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Star Wars - Die Macht in allem

von Eijikun
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
General Hux Kylo Ren
16.03.2020
08.04.2021
8
19.372
7
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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08.04.2021 3.009
 
Großen Dank an redangeleve für ihre Treue und Kommi!
Irgendeine Reaktion hierauf wäre schon nett ;) Sternchen, Kommi, alles gern gesehen...
Viel Spaß mit Kapitel 7!


Kapitel 7

„Die Dunkle Seite ist Emotion, Bane. Zorn, Hass, Liebe, Begehren.“
Githany zu Darth Bane


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Herabfallende Schultern und gesenkter Kopf.
Die Wirbelsäule gekrümmt, Haarsträhnen, die ihm an der Nase kitzelten.
Seine Arme hatte er auf den verschränkten Beinen abgelegt, die Augen geschlossen.

Nein, von Entspannung konnte in dieser Position nicht die Rede sein.
Er musste sich regelrecht dazu zwingen, an nichts zu denken, während er sich darauf konzentrierte, das Flirren und Surren seiner Umgebung zu erspüren, mit seinem inneren Auge zu sehen.

Tatsächlich vernahm er ein Flirren. Die Klimaanlage.
Auch ein Surren hörte er. Die Triebwerke seiner Finalizer.
Und spüren konnte er seine nackten Beine, die mit seiner ungewohnten Sitzgelegenheit, nämlich dem Boden, nichts anzufangen wussten.

Nein, das konnte er absolut nicht als Entspannung bezeichnen.

Fast vorsichtig legte er seine Finger der linken Hand auf den nackten, kühlen Boden seines Quartiers, fühlte, tastete.
Er spürte definitiv etwas. Nämlich Staubkörner.
Die Putzdroiden hatten diesen Bereich nur unzulänglich gesäubert.

Hux schnaubte und drückte seinen Rücken durch, der aufgrund der ungewohnten, lockeren Haltung zu schmerzen begann.
Wie konnte man für einen längeren Zeitraum das Denken einstellen und im gleichen Moment nach einer universellen, kosmischen Macht Ausschau halten?!

Nein, er war außerstande, seine Gedanken zu unterdrücken.
Reparaturanfragen, Inventarlisten, Urlaubsanträge, Beschwerden. Namen, Zahlen, Worte.
Ein Speichermedium voller Dateien aus grammatischen Strukturen und mathematischen Formeln. Geordnete und fachmännisch beschriftete Akten in einem aufgeräumten Schrank. Sein Geist konnte gar nicht anders, als sich in diesem Archiv umzusehen.
Einen Computer auszuschalten bedeutete Stagnation, Stillstand und Unterbrechung.
Vergeudete Zeit.

Hux seufzte und legte seinen Kopf in den Nacken, um an die dunkle Decke zu starren.
Wie hatte er nur ansatzweise darauf vertrauen können, diese spirituelle Handlung durchführen zu können?
Er schnaubte abfällig und grinste dann schief.
Spiritualität und Glaubenseifer. Vertrauen und Übersinnlichkeit.
Das war definitiv nicht sein Weg.

… oder?

Vielleicht war dies von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen. Er hatte bereits beim Wort 'meditieren' die Augen verdreht und geringschätzig reagiert.

Hux ließ sich nach hinten fallen und genoss für wenige Minuten die Kälte des Metalls.
Seine Härchen auf den nackten Armen stellten sich auf und ein leichter Schauer durchströmte seinen Körper.

Seine Augen wurden träge und er zwinkerte mehrmals, um die Müdigkeit abzuschütteln.
Erfolglos.
Der General spürte die Folgen des heutigen Zyklus, den er am liebsten aus seinem Gedächtnis löschen wollte.

Zuerst war ihm der Millenium Falke entwischt. Dann hatte er erneut gegen Phasma beim Training verloren... Und seine Schulung durch Kylo Ren... war ganz und gar nicht so verlaufen, wie er es sich vorgestellt hatte.
Das Erlernen und Anwenden einer Machtfähigkeit setzte sicherlich nicht voraus, dem verhassten General zwischen die Beine zu greifen und diesem zum Höhepunkt zu treiben.

Hux drehte sich zur Seite und zog seine Beine leicht an.
Bis jetzt hatte er es verdrängt, auch nur einen Gedanken an diese Schmach zu verschwenden, doch die Bilder zwängten sich nun, wo sein Verstand für die Erschöpfung anfällig wurde, regelrecht auf.

Finger, die ihn unerbittlich gerieben hatten. Hart, unnachgiebig, kein Widerstand zulassend.
Und verdammt, er hatte es nach so langer Zeit ohne sexuelle Körperlichkeiten genossen.
Wäre nicht Kylo Ren der Auslöser dieser durchaus angenehmen Empfindungen gewesen, hätte er gegen mehr Einsatz keine Einwände gehabt. Das Ausleben der physischen Triebe gehörte nun einmal dazu, um für den Dienst auf einem Sternzerstörer voll funktionsfähig zu sein.
Ja, er war Pragmatiker. Aber verdammt, der Pragmatismus hörte bei dem Ritter von Ren auf!

Kohabitation sollte so leidenschaftslos wie möglich vonstatten gehen!
Keine großspurigen Liebesbezeugungen, kein hinausgezögerter Abschied, wenn der Akt an sich vollzogen worden war. Beidseitiges Einverständnis, um gewisse körperliche Sehnsüchte zu befriedigen.

Aber nicht mit Kylo Ren! Nicht ohne seine Akzeptanz!

Der Machtnutzer hatte ihn an seine Grenzen getrieben. Ren wusste, wie sehr er ihn verabscheute, ihn hasste. Deshalb kam er ihm ständig zu nah, deshalb schob er ihm die Zunge in den Hals, nur deshalb eroberte er seinen Körper, ohne seine Machtfähigkeit einzusetzen.
Demütigung.
Auf geistiger und körperlicher Ebene.

Es hatte Wirkung gezeigt.

Sein Geist hatte das Wasserglas und dessen Flugbahn gesehen.
Hux hatte gewusst, wie schmerzhaft der Aufprall auf seinen Hinterkopf gewesen wäre. Das Feuer war gekommen und hatte ihn beschützt, seine Fähigkeit geschürt. Der General hatte Ren das Glas auf den unsichtbaren Händen gerissen. Aber sein Ziel hatte er letztendlich nicht getroffen.
Der Ritter von Ren war ein geschulter Machtnutzer.

Hux schloss die Augen und seufzte leise.

Konnte das wirklich der Weg sein?!
Ren fügte ihm jeden Abend Schmerzen zu? Erniedrigte ihn, benutzte ihn?
Der Kommandeur der Finalizer zweifelte daran.
Deshalb war er zu Dameron gegangen, hatte sich erhofft, eine andere Methode zu finden.

*~* *~* *~* *~* *~* *~* *~* *~* *~*

„Ich will Informationen über die Jedi!“
„Die Jedi?“
„Kylo Ren nennt sie abfällig 'die Schrottsammlerin'.“
Konnte Dameron wirklich so minderbemittelt sein?!

„Sie heißt Rey.“
Hux rollte entnervt mit den Augen und packte den Piloten an Kragen.
„Ich möchte Kenntnis darüber, wie diese Jedi ihre Machtfähigkeiten schult.“

Verwirrung spiegelte sich in den braunen Augen des Widerständlers und Hux konnte das nachvollziehen. Immerhin konnte Dameron nicht begreifen, wie dem General dieses Wissen helfen könnte, den letzten Rest des Widerstandes aufzufinden.

„Warum?“
„Das muss Sie nicht interessieren. Geben Sie mir einfach diese Fakten und ich gestatte Ihnen, eine Dusche zu nehmen.“
Er rümpfte die Nase.
„Man muss ja Angst haben, sich bei Ihnen etwas einzufangen.“
Hux ließ den Piloten los und entfernte sich zwei Schritte. Wieder legte er seine Hände in den Rücken und wartete geduldig darauf, dass Dameron seine Sprache wieder fand.
„Ich verstehe einfach nicht, welchen Nutzen diese Informationen für Sie haben sollen. Aber bitte. Der Gedanke, wie Sie irgendwo am Boden sitzen und angestrengt versuchen zu meditieren, amüsiert mich!“

Er rollte mit den Augen, während der Widerständler spitzbübisch grinste.
„Aber tatsächlich macht Rey das oft. Irgendwo im Schneidersitz Platz nehmen, die Augen schließen und an nichts denken. Dann spürt sie irgendwie nach der Macht, lässt einige Zeit Steine um sich herumfliegen und manchmal auch meinen BB-8, der im Übrigen nicht gern die Bodenhaftung verliert. Sie können sich vorstellen, wie sehr er danach Rey und auch mich beschimpft. Als ob ich daran Schuld hätte!“

Hätte Hux seinen Blaster getragen, hätte er diesen nun gezückt und Dameron erschossen. Leider blieb ihm nur die höchst unzureichende Vorstellung.

„Sie meditiert. Spürt nach der Macht. Aber wie vollbringt sie es, mit dieser in Kontakt zu treten?“
Der Widerständler zuckte mit den Schultern und schaute an Hux vorbei zur Tür. Auch der Kommandeur der Finalizer hörte die Schritte, die sich ihnen näherten.
„Das kann ich Ihnen nicht sagen. Es passiert einfach.“

Das Schott glitt auf und gab den Blick frei auf vier Sturmtruppen mit gezogenen Blastergewehren.
„General Hux.“
„Captain? Was wollen Sie?“
„Sir, der Oberster Anführer wünscht den Gefangenen zu vernehmen.“

Hux nickte und trat zur Seite, während er Dameron dabei beobachtete, wie er sich erhob und Handschellen angelegt bekam.
„Warum auch immer Sie fragen, Hugsy, eines möchte ich noch loswerden: Vertrauen Sie nicht der Dunklen Seite der Macht. Rey sagt, sie sei heimtückisch und hinterhältig. Der zu leichte Weg, um sich der Macht zu bedienen. Angst, Hass, Wut. All diese Emotionen sollen zur Dunklen Seite führen. Ben Solo hat diesen Weg eingeschlagen und wurde zu Kylo Ren. Und ich glaube, Sie kennen Kylo Ren nur zu gut.“

*~* *~* *~* *~* *~* *~* *~* *~* *~*

Poe Damerons Worte entsprachen der Wahrheit.

Kylo Rens Charakter war ihm kein Geheimnis. Er bediente sich der Dunklen Seite und schürte bei ihm selbst den Hass und die Wut.
Hux setzte sich auf und fuhr sich durch das wirre Haar.
„Er manipuliert mich.“

Erneute Wahrheit.
Langsam stand er auf und näherte sich den Sichtluken, um hinaus ins All zu blicken.
Sterne. Überall.
Sie funkelten und glitzerten wie die Kyberkristalle, die die Waffen der Finalizer speisten. Doch dieser Glanz trübte sich nach einer gewissen Zeit, bis er ganz verschwand.
Unbrauchbar.
Leblos.

'Was bedeuten die Sterne für Sie?'
Hux hatte Rens Frage nie beantwortet.
Zu intim wäre die Erwiderung geworden, zu persönlich, zu verletzlich hätte er sich selbst gemacht.

Er liebte die Sterne.
Dabei waren es nur Himmelskörper aus heißem Gas oder Plasma, die ihre Energie unter anderem aus Wasserstoffatomen bezogen. Sterne verbrannten sich selbst, bis ihre Vorräte verbraucht waren und explodierten. Doch durch sie wurde Leben im Weltall überhaupt möglich.

Fast sanft legte er seine Finger auf das Transparistahl.

Sie stellten eine schöpferische Kraft dar, die über Milliarden von Jahren ein Sonnensystem mit Energie ernährte.

Plötzlich ein Flirren, das über seinen Arm huschte.
Hux zwinkerte überrascht und hielt kurz den Atem an.
Es wiederholte sich nicht.
Er schüttelte den Kopf und nahm seine Gedankengänge wieder auf.

War diese sogenannte Macht nicht eine ähnlich schöpferische Kraft? Jedes Lebewesen in der Galaxie wies einen geringen Teil dieser Macht in Form der Midi-Chlorianer auf. Eine biologische, empirische Tatsache. Augenscheinlich war ohne diese Macht Leben gar nicht denkbar.

Hux schüttelte den Kopf.
Ja, er liebte die Sterne, respektierte ihre Urgewalt, ihre alles verzerrende, zerstörerische Kraft, aber auch ihre schöpferische, lebensspendende Fähigkeit. Zwei Seiten eines Ganzen.
Hell und Dunkel. Licht und Finsternis.
Wie die Macht.

Er zuckte zusammen, als er erneut ein Flirren über seinen Arm kriechen spürte.
Doch anstatt danach zu greifen, es festzuhalten, atmete er normal weiter und versuchte einfach, das Gefühl durch sich hindurchfließen zu lassen.

Bilder.
Kylo Ren.
Der Griff eines Lichtschwertes, der zwischen ihrer beider Körper gehalten wurde.
Von ihm. Von Ren.
Ein Wirrwarr aus Fingern.
Dann rotes, wild zuckendes Licht.
Er roch den ekelhaften Duft nach verbrannten Fleisch, den beißenden Gestank nach lodernden Stoff.
Ein Körper, der zu Boden fiel.

Der General stolperte zurück und keuchte, während seine Hand unter das T-Shirt wanderte und zu seinem Solarplexus fuhr. Glatte, gesunde Haut. Keine Wunde. Keine Verbrennungen.

War er im Stehen eingeschlafen?
Ein Tagtraum?
Phantasien?
Oder doch... mehr?
Eine Nachricht? Eine... Vision, Voraussicht? Gar ein Blick in die Zukunft?

Hux presste seine Handballen auf seine Lider, so fest, dass er Sterne sah.
Fokus.
Er durfte sich jetzt nicht aus der Ruhe bringen lassen.
Dennoch spürte er, dass er diese Warnung, diese Eindrücke nicht als Hirngespinst abtun durfte.

„Also gut, Kylo Ren, du willst, dass ich meine Macht-Sicht akzeptiere und annehme? Ich werde es tun.“
Er würde der Macht eine Chance einräumen. Hux wusste, er brauchte jeden Verbündeten, den er kriegen konnte.

*~* *~* *~* *~* *~* *~* *~* *~* *~*

„Erzählen Sie mir von der Macht.“

Überraschung.

Tatsächlich hatte er nach dem gestrigen Abend nicht damit gerechnet, dass General Hux pünktlich um 2130 seine Türverrieglung betätigte. Zudem war er tatsächlich in  Alltagskleidung erschienen. Schwarze Sporthose, graues T-Shirt und darüber eine schwarze Trainingsjacke mit dem Logo der Ersten Ordnung.

Der Kommandeur musste bis vor wenige Minuten noch mit Captain Phasma trainiert haben.
Gerötetes Gesicht.
Feuchtes, wirres Haar.
Kleine Schweißperlen auf der Stirn.

Eine Regung.
Ein Ziehen im Unterleib.

„Wieso interessiert es Sie?“
„Sie sagten es doch selbst? Der Midi-Chlorianer-Wert in meinen Körperzellen spricht von einem gewissen Grad an Machtfähigkeit. Ich muss diese Tatsache akzeptieren.“

Überraschung.
Wieder.
Aber Misstrauen.

Armitage Hux' Ausdruckslosigkeit und fast gelassene Geruhsamkeit irritierten ihn und machten ihn vorsichtig.
„Sie haben mit dem Arzt gesprochen.“
„Ja.“
„Und Sie glauben diesen Blutwerten mehr als Ihren Erfolgen, die Macht einzusetzen?!“
Kylo Ren schnaubte und umrundete den General, der wie am gestrigen Tage in Habachtstellung vor ihm stand.

Seine Augen huschten zum freiliegenden Nacken des Älteren und beobachteten einen kleinen Tropfen, der sich aus dem Haaransatz löste. Er nährte sich und beugte sich leicht herab.
Er wollte ihn kosten.

Hux' sonstige Geruchslosigkeit hatte bei ihm immer Abscheu und Argwohn geschürt.
Doch seit zwei Tagen hatte sich etwas verändert.
Und so vergrub er auch jetzt seine Nase in dem strähnigen Haar, fuhr hinab zum Nacken und leckte den feuchten Film auf.
Hux.
Erdig, leicht holzig.
Ein Geschmack nach Gewitter und Regen.

Er spürte das leichte Zittern, die unausgesprochenen Worte, die der General herunterschluckte.
Ja, Hux lag auf der Lauer, als ob er auf etwas wartete.

Langsam legte er seinen Arm um den Älteren und schlüpfte mit der Hand unter das T-Shirt, um auf nackte, glatte Haut zu treffen.
„Ich habe Ihnen bereits viel über die Macht erzählt, Hux. Was wollen Sie noch wissen?“
„Die Dunkle Seite.“

Ren zwinkerte und trat dann zurück.
„Was?“
Der Kommandeur der Finalizer neigte den Kopf und blickte ihn leicht schräg von der Seite an.
„Sie haben mich schon verstanden.“
Hux lehnte sich mit dem Gesäß an den Schreibtisch und verschränkte die Arme vor der Brust.
Eine Abwehrhaltung.
„Drängen Sie sich mir deshalb so auf? Um meine Verachtung für Sie zu steigern, meinen Zorn und meinen Hass vollkommen auf Sie zu lenken? Weil es so für mich leichter ist, auf diese Macht-Sicht zuzugreifen?“

Der Ritter von Ren war tatsächlich von Hux' Kombinationsgabe beeindruckt. Der General besaß einen messerscharfen Verstand, wenn dieser nicht von Geltungssucht und Machtgier getrübt wurde.
„Die Dunkle Seite der Macht ist der Weg zu mannigfaltigen Fähigkeiten, Hux. Nicht Frieden sondern Leidenschaft. Und durch Leidenschaft erhält man Stärke. Durch Stärke Macht. Welche Emotionen sind besser dafür geeignet, Leidenschaft hervorzurufen, als die lodernde Wut, der verzerrende Hass?“

Fast hypnotisiert beobachtete er, wie Hux sich leicht über die Unterlippe leckte und dabei über seine Worte nachzudenken schien.
„Bringen Sie mir bei, die Macht zu nutzen. Ihre volle Stärke.“

Perplex zwinkerte Ren mehrere Male, bevor er hämisch lachte und amüsiert den Kopf schüttelte.
„Oh General, dass sie mich für einfältig und naiv halten, ist mir durchaus bewusst. Aber so sehr? Sie enttäuschen mich, mal wieder.“
Er marschierte auf den Älteren zu, der seine Intention zu spüren schien. Sein Körper spannte sich an, griff nach dem Datapad auf dem Tisch und wandte sich dem Schott zu, um vor ihm zu fliehen.
„Stehen bleiben!“
Hux' Körper verharrte für Millisekunden, bevor er sich von der Tischkante abstieß.
„Nein!“
Er begehrte gegen die Macht auf. Wieder. Hux war wirklich nicht zu unterschätzen.
„Ich sagte, stehen Sie still!“
Wieder stockte der Kommandeur der Finalizer in der Bewegung, und schon war Ren direkt vor ihm.
Forsch griff er in das rotblonde Haar, zerrte leicht daran, während er sich selbst an den Körper des anderen drückte.

Kurz wanderte sein Blick zu Hux' rechter Hand, die immer noch das Datapad fest umschlossen hielt,wobei die andere sich an der Tischkante festhielt.
„Mich interessiert nur Ihre Macht-Sicht, General. Diese eine Fähigkeit versichert Ihnen momentan noch Ihr klägliches, unnützes Leben. Wenn Sie sich weiterhin weigern, sich dieser zu bedienen, habe ich keinen Grund mehr, mich mit Ihnen zu befassen.“

Mit einem abfälligen Grinsen beugte er sich vor und berührte mit seinen Lippen die schorfige Wunde an der Schläfe.
„All das hier könnte vorbei sein, wenn Sie meine nächsten Schritte voraussehen.“
Das Grün der geweiteten Augen verdunkelte sich, sodass es beinahe nicht mehr vom Schwarz der Pupillen zu unterscheiden war.

Genugtuung.
Triumph.
Und wieder dieses köstliche, aber verstörende Gefühl im Unterleib.
Härte.
Leicht begann er sich an dem Älteren zu reiben, spürte eine Reaktion auf seine Bewegungen und konnte sich nicht an dem hilflosen Anblick sattsehen.
Es erregte ihn. Wahrheit.
Aber dafür schämte er sich nicht. Hier verband er zwei nützliche Dinge miteinander. Zum Einen befriedigte er seine eigenen menschlichen Bedürfnisse und zum Anderen genoss er Hux' innere Zerrissenheit. Der Ältere hasste ihn abgrundtief, würde ihm am liebsten ins Gesicht spuken und das Datapad direkt hinterherwerfen, doch sein Unterleib sehnte sich nach mehr Berührung, nach mehr Aufmerksamkeit.
Hux' Wünsche waren unwichtig.

Ren grinste hämisch, entließ den General nicht aus seinem Machtgriff und ergötzte sich an dem leidenschaftlichen und mörderischen Blick, der seinen festhielt. Hux wich nicht vor ihm zurück. Er mochte seinen Körper kontrollieren, aber nicht seinen Geist. Vorerst zumindest nicht.

Er würde den Älteren brechen.
Der Machtnutzer hatte ihm bereits die Position als seine rechte Hand genommen. Er hatte die Ausbildung der Sturmtruppen vollkommen an General Engell übertragen. Er hatte die Finalizer zu einem Schiff unter vielen verdammt. Er hatte Hux zu einem einfachen General degradiert. Sein nächster Schritt würde ihn vernichten. Hux würde seine Finalizer verlieren. Das Kommando würde er auf Captain Peavey übertragen, während Hux mit ihm auf die Steadfast gehen würde.

Allein dieser Gedanke und Hux' mögliche Reaktion versüßten ihm seinen Höhepunkt, den er mit einem zufriedenen Stöhnen an fremden Lippen für wenige Sekunden genoss.

„Das werden Sie nicht tun!“
Ren zwinkerte träge und schaute auf die linke Hand herab, die sich in seinen Ärmel gekrallt hatte.
„Sie nehmen mir nicht meinen Sternzerstörer.“
Eisige Kälte.
Zusammengekratzte Selbstkontrolle.
Der Ältere hatte sich zum Teil aus seinem Machtgriff befreit.
„Sie haben es gesehen.“
Hux antwortete nicht. Das musste er auch nicht. Ren konnte nur zu gut die Antwort auf dem blassen Gesicht ablesen.

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Nur unzulänglich konnte er das Zittern seines Leibes unterdrücken. Noch immer gefangen in der postkoitalen Trägheit konnte er nicht glauben, dass sich die Bewegungen des Machtnutzers befreiend für ihn angefühlt hatten. Dabei hatte er ihn auf so schändliche Weise missbraucht, weil er sich durch die Macht nicht hatte wehren können.

Angst.
In reiner ursprünglicher Form.
Sein Verstand hatte sie nicht mehr kontrollieren können.
Letztendlich hatte er sich Ren unterworfen, resigniert und einfach gehofft, dass es schnell vorbei ginge.
Doch dann hatte sich eine Szene auf der Brücke der Finalizer vor Rens Gesicht gelegt, hatte ihm gezeigt, wie der Oberste Anführer ihn vor versammelter Kommandocrew des Postens enthoben und Captain Peavey zum Kommandeur der Finalizer ernannt hatte.
Das aufsteigende, kalte Entsetzen hatte es ihm ermöglicht, Rens Kontrolle zu einem gewissen Grad abzuschütteln. Dennoch hatte sich sein Körper dem Druck im Unterleib gebeugt.

„Bitte um Erlaubnis, wegtreten zu dürfen.“
Spröde und rau.
Brüchig und verletzlich.
Er schämte sich für seine Stimmlage, die zu viel über seine Emotionen verriet.
„Gehen Sie, General. Morgen hier zur selben Uhrzeit. Ach, und bringen Sie Ihre Trainingswaffe mit.“
Hux nickte nur und schob sich am Ritter von Ren vorbei, dessen feuriger Blick sich in seinen Rücken brannte.
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