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Das Grimmfieber - ab in Quarantäne

OneshotAllgemein / P6
Bellatrix Lestrange Draco Malfoy Fred Weasley Lord Voldemort / Tom Vorlost Riddle Remus "Moony" Lupin Severus Snape
17.03.2020
22.05.2020
42
41.897
20
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17.03.2020 735
 
Rita goss sich etwas Tee in ihre Tasse und ließ sich in dem großen Ohrensessel nieder. Sie blickte auf den noch leeren Notizblock vor sich. Nachdem sie den ganzen Tag einige nervige Anrufe über das Flohnetzwerk tätigen musste, brauchte sie jetzt definitiv ein wenig Entspannung. Deswegen hatte sie beschlossen, die Schlagzeilen der nächsten Tage zu kreieren. In einer solchen Zeit brauchten die Menschen Nervennahrung und dafür war sie einfach die beste Reporterin.
Die letzten Tage hatte eine Kollegin die Berichterstattung übernommen, die in Ritas Augen vollkommen inkompetent war. Wer wollte denn bitte wissen, wie so ein Virus aussah oder wie lange er auf Portschlüsseln überleben konnte? Oder wie man zu Niesen hatte? Das war – kurz gesagt – doch einfach nur langweilig. Auch die Berichte eines weiteren Kollegen, der einige Nachforschungen in einem Zaubertranklabor in Wales getätigt hatte, um zu belegen, dass dort womöglich ein Experiment schief gegangen war – ebenfalls nicht sonderlich relevant. Viel zu rational und  nah an der Realität.
Ihre Feder war bereit und so beschloss Rita zunächst dem Entstehungsproblem einige Zeilen zu widmen. Nachdem sie schon so erfolgreich dafür gesorgt hatte, dass der Name Grimmfieber in aller Munde war und nicht die korrekte Bezeichnung G-Febris-20, mussten jetzt noch einige weitere Fakten her.
Und passenderweise kam ihr der Besuch von Andromeda Tonks in den Sinn. Erst kürzlich war von ihr eine Beschwerde eingegangen, der Tagesprophet würde nicht angemessen über die Werwölfe berichten. Rita kicherte. Und die Feder begann zu schreiben.

„Neuste Forschungserkenntnisse: Übertragung des Grimmfiebers vor allem durch Werwölfe!“

Das beste an Quarantäne war eigentlich, dass sich niemand bei ihr beschweren konnte. Die Post musste sie ja nicht lesen und ins Büro durfte sie leider nicht. Das hieß, sie hatte auch Ruhe vor Andromeda Tonks, die der Meinung war, ständig und überall ihren Schwiegersohn verteidigen zu müssen. Was ein Spaß.
Sie trank einige Schlucke Tee und überlegte, was ebenfalls unbedingt im Propheten erscheinen sollte.  Eine Bild flackerte vor ihrem inneren Auge auf und Rita war sofort begeistert. Wieso war sie nicht eher darauf gekommen. Natürlich hatte der kleine Held der Nation auch seine Rolle verdient. Genüsslich nahm sie die Feder zur Hand, diese Schlagzeile wollte sie höchstpersönlich zu Papier bringen.

„Harry Potters Rache an der Zaubererwelt“, schrieb sie. Überlegte kurz und ergänzte: „Vom Retter zum Mörder“

So ganz unrealistisch war das schließlich nicht. Harry Potter hatte sich die letzten Monate sehr zurückgezogen, wobei ihre Artikel über seine Impotenz, seine Liebe zu einem Einhorn und sein heimliches Kind mit Minerva McGonagall sicherlich nichts damit zu tun hatten. Das waren schließlich allesamt Fakten gewesen, die sie von persönlichen Informanten erhalten hatte. Wer wusste schon, was Harry Potter die letzten Monate so getrieben hatte – sicherlich wäre er nicht in der Lage gewesen, selbst das Virus zu entwickeln. Aber Geld hatte er nun mal.

Geld war überhaupt ein großartiges Stichwort. Sie ließ den Block eine Seite umblättern. Dieser eklige Kobold, der es doch tatsächlich gewagt hatte, sie nach ihrem Verliesschlüssel zu fragen, würde sich noch umsehen.

„Kobolde außer Kontrolle – Gold in Gringotts Verliesen soll zur Bekämpfung der Grimmfieberepidemie bereit gestellt werden“

Wie schade, dachte sich Rita, dass sie aufgrund der derzeitigen Lage nicht einmal vor Ort vorbeischauen konnte. Zu gerne hätte sie die Reaktionen von all den Leuten gesehen, die empört einen Anruf per Flohnetzwerk tätigten, um ihr Geld zu sichern. Oder direkt alles Gold aus dem Verlies holten. Vielleicht sollte sie sich zur Feier ihrer eigenen Kreativität einen Brandy genehmigen. Rita stand auf und ging einige Schritte in Richtung ihrer Alkoholsammlung. Ein Blick auf die Uhr zeigte ihr, dass sie bereits seit drei Stunden die Schlagzeilen der nächsten Tage und Wochen am kreieren war. Aber sie hatte schließlich die Zeit, warum also aufhören.  Auf dem Rückweg sah sie den Stapel Briefe, der noch auf ihrem Wohnzimmertisch lag. Ganz obendrauf prangte das MACUSA - Logo. Sie begann zu lächeln und hastete zurück zu ihrem Sessel. Sofort begann die Feder zu schreiben.

„Erklärt der MACUSA uns den Krieg? Ermittlungen ergeben, dass das ausländische Virus in amerikanischen Laboren entstand“

Das war vermutlich Ritas Lieblingsschlagzeile. Werwölfe, Potter – die würden sich wohl kaum zu Wort melden. Aber auf das hier musste doch eine Reaktion kommen. Und ein bisschen Spannung konnten die Menschen in ihrer langweiligen Quarantäne definitiv gebrauchen. Sie goss sich einen weiteren Brandy ein und machte es sich in ihrem Sessel gemütlich. Mindestens drei Wochen Quarantäne waren angesagt – da würden ihr sicherlich noch einige Schlagzeilen einfallen.

[Lucy]
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