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Flaming Emotions - Feuer im Herzen

von Nakami
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 Slash
Kelly Severide Matthew Casey
16.03.2020
21.08.2020
25
105.848
12
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16.08.2020 5.406
 
Kapitel 22 – vom Schock überwältigt


Müde öffnete Matt die Augen, der Schlaf hatte ihm gutgetan und als sich sein Blick klärte, er seine Umgebung erkannte und begriff, dass er sich in Kellys Gästezimmer befand, legte sich ein Lächeln auf seine Lippen. Es war das erste Mal seit zwei Wochen, dass er direkt nach dem Aufstehen den Wunsch verspürte zu Lächeln, das er sich gut und glücklich fühlte. Auch wenn die belastenden Gefühle im Bezug auf seine Ehe noch immer wie ein Stein auf seinem Herzen lagen, waren sie nicht der präsenteste Gedanke in seinem Kopf.
Er war bei Kelly, sie hatten die Unstimmigkeiten geklärt und auch ihre momentane Situation. Sie hatten miteinander gesprochen und das ungute Gefühl in seinem Inneren war verschwunden. Zwar belastete ihn der Gedanke, dass er gezwungen war sich mit seinen Gefühlen auseinander zu setzen, doch die Glücksgefühle in seinem Körper übertönten das Unwohlsein.
Kelly hatte verspochen ihm Zeit zu geben, er drängte ihn nicht und würde sich zurückhalten, bis Matt eine Entscheidung traf. Bis es jedoch so weit war, würde Matt die gemeinsame Zeit genießen, es war nicht wie bei Gabby, Kelly würde ihn nicht drängen, er würde ihn nicht erwartungsvoll ansehen und Stundenweise den Stand seiner Gefühle abfragen. Zum ersten Mal, seit das wirre Chaos in seinem Innern zum Mittelpunkt seines Lebens geworden war, fühlte Matt sich vollkommen entspannt.

Trotzdem wollte er Kellys Gutmütigkeit nicht länger als nötig ausnutzen, er würde sich mit einer Entscheidung nicht zu viel Zeit lassen. Kelly war einfach unglaublich, trotz seiner Gefühle wandte er Matt nicht den Rücken zu, der Rüstgruppenführer war bereit sein eigenes Empfinden hinten an zu stellen, um für seinen Freund da zu sein, um ihm die Stütze zu sein, die Matt brauchte.
Wäre seine Ehe nur halbwegs so gelaufen, wie seine Freundschaft zu Kelly, könnten Gabby und er ein glückliches Leben bis ins hohe Alter führen. Doch dieser Gedanke war Zeitverschwendung, zwischen Ihnen war einfach zu viel passiert. Es ließ sich nicht mehr retten und Matt hatte endgültig genug davon, allein an ihrer Beziehung zu arbeiten.
Immerhin war er sich diesbezüglich sicher, auch wenn die Gefühle, welche er eventuell für Kelly empfand noch in der Schwebe hingen, hatte er eine Entscheidung, im Bezug auf seine Ehe, getroffen. Wie und wann er es Gabby sagen sollte wusste Matt noch nicht, doch diesmal würde er nicht einknicken, diesmal würde er standhaft bleiben!
Wenn sie ihm jedoch wieder mit diesem Blick begegnen würde, dem Blick, welchem er kaum standhalten konnte, dann würde er sich den vergangenen Tag in Erinnerung rufen. Er war nach ihrem haarsträubenden Vorschlag einfach aus der Wohnung verschwunden, barfuß, spärlich bekleidet und aufgewühlt, doch die Sanitäterin hatte nicht einmal versucht ihn aufzuhalten. Er war nicht mehr nach Hause gekommen, hatte sich nicht gemeldet und sie versuchte nicht einmal Kontakt mit ihm aufzunehmen. Nein, sie führten keine glückliche Ehe, sie führten überhaupt keine Ehe. Es war vorbei, endgültig und er würde es ihr sagen!

Ein leises Klimpern aus dem Wohnzimmer ließ den Feuerwehrmann in die Realität zurückgleiten. Kelly war scheinbar bereits wach und plötzlich spürte Matt den Drang sofort aufzustehen und seinem Freund Gesellschaft zu leisten. Außerdem juckten seine Hände unangenehm, es war höchste Zeit, die Verbände zu wechseln.
Auch so eine Sache, Kelly hatte den Zustand der Verbände gesehen und sofort erkannt, dass dieser nicht gesund sein konnte. Seine eigene Frau musste er darauf hinweisen, er musste sie regelrecht anbetteln sich seinen Verletzungen zu widmen und das obwohl sie ausgebildete Sanitäterin war. Ein eindeutiges Anzeichen, das in ihrer Beziehung rein gar nichts in Ordnung sein konnte.
„Genug davon!“, flüstere der Captain leise und stieg aus dem Bett. Er war bei Kelly, es würde ein guter Tag werden, ein Tag an dem er sich nicht hundeelend fühlte, ein Tag an dem er sich nicht einredete der nutzloseste Mensch auf diesem Planeten zu sein. Er würde Kellys Gesellschaft genießen, er würde versuchen sich nützlich zu machen und er würde sich auf sein Inneres konzentrieren, wie dieses sich in Anwesenheit seines Freundes anfühlte, was es ihm riet und was es sich wünschte. Vielleicht wäre er schon am Ende des Tages in der Lage eine Entscheidung zu treffen, vielleicht würde dieser eine Tag schon genügen, um sich seinen Gefühlen bewusst zu werden.
Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich!

„Guten Morgen“, lächelte Matt seinem Freund entgegen und kaum betrat er den geräumigen Wohnraum, kroch ihm der Duft von gebratenem Specke und würzigen Rühreiern in die Nase.
„Guten Morgen, wie hast du geschlafen?“, entgegnete Kelly ihm ebenfalls lächelnd und schaltete den Herd ab, bevor er die Eier auf zwei Teller verteilte, auf welchen es sich der knusprige Speck bereits bequem gemacht hatte.
Seiner Nase folgend ließ Matt sich auf einem der Barhocker an der Kücheninsel nieder und begutachtete Kellys Werk, „gut, ich fühl mich richtig entspannt.“
Nickend ließ der Feuerwehrmann die Pfanne im Spülbecken verschwinden und reichte Matt eine Gabel, die dieser sich umständlich zwischen Daumen und den verbundenen Fingern klemmte, doch bevor die erste Ladung Rührei in seinem Mund verschwinden konnte, schob Kelly ihm sein Handy zu, „Atwater hat dich gestern Abend versucht zu erreichen. Ich dachte mir das es sicher wichtig sei und bin rangegangen. Hoffe das war in Ordnung. Er wollte mir nicht genau sagen worum es ging, nur das du ihn zurückrufen sollst.“
Überrascht ließ Matt die Gabel zurück auf seinen Teller gleiten und angelte nach seinem Handy. Das er wirklich keine Nachricht von Gabby auf seinem Display hatte überraschte ihn nicht und die Tatsache, dass ihn das Desinteresse seiner Frau nicht störte, bestätigte seine Gedanken. Doch das war gerade nebensächlich, immerhin wartete auch Matt ungeduldig auf Nachrichten der Polizei und auch wenn in den vergangenen zwei Wochen nichts mehr vorgefallen war, war die Angst und ständige Vorsicht in seinem Inneren nicht abgeklungen.

Mühsam suchte er mit dem Daumen sein Adressbuch nach Atwaters Nummer durch und aktivierte den Lautsprecher, nachdem er dessen kontakt gefunden hatte.
„Soll ich dich allein lassen?“, fragte Kelly und sofort schüttelte Matt den Kopf, „nein, es wäre schön, wenn du dabei sein könntest.“
Die Freude über Matts Vertrauen in Kellys Augen war dem Feuerwehrmann nicht entgangen und endlich hatte Matt das Gefühl alles richtig zu machen.
„Casey, schön das du dich meldest, dann hat dir Severide von unserem Telefon erzählt?“, erklang Kevins blecherne Stimme aus dem kleinen Mobilfunkgerät und nickend stimmte Matt zu, „ja, ich sollte dich zurückrufen, worum geht es? Habt ihr die Typen endlich gefasst?“ Die Ungeduld in Matts Stimme war ihm für einen kurzen Moment unangenehm, doch sofort schob er diesen Gedanken beiseite.
„Noch nicht, doch wir machen Fortschritte. Wir sind auf einen Namen gestoßen, welcher, mit deinem Fall in Verbindung stehen könnte und würden dich gern Fragen, ob er dir bekannt vorkommt“, erklärte Kevin gelassen und machte eine kurze Pause.
Verwirrt sah Matt den Apparat an, diese Vorgehensweise kam ihm seltsam vor, „du willst mich fragen ob mir ein Name bekannt vorkommt? Würde eine Gegenüberstellung nicht mehr Sinn ergeben? Immerhin hat Kelly die Hälfte des Gesichts von einem der Typen gesehen?“
„Ja das stimmt schon, doch sollten wir wirklich richtig liegen, dann wollen wir den Kerl nicht aufschrecken. Wenn dir der Name bekannt vorkommt, dann werden wir ihn zu einer Gegenüberstellung ins Revier holen und euch natürlich auch. Wenn nicht, wollen wir erst noch ein paar Beweise sammeln um sicher zu gehen. Du weißt doch wieviel auf der Straße geredet wird. Eine direkte Gegenüberstellung ohne eine annähernde Chance zur Absicherung könnte alles gefährden“, auch wenn Matt diese Vorgehensweise nicht logisch erschien, wollte er sich in die Arbeit der erfahrenen Beamten nicht einmischen. Er war Feuerwehrmann, kein Polizist. Sollten die Cops doch selbst entscheiden wie sie vorgingen, Hauptsache sie schnappten die Typen so schnell wie möglich.
„In Ordnung, wie ist der Name?“, seufzte Matt und sah Kelly missmutig an, welcher ihm ein aufbauendes Lächeln schenkte und gespannt zu Matts Handy sah.

Mit geräuschvollen räuspern sicherte Atwater sich die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer, „Carlos Santagio. Ich weiß, es ist ein sehr verbreiteter Name, trotzdem wollten wir es versuchen.“
Angestrengt zog Matt die Stirn in Falten, es war ein wirklich weit verbreiteter Name, vor allem in Chicago. Allein die Hälfte von Gabbys Verwandtschaft trug den Namen Carlos als erst-, zweit-, oder Drittname, wie sollte er da…
Plötzlich fiel es dem Captain wie Schuppen von den Augen. Mit offenem Mund starrte er das Handy an, während der Kloß in seinem Hals immer gewaltiger wurde. Er kannte den Namen, mit absoluter Sicherheit kannte er diesen Namen, doch das konnte nicht sein, es war vollkommen unmöglich. So weit würde sie nicht gehen, niemals!
Matt spürte Kellys irritierten Blick auf sich, sein bester Freund kannte ihn besser als jeder andere, natürlich musste er sofort gesehen haben, dass ihm ein Licht aufgegangen war.
„Casey? Bist du noch dran?“, erklang erneut Kevins ruhige Stimme aus der Leitung und schnell schüttelte Matt den Kopf, „ja… ja ich bin noch… ich habe nachgedacht… ich… NEIN. Nein, tut mir leid, der Name sagt mir rein gar nichts.“
Matt spürte wie sich sein Herzschlag beschleunigte, wie ihm schwindelig wurde und allein der Anblick des gebackenen Rührei, sowie der Geruch des knusprigen Specks trieben ihm Übelkeit in den Hals, „tut mir leid Kevin, da klingelt rein gar nichts bei mir.“ Auch wenn er sich gerade Hundeelend fühlte, wenn sein Kopf drohte zu explodieren und ihm ein eiskalter Schauer über den Rücken rannte, schaffte Matt es seine Stimme sicher und fest klingen zu lassen.
„Oh… ähm ja, trotzdem Danke“, der enttäuschte Ton in Kevins Antwort war Matt keineswegs entgangen und er fühlte sich schlecht, weshalb er schnell hinterherschob, „aber du hast recht, es ist wirklich ein sehr geläufiger Name und ich würde gern noch mal in Ruhe darüber nachdenken. Ist das in Ordnung?“
„Ja klar, lass dir soviel Zeit wie du brauchst. Ruf mich an, sobald dir noch etwas einfällt“, sofort klang der Officer motivierter, was Matts Gewissen wenigstens ein kleines bisschen beruhigte.
Seufzend verabschiedeter er sich von Kevin, dankte ihm noch einmal für die Mühe, welche die Beamten aufwendeten, auch wenn sie sich seiner Meinung nach bisher zu viel Zeit gelassen hatten, und beendete das Gespräch.

Erwartungsvoll sah Kelly ihn an und Matt fühlte sich unwohl. Er konnte ihm sein Wissen nicht verschweigen, der Rüstgruppenführer hatte Wahrheit verdient, auch wenn Matt sich der Tragweite seiner Gedanken selbst noch nicht bewusst war.
„Sag schon“, forderte sein Freund, als der Kloß in seinem Hals immer größer wurde und Matt verzweifelt die Augen schloss, „ich kenne den Namen. Ich… er… Gabby… sie hat ihn in ihren Kontakten. Er hat ihr eine SMS geschrieben.“
Matt hatte es ausgesprochen, stellte sich damit der Wahrheit und ließ seine Gedanken Realität werden.
Ungläubig sah Kelly ihn an und von der einen auf die andere Sekunde veränderte sich sein Gesichtsausdruck. Zorn lag auf seinen Zügen, er strahlte eine unbändige Wut aus und als seine Faust lautstark auf die Kücheninsel knallte, zuckte Matt erschrocken zusammen, „ich wusste es! Dieses verschlagene Miststück, sie hat etwas damit zu tun. Unglaublich!“ Ob Kelly ihm die Worte entgegen schrie, oder sich selbst spielte keine Rolle, der Feuerwehrmann hatte recht. Matt konnte es nicht glauben, doch je länger er darüber nachdachte, desto mehr Sinn ergab der Zusammenhang.
„Erinnerst du dich noch an unser Gespräch auf dem Sofa, die Vermutung war eigentlich nur ein Witz, doch es passt alles zusammen. Sie wollte um jeden Preis ein Kind, diesem Wunsch standest du im Weg, deine Karriere stand ihm im Weg und dein Lebensstiel“, schlussfolgerte Kelly und biss sich auf die Lippe, als Matt ihn ansah.
Der Drehleiterführer brauchte keinen Spiegel um zu wissen, welchen Blick er Kelly entgegenbrachte. Er fühlte sich schrecklich, das Wissen, seine eigene Frau war für seine Quallen verantwortlich machte ihn fertig.

„Wieso hast du es Atwater nichts erzählt? Wieso hast du behauptet den Namen nicht zu kennen und was hat dieser Carlos ihr geschrieben?“, herrschte Kelly ihn verständnislos an und Matt schüttelte den Kopf, „ich kann sie nicht verurteilen, bevor sie nicht gestanden hat. Was wenn wir uns irren, was wenn es alles ganz anderes ist?“
„Machst du Witze? Wie könnte es anderes sein, es passt alles zusammen. Komm schon Matt, mach die Augen auf. Deine Frau hat versucht dich umzubringen!“, schrie Kelly ihm entgegen. Auch wenn Matt wusste das die Wut seines Freundes sich nicht an ihn richtete tat es weh, sich von ihm anschreien zu lassen, „Kelly bitte, sie hat die Chance auf ein Gespräch verdient. Sie ist meine Frau, ich kann sie nicht einfach bei der Polizei anschwärzen, ohne ihr die Möglichkeit zur Klärung zu geben.“
„Die Möglichkeit zur Klärung? Sie wird sich nur herausreden und du bist so blauäugig das du ihr die Lügen glauben wirst“, hielt Kelly dagegen und starrte Matt mit großen Augen an, als ihm bewusstwurde, was er seinem Freund gerade entgegengebracht hatte, „so meinte ich das nicht. Ich will nur nicht, dass du dich von ihr manipulieren lässt.“
Mit einem tiefen Atemzug versuchte der Rüstgruppenführer sich zu beruhigen, „was hat er ihr geschrieben?“
Seufzend senkte Matt den Blick, „~willst du die Sache wirklich beenden?~ Ich dachte im ersten Moment, es würde um so etwas wie eine Affäre gehen. Wirklich erklärt hat sie mir die Nachricht nicht, nur dass sie keine Affäre mit ihm hätte. Keine Ahnung wieso ich nicht mehr nachgeharkt habe, vielleicht aus Angst vor der Wahrheit.“ Betroffen zuckte er mit den Schultern. Es stimmte, er konnte sich seine Leichtgläubigkeit wirklich nicht erklären und Gabby hatte seine Vermutung so geschickt umgangen, dass er den Gedanken einfach ausblendete.
Doch das dieser Carlos mit seiner Entführung und den unsagbaren Qualen der vergangenen Wochen in Verbindung stand, wäre ihm nicht im Traum eingefallen.

„Du willst ihr also die Chance geben sich zu verteidigen und glaubst das du nicht wieder auf sie hereinfällst?“, der Zweifel in Kellys Stimme war nicht zu überhören und Matt glaubte darin auch einen Funken Eifersucht zu erkennen. Er konnte es dem Rüstgruppenführer nicht verübeln, immerhin hatte er Kelly erst nach zwei Wochen die Möglichkeit zur Verteidigung gegeben.
Doch es ging hier um seine Frau, auch wenn er in ihrer Ehe keine Zukunft sah, auch wenn er bereits beschlossen hatte einen Schlussstrich zu ziehen, würde er ihr nicht in den Rücken fallen können, „ja, ich will erst mit ihr reden und dann entscheiden wie es weiter geht. Aber…“, Matt stockte und sah Kelly tief in die Augen, „…kannst du dabei sein? Kannst du mich bei diesem Gespräch unterstützen?“
Überrascht nickte Kelly, „selbstverständlich. Ich werde nicht zulassen das sie dich wieder manipuliert.“
„In Ordnung, danke Kelly“, ein trauriges Lächeln legte sich auf Matts Lippen. Er konnte die Wut seines Freundes verstehen, immerhin betraf es mittlerweile nicht nur sein Leben, auch der Rüstgruppenführer hatte aufgrund der Vorkommnisse sein Leben vollkommen umgestellt, auch wenn Matt ihn nicht darum gebeten hatte. Ohne ihn würde er vermutlich in irgendeiner Pflegeeinrichtung vor sich hinvegetieren. Er schuldete Kelly die Wahrheit, er schuldete ihm eine Stimme bei der Entscheidung, sollte sich ihre Vermutung bestätigen.

Nachdenklich wandte Matt dem Frühstück den Rücken zu, ihm war der Appetit endgültig vergangen. Wie hatte es so weit kommen können, was trieb einen Menschen zu einer solchen Handlung. Wie sehr musste Gabby ihn hassen, um ihm etwas so Schreckliches antun zu können?!
Hätte Kelly ihm in den vergangenen Wochen nicht beigestanden, hätte er sich nicht um ihn gekümmert und wäre ihm eine so hilfreiche Stütze gewesen, wüsste Matt nicht, wie er das alles überstanden hätte.
„Kannst du ihr von meinem Handy aus eine SMS schreiben, das sie vorbeikommen soll und wir reden müssen?“, Matt konnte Kelly nicht ansehen, plötzlich fühlte er sich unheimlich schwach und ausgelaugt. Die Euphorie und Glücksgefühle waren vollständig aus seinem Körper verschwunden, doch er konnte dieses Gespräch auf keinen Fall aufschieben.
Egal was Gabby zu sagen hatte, egal ob er mit der Vermutung falsch oder richtig lag, er würde diese Ehe noch heute beenden. Selbst wenn sie nichts damit zu tun hatte, selbst wenn sie eine Plausible Erklärung für all das haben sollte, allein die Tatsache das er bereit war zu glauben, das ihm seine Frau etwas so schreckliches antun könnten, das er ihr diese Tat wirklich zutraute, reichte aus um seine Entscheidung zu besiegeln.

Erschöpft war Matt auf dem Sofa zusammengesunken und starrte ziellos auf die Wand gegenüber der Couch. Kelly hatte seiner Frau vor einer halben Stunde von seinem Handy aus geschrieben, um sicher zu stellen, dass sie auch wirklich vorbeikommen würde. Hätte er sein eigenes Handy benutzt, würde Gabby auf die Nachricht sicher nicht reagieren, doch es dauerte nur Sekunden, bis eine Antwort kam.
Sie wollte in 30 Minuten bei ihm sein und gerade als Matt ein weiteres Mal auf die Uhr über dem Kamin blickte, klingelte es an der Haustür.
Der Feuerwehrmann rührte sich nicht, im Hintergrund hörte er, wie Kelly die Tür öffnete und es dauerte nur wenige Sekunden, bis Gabby sich an dem breitschultrigen Feuerwehrmann vorbeigeschoben hatte und überstürzt zum Sofa gelaufen war.
„Oh Babe, ich habe mir solche Sorgen um dich gemacht. Du bist einfach weggelaufen, Matt so geht das doch nicht. Komm, wir gehen nach Hause“, ihr lächeln ließ die Wut in seinem Inneren erneut aufflammen und entschieden schüttelte er den Kopf, „setz dich bitte, wir müssen uns unterhalten.“
Verständnislos sah Gabby ihn an und für den Bruchteil einer Sekunde tat sie ihm leid. Die Sanitäterin war vollkommen ahnungslos, sie wusste nichts von seinem Verdacht, vermutete es augenscheinlich nicht einmal. Doch niemals könnte sie so blind sein und glauben, dass alles in Ordnung wäre, wieso also hatte sie diesen Hoffnungsvollen Ausdruck in den Augen.
Er wollte seinem Schlechten Gewissen nicht nachgeben, wollte sich nicht erneut manipulieren lassen und war unheimlich Dankbar, als auch Kelly sich zu ihnen gesellt und Gabby mit einem Blick ansah, der Bände sprach.
Feindselig ließ die junge Frau sich auf einen der Sessel sinken und musterte erst Kelly, bevor sie Matt einen zuckersüßen Blick zuwarf, „sag Severide bitte, er soll uns allein lassen. Was auch immer du mir zu sagen hast, geht ihn nichts an.“

Länger konnte Matt nicht an sich halten, entschlossen schob er das Mitleid in seinem Herzen beiseite und taxierte seine Frau mit feindseligen Blicken, „Kelly bleibt, ich habe ihn darum gebeten!“
Überrascht hob Gabby beide Augenbraun, „du hast was? Nein Matthew, ich werde nicht vor ihm mit dir sprechen. Dieser verfluchte Quertreiber versucht einen Keil zwischen und zu treiben, das lasse ich nicht zu!“
„KELLY BLEIBT!“, herrschte Matt seine Frau an und richtete sich ebenfalls auf um seinen Worten Nachdruck zu verleihen. Das sie ihn mit ~Matthew~ ansprach kannte Matt bereits, das tat sich immer, wenn sie ihren Willen durchsetzen wollte. Gabby wusste, dass er darauf empfindlich reagierte, dass ihn die Aussprache seines vollen Namens verunsicherte und zurückhaltend reagieren ließ, doch nicht diesmal. Diesmal gab er nicht klein bei, diesmal gewann sie nicht dich Oberhand.

„Es geht ihn auch etwas an und ich habe ihn gebeten dabei zu sein, weil ich ihn brauche. Was ich dir zu sagen habe ist… ich will wissen ob… hast du…“, geriet der Feuerwehrmann ins Straucheln und schluckte, als er in ihren Augen den überlegenen Glanz erkannte, welchen sie immer bekam, wenn sie sich im Vorteil fühlte.
„Carlos Santagio. Was hast du mit ihm zu tun?“, fiel Kelly ihm ins Wort und Matt war noch nie so dankbar, unterbrochen worden zu sein.
Gabbys Blick wechselte von überrascht zu feindselig, als sie zu Kelly sah und die Zähne fletschte, „das geht dich nichts an, wie gesagt, entweder lässt du Matt und mich alleine, dass wir was-auch-immer unter Eheleuten klären können, oder das Gespräch ist beendet und ich gehe!“
Jetzt war es an Kelly die Augenbraun in die Höhe zu ziehen und als sich ein überlegenes Lächeln auf seine Lippen schlich, bemerkte Matt, wie auch in Gabby eine Spur Unsicherheit entstand, „entweder sagst du uns, was du mit diesem Santagio zu tun hast, oder wir gehen zur Polizei. Matt wollte dir diese Gelegenheit geben, er wollte dir nicht in den Rücken fallen, ich sehe die Sache anderes!“

Erhaben lachte Gabby auf, „zur Polizei? Und was werft ihr mir vor?“ Trotz ihres vorgetäuschten Übermutes konnte Matt die Unsicherheit in ihrem Blick erkennen. Er wusste wie seine Frau tickte, wie sie sich benahm, sobald sie sich in die Ecke gedrängt fühlte und bevor Kelly etwas Falsches sagen konnte, mischte er sich ein, „ich hab die SMS gelesen. Er hat dir geschrieben ~willst du die Sache wirklich beenden?~ Zuerst dachte ich an eine mögliche Affäre, doch nachdem Atwater mir heute Morgen erzählte, das die Polizei einen gewissen Carlos Santagio in Verdacht hat, etwas mit dem Überfall auf mich zutun zu haben, ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen. All die Dinge, die diese Kerle mir entgegen gebrüllt haben, die Vorwürfe und die Ratschläge. Ich solle meinen Job aufgeben, ich solle das tun, was gesünder für mich wäre. Schon als ich es das erste Mal hörte, kam es mir seltsam vor, doch jetzt ergibt es einen Sinn.
Du wolltest immer ein Kind Gabby und ich will nicht leugnen, dass ich es genauso sehr wollte, doch nicht um unsere Ehe zu retten und auch nicht auf Kosten deiner Gesundheit. Wie hast du dir das ganze vorgestellt, ich bleibe mit dem Baby zuhause, während du wieder arbeitest?“

Ungläubig sah Gabby zwischen Matt und Kelly umher, bevor sie den Kopf schüttelte und gekrängt den Mund verzog, „ich kann nicht glauben, was du mir unterstellst. Denkst du wirklich, ich hätte etwas mit deiner Entführung und dieser schrecklichen Tat zu tun? Matt ich bin deine Ehefrau, wie kannst du mir so misstrauen? Liebst du mich denn nicht?“
Diese Worte kannte der Feuerwehrmann bereits und in der Vergangenheit waren sie oft ausschlaggebend um ihn zum Umdenken zu bewegen, weshalb er hilfesuchend zu Kelly sah. Matt spürte wie sein Inneres sich wandte, er spürte den Drang, die junge Frau nicht enttäuschen zu wollen, auch wenn er selbst und seine Gefühle dafür zurückstecken mussten. Es passierte genau das, was er und auch Kelly bereits befürchtet hatten. Gabby versuchte ihn zu manipulieren.
„Du fragst ihn allen Ernstes, ob er dich liebt? Schau dir seine Verbände an, schau dir dieses ungepflegte Gesicht an. Er trägt nicht mal seine eigenen Klamotten, weil diese so dreckig waren, dass sie direkt in den Müll gewandert sind. Du sprichst von Liebe, wo du selbst deinen Mann zum zweiten Mal dermaßen vernachlässigt hast? Er hat auf deine Unterstützung vertraut, er hat dich gebraucht, doch du gehst lieber aus und bist nur gern in seiner Nähe, wenn es darum geht schwanger zu werden. Was hat das mit Liebe zu tun? In guten wie in schlechten Zeiten? Das ich nicht lache!“, fluchte Kelly und es war nicht zu verkennen, dass Gabby alles andere als begeistert über sein Einmischen war.
„Wie oft muss ich es dir noch sagen, halt dich aus unserer Ehe raus, Severide!“, fletschte sie ihm mit zusammengebissenem Kiefern entgegen, doch den Rüstgruppenführer schreckte das nicht ab, „ich ergreife Partei für meinen besten Freund, ich stärke ihm den Rücken, ich mache das, was du in den vergangenen Wochen hättest tun sollen! Sag mir nicht ich soll mich raus halten, das hier betrifft schließlich auch mein Leben, doch im Gegensatz zu dir, ist Matt für mich nicht lästig, ich sehe ihn nicht als untragbare Last, sondern als Freund der Hilfe braucht!“

Ihre Niederlage war greifbar und Gabby begann verzweifelt sich an die letzten Strohhalme zu klammern, „Matt komm schon, erinnere dich an die vergangenen zwei Wochen, wie nah wir uns gekommen sind. Wir haben uns geliebt, wir haben miteinander geschlafen. Komm schon Matt, du glaubst diesen Schwachsinn doch wohl nicht wirklich?!“
Kopfschüttelnd schloss der Drehleiterführer die Augen, „du hast die Frage noch immer nicht beantwortet Gabby, was hast du mit Carlos Santagio zu tun?“
„Er ist ein Freund, ich kenne ihn schon lange. Wir sind quasi zusammen aufgewachsen, mehr ist da nicht. Dieser Name ist so geläufig, wahrscheinlich meint die Polizei nicht mal meinen Kinderfreund. Das alles ist schwachsinnig Matt, das wird doch keinen Keil zwischen und treiben. Wir lieben uns, wir sind miteinander verheiratet“, Gabbys Stimme wurde zunehmend zittrig und Matt spürte sein Gewissen stärker an sich nagen. Würde die junge Frau anfangen zu weinen, standen seine Chancen, standhaft zu bleiben, schlecht. Auch wenn er furchtbar enttäuscht von ihr war, hatten er sie einmal geliebt. Diese Seite, welche sie ihm gerade zeigte, liebte er an Gabby, wieso war sie im Laufe der Jahre nicht öfter so gewesen, vielleicht wäre das alles dann niemals aus dem Ruder gelaufen.
„Gut, dann kann Matt dem P.D. ja sagen, das ihm etwas zu dem Namen eingefallen ist. Es wird zu einer Gegenüberstellung kommen, schließlich habe ich einen von den Typen gesehen und wer weiß, vielleicht war das ja sogar dieser ominöse Carlos Santagio und die ganze Sache wird sich im Nu aufklären“, warf Kelly gleichmütig dazwischen, woraufhin Matt ihm erneut einen dankbaren Blick zuwarf. Es war eine wirklich gute Idee gewesen, Kelly an diesem Gespräch zu beteiligen. Ohne ihn wäre er längst eingeknickt, auch wenn er es ungern zugab, sobald es um Gabby ging, konnte Matt nur schwer Stärke beweisen.

„Gegen…. Gegenüberstellung? Was zum… wieso… Was soll das Severide, halt dich endlich daraus. Das alles geht dich nichts an, verdammt“, schrie Gabby dem Rüstgruppenführer entgegen, woraufhin auch Matt erschrocken zusammenzuckte. Ihre Stimmung war von bittend und verzweifelt im Bruchteil einer Sekunde zu wütend und zornig gewechselt und hatte auch Matts schlechtes Gewissen mit sich gerissen.
Das war ihr typisches Gesicht, ihre typische Art ihm entgegen zu treten und endlich kam Matt auch der zweite Grund für dieses Gespräch zurück in den Sinn.
„Gabby, es geht nicht nur um diesen Kerl, es geht hier auch um uns. Die vergangenen Wochen haben mir gezeigt wie sehr wir uns auseinandergelebt haben und ich muss dir sagen das…“, setzte Matt aus heiterem Himmel an, was ihm von den Anwesenden einen verwunderten Blick einbrachte. Doch Gabby ließ ihren Mann nicht ausreden, „nein Matt, sprich nicht aus, was du aussprechen willst. Das ist ein Fehler, das kannst du nicht tun. Wir sind verheiratet, du liebst mich.“
Seufzend sah Matt ihr direkt in die Augen, auch wenn es ihn alle Mühe kostete, standhaft zu bleiben, „ich liebe dich, ich werde dich immer lieben, aber nicht mehr als Mann der seine Ehefrau liebt. Du hast mir in den vergangenen Wochen gezeigt, wie schlimm es wirklich um uns steht und als du mir dann auch noch diesen irrwitzigen Vorschlag unterbreitet hast…“ und wieder unterbrach ihn Gabby, „irrwitzigen Vorschlag? Matt nein, wir werden Eltern, ich werde schwanger und du wirst Vater. Das ist nicht irrwitzig, es wird unsere Ehe retten, es wird alle Spannungen zwischen uns auflösen. Komm schon Matt, das alles darf nicht umsonst gewesen sein, wir gehören doch zusammen!“
Der Feuerwehrmann konnte nicht erkennen, ob seine Frau gerade wütend, verzweifelt oder schockiert war. Ihre Stimme schallte viel zu laut, sie klang spitz, beinah zickig, doch der Ausdruck in ihren Augen wirkte verzweifelt. Es war eine seltsame Mischung und länger ertrug Matt den Anblick nicht mehr. Schwer schluckend wandte er den Kopf ab und gerade als Gabby aufsprang um zu ihm zu laufen, stellte Kelly sich ihr in den Weg.

„Du verfluchter Mistkerl, du bist schuld an allem, du hast ihm diesen Schwachsinn in den Kopf gepflanzt. Was hast du davon? Was willst du von Matt?“, schrie sie Kelly an und hämmerte mit beiden Fäusten gegen seine Brust. Entgegen Matts Erwartungen, blieb der Feuerwehrmann jedoch ganz ruhig. Abwartend sah er sie an, bevor er beide Handgelenke packte und sie zwang inne zu halten, „es ist vorbei Gabby, Matt kann nicht mehr. Er möchte sich von dir trennen und du musst das akzeptieren.“
Die Situation war so skurrile, das sich Matt vorkam, als sehe er eine schlechte Seifenoper. Kelly erklärte seiner Frau, dass er sich trennen wollte, dass er nicht mehr mit ihr zusammen sein konnte, während er daneben saß und sich das ganze mit Tellergroßen Augen ansah.
Gabby reagierte vorhersehbar, wütend schrie sie spanische Flüche aus, zerrte ihre Hände aus Kellys Griff, stampfte mit den Versen auf den Boden und ihr Haar flog ihr wirr durchs Gesicht, „du mieser Dreckskerl, du bist schuld. Du hast unsere Beziehung zerstört, du hast Matt manipuliert. Wenn du dich nicht eingemischt hättest, dann wäre alles so schön geworden, dann wäre ich jetzt schwanger, Matt würde seinen verfluchten Job kündigen und mir endlich die Aufmerksamkeit schenken, die ich verdiene. Es war perfekt, es hätte funktioniert!“
Kaum hatten die Worte ihre Lippen verlassen, schlug Gabby sich beide Hände vor den Mund, trat einen Schritt zurück und sah die beiden Männer geschockt an.

Nicht minder schockiert blickten auch Kelly und Matt drein, doch es war der Rüstgruppenführer, welcher sich zuerst wieder fand, „ich wusste es, ich hatte recht. Das alles ist auf deinem Mist gewachsen, du bist dafür verantwortlich. Jetzt gib es endlich zu Dawson!“
Kellys Worte ignorierend schob sich Gabby an dem Feuerwehrmann vorbei, fiel vor Matt auf die Knie und legte ihm beide Hände flach auf die Oberschenkel, „nein Matt bitte… lass mich erklären, es ist nicht wie du denkst. Bitte Matt.“
Ihr Flehen schallte ihm wie ein weit entferntes Echo in den Ohren, er konnte nicht anders, er musste sie mit offenem Mund anstarren. Gabby hatte quasi gestanden, sie hatte quasi zugegeben, dass sie an all dem Unglück, an all dem Leid und an all seinen Schmerzen die Schuld trug. Sie war tatsächlich verantwortlich.

Kopfschüttelnd versuchte Matt zurück zu weichen, ihren Berührungen zu entkommen, doch erst als Kelly die junge Frau von ihm zog und diese merkte, das ihr Protest nichts gegen seine starken Arme ausrichten konnte, ließ sie sich zurück auf den Sessel sinken.
„Jetzt leg endlich die Karten auf den Tisch Gabby, es ist vorbei. Wenn du nicht willst das ich augenblicklich die Polizei rufe, dann mach dem Ganzen ein Ende und sprich Klartext!“, forderte Kelly mit ruhiger Stimme und setzte sich neben Matt.
Es fühlte sich gut an Kelly so dicht bei sich zu haben und auch Gabbys irritierter Blick, aufgrund des engen Kontakts störte ihn gerade nicht. Kelly war der einzige Grund, weshalb er gedanklich noch nicht in ein tiefes schwarzes Loch gefallen war, denn auch wenn er bereits eine Ahnung gehabt hatte, war es kaum in Worte zu fassen, wie schrecklich sich diese Bestätigung anfühlte.  

Zähnefletschend sah sie Kelly einen Moment an, richtete sich mit ihren Worten dann jedoch wieder Matt zu, „so sollte das alles nicht laufen, so war es nicht geplant. Matt bitte glaube mir, ich wollte nie das du verletzt wirst. Das alles war ein schrecklicher Unfall, ein Missverständnis.“ Das konnte unmöglich ihr Ernst sein, entgeistert starrte Matt seine Frau an, „ein Missverständnis?“
Nickend wischte sie sich die Tränen aus den Augen, „ja, ich kenne Carlos wirklich schon lange und er schuldete mir einen Gefallen. Er sollte dir nur etwas Angst machen, so dass du deinen Job aufgibst, zuhause bleibst und endlich eine Familie mit mir gründest. Ich wollte unserem glück nur etwas auf die Sprünge helfen, doch dann ist alles schiefgelaufen. Sie sollten dich nicht verprügeln und dieses Feuer… es war auch nicht geplant. Carlos hatte damit nichts zu tun, das musst du mir glauben. Es war ein Unfall Matt, ich liebe dich doch, das musst du mir glauben.“
Nicht nur Matt sah die junge Frau wie von Sinnen an, auch Kelly konnte seinen Unglauben nicht in Worte fassen und plötzlich spürte der Feuerwehrmann eine Wut in sich, die er noch nie empfunden hatte, „das alles war dein Plan, du hast eine Entführung arrangiert um mir Angst zu machen? Du wolltest das ich kündige, damit wir eine Familie gründen? Dann stimmt es auch, dass du dieses nicht existente Baby benutzen wolltest, um deiner Familie zu beweisen, dass du im recht bist?! Verfluch das ist… Gabby ich bin… ich kann nicht…“
Atemlos sah er die Sanitäterin an, welche erneut den Mund öffnete, doch Matt ertrug kein weiteres Wort und sah zu Kelly, der ihm umgehend zunickte, sich erhob und Gabby am Arm auf die Füße zog, „geh, verschwinde Dawson. Das alles ist… oh Mann ich kann das nicht glauben, los verschwinde!“
Sie wollte protestieren, versuchte sich aus Kellys Griff zu befreien, doch dieser zerrte sie unnachgiebig zur Haustür und warf sie aus der Wohnung.

Matt besah sich die Szene wie durch einen Schleier, auch er konnte es nicht glauben, fand keine Worte für ihr Verhalten und spürte nichts als Wut und Schmerz.
Sie war seine Frau, er vertraute ihr, sie hatten sich einmal geliebt und dann tat Gabby so etwas? Das alles diente nur, um ihren Willen durchzusetzen?
Nein, niemals konnte er ihr das verzeihen, doch was sollte er jetzt tun? Würde es um irgendjemanden gehen wäre sein nächster Schritt klar, doch es ging um Gabby.
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