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Flaming Emotions - Feuer im Herzen

von Nakami
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 Slash
Kelly Severide Matthew Casey
16.03.2020
21.08.2020
25
105.848
12
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01.05.2020 4.352
 
Kapitel 8 – von Wünschen verfolgt


Mit hitzigem Atem starrte Matt durch den kleinen Spalt der offenen Badezimmertür. Ob Kelly wusste das sie offenstand, hatte er sie absichtlich nicht geschlossen? Nein, sicher glaubte der Lieutenant ungestört zu sein, wieso sonst tat er, was er tat?
Matt wollte den Blick abwenden, wusste das es falsch war, sich den Bildern hinzugeben, doch es war wie ein Unfall. Man wollte wegsehen, doch konnte es nicht.
Er sah den Rüstgruppenführer in seitlichem Profil, beobachtete wie dieser mit der Hand seinen Penis umschloss, sah sein keuchen, registrierte die immer schneller werdenden Bewegungen und wie sich der Bizeps des Feuerwehrmannes anspannte.
Kelly flüsterte etwas, seine Lippen formten Worte, doch Matt konnte sie nicht verstehen. Seine Augen waren geschlossen, er wirkte konzentriert, doch nicht angestrengt, als wäre sein Geist an einem anderen Ort, als ließe er sich Ziellos treiben und gab sich den Bildern vor seinen geschlossenen Lidern hin.
Es war faszinierend, noch nie hatte Matt einem anderen Mann beim Masturbieren zugesehen, noch nie hatte er den Drang verspürt näher zu treten, dessen Handeln besser erkennen zu können und als der Lieutenant seine Hand von der Wand löste, sie zu seiner Brustwarze führte und sein Becken sich der eigenen Hand immer schwungvoller und härter entgegen presste, stellten sich Matts Nackenhärchen auf.
Woran dachte Kelly gerade, was sah er vor sich?

Ein Kribbeln zog durch Matts Magen, augenblicklich trat die Erinnerung an seinen Traum zurück in sein Gedächtnis, wie die Finger des Lieutenants über seinen Körper wanderten, wie er ihn streichelte, ihn verwöhnte. Wie Matt sich wünschte die Hand seines Freundes würde an ihm hinab gleiten, ihn stärker stimulieren, unaussprechliche Dinge mit ihm tun.
Die fremde, warme Zunge in seinem Mund, der feuchte Atem auf seinen Lippen und ohne es zu merken, drücke Matt sich seine bandagierte Hand in den Schritt. Das Kribbeln in seinem Magen wurde zu kleinen elektrischen Schlägen, glitt in seinen Unterleib, breitete sich in seinen Lenden aus und drohte ihn mit Haut und Haaren zu verschlingen.
Es fühlte sich gut an, er wusste das er sich allein für die Gedanken schämen sollte, doch wie konnte etwas, das in ihm solche Reaktionen auslöste falsch sein?
Matt wollte nicht nur zusehen, ein Bruchstück von ihm entfesselte den Wunsch in seinem Inneren Teil des Schauspiels zu sein. Ganz automatisch verwandelten die Bilder in seinem Traum sich in bewusste Realität. Matt wollte es sich vorstellen, genoss den Gedanken, wie Kellys Finger ihn berührten, wie der Feuerwehrmann ihn streichelte, ihn zärtlich liebkoste und verwöhnte. Wie Kellys Fingerspitzen über seinen Penis strichen, seine Hoden berührten, tiefer sanken und sich zwischen seine Beine schoben. Wie er seine Pobacken auseinander drückte und über seinen Eingang strich, dagegen klopfte, in ihm die Lust auf mehr entfesselte. Tief in seinem Unterbewusstsein wollte Matt den Gedanken zulassen, wollte sich auf die Vorstellung einlassen, in der Kelly mit einem Finger in ihn eindrang und das Gefühl aus seinem Traum Realität werden ließ. Stimmte seine Vorstellung, würde es sich so erregend, so alles umschließend anfühlen? Würde es ihm gefallen? Wünschte er es sich tief in seinem Inneren?

Immer schneller bewegte sich Kellys Hand, mittlerweile hatte er von seinem Nippel abgelassen, die Hand erneut gegen die Fließen der Duschkabine gepresst und keuchte erregt. Seine Lippen formten wieder und wieder das gleiche Wort, es sah aus wie ein Name, doch Lippenlesen hatte der Captain nie gekonnt.
Dann war es endlich so weit, Kellys Körper schien zu explodieren, er biss die Zähne zusammen, stemmte sich ein letztes Mal seiner Hand entgegen, stöhnte erregt auf und als der milchige Samen gegen die blauen Kacheln spritzte hielt Matt fasziniert den Atem an.
Die Spannung löste sich aus Kellys Körper, seine Schultern sackten ab und trotzdem stachen die Muskeln an seinem Rücken, über seinem Schultergürtel und an seinem Buch deutlich hervor. Seine Oberschenkel waren genauso muskulös wie sein stämmiger Bizeps und ohne es zu wollen stellte Matt sich vor, wie ihn diese starken Arme packte, in die Höhe stemmten, so dass er seine Beine um Kellys Hüften schlingen konnte, seine Arme sich um das Genick des Lieutenant legten, er ihre Körper an einander presste und seine Lippen auf Kellys Drückte, während dieser ihn mit Leichtigkeit ins Schlafzimmer trug.

Keuchend riss Matt die Augen auf, das war falsch! Es war einfach falsch! Er durfte sich so etwas nicht vorstellen, die Bilder vor seinen Augen durften ihm nicht gefallen, es war nicht in Ordnung! Kelly war sein Kollege, sein Freund, sein Vertrauter! Er selbst war verheiratet, mit einer Frau. Nein! Mit seiner Frau, mit einer Person die er seit Jahren liebte, eine Beziehung für die er lange kämpfte und die ihm unzählig viele schlaflose Nächste bereitet hatte.
Doch war es damals nicht wie heute? Hatte sein Interesse für Gabby nicht genau so angefangen, nur das er damals in der Position war, sie mit seinen starken Armen in die Höhe zu stemmen, ihre Körper aneinander zu pressen und sie küssend ins Schlafzimmer zu tragen? Hatte er sich damals nicht vorgestellt, wie sie ihn streichelte, ihn verwöhnte und um den Verstand brachte?
Wieso fühlte er sich plötzlich in dieser passiven Rolle wohl, wenn auch nur in seiner Vorstellung, was stimmte mit ihm nicht?

Verwirrt von den zwiespältigen Gedanken in seinem Kopf stolperte Matt zurück, er musste sich zusammen reisen. Nicht auszudenken, wenn Severide ihn beim Spannen bemerkt hätte, wenn er den Kopf gedreht und Matts von Lust zerfressenen Blick gesehen hätte. Diese irrwitzigen Gedanken mussten aufhören, außerdem durften sie ihn nicht mehr erregen.
Er wollte also auf diese seltsame Weise stimuliert werden? Seine Neugier war so gewaltig, dass sie ihm diese irritierenden Bilder vor Augen führte?
Dazu brauchte er Kelly nicht, auch wenn er mit einer Frau verheiratet war, könnte er dieses Wissen erlangen. Er müsste nur mit Gabby ein offenes und ehrliches Gespräch führen, ihr von seinen Wünschen erzählen und ihr seine Vorstellungen nahbringen. Auch wenn Matt noch nie davon gehört hatte, vielleicht war die Stimulation eines Mannes an seinem Hintern etwas völlig normales und hatte nichts mit homosexuellem Vorspiel zutun.
Was wusste er schon? Er war ein verklemmter, steifer Idiot, der es überwiegend im Bett, unter der Decke, bei gelöschtem Licht tat. Er war nie besonders experimentierfreudig gewesen, hatte sich solchen Gedanken nie hingegeben oder versucht etwas Würze in sein Sexleben zu bringen. Da brauchte er sich nicht wundern, wenn er bei monatelangem Verzicht halluzinierte!
Doch wieso fühlten die Gedanken sich nicht schlecht an, wieso war es ihm so leichtgefallen, sich den Bildern von ihm und einem anderen Mann, seinem Freund und Kollegen, hinzugeben. Ein kleiner Teil von ihm fühlte sich zwar schlecht, doch das war lediglich sein Gewissen, das ihn daran erinnerte nicht den streng akkurat geplanten Weg zu gehen, den er sonst bestritt. Die Vorstellung von den rauen, schwieligen Fingern auf seinem Körper, IN seinem Körper, viel ihm viel zu leicht und was das Schlimmste daran war, sie erregte ihn!

Atemlos stolperte Matt über die Klamotten am Boden und versuchte seine Jogginghose, die Kelly ihm scheinbar am Vorabend hier ausgezogen hatte, zwischen seinen bandagierten Händen auseinander zu ziehen.
Auch wenn seine Erregung nicht sichtbar war, wollte er in diesem unbekleideten Zustand Severide auf keinen Fall unter die Augen treten, das Chaos in seinem Kopf war schon verwirrend genug!

Nach einigen Minuten hatte Matt es tatsächlich geschafft beide Beine in die Hose zu stecken und sie sich über den Hintern zu ziehen und auch das T-Shirt hatte er endlich über den Kopf bekommen, begriff nur leider erst, als sich der Stoff bereits an seine Haut schmiegte, dass dieses gar nicht ihm gehörte. Sofort strömte ihm der angenehme Duft von Kiefernnadeln, Aftershave und Kellys ganz persönlicher Note in die Nase.
Verbissen presste Matt die Zähne aufeinander, doch eher er es sich von der Brust zerren konnte, öffnete sich die Badezimmertür und Kelly blickte ihm direkt in die Augen.
Der Feuerwehrmann trug lediglich ein Handtuch um die Hüften und als sich die Vorstellung von dem Kollegen, wie er sein eigenes Glied bearbeitet, zurück in Matts Bewusstsein drängte, drehte er beschämt den Kopf zu Seite.

Nein! Nein! Nein! Schrie sich der Captain in Gedanken an und war der Verzweiflung schon nahe, als das Leuten der Türglocke ihn von der Spannung, welche plötzlich zwischen ihnen lag, löste und erschrocken aufsehen ließ.
Verwundert sah Kelly zur Haustür, bevor er, bekleidet wie er war, durch das Wohnzimmer schritt und mit nichts weiter als einem Handtuch um die Hüften die Haustür aufriss.
Matt war ihm nicht gefolgt, hatte sein Handeln nur im Augenwinkel beobachtet und versuchte sich angestrengt auf seine Atmung zu konzentrieren. Vielleicht waren es die Nachwehen des Alkoholrausches, dem er sich gestern Abend hingegeben hatte.
Sicher gab es für sein dämliches Verhalten einen rationalen Grund, er musste ihn nur finden.

„Ist für dich, Casey!“, schallte Kellys Stimme durch die Wohnung, woraufhin Matt sich überrascht zur Tür drehte und wortlos auf die junge Frau schaute, welche sich mit angewidertem Blick an Kelly vorbeidrückte und plötzliche mitten im Raum stand.
„Gabby?“, keuchte Matt verwundert, woraufhin sie ihn freundlich anlächelte und noch einen Schritt auf ihn zuging, „hey Matt.“
„Was machst du hier?“, seine eigene Stimme klang ungläubig in seinen Ohren, vielleicht waren es aber auch die Gendanken, welche ihn gerade noch beschäftigt hatten.
Fragend lächelte Gabby ihn an, „freust du dich denn nicht mich zu sehen?“
Aus dem Augenwinkel sah Matt wie Kelly in sein Schlafzimmer gegangen war um sich, bei offener Tür, das Handtuch von den Hüften zu ziehen und in Shorts und eine Jogginghose zu schlüpfen. Ein Kloß legte sich in seinen Hals und es fiel dem Feuerwehrmann schwer, seiner Frau die Konzentration zu schenken, die sie seinem Gewissen nach zu urteilen, verdiente.
„Doch, ich wundere mich nur über deinen Besuch“, versuchte Matt beim Thema zu bleiben und bevor Gabby ihre Anwesenheit erklären konnte, gesellte sich Kelly wieder zu ihnen, „er fragt sich was du hier willst, nachdem du ihn einfach sich selbst überlassen hast!“ Die Stimme des Rüstgruppenführers klang hart und unfreundlich, doch auch wenn ein leises Summen in seinem Kopf Matt anschrie, Kelly für seinen Tonfall zu Maßregeln, tat es gut die Worte zu hören, die eigentlich aus seinem Mund hätten kommen sollen.

Wütend sah Gabby ihren Kollegen an, „halt dich raus Severide, das geht dich überhaupt nichts an!“ und ebenso wütend schleuderte er ihr seine Antwort zurück, „und ob mich das was angeht, du hast ihn im Stich gelassen und nicht einmal die Größe besessen, deinen Freunden mitzuteilen, das du überfordert warst und Matt Hilfe brauchte.“
„Ich habe ihm Hilfe besorgt und wir sind keine Freunde, ich schulde dir keine Erklärung!“, blaffte sie ungehalten.
Matt spürte wie die Luft zwischen den beiden immer aggressiver wurde und seufzte, doch bevor er einschreiten konnte fletschte Kelly die Zähne, „du hast ihm einen verfluchten Flyer auf den Tisch gelegt, das kann man wohl kaum als ~Hilfe besorgen~ werten.“
„Halt deine verdammte Klappe Severide!“, schrie Gabby ihn zum wiederholten Mal an und Matt wusste, dass die Situation jeden Moment eskalieren könnte, würde er nicht endlich den Mund aufbekommen.

„Beruhigt euch bitte“, versuchte er mit ruhiger Stimme auf die erhitzten Gemüter einzureden, woraufhin ihm sowohl Gabby, als auch Kelly verständnislosen Blicke entgegenbrachten, „Kelly hat recht, das war nicht in Ordnung von dir Gabby, trotzdem sollten wir das unter vier Augen klären!“
Er konnte keinem der Beiden Zuspruch geben, sie war seine Frau und er sein bester Freund und der Mann, der ihm in einer Notlage half. Es wäre nicht fair für einen der beiden Partei zu ergreifen, außerdem wusste er auch gar nicht auf wessen Seite er sich stellen sollte.
Natürlich hatte Kelly Recht, ihr Verhalten war nicht in Ordnung und auch wenn Matt sich in zwischen versucht hatte einzureden, dass er Schuld an ihrer momentanen Lage hatte, wusste sein Unterbewusstsein doch, das sie beide daran beteilig waren. Allerdings sollte er so fair sein und die Sache tatsächlich mit seiner Frau allein besprechen. Sie sollte sich vor dem Rüstgruppenführer nicht verteidigen müssen, es genügte, wenn sie ihm gegenüber Stellung bezog.
„Lass und in mein Zimmer gehen“, mit seiner bandagierten Hand deutete er auf die geschlossene Tür des Gästezimmers und warf Kelly einen entschuldigenden Blick zu, als er Gabby zu dem Raum folgte und der Lieutenant ihm verständnislos hinterher schaute.

Angestrengt versuchte Matt sein schlechtes Gewissen zu deaktivieren, als er auf dem Bett neben Gabby Platz nahm und sie wartend ansah.
Die junge Frau biss sich zögerlich auf die Unterlippe, bis sie schließlich seufzte und sich ein entschuldigender Ausdruck auf ihre Züge legte, „es war nicht richtig Matt, du hast recht. Ich hätte dich nicht allein lassen dürfen. Das alles, deine Laune, deine Hilflosigkeit, das hat mir zu schaffen gemacht und ich war überfordert. Es tut mir leid.“ Ein weiches Lächeln lag auf ihren Lippen und Matt konnte nicht anders, als den Sanften Ausdruck zu erwidern, „danke, deine Entschuldigung bedeutet mir viel.“
Abwartend sah sie ihn an, doch als er auch nach einigen Sekunden des Schweigens nicht die Anstalten machte erneut seine Stimme zu heben, änderte sich der Ausdruck in ihrem Blick, „willst du dich denn nicht bei mir entschuldigen? Auch wenn ich dich nicht allein lassen durfte, so hättest du mir nicht eine so dermaßen schlechte Laune entgegenbringen müssen. Wir haben beide Fehler gemacht und ich habe sie eingesehen, du etwa nicht?“
Ihre Stimme klang entrüstet und Matt schluckte, als er den angriffslustigen Glanz in ihren Augen bemerkte. Das hatte er definitiv nicht vermisst, Kelly sah ihn nie so an. Natürlich hatte er in der vergangenen Woche unheimlich schlechte Laune gehabt, doch war das nicht auch verständlich? Konnte sie sich nicht vorstellen, wie er sich gerade fühlte? Wie hilflos und entmannt er sich vorkam?

Seufzend schüttelte Matt den Kopf, was brachte es sich weiter zu streiten. Sie waren verheiratet und er hatte Übung darin Eingeständnisse zu machen, von denen er nicht überzeugt war, nur um des Frieden Willens, „du hast recht, wie ich dich behandelt habe tut mir leid.“
Sofort klärte sich der Ausdruck auf Gabbys Gesicht und sie lächelte zufrieden, „danke Matt“, bevor sie näher an ihn heran rutschte und ihm eine Hand auf den Oberschenkel legte.
„Ich habe dich wirklich se~ehr vermisst“, dabei zwinkerte sie verschwörerisch und strich mit ihrer Hand seinen Schenkel hinauf. Wieder schob sich ein Kloß, in der Größe eins Hauses, in seinen Hals und hinderte ihn daran frei und unbeschwert zu atmen. Auf was Gabby hinauswollte war offensichtlich, doch war er dazu bereit?
Konnte er mit seiner Frau intim werde, wenn die Bilder von Kellys muskulösem Rücken, seinem erigierten Penis und dem frechen Lächeln vor seine Augen traten, sobald er die Lider schloss? Doch vielleicht würde ihn eine zärtliche Intimität zu seiner Frau heilen und endlich wieder zur Normalität zurückführen. Außerdem hatte er sich doch sowieso vorgenommen offen und ehrlich mit ihr über diesen bestimmten Wunsch zu sprechen.
Zwar war sich Matt nicht sicher, ob dies wirklich der richtige Zeitpunkt für ein so delikates Thema war, doch sie waren im Begriff sich näher zu kommen, also eigentlich eine gute Gelegenheit.
Andererseits konnte er auch nicht einfach mit der Tür ins Haus fallen, erstens war das nicht seine Art und zweitens wusste er noch nicht, wie er seine Worte am geschicktesten verpacken sollte. Gabby war, besonders in diesen speziellen Dingen, sehr eigen. Deplatzierte Worte könnte sie schnell in den falschen Hals bekommen.
Wieso es also nicht nebensächlich in einen intimen Moment einflechten, wenn sie, wie er, benebelt von Lust und Leidenschaft war.

In den vergangenen Wochen hatte er sich sexuell stark zurückgezogen, sie war nicht bereit auf ihn einzugehen, ihm etwas Gutes zu tun oder wenigstens ein kleines bisschen entgegen zu kommen, vielleicht hatte auch sie die Durststrecke umdenken lassen und sie würde ihm jetzt mit der gleichen liebevollen Zärtlichkeit begegnen, welche er ihr schenkte.
Lächelnd beugte er sich zu ihr hinab, legte seine Lippen auf ihre und bettelte nach wenigen Sekunden stumm um Einlass, welchen ihm die junge Frau umgehend gewehrte.
Wirsch schob sie ihre Finger in sein Haar, bevor sie sich erhob und auf seinem Schoss niederließ.
So hatte Matt es nicht geplant, ihm war nach Sinnlichkeit, nach prickelnder Erotik und nach sanften, liebevollen Berührungen, doch kaum lag Gabby Hand in seinem Haar und schob sich fest in seinen Nacken, spürte er auch schon eine ungezügelte Wildheit in seiner Ehefrau, der den Gedanken an ein Erlebnis, so wie er es sich wünschte, beiseiteschob.
Grob drückte sie seinen Oberkörper zurück, bis Matt mit dem Rücken auf der Matratze lag und sie ihre Hüften mit mehr Bewegungsfreiheit kreisend auf seiner Mitte platzieren konnte. Der Feuerwehrmann sah die wilde Lust in ihren Augen, konnte ihre Erregung förmlich greifen und als Gabby ihm unsanft das Shirt in die Höhe schob, ihre Hände hart auf seine Brust presste und mit den Zeigefingern und Daumen beider Hände nach seinen Brustwarzen griff, zog Matt scharf die Luft ein.
Gabbys Erregung war deutlich, ihre Lust und auch ihr Verlangen greifbar, doch in ihm schien sich nichts zu regen. Einzig der Gedanke an die rauen Hände seines Freundes, wie sie seine Seite hinab strichen, sich zwischen seine Schenkel schoben und ihn sanft streichelten, brachte Bewegung in seine Mitte.

Das war falsch, so sollte das nicht sein. Seine Frau biss ihm in den Hals, lies ihre Hüften auf seinem Schritt kreisen und brachte ihm ihre Erregung entgegen und er dachte an Kelly und dessen Hände? Vielleicht lag es noch immer an dieser einen bestimmten Sache die er sich wünschte. Matt hatte noch nicht versucht sich vorzustellen, wie er von Gabby auf diese Weise berührt wurde, wie sie zwischen seine Beine Griff, die Finger zwischen seine Pobacken schob und…
„Gabby, warte bitte“, versuchte Matt seine Frau zu bremsen, ohne den Gedanken zu Ende zu bringen. Diese war bereits dabei den Bund seiner Jogginghose zu erklimmen.
Sie war seine Frau, er sollte sich über seine Wortwahl keine Gedanken machen müssen, er müsste offen und ehrlich mit ihr sprechen können, ohne die Angst im Nacken, das seine Worte sie zur Raserei treiben würden.
Mürrisch stoppte Gabby in ihrer Bewegung und sah auf, „was denn?“
Matt sah sie einen Moment schweigend an, bevor er umständlich versuchte sich aufzurichten um ihr richtig in die Augen zu schauen, „wärst du bereit etwas ~bestimmtes~ für mich zu tun?"
Sein Herz raste, gleich würde er sie darum bitten, gleich wäre es raus und er würde ihrer Reaktion direkt entgegenblicken.
Abwartend hob Gabby die Augenbraun, stellte das Kreisen ihrer Hüften ein und verschränkte die Arme vor der Brust, „soll ich es dir etwas erst mit dem Mund machen? Komm schon Matt, ich mach doch schon die ganze Arbeit, das jetzt etwa auch noch?“ Ihre Stimme klang gereizt, ihr Blick war frustriert und sie brachte ihm eine dermaßen abwehrende Haltung entgegen, dass er sich seufzend zurückfallen ließ.

Nein, er konnte nicht offen mit ihr sprechen, sie würde ihm bei dieser Erfahrung nicht behilflich sein. Das alles hatte keinen Sinn, er spürte weder Lust noch Erregung, ob es nun an ihr als Person lag oder dem Egoismus hinter ihrem Verlangen spielte keine Rollen, doch so konnte er nicht mit ihr schlafen.
„Vergiss es, war ein dummer Gedanke“, Gabby war schon drauf und dran ihr Handeln fortzusetzen, als er sie erneut bremste, „aber ich kann das hier nicht mit dir machen. Das ist Severides Wohnung, er ist im Wohnzimmer… ich fühl mich mit dem Gedanken nicht wohl.“ Matt war sich sicher, noch nie so schnell gelogen zu haben, doch es war auf die Schnelle das beste was ihm einfiel.
Überrascht richtete Gabby sich erneut auf, „ist das dein Ernst? Glaubst du er würde Rücksicht auf dich nehmen?“
„Nein und das bräuchte er auch gar nicht, immerhin ist das hier seine Wohnung“, versuchte Matt seine Entscheidung zu rechtfertigen, biss damit bei seiner Frau jedoch auf Granit.
„Dann komm nach Hause Matt. Du solltest überhaupt nicht hier sein. Wir haben beide eingesehen Fehler gemacht zu haben, jetzt wird es besser gehen. Ich kümmere mich wieder um dich und deine Laune hebe ich auch“, dabei grinste sie und wollte ihre Lippen schon wieder an seinen Hals legen, als er eine seiner bandagierten Hände erhob und sie hinderte, „nein Gabby, das hat beim ersten Mal schon nicht geklappt und ist offensichtlich nicht gut für unsere Ehe.“
„Was willst du damit sagen?“, fauchte sie kratzbürstig und kletterte von seine Mitte um neben ihm im Bett Platz zu nehmen.
Seufzend setzte auch Matt sich auf und suchte ihren Blick, „ich will damit sagen, dass es nicht gut für unsere Ehe ist, wenn du mir beim Waschen, Anziehen und Essen helfen musste. Ich sage nicht das du das nicht kannst, aber es tut unserer Beziehung nicht gut. Kelly ist mein bester Freund und war mit in den vergangenen zwei Tagen eine große Hilfe, ich denke das es besser ist, wenn ich hierbleibe.“
Ungläubig starrte sie ihn an, bevor sie wütend aufstand und mit einer Hand durch ihr Haar fuhr um es zu richten, „das ist deine Entscheidung? Du bleibst lieber bei diesem Aufreißer, als dich von deiner Frau umsorgen zu lassen?!“
„Jetzt nimm mir das bitte nicht übel, ich denke einfach, dass es das Beste für uns beide wäre, wenn ich…“, setzte Matt erneut an, doch Gabby fiel ihm ins Wort, „verflucht Matt, wie soll ich denn schwanger werden, wenn du nicht mit mir schläfst? Du willst hier nicht mit mir schlafen und nach Hause kommen willst du auch nicht! Langsam bekomm ich das Gefühl, das du kein Baby willst!“

Ungläubig sah Matt sie an, „ist das dein Ernst? Deshalb bist du hier? Um schwanger zu werden?“
„Natürlich Matt, wieso denn sonst? Verflucht, ich kann dich einfach nicht verstehen! Was erwartest du von mir, soll ich mich von einem anderen Mann schwängern lassen, wiederkommen und dann spielen wir fröhlich Familie, weil du nicht in der Lage bist deinen Job zu erledigen?“, fluchte sie ungehalten und jetzt war es auch an Matt die Ruhe beiseite zu schieben, „WAS?“
Er konnte es nicht glauben, hatte sie ihm diese Worte gerade wirklich entgegengebracht? Ernst und voller Überzeugung hatte sie ihn gefragt ob es ihm lieber sei, wenn sie sich von einem anderen Mann schwängern ließ? Spielte ihr das vielleicht sogar in die Karten?!
„Ich glaub es nicht Gabby! Ich bin… ich… verschwinde!“, fluchte Matt wütend und stand ebenfalls auf. Würde er bei dem Versuch die Tür aufzubekommen nicht völlig idiotisch aussehen, wäre er wutentbrannt aus dem Raum gestürzt. Gabby sah ihn verständnislos an und schüttelte stumm den Kopf, bevor sie sich schwungvoll umdrehte, die Tür aufriss und zornig aus der Wohnung stürmte.

Matt blieb noch einen Moment an Ort und stell stehen, versuchte die Informationen, welche ihn gerade überrollt hatten sacken zu lassen und die Gefühle die damit verbunden waren zu verdauen. Normalerweise würde er sich jetzt einreden, seine Frau hatte diese Ungeheuerlichkeit im Affekt gesagt, doch Gabbys Blick war so sicher gewesen, so überzeugt, dass er sich zwangsläufig fragen musste, wie viel Ernst hinter ihren Worten steckte.
Er war wütend, ihre Stimme hallte noch immer in seinem Kopf und diesmal würde er nicht einknicken. Diesmal hatte er nichts falsch gemacht und diesmal würde er zu seiner Entscheidung stehen und nicht um des Friedens Willen zurückrudern. Gabby war zu weit gegangen, viel zu weit!
Doch neben all der Wut in seinem Inneren, stellte er sich auch die Frage, wieso er so wenig Erregung gespürt hatte, als sie ihre Hüften über ihm kreisen ließ. Sie war schon früher forscht gewesen, hatte ihn damals schon fest angepackt und dasselbe von ihm verlangt, doch auch wenn er ein zärtliches Spiel bevorzugte, war wenigstens immer ein Teil von ihm erregt gewesen.
Allein der Gedanke an ihre festen Brüste, ihre zart gebräunte Haut, den straffen Hintern und die schmale Taille reichte normalerweise aus um eine Regung in ihm auszulösen, doch diesmal spürte er rein gar nichts und das lag nicht an seiner Wut oder der Entrüstung über ihre Worte. Er fühlte sich von ihr einfach nicht angemacht, nicht erregt oder auch nur ansatzweise Lustvoll.
Alles an was er denken konnte war…

„Alles in Ordnung?“, hallte eine tiefe Stimme an sein Ohr und erschrocken hob Matt den Blick, „…Kelly!“
„Ich habs mitbekommen, war ja echt heftig. Geht’s dir gut?“, seine Stimme klang fest und mitfühlend zugleich.
Eigentlich war Matt davon ausgegangen, sich bei seinem Freund entschuldigen zu müssen, immerhin hatte er ihn einfach stehen lassen, doch Kelly machte keinen wütenden Eindruck. Er schien nicht sauer oder angefressen zu sein und für Matt war dieser Zustand vollkommen neu.
Kelly war wirklich ein toller Freund, er war unkompliziert und behandelte ihn so, wie Matt es sich wünschte.
Wünsche…
Hatte Kelly ihm nicht angeboten, ihm behilflich zu sein? Hatte der Lieutenant ihm nicht gesagt, er solle ihn einfach ansprechen, wenn ihm etwas auf der Seele brannte, er könne ihn um alles bitten, selbst wenn es ihm unangenehm wäre?
Verflucht was war nur los mit ihm, seine Frau hatte ihm gerade angeboten sich von einem anderen Mann befruchten zu lassen und er hatte nichts Besseres zu tun, als an seine perversen Wünsche und die damit verbundene Neugier zu denken? Das war nicht normal!

„Matt? Alles in Ordnung?“, wieder richtete Matt den Blick auf, fixierte Kelly mit den Augen und musterte ihn von Kopf bis Fuß. Der Lieutenant stand mit verschränkten Armen gegen den Türrahmen gelehnt. Sein Bizeps wölbte sich nach vorn und die Muskeln unter seinen breiten Schultern ließ das T-Shirt faltige Schläge ziehen. Er lächelte, ein unglaubliches lächeln: verständnisvoll, mittfühlend, schelmisch, verspielt, herausfordernd.
Alles an Kelly war so wahnsinnig authentisch, wieso war ihm das nie aufgefallen? Hatte er in der Anwesenheit seines Freundes schon früher dieses flaue Gefühl im Magen gehabt?
„Du hast gesagt, ich kann dich um alles bitten, auch wenn es mir unangenehm wäre?“, flüsterte Matt hypnotisiert, den Blick noch immer auf Kellys muskulösen Oberkörper gerichtet.
Fragend stemmte der Rüstgruppenführer sich vom Türrahmen ab und nahm neben Matt auf dem Bett Platz, „ja sicher, was ist denn los?“
Matts Kopf war wie leergefegt, der Gedanke an Gabby, samt seiner Wut war verflogen, da war nur Kelly, der Duft von Kiefern und Aftershave und die Neugier auf dieses bestimmte Gefühl, welche ihn langsam den Verstand verlieren ließ.
„Würdest du mir noch mal helfen“, noch einmal holte Matt tief Luft, sog Kellys Duft in sich ein und sah ihm direkt in die Augen, „würdest du mir noch mal helfen… mich noch mal… anfassen?“
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