es.“ erzählte die ehemalige Hexe. „Hat er weitere ähnliche Bücher verfasst?“ fragte er barsch. „Das müssen Sie ihn schon selbst fragen. Ach, geht ja nicht er ist ja schon ewig tot, vielleicht existiert er gar nicht mehr in der Hölle, denn irgendwann wird man automatisch ausgelöscht, heißt es. Wenn das stimmt, dann …“ Sie brach ab, weil er sie wütend gegen die Wand schleuderte. Da sie jetzt ein Dämon war machte es ihr nicht viel, außer ein kurzfristiger Schmerz. „Verdammtes Biest!“ murmelte er und verließ den Raum. Gemeinsam mit Samyaza tauchte er in seinem Arbeitszimmer wieder auf. Er ließ sich lässig in seinen Chefsessel fallen und massierte sich über den Magen. „Hast du wieder Schmerzen?“ fragte der gefallene Engel leicht besorgt. Sein Chef nickte. „Es schlägt mir ziemlich auf den Magen, dass diese Bücher eventuell noch irgendwo da draußen existieren. Wenn sie existieren. Das muss ich zuerst herausfinden.“ sagte er leise. „Das heißt du müsstest in der Vergangenheit mit Massimo Farese reden und ihn fragen. Vielleicht solltest du mit Vater reden und ihn um die Erlaubnis einer Zeitreise zu bitten.“ Der Fürst der Hölle seufzte. „Wie ich Vater kenne, stellt er wieder Bedingungen auf oder er schickt mir jemanden mit. Irgendwas fällt ihm immer ein.“ Samyaza grinste. „Das musst du dann wohl akzeptieren. Und … warum bearbeitest du den Fall eigentlich allein?“ Die eisblauen Augen seines Chefs starrten ihn an. „Weil … es sich um mein Buch handelt und ich …“ „Du denkst, dass es dein Fall ist und es allein schaffst.“ unterbrach ihn sein Stellvertreter. Er zauberte das Buch wieder in seinen Schrank in seinem Arbeitszimmer im Boulevard Haussmann und verschloss diesen wieder magisch.
Dann griff er mit der rechten Hand nach den Unterlagen mit den Berechnungen. „Bring das bitte zu Euangelion. Er hat ein Händchen für Zahlen. Und sag ihm es hätte keine Eile. Wobei er trotz dessen immer sehr schnell ist mit seiner Arbeit. Ich gehe derweil mit Vater reden. Samyaza griff nach de Unterlagen, die sein Chef ihm entgegenhielt. „Aber wenn du Hilfe brauchst Lucifer, ich bin da und ich kenne das Buch.“ Ein Lächeln huschte über das Gesicht des Fürsten. „Danke Samy.“ antwortete er leise.
Nachdem Samyaza weg war zauberte er sich in den Himmel. „Vater, kann ich dich bitte kurz sprechen?“ fragte er. Mit einem erfreuten Lächeln blickte er auf. „Lucifer, für dich habe ich immer Zeit. Hallo mein Sohn. Was kann ich für dich tun?“ Der Höllenfürst erklärte kurz um was es ging. „… und jetzt wollte ich dich um die Erlaubnis bitten in das Jahr 1560 reisen zu dürfen um dort zu ermitteln, weil er bis dahin die anderen wohl schon geschrieben hat, denn er ist 1561 in Venedig gestorben, laut meiner Recherchen.“
"Was denkst du Lucifer?" fragte sein Vater. "Wenn diese Tante von Laurentia dieses Buch kennt, könnte es noch da sein. Außer ich habe Pech und Laurentia hat es verkauft. Aber trotzdem müsste ich mit Massimo Farese reden, ob er noch eines geschrieben hat und über dessen Verbleib, wenn in der Faresebibliothek nur eines vorhanden wäre, wovon ich ausgehe. Darf ich also gehen? Ich muss diese Bücher auf jeden Fall alle wieder haben!"
Zur gleichen Zeit in Rom im Palazzo von Kat und Sandalephon. „Das war echt lustig heute Morgen, wie sich Laurentia erschreckt hat.“ sagte Kat lachend, während sie ihre Tochter fütterte. „Ja, mich würde nur interessieren, was Lucifer von Signora Farese wollte.“ überlegte Sandalephon ohne zu wissen, dass er es bald erfahren würde. „Zumindest beschäftigt Onkel Lucifer etwas ziemlich. Er wirkte abgespannt und ich konnte spüren, dass ihm etwas echt Magenschmerzen verursacht. Es muss sich um etwas Ernstes handeln, etwas was ihm sehr wichtig ist und ihn ziemlich belastet. Ich wollte nur nicht ohne sein Wissen seine Gedanken lesen.“ sagte sie traurig. „Das hättest du eh nicht geschafft, wir wissen alle, dass Lucifer es nur zulässt, wenn er es will. Und ja mir ist auch schon aufgefallen, dass er sich grad irgendwie verkriecht. Selbst Euangelion und Astaroth meinten er würde ihnen irgendwie nervös vorkommen.“ Kat seufzte. „Ich glaube ich verwöhne ihn mal wieder mit einer Massage.“ überlegte sie. Ihr Mann lächelte. Er mochte Lucifer.
Der Allmächtige nickte. "Wobei du weißt, dass du keine Kirchen betreten kannst, keine Tempel?" Genervt zog der Höllenfürst eine Augenbraue hoch. "Ja, ich erinnere mich!" "Ich werde dir Tarot mitgeben. Ihn kennst du und er hat jetzt schon zwei Mal mit der Botschaft gearbeitet. Ich denke, du kannst seine Hilfe brauchen." Innerlich seufzend akzeptierte der Höllenfürst, an sich froh, dass nicht Phanuel oder einer der anderen Seraphim mitkommen würden. "Und ich würde Sandalephon fragen ob er mitkommt... mit ihm kannst du doch gut. Immerhin ist er ein Erzseraph beider Seiten... und mit deiner Patentochter verheiratet." setzte der Himmlische Vater nach. "Ja, ich überlege es mir." antwortete Lucifer hastig und wollte verschwinden. "Und ich würde demnächst mal gern wieder deine Familie - inklusive diesmal der lieben Ilse - sehen wollen!" Ein Nicken, dann war der Höllenfürst möglichst schnell verschwunden.
Tarot wartete im Vorzimmer bei Euangelion und Astaroth auf ihn, eifrig mit den beiden Sekretären diskutierend. "Oh, ich finde es spannend. Mit der Botschaft einen Fall zu lösen ist immer recht aufregend, das reißt einen etwas aus der himmlischen Eintönigkeit!" meinte der Zeitengel begeistert zu den beiden als der Höllenfürst erschien. "Von welchem Fall redet er, Lucifer?" wollte Astaroth wissen. Dieser seufzte genervt. "Warum bist du denn schon hier?" fragte er an Tarot gerichtet. "Vater hat mich geschickt." "Oh Vater! Kommt mit in mein Arbeitszimmer!" befahl er ungewöhnlich barsch. Er war sichtlich gereizt. Er öffnete seinen Schrank und holte die beiden Bücher heraus, während er Kat und Sandalephon kontaktierte. "Könnt ihr bitte kurz in mein Arbeitszimmer im Boulevrd erscheinen? Danke!" Kurz darauf standen die beiden, Kat mit der kleinen Elisabeth im Arm etwas irritiert durch den - wenngleich auch höflich formulierten - Befehl da. "Sieh mal da ist dein zukünftiger Patenonkel Lucifer, Elisabeth-Lucia, den Namen Lucia haben wir beide von ihm." sagte sie und gab ihm die Kleine in den Arm. Das Baby strahlte und dem Höllenfürsten huschte ein Lächeln übers Gesicht als er in die meerblauen, schon klugen Augen, Sandalephons so ähnlich - blickte und auf das Köpfchen mit dunkelblonden Locken sah. "Lufi?" sabberte die Kleine und der Höllenfürst musste wider Willen lachen. "Da haben dein Onkel und deine Tante also geplaudert? Oder waren es deine Großeltern, kleiner Krümel?" Kat grinste. "Lucas und Christina haben versucht ihr "Onkel Lucifer" beizubringen - und sind dann auf ihren "alten" Namen für dich ausgewichen, nachdem sie gemerkt haben, dass es doch noch etwas schwer für unsere kleine Lisa-Lucia ist."
Er drückte Elisabeth noch einmal liebevoll, gab ihr einen zärtlichen Kuss auf die Wange, bevor er sie wieder ihrer Mutter gab. „Setzt euch ich muss euch jetzt leider doch einweihen, weil Vater mal wieder voreilig war und er möchte, dass mich Tarot und Sandalephon begleiten." Der höllische Botschafter schloss die Augen und wandte Magie an um ihnen über den mentalen Pfad zu berichten, um was es ging und was er bisher herausgefunden hatte. „Und warum hast du das bis jetzt allein gemacht?“ wollte Sandalephon wissen.
„Weil es sich nicht um einen Fall der Botschaft handelt, sondern um etwas Teuflisches. Ich muss diese Bücher auf jeden Fall wiederhaben! Egal wie! Und ich muss eine Zeitreise machen um zu erfahren, ob ich mit meiner Vermutung recht habe und um dem Verbleib der Bücher näher zu kommen.“ berichtete der Höllenfürst. „Wann wolltest du gehen?“ fragte Sandalephon. Lucifer zuckte mit den Schultern. „Jetzt? Weil Vater Tarot schon geschickt hat.“ murmelte er. „Ich muss nur noch vorher Selvi und Ilse Bescheid sagen.“ Sandalephon und Tarot nickten. Sie folgte Lucifer nach Norderney. „Oh Besuch. Wollt ihr einen Kaffee?“ fragte Ilse. „Gerne Ilse.“ antwortete Sandalephon. Tarot wollte ebenfalls einen Kaffee. Ilse stellte den beiden Engeln einen großen Kaffee hin und ihrem Jungen einen Pharisäer. „Was ist los um welchen Fall handelt es sich und wo müsst ihr hin?“ fragte Selvaggia sofort. Ihr Mann räusperte sich. "Eigentlich geht es nicht um einen Fall. Es geht um zwei Bücher, die für mich sehr wichtig sind und ich möchte sie auf jeden Fall haben. Dazu ist eine Zeitreise nötig, die ich nur mit Tarot und Sandy machen darf. Und es handelt sich um ein satanisches Buch.“ Informierte er seine Familie kurz. „Na ja, wenn es wichtig ist.“ antwortete Selvaggia verständnisvoll, dass Ilse sich schon fast wunderte. Die drei Engel tranken ihre Tassen leer. Anschließend brauchte Sandalephon sie in das Jahr 1560 nach Venedig. „Ach du Schreck ist das hier schmutzig und es stinkt bestialisch.“
Der Höllenfürst nickte. „Ja, dieses Zeitalter war auch ekelerregend und primitiv in jeder Hinsicht. Der einzige Grund weshalb ich mich um diese Zeit hin und wieder in Venedig aufhielt war Selvi.“ Tarot sah ihn intensiv an. „Habt ihr auch dieses Jahr zusammen hier verbracht, du und Selvaggia?“ fragte der Engel. Lucifer nickte. „Oh!“ war Tarot`s Antwort. „Also wo fangen wir an?“ wollte Sandalephon wissen. Sein höllischer Bruder blickte ihm in die Augen. „Wir suchen Massimo Farese. Die Frareses waren schon damals eine einflussreiche Familie und waren satanistisch veranlagt. Zumindest weiß ich, dass er im Reichenviertel gewohnt hat.“ "Also müssen wir in der Nähe des Dogenpalastes schauen... Im Sechstel San Marco... würde ich vermuten." meinte Tarot nachdenklich. "Ja - kannst du irgendwas dazu sagen? Ich weiß, die Fareses waren hier und hatten einen Palazzo. Ich weiß allerdings nicht mehr wo..." murmelte der Höllenfürst. Irgendwann haben sie das Grundstück verkauft und sich ihren heutigen Palazzo gebaut... nahe Selvis..." "Wenn du sagst sie waren einflussreich, dann müsste doch ein Abstecher in den Dogenpalast reichen? Oder ich spreche mal mit dem Priester im Markusdom... vermutlich wird dieser Massimo Farese ja brav in die Kirche gegangen sein und nicht jedem auf die Nase gebunden haben, dass er strammer Satanist ist." meinte Sandalephon nachdenlich. "Wobei... schade, dass Lucia nicht dabei ist. Meine Frau kommt auf Listen und Tücken auf die wir wohl nicht kämen.."
Tarot sah sich um. "Also ich spüre Dunkelheit in diesem Stadtteil, trotz der beherrschenden Stellung des Markusdoms, aber ich kann sie nicht lokalisieren. Sie kommt irgendwie von allen Seiten. Das ist fast wie im Paris des Barockzeitalters, wo "La Voisin" ein Imperium rund um Aberglauben und Hexerei aufgebaut hatte." sagte er. Der Höllenfürst schnaubte. "In deren Garten hat man um die 2500 Leichen von Säuglingen und abgetriebenen Kindern gefunden - teils sind sie Astaroth, teils Asmodeus geopfert worden. In Venedig lief nichts dergleichen. Wenn die Frau 1680 - am 22. Februar - hingerichtet wird... oder besser als sie da hingerichtet wurde, habe ich mich wirklich besser gefühlt. Ungetaufte unschuldige Kinder in den Limbus zu verbannen war nie spaßig... die armen Hascherl haben mir eher leid getan."  Tarot lächelte entschuldigend. "Ich sage nur wie ich es empfinde, Lucifer. Und das heißt offenbar, dass hier viele der oberen 100 ihr satanisches Süppchen kochen. Du hast doch berichtet, dass die Bücher aus einem Buch kopiert wurden, das du verfasst hast. Wenn wir rausfinden, wem die schwarzen Messen galten... vielleicht finden wir dann raus wer diesem Massimo dein Buch lange genug gezeigt hat um es zu kopieren..."
"Die Fareses hatten seit dem 11. Jahrhundert einen Pakt mit mir persönlich! Jedes der Kinder ist getauft und in einer schwarzen Messe anschließend mir übereignet worden... bis vor etwa 100 Jahren - na ja... in unserer Zeit, also um 1900 - einer der Brüder Farese sich gegen den Satanismus entschieden hat, weil er sich in eine strenggläubige Katholikin verliebte. Und aus diesem Ableger der Fareses kommen die Farese-Geschwister, die bei Sandy und mir studieren - sie bei ihm, er bei mir." erklärte der Höllenfürst. "Sie können ja dir gedient und mit dir einen Pakt gehabt haben, Lucifer, aber sie können trotzdem... noch mit anderen gefallenen Engeln oder Dämonen paktiert haben." gab Tarot zu bedenken. Sandalephon sah sich nachdenklich um. "Vielleicht überlegst du mal, wer an das Buch hat gelangen können als es in der Hölle war. Ich denke nicht, dass du es einfach so hast rumliegen lassen..." Der Höllenfürst sah fast schuldbewusst aus als er erwiderte: "Doch, ich habe es damals "einfach so rumliegen lassen" - damals war ich noch... sagen wir mal "anders drauf" und mir war es egal ob die Welt vor die Hunde geht. Ich wollte Vater und euch im Wettkampf um die Seelen schlagen, ganz ehrlich... es war mir einfach scheißegal." gab er traurig zu.
"Dann sollten wir vielleicht in unsere Zeit zurückkehren. Vielleicht hat Laurentia Farese - immerhin hat sie das Vermögen der satanischen Fareses geerbt - noch Unterlagen wo der alte Palazzo der Fareses lag." meinte Sandalephon. "Tarot kann für die Dauer des Falls bei mir und Lucia unterkommen." "Gut, dann treffen wir uns morgen nach dem Frühstück, bei mir auf der Strandterrasse und statten Laurentia Farese einen Besuch ab. Sobald wir herausgefunden haben, wo sich dieser Palazzo befindet kommen wir wieder her und erledigen das." sagte der Höllenfürst. Sie zauberten sich in das Haus von Sandalephon auf Norderney, wo Katherine sich für das Wochenende bereits häuslich eingerichtet hatte. "Lucifer!" rief Sandalephon, als dieser gleich wieder verschwinden wollte. "Wo willst du hin? Bleib doch noch auf ein Glas Whiskey." lud er seinen ältesten Bruder ein, den er mittlerweile am liebsten von allen mochte, wenn er ehrlich sein sollte. Dieser starrte an seinem Bruder vorbei ins Leere. "Nein danke! Wir sehen uns morgen bei mir, wie abgemacht. Gute Nacht, zusammen." sagte er leise und verschwand. "Was ist denn passiert? Onkel Lucifer ist ja ganz traurig und er wirkt so ... niedergeschlagen." Ihr Mann seufzte. Er war damals noch anders, er hat vorher gemeint ihm wäre damals alles scheißegal gewesen und er hat einen Fehler begangen, was ihn jetzt belastet. Dabei sind wir ihm noch nicht mal böse, aber Lucifer ..." erklärte er seiner Frau ebenfalls etwas traurig. Kat lächelte leicht. "Das ist Onkel Lucifer. Er macht sich immer Gedanken, wenn er es um ihn geht. Wenn er seine Fehler von früher, als er noch anders drauf war ausbügeln muss. Was wir tun können - ihm einfach zeigen, dass wir ihn immer noch genauso mögen und ihm nichts übelnehmen." Sandalephon nickte. "Ach übrigens, Tarot wird bei uns bleiben, bis wir das Buch beschafft haben, beziehungsweise keine Zeitreise mehr nötig ist." sagte er seiner Frau. "Geht in Ordnung."
Der Höllenfürst zog sich wieder mal zurück. Er tauchte in seinem Blockhaus in Kanada auf. Mit einem Fingerschnippen, ließ er im Kamin Flammen auflodern. In der Hand hielt er ein Glas Whiskey und setzte sich in einen Sessel und starrte in die Flammen, während im Hintergrund sehr trübsinnige, traurige Gothicmusik lief.
„Moin, hast du wieder Kopf- und Magenschmerzen?“ fragte Ilse ruhig, als sie am Freitagmorgen die Küche betrat. „Du hast gestern Abend wieder getrunken. Was bedrückt dich so, mein Junge? Ich merke doch, dass es dir im Moment nicht gut geht und dich etwas ziemlich belastet. Ist es wegen dieses Buches, von dem du gestern Abend erzählt hast?“ Er nickte. „Das Buch ist sehr gefährlich, wenn es in die falschen Hände gerät. Und ich habe damals einen Fehler begangen, den ich jetzt wieder ausbügeln muss. Es ist äußerst wichtig, dass ich alle drei gefälschten Bücher bekomme.“ Dann bis du sicherlich das ganze Wochenende beschäftigt?“ Er sah die alte Dame kurz an. „Warum fragst du?“ Sie räusperte sich. „Na ja, ab heute Abend ist Hafenfest auf der Insel. Und ich dachte wir könnten vielleicht mit den Kindern hingehen.“ antwortete sie etwas enttäuscht. „Wenn wir Sonntag wieder da sind, denn nach unserem Besuch in Rom müssen wir nochmal nach Venedig ins Jahr 1560, dann können wir am Sonntag ja noch kurz gehen, wenn es dir so wichtig ist, dass ich mitkomme. Ansonsten kannst du mit Selvi und den Kindern auch schon gehen.“ Ilse nickte. Sie machte sich diesmal wirklich richtig Sorgen um ihren Sohn. Seine Antworten waren knapp, distanziert und seine Stimme klang leise, besorgt und bedrückt. Sie hatte auch bemerkt, dass er gestern Abend wieder getrunken hatte.
„Wart ihr erfolgreich?“ erkundigte sich Selvaggia, als sie am Frühstückstisch saßen. In die Kaffeetasse starrend schüttelte ihr Mann den Kopf. „Wir müssen nachher erst nach Rom jemandem einen Besuch abstatten.“ murmelte er leise. Selvaggia nickte. Ilse wunderte sich etwas, weil ihre Schwiegertochter das so ruhig hinnahm. Ihr musste doch auch aufgefallen sein, dass ihr Mann seit dieser Woche nur unterwegs war und mit den Gedanken ganz wo anders.
Als Sandalephon und Tarot erschienen stand er auf und verschwand mit den beiden. Gemeinsam tauchten sie in Rom vor dem Palazzo den jetzt Laurentia Farese bewohnte. Tarot klingelte. Ein älterer Herr öffnete die Tür und fragte: „Wie kann ich Ihnen helfen?“ fragte er. „Wir möchten gerne zu Signora Farese.“ antwortete Sandalephon höflich. „Wen darf ich melden?“ Sandalephon grinste. Dr. Dale Ponte und Dr. Rayne.“ Der Butler nickte, ließ die drei Engel eintreten und lief dann langsam die Treppe nach oben. Etwa fünf Minuten später erschien Laurentia Farese auf der Galerie. „Kommen Sie bitte hoch.“ bat die junge Frau ihre Besucher.
Sie folgten ihr in die Bibliothek. „Möchten Sie einen Kaffee haben?“ Die drei Engel schüttelten den Kopf. „Nein danke. Wir sind hier wegen Massimo Farese. Ich habe Sie und ihren Bruder ja schon nach ihm gefragt.“ antwortete der Höllenfürst. „Und was habe ich mit diesem elendigen Hexer zu schaffen? Mein Vater hatte der Hexerei schon abgeschworen und ich habe nichts mit meinen satanischen Ahnen am Hut, Dr. Rayne.“ Und sah diesen dabei intensiv an. „Sagt ja auch keiner. Wir wollen nur wissen, ob Sie wissen oder Unterlagen haben, von dem Palazzo in Venedig, in dem Massimo Farese im 14. Jahrhundert gelebt hat.“ erklärte Sandalephon seiner Studentin. „Ich denke da kann ich ihnen sogar weiterhelfen, meine Tante hatte eine Liste mit allen Adressen unserer Familie, bis zurück ins Mittelalter. Irgendwie fand sie das spannend. Sie setzte sich an einen Schreibtisch und blätterte in einem Buch, nahm einen Zettel und einen Stift und notierte etwas. Dann reichte sie den Zettel ihrem Medizinprofessor. „Vielen Dank, das erleichtert unsere Suche enorm.“ Laurentia nickte freundlich. In der Hand des Höllenfürsten erschien ein Buch. „Signora Farese, sie haben in ihrem Besitz nicht zufällig ein Buch, das so aussieht?“ Sie warf einen angewiderten Blick auf das Buch, als die dort das satanische Pentagramm erkannte. „Ich habe so ein Buch vor gut zwei Wochen in der geheimen Familienbibliothek gefunden und es verbrannt. Wie alles was mit Satanismus zu
tun hatte.“ Im ersten Moment wurde dem Höllenfürsten schwarz vor Augen. Sandalephon, der das bemerkte griff sofort nach ihm. „Lucifer!“ Dieser atmete einmal tief durch. „Verbrannt?“ Laurentia nickte fast schuldbewusst. „War das falsch? Ich wollte diesen Dreck einfach nur loshaben.“ „An sich nicht. Ich hätte wohl am Schluss auch alle Fälschungen der Bücher verbrannt. Aber … ich wollte mir die Bücher noch ansehen um sicher zu gehen, dass es wirklich nur drei gibt.“ erklärte er. „Das wusste ich nicht, hätten sie vorher gefragt, hätten Sie es auch haben können, das wäre kein Thema gewesen, Hauptsache ich wäre das Ding losgewesen, wie auch immer.“ Der Höllenfürst seufzte. „Na jedenfalls vielen Dank für die Adresse des Palazzos in Venedig. Einen schönen Tag noch Signora Farese. Bis Montag.“ bedankte und verabschiedete sich Sandalephon, im Namen aller.
„Alles okay, Lucifer?“ fragte Sandalephon seinen Bruder. Dieser nickte.  „Gehen wir also jetzt wieder nach Venedig ins Jahr 1560?“ fragte Tarot. Die beiden anderen nickten und schon standen sie in einer dunklen Gasse in Venedig. Sie liefen zu der Adresse, die sie von Laurentia Farese bekommen hatten. „Also das 20. Jahrhundert ist mir wesentlich lieber.“ sagte Tarot. Sandalephon nickte. „Definitiv! Wie konntest du in dieser Zeit hier leben, Lucifer?“ Dieser lachte bitter. „Gar nicht. Ich habe Mittelalter und Renaissance mehr in der Hölle verbracht. Ich war nur auf der Erde, wenn ich meinen Geschäften nachgegangen bin. Als ich hier Selvi begegnet bin, war ich wieder öfter hier.“ Ein paar Minuten später standen sie vor dem Palazzo der Familie Farese. „Guten Morgen, wir würden gerne mit Massimo Farese sprechen.“ sagte Tarot freundlich, als eine Dame mittleren Alters die Tür öffnete. „Kommen Sie herein. Einen Moment bitte.“ Etwa zehn Minuten später, die den drei Engeln wie eine Ewigkeit vorkam. Als sie endlich auf Massimo Farese trafen erklärte der Höllenfürst kurz und bündig worum es ging. „Und wagen Sie es ja nicht mir zu erzählen Sie wüssten nicht von was ich rede. Ich möchte lediglich wissen wie viele Bücher Sie geschrieben haben und wo sich diese befinden!“ sagte er barsch. „Drei. Aber Sie werden die Bücher nicht bekommen. Eines ist und bleibt in meinem Besitz. Die anderen beiden sind weg.“ sagte Massimo mit einem fiesen Grinsen. „Geben Sie mir das Buch! Ich will es haben und wenn ich ihren ganzen Palazzo auf den Kopf stellen muss!“ drohte ihm der Fürst der Hölle. „Lucifer!“ sagte Tarot. Der Fürst der Finsternis warf dem in seinen Augen kleinen Engel einen kurzen Blick zu. „Wenn er ein Buch in seinem Besitz hat, dann könnte es sein, dass es das Buch ist welches Signora Farese in Rom 2018 verbrannt hat, dann würde es sich in Luft auflösen, sobald du die Zeitlinie übertrittst. Was aber ja eh egal wäre denn das Buch existiert ja jetzt in der Zukunft nicht mehr.“
Der gefallene Engel atmete einmal tief aus. „Verdammt! Warum muss denn alles so kompliziert sein. Ich muss unbedingt einen Blick in dieses Buch werfen. Ich werde mir das Buch notfalls auch mit Gewalt besorgen! Sie dürfen ihr Buch behalten, ich muss es nur kurz sehen.“ Sandalephon griff ein, bevor Lucifer sich vergaß, da dieser kurz vor einem Wutanfall stand.
Tarot sah den mitgekommenen Erzengel beider Seiten fast verzweifelt an. "Signore Farese, ich glaube kaum, dass Sie sich wirklich mit ihrem Gönner anlegen wollen, nicht wahr?" sagte der dann an den Adeligen gewandt. "Lucifer ist ziemlich launisch wegen dieser Bücher und glauben Sie mir... Wenn er Ihrer Familie seine Gunst entzieht, Ihnen seine Gunst entzieht... sieht es schlecht für sie aus..." In Gedanken wandte er sich an den Höllenfürsten: "Du solltest jetzt vielleicht mal mit Hörnern erscheinen, ziemlich elegant in Purpurrot und schwarz gekleidet, vielleicht mit roten Augen... das dürfte ihn überzeugen wer du bist..." Der Höllenfürst grinste boshaft, dann stand er plötzlich als furchterregendes Monster vor dem Adeligen. Der kreischte auf. "Bei allen Höllenmächten! Herr, Gebieter, Ihr seid es wirklich und wahrhaftig!" rief er dann und machte Verbeugungen. "Wenn Ihr mir folgen wollt, Principe, mein allererlauchtester Mentor..." säuselte er und führte sie in eine Schreibstube. "Wie viele Bücher, Farese?" knurrte der Höllenfürst als er auf ein halbes Dutzend Schreibpulte sah und darauf verschiedene Stadien verschiedener Kapitel. "Ich? Ich habe mich nur... nur an zwei gewagt, eine exakte Kopie und eine... Fälschung, eine mit leichten Abwandlungen, Principe." "Lüg nicht!" fuhr der Höllenfürst, wieder in seiner menschlichen Gestalt ihn an und sah aus dem Augenwinkeln eine Bewegung hinter einem der Regale. Sofort griff er mit Magie zu und zerrte einen Mann vor sich. "Marcello, was tun Sie hier?!" fragte Massimo Farese und wandte sich an den Höllenfürsten. "Einer meiner Kopisten, Principe."
Der Höllenfürst zog eine Augenbraue hoch. "Und welchen Familiennamen hat er?" "Fontanello..." murmelte der Kopist. Lucifer zog eine Augenbraue hoch. "Das heißt, Sie haben..." er machte eine Handbewegung und Massimo Farese erstarrte, gefangen in der Zeit. "Sie haben die falschen Zeichnungen gefertigt?" fragte er - eine der gefälschten Zeichnungen hochhaltend. Maricello Fontanello nickte eingeschüchtert. Hören Sie... Sie... Sie sind Signore Fareses... Patron, nicht wahr? Verzeihen Sie, aber ich wollte nicht, dass jemand... jemand diese Macht aus Ihrem Buch bekommt und darum habe ich mehr falsche Zeichnungen gemacht... ich... Signore Farese hätte kein komplett richtiges in Händen gehalten und es sind vier Exemplare die ich benötigt habe um alle Zeichnungen entsprechend zu verstecken. - so, dass sie nie zusammen kommen können." "Wieso hast du die Zeichnungen nicht einfach vernichtet?" fragte Sandalephon. "Das hätte der... der Gönner von Signore Farese gemerkt... Ich... er versuchte auch mich zu ködern." "Hast du ihn gesehen? Welcher Dämon ist es?" wollte der Höllenfürst wissen. "Er hat nie einen Namen genannt. Ich bin davon ausgegangen, dass es der Teufel persönlich ist, aber genau kann ich das nicht sagen, denn Signore Farese schickte mich immer schnell weg, wenn er... zu Besuch bekam." "Wie lange dauert das noch, bis die Bücher fertig sind? Und wissen Sie, wem Signore Farese die Fälschung versprochen hat?" wollte Sandalephon wissen. "Zwei Jahre noch, und versprochen ist sie einer Familie in Frankreich... de Rochechouart oder so ähnlich. Die erhoffen sich damit Thronnähe zu erkaufen."
"Da klingelt es irgendwie... de Rochechouart...." murmelte Sandalephon. Tarot nickte. "Und es scheint mehr oder weniger gelungen zu sein... Françoise de Rochechouart de Mortemart, Marquise de Montespan wurde zwar erst im Oktober 1640 geboren aber war gut 20 Jahre später maîtresse royale en titre von Ludwig XIV." erklärte Tarot. Er wandte sich an den Schreiber: "Wann wird das Buch ausgeliefert an die  de Rochechouarts?" fragte er. "In zwei Jahren. Monsieur de Rochechouart hat Signore Farese dafür eine Tochter versprochen." "Gut, In zwei Jahren komme ich wieder und will dann das Buch sehen, dass du für Massimo Farese zusammengestellt hast!" knurrte der Höllenfürst. Der Schreiber nickte überrascht. Sandalephon legte seinem Bruder eine Hand auf die Schulter. "Danke Signore Fontanello. Und: Gut gemacht, dass Sie keine Ausgabe... ganz das Original sein lassen." Der Kopist und Schreiber schnaubte. "ich vermute mal, dass Signore Farese mich nicht hört?" Die Engel nickten. "Gut, glauben Sie allen Ernstes ich will, dass er sich zum Antichristen oder etwas ähnlichem erhebt? Unsterblich wird? Ich bin kein Narr!" Der Höllenfürst seufzte. "Na dann,.. schon gut... Danke Signore. Wir sehen uns in zwei Jahren wieder - und Signore Farese wird sich an diesen Tag nicht mehr erinnern, auch an unseren Besuch nicht. Ich vermute, Sie sind in zwei Jahren noch hier?" Der Kopist lächelte schwach. "Vermutlich..." "Dann bis in zwei Jahren, hier in der Bibliothek, auf den Tag genau." Signore Fontanello deutete eine Verbeugung an.
Mit einem Schnipsen versetzte Sandalephon Massimo Farese in dessen Arbeitszimmer zurück, löschte die Anwesenheit von sich und den anderen aus dessen Gedächtnis und dann verschwanden sie wieder in die eigene Zeit. "Sorry, aber ich brauche erstmal eine Stärkung und länger hätte ich es in diesem Gestank in Venedig nicht ausgehalten!" meinte Sandalephon angewidert und kurz darauf servierte Maurice ihnen eine kleine Mahlzeit, bevor sie wieder aufbrachen und erneut - zwei Jahre später - in der Bibliothek zu erscheinen. Maricello Fontanello lächelte schwach als sie erschienen. "Signores, willkommen, ich habe mir erlaubt, das Buch dort auf das Lesepult zu legen. Signore Farese bringt gerade das eine nach Frankreich und wird in einem Monat mit seiner Braut heimkehren." begrüßte er die Besucher.
Lucifer nahm das Buch, setzte sich an den Tisch, der in dem Raum stand, sah sich das Buch genauer an und machte sich Notizen auf einen Zettel auf dem schon etwas in der Art geschrieben stand. „Was schreibst du da?“ fragte Sandalephon, der nicht verstand worum es ging. „Ich erkläre es dir dann in Ruhe, wenn wir wieder in unserer Zeit sind, ich will mich nicht länger als nötig hier aufhalten. So und was haben Sie mit den anderen drei gemacht?“ fragte er dann Maricello Fontanello. „Eins ging nach Frankreich, zu den de Rochechouarts. In dem habe ich drei... richtige Zeichnungen versteckt von 13 und zwar die Erste, Vierte und die Sechste.. Das andere ging Richtung Byzanz und das Dritte - nachdem Signore Farese erkannt hatte, dass ich - wie er dachte - eine Kopie für mich angefertig habe, wobei er sich die Zeichnungen nie genauer angeschaut hat - hat er an einen Spanier geschickt. Ich glaube er hieß Fernando Álvarez de Toledo - und in dem waren 4." "Na, das würde passen... Vom Charakter her... denn in den Niederlanden unterdrückte er 1567 bis 1573  den Aufstand gegen die spanische Herrschaft so brutal, dass die ihn später auch den „Eisernen Herzog" genannt haben." murmelte Tarot. "Also ein guter Kandidat für das Buch." Der Höllenfürst nickte. "Also eins ging zu den Franzosen, eins nach Istanbul... früher Byzanz, das Dritte an die Albas... gut... damit kann ich schon mal was anfangen... Danke Signore Fontanello."
Der Kopist lächelte. "ich bedaure, Signore, dass ich Ihnen nicht mehr helfen kann, doch ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrem Kreuzzug gegen die Bücher, denn auf dem befinden Sie sich offensichtlich in... Ihrer Zeit?" Der Höllenfürst nickte. "Danke, Maricello Fontanello. Und ein Rat: Bleiben Sie so aufrecht und führen Sie gut Buch darüber wer Ihre Nachkommen sind, und auch die sollen das tun, denn ich bin nicht ohne Einfluss - in jeder Zeit. Sie ahnen sehr gut wer ich bin, und ich mag Sie, weil Sie ehrlich und aufrichtig sind. Mag es Ihrer Familie auch momentan nicht so gut gehen, ich verspreche, in 460 Jahren werde ich Ihre Hilfe vergelten!" "Oh, nein... wirklich... ich... würde nie wollen, dass meine Familie... ähm...." "Ohne Gegenleistung! Ohne Pakt! Sie, Signore Fontanello, haben mir diesen Dank bereits vergolten indem Sie es Massimo Farese unmöglich machten unsterblich zu werden!" Der Schreiber und Bibliothekar lächelte. "Wir werden sehen, Signore, was die Zeit bringt." sagte er verbindlich, deutete eine Verbeugung an und sah zu, wie die drei Besucher wieder verschwanden.
"Und?" fragte Sandalephon, als sie sich wieder in Lucifers Arbeitszimmer in Paris befanden. "Das Exemplar was ich habe ist nicht das der de Rochechouarts. zumindest wenn - und davon gehe ich aus - Maricello Fontanello die Wahrheit gesagt hat. bis jetzt habe ich drei Bilder in dem mir zugespielten Exemplar entdeckt: Zeichnung zwei, sieben und neun sind in diesem Originale. In dem der Fareseses die Dritte, Achte und 13." "Gut, wir haben also 1, 2, 3 - wahrscheinlich verbrannt weil im Buch der Fareses... wobei ich fürchte, dass die Zeichnungen nicht verbrannten, weil sie mit Zauber geschützt sein könnten, das bleibt zu klären - 4, 6, 7, 8, 9 und 13. Fehlen also 5, 10, 11 und 12. Und vermutlich sind sie auch Hälftig versteckt in den beiden anderen Büchern, dem das nach Byzanz und dem das nach Spanien ging... Das Schlitzohr Fontanello hat es nicht nur in 3 sondern in 4 Büchern versteckt. Also habe ich das Byzantinische erwischt... vermutlich... Also geht meine Suche in Spanien weiter." Sandalephon sah ihn überrascht an. "Warum deine Suche? Tarot und ich helfen dir. Vielleicht benötigst du noch eine Zeitreise und dann brauchst du uns! Und wir arbeiten doch eigentlich immer ganz gut zusammen und wenn du mal ehrlich bist, dann schadet es nicht, wenn man manchmal etwas ruhiger an eine Sache rangeht." Der Höllenfürst seufzte und rieb sich die Schläfen.
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