Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Flaming Emotions - Feuer im Herzen

von Nakami
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 Slash
Kelly Severide Matthew Casey
16.03.2020
21.08.2020
25
105.848
12
Alle Kapitel
37 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
23.04.2020 3.978
 
Kapitel 7 – vom Skrupel gebremst


Es war keine direkte Lüge, auch wenn er nicht sofort eingeschlafen war. Matt hatte nichts Peinliches oder Schlimmes getan, im Gegenteil!
Kaum hatten sie zusammen im Bett gelegen, war Matt im Halbschlaf an ihn heran gerobbt, hatte seinen Kopf auf Kellys Schulter gepresst, die bandagierte Hand auf seiner Brust abgelegt und war mit einem Lächeln auf den Lippen eingeschlafen.
Sofort hatte Kelly die Luft angehalten, zwar genoss er Matts Nähe und es hätte ihm schon genügt, wenn der Kollege friedlich neben ihm im Bett geschlafen hätte, doch das Gefühl des warmen Körpers an seinem und dem Druck auf seiner Brust konnte der Rüstgruppenführer nicht widerstehen.
Nachdem er einen Moment still dagelegen hatte und nachdem er sich sicher war, Casey sei eingeschlafen, legte er seinem Freund einen Arm um die Schultern, strich mit den Fingerspitzen über die nackte Haut an seinem Rücken und genoss das kribbelige Gefühl in seinem Magen.

An Schlaf war nicht zu denken, viel zu aufgewühlt waren seine Gedanken gewesen, viel zu erdrückend seine Emotionen. Er hatte sich gedanklich in ihren gemeinsamen Moment im Wohnzimmer zurückversetzt, als seine Lippen auf Matts Lagen, als ihre Zungen sich wild umschlangen und sich seine Vorsicht verabschiedet hatte.
Der Ausdruck in Matts Gesicht als er ihm in die Hose griff, als er ihn sanft streichelte und dem Feuerwehrmann damit einen tiefen Wunsch erfüllte. Die Erregung in seinen Zügen, das Zucken seines Körpers, der Moment, in dem sich Matt in seiner Hand ergossen hatte.
Es war anders als am Morgen in der Badewanne. Es war heißer, erotischer, lustvoller.
Kelly hatte sich nicht beherrschen können, konnte dem Druck nicht standhalten und musste sich selbst berühren, seine eigene Erregung hatte ihn beinah um den verstand gebracht, ihn kleine Sternchen sehen lassen und sich großspurig in seinem gesamten Körper ausgebreitet.

Erst als sie, dicht aneinander gekuschelt, unter der Decke Lage, stellte sich sein rationales Denken wieder ein und augenblicklich wurde er von Gewissensbissen übermannt. Er war zu weit gegangen, hatte Matts Lage ausgenutzt und ihn sich zu Willen gemacht.
Wieso handelte er in letzter Zeit so oft unüberlegt? Wieso nutzte er die Schwäche seines Freundes zu seinem eigenen Vorteil?
Matt vertraute ihn, er verließ sich auf ihn und Kelly benahm sich wie ein triebgesteuerter Teenager.
Der Captain hatte seinen Namen gestöhnt, in dem Moment, in welchem er sich in seiner Hand ergoss, in welchem die Ekstase ihren Höhepunkt erreicht hatte. Seine Augen waren geschlossen, jedenfalls glaubte Kelly das. Er hatte ihn also nicht gesehen, wusste er trotzdem das er es war der ihn berührte, stellte er sich das Erscheinungsbild des Lieutenant vor seinem geistigen Auge vor?
Bei diesem Gedanken hatte ihn ein kleines Glücksgefühl durchströmt und Kelly musste Grinsen. Hätte der Captain sich wirklich Kelly vorgestellt, ohne zu wissen das er es tatsächlich war, der ihn zu diesem Punkt trieb, was bedeutete das dann für sie?
Könnten sie eine gemeinsame Zukunft haben?

Bisher waren es nur Gedanken, Wünsche, tiefe Emotionen, doch sie existierten nur in Kellys Vorstellung. Sie waren kleine Tagträume, nichts Reales.
Er hatte sich noch keine Gedanken über die Zukunft gemacht, oder wohin ihn sein Handeln ziehen könnte. Könnten sie in irgendeiner verrückten und surrealen Realität eine richtige Beziehung führen und wie wäre diese?
Eigentlich war der Lieutenant kein Beziehungsmensch. Er sprang euphorisch von Bett zu Bett, tobte sich aus und schlief selten mit einer Person länger als einen Monat. Von einer richtigen, ernsthaften Beziehung konnte man da nicht sprechen. Doch Matt war anders, wenn der Feuerwehrmann sich auf jemanden einließ, dann stand jedes Mal mehr dahinter. Da waren tiefgreifende Emotionen, Zukunftsplanungen und gemeinsame Träume. Könnte Kelly mit so etwas umgehen? Er, der Freigeist?
Matt würde sich niemals auf kurzweiligen oder gelegentlichen Spaß einlassen, so war er nicht. Würde der Captain wissen, was sie getan hatten, was Kelly getan hatte, würde er ihn mit verachtenden Blicken strafen.
Wieso dachte er überhaupt darüber nach? Niemals würde es dazu kommen, Matts Gefühle waren nicht wie seine. Der junge Mann liebte seine Frau, auch wenn es zwischen ihnen gerade nicht gut lief. Matt war ein Kämpfer, so schnell würde er ihre Ehe nicht aufgeben und das sollte er auch überhaupt nicht. Die beiden passten gut zusammen und wer war Kelly, sich dazwischen drängen zu wollen?!
Diese wirren Gedanken hatten ihn noch eine ganze Weile beschäftigt, bevor er schließlich einschlief und beschloss, wenigstens den Moment für einen Augenblick zu genießen.

Doch jetzt wo Matt wach war, wo er ihm all diese Fragen stellte, kam der Rüstgruppenführer in Erklärungsnot.
Matt hatte also einen Blackout? Er konnte sich an den gestrigen Abend nicht erinnern?
Eigentlich spielte das dem Feuerwehrmann in die Karten, schließlich würde Matt ihm diesen Ausrutscher sicher nicht verzeihen, doch ein kleiner Teil von ihm spürte auch Trauer. Es war ein so berauschendes, intensives Gefühl gewesen und der Gedanke, sie genossen es gemeinsam, hatte ihn glücklich gestimmt. Die Realität stimmte ihn Traurig, sie verdeutlichte ihm das er es allein als magisch empfunden hatte und schmälerte damit die Bedeutung, welche Kelly sich versuchte auf ihr Handeln und Matts damit verbundener Reaktion einzureden.
Doch es war besser so und insgeheim wusste er das auch, alles andere würde ihrer Freundschaft im Weg stehen und auch wenn Kellys Gefühle immer erdrückender zu werden schienen, war ihre Freundschaft ihm wichtiger, als bedeutungsloser Spaß!
Seine Reaktion auf Matts Frage war allerdings wenig professionell, er hätte seine Worte überzeugender rüberbringen können, er hätte sicherer klingen können, vielleicht sogar etwas ausschweifender antworten müssen.
War Matt trotzdem überzeugt? Glaubte er ihm? Wenn nicht würde er es bestimmt nicht sagen, doch aus der Vergangenheit hatte Kelly gelernt, dass der Feuerwehrmann kein besonders guter Schauspieler war. Würde er ihm nicht glauben, sollte der Lieutenant es also schnell merken. Das wichtigste war, sich jetzt völlig normal zu benehmen.
Noch einmal setzte er all seine schauspielerischen Fähigkeiten ein, lächelte, diesmal überzeugender und nickte, „keine Sorge Matt, selbst wenn du dich schräg benommen hättest, wäre der Alkohol schuld gewesen. Du hast wirklich viel zu viel getrunken!“ Ein schnelles Lachen am ende des Satzes und das Meisterwerk war geglückt.

Erleichterung breitete sich auf Matts Zügen aus und er nickte dankbar, „da bin ich wirklich beruhigt. Du hast schon genug mit mir zutun, da solltest du dir nicht auch noch die Nächte wegen meiner unkontrollierten Ausfälle um die Ohren schlagen!“
Es klang so zweideutig, war das Matt bewusst, oder handelte es sich um einen Zufall?
„Keine Sorge, ich weiß wie man mit Alkohol Leichen umgeht. Manchmal muss man sich einfach gehen lassen und den Kopf frei bekommen, Matt. Immerhin musstest du nicht kotzen, das ist doch schon mal was“, versuchte Kelly die Stimmung zu locken und auch Matt stieg endlich in sein Lachen ein.
Angestrengt dachte der Rüstgruppenführer nach, länger sollten sie wirklich nicht bei diesem Thema bleiben, die Angst sich zu versprechen und damit sein Lügenkunstruckt zusammen brechen zu lassen, begleitete ihn bei jedem Wort und Matt hatte eine Begabung die Wahrheit aus den Menschen zu kitzeln, ohne das sie es merkten, doch sicher würde er seine Fähigkeiten nicht bei ihm einsetzen. Außerdem hatte Kelly sich ja bereits glaubhaft selbst überzeugt, dass Matt nicht wusste, welche Schandtat er vergangene Nacht begangen hatte.

Seufzend lehnte Kelly sich zurück, so dass er das Kopfende des Bettes im Rücken spürte und sah Matt abwartend an, welcher sich ebenfalls auflehnte, so dass sie sich besser in die Augen sehen konnten.
„Alles in Ordnung?“, fragte der Captain unsicher und Kelly spürte, wie Matt begann forschend seinen Blick zu deuten, weshalb er schnell die Augen schloss und den Kopf schüttelte, „ja, ja, alles klar. Ich musste nur gerade an den Überfall denken und wie wir dich da gefunden haben.“
„Mh, ja darüber muss ich auch oft nachdenken. Zwar erinnere ich mich nicht richtig an den Moment als ihr dort angekommen seid, oder mich rausgebracht habt, doch der Rest wird immer klarer“, erklärte Matt mit dünner Stimme und sah gedankenverloren auf die Verbände um seine Hände.
Kelly musterte ihn einen Moment schweigend, bis er allen Mut zusammennahm und Matt eine Hand auf den Arm legte, „an was kannst du dich erinnern? Was ist an diesem Morgen passiert?“

Seufzend legte Matt den Kopf in den Nacken und schloss nachdenklich die Augen, „ich war auf dem Weg zu meinem Truck, wollte auf die Arbeit fahren und hatte immer noch den Streit mit Gabby im Kopf, als mich irgendwas am Kopf getroffen hat. Ich wurde Bewusstlos und bin erst in dem Lagerhaus wieder zu mir gekommen.
Da waren drei Männer, dunkle Kapuzenpullover, Halstücher über dem Mund und Sonnenbrillen. Ich danke es waren Mexikaner, aber sicher bin ich mir nicht, auf jeden Fall keine Schwarzen“, seufzend unterbrach Matt seine Erzählung und legte Kelly eine der Verbunden Hände auf dessen Hand an seinem Arm. Der Lieutenant musste all seine Konzentration aufbringen um Matts Worten weiter folgen zu können, „sie sind völlig Grundlos auf mich losgegangen, durch die Desorientierung habe ich einen Moment gebraucht um zu regieren, da hat mir der erste auch schon in den Magen getreten. Abwechselnd Schläge und Tritte, sie haben auch irgendetwas gebrüllt, doch ich erinnre mich noch immer nicht an die Worte.
Irgendwann, ich war schon kurz davor das Bewusstsein zu verlieren, hat einer mich an den Haaren gepackt, mir ins Gesicht gespuckt und gesagt ~kündige deinen Job und hör auf den Helden zu spielen!~
Dann haben sie mich an diesem Rohr angebunden und ich glaube das mir einer von ihnen gegen den Kopf getreten hat, das nächste woran ich mich erinnere ist, dass du mich daraus geholt hast, aber das ist alles noch ziemlich verschwommen.“

Kelly durchfuhr ein kalter Schauer, als Matt seine Erzählung beendete. Der Feuerwehrmann hatte in diesem Lagerhaus einiges durchleben müssen und es war nicht schwer zu erkennen, wie sehr allein die Erinnerung an diese Qualvollen Minuten ihn schmerzten.
Mit einem Kloß im Hals räusperte sich Kelly, „hast du Voigt und sein Team schon von den neuen Erinnerungen erzählt?“
Schwerfällig nickte Matt, „ja bereits letzte Woche, doch ich denke nicht das ich bisher besonders hilfreich war. Voight meinte zwar, dass sie alles daran setzen würden, sich die Typen zu schnappen, doch zum momentanen Stand haben sie zu wenig Informationen. Naja, immerhin hat er mir versprochen den Fall nicht einfach zu den Akten zu legen.“
„Die werden diese Schweine finden, Casey. Du kennst Voight, der gibt nicht einfach auf“, versuchte Kelly ihn aufzubauen und schenkte ihm ein ermunterndes Lächeln.

„Hast du selbst schon eine Theorie was es mit dem Überfall auf sich hat?“, fragte der Lieutenant nach einigen Minuten des Schweigend und Matt sah ihn nachdenklich an, „ich weiß nicht, natürlich habe ich bereits darüber nachgedacht, doch ich kann mir einfach keinen Reim darauf machen.“
„Könnte es etwas mit deiner Zeit als Stadtrat zutun haben? Du hast damals sicher einigen Leuten ans Bein gepisst“, überlegte Kelly, doch Matt schüttelte den Kopf, „das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Ich bin seit Monaten nicht mehr im Amt und selbst wenn ich jemanden verärgert habe, ist das doch kein Grund mich umzubringen. Außerdem würde mein Tot nichts verändern, die Entscheidungen trifft jetzt jemand anderes.“
Zustimmend nickte Kelly, „ja da hast du recht und wenn es was mit der Feuerwache zutun hat? Sie haben gesagt, du sollst deinen Job kündigen und aufhören den Helden zu spielen. Klingt doch ganz danach, als würde es von einem wütenden Opfer kommen. Vielleicht jemand der seine Familie verloren hat und dir die Schuld gibt, dass wir nicht alle retten konnten.“
„Aber wieso nur mir? Wir gehen niemals allein, müssten sie die Schuld dann nicht auf mindestens zwei von uns erweitern? Voight glaubt auch, dass es was mit der Arbeit zu tun hat, meinte aber auch dass es seltsam sei, dass nur ich im Fadenkreuz stehe. Aber dieser Kommentar zu meinem Job ist schon sehr rätselhaft“, seufzend strich sich Matt mit der verbundenen Hand über die Brust, was Kelly mehr Spielraum für seine eigene Hand gab.
Ohne es zu merken finge er an, sanft über Matts Arm zu streicheln, „du hast auch im privaten vermutlich zu niemandem Kontakt, der dir den Tot wünschen würde? Aber vielleicht ist damit auch gar nicht der Job als Feuerwehrmann gemeint, sondern viel eher dein Job auf dem Bau. Hast du dort jemanden verärgert?“
Ein kurzes Grinsen schlich sich auf Matts Gesicht, „ja, da gab es vor einigen Wochen einen Typen, der nach den Umbauarbeiten unzufrieden war und nicht bezahlen wollte. Ich hatte aber alles wie vorher besprochen abgeändert und ihm gedroht, wir würden die Sache auch vor Gericht klären können. Aber ich halte ihn nicht für jemanden, der so weit gehen würde. Außerdem hat Voight den Kerl überprüft und davon mal abgesehen, hatten die Bauarbeiten wenig Heldenhaftes an sich.“
Matt seufzte theatralisch und fuhr fort, bevor Kelly sich äußern konnte, „ich sollte in dem Feuer sterben. Es gab keine Lösegeldforderung, sie haben nichts verlangt. Ich sollte das Ganze nicht überleben!“

Es war zum verrückt werden, Kelly wollte ihm so gern helfen, doch Matt hatte recht, der Fall war wirklich rätselhaft.
Ein Grinsen schlich sich auf seine Lippen, als ihm ein neuer Gedanke kam. Für einen Moment zögerte er, doch es war so verrückt, vielleicht könnte er Matt mit diesem Einfall wenigstens zum Lachen bringen. Das die Situation und die schleppenden Ermittlungen dem Captain an die Substanz ging hatte der Rüstgruppenführer bereits festgestellt und langsam bereute er dieses Thema angeschnitten zu haben, da Matt immer frustrierter wirkte.
„Vielleicht denken wir ja völlig falsch, vielleicht gab es da einen Plan, der völlig aus dem Ruder gelaufen ist“, überrascht sah Matt bei Kellys Worten auf und das Grinsen auf den Lippen des Lieutenant wurde breiter, „vielleicht steckt ja deine liebende Ehefrau dahinter. Sie hat jemanden beauftragt dich ein bisschen einzuschüchtern, dir Angst zu machen, in der Hoffnung du würdest deinen Job kündigen. So als Hausmann wäre dir bestimmt schnell langweilig und da wäre die Ideale Unterhaltung doch ein Baby. Sie würde schwanger werden, du würdest als Vollzeit Daddy zuhause die Fläschchen machen und Gabby könnte die emanzipierte Frau bleiben die sie ist. Trotzdem wäre sie Mutter und Ehefrau, damit würde sie alles bekommen, was sie wollte.“
Ungläubig sah Matt ihm in die Augen und sofort empfang Kelly den gedanken tatsächlich laut ausgesprochen zu haben. War er zu weit gegangen? Er wollte Matt nur etwas aufmuntern, natürlich war der Gedanke absurd, auch wenn die junge Frau um jeden Preis ihren Willen bekommen wollte, niemals könnte sie Matt dafür in Gefahr bringen.

„Ja, das ist eine logische Theorie. Die solltest du gleich Voight mitteilen, soll ich ihn für dich anrufen?“, entgegen seiner Erwartungen grinste Matt plötzlich und lachte im nächsten Moment laut auf.
Sofort fiel Kelly ein Stein vom Herzen, seine Sorge war umsonst, sie verstanden sich nach wie vor blind und Matt hatte die Ironie in seiner Stimme richtig gedeutete.
„Quatsch, das war natürlich Blödsinn. Aber schon eine lustige Vorstellung“, grinste der Lieutenant und auch Matt nickte, „ja vor allem, weil ihr Plan ja völlig nach hinten losgegangen wäre. Immerhin ist sie bei unserem ersten Streit abgehauen, anstatt einzulenken und somit doch noch irgendwann ihren Willen zu bekommen.“
„Hättest du nicht so abartig gestunken, hätte sie bestimmt noch mal versucht dich zu bespringen!“, lachte Kelly auf und Matt besah ihn mit einem tödlichen Blick, „vielen Dank Lieutenant.“
Länger konnte Matt den Anschein der Wut jedoch nicht aufrecht halten und stieg relativ schnell in Kellys mitreisendes Lachen ein, welcher äußerst zufrieden mit sich war. Sein Plan war aufgegangen, Matt lächelte endlich, wirkte sogar etwas glücklich. Er hatte ihn erfolgreich auf andere Gedanken gebracht!

Angestrengt kniff Matt die Augen zusammen und sah auf die Verbände an seinen Händen, woraufhin Kelly ihm einen fragenden Blick entgegen brachte, „tun sie weh?“
Der Captain brachte ihm ein zaghaftes Nicken entgegen und sofort richtete Kelly sich auf, „wir sollten die Wunden ausspülen und neu verbinden.“ Er hatte den Satz noch nicht beendet, da war er schon auf die Beine gesprungen um im Bad eine Schüssel Wasser, Tücher und frische Verbände, sowie die Salbe, welchen Dr. Halstead ihnen mitgegeben hatte, zu holen.
Wehmütig sah Matt ihn an, „muss das sein?“
„Ja das muss sein, oder willst du dafür extra in die Notaufnahmen?“, Kelly wusste wie sehr die Reinigung schmerzte, doch sie war nötig und Matt hatte die Verbrennung in der vergangenen Woche viel zu sehr auf die leichte Schulter genommen.
Vorsichtig stellte der Lieutenant die Wasserschüssel auf dem Nachttisch ab und gab Matt die Anweisung zur Bettkannte zu rutschen, damit er sich zwischen seine Beine Knieen konnte, bevor er vorsichtig die Verbände löste.
Schmerzhaft zuckte der Captain zusammen, kniff die Lider aufeinander und biss sich auf die Unterlippe, als Kelly mit dem feuchten Tuch über die verbrannte Haut strich, „ich mach so vorsichtig wie möglich Matt, doch wenn es nicht mehr geht, sag es. Dann machen wir eine Pause“, bot er an, doch Matt schüttelte eisern den Kopf, „bringen wir es schnell hinter uns.“

Kelly gab sich die größte Mühe, seinem Freund keine unnötigen Schmerzen zu bereiten und beeilte sich mit der Behandlung, doch der schmerzerfüllte Blick des Captains ließ ihn immer wieder hart schlucken.
Erst als er die kühlende Salbe auf die Verbrennungen schmierte und nach dem frischen Verbandszeug griff, entspannte sich Matts Blick ein bisschen.
Zufrieden mit seinem Werk erhob sich Kelly, „geschafft“, und Matt war schon drauf und dran ebenfalls vom Bett zu klettern, als der Lieutenant ihm bestimmend eine Hand auf die Schulter legte.
„Lass mich auch nach den Prellungen schauen, die sind zwar fast abgeheilt, aber du weißt schon… vorsichtshalber“, lächelte der Rüstgruppenführer ihm entgegen und wandte den Blick zu Matts Brust. Sie trugen beide nach wie vor nur Boxershorts und es dauerte einen Moment bis Matt nickend zustimmte und sich, schwer schluckend, versuchte zu entspannen.

Mit klopfendem Herzen sah Kelly sich die dunkle Blessur an Matts Rippen an, seine Finger begannen zu Zittern und sein Puls beschleunigte sich, als er mit den Fingerspitzen über die verfärbte Haut strich.
Ganz sanft glitten sie über den dunklen Fleck, umkreisten ihn, streichelten zärtlich darüber und Kelly musste all seine Konzentration aufbringen, um nicht völlig aus der Rolle zu fallen.
Matt auf diese Weise und in bewusstem Zustand zu berühren, das elektrische Kribbeln auf seiner Haut, sein schneller Herzschlag, es war überwältigend.
Ihm war nicht entgangen, das sich auch Matts Atmung beschleunigte und Kelly nahm an, das er sich auf den bevorstehenden Schmerz, welche eine festere Berührung auslösen würde, einstellte, doch als ihm die Gänsehaut auf Matts Armen auffiel, stellte sich ein beruhigendes Gefühl in seinem Magen ein.
Matt hatte ihm erzählt, dass er es mochte gestreichelt zu werden, dass er zarte, sanfte Berührungen genießen würde, dass er sie sich wünschte, wenn auch eher von seiner Frau, als von dem Feuerwehrmann und Kelly konnte nicht anderes, als sein Wissen über diese Neigung auszunutzen.
Immer wieder fuhren seine Fingerspitzen über die dunkle Haut, bis sie von dem dunklen Fleck abließen und zeitlupenartig in die Höhe glitten. Die Gänsehaut auf Matts Armen zog sich über seine Oberarme und auch wenn Kelly es nicht sehen konnte, war er sich sicher, dass sie längst den Nacken des Captains erreicht hatten.
Scheinbar fiel diesem nicht mal auf, dass Kelly mittlerweile von dem Fleck abgelassen hatte, seine Rippen hinauffuhr, beinah unter seiner Achsel angekommen war und langsam wieder in die Tiefe glitt.
Erst als sich ein leises, wohliges Seufzen über Matts Lippen schob, entfernte Kelly seine Finger von Matts Haut und in genau diesem Moment öffnete auch der Captain schwungvoll die Augen und starrte den Rüstgruppenführer direkt an.
Ihm lag etwas auf der Zunge, Matt wollte eindeutig etwas sagen, in seinem Blick lag Scharm und Kelly konnte sich dem nicht länger entgegenstellen.
Eilig drehte er sich weg, „sieht schon viel besser aus. Bald bist du am ganzen Körper wieder Blass wie ein Gespenst!“

Was war denn das für ein dämliches Kommentar? Hatte er nichts Besseres auf Lager?
Über seine eigenen Worte ärgernd fluchte Kelly in Gedanken und bewegte sich mit großen Schritten auf das Badezimmer zu, „ich geh schnell duschen, danach mach ich uns Frühstück!“
Noch ehe Matt etwas erwidern konnte, schubst Kelly die Tür an, welche, ohne dass er es bemerkte, jedoch nicht ins Schloss fiel, sondern lediglich angelehnt zum stehen kam.

Er brauchte dringend eine Dusche, Matts geschlossene Lider, die halb geöffneten Lippen, das wohlige seufzen, der entspannte Gesichtsausdruck, die Gänsehaut, all diese Dinge waren an Kelly nicht spurlos vorbeigegangen. Er spürte das flaue Gefühl in seinem Magen, spürte wie es tiefer und tiefer sackte und hätte er nicht augenblicklich die Hände von Matts blasser Haut genommen, wäre die Erregung in ihm optisch so angeschwollen, das er sie nicht mehr verbergen könnte.
Jetzt war er zwar allein, doch das Problem nach wie vor vorhanden.
Schluckend sah er an sich hinab, seine Shorts spannte unangenehmen und das Gefühl der Lust kroch in jede Faser seines Körpers.
Was war schon dabei, wieso sich nicht unter der Dusche etwas Erleichterung verschaffen. Matt würde davon nichts mitbekommen, das laute Wasser, die geschlossene Tür, er würde einfach leise sein.

Entschlossen schob sich Kelly die Shorts über den Hintern, umschloss mit einer Hand seine halbsteife Erektion und trat in die Dusche.
Schon als das warme Wasser seine Haut berührte, zog sich ein wohliger Schauer über seinen Körper. Zärtlich streichelte er mit den Fingern über seine volle Länge, rieb sie zwischen seinen Fingern und ließ seine Gedanken abschweifen.
Matts Lustvolles Stöhnen drang ihm ins Ohr, sein lasziver Blick, die feuchten Lippen und der dünne Speichelfaden in seinem Mundwinkel.
Wie sich diese warmen, feuchten Lippen auf seinem Penis anfühlen würden, wie es sich anfühlen würde, wenn Matts Zunge seine Seite hinab strich, seine Eichel liebkoste und den einzelnen Lusttropfen ablecken würde, bevor sich die Lippen des Captains um ihn schlossen. Wie sich die heiße Dunkelheit anfühlen würde, die Enge, das Vakuum.
Keuchend packte Kelly seine Erektion, die wenigen Gedanken an Matt hatten ausgereicht um ihn vollständig hart werden zu lassen. Noch immer schwirrten die Bilder durch seinen Kopf, das lustvolle Stöhnen hing ihm in den Ohren und der bittere und gleichzeitig süße Geschmack lag ihm auf den Lippen.
Für einen kurzen Moment hielt Kelly inne, als sich seine Sinne schärften und neben das lustvolle Stöhnen ein leises Kratzen trat. Für einen Augenblick überlegte er, dem unpassenden Geräusch nachzugehen, welches definitiv nicht seiner Fantasie entsprang, sondern in der Realität ertönte. Sein Verstand riet ihm sicher zu stellen, das er nach wie vor allein war, doch als ihn ein erneutes Aufzittern seiner Glieder zurück in die Erregung schleuderte, war der Gedanke an einen eventuellen Besucher schnell beiseitegeschoben.

„Matt“, flüsterte Kelly leise, packte sich selbst fester an, pumpte sein Glied rhythmisch, „nimm ihn in den Mund, Ma~att.“ Das Gefühl, welches allein durch den Gedanken an Matt und das was der Kollege in Kellys Fantasie bereit war zu tun, in ihm auslöste war gigantisch. Eine Flutwelle der Erregung schwemmte durch seinen Körper, verwandelte sein Blut in heiße Lava, ließ ihn keuchen, stöhnen und immer wieder leise Matts Namen flüstern.
Kelly kannte seine eigenen Grenzen, er wusste wie er sich im Zustand der Erregung verhielt und gleichzeitig kontrollierte. Er würde nicht zu laut werden, das plätschern des Wassers würde jedes Geräusch überdecken, also konnte er sich seiner Erregung in vollen Zügen hingeben.
Immer schnell bewegte sich seine Hand um seinen steifen Penis, immer gezielter übte er Druck auf die einzelnen Finger aus und als die Hitze unerträglich wurde, löste er seine freie Hand von den Fließen der Duschkabine, ließ seine Fingerspitzen in schnellen Kreisen um seinen Nippel fahren, zwirbelte ihn, drückte ihn, verschaffte sich damit zusätzlich Erregung und keuchte ungehalten, als er sich dem Höhepunkt entgegen stellte.
„Du bist so… dein Körper… du… Ma~… ich…“, nuschelte Kelly angestrengt und brach ab, als der Druck übermächtig wurde, ihm trotz des Duschwassers, Schweiß im Nacken stand, er seine Hand zurück an die Fließen presste um den Halt nicht zu verlieren und sich mit einem letzten lauten Stöhnen auf den hellblauen Kacheln ergoss.
Keuchend lehnte er den Kopf gegen die Fließen, sowohl sein erster, als auch sein letzter Gedanke hatte Matt gegolten, seinem Körper, seinem Lächeln, seiner Stimme, einfach Matt.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast