ThomasAlastair

GeschichteRomanze, Freundschaft / P12 Slash
16.03.2020
16.03.2020
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Hallo ihr alle. Ich habe Chain of Gold auf Englisch gelesen und musste einfach diese Fanfiction schreiben. Die Beiden sind perfekt. Ich habe einige Sätze zitiert und dabei frei ins Deutsch übersetzt. Charaktere und Welt gehören ganz allein Cassandra Clare, ich konnte es nur nicht ertragen, dass diese Charaktere nichts mehr miteinander zu tun haben. Weil eine eigene Kategorie für "The Last Hours" fehlt habe ich die Geschichte in dieser Kategorie angeordnet, ich rate euch aber dringend "Chain of Gold" zuerst zu lesen, ihr werdet andernfalls einige der schönsten und schlimmsten Ereignisse in der Geschichte von Thomas Lightwood (Sohn von Gideon und Sophie) und Alastair Carstairs (Jem's Cousin) gespoilert bekommen.
Viel Spaß beim Lesen!
PZQAETQR3000



Thomas. Das Blut wich vollständig aus Alastairs Gesicht als er sich während zwei Speerwürfen kurz nach den Anderen umsah.
Nein!
Nein, nicht Thomas! Nicht Thomas.
Ein großes Etwas ragt über ihm auf. Zum einen leer und Schwarz wie ein Loch voller nichts, zum anderen angefüllt mit einer unendlich vielen, verschiedenen Gestalten, Figuren, Köpfen, Farben.
Doch darauf achtete Alastair überhaupt nicht. Er sah nur Thomas.
Thomas, den freundlichen, sanften Riesen, der ihn hasste.
Thomas, dem er so viel Leid zugefügt hatte ohne das überhaupt zu wissen, ohne sich dafür zu interessieren.
Thomas, der tapfer die vielen Dämonen vor sich bekämpfte, so wie sie alle, und den großen Schatten, der auf ihn fiel nicht einmal bemerkte.
Alastair rannte los. Warf Speere und Messer um sich wie ein Tornado, der sich einen Weg durch die vielen Dämonen bahnte. Ihn freimachte für Alastairs immer größere werdende Schritte.
Aber er war immer noch so weit entfernt.
Und die Anderen gingen im Gewühl der Dämonen unter. Nur hin und wieder sah er kurz die schimmernde Klinge seiner Schwester aufblitzen, bevor diese erneut herabsauste und sich in einen schleimigen Körper bohrte.
Nein. Die Anderen konnten nicht helfen.
Verzweifelt schrie Alastair auf. „Thomas!“
Zu spät bemerkte er, dass er damit die Regeln brach. Er durfte Thomas nicht mehr ansprechen. Nie wieder. Musste schweigen. Das war seine Strafe.
Egal. Es war nicht wichtig. Er hatte schon so viel falschgemacht, so viel verloren. Es war nicht wichtig ob noch etwas dazu kam. Es zählt nicht mehr.
Aber Thomas! Thomas zählte! Thomas, Thomas, Thomas.
Alastairs Blick heftete sich erneut auf diesen Jungen, mit dem er einige seiner glücklichsten Momente verbracht hatte, für den er alles tun würde und den er so schrecklich vermisste.
Der Schatten der über ihm lag wurde immer größer als der Dämon noch näher an ihn heranglitt.
Und dann schien das Ding ihn zu bemerken. Ihn, Alastair. Es schien direkt in ihn hinein zu blicken, sah seine Verzweiflung, seine Schuld, seine…Liebe.
Und der dunkelhaarige Junge meinte ein Abbild von sich selbst in dem Gewirr der vielen Gesichter zu sehen.
Abgelenkt hätte er beinahe den Dämonen hinter sich nicht bemerkt, doch mit dem Gestank von verwesendem Fleisch in der Nase drehte er sich um die eigene Achse und stach dem Wesen eiin Messer dorthin, wo wohl dessen Bauch war.
Wieder darin vertieft sich einen Weg durch die Dämonen zu kämpfen sah Alastair nicht mehr, dass der große Schatten kurz nach ihrem einseitigen Austausch zu schrumpfen begann.Er wurde immer kleiner, bis Thomas den Blick auf den sich anschleichenden Dämon nahezu verdeckte. Nur kurz sah man Haare aufblitzen.
Dunkle Haare, über dunkler Haut.


Die Dämonen schienen kein Ende zu nehmen. Thomas spürte, wie die Ausdauerrune auf seinem Oberarm zu wirken begann. Trotz seines entzwischen kräftigen Körperbaus war er froh um die Engelskraft mit deren Hilfe er seine Bolas schwang.
Er stand eher am Rand der Kämpfenden, war gleich zu Beginn von seinen Freunden abgetrennt worden. Naja, seinen Freunden und Alastair.
Letzterer war zwar wohl nie wirklich sein Freund gewesen, doch Thomas hatte die Zeit mit ihm in Paris genossen und konnte die Version des Dunkelhaarigen die er dort kennengelernt hatte, einfach nicht vergessen.
Doch genauso wenig konnte er seine Schwestern vergessen, voller Scham für ein falsches Gerücht, seinen von Wut und Trauer erfüllten Vater, seine weinende Mutter, sich selbst, die grenzenlose Enttäuschung als er erfuhr, dass auch Alastair dieses Gerücht erzählt hatte. Ohne Nachzudenken. Auch wenn dieser zugelassen hatte, dass Matthew weitersprach, Thomas die Wahrheit sagte.
Er empfand noch etwas Anderes. Verlust.
In dem Moment als er Alastair verboten hatte, je wieder mit ihm zu sprechen, in dem er sehen konnte wie seine Augen ihren letzten Glanz der Hoffnung* verloren, da hatte auch er etwas verloren: einen Jungen, von dem er sich eigentlich sicher war, dass er sich geändert hatte; einen Gesprächspartner, mit dem er einfach über alles reden konnte und wollte; den Klang einer Stimme, die seinen Namen sagte.
Für einen Moment glaubte er genau diesen Klang gehört zu haben. Verzweifelt, hilflos, panikerfüllt.
Aber das konnte nicht sein. Alastair würde sein Schweigen niemals einfach so brechen.
Dafür wusste er nur zu gut um seine Schuld, hatte nur zu gut das Eis in Thomas Stimme an jenem Ballabend gehört, kannte den Sprecher nur zu gut und wusste, wie ungewöhnlich das war. Wie endgültig.
Er würde niemals einfach so die Felsspalte überschreiten die Thomas in seiner Enttäuschung aufgebrochen hatte. Nicht einfach so…
Doch Thomas Gedanken wurden von einem, nach seinen Fußgelenken haschenden Dämon unterbrochen und er verlor sie im neuen Andrang der Dämonen, die von irgendetwas, irgendjemandem zurückzuweichen schienen und stattdessen auf ihn zukamen.
„Was machst du denn hier am Rand Thomas?“
Die Stimme hinter ihm ließ Thomas wie zu Eis gefrieren. Vor Schock konnte er sich nicht einmal mehr umdrehen. Doch das musste er auch nicht. Er kannte diese Stimme.
„Hast du etwa Angst Thomas?“
Hatte sie viel zu oft gehört, um falsch zu liegen.
Hatte sie vermisst.
„Naja, ist ja auch kein Wunder bei dem Sohn einer Dienerin. Einer Hure.“
Doch nun triefte sie nur so vor Spott und reiner Gemeinheit.
Noch immer konnte Thomas sich nicht bewegen, war festgefroren, bewegungslos. Glücklicherweise, nicht dass er es wahrgenommen hätte - seine gesamt Aufmerksamkeit fixierte sich auf die Stimme, die Person hinter ihm - , schien sich die Anzahl der Dämonen vor ihm nun zu verringern, sie wandten sich einem anderen Kämpfer zu, einem Kämpfer, der durch ihre Reihen nur so hindurchfegte.
„Denkst du noch oft an Paris? An die schönen Stunden die wir dort verbrachten?“
Sein Atem streifte Thomas Nacken.
Es hatte Moment gegeben, in denen er sich genau das gewünscht hatte. Seinen warmen Atem auf der Haut, seine Stimme im Ohr, seinen Körper nahe bei sich.
Nun war dieser Traum Realität geworden. Als Albtraum.
„Wie ich dir nie sagte wohin ich ging, woher ich kam? Ich ging um Pläne zu schmieden  und ich kam um dich zu treffen, Vertrauen zu mir in dir zu wecken, deinem einsamen Herz Gesellschaft zu leisten…um es dir dann nur umso härter brechen zu können. Und dann nimmt mir Matthew das sogar ab. Es muss schlimm sein, wenn einem der beste Freund das Herz bricht. Du mochtest mich doch, oder? Dachtest du ich mag dich auch? Dich?“
Er lachte leise auf und Thomas fuhr herum.
Er blickte in dunkle, boshaft glitzernde Augen.
Alastairs Augen. Augen, in denen er immer mehr hatte lesen können als die oberflächliche Gemeinheit.
Doch nun sah er nichts mehr außer ihr. Die Maske der Gemeinheit schien plötzlich die Wahrheit zu sein. Das war wohl der eigentliche Alastair. Die vielen Emotionen waren nur Ablenkung gewesen, Tarnung.
„Ich habe dir gesagt, wenn du mir noch einmal nahe kommst oder mit mir redest,…“
Und Thomas stürzte sich auf den Kleineren, drängte ihn zurück, schleppte ihn halb mit sich mit. Immer nur weiter. Sie stießen an eine steinerne Brüstung. Das Themseufer.
„…, dann werfe ich dich eigenhändig in die Themse.“
Die dunklen Augen weiteten sich, begriffen, suchten nach einem Ausweg, doch Thomas stand so dicht vor ihm, dass er jeden Weg mit seinem Körper verdeckte.
Trotz seiner Wut gefiel Thomas ihre Nähe irgendwie. Seinem Körper gefiel die Nähe.
Er stieß den Dunkelhaarigen über die Brüstung, hielt ihn nur am Kragen noch fest.
„Warum…ich…“ presste er hervor, seine eigenen Augen auf die Augen des Anderen fixiert.
„Ach Thomas, Thomas, …“ Ohne dass Thomas es bemerkte, verwandelte sich der Junge vor ihm. Die Körperkonturen verschwammen immer mehr, Leere schien den Körper zu verschlucken, auf Thomas überzugreifen...
„…, Thomas.“
„Thomas!!!“
Die Stimmen waren dieselben doch die Zweite, hinter ihm, noch einige Meter entfernt, klang anders, überhaupt nicht spottend oder mitleidig sondern verzweifelt, passioniert und…liebevoll. Sie klang wie die Stimme aus Thomas Traum. Eine Stimme, die zu hören er nie zu hoffen gewagt hatte. Sie war so viel besser als diese Stimme so nah an seinem Gesicht, so viel besser als die Abschätzigkeit und Kälte, so viel besser als dieser Albtraum…Thomas riss sich von den dunklen Augen los, bemerkte die Schwärze, die seinen Arm hinaufkroch, so leer, und spürte, wie er in sie hinein gezogen wurde. Zu ihr hin. Über die Brüstung.
„Nein, nicht du, nicht du Thomas, nicht du!“. Feste Arme schlangen sich um seine Hüfte, rissen ihn los, drückten ihn an sich und Thomas hörte eine Stimme flüstern. Die Stimme. Und ein lautes Platschen.

„Alles gut, nur ein Dämon, nur ein Dämon. Er ist beim Aufkommen auf das Wasser in seine Dimension zurückgekehrt. Er ist zurückgekehrt.“
Thomas versuchte sich noch enger an die Stimme, die Person anzuschmiegen, alles von ihr einzusaugen, den schrecklichen, wahrgewordenen Albtraum zu vergessen.
„Er, er sah aus wie du. Sprach wie du. War wie du“ Thomas zitterte am ganzen Körper.
„Was?! Oh Thomas, es tut mir so Leid. Es tut mir so Leid.“
„Er meinte, du wolltest mich nur dazu bringen dir zu vertrauen, dich zu mögen, damit du mir dann das Herz brechen kannst. Dass du deswegen in Paris warst. Und verschwunden bist um Pläne dafür zu schmieden.“
„Dieses Miststück. Verfluchtes Arschloch. Und ich habe dich auch noch dazu gebracht das zu glauben. Habe dich schon vorher so oft verletzt, dass es dir schon fast normal vorkommen musste. Es tut mir Leid Thomas. Es tut mir Leid, dass ich jemals so gehandelt habe, nicht nur dir sondern auch allen anderen gegenüber. Es tut mir Leid, dass ich dir nicht immer alles gesagt habe. Es tut mir Leid dass ich nicht von Anfang an ehrlich war. Ich habe Fehler gemacht, habe mein Versprechen dich nicht anzusprechen gerade sicher mehrfach gebrochen, aber ich hätte dich niemals einfach so aus Spaß ausnutzen und verraten können. Dieser Dämon sah vielleicht aus wie ich und sprach so wie ich früher aber er war ganz sicher nicht ich. Nicht mehr. So bin ich nicht mehr. Paris war…magisch. Echt. Wundervoll. Ich bin damals verschwunden um Charles zu treffen.“ Er schnaubte. „Dabei mochte ich die Zeit die ich mit dir verbrachte viel mehr. Charles und ich, wir…wir hatten so etwas wie eine Beziehung“, unsicher hielt Alastair inne.
Wie würde Thomas darauf reagieren? In Paris hatte Alastair das Gefühl gehabt, dass er es verstehen würde aber es war immer noch ein Tabu. Vielleicht mehr in der Welt der Irdischen aber auch Schattenjäger hießen es nicht immer gut. Aber Thomas dreht sich nur um, um Alastair in die Augen schauen zu können, Augen, das komplette Gegenteil der Augen der Dämonenkopie, sie waren vollkommen offen, verletzlich, ein Strudel von Gefühlen. Ohne Maske.
Und dann hoben sich Thomas Mundwinkel und er lächelte Alastair einfach nur an.
Und Alastair war verloren.
Verloren in diesem Lächeln, diesen Lippen, diesem Jungen.
Um seinen definitiv nicht hilfreichen Gedanken zu entkommen, hagelte sich Alastair gedanklich an Thomas Worten zurück. Hatte er irgendetwas vergessen, noch offene Fragen gelassen?
„Hast du…“, fragte er dann zögerlich – was wenn das hier schief ging?! Aber er hatte ohnehin schon alles außer seiner Familie verloren, hatte ihn, Thomas, verloren. Schlimmer konnte es nicht werden. Nur weil er sich jetzt richtig entschuldigte, hieß das noch lange nicht dass Thomas ihm vergab. Und erst recht nicht, dass er… „hast du gerade wirklich gesagt, dass du mir vertraust? Mich…magst?“
Thomas kicherte leicht: „Naja, nicht ganz aber“, er wurde ernst, „Ja. Ich vertraue dir Alastair. Trotz allem. Und ich…mag dich. Aber ich glaube nicht das wir Freunde sein können.“
Alastair zuckte zusammen. Nein. Natürlich nicht. Thomas hatte einen Freund wie ihn nicht verdient und er selbst verdiente es für seine Fehler bestraft zu werden. Zu wissen, dass Thomas im trotz allem vertraute und…ihn mochte, das musste genug sein. Es war ohnehin schon so viel besser als alles davor.
„Nein, versteh das nicht falsch“, ergänzte Thomas erschrocken, „es ist nur so, dass ich nie wirklich das Gefühl hatte, mit dir befreundet zu sein…oder das zu wollen. So…fühlte sich das hier nie an…“
„Wie fühlt es sich dann an?“, fragte Alastair vorsichtig.
„So“, und Alastair spürte die leichte Berührung Thomas‘ Finger an seiner linken Hand. „Wie…fühlt es sich für dich an?“, kam die Frage zurück.
Alastair lächelte. „So“, meinte er nur.
Und er ergriff die Hand. Hielt sie fest.
Thomas verschränkte lächelnd ihre Finger miteinander.
„Hey, wollt ihr uns jetzt auch mal helfen? Dämonen überall und wenn ihr uns nicht helft, dann wird Lucie in den nächsten Wochen unerträglich sein. Ständig werden wir zu hören bekommen, wie viele Dämonen Cordelia und sie doch getötet haben und das alles nur, weil James und ich uns von euch Turteltauben haben ablenken lassen. Euch ist schon klar, dass ihr auf dem Boden liegt oder? Nahezu reglos. Aufeinander. Die perfekte „zwei auf einen Streich“-Figur“, unterbrach Matthews Stimme sie plötzlich.
Und erst jetzt fiel den Beiden ihre kompromittierende Position auf. (Eine Position, die sich einfach natürlich angefühlt hatte.)




Bevor sich Alastair erneut auf die Dämonen stürzen konnte, hielt ihn eine Hand am Ärmel fest.
„Wenn du ihm wehtust, werfe ich dich in die Themse. Eigenhändig. Er mag dir vertrauen aber meines musst du dir erst noch verdienen. Ich tue das hier für Thomas und ich hoffe, dass du ihn auch genauso glücklich machst wie er es verdient hat“, Matthews grüne Augen schienen seine eigenen durchbohren zu wollen, aber das war nicht nötig, denn zum zweiten Mal an diesem Tag öffnete sich Alastair vollkommen und in seinen Augen spiegelten sich all seine Gefühle. Diese Offenheit fühlte sich gut an, richtig. So wollte er von nun an leben. Offen. Hand in Hand mit Thomas.